Startseite
    Antiamerikanismus
    Antisemitismus
    Islamismus
    Verwaltete Welt
    Kulturindustrie
    Rassismus
    Aberglaube
    Kulturalismus
    Make a wish
  Über...
  Archiv
  African Islamism
  Gesammelte Werke
  Texte
  African witch-hunts
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Sofakunst
   Wikipedia
   Fremdwörter-Lexikon
   Marx-Engels-Werke
   Asia Times
   This is Zimbabwe
   
   Achse des Guten
   adf
   africa daily
   african studies quarterly
   african sun news
   aftershow
   against
   allafrica.com
   Antibürokratieteam
   Arabs for Israel
   Jaegerzaun
   Atlas Shrugs
   Bad Blog
   Bahamas
   What is witchcraft?
   Botschaft Israels
   ca ira Verlag
   unterdemstrich
   Camera
   classless
   ChinaDaily
   Die Jüdische
   Dissidenz
   Emma
   e pluribus unum
   Ex-Blond
   EYEontheUN
   FdoG
   Frontierpost Pakistan
   Fuchsbau
   Gripsiltis
   Haaretz.com
   Hadith Database
   honestly concerned
   Iranfocus
   iraqui bloggers central
   israel defence force
   Israel News Infolive
   Israpundit
   Ivison
   Jerusalem Post
   John Cox
   kaffe ohne sahne
   Karwan Baschi
   LittleGreenFootballs
   lizas welt
   maedchenblog
   Matthias Küntzel
   MEMRI
   Middle East Info
   myissue
   nada
   No Blood for Sauerkraut!
   planethop
   prodomo
   sandmonkey
   sozioproktologe
   spirit of entebbe
   starblog
   Telegehirn
   tous et rien
   ugly dresden
   unkultur
   WADI
   weapons of modern democracy
   western resistance
   Wind in the Wires

kostenloser Counter

Webnews



https://myblog.de/nichtidentisches

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Islamismus

Islamisten fliehen aus Somalia

Somalias Islamisten wurden weitgehend aufgerieben und haben ihre letzte Stadt - Kismayo - verlassen. Ein bisschen des Selbstwertgefühls wegen (und zwecks möglicher Verhandlungsbasis) protzen sie noch mit Guerrillakrieg, den sie, nunmehr abgeschnitten von ökonomischen Zentren weiterführen wollen. Vielleicht schaffen sie es mithilfe des Irans und den von der Hisbollah ausgebildeten somalischen Milizen ein wenig Unruhe zu stiften. Anders als in Afghanistan und Irak wird sich dies wohl auf ein paar kleinere Regionen beschränken und dort entsprechend kontrollierbar sein.

Verwechselt wird in den Prognosen der "Experten" ein weiteres Mal Guerrillakrieg mit Terrorismus. Guerrillakrieg zielt in erster Linie darauf ab, gegen militärische Einheiten durch intensive Bindung an die Bevölkerung und genaue Ortskenntnis militärische Erfolge bis hin zur Machtübernahme eines in seinen Institutionen intakten Staates zu erzielen. Der Terror im Irak hat mit Guerrillakrieg wenig gemein, er zielt auf die Vernichtung von Bevölkerungsgruppen, richtet sich wenig oder kaum gegen militärische Ziele und nicht zuletzt zielt er primär auf Unregierbarkeit, auch wenn das auf Kosten der eigenen Versorgung geht.

Somalias Präsident Gedi fordert indes eine UN-Friedenstruppe, um die Sicherheit wiederherzustellen. Irgendwie ein Paradoxon.

Abzuwarten bleibt, was das angrenzende Kenia mit den versprengten Islamisten anfängt. Ausgerechnet der Kriegstreiber Eritrea warf den USA vor, Kriegstreiber in Somalia zu sein. Äthiopien will sich binnen zwei Wochen aus Somalia zurückziehen. Der rasche Abzug wird einerseits durch den latenten Antiäthiopismus in Somalia begründet, sehr viel mehr muss sich Äthiopien aber auf eine Aggression Eritreas vorbereitet wissen.

Somalianews.com

Aktuelles:

Kenia macht die Grenzen für die rund 3000 fliehenden Islamisten dicht. Die äthiopische Luftwaffe bombardierte aus Versehen ein kenianisches Dorf. In der somalischen Übergangsregierung geht der Streit los. Äthiopien will sich aus finanziellen Gründen zurückziehen. Uganda will 2000 Soldaten für eine AU-UN Mission bereitstellen. Die EU   möchte lieber nicht. Währenddessen tötete angeblich ein Selbstmordattentäter in Somalia zwei äthiopische Soldaten. In der Times wird die Intervention Äthiopiens mit der Tansanias gegen Uganda verglichen. Nach Angaben der Islamisten befinden sich 3500 versteckte Islamisten in Somalia. Es dürfte eher zutreffen, dass es ziemlich viele nicht geschafft haben. Inwiefern diese als inoffizielle Kombattanten tätig werden, oder lieber doch mal einen Playboy am Kiosk holen, ist offen. 

Die Mentalität eines Somali wird dann doch recht nett an folgendem Kommentar deutlich: "we will kill ur people one by one watch it will be another iraq for aids infect ethiopia i promise u this is not over i promise"

Kenia hat zu solchen Leuten eine klare Meinung:  

"No armed individual or group can enter our country or be allowed to compromise its security," local Kenyan police commander Johnstone Limo told Reuters by telephone. "We shall stop them, arrest them and, if necessary, fight them."

 

2.1.07 15:00


Werbung


"The Mog" is free...

(Dieser Artikel wird vorerst regelmäßig erweitert. Jüngste Stellungnahmen und Ereignisse finden sich am Ende.)

Mogadischu wurde von den Islamisten aufgegeben. Anscheinend sind sie zu geschwächt, um ernsthaft einen Häuserkampf zu führen. Es dürfte sie nicht schlecht überrumpelt haben, auf einmal auf organisierte Gegenwehr zu stoßen. Die naheliegendste Option für sie ist jetzt wie immer der Terror, in ihrere Sprache "ein langer Guerrillakrieg".

Die Ziivilbevölkerung leidet laut taz bereits wieder unter den im Bündnis mit der äthiopischen Armee zurückgekehrten Warlords. Überfälle und Straßensperren seien in den befreiten Gebieten wieder an der Tagesordnung.

Die AU wurde von mir überschätzt, auch sie verfällt in den EU-Sprech, redet von "Konfliktparteien" und fordert den "sofortigen Rückzug der ausländischen Truppen".

Ebenfalls in der taz findet sich ein Porträt des Islamistenführers Sheikh Hassan Dahir Aweys und ein kleinerer Artikel über die dort arbeitenden Hilfsorganisationen . faz.net berichtet über die verhinderte Plünderung eines Waffengeschäfts in Mogadischu. Laut Welt.de kontrolliert die Übergangsregierung bereits 95% Somalias. Bedingt lesenswert zum Thema ist africadaily.com.

Und auf Spiegel.de hagelt es neben aktuellsten Infos "Kritik an den USA":

Ein Ende des seit über 20 Jahren andauernden Bürgerkrieges ist mit dem Rückzug der Islamisten noch nicht in Sicht. Beobachtern zufolge beweist der von Washington unterstützte Armeeeinsatz Äthiopiens vor allem, dass die USA an einem weiteren Brandherd der Welt mit ihrer Strategie gescheitert sind, auf militärische Übermacht statt auf Diplomatie zu setzen.

Die USA verfolgten eine rein militärische Politik, die frei von jeglichen Frieden schaffenden Elementen sei, kritisiert John Prendergast, Afrika-Experte der International Crisis Group (ICG). Nur allzu deutlich sei die Abwesenheit von US-Diplomaten bei den meisten diplomatischen Initiativen für Friedensverhandlungen gewesen, die von der Europäischen Union in diesem Monat initiiert worden seien. "Das Ergebnis ist, dass sowohl Äthiopien als auch die Islamischen Gerichte glauben, die USA unterstützten eine militärische Lösung in Somalia". Die Folge dieser Einschätzung: Die Spannungen würden weiter angeheizt und ein Frieden zu einem "entfernten Traum", sagt Prendergast.

Welt.de vermeldet jemenitisches Feuer auf somalische Flüchtlingsschiffe. Und Unicef befürchtet ein "gefährliches Machtvakuum" nach der Vertreibung der Islamisten.

Die Regierung in Mogadischu hat die Verhängung des Kriegsrechts für vorerst drei Monate verkündet. Dies sei notwendig, um der Milizen Herr zu werden.

Laut spiegel-online will sich die deutsche Bundesregierung mit Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft der Vermittlung widmen. Während dieser Periode soll eine afrikanische Battle-Group gegründet werden. Der Clou: Sie wird von Deutschland aus geplant und initiiert und soll von der UNO, der AU und der EU abhängig sein. D.h. garantiert nicht gegen Islamisten, Massenmörder und Terroristen zu Einsatz kommen, dafür aber dem Selbstverteidigungsrecht unabhängiger Staaten wie aktuell Äthiopien die Legitimation entziehen.

Äthiopien und seine somalischen Verbündeten wollen indes die Islamisten gänzlich besiegen und auch ihre letzten Rückzugsgebiete stürmen. In Mogadischu gab es anti- und pro äthiopische Demonstrationen in anscheinend ähnlicher Stärke.

Die Kölner Rundschau:

Die strategischen Interessen der USA seien jetzt mit Partnern verknüpft, die aus moralischer Sicht von widerwärtig bis inakzeptabel reichten, schreibt das konservative "Wall Street Journal". Das Blatt listet unter dieser Rubrik von Finsterlingen sowohl den "autokratischen Ministerpräsidenten" Äthiopiens, Meles Zenawi, als auch eine Koalition von Kriegsfürsten in Somalia auf.

Laut ntv rücken die Interventionstruppen in Richtung Kismayo, der letzten großen Bastion der Islamisten vor. 3000 Islamisten wurden getötet.

Die Ankündigung, auch die letzten Festungen der Islamisten zu stürmen, lässt die Absicht erkennen, diesmal konsequent die Kleinstaatlerei beim ärgsten Feind zu bekämpfen und vielleicht tatsächlich einen vorläufig chaotischen, aber reformierbaren Staat zu errichten. Dazu müssen die Islamisten zerschlagen werden, bevor sie sich reorganisieren können. Die Forderungen nach sofortigen Verhandlungen mit den Islamisten von Seiten der EU und der AU würden genau diese Reorganisation und damit den zwangsläufigen Gegenangriff der Islamisten begünstigen.

Die Zusammenfassung wird hiermit beendet. Mehr dazu siehe unten oder in einem dazu neu erstellten Artikel.

28.12.06 16:18


Steinigungswut in Iran

In Iran ist neben zahlreichen weiteren Frauen nun Zara Ebrahimi durch die Anklage auf Mitspielen in einem Erotikclip (Förderung der Prostitution) mit Steinigung bedroht. Laut einem ausführlichen Interview von 20minuten.ch finden Steinigungen mittlerweile nachts und im Geheimen statt. Anscheinend war die Wirkung auf eine noch nicht komplett verrohte Öffentlichkeit dem Regime unzuträglich. Die Mindeststrafe für das ihr vorgeworfene Delikt sind 100 Peitschenhiebe. Laut Heinrich-Böll-Stiftung hat das Regime sogar den Schwarzmarkt für Erotikfilme monopolisiert, um vom Geschäft zu profitieren. Die allgemeine Zensur diene eher dazu, politische Indoktrinierung zu verhindern, als dass sie sich wirklich gegen nackte Haut richtet. Die Steinigungen wären demnach vor allem ein Akt der Aufrechterhaltung des keuschen Rufs.

2003 war das iranische Parlament sogar einmal soweit, die baldige Abschaffung der Steinigung anzukündigen. Seither ist nichts entsprechendes geschehen und Ahmadinedschad wird der letzte sein, der Solches in die Wege leitet. Solange auf eine irgendwie organisierte Opposition in Iran weiter gewartet werden muss, und die UN irgendwie alles bei 71 zu 54 (Nein) zu 55 (Enthaltungen) nicht so ganz toll findet, bleibt allein für eine sofortige Intervention einzutreten um diese sadistischen, perversen Mullahs endlich zum Teufel zu jagen.

Mina Ahadi

Dissidenz.de

Ein Hoch auf die Emanzipation!

IFGM

3.12.06 12:50


Tunesien rügt Schleier!

Western Resistance bloggt Interessantes über Tunesien. Hier ein paar Auszüge:

Tunesien hat 1981 offiziell den islamischen Schleier oder Hijab aus öffentlichen Büros und Schulen verbannt. Man vergleiche dies mit Großbritannien, wo eine massive Diskussion über die Rechte von islamischen Frauen auf das Tragen des gesichtsbedeckenden Schleiers odernikab geführt wird. Dort wurde die Debatte von Jack Straw begonnen und vom Premierminister und anderen Regierungsoffiziellen und dem Novelisten Salman Rushdie weitergeführt.

[...] Die verlautbarungen des tunesischen Presidenten folgten nach einem Kommentar der kürzlich bei einer Konferenz von al-Hadi Mihani, dem Generalsekretär der Regierungspartei, getroffen wurde. Mihani verurteilte den ansteigenden Gebrauch deshijab in Tunesien.

Er sagte:

"Es gibt die Notwendigkeit, gegen dieses Phänomen zu demonstrieren, die glaubwürdigkeit des Islam zu verteidigen, die Rechte von gegenwärtigen und zukünftigen Generationen und die Identität des Landes. Wenn wir heute den Schleier dulden, werden wir morgen akzeptieren, dass Frauen das Recht ihren Job zu behalten und zu wählen verlieren, dass sie vom Studium ausgeschlossen werden und dass sie allein ein Faktor der Reproduktion und der häuslichen Arbeit werden."

(Kürzende Übersetzung aus dem Englischen: nichtidentisches

Tunesien verfolgte seit der Dekolonisierung eine betont "feministische " Politik . Heute sind 7 Frauen im Kabinett, 22,7 % der Chamber of Deputies sind Frauen und 15% der Chamber of Advisors.

Die Orientierung an westlichen Prinzipien besteht anders als im Falle der Türkei noch heute relativ ungebrochen. Dabei ist trotz einem Bevölkerungsanteil von 99% Muslimen ein Leitmotiv der Kampf gegen den islamischen Fundamentalismus gewesen, was nicht zuletzt mit staatlichen Repressionen erkauft wurde.

12.10.06 00:46


Iranische Barbarei geht weiter...



Wie Westernresistance mitteilt, drohen weitere Steinigungen von Frauen in Iran. Unterschreibt die Petition für Ashraf Kalhori! Immer noch in Gefahr sind augenscheinlich Malakh und Nazanin. Fünf weitere Frauen sind von Steinigung bedroht. Der Vorwurf ist meistens "Ehebruch" oder "Unzucht", d.h. eine außereheliche Beziehung. Petitionen können in individuellen Fällen helfen.

Es fällt auf, dass für Frauen öfter Petitionen entstehen, als für Männer, die oft wegen ähnlich lächerlicher "Vergehen" wie Homosexualität , Unzucht, Apostasie, zum Tode oder zu unbeschreiblicher Folter durch Amputation oder Auspeitschung verurteilt werden. Ein Fall von Alkoholschmuggel in Saudi-Arabien wurde mit 300 Peitschenhieben bestraft. Ob der alte Mann, desse höchstes Vergnügen nach eigenen Aussagen gewesen sei, in volltrunkenem Zustand seine Kamele durch die Wüste zu treiben, noch lebt, ist nicht herauszufinden. Die Presse betrachtete den Fall durchgehend als guten Witz und nicht als Grund, zur Solidarität mit dem armen Trinker aufzurufen. Die medizinischen Folgen einer Auspeitschung sind Blutverlust, Zerstörung von bis zu 1/5 des Hautgewebes, schmerzhafte Vernarbungen, Schockzustände, psychische Traumatisierung, von Folgeschäden wie Infektionen ganz zu schweigen. Die Auspeitschung mit 300 Peitschenhieben (Üblich sind laut Koran 100, auch schon schlimm genug) ist mit einer Folter bis zum Tode vergleichbar. In Iran sind Mädchen ab 9 mit der Auspeitschung (und Steinigung) prinzipiell bedroht, da dies das offizielle Heiratsalter ist, getreu nach Mohammed und dem Koran.

Strafgesetz der islamischen Republik Iran - Körperstrafen

3.8.06 16:54


Malakh Gorbany (Iran) ist von Steinigung bedroht!


adnki - Kurzmeldung

Online-Petition unterschreiben!

Der Vorwurf ist wie so oft "Ehebruch".
Das Verfahren der Steinigung ist explizit festgelegt:
Only small stones are used, to prolong the agony of the punishment, though these must be larger than a pebble. Article 104 of Iran's Penal Code states that when adulters are stoned that the stones should "not be large enough to kill the person by one or two strikes, nor should they be so small that they could not be defined as stones."

Eine weitere vom Todesurteil bedrohte Frau ist Nazahin (18).
Nazanin Mahabad Fatehi wurde im Januar zum Tode verurteilt, die Nachverhandlung soll im August stattfinden, ihr droht der Tod durch Erhängen.
Save Nahazin Website

Hier ein Link zur Online-Petition:

Online-Petition Nazahin

Man sollte sich keine Illusionen über die Reformierbarkeit des Mullah-Regimes machen, dennoch hat sich die Intervention durch Petitionen in Iran schon öfter als hilfreich erwiesen. Darüber hinaus sollten solche Fälle die Unerträglichkeit dieses Regimes klarstellen.

Intervention statt Dialog und wirtschaftliche Unterstützung!

Nazahins Blog

Britain parliament debate on Iran

Hagalil über Malakh
10.7.06 13:57


Bassam Tibis Begriff des Antisemitismus


Die Lektüre von Bassam Tibis „Fundamentalismus im Islam – eine Gefahr für den Weltfrieden?“ (Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2000, 223 Seiten) ist jedem zu empfehlen, der den Islamismus als derzeit bedrohlichste reaktionäre Bewegung betrachtet.
Wie aber schafft es Tibi, über 223 Seiten den Fundamentalismus aufgeklärt zu bearbeiten und dennoch auf einem falschen Begriff des Antisemitismus zu beharren?
So heißt es auf Seite 50:

„Es ist bedauerlich, beobachten zu müssen, wie Islam und Islamismus sowohl von „Panikmachern“ als auch von „Gutmenschen“ einander gleichgestellt werden. Hierbei bedienen sich Islamisten, unter denen sich PARADOXERWEISE – DA SELBST MEHRHEITLICH ARABER – ZAHLREICHE ANTISEMITEN BEFINDEN, aus taktischem Kalkül und zum eigenen Schutz der Parallele Antisemitismus/Antiislamismus. Ich habe als liberaler Muslim den Zentralrat der Juden in Deutschland über solche Täuschungen des Islamismus aufgeklärt.“ (Hervorhebungen d.A.)

Tibi schafft es auch im Rest des Bandes nicht, darauf zu stoßen, dass Islamismus und Antisemitismus von Beginn an eine notwendige Einheit bilden, die alle anderen Unterschiede zwischen Schiiten und Sunniten überdeckt. Von Paradoxie kann hier nur reden, wer dem Märchen von „den Semiten“ aufsitzt, gegen die sich der Antisemitismus richte. Vielleicht hätte da besser Tibi Aufklärungsunterricht beim Zentralrat der Juden nehmen können, als vollmundig zu behaupten, diese hätten vom Täuschungsmanöver der „Islamphobie“- Hysteriker nichts gewusst.

Neben ärgerlichen und überaus häufigen Paraphrasierungen dreht sich Tibi mühselig um die immergleiche Aussage: Der Islamismus ist nicht der Islam, aber ersterer zu bekämpfen und letzterer zu integrieren. Sein ständiges Gerede von einem „Missbrauch des Islam“ durch Fundamentalisten kann nicht erklären, ob im Islam Elemente vorhanden seien, die diesen höchst geeignet für starre Systeme machen. Dass die Scharia für politisches Recht gelte, sei ihm zufolge nicht im Koran festgelegt, allerdings bleibt die Lücke, warum die Scharia auch im Koran frauenfeindlich ist und es nicht erst Mutationen durch moderne Fundamentalisten bedarf, um daraus eine menschenverachtende Rechtssprechung zu formen. An Terror sei „Perspektivlosigkeit“ (146) schuld, wo es doch gerade die in Europa ausgebildeten Akademiker sind, die zurückreisen und sich in die Luft jagen. Tibi begnügt sich „damit, wertfrei jede irreguläre Gewaltausübung als Terrorismus einzustufen.“, möglicherweise liegt hier der Hase im Pfeffer. (151)

Er schließt noch korrekt: „Jeder beliebige Anlaß bietet ihnen [den Fundamentalisten] eine willkommene Chance zur Mobilisierung.“ (S. 33) schiebt dann aber nach: „Das ist auch […] der Grund für die arabischen Regierungen, nicht nur Abstand von der amerikanischen Militärpolitik, z.B. gegen den Irak, zu nehmen, sondern darüber hinaus jedem westlichen Militärschlag ablehnend gegenüberzustehen.“
Der Anlass der schiitischen Fundamentalisten zur Mobilisierung war genauso das Beharren darauf, dass Saddam Hussein eine Marionette der USA sei. Ob Einmischung oder Nichteinmischung, den Antisemiten juckt das wenig, er halluziniert sich stets als angegriffen, im Frieden kann er ebenso gut prosperieren wie unter Sanktionen.

Sehr abgründig wird Tibis ohnehin spärlicher Kommentar zum Israel-Palästina-Konflikt:

„Frieden bedeutet nicht Stabilität um jeden Preis. Daher müssen wir jenseits der Problematik der De-Stabilisierung durch Fundamentalisten auch über einen gesamtregionalen Frieden, also auch mit Israel sprechen. Die Diskussion über diese Problematik wurde nach dem Golfkrieg entfacht, als die Friedensverhandlungen von Madrid und Oslo stattfanden. Dann kam die Wahl von Netanyahu zum israelischen Premier, wodurch, bis zu seiner Abwahl im Juni 1999, eine anhaltende Torpedierung des Friedenskompromisses von Oslo folgte.“ (34)

Damit klar wird, wen er mit Torpedierung meint, erklärt er: „Die Wahl von Ehud Barak zum israelischen Ministerpräsident ist eine Absage an einen fundamentalistischen Thora-Staat. Dieser würde einem Schari’a - Staat bei den Muslimen entsprechen.“ (34)

„Fundamentalismus auf beiden Seiten“ (34) ist gerade das Zauberwort, mit dem infantile Konfliktforscher über den Gegenstand hinwegzutäuschen versuchen, dass diesem Konflikt ein mörderischer Antisemitismus mit Massenbasis auf Seiten der Palästinenser zugrunde liegt. Selbst die Fundamentalisten in Israel mögen zwar Geschlechtertrennung in Schwimmbädern fordern, hätten aber niemals Erfolg mit einer geschlechterspezifischen Rechtssprechung oder gar der Einführung von alttestamentarischen Halakah-Strafen wie der Steinigung von Häretikern oder Amputationen beim zufälligen Berühren des Geschlechtsteils des Bruders durch die Schwester, die zwei Streithähne trennen will.
Solche archaischen Regelungen sind in Scharia-Staaten bussiness as usual, abgesehen davon, dass selbst ein erfolgreicher jüdischer Ultrafundamentalismus allenfalls regionale Auswirkungen hätte, die Scharia aber als weltweites System droht.
Tibi lügt sich ganz einfach vornehm darum herum, den Islam selbst als Religion zu belangen und es nicht dabei zu belassen, eine simple Fundamentalismus = Moderne These zu verfolgen.

Abgesehen davon kommt er kaum ohne antiamerikanisches Ressentiment aus:
„Die Amerikaner und ihre kommerzialisierten Gerichte versuchten, in diesem wie in anderen Fällen Weltpolizei bzw. Weltjustiz zu spielen.“ (120). Weiter schwafelt er von einer Ideologie der Mac-Kultur. Diese sei ein zu kurz gedachtes Instrument, das mit der Einführung von Waren auf die Errichtung von Demokratie abziele. Als habe die US-Regierung ernsthaft den Sitz von Mac-Donalds und Coca Cola inne und verfolge mit diesen eine kulturell-politische Infiltrationsstrategie. Auch wenn dieses Demokratisierungskonzept von Tibi noch positiv gewertet würde, ist es einfach Sinnbild einer Verkehrung, wie sie nur zustande kommen kann, wenn man kritische Theorie gegen Postmoderne Fundamentalismusforschung eintauscht.

Seit 2000 hat Tibi allerdings einiges dazugelernt und ist immer zur Lektüre zu empfehlen:

Hamas-Wölfe im Schafspelz

2003 verbreitet er allerdings noch das Gerede von fehlender Tradition des Antisemitismus im Islam:
Der importierte Hass
8.7.06 12:54


Mehr zur "Psychopathologie des Islam"



Natascha Wilting bereitete in ihrem Beitrag „Psychopathologie des Islam“ (Bahamas 38) die These vor, dass eine spezifisch islamische Erziehungspraxis eine spezifisch islamische Pathologie begünstige. So soll die lange Säugungszeit (3-8 Jahre) für Jungen diesen im infantilen Glauben belassen, die Welt diene nur der Befriedigung seiner Interessen. Ungezügelte infantile Masturbation sei zudem der Grund für Allmachtsphantasie. „Da der Penis der Quell seiner Großartigkeit ist, darf der kleine Junge mit ihm spielen, wann immer es ihm beliebt.“ (Wilting). Der Kastrationskomplex bleibe aus und der Junge erscheine sich bereits ohne Konflikt als allmächtiger Vater.
Psychologie ersetzt nicht allein den Arzt und so bleibt Wilting uns die Frage schuldig, was das spezifisch Pathologische am Islam sei.

Das Vorrecht des männlichen Nachkommen ist auch in christlichen Gesellschaften ein allgemeines, in Bayern werden in gewissen Dörfern die Väter weiblichen Nachwuchses als „Büchsenmacher“ beschimpft und bekommen nachts eine Dosenkette ans Haus gehängt. In Indien besteht bereits ein eklatanter "Frauenmangel", weil Mädchen abgetrieben oder nach der Geburt ersäuft werden. Aus keiner dieser Gesellschaften kennt man allerdings die spezifisch islamische Psychopathologie.
Lange Säugungszeiten dürften weniger über islamische Katechismen festgelegt sein, die, hier stimme ich Wilting zu: durch ihre Regelungswut sehr deutliche anale Züge offenbaren, als vielmehr Relikt einer Produktionsweise, in der Säugung eine billige, nahrhafte und halbwegs sterile Ernährungsform ist.

Von den (nicht minder pathisch projizierenden) Shuar in Ecuador sind ebenfalls Säugungszeiten von bis zu 8 Jahren bekannt. Dass die jungen Männer hier auszogen, um über einen erbeuteten Schrumpfkopf phallische Macht und Unverwundbarkeit zu erlangen, dürfte aber eher mit einer permanenten Kastrationsdrohung zusammenhängen, die während der Säugung erfolgen muss. Obwohl das Kind das Objekt seiner Begierde erhält, wird ihm der weiterführende Trieb umso öfter versagt werden müssen, der ödipale Konflikt findet möglicherweise über einen längeren Zeitraum und virulenter statt. Er kann kaum beigelegt werden, weil das Objekt seiner Begierde ihm zum Teil gewährt wird, das Kind also kein vollständiges Ersatzobjekt benötigt und die Mutter gegen den Vater aufgibt. Wie so oft lässt sich also Psychoanalyse auch leicht ins Gegenteil des Vorgebrachten verkehren.

Zweifelsfrei gibt es aber ein Problem mit dem Kastrationskomplex im Islam. Auf der Beschneidung zu beharren, wäre billig und müßig, sie stellt laut Freud eher eine sublimierte Form des Menschenopfers, als wirklich Kastration dar. Die Beschneidung ist für den Vater ein entscheidendes Mittel der Triebabfuhr, er opfert nicht den ganzen Sohn, um die Mutter für sich zu gewinnen, also den Gott gnädig zu stimmen, sondern einen kleinen Teil. Fraglos hat eine kindliche Beschneidung Konsequenzen für die Psyche und den Kastrationskomplex des Kindes, aber kaum in dem Maße, dass von einer anderen Pathologie der Beschnittenen geredet werden könnte. Auch das Judentum und animistische Stämme beschneiden die Männer und haben doch gänzlich verschiedene kulturelle Praktiken. Aus der Beschneidung auf eine Psychopathologie des Islam zu schließen, hieße, diese auch konsequent auf das Judentum anzuwenden oder zumindest Differenzen zu erwähnen.

Völlig umnachtet sind Beschneidungsthesen wie die von Volkan in „Die Zeit“ 21/2006: Anzunehmen, die Beschneidung begünstige einen Ödipuskomplex, indem sie die Integration durch die Gesellschaft ritualisiere, zeugt von mangelndem Bewusstsein für die Bedeutung des Konflikts mit dem Repräsentanten ebendieser Gesellschaft, dem Vater. Dieser tritt in der Beschneidung nur als Statist auf, keinesfalls kann der Junge jedoch erfolgreich dagegen protestieren, er wird nicht trotz, sondern wegen der Beschneidung integriert. Beim klassischen Ödipuskomplex muss der Junge den notwendig langwierigen Weg der Leistungen gehen, um seinem Vater irgendwann ebenbürtig zu werden. Wohl keine Gesellschaft mit strengen Initiationsritualen kann auf einen sehr gelungenen Ödipuskomplex verweisen, dies herauszustellen dürfte Aufgabe der psychoanalytischen Praxis sein.

Wenn man die Schöpfungsgeschichte von Religionen als Abbild infantiler Entwicklungsprozesse liest, dann sind hier die Erklärungen für kulturell bedingte Formen des Kastrationskomplexes zu suchen.
Nahezu jedes Kind bekommt die jeweilige Schöpfungsgeschichte erzählt, und wird mit Sicherheit hier Antworten auf quälende Fragen suchen, also vorgefertigte Projektionsflächen und -formen seines Unbehagens mit dem Kastrationskomplex vorfinden. Wie viel über diese Analogien in der infantilen Psyche erfolgt, lehren Geschichten vom Struwelpeter und dem Daumenlutscher, von Märchen und Sagen, in denen Körperteile abschnitten werden, dass es nur so eine Art hat. Diese Geschichten drängen das Kind in eindeutige Interpretationsbahnen seiner infantilen Sexualtheorien und machen ihm die Kastration glaubhaft wie zu Freuds Zeiten die reale Kastrationsdrohung des Vaters.

Mohammed änderte die biblische Schöpfungsgeschichte an einigen folgenreichen Stellen ab. Kein Freudianer würde bestreiten, dass diese Abänderungen aus einem Unbehagen entspringen mussten, das die erstere Version hervorrief. Die Unterschiede sind:
- Die Engel müssen sich vor Adam verneigen. Iblis verweigert dies und wird bestraft, ist fortan der Satan.
- Der Teufel versucht Adam, nicht Eva zum Essen der verbotenen Frucht zu überreden.
- Die Frucht stammt vom Baum des ewigen Lebens, nicht vom Baum der Erkenntnis.
- Die Vertreibung ist keine des Zorns, es tritt unmittelbare Vergebung ein. Allah zürnt über Iblis, die Schlange, nicht so sehr über Adam, geschweige denn Eva. Versöhnt wird die Vertreibung durch mitgegebene Allmacht über das Exil.

Daraus ergeben sich Konsequenzen. Es ist nicht der Anblick des Geschlechts, der so sehr irritiert und zu intellektuellen Leistungen anregt (Erkenntnis von Gut und Böse), sondern die satanischen Verführungskräfte wirken direkt auf Adam. Geleugnet wird hier die mütterlich-weibliche Verführungskraft, sie darf nicht sein und muss daher eine satanische sein. Der Baum des Lebens erinnert an den Versuch, in einen vorgeburtlichen Zustand zurückzukehren, einen intrauterinen, in dem Leben und Versorgung ewig sei. Vergebung zeugt davon, dass der Ödipuskonflikt mit dem Vater nie geführt wurde, der Zorn des Vaters wird sofort abgelenkt auf die externalisierte Verführungskraft Iblis. Göttliches erscheint als Ungeschlechtliches:

Allah „zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden“ (112:3)
Er hat keinen Begriff, ist nicht der Namenlose des Judentums, dessen Begriff existiert (Ich bin, der ich bin), aber verboten und unmöglich ist, sondern ist vorbegrifflich, wird allenfalls mit Primärbegriffen wie Strafe und Milde, Nahrung und Labung umschrieben. Allah ist nicht der Vatergott, sondern Muttergott, die Rückkehr in oder zumindest an den Mutterleib, in einen vorgeschlechtlichen Zustand, in dem die Objektwelt eins ist mit dem Kind.
Dies bedingt den krassen Narzissmus, der in der Gemeinschaft ungekränkt sich reproduzieren kann, und dem jede Störung dieser alles durchdringenden mütterlichen, phallischen Kraft, als Anlass zur narzisstischen Wut dient.

Erzeugt wird die Reproduktion Mohammeds ureigenster Kastrationsängste und verdrängter homosexueller Regungen nicht durch einen bestimmten Ablauf des Kastrationskomplexes, schließlich ist Antisemitismus genauso wie der Islamismus kaum eine Folge von brutaler Kindheit oder zu langer Säugung. Bestimmend ist die Beeinflussung dieses, qua Kastrationskomplex für intellektuelle Erklärungsversuche geöffneten, infantilen Bewusstseins durch kulturelle Praktiken, wie sie Wilting in der nachlässigen Behandlung der weiblichen Kinder und der Bevorzugung der männlichen beschreibt, aber auch durch Theorien, wie die Schöpfungsgeschichte, Suren, Mythen und Märchen sie darstellen.

Nachtrag:
Zur Stillzeit findet sich im Koran z.B. Sure 2:232:
"Und die Mütter stillen ihre Kinder zwei volle Jahre. (Das gilt) für die, die das Stillen vollenden wollen. Und es obliegt dem, dem das Kind geboren wurde, für (die Mütter) ihre Nahrung und Kleidung auf gütige Weise Sorge zu tragen. Von keiner Seele soll etwas gefordert werden über das hinaus, was sie zu leisten vermag. Einer Mutter soll nicht wegen ihres Kindes Schaden zugefügt werden, und dem, dem das Kind geboren wurde, nicht wegen seines Kindes."
Zwei Jahre sind eine absolut "normale" Stillzeit.
3.7.06 19:29


Der Islam in der Gegenwart - der bpb neue Kleider



Bei der Bundeszentrale für politische Bildung tummeln sich Antizionisten und demzufolge Antisemiten zuhauf, nicht erst seit der Broschüre zum Propagandastreifen „Paradise now“.
Als „Standardwerk“ wird der 1064 Seiten starke bpb-Wälzer „Der Islam in der Gegenwart“ von Werner Ende/Udo Steinbach (Hrsg.) angepriesen, mit Erfolg, die 5. Auflage seit dem Erscheinen 2005 vergreift sich bereits. Die lückenhafte und vielfach gefärbte oder sogar falsche Darstellung komplexer Vorgänge bei gleichzeitigem Protzen mit islamischen Originalbegriffen und Differenz heischenden Gruppenbezeichnungen, das stete Vermeiden eines irgendwie gearteten Verunglimpfen von islamischen Heiligen oder gar der Verwendung des Wortes „Terror“ oder „Antisemitismus“ sind Programm für dieses Machwerk. Was Wunder, wenn man auf den 10 Seiten, die dem Islamismus in „Israel und die Besetzen Gebiete“ im wahrsten Sinne des Wortes gewidmet sind, nicht nur über alte deutsche Rechtschreibung (Erscheinungsjahr 2005!) sondern auch stets über die ganz altneue deutsche Denke stolpert.

„Großer Satan-kleiner Satan“ heißt hier auf pseudointellektuell: „Die Großmächte – bis zum Ende des zweiten Weltkrieges Großbritannien, dann zunehmend die USA – sind aktiv in diesen Konflikt involviert, in erster Linie, um durch Ausspielen der beiden Konfliktparteien gegeneinander die eigenen Interessen zu wahren.“ (Phillip, Thomas, S. 498)

Die Gründung Israels zu einem selbstständigen und souveränen Staat fällt aus dieser Geschichtsschreibung ebenso heraus wie die andere involvierte Großmacht, die Sowjetunion auf Seiten der Araber. Hinter dem Konflikt stehen also Akteure, die in den USA zu suchen sind, die zynisch Juden gegen Moslems ausspielen, um mit beträchtlichem Gewinn von dannen zu ziehen. Was für eine Analyse, man hätte sich ähnliches von Ahmadinedschads Website herunterladen können.
Konsequent wird dann durchgehend von „palästinensischem Widerstand“ (501, 507, u.a.m.) weitergefaselt, Pogrome werden zu „Unruhen“, und es wird in eins gesetzt, was das Zeug hält:

„Der spezifische nationale Kampf der Palästinenser hatte die Unterstützung der muslimischen Religionsgemeinschaft gefunden. Diese Verbindung zwischen säkularer Nationalbewegung und Religionsgemeinschaft war den Zionisten zum Teil schon 1929 gelungen, und zwar mit der Reorganisation der Zionistischen Weltorganisation und der Jüdischen Agentur (Jewish Agency).“ (500)

„Die Parallelität der Terminologie bei islamischen und israelischen radikal religiös-nationalen Gruppen ist nicht zu übersehen und entsteht auch ungefähr zur gleichen Zeit. In beiden Fällen geht es um das ganze Gebiet […] und es ist von der religiösen Bedeutung des Landes die Rede[…].“ (506)

Was schert ein Unterschied zwischen bürgerlich-sozialistisch-laizistischem Staat und einem islamistisch-feudal-tribal-faschistischem Muftitum, auch Ursachen verschwinden unter dem gewichtigen Argument der „gleichen Zeit“, genau wie Faschismus und Antifaschismus ja in der gleichen Zeit entstanden sind. Der Mufti Amin al-Husaini, weltbekannter Hardcorenazi und SS-Offizier, glänzt dabei als höchst gemäßigter Mann:

„Die Kontrolle über die daraus entstehende Radikalisierung verschiedener gesellschaftlicher und politischer Gruppierungen entglitt dem Mufti zunehmend.“ Folglich taucht der Mufti auch nicht weiter auf, aufgrund des Zusammenbruchs des „Aufstands“ 1936 „verlor die alte palästinensische Führung die Initiative und ihren Zusammenhalt.“ Möglicherweise lag das ein bisschen daran, dass die Muftibanden jegliche Gegner massakrierten und Nashashibies und co. dann doch lieber mit Briten und Juden kooperierten. Aber so genau will man es auf 1064 Seiten auch nicht ausführen, der Platz ist begrenzt, da muss man schon aufs Wesentliche zurückschneiden.

Der Jargon der Konfliktforschung wandelt weiter durch das Werk, es faselt von „islamistischen Lösungsversuchen“ der Hamas, von einem „durch den Islam auch legal gesichertem Verhältnis zu nichtmuslimischen, monotheistischen Minoritäten“, von einer „Sicht der Islamisten“, die natürlich nicht weiter kritisiert wird, es ist halt eine Sichtweise, was als paranoider, schizophrener Wahn zu Tage tritt. (506)
Hamas „postulierte“ (507) einen islamischen Staat, wie man in einer Zivilgesellschaft halt so postuliert, mal mit Säure, mal mit Schrot, schließlich hat man ein „Aktionsprogramm“, das „fast ausschließlich auf Sozial- und Gemeindearbeit ausgerichtet“ (507) ist, und ihre „ideologische Diskussion bleibt unverbindlich bzw. allgemein islamisch gehalten.“

Dazu gehört „kompromissloser, bewaffneter Kampf gegen die israelische Besatzungsmacht“ (507), der aber „im September 1995 aufgegeben“ (508) wurde. Die Vernunft hielt laut Philipp Einzug in die islamistischen Reihen, denn: „Selbst die islamistische Jihad-Gruppe ließ im Frühjahr 1995 verlauten, dass sie sich eine Aufhebung des bewaffneten Kampfes vorstellen könne, wenn Israel jedwede Aggression vermiede.“ (508). Zum „Pragmatiker“ gerät für den Autor folglich, wer sich „die endgültige Einstellung des bewaffneten Kampfes vorstellen“ könnte, falls „Israel sich hinter die Grenzen von 1967 zurückzöge“ (508).
Und als Hamas (wie immer) „im Gegenschlag“ Selbstmordattentate mit 56 Todesopfern durchführte, war für Phillip immer noch nicht „die Rückkehr zum bewaffneten Kampf […] endgültig beschlossen.“ (509). Nein, „besonders die Wahl Netanjahus […] und die von ihm betriebene Blockierung jeder weiteren Umsetzung der Osloer Versträge führten zu einem erneuten Nachdenken [SIC!!!] über den bewaffneten Kampf.“ (509)


Es ist natürlich das „brutale, provokative Vorgehen der israelischen Armee“ während der zweiten Intifada, das die Hamas regelrecht zwang zu einer „früheren Position“ zurückzukehren, „[…] nämlich den bewaffneten Kampf bis zur „Vernichtung Israels“ weiterzuführen“. (509). „Vernichtung Israels“ ist von Philipp in Anführungszeichen gesetzt, weil solcherlei Bekenntnisse ja irgendwie metaphorisch gemeint sein müssen. Mit sofortiger Wirkung setzt Philipp vorsichtshalber doch die Exkulpation nach, es könnte ja sein, dass an seinem Lieblingswohltätigkeitsclub trotz seiner interventionistischen Hagiographie ein Makel hängen geblieben sei: „Wichtig bleibt, dass die Hamas immer innerhalb eines Mindestkonsenses der Palästinenser zu bleiben bemüht war. Auch wenn sie die Autorität der PLO und Arafats nicht anerkannte, machte sie nie von dem Instrument anderer radikal-islamischer Gruppen, der Exkommunikation des Gegners, Gebrauch. Alle ihre politischen, programmatischen Formulierungen […] bezogen sich immer direkt auf ihre Deutung der palästinensischen Situation und nicht auf irgendwelche abstrakten Formulierungen über das Wesen des Islam.“ (509).

Die Hamas exkommuniziert also nicht, interessant. Exekutieren trifft den Kern wohl eher, Kollaborateure werden stante pede erschossen, Frauen verbrannt oder erwürgt und Andersdenkende auch sehr gerne ermordet. Alles keiner Rede wert für ein Standardwerk der bpb, was soll sich der Interessierte auch allzu genau auskennen, ein grobes Zerrbild der Realität tuts doch auch. Und wer wollte in der bpb schon einen kritischen Anruf Ahmadinedschads riskieren, gar den Blasphemieparagraphen oder Stoiber aufs Parkett rufen, gewiss wars allein die Angst vor dem berüchtigten Öl im Feuer der Islamistenwut, und nicht etwa noch Sympathie für Wahn und Antisemitismus.

Dessen Erwähnung bleibt im Werk auf 2 Sätze beschränkt, nämlich dass antisemitische Ausschreitungen irgendwie erst in den 40ern als Reaktion auf den Zionismus entstanden seien, „und zu einer relativ raschen Auswanderung eines Großteils der orientalischen Juden führten, obwohl die Ideologie des Zionismus den meisten von ihnen kaum bekannt war, geschweige denn die Motivation für die Auswanderung darstellte.“ (736) Selbst die orientalischen Juden wussten also, dass Zionismus irgendwie pfuibäh ist und komischerweise wandern sie dennoch vor ein paar „Ausschreitungen“ aus. Nicht wirklich konsistent, was da präsentiert wird, und unter allem wissenschaftlichem Niveau.

Über den Islam erfährt man mehr in Matthias Küntzels „Djihad und Judenhass“ auf 180 Seiten als in einem solchen Schundroman, der vorgibt, ein Geschichtsbuch ersetzen zu können. Zur Verbreitung von wissenschaftlich vertünchter Propaganda in Friedens- und Konfliktforschungsplanspielen eignet es sich hervorragend und wird daher leider wohl weiter neu aufgelegt. Wenn Antisemitismus einmal vom Staat subventioniert wird, dann kann es dem autoritären Charakter ja nur recht sein, und er wird sich sicherlich in zahllosen Zitaten über die Brutalität der israelischen Besatzung auslassen und den kompromisslosen Befreiungskampf der Hamas bewundern.

Die bpb darf auch was sagen

Matthias Küntzel "Epilog - Der Mufti und die Deutschen"
22.6.06 00:33


Sarkawi tot!



Den Mordbuben hats erwischt! Verraten und verkauft, hiphipp! Ein Grund zu feiern! Und die Nr. 2 auf der israelischen Fahnungsliste ist angeblich seit gestern auch exitus!


Ein Hoch auf Präzisionsraketen, F-16, die US-Armee und die IDF!

ntv
9.6.06 16:50


Die iranische Frauenbewegung und das islamistische Regime

Der folgende Text ist ein Vollzitat aus:
MEMRI Special Dispatch – 29. Mai 2006

"Die iranische Frauenbewegung und das islamistische Regime"

In einer Analyse der iranischen Frauenbewegung stellte die bekannte iranische Anwältin und Frauenrechtlerin Shadi Sadr vor einigen Wochen in der Zeitung Sharq verschiedene Strömungen der Bewegung vor und warnte vor deren Polarisierung (s. MEMRI Special Dispatch vom 7. 4. 2006).

Im Folgenden dokumentieren wir zum einen den Text der im Exil lebenden iranischen Frauenrechtlerin Monireh Kazemi. Erschienen ist er auf der Website Akhbar-Rooz (http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=2545). Kazemi betont darin, dass die iranische Frauenbewegung bereits seit über 20 Jahren gegen den Islamismus kämpft. Unter anderem kritisiert sie, dass auch in den Oppositionsbewegungen viele Männer die Interessen und Rechte von Frauen unter islamistischer Herrschaft nicht genügend im Blick hätten. Außerdem würden einige von ihnen sogar das Recht auf ein eigenes Atomprogramm des iranischen Regimes verteidigen. (Zu aktuellen Protesten von Studenten im Iran gegen das Atomprogramm s. http://memri.org/bin/latestnews.cgi?ID=SD117406.)

Anschließend dokumentieren wir einen in der reformislamistischen iranischen Zeitung Sharq erschienenen Beitrag, in dem sich die iranische Frauenrechtlerin Marsiyeh Mortasi Langrudi zu Problemen der iranischen Frauenbewegung äußert: Wie Kazemi weist auch sie daraufhin, dass die Frauen im Iran weiterhin gegen traditionelle Formen gesellschaftlicher Unterdrückung zu kämpfen haben. Für das Engagement der Frauen im Iran kommt sie aber zu einem anderen Schluss: Die Frauenbewegung sollte sich nicht am Kampf um die politische Macht beteiligen, sondern gegen herrschende gesellschaftliche Ungerechtigkeit aktiv werden.

Monireh Kazemi: ´Einige Männer verteidigen das Atomprogramm, schweigen aber über die Zwangsverschleierung´

„Seit dem 11. September 2001 ist die Welt mir einem Phänomen konfrontiert, dass wir iranischen Frauen schon seit 27 Jahren kennen: dem Islamismus.

Der politische Islam ist für uns Iraner kein neues Phänomen. Kleriker wie Scheich Nuri [1] und seine Zeitgenossen haben schon in der damals herrschenden Despotie gegen Menschen gekämpft, die sich für Freiheit einsetzten und sorgten dafür, dass sie getötet wurden. Schon damals gründeten die ersten iranischen Feministinnen Mädchenschulen und mussten sich gegen den Zorn der Islamisten wehren. [...]

Bereits in den 60er Jahren bezeichnete Khomeini das Wahlrecht für Frauen als ‚Prostitution’ und in den 70er Jahren steckten Islamisten das Kino ´Rex´ in Brand – über 400 Menschen kamen dabei ums Leben [2]. Kein Wunder also, dass die Frauen von Khomeini kurz nach der Machtergreifung 1979 – völlig zu Recht – als Feinde islamischer Regime dargestellt wurden. Die Islamisten behaupteten, dass der weibliche Körper ein Ort des Teufels sei und selbständige, freie Frauen seine Schülerinnen. Sie behaupteten, dass man Frauen gänzlich kontrollieren und die Gesellschaft islamisieren müsse, um Frauen handlungsunfähig zu machen. Es sollte auch nicht vergessen werden, wie viele Frauen in den Gefängnissen des klerikalen Regimes gefoltert und hingerichtet wurden. Mittlerweile werden Andersdenkende sogar im Ausland Opfer von Terroranschlägen. Das alles deutet auf eine Form des Islamismus als totalitärer Fundamentalismus hin, unter dem insbesondere Iraner zu leiden haben. [...]

Aber das iranische Regime leistet weiterhin auch Hilfe an arabische Islamisten und unterstützt totalitäre islamische Zentren und radikale Moscheen in Europa und den USA. Tatsächlich wird an solchen Orten Hass geschürt, wodurch zivilgesellschaftliche Entwicklungen gefährdet werden. Leider denken die westlichen Staaten meist nur an ihre kurzfristigen wirtschaftlichen Kapitalinteressen und teilweise unterstützen sie die Bewegungen des politischen Islam sogar. Indirekt tragen sie dadurch dazu bei, dass nicht nur reaktionäre Kräfte, sondern auch Rassismus, Antisemitismus und blinder Nationalismus gestärkt werden. [...]

Vor diesem Hintergrund könnte der Sieg über den islamischen Fundamentalismus im Iran ein großer Beitrag für Frieden, Freiheit, Demokratie, Emanzipation und Gerechtigkeit in der ganzen Welt bedeuten. Wir können davon ausgehen, dass der Islamismus enorm geschwächt wäre, wenn die Kette von Gewalt und Aggression an einer entscheidenden Stelle durchbrochen würde. So haben die iranischen Frauen heute eine besondere Botschaft, denn ihr Sieg über den Islamismus würde nicht nur den Kampf der Frauen für Demokratie, Freiheit, Emanzipation und Humanität in der Region, sondern weltweit unterstützen.

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben mir gezeigt, dass auch politisch aktive iranische Männer noch immer nicht sensibel genug für die Gefahr des politischen Islam sind und Gefangene ihres traditionellen patriarchalen Denkens bleiben. Auch aus diesem Grund sind sie weit von den Forderungen der Frauen in ihren Auseinandersetzungen mit der Islamischen Republik entfernt.

Die iranischen Männer haben nicht verstanden, dass die Abschaffung der Männerherrschaft auch die Männer befreien wird. Die iranischen Männer haben immer noch nicht begriffen, dass die Ideologie und die Strategien der Islamischen Republik die kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen des herrschenden Patriarchats bestimmen. Faktisch fällt es dem iranischen Mann sehr schwer, die patriarchalen Strukturen des Regimes zu kritisieren. [...]

So stehen wir Frauen in unserem Kampf gegen die Islamische Republik alleine da. [...] Wir erleben, wie manche Männer trotz langjähriger politischer Erfahrungen in die Falle von Ahmadinejad tappen und von einem selbstverständlichen Recht des reaktionären und totalitären Regimes auf das Atomprogramm sprechen. Dieselben Männer schweigen über die Zwangsverschleierung und das selbstverständliche Recht der Frauen auf freie Kleidungswahl [...]

Das ist einer der Gründe, warum wir Frauen im Iran und der islamischen Welt uns auf unsere eigenen Kräfte besinnen und in der ganzen Welt um Solidaridität gegen die islamischen totalitären Kräfte kämpfen müssen.“ [3]

Marsiyeh Langrudi: „Die Frauenbewegung muss sich eher gesellschaftlich als politisch engagieren“

„Seit langer Zeit fragen sich engagierte iranische Frauen, ob die Frauenbewegung das Ziel verfolgt, die ‚Gesetze zu reformieren’ und sich dabei als politische oder als soziale Bewegung definiert. Wenn die Frauenbewegung eine politische Bewegung ist, warum beschäftigt sie sich dann nicht mit Problemen der Macht, des Staates und der Regierung? [...] Soziale Bewegungen setzen sich dagegen mit Bürger- und Frauenrechten auseinander und verfolgen das Ziel, die rechtlichen Strukturen emanzipatorisch zu reformieren. Es ist bedauerlich, dass man seit einigen Jahren fast gar nicht mehr zwischen politischen und sozialen Bewegungen unterscheiden kann. Deswegen gerät auch die Frauenbewegung ständig in machtpolitische Streitereien.

Fest steht zunächst, dass es Männer sind, die in unserer patriarchalen Gesellschaft alle bevormunden und nur ihre eigenen Vorstellungen durchsetzen wollen. Hart gehen sie gegen jede Kritik an der Monopolisierung [der staatlichen Macht] vor und werfen den Kritikern vor, die herrschende Ordnung stören zu wollen. [...] So wird natürlich auch die Frauenbewegung als radikale Bewegung betrachtet und ihre Arbeit gestört.

Die Tatsache, dass allein das ‚Frausein´ schon politisch ist, hat mit dem engen Verständnis von Politik zu tun. [...] Dies ruft nicht nur in der Frauenbewegung Widerspruch hervor, sondern wird auch in den von Männern dominierten iranischen Parteien kritisiert. Ein derart enges Verständnis von Politik führt dazu, dass politisch aktive Menschen, denen es eigentlich gar nicht um die politische Macht geht, isoliert werden und automatisch zu Oppositionellen werden. [...] Die monopolisierte Macht benutzt diesen engen Begriff von Politik, um gesellschaftliche Forderungen abzuwehren. Auf diese Weise gerät auch die Frauenbewegung ungewollt in politische Konflikte, [...] was ihr am Ende nur schaden kann.

So werden die Frauen immer hoffnungsloser und verzweifelter, wenn sie feststellen, dass der Preis, den sie für die Bewegung zahlen, in keinem Verhältnis zu Ergebnissen und Nutzen ihrer Arbeit steht. Das führt dazu, dass die Frauenbewegung langfristig an Einfluss in der Gesellschaft verliert. Daher muss die iranische Frauenbewegung eine genaue Definition dafür liefern, was sie unter Politik und Macht versteht. [...]

Selbstverständlich sollte sich die Frauenbewegung auch mit dem Problem der ‚Macht’ auseinandersetzen. Aber wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass es auch traditionelle Formen von Ungleichheit, Gewalt und Ungerechtigkeit in der Gesellschaft gibt, die sich auf Familienstrukturen auswirken und unter denen auch Männer leiden. Die vom Staat monopolisierte Macht ist schließlich nur ein Teil von dem, was traditionell das Leben der iranischen Frauen beeinflusst. Es ist wie bei einem Eisberg, von dem man nur die Spitze sieht: Der Großteil des Machtproblems ist zutiefst in den Denkweisen und Lebensgewohnheiten der Iraner verankert und bestimmt ihr gesamtes Leben.

Vor diesem Hintergrund sollten sich die Frauen aus den raffinierten und schnelllebigen machtpolitischen Spielereien heraushalten. Vertreter verschiedener sozialer Bewegungen sind vielmehr zu der Erkenntnis gekommen, dass sie sich eher auf der Ebene der Gesellschaft betätigen müssen. [...] Während politische Bewegungen alles in Befürworter und Gegner der staatlichen Macht einteilen, fordert die Frauenbewegung die Einheit der Gesellschaft im Kampf gegen geschlechtsspezifische Diskriminierung und rechtliche Ungleichheit. Die iranische Frauenbewegung sitzt in einem fahrenden Zug und muss während der Fahrt auch noch die Schienen legen, damit der Zug ans Ziel kommt. Daher müssen die Frauen immer darauf achten, nicht zu entgleisen und die Grenzen der gesellschaftspolitischen Arbeit nicht zu verlassen. [...]“ [3]


[1] Scheich Nuri propagierte bereits während der konstitutionellen Revolution von 1905 eine islamische Verfassung.

[2] Am 19.8.1977 wurde das Kino in der südiranischen Stadt Abadan in Brand gesteckt, weil dort westliche Filme gezeigt wurden.

[3] Sharq, 16.5.2006
31.5.06 11:17


Geiseln im Iran

Wie memri in einem Newsletter mitteilt, werden in Iran Geiseln von Sunniten gefangen gehalten. Den Geiselnehmern geht es aber merkwürdigerweise nicht wie im Irak um einen Krieg gegen Kreuzfahrer und Juden, sondern angeblich um Gleichbehandlung und religiöse Freiheit, was immer man davon halten mag. Deutlich wird im Interview, wie in Iran Märtyrertum selbstverständlich ist, und dies selbstverständlich einschließen würde, auch einen nuklearen Gegenschlag in Kauf zu nehmen: schließlich ist der Tod für die Sache Allahs das Ziel und nicht das Mittel jedweden Handelns im islamischen Märtyrerkult.

Zitat aus dem Memri-newsletter:

Amir Harati: Am 16. März 2006. Ich war privat unterwegs und wurde in Tasuki verhaftet.

Roozonline: Welchen Beruf haben Sie?

Amir Harati: Ich bin seit 23 Jahren Offizier der Verkehrspolizei.
[...]

Roozonline: Wie geht es Ihnen jetzt?

Amir Harati: Mir geht es psychisch gut. Sie behandeln uns gut. [...] Aber wir wollen zu unseren Familien zurück. [...] Ich fordere von der iranischen Regierung, dass sie die Probleme unserer Brüder von ‚Jond´u´llah’ löst. Die sunnitischen Belutschen leiden seit Jahren grundlos in den iranischen Gefängnissen. Lasst diese Menschen zu ihren Familien zurückkehren, damit auch wir zu unseren Familien zurückkehren können. Einmal hatte ich die Gelegenheit [während meiner Geiselhaft] mit einem Majlessmitglied zu sprechen. Er versicherte mir, für mich zu beten. Verdammt noch mal, wir können doch selber den ganzen Tag für uns beten. [..]

Roozonline: Was halten Sie als Schiit von den Sunniten?

Amir Harati: Bei Gott, sie beten viel akkurater und pünktlicher als wir. [....]

Roozonline: Was wollen Sie uns noch mitteilen?

Amir Harati: Wir glauben doch alle an denselben Gott. Bitte erfüllen Sie die Wünsche unserer Brüder. [..] Stellen Sie sich doch mal vor, die Behörden haben hier angerufen und gesagt: ‚Tötet sie doch und macht Märtyrer aus ihnen.’ Warum tun sie so etwas?

Roozonline: Meinen Sie etwa, dass die Behörden von den Geiselnehmern fordern, Euch umzubringen?

Amir Harati: Ja, sie haben die Geiselnehmern aufgefordert, uns Geiseln zu töten. Dann haben sie behauptet, dass der Iran viele Märtyrer hat. Ist diese Vorgehensweise der Behörden menschlich?

Roozonline: Wollen Sie denn gerne auf diese Weise zum Märtyrer werden?

Amir Harati: Nein, auf keinen Fall. Nie, auf keinen Fall.
[...]

Roozonline: Wird man Sie töten, falls die Forderungen der Geiselnehmer nicht erfüllt werden.

Amir Harati: Ja, hundertprozentig. Sie sind dazu fest entschlossen. Das müssen die Behörden wissen. [..]
17.5.06 13:52


EU will unbedingt kuscheln und kuschen

Obwohl es vor zwei Jahren schon nicht geklappt hat, will die Eu dem Iran unbedingt Atomtechnologie aufdrängen.
Die Grünen haben also ihren Willen bekommen.

Sie wussten schon immer, dass Atomlieferungen der USA an andere Staaten die Friedensverhandlungen mit dem Iran blockieren. Umgekehrt ist da natürlich kein Grund zur Beunruhigung:
"Wir werden [Ahmadinedschad] die anspruchsvollste friedliche Nukleartechnik anbieten", sagte EU-Chefdiplomat Javier Solana am Montag in Brüssel.

Nur doof, dass der Iran immer noch nicht die anspruchsvollste friedliche Nukleartechnik will. Fast könnte man meinen, die Eu wollen einen nuklear bewaffneten Iran mehr als Ahmadinedschad selbst. Mit ein paar Reaktoren ist es Ahmadinedschad ein Leichtes, entweder eine schmutzige Bombe zu basteln, seine Raketen mit Atommüll zu bestücken, oder ein bisschen abzuzwacken und obendrein noch Hochtechnologie vom feinsten am besten für umsonst ins Haus geliefert zu bekommen. Dazu wird ihm, weil er so nett ist, gleich noch ein gigantisches Paket geschnürt, das ihm Herrschaftssicherung und Kooperation auf lange Zeit garantieren würde.
Die antiautoritäre Erziehung versagt merkwürdigerweise, obwohl das Kind mit Zuckerbrot überschüttet wird, mag es nicht wirklich was davon knabbern. Was Ahmadinedschad wirklich will ist man-power, und nicht nuclear-power. Und die erhält er nur durch einen Phallus, eine nukleare Waffe.
Ahmadinedschad hat beim Pokern vier Öl auf der Hand, was es nötig macht einen royal flush, die Einstimmigkeit im Sicherheitsrat, die coalition of willing zu einem raschen Militärschlag, zusammenzuklauben. Der Vorschlag der EU ist dementgegen an ausgemachter Blödheit kaum zu überbieten. Man will einen Euroiran, ohne Rücksicht auf Verluste.
Bleibt als letzte Hoffnung die USA und Israel. Deren Haushalt ohnehin marginale Reserven aufweisen dürfte.
16.5.06 11:12


Friedensachse Berlin-Wien-Teheran und warum die Deutschen Ahmadinedschad so gern haben....



Ahmadinedschad sei ein diplomatischer Trampel, ein Barbar, ein einfacher Bauerntölpel, der nicht wisse, was er tue und sage und den die Realpolitik schon zurechtschleifen werde. Tönten zumindest Orientinstitute wie Feullietonisten nach den ersten Drohungen Ahmadinedschads, Israel auszulöschen.

In seiner jüngsten Rede ist Ahmadinedschad aber nicht der Stereotyp der die Beherrschung verlierenden, in der Ethnologie als "Big man" bekannten Führerfigur, die den Wutausbruch a la Hitler oder Cruschtschow kultivierten und dies nicht als unwürdige Entgleisung sondern als identifikationsfähiges Verhalten fungierte, sondern er ist betont lässig, einer Pressekonferenz mit Dutzenden Mikrophonen angemessen, in einem eher intellektuellen Gestus jongliert er mit rhetorischen Fragen und treuherzigem Augenaufschlag.

Ahmadinedschad ist vor allem ein genialer Propagandist, der sehr genau weiß, was er wem und wann sagt. Nicht von Priestertrug soll hier die Rede sein, sondern davon, dass Ahmadinedschad die Spielregeln eines Antisemitismus ohne Antisemiten (Claußen) perfekt beherrscht und damit sich in Deutschland als äußerst anschlussfähig erweisen dürfte.

Alle folgenden Zitate sind aus dem Memrinewsletter vom 28. April 2006, der Übersetzung von Ahmadinedschads Rede:

„Ein Modell für alle Völker“

„Die Kultur des Krieges ist die Kultur von primitiven Menschen, die die Moral der Propheten nicht kennen. Sie haben im letzten Jahrhundert, in zwei Weltkriegen gut gekämpft und 60 Millionen Menschen haben in den Kriegen mit ihrem Leben bezahlt, aber warum sollen die Völker des Mittleren Ostens noch 60 Jahre später den Tribut dafür zahlen.“

Ein üblicher Trick, zunächst etwas Einsicht und Bildung markieren um sodann im Nebensatz die angebliche Gegenthese auseinanderzunehmen.

„Lasst die Juden in ihre Heimat zurückkehren“

Eine Forderung, die so manchem Europäer das Herz warm werden lässt. Man sehe sich das an, der Wolf hat sich in ein Philosemitlein gewandelt. Der zudem wie die Antisemiten vom Muslimmarkt den Antisemitismus zutiefst verabscheut und gute Ratschläge dagegen bei der Hand hat:

„Wegen Eures Antisemitismus mussten die Juden ihre Heimat verlassen und nach Palästina übersiedeln. Die Juden haben, wie alle Völker der Welt, das Recht in Freiheit und Sicherheit zu leben. Ihr müsst den Juden endlich erlauben, in ihre Heimat zurückzukehren. Ihr müsst endlich zulassen, dass Frieden und Sicherheit auf Grundlage von Gerechtigkeit aufgebaut wird. Ihr habt die Probleme geschaffen, als ihr die Juden nach Palästina transferiert habt, daher müsst ihr jetzt selber die Probleme lösen. Lasst doch endlich zu, dass die Palästinenser ihre Meinung frei äußern können.“

So schnell wird aus "lasst die Juden zurück" ein "Lasst die Palästinenser ihre Meinung frei äußern." Die dürfen die äußern und das tun sie, ihre Meinung heißt "Tod den Juden".

„Seht hin, wie das politische Klima in dieser Welt ist. Schaut euch an, wie diejenigen, die von Menschenrechten und Demokratie sprechen die Welt regieren wollen. Vor 60 Jahren gab es einen Krieg, in dem beide Seiten getötet haben, und 60 Millionen Menschen gestorben sind. Wenn wir in dieser Zeit über [die notwendige] Macht verfügt hätten, hätten wir soweit versucht, den Mord zu verhindern.

Nun sind 60 Jahre vergangen und das palästinensische Volk zahlt den Tribut für einen Krieg, in dem es keine Rolle gespielt hat. Heute zahlen auch Deutsche, die damals nicht gelebt haben, den Preis für diesen Krieg. Nehmen wir mal an, dass in Deutschland vor 60 Jahren eine Regierung geherrscht hat, die einen Krieg begonnen hat und dass Deutschland im Zuge dessen, Verbrechen begangen hat. Welche Schuld tragen die Deutschen von heute, die drei Generation nach dem Krieg geboren sind? Warum müssen die Deutschen immer noch die Prügelknaben sein? Die vermeintlichen Menschenrechtler sagen, dass Deutschland in der Welt keine eigenständige Rolle spielen sollte.

Man will den Deutschen immer wieder einreden, dass ihre Großväter Verbrecher waren. [...] Ähnlich verhält es sich mit dem österreichischen Volk. Wir verurteilen den Krieg.[...] Aber warum muss eine Generation, die heute geboren wird, als Schuldner auf die Welt kommen? Warum muss eine ganze Generation politisch, kulturell und wirtschaftlich belastet werden? Warum muss diese Generation immer noch Reparationen zahlen? Und an wen? An die paar Zionisten? Damit sie das palästinensische Volk unterdrücken?

Ich zweifle nicht daran, dass das große deutsche Volk ein solches Szenario nicht befürwortet. Was soll denn das? Vor 60 Jahren wurde der Krieg beendet und das Volk zahlt immer noch Reparationen dafür. Wir sagen, dass dies ungerecht ist. Wenn wir diskutieren, sprechen wir nicht von den Palästinensern, denn sie sind Muslime. Wir hegen auch große Sympathien für die Deutschen. Warum muss ein so kluges Volk historisch so erniedrigt werden? Deutschland muss eine herausragende Stellung in der Welt der Wissenschaft, der Kultur und der Politik einnehmen. Das deutsche Volk wird auch nach 60 Jahren immer noch von einer Handvoll Menschen unterdrückt.[...] Wir werden mit allen reden, außer mit dem Regime, welches Jerusalem besetzt.“

Da jubiliert der Stoiber im Antifaschisten, da tanzt der Schüssel auf dem Tisch. " Das deutsche Volk wird auch nach 60 Jahren immer noch von einer Handvoll Menschen unterdrückt", und hier wird auch klar, von wem. Das ist bauchpinslerischer Salonantisemitismus par excellence, in Iran hat Ahmadinedschad das kaum gelernt, er muss schon fleißig bei Linksruck oder der NPD gegoogelt haben. Auf der Klaviatur des deutschen Dünkels spielt er perfekt den Wagner.

Larijani, ein ähnliches Licht aus dem Iran spielt dazu die historische Harfe: „Ihr habt nach der islamischen Revolution das iranische Volk bestraft, da es die Diktatur abgeschafft hat. Ihr habt damals jegliche Zusammenarbeit mit uns abgebrochen und uns auch kein Brennmaterial mehr geliefert.

Der Schah verfolgte das Ziel 20 Reaktoren zu bauen, damit jährlich die Erzeugung von 20.000 Megawatt Stromenergie garantiert wird. Unter Henry Kissinger wurden in der Tat iranisch-amerikanische Verträge in Höhe von 6 Milliarden US-Dollar unterschrieben. Die Urananreicherung sollte jedoch in Europa erfolgen. In Folge eines iranisch-französischen Vertrages der am 27.6.1974 unterschrieben wurde, sollte dann sogar eine Urananreicherungsanlage für den Iran gebaut werden, hob Larijani hervor. (Dieser Absatz ist von Memri übernommen)

Und für alle linken Listen, Peacenicks und Friedensforscher sagt es Ali Larjani, Vorsitzender des nationalen Sicherheitsrates in Iran noch einmal mit aller Deutschlichkeit:

"Aufgrund Eures Drucks werden wir unsere Entscheidungen nicht ändern. Falls die Amerikaner militärischen Druck auf den Iran ausüben, werden wir uns gesamtes Atomprogramm heimlich fortsetzen. Unser Land ist sehr groß und ihr könnt nicht unser ganzes Land bombardieren. Ihr könnt sagen, dass der Iran infolge eines militärischen Angriffs großen Schaden erleiden wird, aber auch ihr werdet darunter leiden. Falls ihr eine solche Aktion plant, werdet ihr dafür den adäquaten Tribut zahlen.“

Als täte man das nicht jetzt schon...

Ahmadinejad hat bei einem Treffen mit dem sudanesischen Präsidenten, Omar Al- Bashir, darauf hingewiesen, dass „beide Staaten unter denselben verschwörerischen Aktionen der Hegemonialmacht zu leiden haben. [...] Für uns gehören die Sudanesen zur islamischen Umma und wir betrachten daher unseren eigenen Fortschritt auch als deren Fortschritt. […] Wir werden die territoriale Einheit des Sudans immer verteidigen. Diejenigen, die die islamische Umma in Frage stellen, müssen wissen, dass sie bald erleben werden, wie die gesamte islamische Umma auf ihre Verschwörungen reagieren wird.“
Ahmadinedschads Rede bei Memri

Ahmadinedschad zu stürzen dürfte verkniffelt schwer werden, je mehr sich Deutschland und die europäischen Pazifistenarmeen dagegen stemmen, ihn ernsthaft zu bedrohen. Schließlich sind es letztere, die das Regime stabilisieren, ihm die Porpaganda ebensogut liefern wie abkaufen, und ihrem Wahn in Massendemonstrationen gegen "den Krieg" im Allgemeinen ein Denkmal setzen.


Nachtrag:

Völlig offensichtlich ist die Strategie den Antisemitismus als euopäisches Problem zu markieren, und von den 800 000 verjagten und geflüchteten Juden aus der arabischen Welt ebenso zu schweigen wie von den Pogromen und der massiven Beteiligung islamistischer Täter an der nationalsozialistischen Ausrottungsstrategie.
Ein typisches Merkmal des Antisemitismus ohne Antisemiten, Antisemit ist höchstens der andere, sofern er bekennender Nazi ist.


Bildquelle
29.4.06 14:54


Antisemiten vom Muslim-Markt

Israelboykotte sind en vogue, ob Judith Butler, schwedische Botschafter oder Antisemiten vom Muslim-Markt, alle haben die gleichen Argumente. Na gut, letzter Satz stimmt nicht, Muslim-Markt hat die besten Argumente, warum islamische Nazis nicht bei Juden kaufen sollen. Zunächst aber das lustigste:

"Produkte, die ohnehin für Muslime verboten sind, wie z.B. Alkohol, Schweinefleisch, unzüchtige Magazine, Videos usw. und deren Hersteller, werden nicht gesondert erwähnt, da in diesen Fällen die Ablehnung zeitlos ist und daher nie aufgehoben werden kann."

Vorstadtpuritaner, die im Internet Propaganda schalten, sollen auf einmal die archaische Erfindung Video ablehnen? Ok, denkt sich der gewitzte Moslem, kaufe ich mir halt ne DVD, mit ordentlich Halal-Pornos drauf. Der weniger gewitzte Muslim lädt sich trotzdem auf dem islamischen Downloadbereich lustige Koranvideospiele herunter.

Weiter im Text,
Zitat Muslim-Markt :

""Israel" ist ein Pseudostaat, der auf geraubten und enteignetem Boden aufgebaut ist. Die Flüchtlinge dürfen auch 50 Jahre nach ihrer brutalen Vertreibung nicht in ihre Heimat zurück. Gleichzeitig übersät "Israel" die gesamte Region mit Terror und Schrecken. Die Palästinenser dürfen bis heute nur ein minderwertiges Dasein von zionistischen Gnaden fristen. Die Heiligen Stätten der Muslime werden immer wieder geschändet und die Schänder von den Zionisten gefeiert. "

Es fällt Antisemiten vom Muslimmarkt immer noch schwer, Israel anzuerkennen, merkwürdig, dass ein "Pseudostaat" wie Israel sehr viel besser funktioniert, als alle arabischen Despotien zusammen. Die Verkehrung ist seit je das Mittel der Antisemiten, kein Vorwurf ist lächerlich genug, um paranoiden Antisemiten vom Muslimmarkt nicht glaubhaft zu werden. Von geschändeten heiligen Stätten hat man zuletzt im Gazastreifen gehört, als dort der palästinensische Mob auf den brennenden Synagogen tanzte. Terror und Schrecken herrschen an Palästinas Universitäten und werden von Hamas und Co. verbreitet. Seis drum, der Antisemit kennt keine Wahrheit, schon gar nicht, wenn sie vom
Propheten kommt.

"Wer mehr zu den Gründen lesen möchte, warum wir jegliche "israelische" Waren ablehnen, der schaue unter "Palästina-Spezial". Es wird immer wieder ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich dieser Boykott nicht gegen die Religion des Judentums und ihrer Anhänger richtet sondern gegen das Apartheimsregime von "Israel" und dessen Unterstützter, die mitverantwortlich an der Unterdrückung sind."

Also doch das Judentum. Großzügig wie Antisemiten vom Muslimmarkt sind, lassen sie die Norman Finkelstein und zwei drei weitere antizonistische Juden leben.

"Fälschlicherweise wird zudem manchmal angenommen, dass es einen vergleichbaren Boykott staatlicherseits gar nicht gäbe und Muslime in dieser Hinsicht eine "extreme" Position einnehmen würden. Diese Annahme ist falsch! In der gesamten EU gilt eine Einfuhrbeschränkung für Güter, die "Israel" in den besetzten Gebieten hergestellt hat. Die Zollfreiheit bzw. Zollbegünstigung wird auf diese Waren nicht angewandt. Hingegen werden Produkte aus dem als "Israel" anerkannten Gebieten zollfrei in die EU eingeführt. Allerdings wird nicht einmal dieser Miniaturboykott von den Medien so gerne betont! "

Oha, islamische Nazis sind sich also mit der EU einig. Doch wie immer funkt die "jüdisch unterwanderte Presse" wie schon zu Adolfs Zeiten dazwischen. Da könnte man glatt in die Luft gehen, so als Antisemit vom Muslimmarkt...

"Nicht zuletzt wird darauf hingewiesen, dass im Internet ein halbes Jahrhundert nach den Verbrechen des Nazi-Regimes noch heute Listen aufgestellt werden mit Firmen, die damals die Verbrechen gestützt haben sollen. Wir wollen die Verbrechen unserer Zeit und deren Ächtung nicht unseren Enkeln überlassen!"

Ja, genau und deshalb wollen Antisemiten vom Muslimmarkt die antifaschistische Front gegen israelische Nazis zu bilden. Muslimmarkt, RAF, schwedische Außenminister, Adolf Hitler, wer erkennt schon den Unterschied.

"Bestimmte Mächte versuchen die gesamte islamische Widerstandsbewegung der Muslime gegen Unrecht auf Erden in das Feuer der globalen Zerstörung zu werfen. Die palästinensischen Geschwister verbrennen schon in den dafür angezündeten Fackeln. Das Volk im Irak, verhungert, das Volk in Afghanistan auch, das Volk im Sudan verhungert, die Völker in Pakistan, Bosnien werden unterdrückt, die gesamte arabische Welt brennt im Feuer von westlich gestützten Despoten, der Iran ist im Visier US-Amerikanischer Weltherrschaftspläne usw. usw. usw..... und alle westlichen Länder zündeln mehr oder weniger mit."

"Bestimme Mächte" sind von je her im antisemitischen Vokabular "Die Juden". Eine Apokalypse, ein "Holokaust" an braven Muslimen, entfacht von Zionisten und US-amerikanischer Weltherrscher, so malt sich ein Nazi vom Muslimmarkt die Weltpolitik seinem Wahn entsprechend zurecht. Islamische Terroristen, Vergewaltiger, Völkermörder werden schwupps zu unterdrückten Völkern. Psychiatrie könnte bei solcher schizophrener Paranoia helfen, leider sinds zu viele.

Für einen Spezialboykott müssen dann noch ein paar Fatwas her, mal angenommen ein Moslem könnte tatsächlich an den Worten eines Antisemiten vom Muslimmarkts zweifeln...

Unter diesen Spezialboykott fallen Produkte wie:

"Alle Kleidungsstücke, auf denen US-Amerikanische Sportunternehmen wie z.B. Chicago Bulls oder ähnliches aufgedruckt sind, Muslime sind keine Werbeflächen für Sportler, die sich für Bullen halten."

No comment. Der Anti-Raucher-Muslim hält sich ebenso an diese Weisungen wie er kein Antisemit sein will:

"Wer immer sämtliche Völkerrechtsverbrechen Israels mit dem Judentum zu rechtfertigen sucht oder darauf bezieht, ist offensichtlich ein Antisemit und muss geächtet werden."

Komisch, da dachte man immer, die Massaker im Sudan, die Enthauptung von Ungläubigen, die Ermordunge von Frauen würden im Namen Allahs vonstatten gehen und als Muslim hätte man sich darum Sorgen zu machen. Aus einer Polizeiaktion wird so ein Genozid, und aus dem Vernichtungswahn palästinensischer Freischärler Humanismus und Befreiungskampf.

"Wer immer behauptet, das Judentum sei keine Religion und auch ein Atheist können Jude sein, hat offensichtlich ein rassistisches Gedankengut und ist damit offensichtlich selbst ein Antisemit, und muss geächtet werden."

Klar, wer Jude ist bestimmt der Antisemit. Das "Muslim-Markt-Team" weiß aber auch, wer Antisemit ist:

"Antisemitismus bedeutet Unmenschlichkeit, aber der Missbrauch des Antisemitismusvorwurfs, um Verbrechen zu schützen, ist mindestens genau so unmenschlich!"

Der Vorwurf gerät gleich der Vernichtungspraxis von Nazis und islamischen Antisemiten.

"Das Judentum ist eine Religion. Der Zionismus ist eine politische Ideologie, der sicher nicht alle Juden folgen, aber auch Anhänger anderer Religionen angehören können!
Israel ist ein Apartheidstaat ohne Verfassung! Der Zionismus ist die Basis dieser Apartheid. Dabei sind sowohl Juden als auch Nichtjuden Vollstrecker jener Apartheid sowohl in der israelischen Armee als auch in anderen Positionen. Weltweit sind sowohl Juden als auch Nichtjuden in die Völkerrechtsverbrechen Israels verstrickt. Gleichzeitig gibt es weltweit (auch in Israel) viele Menschen jüdischen Glaubens, die sich sehr deutlich gegen jene Verbrechen stellen und der Apartheidstaat ablehnen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten bekämpfen!"

So schlau ist man schon. Ein Antisemitischer Aufruf gegen Antisemitismus , sowas wäre zum Lachen, wenn es nicht genau dem Wahn entsprechen würde, dem Krautrockhumanisten und NGOs genauso anhängen wie schwedische Botschafter, Judith Butler, Noam Chomsky und Islamofaschisten.

Die Frage ist, warum die GWG mit gerichtlichen Klagen wegen einer Karikatur zu rechnen hat, warum alle Naselang Menschen verklagt werden, weil sie Antisemiten als Antisemiten beschimpfen, warum aber jeder Depp Israel des Völkermordes bezichtigen, und mit Nazis vergleichen darf. Antworten dürfen im Kommentarbereich abgegeben werden.
7.4.06 13:09


Dialogue & Conquer

Dialogue & Conquer

Einander kennen? Wir müssten uns die Schädeldecken aufbrechen und die Gedanken einander aus den Gehirnfasern zerren.
(Danton in „Dantons Tod“, Georg Büchner)

Das Bedürfnis, zu reden, ohne etwas zu sagen, ist ein allgemeines im Land der Gemeinheiten. Anlässlich einiger hässlichen Ausschreitungen von narzisstisch gekränkten islamischen Frömmlern hat die Mehrheitsgesellschaft zu sich selbst gefunden und ist sich weitgehend einig: Nur mehr Islam hilft gegen Islamismus. Als hätte je eine höhere Klippe einen Selbstmord verhindert. Ins Heideggersche Raunen der Völker, die sich auf das ihnen je Eigene und Mitgegebene besännen, stimmt man berückt ein, und wähnt sich schon unterm Siegerkranze zwischen Eichen und Kreuzen.
Mit einem „Dialog der Kulturen“ will man einander helfen, achten, die Schwächen und Stärken aufzeigen, und gefällt sich noch in der Rolle des Analytikers, wo man offensichtlich längst Irrer unter Irren geworden ist und das Gespräch zum Small Talk der Kulturen ward.
Solcher Small Talk hat Regeln: Verletze niemanden, sag nichts Wahres und nichts Falsches, erfreue alle.
Was passiert, wenn sich derartige Gartenzaungespräche zu einem Podium zum Karikaturenkrieg aufplustern, sah man am 13.3.2006 in Marburg. Hatte schon die Form im Rathaussaal unter schlechten Gemälden den Hautgout eines Schildbürgerstreichs angenommen, war der Inhalt gänzlich einer Provinzposse nachempfunden.
Ein jeder packt seine Histörchen aus, einer war schon mal im Irak und hat mit Al Sadr gekuschelt, später ihn auch ganz kritisch beiseite genommen, eine andere führte „viele, viele, viele“ Gespräche mit türkischen Jugendlichen, die nach dem 11.9. zu „Hundert Prozent“ sich diskriminiert fühlen, wieder andere haben schon mal ein Buch gelesen und können das W in George W. Bush mit dem affektiert-belustigten Akzent eines Antiamerikaners sprechen. Ein ganz Wichtiger von der Muslim-Liga-Bonn hat einmal Karikaturen nebeneinander gelegt und festgestellt, dass ja eigentlich Nazikarikaturen den heutigen gleichen und Muslime die Juden von heute sind. Derselbe vergleicht Scharon mit Hitler, was niemandem auffällt oder stört, weil der Vergleich korrekt in zwei Sätze aufgeteilt wurde. Vor allem gibt es viel zu plappern über den Terror der Amerikaner im Irak, dass die Presse im Irak unter Saddam freier war als heute, und dass der Westen ja sein Scherflein zum Okzidentalismus der islamischen Welt beitrug und nun gefälligst auf ewig sein Kreuz in Form des islamistischen Terrors zu tragen hätte. Die Muslime, so habe man angeblich von Friedmann gelernt, müssten sich nur ebenfalls ein mächtiges Heer von Rechtsanwälten aufbauen und schon würden sie nicht mehr diskriminiert. Und selbst wo Kritik noch marginal stattfindet, schlägt sie in ihr Gegenteil um: „statt wie in arabischen Medien stets hinter jedem Baum einen Juden zu suchen“ müsse man, und man hofft, dass nun eine Aufzählung der ärgsten Missstände in islamischen Staaten folgt, aber Enttäuschung zuckt auf, man müsse „in diesem Fall Dänen suchen“ und so bleibt nichts mehr als eine dürre Larvenhaut der Kritik, aus der ihre monströse Verkehrung entschlüpfte.

Bullshittin’ ol’ News

Was da zusammenschießt, ist pathische Projektion par excellence. Grund zur Diskussion hätten die Pogrome an Christen in Nigeria, das millionenschwere Kopfgeld auf Karikaturisten, die Inhaftierung zahlreicher Journalisten in arabischen Staaten, die Schließung von Zeitungen, oder bereits die Morde an Theo van Gogh und Hatun Sürücü und die Fatwa gegen Salman Rushdie sein können. Statt dessen wird eine Jeremiade über den Hass gegen Muslime abgespult, ohne je ein Wort über den Hass der Islamisten zu verlieren. Man weiß mit der bloßen Namensnennung des aktuellen Weltteufels George W. Bush die Lacher auf seiner Seite und allseitige Akklamation segnet endgültig den gebetsmühlenhaften Antiamerikanismus ab, der dem des Islamismus gleichsieht.
Man insinuiert von Sprechverboten und platzt um so offener heraus: Die Juden in Israel sind’s, die schuld am Terror des Islamismus sind. Die jüdischen Rechtsanwälte sind’s, die Pressefreiheit unterdrücken und Springer, der „mächtigste Verlag in Deutschland“ wisse mit perfiden Mitteln wohl zu verhindern, dass seine Mitarbeitenden auch nur ein schlechtes Wort über Israel verlören. Den Muslimen, ja, denen habe man von je all diese irre Macht vorenthalten. Und Protest bleibt aus.
Wo sich 2/3 der braven Bürger antisemitisch gern auch Sonntags äußern, wo von NGO’s bis zu skandinavischen Ministern und britischen Universitäten Israelboykotte en vogue und pc sind, wo antisemitische Gewalt von Frankreich bis Russland grassiert, wo Antisemiten mit Friedensnobelpreisen ausgezeichnet werden, muss sich der Antisemit stets noch zum Opfer vermeintlicher Mächte aufblähen und platzt doch leider nie daran.
Vergeblich bleibt den Wahn mit Argumenten zu bekämpfen.

Brothers in Arms

Es gäbe genug, wogegen sich streiten ließe, aber sobald die Ehre der „ehemaligen Waffenbrüder“, wie eine Podiumsreferentin genug Geschichte im Kopf hat, um daraus nichts zu lernen, verletzt ist, solle Aufklärung über den wahren Islam stattfinden.
Verpflichtet wird zum Interesse an Kultur, wem diese nur das berechtigte Fürchten lehrte. Den Koran solle er lesen, und sich mit islamischer Theologie beschäftigen, danach aber gefälligst nie ein Sterbenswörtchen darüber zu verlieren, wie kurz der Weg von Koran, Heidegger und Luther zu „Mein Kampf“ von Adolf Hitler ist. Ebenso wie diese Frieden auf Erden wollten, ist der Koran ein Buch des Friedens. Der Zweck heiligt das Mittel, nämlich Krieg und Barbarei, und sakrosankte Friedhofsruhe breitet letztlich sich zum Wohlgefallen aller Überlebenden aus.

Sagt Hunnen! (Ernst Jandl)

Wegen ein paar mäandernden Arabesken auf Kuppelbauten meint man eine völlig andere Kultur vor sich zu haben und leugnet die Gemeinsamkeiten der deutschen Ideologie mit der von Islamisten und macht aus Epigonen Antipoden.
„Ich sprenge sie in die Luft, alle miteinander.“ sagt der Doktor in Büchners Woyzeck als er mit seinen wissenschaftlichen Experimenten seinen Patienten in den Wahnsinn treibt und seiner Zeit noch weiter voraus ist, als er selbst halluziniert.
Deutsche Ideologie, die man gemeinhin Kultur nennt, hat die Islamisten von je integriert, ihre Argumente sind die eines Alfred Rosenbergs oder eines Martin Heideggers nicht erst heute. Die Sympathie des deutschen kulturalistischen Nationalismus, der stets nur ein Plätzchen an der Sonne, Völkerrecht und Völkerverständigung wollte, gilt seit Kaiser Wilhelm bruchlos dem Islamismus. Über deutschen Kolonialbüros in Ostafrika wehte die grüne Fahne des Djihads, Hitler legte seine letzte Hoffnung auf den Islam, Nazis fanden über Ägypten in ganz Arabien Asyl und trieben dort ihr Unwesen weiter, und von Claudia Roth bis zur Muslim-Liga Bonn west der gleiche deutsche Geist der Toleranz gegenüber Vernichtungswahn und Pyromanie fort.

Return to castle Wolfenstein

Idiosynkratische Häme von links wirft den Kritikern solcher freaking habits noch vor, sie seien sich nun ja endlich einig mit Burschenschaften und Ausländerfeinden. Solcherlei Rancune hat nie jemals einen Funken Empathie für die Opfer des Islamismus verwendet. Sie fürchtet immer noch einen Völkermord an Muslimen, wo doch im Namen des Islam täglich aufs Neue die Shoah wahlweise gepriesen oder geleugnet wird und Massenmorde an Muslimen wie Nichtmuslimen von Islamisten begangen werden. Mit dem Antisemitismus der Islamisten findet sich ab, wer den Begriff der „Islamphobie“, von je Kampfvokabel der Islamisten, beschwört. Simple Ausländerfeindlichkeit und Rassismus wird mit berechtigter und begründeter Furcht vor weltweitem Terror gegen Andersdenkende, Frauen, Amerikaner und Juden in eins geworfen. Lieber schaut man zu, wie Journalisten aus Angst um ihr Leben untertauchen müssen, wie sich Presse europaweit selbst zensiert, relativiert jeden neuen islamisch begründeten Mord als Einzelfall von Verrückten, als dass man den Makel eines Kulturkritikers, oder seit Kultur den Begriff Rasse ersetzte: eines Rassisten, an sich haften sehen mag. Im Gestus der Entrechteten lässt sich mit einem Gleichsetzen von Migration, sozialer Deklassierung und Islamismus bequem Solidarität heischen, und es zollt kein Wort der Frage, warum aus katholischen Italienern nicht radikale Katholiken, aus animistischen Afrikanern nicht militante Animisten wurden, und nicht zuletzt, warum die einen Menschen vor Terror, Genitalverstümmelung und Zwangsehe aus islamischen Staaten fliehen und hier in der Regel kein Asyl und an manchen Orten bereits ähnliche Zustände finden, die anderen aber nach drei Generationen Deutschland sich für eine Radikalisierung ihrer Religion entscheiden.
Der Islam wird von denen rassifiziert, die den Islam allein als „Ausländerreligion“ denken können. Als wäre die dritte Generation nicht ebenso deutsch wie Steven Smyrek aus Detmold, als ließe sich aus sozialer Deklassierung das Recht auf Wahn ableiten.
Selbst Muslime, die Opfer des radikalen Islamismus sind, wollen dies oft nicht wahrhaben und projizieren die Ursache ihres Elends noch auf gänzlich unerreichbare Mächte, die USA und Israel. Handlungsfähigkeit wird damit bequem zum Opfer dieser vermeintlichen Übermacht stilisiert und so eint Affiliation und Affirmation der Regimes die Linke, die gemäßigten Muslime und die rechtschaffenen Apologeten des Terrors im „Dialog der Kulturen“. Wo Kultur zum Wert an sich wird, ist man gerne bereit, Individuen zu opfern, die dieser Doktrin sich sträuben, die Opfer von Baath und Islamismus werden zum vernachlässigbaren Überschuss eines cultural lag.
Das Ansinnen, über solcherlei Kultur, die stets zum Totalitären treibt, hinauszukommen, bleibt so desparat wie notwendig. Zwangsläufig wohnt dem inne, religiöse Gefühle zu verletzen und ganz und gar nicht dialogisch auf eine nette Antwort zu warten.

Ebenso, dass Kinder an gewissen Tagen einen Strohmann verbrennen, auch wenn dafür keine Erklärung gegeben würde, könnte uns beunruhigen. Seltsam, dass ein Mensch festlich von ihnen verbrannt werden sollte!
(L. Wittgenstein)


Want to send silly questions, annoying junk, three shells or a dead chicken? Mail to:
nichtidentisches@web.de
V.i.S.d.P.: A. Dörnchen, Heinestr. 1, 1789 Horkheim
31.3.06 07:58


[erste Seite] [eine Seite zurück]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung