Startseite
    Antiamerikanismus
    Antisemitismus
    Islamismus
    Verwaltete Welt
    Kulturindustrie
    Rassismus
    Aberglaube
    Kulturalismus
    Make a wish
  Über...
  Archiv
  African Islamism
  Gesammelte Werke
  Texte
  African witch-hunts
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Sofakunst
   Wikipedia
   Fremdwörter-Lexikon
   Marx-Engels-Werke
   Asia Times
   This is Zimbabwe
   
   Achse des Guten
   adf
   africa daily
   african studies quarterly
   african sun news
   aftershow
   against
   allafrica.com
   Antibürokratieteam
   Arabs for Israel
   Jaegerzaun
   Atlas Shrugs
   Bad Blog
   Bahamas
   What is witchcraft?
   Botschaft Israels
   ca ira Verlag
   unterdemstrich
   Camera
   classless
   ChinaDaily
   Die Jüdische
   Dissidenz
   Emma
   e pluribus unum
   Ex-Blond
   EYEontheUN
   FdoG
   Frontierpost Pakistan
   Fuchsbau
   Gripsiltis
   Haaretz.com
   Hadith Database
   honestly concerned
   Iranfocus
   iraqui bloggers central
   israel defence force
   Israel News Infolive
   Israpundit
   Ivison
   Jerusalem Post
   John Cox
   kaffe ohne sahne
   Karwan Baschi
   LittleGreenFootballs
   lizas welt
   maedchenblog
   Matthias Küntzel
   MEMRI
   Middle East Info
   myissue
   nada
   No Blood for Sauerkraut!
   planethop
   prodomo
   sandmonkey
   sozioproktologe
   spirit of entebbe
   starblog
   Telegehirn
   tous et rien
   ugly dresden
   unkultur
   WADI
   weapons of modern democracy
   western resistance
   Wind in the Wires

kostenloser Counter

Webnews



https://myblog.de/nichtidentisches

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Kulturindustrie

Galileo - kristalliner Positivismus

Die Fernsehserie Galileo soll den Zuschauer zwischen Simpsons und Primetime auf dem Sessel halten. Populärwissenschaftlicher Schwachsinn reiht sich da an überflüssiges Trivialwissen. Mittels äußerst fragwürdiger Experimente ohne Vergleichsgruppe, angemessene Versuchreihen und Doppelblindszenarien versucht man ein ums andere Mal so blödsinnigen Fragen auf den Grund zu gehen wie: "Kann eine Citroen-Ente an Fallschirmen heruntersegeln" und natürlich immer beliebt: Sind Frauen so oder Männer so.

Dabei wird Naivität zum Programm erhoben, der ungebildetste Zuschauer soll sich noch per Identifikation mit dem fragestellenden Moderator in seinem Elend einrichten dürfen. Ausgeschlossen wird analytischer Verstand und Logik, zwei Grundbedingungen für naturwissenschaftliches Verständnis. Was gewusst werden will, wird ausprobiert, das Kleinkind führt es vor und so schreitet man infantilisiert voran. Vorausdenkende Konstruktion ist verpönt. Alles scheint in Empirie aufzugehen. Noch das nutzloseste Experiment gilt als konsistente Beweisführung. Dem fragmentarischen Verstehen wissenschaftlicher Annäherung wird die ganze Wahrheit und die harten Fakten entgegengehalten. Anstatt sich also wirklich der Aufklärung zu widmen und professionelle Hilfe beim Verstehen naturwissenschaftlicher Prozesse zu liefern, schafft Galileo das Gegenteil: darüber hinwegzutäuschen, was aufgeklärte Wissenschaft ausmacht.

Wissenschaft, vom Verwertungsprozess getrieben, träumt von einem Besseren und versucht es in zahllosen Gedankenspielen und endlos langweiligen Versuchsreihen umzusetzen. Dazu müssen mitunter Tausende von Ratten auf stupide Art getötet, zahllose falsche Thesen durchdacht und widerlegt und massenweise wertvolles Material verschwendet werden. Manchmal kommt per Zufall ein anderer Nutzen heraus. Das Hinter-die-Kulissen-schauen zum Anfassen mit Lolly danach bei Galileo ist nichts als Kulisse, eine äußerst unansehnliche dazu. Es ist ein unappettitlicher Wunschtraum von simpler Weltanschauung zwischen 19:00 und 19:45.

7.8.07 19:51


Werbung


Die Philosophin

Orsina (höhnisch): Allerdings? -O des weisen Mannes, den man sagen lassen kann, was man will! -Gleichgültigkeit! Gleichgültigkeit an die Stelle der Liebe? - Das heißt, Nichts an die Stelle von Etwas. Denn lernen Sie, nachplauderndes Hofmännchen, lernen Sie von einem Weibe, daß Gleichgültigkeit ein leeres Wort, ein bloßer Schall ist, dem nichts, gar nichts entspricht. Gleichgültig ist die Seele nur gegen das, woran sie nicht denkt; nur gegen en Ding, das für sie kein Ding ist. Und nur gleichgültig für ein Ding, das kein Ding ist, -das ist so viel, als gar nicht gleichgültig. - Ist dir das zu hoch, Mensch?

Marinelli (vor sich hin): Oh weh! wie wahr ist es, was ich fürchete.

Orsina: Was murmeln sie da?

Marinelli: Lauter Bewunderung. -Und wem ist es nicht bekannt, gnädige Gräfin, daß sie eine Philosophin sind?

Orsina: Nicht wahr? -Ja, ja, ich bin eine. -Aber habe ich mir es itzt merken lassen, daß ich eine bin? -O pfui, wenn ich mir es habe merken lassen, und wenn ich mir es öfter habe merken lassen. Ist es wohl noch ein Wunder, daß mich der Prinz verachtet? Wie kann ein Mann ein Ding lieben, das ihm zum Trotze auch denken will? Ein Frauenzimmer, das denkt, ist ebenso ekel als ein Mann der sich schminkt. Lachen soll es, nichts als lachen, um immerdar den gestrengen Herrn der Schöpfung bei guter Laune zu erhalten. [...]

(Lessing, Emilia Galotti)

Eine der großartigsten Szenen der klassischen Literatur überhaupt und ein Zeugnis von Lessings tief empfundenem Einsatz für die Emanzipation der Individuen. Daneben scheint ein dialektischer Ansatz bereits hervor, der das Ding an sich nicht denken lässt und auf eine Vermittlung von Subjekt und Objekt beharrt.  

3.8.07 11:44


Die taz fällt ins Sommerloch - heraus kommt Bild ohne Farbe.

Am 18.7.2007 wollte die taz mal richtig auf die Kacke hauen und den Leuten die explizite Wahrheit "Vom trügerischen Reiz des Rugby-Bullen" verzapfen. Urs Wälterlin plaudert da wie Wagner aus dem Nähkästchen und man weiß sofort, wenn ein Autor "Immer wieder" verwendet, war er zu faul zum Recherchieren und projiziert seine randständige Erfahrung als Allgemeines, erhebt sich quasi zur Autorität in Sachen Lebensweisheit.
 
Das Objekt Wälterlins: Australische Rugby-Spieler. Die sind "120 Kilo schwer, haben Oberschenkel wie Baumstämme, kurz geschorene Haare und eine eingedrückte Nase." Widerliche Leute also, allesamt, aber schlimmer noch: "Und sie sind Objekt der Begierde - zumindest für gewisse deutsche Frauen."
 
Das gewisse deutsche Flittchen lässt sich also zur Rassenschande herab? Das empört den taz-Leser doch sehr am Frühstückstisch. Was man nicht sofort bemerkt: Der Nachtrag auf die lose deutsche Schlampe soll davon ablenken, dass eventuell beim Autor selbst ein Fünkchen Begierde mitwest und die homophobe Abspaltung bedingt.
 
"Immer wieder sehe ich dasselbe Szenario: Eine junge Deutsche kommt als Touristin nach Downunder und verliebt sich in einen dieser Hühnen."
 
Wälterlin hat also romantische Halluzinationen, die junge Deutsche fungiert dabei als Identifikationsfigur, wie in jedem guten Porno sowohl Mann als auch Frau als heimliche Projektionsfläche der bisexuellen Neigungen angeboten werden. Das Wort "Downunder" soll nochmal die Verkehrung betonen, die einer solchen quasi inzestiösen Verbindung innewohnt. Dass deutsche leichte Mädchen sich "Downunder", die sexuelle Konnotation des Wortes wird in Pornos ebenfalls reichlich genutzt, in australische "Rugby-Bullen" verlieben, stellt die Verhältnisse auf den Kopf, ist ja schon fast: Sodomie.
 
"Der Mann fürs Leben", sagt sie und setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um bleiben zu können. Ein halbes Jahr später reist sie fluchtartig wieder ab - mit dem Schwur, nie wieder einen Fuß in das Land der Barbaren setzen zu wollen."
Das Land der Barbaren ist Australien also, die Hölle wird dem deutschen Mann heiß gemacht, wenn die deutsche Frau dort partout bleiben will.
 
"Austauschstudentin Corina" wird zu dem anscheinend seuchenartig um sich greifenden ["gerade wieder musste ich eine solche Szene miterleben"] Phänomen befragt, weil Austauschstudentinnen sich mit dem Austausch von Körperflüssigkeiten und Sexualpartnern auskennen. Sie tut ihren Job als verdorbenes Paradeflittchen:
 
"Er ist ein richtiger Mann", antwortet sie. Diese Aussage muss den gefühlsbetonten, intellektuellen, kulturbewussten Mitteleuropäer tief treffen. Da kämpft der Europa-Softie Wochen lang vorsichtig um die Gunst der modernen Deutschen - und dann kommt so ein "Bulle" und erobert sie am ersten Abend."
 
Reflektiert Urs hier etwa sein Problem? Nein, die Ironie ist durchaus augenzwinkernd affirmativ. Sie drückt den Wunsch aus, selbst zu dem zu werden, was man dem Rugby-Spieler unterschiebt: sich einfach nehmen, was begehrt wird, die Frau will das schließlich so, sie hat es ja auch mit diesem schon an der Statur als Vergewaltiger erkennbaren Macho getrieben. Trotzdem liebäugelt Wälterlin damit, ein typischer Europa-Softie zu sein, kulturbewusst gar. Merkwürdig, dass zumindest ich drei Frauen kenne, die unter gewalttätigen deutschen Ehemännern leiden, dass hierzulande virtuell alle Mittfünfziger hoffnungslose Patriarchen sind, die allenfalls mal nett zu ihrer Frau sind, wenn sie die Angst vor der eigenen Unselbstständigkeit packt.
 
"Tatsächlich scheint es die rohe, primitive Art vieler australischer Rugbyspieler zu sein, die auch sonst wählerische Frauen fasziniert."
 
Diese Frauen soll einer verstehen. Einem Adonis wie Wälterlin wird hierzulande keine aufblasbare Gummipuppe "Urs" gewidmet, aber so einem kurzgeschorenen Affen mit eingedrückter Nase laufen sie hinterher wie eine läufige Hündin.
 
Dabei "vergeht keine Woche, in denen Zeitungen nicht über Verfehlungen von Spielern berichten. Fahren im Suff, Prügeleien, Drogen, Grapschereien, sexuelle Belästigungen."
 
Wenn das so ist, denkt sich Wälterlin, wird er gleich morgen mal ordentlich koksen, im VW-Polo cruisen gehen und alles angrabschen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Die wollen das doch so, denkt sich der beleidigte Wälterlin und fängt eine Schlägerei mit dem nächstbesten Fünftklässler an, der seinen Kaugummi nicht ausspucken will.
 
"Vor einem halben Jahr war dem halben Team von Profispielern aus Sidney vorgeworfen worden, eine Frau vergewaltigt zu haben - einer nach dem anderen."
Wälterlin verkneift sich gerade noch, die genauen Stellungen auszumalen, stellt sich wohl mental mit in die Reihe, um auch was abzubekommen, denn unerhörterweise: "Nach einiger Zeit wurden die Vorwürfe fallengelassen."
Da ist man sein Lebtag gut und redlich, und hat aber auch nix davon. Straffrei vergewaltigen, das geht in Australien, dem verbotenen Land der verbotenen Träume.
 
"Australische Clubs wenden ungeheure Mengen Geld für PR-Kampagnen auf, um das Bild von Rugbyspielern als "Helden" aufrecht zu erhalten. Denn Abermillionen von Sponsorengeldern stehen auf dem Spiel."
 
Wenn der deutsche Mann nicht weiter weiß in seiner Not, schimpft er auf das Geld, bevorzugt das in fremden Ländern.
"Psychologen" erklären mit Wälterlin das Phänomen: Gruppendruck, ein geringer Bildungsstand, Machokultur. Was Wälterlin akzeptieren kann, ist dass diese Menschen dumme Sexisten sind. Was er nicht akzeptieren kann, ist, dass die hübsche Austauschstudentin Corina, für die "schon das Aufschrauben einer Colaflasche für einen Mann ein Zeichen von Unterwürfigkeit" ist, sich trotzdem "mit Clark" einließ, "dem Rugbyspieler."
 
Clark hat wie alle australischen Rugbyspieler anscheinend pflichgemäß diverse Gruppenvergewaltigungen, Prügeleien, Drogenexzesse hinter sich. Kann ja gar nicht anders sein. Die Nutte Corina aber will Wälterlin nicht mal eine Colaflasche aufschrauben (früher sagte man: "einen von der Palme wedeln" oder ähnliches) aber mit Clark (schon der Name) bumsen, dass sich die Balken biegen. Skandal. Von der taz aufgedeckt. Einen Titelblattverweis wert! Etwa "Australischer Bulle vögelt Austauschstudentin. Skandal: Deutscher geht leer aus!" Ganz so explizit hat sich die taz nicht getraut. Das Original lautet:
 
"Rugby-Bullen. Immer wieder fallen deutsche Mädels auf die stämmigen Spieler in Australien herein. Warum das so ist: Seite 10."
Eine Moral für den Leser musste Wälterlin allein wegen des Titelverweises doch noch bringen:
 
"Nach langem Fragen wird klar: Es ist der Sex, der fasziniert."
 
Merkwürdig, antwortete sie doch in Spalte 1 schon unumwunden: "Er ist ein richtiger Mann." Wälterlin darf allerdings befriedigt von dannen ziehen:
 
"Doch auch die heißeste Nacht am Strand verliert schnell an Reiz, wenn man danach nur über turbogeladene Autos und saufende Kumpel sprechen kann - und Rugby. So ist auch Corina inzwischen wieder zurück in Berlin - verlobt mit einem Deutschen."
 
Anständig geworden ist sie nach dem Primitivling, statt Sexorgien also die Verlobung, deutsche Zucht und Ordnung, kultivierte Gespräche über das Weltklima, Fussball und die Dummheit der australischen Riesenlümmelträger mit ihren "turbogeladenen Autos", wo doch Wälterlin nur einen VW-Polo oder Ähnliches fährt.

31.7.07 10:28


Mob action - pure reaction.

„Was ist nur aus uns geworden. Wir haben das Wort Mob zu einem Schimpfwort gemacht.“ (Dr. Hibbert, The Simsons)

In gewissen linken Kreisen erfreut sich derzeit das trendige Label „Mob Action“ großer Beliebtheit. Gürtel, Hip-bags, T-Shirts, etc. füllen die Kleiderschränke der modebewussten Black-Block Schönheiten. Eine Antifa in Marburg gab sich schon vor längerem konsequent den Namen „Stressmob“.

Das Bedürfnis, den Verhältnissen auf den Leib zu rücken assoziiert sich dabei den Verhältnissen selbst bei, kopiert dessen innerste Gesetze und schmiegt sich mimetisch an das von ihnen erwartete an. Erwartet das Kapital die Vergleichbarkeit der Arbeit ohne Ansehen der individuellen Anstrengung, setzt es die Bürger als abstrakte Rechtssubjekte gleich, treten diese konformistischen Revoluzzer gegen das an, was sie noch an den Zwang im Gleichen erinnert: Das Besondere, die Besonnenheit des Individuums. Dagegen setzen sie wildes Geschrei, die Lust am chaotischen Zertrümmern, die nur sein kann, wenn gewiss ist, dass die Straße am nächsten Morgen für den öffentlichen Nahverkehr zum nächsten blitzesauberen Burger King wieder bereinigt wurde.

Man atmet lüstern den Rauch von Pogromen, den Blutgeruch der Barrikaden, die man von je lieber stürmte als verteidigte. Das Mobbing gesellt sich dem Mob rasch bei: Wer in der linken Szene auffällig wird, ist schnell als Un-pc geoutet und erhält mal hier Hausverbot, mal da feindselige Blicke. Die Zusammenrottung des Pöbels, stets bereit auf das nächste Zeichen von Schwäche loszuschlagen, gerät allein aufgrund des Hauchs von Bewegung in starren Verhältnissen zum Sympathieträger und offenbart dabei das Verharren in der Starre. Sich spröde zu machen gegen derartige Coolness, aufzubegehren gegen das nihilistische Aufbegehren, sich der Verweigerung von Individualität zu verweigern ist erste Grundübung auf dem Wege der Emanzipation.

30.7.07 19:32


Die Simpsons als Film: Zwischen Speerspitze der Aufklärung und Entertainment

Der neue Simpsons-Streifen ist genial. Mit Abzügen. Schöpfte die Serie vor allem aus der Kongenialität der running gags und Stereotypien, die erst im Gesamtkunstwerk Bedeutung erhalten, steht der Film vor der schwierigen Aufgabe, einerseits als monolithischer Block für sich selbst zu stehen und andererseits der Serie gerecht zu werden. Daraus erklärt sich die zentrale Rolle der Kernfamilie und das Aussparen von Randfiguren, die auf dem begrenzten Raum nicht weiter eingeführt werden können und darum nicht mal als Statisten auftauchen. Apu, Duffman, Krusty kommen in jedem Fall viel zu kurz. Springfield im Film ist primär die Familie Simpsons und der Mob Springfield. Sonst nichts.

Daneben wimmelt es von Ungereimtheiten, die nicht wie in einer Serie als Widersprüche bestehen bleiben, sondern lediglich Ratlosigkeit erzeugen. Wie erklärt sich Barts plötzliche romantisch-homoerotische Hinwendung an Ned Flanders? Wieso ist auf einmal Thema, was in den Serien gerade durch die konsequente Nichtthematisierung einen Witz entfaltete: das Würgen Barts?

An solchen Stellen versucht der Film Antworten auf Fragen der Serie zu geben, denen sich die Serie verweigern würde und dürfte. Der Zwang, ein konsistentes Produkt abzuliefern steht gegen die Versuchung der surrealistischen Revolte, der Doppelreflexion auf den Zuschauer, die teilweise angdeutet ist: "Ihr Hohlköpfe zahlt für etwas, was ihr umsonst haben könntet!" oder "Ich darf diesen Film nicht illegal downloaden."

An einigen Stellen verrät der Film dann doch etwas subtiler Wahrheiten aus der Serie über die Serie. Wenn Homer zum Beispiel zu Beginn auf Neds Ankündigung eines Bekenntnisses in der Kirche die Finger kreuzt und "bitte schwul, schwul, schwul" murmelt, offenbart er nicht nur den Wunsch nach einem homophoben Gelächter sondern auch sein innerstes Interesse: Homer wünscht sich Ned Flanders schwul, um daran teil zu haben. Aus dieser verdrängten Homosexualität heraus erklärt sich auch die Hassliebe zu Flanders, das ständige fetischistische Behalten von Gegenständen auf der einen und das stete Abwehren von Flanders nur zu oft als erotisch dargestellter körperlicher Präsenz.

Dass Homer homosexuelle Seiten hat, ist kein Geheimnis. Dass dadurch seine Beziehung zu Flanders erklärt wird, ist meines Erachtens Absicht des ohnehin psychoanalytisch aufgeladenen Films. Maggies Flucht durch das Loch beispielsweise ist eine eindeutige Geburtsszene, die Maggie, die Unerwünschte, der Unfall, der auf Autonomie angewiesen ist, um nicht unterzugehen, so oft als möglich nachspielt und darauf aufmerksam macht: Indem sie sich Marge zeigt und an einer zweiten Stelle, als sie im Baumhaus die Simpsons darauf aufmerksam macht, dass sie durch das Loch fliehen kann, ergo geboren worden ist.

Homers sodomitische Hinwendung zum Schwein ist nicht nur nicht koscher, sondern offenbart auch sein Verhältnis zu sich selbst. Er selbst liebt das Schwein in ihm, das Marge bekämpft, aber doch auch lustig findet: "Du hast gekichert, ich darf es behalten!" Von zentraler Bedeutung ist der Satz: "Ihr dürft es nicht schlachten, es hat eine Mütze auf." Der im Fleischkonsum aufscheinende Kannibalismus wird durch Insignien der Menschlichkeit aufgereizt und allein Homer stellt sich diesem Kannibalismus am Menschlichen im Tier entgegen, wo er sonst noch alles in oraler Gier verschlingt. (Wir wissen übrigens, dass seine Mutter ihn verlassen hat). Die Identität von Homer und dem Schwein wird in der Siloszene bekräftigt, als Homer betont, er habe mitgeholfen es zu füllen. Homer ist ein Schwein mit Mütze, ein triebgesteuertes Tier mit einem tanzenden Äffchen im Gehirn, und genug Restzivilisation, um ihn als wahren Menschen erkennbar zu machen. Diese Restzivilisation, das Silo, das seine Exkremente einkerkert, droht überzulaufen und muss entsorgt werden: Als Triebabfuhr. Der Phallus, das kotgefüllte Silo, wird in einem inzestiösen Akt im See, dem Muttersymbol im Traume, versenkt. Aus dieser Verbindung entspringt als Kastrationsdrohung ein Totenkopfsymbol und später ein Monster, das Eichhörnchen mit den vielen Augen, Quell der Kuppel.
Homers erotische Fixierung auf das ihm äußerliche Schwein ist nur ein fasziniert narzisstisches in den Spiegel blicken: Durch den Kuss allerdings würde er wie Narziß sterben, er bedarf Marge als stets korrigierendem Realitätsprinzip: Marge macht die Mütze seines Schweines aus, und sobald er Marge, also seine Mütze, verliert, wird er von Eisbären und Schlittenhunden angefallen, steht als Tier anderen Tieren zum Fraß bereit. Und sobald er Marges Rat, bzw. Marges Kastrationsdrohung nicht Folge leistet und trotzdem seinen Trieben Abfuhr bietet, rächt sich ein religiös-naturhafter Zusammenhang an ihm. Er wird wie das Schwein zum Gejagten.

Kernthema des Filmes ist der totalitäre Umschlag der Ökologiebewegung. Von Lisas Grassroot-Movement zu der totalitären Aktion mit der Kuppel ist es im Film nur ein kleiner Schritt. Das Eigentinteresse am Umweltschutz ist kein irgend vermittelbares, Green Day hat das schlichte Interesse, nicht unterzugehen, was ignoriert wird. Der grüne Tag geht schmalzigen Violinenklängen folgend unter. Der Angriff aufs Private, den die Umweltbewegung leistet, wird, sobald an den Staat überantwortet, zum entgrenzten Wahn, zur religiös aufgeladenen Katastrophe. Wo Lisa das Unmögliche einfordert, Verzicht und Ordnung, wird durch die Kuppel das hedonistische Moment, Springfield, aus den USA gleichsam verdrängt. Ohne dieses hedonistische kann aber weder Springfield noch die USA bestehen, und Homer als Hypostasierung des hedonistischen Prinzips ist der einzige Retter, der die Trennung zwischen Springfield und den Schwarzeneggerschen USA aufheben kann. Die Versöhnung bleibt außen vor, Maggie eliminiert den wahnhaft totalitären Anspruch, die infantile Vernunft, narzisstische Projektion, obsiegt über das notwendig wahnsinnige Produkt objektiver und widersprüchlicher Zwänge.
Der "Unfall" war doch zu etwas gut, Maggie als das Nichtidentische, das keinen Begriff hat, kein Wort sagen kann, erweist sich als notwendig, weil als einziges außerhalb der Zwänge stehend: Maggie ist die einzige, die aus der Kuppel herauskommt. Tief zu graben kommt niemandem in den Sinn, denn das hieße kreativ Analyse zu betreiben statt Interpretation, für die Marge steht: Marge deutelt und gewinnt Befriedigung aus dem Eintreffen der Zeichen, kann aber nichts unternehmen, weil sie sich taub macht gegenüber den Verhältnissen und nicht aufbegehrt. Lisa betet Wissen nach, ist aber ebenfalls nicht in der Lage, es so zu verknüpfen, dass ihr die gesellschaftlichen Mechanismen aufgeschlossen werden und sie Zugang erhält: Ihre Hinwendung ist erotischer Natur und Suche nach Aufmerksamkeit. Allein Maggie und Homer stehen im Teamwork zur Versöhnung an: Vernunft und Lustprinzip, erwachsene Infantilität in Mannssstärke und infantile Autonomie.

In der narzisstische Isolation kann Homer nur schwelgen, solange er ein gesellschaftliches Individuum bleibt, in der diese Isolation sich auf etwas anderes bezieht, gegen etwas revoltiert. Wird die Isolation praktisch und real, offenbart sich die Abhängigkeit. Jeder Mensch ist nur durch einen anderen: Das ist der afrikanische Ubuntu-Humanismus, dessen negative Wendung laut Adam Ashforth in Bezug auf den Hexenglauben ist: Weil ich nur durch andere bin, habe ich von diesen auch das meiste zu befürchten, weil ich dann durch andere auch nicht mehr bin. Diese Negativität wird augenfällig, als der Mob Homer lynchen will und als andere Möglichkeit in der unlusterzeugenden Isolation in Alaska nach Abzug der Restfamilie.

Springfield ist nicht zur Revolution in der Lage. Tritt ihm ein äußerer Reiz gegenüber, sucht es den Auslöser, aber nicht die Ursache. Es kann Aggression nur nach innen wenden, einen gewaltförmigen Ausschluss erzeugen. Wo alle an der Verschmutzung des Sees mitgewirkt haben, ist Homers Schwein das, was den Hass auf sich zieht. Die faschistoiden Zombies können nur gegen Mauern anrennen und auf Reize reagieren, analysieren können sie nicht und darum kommen sie auch nicht auf die Idee zu graben. Daher ist Ned Flanders auch keine Alternative zu Homer, denn im Kleinen ist er grausamer als Homer je zu Bart. Wenn er zu Todd (?) sagt, er habe die Haare des Teufels, ist das eine furchtbarere Rache für den Wunsch Todds nach einem abenteuerlicheren Vater.

Ein letztes Aufflackern des interpretierenden Fragments wendet sich hiermit auf eine zentrale Szene: Homer peitscht die Hunde: "Rennt, Rennt, Springt, Springt, Rastet, Rastet." Das ist das kapitalistische Prinzip par Excellence, das selbst die Rast, das Ausruhen unter dem Zwang der Peitsche zur Unlust wendet. Wollüstig kann sich daher der Zuschauer in den Hunden identifizieren, sobald sie auf den peitschenschwingenden Homer losgehen und Rache üben.

Wenn nun Maggie im Abspann doch ein Wort sagt, ist das erstmal kitschig und unnötig. Das Versprechen auf eine Fortsetzung ist im Film allerdings schon einmal aufgetreten, um dem nicht eine Bedeutung zuzumessen. Die Fortsetzung verweist auf die mangelnde Versöhnung: Der Konflikt geht weiter, die Geschichte wird sich als Farce der Farce wiederholen, weil ihre objektiven Bedingungen nicht bewältigt sind.

Nachtrag:

Keinesfalls geht es in dem Simpsons-Film noch mir darum, die Ökologiebewegung, verkörpert in Lisa und ihrem perfekten Lover, mit der totalisierenden Tendenz gleichzusetzen. Lisa fürchtet nicht die Katastrophe, die Marge aus den Zungen von Abe lesen will, und die der wahnsinnige Beamte entfacht. Das Zuschlagen der Türen zeugt von Abwehr, die eine zwiespältige ist, denn einerseits folgt sie dem hedonistischen Prinzip, andererseits lassen sich darin bereits typische Elemente der Entsolidarisierung und des Desinteresses bemerken, wie sie für die Faschisierung des Bürgertums maßgeblich sind. Was Lisa macht, ist Zahlen nachbeten und damit ein Wissen zur Schau zu stellen, das den Leuten ihre Beschränktheit vor Augen führt. Der Affront gegen Lisa ist ein antiintellektualistischer. Lisa dagegen macht sich taub gegen Psychologie. Erst der autoritäre Eingriff des Bürgermeisters kanalisiert die Abwehr in Rationalisierung und organisiertes Handeln. Das dann nicht frei von pathischen Projektionen ist, ein Tabu wird aufgerichtet, Homer verletzt es und setzt die Rache eines schicksalhaften Zusammenhangs in Gang.

Ein Kritikpunkt meinerseits ist die nachlässige Verwendung des Gaswagens. Wer um den einstigen Verwendungszweck ähnlicher Wagen weiß, hätte solches nicht mal eben als lustig-spannendes Mittel eingefügt.

28.7.07 10:57


Tom Stauffenberg - oder warum sollte eigentlich kein Scientologe am Film mitwirken.

Tom Cruise, dauergrinsender Beau und Actionheld, hat für "Valkyrie" die Hauptrolle erhalten. Die Empörung ist groß: Tom Cruise ist (missionierender) Scientologe, als solcher dürfe er den deutschen Volkshelden nicht spielen, weil in Deutschland Privates und Politisches nicht getrennt wird.

Der Verdacht liegt nahe, dass es hier nicht um eine Kritik an Scientology geht, sondern um ein verzerrtes Bild von Stauffenberg auf der einen und der Kulturindustrie auf der anderen.

Die erste Frage ist: Wenn ein Deutscher (Bruno Ganz) eine Hitler-Hagiographie gespielt hat, warum soll dann nicht ein Scientologe eine Stauffenberg-Hagiographie spielen? Sollte der Film wider Erwarten gut und kritisch sein, ist nichts dagegen einzuwenden, dass ein Mensch mit allseits bekanntem Spleen diese Kritik vorträgt. Da er es nicht sein wird, sondern sich in die hinlänglich bekannten, mit ein paar "abschreckenden" Angstlust-Bildern gewürzten Nazi-Schmonzetten einreihen wird, ist die Diskussion hinfällig, denn warum sollte man für eine solche Rolle einen anständigen Menschen korrumpieren, wenn es doch Menschen wie Tom Cruise gibt.

Der Protest ist primär einer, der um die Integrität eines weiteren Persilscheins für Deutschland fürchtet. Wo man den Untergang ernsthaft in die Klassenzimmer holen will, stört ein Scientologe, ein amerikanischer zudem, den Rosenkranz der Aufarbeitung. Dass ein Deutscher die Rolle nicht bekam, sondern eine amerikanische Heuschrecke wie Tom Cruise ist das eigentliche Problem:

"Er habe nichts gegen Cruise, sagte Kretschmann weiter. "Aber er ist der Inbegriff des modernen amerikanischen Actionkinos. Wenn ich mir den in deutscher Uniform mit Augenklappe vorstelle, finde ich das eher lächerlich."

Es geht also um Authentizität: deutsches Kino mit deutschen Themen und deutschen Darstellern für ein deutsches Publikum. Der betriebene Stauffenberg-Kult in Deutschland ist nicht Objekt der Kritik. Dass ein Nazi einen Nazi ausschalten wollte, und Rackets gegen Rackets kämpften macht noch keinen antifaschistischen Widerstand. Stauffenberg war am Vernichtungfeldzug ideologisch wie militärisch beteiligt.

„Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun.“

Claus Schenk Graf von Stauffenberg in einem Brief an seine Frau Nina aus dem besetzten Polen

Dass einem derart denkenden erwachsenen Menschen auf einmal in den Sinn kommt, er habe 4 Jahre lang einen ungerechten Krieg geführt, ist unglaubwürdig. Stauffenberg wollte mit dem Tode Hitlers den Krieg gewinnen, und wenn das bedeutete ihn zu beenden. Im Juli 1944 war der Krieg verloren und ein Großteil des europäischen Judentums vernichtet. Die Vernichtungsmaschinerie Auschwitz lief noch ein halbes Jahr weiter. Zu lange, als dass man nicht auch einen Frieden mit einem Stauffenberg-Regime in Erwägung hätte ziehen müssen. Darum geht es dem Stauffenberg-Kult nicht. Juden spielen keine Rolle bei der Glorifizierung. Es interessiert das Ansehen Deutschlands. Sonst nichts.

Kulturindustrie wird in Deutschland, wo DDR-Fernsehen und Volksempfänger zu lange wirkten, immer noch primär volkspädagogisch missverstanden. Die Vergangenheit wird als Volkseigentum betrachtet, die somit auch nur im Namen des Volkes besprochen werden dürfe. Politisches und Privates wird nicht mehr getrennt, das heißt, nur dann, wenn ein Volksheld wie Günter Grass ernsthaft zur moralischen Kasse gebeten werden müsste.

Valkyrie wird primär Entertainment. Wer Aufarbeitung der Vergangenheit will, muss sich mit ernsthaften Dokumentarfilmen und Büchern aufhalten. Wer schon akzeptiert hat, dass der nationalsozialistische Vernichtungskrieg durch die kulturindustrielle Bearbeitung Angstlust und Spannung erzeugen, und überdies Millionen in die Kassen deutscher Filmunternehmen spülen sollen, macht sich mit der Klage über die reaktionäre Gesinnung eines Hauptdarstellers lächerlich.

24.7.07 12:21


Die Kulturindustrie frisst ihre Kinder

"PLO-Tuch Schwarz-Weiß Totenkopf" - Blondschopf mit SS-Insignien, ganz legal.
 
Was der Gripsiltis in einem Marburger Karstadt entdeckte, nämlich Araberschals als ältesten neuesten Modetrend, scheint so richtig zu brummen. In der Fernsehserie "Das Model und der Freak " werden abgetakelte Shy Guys so aufgebrezelt, dass sie konform genug gehen, um das eine oder andere Betthupferl abzustauben. Stefan ["hatte erst eine Freundin"] erfuhr eine ganz besondere Kur: Neben Rasur und Hypnose bekam er ein Date verpasst, zu dem er, man ahnt es schon, mit kleinkariertem Palilappen um den Hals erscheinen musste.
 
Wie schlimm ist es denn nun, wenn die urlinke Krawatte von Nigel Kennedy bis Karstadt zum hippen Trend wird? Man könnte aus Erfahrung behaupten, dass die Kulturindustrie noch jeden Dreck aufsaugte, ihm das pseudorevolutionär/konformistische Potential auslutschte und anschließend wieder ausspuckte. So war es mit Beethoven, Punk und Rotwein. Die Linke scheint jedoch gegen die entstehenden Unlusterscheinungen bei solchen Vereinnahmungen immun. Che Guevara beispielsweise erfreut sich ungebrochener Beliebtheit, der Schattenriss wirkt selbst auf einer roten Limousine noch authentisch. Dass Palästinaliebe und Judenfeindschaft von je konform waren, hat die Linke ebenfalls nie gestört. Die Liberalen allerdings auch herzlich wenig.
 
Das von Erfahrung abgeschnittene Ticket setzt sich durch, gerade die Ferne des Subjekts ermöglicht es, Nähe zu behaupten und solche Projektion als Solidarität mit irgendwelchen Menschen zu verkaufen. Dass dabei das widermenschliche Prinzip wie so oft Juden sind stört einen anständigen deutschen Kaufhauskonzern so wenig, wie einen Stargeiger oder eben den um Aufmerksamkeit und Chic verzweifelnden "Freak".
20.7.07 16:01


ICH WILL IHN JETZT SCHON SEHEN!

SOFORT! UNVERMITTELT! UNSYNCHRONISIERT!

Wen?

Na den!

Das am sehnsüchtigsten erwartete Follow-up aller Zeiten!



"Sly ain't gettin older ,he's gettin better !"

"God would have mercy.John Rambo won't."

"ArabMasterMike your just pissed because Rambo kills terrorists and bad people in general, if he went after Osama Bin Laden he would rip his heart out of his chest and eat it whole."

"this looks freakin mental! awesome!"

"fuck yeah!! thats what im fuckin talking about!!!"

"Rambo is crazy!! Don't you get it!!! You dumbass morons dissin this movie...you don't understand John Rambo! You never have and you never will!!!"

"Rambo is back and this time he's INSANE!!!!! God Bless Rambo!"

"Shut the fuck up bali!! Stallone is sixty and still in better shape than you you piece of shit hater!"

"FUCKING GODZILLA!"
27.5.07 14:36


Inland Empire - und in Hollywood herrscht die Wut

Joseph Beuys wäre möglicherweise einen Vergleich mit David Lynch wert. Auch er schaffte es mit bizarrren Abstraktionen zu imponieren, und sich dennoch Esoterik intravenös zu verabreichen.
Der Unterschied bei Lynch liegt jedoch darin: Dessen Abstraktionen sind echt. Lynch verweigert sich tatsächlich der Interpretation und die einzige aufklärerische Konsequenz, die daraus zu ziehen wäre, ist, seine Filme psychoanalytisch zu behandeln und damit weder zu deuteln noch zu interpretieren.
Wesentlich bei Inland Empire erscheint mir der psychotische Einbruch des Irrealen in die reale Welt. Lynch balanciert auf der Rasierklinge der Ambivalenzen, sein Horror besteht in der nie vollzogenen Drohung, sich für eine Seite zu entscheiden. Aus höflichen Gesten zieht Lynch die aufdringliche Aggressivität, an hübsche Gesichter rückt er bis zur Unerträglichkeit heran, verzerrt sie im Weitwinkel zu dämonischen Fratzen aus konzentrierter Angst, die Abscheu erregt, das Jubeln gerät zum archaischen Doppellaut zwischen Angstgeheule und Kriegsgeschrei.
Das ist in seiner Konsequenz und Perpetuierung ein Trick, den Lynch allerdings meisterhaft beherrscht: Die Verformung des allzu Schönen ins unsägliche Grauen. Das ästhetische, Reine, artifizielle, das sich mit dem Schraubenzieher gegen sich selbst wendet, symbolisiert in den immer wiederkehrenden schönen Schauspielern, in den Kino-, Theater- und Zirkusthemen erhält seinen Antagonismus in Schäbigkeit, Prostitution, Slang. Die Zweiheit ist eine starre, determinierte, die nicht zu überwinden ist und schicksalhaft abläuft: Das macht Lynch mit dem Beharren auf so unterschiedlichen Geschlechterrollen deutlich, konkret in der Geschichte der Nachbarin von den bösen Jungen und halbgeborenen Mädchen. Was Lynch hier vorführt ist das Zero-Sum-Universe: Die Befreiung des einen ist das Gefängnis des anderen, Reichtum bedarf der Armut als Nachtschatten, eine Versöhnung ist nicht in Sicht.
Ob Lynch es nun beabsichtigt oder zum Zwecke der Kritik exerziert:
Er spricht den autoritären Charakter an. Die symbolistische Aufladung von minimalen Handlungen mit scheinbar Signifikantem ist das magische Denken, Okkultismus, dem die Stellung von Sternen ebenso viel Sinn verspricht, wie ein im Film weggeworfenes Coladeckelchen, die Farbe von Zimmern oder die Form der Lampen. Dieser Überschuss an Signifikantem schreit im Zuschauer nach einer Autorität, die solche scheinbaren Zusammenhänge für ihn deutet. Im aufgeklärten Individuum wird solches Rätseln in die Anstrengung des Geistes umgewandelt, der seinen Herrschaftsanspruch allerdings vor der allgemeinen Sinnlosigkeit aufgeben muss, wenn er nicht am Rätsel, das keines ist, toll werden will. Das große Rätsel ist der Köder, mit dem Lynch den Geist in antiaufklärerischer Absicht aber mit möglicher aufklärerischer Wirkung an seine Grenzen treiben will. Im Film bietet Lynch mystische Autoritäten an, die Nachbarin, der Bebrillte, der Regisseur, die allesamt vorgaukeln, es gebe das geheime Wissen, es gebe tatsächlich eine Lösung des Rätsels.
Die immer gefälligen Themen Sex, Crime und Tod, oder als Triade von Ödipus, Eros und Thanatos zu denken, fügt Lynch nur in Symbolismen zusammen und schichtet sie in Variationen zu einem monströsen Haufen auf, der Konsistenz heuchelt.
Die aggressive Esoterik in Lynchs Interviews und seinen Websites lässt eine instrumentelle Absicht vermuten: Soll durch das große psychotische Rätsel über drei Stunden der Verstand sturmreif geschossen werden, um letztlich seine transzendentale Meditation als Ausweg, als autoritäre Lösung anzubieten? Zumindest lassen seine Websites das vermuten.
 
Ebenso geheuchelt ist die Emanzipation der Hauptdarstellerinnen, denn primär sollen sie als Identifikationsobjekt dienen, das mehr Angstlust zu erzeugen vermag, als Lynchs männliche Charaktere, deren Drohung an die weibliche Emanzipation schon zu sehr zelebriert wird, um nicht auch eine dem Film und damit Lynch inhärente zu sein. Die Frau tritt in Inland Empire als Hexe, Hure oder Opfer auf. Sie ist nie Subjekt der Handlung, sondern passives Objekt, als Empfehlung an den Zuschauer lässt sie sich von ihren Instinkten leiten, folgt überirdischen Mächten und öffnet wie "magisch" angezogen Türen, die jeder gesunde Menschenverstand geschlossen ließe. Der Gewalt gegen sie ist stets eine Rechtfertigung implantiert, sei es nun die Entdeckung der Untreue, das Beharren auf den heiligen Bund oder die einzige Frage des Bebrillten: nach dem Wahrheitsgehalt des männlichen Verdachts der Untreue. Zu wenig entscheidet sich Lynch hier für eine Seite, um nicht mit der Gewalt auch zu sympathisieren oder zumindest die Abscheu über den Anlass zu teilen.
Was Inland Empire unappetitlich macht ist ein Rekurs auf den Zigeunerfluch, den Lynch nicht zu entlarven sucht, sondern ihn als billige Posse aufrechterhält. Der Antiziganismus von "Thinner" wird dabei nur umgemodelt. Zigeuner sind die Bösen im Inland Empire, sie schnattern hässlich drauflos, verfluchen mit Fingerzeigen und betreiben einen menschenhandelnden Wanderzirkus. Das Fremde als Bedrohlich zu zelebrieren ist Lynchs Metier. In Inland Empire gerät es zu oft in die Nähe rassistischer Stereotypien.
 
Die Hollywood-Feindschaft von Lynch wird in "Inland Empire" bis zum Erbrechen simpel abexerziert, es tropft doch tatsächlich noch Blut auf den Walk of Fame. Als vergeistigter Esoteriker muss Lynch Dekadenz zum Feindbild erklären, und seinen Aggressionen gegen die Prostitution freien Lauf lassen - die Stars als Prostituierte und damit moralisch zu verurteilende.
Lynchs Bluff ist ein Bluff des Bluffs des Bluffs. Er hat tatsächlich kein großes Blatt auf der Hand. Das allerdings spielt er so meisterhaft, dass man meint, man sei am verlieren. Obwohl man mit jeder Frage, die Lynch aufwirft, nur gewinnt, wenn man sie als Selbstzweck und nicht als Mittel zum Zweck einer vorgefertigten Antwort betrachtet. Man sollte also Lynchs Rat ernst nehmen, und sich im Film einfach treiben lassen, ästhetische Inspiration suchen, den infantilen Ängsten nachspüren und hinterherschnuppern, wenn die seltsamen Räume auf der Leinwand in uns noch einmal die Befremdung auslösen, die wir zuletzt als Kind verspürten, als wir merkten, dass eine Wand ein sinnlich erfahrbares und damit prinzipiell bedrohliches Objekt außerhalb unserer selbst ist, eine Kellertüre monströse Ängste hervorrief, wir stundenlang Lampen ein- und ausschalteten und schlechtgeflickte narzisstische Wunden uns als ewig Halbgeborene herumlaufen ließen.
Die großartigen Einstellungen auf die Person in ihrem Verhältnis zur Architektur sind Lynchs Meisterstück, und mancher Screenshot ist hier schon allein ein meisterhaftes Gemälde mit überwältigender Komposition der Perspektiven, Farben und Lichtwirkung.
 
 
 
27.5.07 02:03


Schlachtrufe und Punkinvasion!


Bildquelle: Schwarze Katze, Interview mit Punks .

Heute gibt es ein Punkrock-Special, nach Jim Knopf ein weiteres Projekt im Rahmen der Aufarbeitung postinfantiler und pubertärer Literatur.

Meine erste CD, die ich mit meinem ersten Ghettoblaster (furchtbares Wort) mit 12 oder 13 gekauft habe, war nämlich die erste "Schlachtrufe"-Compilation Anfang der Neunziger, die hellblaue.

Zu dieser Zeit war die Punk-Bewegung in Baden-Württemberg der einzige irgend revolutionäre Lichtblick, an den sich identitäre Pubertierende klammern konnten, und Punks waren die Einzigen, die Nazis wirklich zur Weißglut treiben konnten und ihnen konsequent mit der Faust begegneten. Was unter anderem Jugendliche mit Migrationshintergrund anzog, die in Straßenschlachten ein unberechenbarer dritter Faktor neben Punks und Polizei waren. So neu ist nämlich das Phänomen "Rütli" nicht.

"Punks fressen kleine Kinder" prahlt der Schlachtrufe-Sampler mit geheuchelter Selbtironie. Die Texte sind pathetisch wie enthusiastisch gesungen, die Gitarren haben noch unüberhörbar mit echten Emotionen und wenig Übung ausgestattete Riffs aus drei Akkorden zu bieten, die dann doch an unprofessionelle Lagerfeuermusik erinnern.

Blechern scheppert "Normahl" los mit "Schwarz Rot Gold", grottenschlechter Dichtung und grauenvoller Syntax, aber eingängigem Kopfschüttelrhytmus:

Unser Staat den fast jeder mag
kotzt mich an Tag für Tag
Politiker, die nur reden
und von uns auch noch leben.

Schwarz Rot Gold
Auf daß euch bald der Teufel holt

Steuern hier, Steuern dort, sie nehmen mit mein Geld nur fort.
Bei den großen Staatsempfängen
sitzen nur Bonzen auf den Rängen.
BRD, England USA
Hitler ist bald wieder da.

Doch wir hoffen soweit wird's nicht kommen
Ham wir erst die Barrikaden erklommen
und Bonzen die nur von uns schnorrn
dann endlich in der Hölle schmorn.

Man wundert sich dann doch über die Offensichtlichkeit der Projektion: Punk, die Ideologisierung des Schnorrens und faulen Lebens, sieht sich auf einmal in der Rolle des Steuerzahlers, der von Politikern ausgenommen wird. "Bonzen, die nur von uns schnorrn", das ist die Einstellung derer, die dem Punk gewöhnlich auf die Frage nach der obligatorischen Mark als "geh doch mal arbeiten" entgegenspringt.

Klassisches Spießertum mischt sich bei "Normahl" mit dem Heldenmut des Intifadisten: in "Pflasterstein flieg" lautet der Refrain:

Doch wir werden siegen
Wenn die Steine fliegen

und weiter in köstlichster Poesie:

Pflasterstein flieg
wir ham mit den Bullen Krieg
Gummiknüppel, Pflasterstein
Politikerschein muß das den sein

Die Sprache ist komplett versachlicht, dient nicht mehr der Kommunikation, sondern dem eingeschliffenen Festhalten dessen, was "der Fall" ist. Die Konsequenzen liegen in scheinbar unumstößlicher Logik da und ein surrealistisch anmutender Symbolismus macht das Ganze zu einem Sammelsurium des Jargons der Eigentlichkeit.

Danach wenden sich die "Maniacs" als pädagogisch geschulte Bewährungshelfe mit dem Tourneehit "Deutschland" in aufklärerischer Absicht an den Nazi.

Du bist zu schwach um selbst zu leben
und Denken hast du nie gelernt

woran sich die Mahnung mit erhobenem Zeigefinger in Richtung der potentiellen Nazis unter den Punks anknüpft:

Doch ein starkes Deutschland hat immer
nur Blut gebracht


"The White Rose", ebenfalls von den "Maniacs", ist ein einziger schrammelnder Chor von Lagerfeuersängern, die im nächsten Atemzug genauso gut "Über den Wolken" oder "Mrs. Robinson" klampfen könnten. Jedes Wort ist hier mit Bedeutung vollgepumpt und der Sänger fühlt das in esoterischer Verzückung vor. Wegen Softcorepunk gibts auch ein verlegenes Gitarrensolo auf die immer wiederholten Akkorde CGaF. Dagegen ist das direkt anschließende Gebrüll von den Boscops in "Bulle halt's Maul", unverkennbare und erholsam echte Wut:

Ihr Schweine in grün
ihr kenn kein Verzeihn
Gepeinigt durch den Stein
Der Haß empfiehlt Kartei

So verständlich die Empörung gegen die Punkkartei ist, so deutlich ist die christliche Messdienererziehung in der biblischen Sprache noch zu erkennen: "Verzeihen", aber was? "Gepeinigt durch den Stein", da fragt man sich doch, wer da hasst und die Aggression wegprojiziert. Damit das nochmal klar wird, folgen die humoristischeren Varianten desselben Liedes: "Bulle halt's Maul (sonst gibts Banane)" und in "Können Schweine schwimmen" endlich auf die Formel gebracht:

Bullenschweine
Bullenschweine
Bullenschweine

(da capo, etc.)

Pazifismus ist dem Punk mit seinen Kriegserklärungen an die Polizei heilig, zumindest "Chaos Z" mit "Krieg":

Die Mächtigen, die wollen den Krieg
sie sind es, die zu Hause sicher stecken
das ist nur ein brutaler Trieb
bei dem tausende anderer verrecken
Das ganze Pack will den totalen Sieg

Krieg wird wie in Deutschland üblich als Priestertrug, als Verarsche der Kleinen Wähler und Steuerzahler verharmlost. Auch in "1980" wird wieder Steuergeld, das die meisten der pogenden Kinder niemals gezahlt haben dürften, zurückgefordert, der Punkrocksänger als Steuerberater des Arbeitslosen:

Steuergeld Steuergeld
hier wirst du um viel geprellt

Aus der Distanz erweckt das Ganze eine gewisse Komik, wirkt merkwürdig archaisch, wie aus einer anderen Zeit, in der Chaos-Tage ein echter Event mit Toten und viel Rot aus den Bildtitelseiten waren, und es noch keine Loveparade gab. Diese verzichtet als Lehre aus dem Punk ganz auf Texte, dem Rhythmus zuliebe.

Die holzschnittartigen Texte - bar jeder Intelligenz - entsprechen der übersteigerten Kunst der Achtziger, als es galt, so expressiv und groß wie möglich, ohne jeden Gedanken, esoterisch aus dem Innersten heraus zu klecksen was das Zeug hält um dem "eigentlichen Sein" recht nahe zu kommen. Das wilde Geschrammel war eine undisziplinierte Ausgeburt des halbgebildeten Spießertums, das seine Aggressionen gegen dieses nicht zuletzt wegen der Nähe von Irokesenfrisur und Gartenzwerg abspaltete, zu kanalisieren versuchte und Musik dem einzigen Zweck der Kriegstrommeln unterwarf. Die Aggression richtete sich häufig gegen andere, nicht selten wurden einem beim Pogen Zähne ausgeschlagen von den umherfliegenden Ketten mit Kiloschweren Hängeschlössern oder anderen Artefakten als Anhängsel, stahlkappenbewehrte Springerstiefel rammten Unvorsichtigen beim Blutpogo die Schienbeine in Trümmer. Wer den Punk als Apostat verließ und es wagte zu den Tekkern oder gar zu den Poppern zu wechseln, wurde ausgegrenzt und als Verräter an der Sache, an der Idee der Selbstzerstörung gezeichnet. Depressionen und Psychosen, Alkoholabhängigkeit und Gewalt waren die gewollten, kultivierten Folgen und Vorbedingungen dieses sado-masochistischen Exzesses, der sich Deutschpunk nannte und zum Glück in seiner Reinform seit der endgültigen Auflösung von "Slime" tot ist. Von dieser Band wird der zweite Teil handeln.

28.4.07 09:19


Parthenogenese der Lokomotiven - oder Jim Knopfs Inzestwunsch


(Man beachte, dass im Zeichentrickfilm entgegen der Geschichte Lukas ganz weiß ist.)

Was ich von Michael Ende halte, habe ich in "Wie Michael Endes falscher Kapitalbegriff zum Antisemitismus treibt" dargelegt.

Dennoch kann ich seinen Büchern eine gewisse Qualität nicht absprechen, in ihrem allegorischen Reichtum und den exotischen Phantasien stellen sie eine überaus reiche Projektionsfläche für infantile Projektionen dar. Will man Michael Ende glauben, entstand "Jim Knopf" aus spontanen Assoziationen, er schrieb ohne Konzept. Das macht es leichter, die Geschichte psychoanalytisch zu lesen. Weil hier niveauloses Bloggen stattfindet, und nicht Wissenschaft, kann die reichhaltige Literatur schamlos vernachlässigt oder heimlich geklaut werden. Mich interessierte nämlich vor allem ein Aspekt, der jeder Person mit psychoanalytischem Grundwissen sofort ersichtlich wird:

Die Lokomotive Emma kriegt ein Kind. Molly heißt die kleine und wird später geklaut. Nur, wie kommt eine Lokomotive dazu, ein Kind zu bekommen? Diese Frage stößt Kindern augenscheinlich kaum auf: Jedes Lebewesen kriegt Kinder, und Emma ist eine lebende Person. Sie hat Augen, reagiert und ist die Gespielin von Lukas, dem bärenstarken Alleskönner. Das Perpetuummobil, das Energie aus sich heraus erzeugen kann ist ja wohl mindestens auch zur Parthenogenese befähigt.

Mit typisch-reaktionär weiblichen Repräsentanzen wie Gehorsamkeit, Pflichtbewusstsein und Anpassungsfähigkeit ist Emma die ideale Mutter des narzisstischen Kindes. Lukas ist der ideale Vater, ein niemals böswilliger Alleskönner, der sogar den Looping spuckt. Da muss einiges abgespalten werden, und dafür gibt es Räuber und Drachen.

Nun ist die Frage, ob Emma vielleicht heimlich eventuell doch etwas mit den lüsternen Drachenwächtern hatte, abwegig. Molly hat schließlich keinen Drachenschwanz oder ähnliche Merkmale eines Hybriden.

Es gibt eine Zeugungsszene, in der allerdings nicht Lukas, wie zu erwarten wäre, es ist schließlich seine Lokomotivenfrau, sondern Jim Knopf Emma "begattet". Als der Kolben mitten in der Ödnis bricht und alle drei durch diese plötzliche Kastration (die übrigens die Strafe für den höchst destruktiven Akt ist, die vorangegangene Zerstörung des einzigen Weges durch das allerhöchste Gebirge), mit dem Leben bedroht sind (die Beklemmung, ja das heimlich Unheimliche ist meisterhaft, wenngleich unbewusst erarbeitet), ist es allein Jim Knopf, dem es WEGEN seiner geringen Größe erlaubt ist, Emma zu reparieren. Er steigt unter Lebensgefahr (schließlich weiß man nie, ob Lukas doch noch der kastrierende Vater wird) in den Kessel, richtet den Kolben, und als er herauskommt, wird er von Lukas als "Mein alter Jim" begrüßt. [Diesen Hinweis habe ich aus Mosers etwas hagiographischen Buch "Jim Knopf und die sieben Weisen"].

Kein Wunder, dass diese Hybridisierung gelingt, denn die schwarze Lokomotive mit dem schwarzen Lokomotivführer braucht einen schwarzen Jim Knopf, um die schwarze Molly zur Welt zu bringen.

Und weil Lukas nicht geeignet, nicht passend für Emma ist, darf, ja sogar muss, der kleine Jim Knopf ran. Ein klassischer ödipaler Wunsch, den Ende hier erfüllt, die Notsituation rechtfertigt das "gefährliche" Unterfangen. Die narzisstische Umkehrung verspricht dem lesenden Kind, wie auch dem Erwachsenen, Reinheit und Vollkommenheit. Jim Knopf ist übrigens schwarz und sauber, Lukas ist schwarz und nicht sauber, trotz Lokomotivführerseife.

Die übrigen männlichen Personen sind ebenfalls der narzisstischen Umkehrung gemäß kastriert, Alfons als lächerlicher König ohne Frau. Turtur, der nur aus der Ferne groß ist, nur weil er mit pipsiger Stimme redet und dann lächerlich klein wird, kann man sich mit ihm anfreunden. Nepomuk, der Halbdrache, ist ein Gernegroß. Der Kaiser, der von seinen "Bonzen" umgeben ist, die gegen seinen Willen handeln, ist seiner Tochter beraubt und nicht mächtens, sie wieder zu erlangen.

All dies überwindet vor allem der heldenhafte kleine Jim Knopf im Gespann mit Lukas. Und gegen Ende gelingt sogar die Überwindung der phallischen Mutter im Käfig, in die Ende alles hineinprojiziert, was noch an rasender Zivilisationsfeindschaft in ihm übrigbleibt, nachdem er die "Bonzen", Zeichen der Vermittlung zwischen Untertan und Souverän, beseitigt und entmachtet hat. Inmitten der Wildnis, abseits der Zivilisation, besteht die Drachenstadt, die interessanterweise rassistisch organisiert ist: Die Halbdrachen, die nur scheinbar gefährlich sind, bleiben draußen, nur wirklich gefährliche Burschen haben hier Zutritt, und ihre Anführerin ist Frau Mahlzahn. Sie regiert mit der Peitsche eine Schule, wofür die Kinder lernen, ist unwichtig, man erfährt nur, dass es eine Qual ist. Der gütigen Frau Waas und der immer willfährigen Emma steht nun die erziehende, gestrenge und hexenhafte Mutter Mahlzahn gegenüber, die, man weiß es schon: gebändigt wird durch den kleinen tapferen Jim, der dadurch die Prinzessin gewinnt (was ja selbstverständlich ist) wichtiger aber noch: Er ist in der Lage, Molly zu empfangen, das gelungene Produkt des Inzestes unter wohlwollender Aufsicht des Vaters und ihm dadurch ebenbürtig zu werden.

Dazu noch erhält er sein eigenes Stückchen Land, das ihm ermöglicht, von den doch einengenden und nach der Reise nicht länger abzuspaltenden Nachtseiten der Inselidylle Abschied zu nehmen. Und das auch noch mit Hilfe der zur Oma kastrierten, und folglich lieb und weise gewordenen Drachenfrau Mahlzahn. In Teil zwei kastriert und zähmt Jim Knopf kurzerhand die Räuber, dass es nur so eine Art hat. Meistens sind die Räuber draußen im Wald oder hier im Meer in irgendeiner Weise hilfreich, mitleidig oder können gar lesen und schreiben, klassisches Vermittlungsthema nutzbarer Aggression.

Sie erfüllen prinzipiell eine wichtige Aufgabe, nämlich die Übermittlung des Kindes an die erziehende Frau Mahlzahn, der mit ein wenig Glück durch falsche Zustellung (also ebenfalls ein sexuell konnotiertes "Missgeschick", ein Inzest, das Boot rammt die Insel, die Zeichen sind nicht lesbar, aus Kummerland wird Lummerland, was im Prinzip das Gleiche ist und abgespaltet wird) zu entgehen ist, die Flucht Jim Knopfs in eine narzisstische Welt, in der allein sein Loch in der Hose ein Problem für Frau Waas ist, (es ist vermutlich weniger das Loch, als das Gegenteil davon, die Flickszene mündet in das Masturbationsverbot, dessen Zeichen der Knopf ist), alles andere aber mit starken Muckis von Lukas, Emmas Dampf (man denke an den nährenden Kochtopf) oder Jims infantile Weisheit und Güte zu lösen ist.
Ferner ermöglichen sie im zweiten Teil Jims erneute Flucht von dem insgeheim zum Kummerland werdenen Lummerland.
Als der Druck von Frau Waas und Alfons schon einmal zu groß wurde, (Lummerland ist zudem "zu klein" für Jim) entstand im weiten Ozean die perfekte Triade aus einem vollkommenen phallischen Vater, einer absolut passiven Mutter, und einem zu 100% guten Kind, das der einzige Grund dieser Reise war.

Als positive Handlungsanweisung ließe sich die Geschichte dadurch lesen, dass alle Versuche, diese Triade beizubehalten, in die stets schon beabsichtigte Rückkehr zu den Eltern und die Vereinigung mit der Prinzessin, die die Aufgabe der Mutter bedeutet, münden: Die Lokomotive, Sinnbild der nährenden Mutter, wird klein, und damit wird Emma auch ein wenig bedeutungsloser, ersetzt. Jim wird selbstständig, gibt den Wunsch nach einer großen Emma auf und erhält zur Belohnung dafür die kleine Molly und LiSi, die ihn trotz ihrer devoten Art immerhin mit ihrer Bildung beeindruckt, was auch einziger Lichtblick inmitten der reaktionären Rolenbilder ist. Als die ihm auf dem Höhepunkt seines Glückes und der phallischen Erweiterung genommen, und er damit kastriert wird, wird er rasend, das Abenteuer muss zum zweitenmal unter Abhängigkeit von Lukas beginnen.

Es ist kein großes Wunder, dass eine solche Geschichte von Kindern wie Erwachsenen geliebt wird und in ihrer Qualität ist das auch berechtigt. Es bliebe nur zu fragen, ob in der Geschichte Wege der Reflexion angedeutet sind, die den Narzissmus scheitern lassen, ihn kränken, ohne ihn an anderer Stelle aufzuwerten.

25.4.07 11:57


This is fucking political!

 
Um Privatismen auszubreiten: Nun, ich bin noch am Leben. Neben einer juckenden Tränensäckchenreizung, einem Berg von einer Magisterarbeit und einem spontan eingeleiteten Fitnessprogramm (93kg sind einfach eine zu hohe Hürde für meine angestrebte Profiboxerkarriere im Schwergewicht), und einigen anderen kleineren Problemchen, will ich meine treuen Leser und Scheinleser nicht vernachlässigen. Nur: Es passiert nur der gleiche Müll wie immer, mich plagt das Gefühl, alles schon gesagt zu haben. Battles in Mogadischu, Krieg am Kongo, Krieg in Darfur, der Iran will Atomwaffen, Antisemiten, Islamisten... Es ist doch immer die gleiche Scheiße.
Sobald mir ein neuer Blickwinkel auf irgendein spannendes Thema einfällt und ich dann auch noch Zeit habe, gibts wieder was von mir. Für einen Artikel zur Mimesis in "Rambo" brauche ich leider noch ein wenig länger. Und bis dahin ist hier halt Schicht im Schacht. Lest was von früher, es könnte sich lohnen!

2.4.07 20:29


4-minuten: Positivismuskritik

"4 Minuten" wurde hinreichend auf anderen Blogs rezensiert. Die Kritik daran: ein wildromantisches Knastbild, das der Realität kaum nahekommen dürfte, eine langweilige Geschichte mit Längen, das Klavierspiel außerhalb des Abschlusskonzerts nicht annähernd so genial, wie es die Filmstory behauptet, ferner eine etwas überzogene Ärztekritik. Ohne auf eine längere Analyse des Filmes abzuzielen, seien hier kurz Stichpunkte angeführt, die ihn dennoch zu einem positiv hervorzuhebenden Highlight im deutschen Kino machen:
 
- Die radikale Positivismuskritik. Der dickliche Wärter, der die europäische Musik- und Literaturgeschichte mithilfe der Lehrerin Traude Krüger (Monica Bleibtreu) auswendig lernt, verinnerlicht bis kurz vor Ende nichts vom aufklärerischen Gehalt. Er lernt für eine Quizshow, in der abfragbares Wissen zählt, nicht die Erfahrung, die dieses erst wertvoll macht. In der letzten sympathischen Frage der Quizshow: "Wenn Mozart eine Oper über Cinderella geschrieben hätte, welcher Käse wäre da wohl dabei herausgekommen?" muss er scheitern, denn Selbstironie und intellektueller Witz ist nicht vorgesehen im Positivismus. Die Antwort "Mozarella" liegt ihm so fern, wie der Inhalt der Werke, die er verbissen lernt, weshalb er in der Folge brutal und intrigant reagiert.
 
- Die Unmöglichkeit der Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen wird bei gleichzeitiger Reflexion auf das Fortwirken in die Gegenwart abgebildet. Kongenial die Reaktion Jennys (Anna Herzsprung) auf Krügers etwas selbstmitleidige Schilderung von der Hinrichtung der lesbischen Freundin durch NS-Schergen: "Soll ich jetzt heulen, oder was?" Krügers Mitschuld wird in der Ersatzhandlung verdrängt und bisweilen ins Selbstmitleid gewandelt. Jennys Reaktion ist die ihrem bisherigen Verhalten gut anstehende aggressive und autoaggressive Wendung des eigenen Leids, das es ihr unmöglich macht, das Leiden anderer zu akzeptieren.
 
- Die Lüge von der "inneren Emigration": Krüger hält ihre Lebenslüge aufrechte, es gehe ihr nur um die Musik. Nur die Sache zähle. Die Person sei ihr nebensächlich. So durchschaubar diese Lüge ist, angesichts ihrer verleugneten Aufopferung, so pervers wird sie dabei mitunter: Als Jenny auf den Wärter einprügelt, erscheint ein Kleinschmetterling, der auf dem Klavier herumhüpft und dem sie zusieht. Langsam entfernt sie sich. Später erwähnt sie Jenny gegenüber, er sei ihr lästig gewesen. Ebenso bedingungslos hat sie ihre Freundin verraten, ohne Anstrengungen zu ihrer Rettung zu unternehmen. Das passive Zuschauen trägt Züge des Sadistischen, die innere Emigration ist zutiefst Teilnahme am Verbrechen.
 
- Aufklärung und Dialektik: Die ganze Musik Krügers hat nicht sie als Menschen gewandelt. Ihre Rede von Disziplin und Negermusik, vom Durchhalten bis zuletzt um der Sache willen trägt noch den Duktus nationalsozialistischer Propaganda. "Eine Sache um ihrer selbst willen tun" , so bezeichnete Wagner das Deutschsein. Das geht problemlos einher mit Kritik an Möchtegernobersturmbannführern wie dem Knastdirektor.
 
Ein Film also, der auf klassische Gut-Böse Stereotypien und somit die Möglichkeit einer bequemen Abspaltung und Gegenidentifikation verzichtet. Der vielmehr sich bemüht, bis in psychologische Tiefen dessen vorzudringen, was das bröselige Fundament der postnazistischen Gesellschaft ausmacht. An dessen Ende die Versöhnung steht, roter Wein und Knicks, Exzess und Kontrolle, Romantik und Aufklärung, Schumann und Buschtrommeln, Stampfen und gezupfte Harfen, Polizeiaktion und das Abwarten des Endes, Respekt vor dem Anderen und Durchsetzen des Privaten.
 
Das versöhnliche Abschlusskonzert läuft unter der Prämisse: "Ich wünschte du wärst tot, Vater!". Die Täter und die unbewussten Schranken müssen auf dem Weg zur Befreiung verschwinden. Dass die Umsetzung im Film nicht immer von der Genialität geprägt ist, die sie zumindest im Ansatz vermuten lässt, bleibt kritisierenswert, insgesamt jedoch ein überraschend gelunges Stück möglicher Aufklärung.
 
Ps:
„Schwach will ich und darf ich nicht sein. Wenn der Mensch nur will – er kann ja ALLES.“
Robert Schumanns Ausspruch ähnelt dem Adornos zur Schwäche, die zur Herrschaft reizt. Möglicherweise bezieht sich der Film auch mitunter auf Paralellen zwischen Jenny und Schumann, beispielsweise Selbstmordversuche und Selbstverletzung.
3.3.07 15:00


Psychoanalyse der Käsewerbung

Gibt man bei Google die Begriffe "Psychoanalyse" und "Käse" ein, erscheint an zweiter Stelle eines jener für den psychotischen Bauchlinken typischen großmannssüchtigen Pamphlete, eine "ironische Verfassungsklage" gegen die Psychologie. Nebst anderem wirren Kram heißt es:

Die Psychoanalyse (Sigmund Freud) ist neben Das Kapital (Karl Marx) und Der Hexenhammer (Spenger / Institoris) das schlimmste Übel, das je über die Menschheit gebracht wurde. Die Fachleute der Indoktrination sind Psychologen. Sucht nach den "Fachleuten der Gehirnwäsche", aber sucht sie nicht in den Religionen, dann kennt ihr die Selbstmordattentäter von New York, Madrid und London!

Allein, um solche Beiträge in den Google-Rankings ein bisschen nach hinten zu drängen, lohnt es sich, das Phänomen Käse einmal genauer zu betrachten.

Lévi-Strauss berichtet, dass nach der Landung der Alliierten in der Normandie im Jahre 1944 amerikanische Soldaten (die die Kategorie des Verfaulten offenbar enger faßten als die Franzosen) zuweilen Käsefabriken zerstörten aufgrund des "Leichengeruches", den diese, wie sie sagten, ausströmten.

Verfaultes zu essen ist mithin verpönt, und das Faszinosum Käse damit gegründet. Als Kind lauscht man noch erfürchtig den Geschichten von Wüstennomaden, die eine Ampore mit Milch vergraben und ein Jahr später als Käse ernten. Der Ekel, der aus dem Wissen um einen Verfallsprozess entsteht, wird im Lauf der Zeit umgewandelt in eine Vorliebe, die obsessive Ausmaße nehmen kann. Vorerst aber noch ein kleiner Schwenk zu einem scheinbar völlig anderen Phänomen:

Viele Afrikaner hielten und halten die Europäer für Vampire, die unschuldigen Afrikanern das Blut aussaugen, und ihr Fleisch essen.

Im Kongo hatte eine ahnungslose europäische Firma vor kurzem Büchsenfleisch in Dosen angeboten, auf denen gutgenährte strahlende afrikanische Babys abgebildet waren. Diese Produkt war kein Verkaufsschlager!

Eine ganz ähnliche Reaktion erfolgte, nachdem in Nordrhodesien billiges Dosenfleisch mit der Aufschrift "For African Consumption" auf den Markt gekommen war. [...] Die in Nordrhodesien und Njassaland lebenden Afrikaner befürchteten, daß mit der geplanten Föderation das in Südrhodesien bereits bestehende Muster einer Herrschaft der Weißen auch auf ihr Territorium ausgedehnt und daß insbesondere das in ihrem Eigentum befindliche Land von weißen Siedlern in Beschlag genommen werden könnte. In dieser Atmosphäre verbreiteten sich bald Gerüchte, die Büchsen mit der Aufschrift "For African Consumption" enthielten Menschenfleisch, das eigens zu dem Zweck zubereitet worden sei, um den afrikanischen Widerstand gegenüber der unpopulären Politik einer Föderation zu brechen. Ein europäischer "District Commissioner" verzehrte öffentlich dieses Fleisch, um so die Befürchtung zu zerstreuen und zu demonstrieren, daß es harmlos war. Paradoxerweise hatte dieses Schauspiel jedoch den Effekt, die Überzeugung der Afrikaner, die Europäer seien Kannibalen, eher zu bestätigen als zu widerlegen.
(Lewis, Ioan M. 1989. Schamanen, Hexer, Kannibalen. Die Realität des Religiösen. S. 94)

Vor dem Hintergrund des unbewussten Wissens dieser Afrikaner um psychologische Wirkungsmechanismen von Werbung und nach der Filmlektüre von "Hannibal the Cannibal" erscheint auf einmal ein harmloses Supermarktregal in völlig anderem Licht:

Mag der notorische Cunctator noch zweifeln, ob die These, hier würden kannibalistische Regungen im Käufer angesprochen, nicht allzu steil ist, so wird er durch eine genauere Analyse des Badejungen rasch eines Besseren überzeugt: Der "Rügener Badejunge", mehr einer Berufsbezeichnung ähnlich denn Markenname, mit Ring und Schiff im Porträt vermag den Kunden noch darüber zu täuschen, dass der verschimmelte Käse eigentlich ganz jung und knackig ist. Möglich aber auch, dass durch den kannibalistischen Verzehr des Rügener Badejungen dessen Qualitäten (Jugend und Unschuld) sich auf den Konsument übertragen sollten. Es ist ein bekanntes Stereotyp barbarischer Kultur, dass durch den Verzehr des Herzen oder des Hirnes eines Feindes wie auch des Tieres dessen Eigenschaften auf ihn übergehen sollen: Mimesis durch Aufessen, wahlweise auch durch den sexuellen Akt.

Mehr davon erzählt die Rotkäppchen Werbung, die ob des großen Bildes leider nur über den Link zu erreichen ist. Kurz anschauen und nachdenken! Was zeigt das Bild? Zunächst scheinbar eine Szene aus dem Grimm-Märchen Rotkäppchen und der böse Wolf. Der böse Wolf, ödipale Tiergestalt, frisst die schwache Großmutter um das unschuldige Rotkäppchen zu verführen. Der Jäger greift als positive Seite der ambivalenten Vaterfigur ein, und schnipp schnapp, rumpumpelt der kastrierte Wolf im Brunnen. Im Illustrationsduktus des 19. Jahrhunderts hebt das brave Rotkäppchen keck mahnend dem Wolf, der ihr halb unter den Rock schaut, den Zeigefinger entgegen.

Der Werbeclip dagegen zeigt ein erwachsenes, "gereiftes", Rotkäppchen als Verführerin. Eine Stimme haucht zum Schriftzug: "Weil ich ein Märchen bin." Märchen und Mädchen sind gleichgesetzt, und man könnte ebensogut denken, der Spruch versucht Rotkäppchens offensichtliche Heiratsfähigkeit in diesem Clip zu unterdrücken: In Wirklichkeit wird die Erotik nur stellvertretend vom legalen Objekt ausgestrahlt. Das kleine Mädchen kommt nicht vor, und ist doch gemeint. Der böse Wolf ist durch den ganzen Zauber entschuldigt, er darf Rotkäppchen fressen, schließlich wird er dazu verführt. Auf der Verpackung bleibt jedoch das Markenzeichen, das kleine Mädchen, das am alten Käse, bekanntlich ungenießbare, verfaulte Milch, schleckt oder nachdenklich den Zeigefinger an die Lippen geführt hat, um über einen sinngewaltigen Satz von Adorno nachzudenken, den es der Großmutter erzählen will.

Babybel fügt dem nur ein weiteres hinzu, hier muss man nur mit dem Nippel an der Lasche ziehn und schon entblößt sich der Babykäse, klein und jung, zum Verzehr bereitet.
Hare krishna merkt von alledem nichts und macht auf der Website merkwürdigerweise ganzseitig Werbung für Rotkäppchenkäse, mit einem kurzen Hinweis auf die gesunde vergetarische Ernährung. Zufall? Oder wird die Fleischeslust der Vegetarier in Orange hier besonders stimuliert?

Und der Sarotti-Mohr? Laut Wikipedia wurden 2004 alle Sarotti-Produkte umfangreich neugestaltet und aus Gründen der politischen Korrektheit trägt der Mohr seither kein Tablett mehr und heißt nun Sarotti-Magier der Sinne. Statt sklavisch zu dienen, hat er sich nun in parapsychologische Parallelwelten geflüchtet. Nun ist ihm das Bereiten von Sinnesfreuden bei europäischen Kannibalen ganz freiwillig in Fleisch und Blut, pardon, Kakao und Milch, übergegangen.

Wer meint, dies sei ein merkwürdiger Zufall, eine Zumutung, ein absolutes Hirngespinst der Psychoanalyse, sollte sich die Eucharistie und das Verhältnis von Sexualität und Kannibalismus in der christlichen Kultur einmal genauer ansehen und bezeichnend dazu ist folgender Text:

Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, Amen, das sage ich euch. Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.
(Johannes, 6,52)

26.2.07 11:56


Hasta la victoria siempre!

Die neue Fliegengewichtweltmeisterin Susi Kentikian ist schon ein sympatisches Kerlchen. Singt die Deutschlandhymne nicht mit, hat sich durch die Abschiebeversuche durchgebissen, und haut der armen "Viva Chavez"- Alvarez kräftig aufs Maul. Derart unvermittelt wünschen sich manche Politik, ein Glück, dass die frühe Antike vorbei ist. Chavez wollte den Propagandakampf nutzen und "seiner" Kämpferin noch im Ring telefonisch gratulieren. Daraus wurde wohl nichts. Vielleicht sollten sich die Nationalen Sozialisten ein für alle Mal das Boxen als Propagandamittel abschminken?

Rocky finishing off Drago

17.2.07 00:08


Flaschenpost

Monet: Waterlilies, green reflection

Solange Geschichte nur Wiederholung ist, gerät Kritik daran zur immer wiederholten Wahrheit, zum eingeschliffenen Jargon, der scheinbar substanzlos sich selbst zum Zweck gesetzt scheint. Die Wut auf perpetuierte, gebetsmühlenhafte Kritik, ist Wut auf Verhältnisse, die der Veränderung entraten. Wenn schon diese nicht aufhören, so soll doch die Kritik daran schweigen. Der Begriff der Kritik bleibt Objekt wie Mittel eines von den Zuständen abgelenkten Furor.

13.2.07 16:14


Rocky Balboa - ein kleiner Schritt für die Menschheit, und ein großer für die Menschlichkeit

Schnee schält sich von Bordsteinkanten, während feuchte Kälte in die Taschen stürzt und schmerzhaft in den Nasenhöhlen flackert. Flugs beherbergt das Großraumkino, mit der zuckerwattenen Gastlichkeit, die einem Tempel des Kapitals angemessen ist. Auf angenehm schwarz-weißen Plakaten jubelt die ersehnte Identifikationsfigur, die Arme erneut zum Himmel gereckt:
It's not over, until it's over.
Ein Paroxysmus war Rocky nie, das würdige Ende sollte die Schmach der letzten, harmloseren Eruptionen vertreiben. Man ist gespannt und entspannt, lockere Atmosphäre im roten Saal, ein ums andere Mal versuchen Fans wenig erfolgreich den Chor.
Das Mitleid mit denen, die die lange Zeitspanne nicht überlebten und um das Ende geprellt davonstarben. Die Dankbarkeit, in einer Zeit zu leben, die einen friedlich vor derartigen Halbheiten bewahrt. Rocky sehen und sterben. So war es bei Star Wars, so wird es bei Rambo sein. Danach wird es nie wieder eine ähnlich erfolgreiche Filmserie geben. Die über dreißig Jahre überdauert und Widersprüche einzufangen wusste, wie ein Sammler einen seltenen Schmetterling.
Das Publikum samt und sonders sympathisch, hier sitzt das aufgeklärte Proletariat, der italienische Kellner nebst intellektueller Unterschicht. Ohne Angst verschieden sein, und bei Aldi einkaufen.
Nach dem Ereignis dominiert Melancholie. Grenzenlose erfüllte Leere. Die Hoffnung auf einen siebten Teil, egal, wie schlecht er wird.
Und wieder die klammen Schuhe in den grauen Matsch hacken...  
 
9.2.07 17:13


Pissident forte!

Manchmal sehnt man sich zurück in die Siebziger, als ein Flugblatt noch drei Fremdwörter aufweisen konnte, ein ernstes Thema ansprach und Marx wenigstens falsch zu zitieren wusste. Postmoderne Flugblätter greifen noch zum schnödesten Wortwitz, dem Kalauer, um sich wichtig zu machen:

"Prekär, also unsicher, nennen wir die Lebens- und Arbeitsverhältnisse, die sich auch in Germoney immer weiter ausbreiten."

Ein Fremdwort dem Prekariat zuzumuten, wäre doch zuviel des Guten. Am besten spricht man es bei seinem primitivsten Instinkt an, dem Hass auf Abstraktes und Vermittlung, auf den Fetisch Geld, setzt dieses noch mit seinem von je her größten Feind in eins und fertig ist der linke Gummibärensaft.

Den Feinden der Klassengesellschaft ist diese schon zu starr, wenn man schlappe 220 Euro bezahlen muss, um mit "gelackten Profiteuren dieser Verhältnisse" im "gleichen Boot" sitzen zu dürfen. Wann war Elite je billiger zu haben? Ein wenig Geld, ob geklaut, geschnorrt, erarbeitet oder gefälscht interessiert keine Sau, ob die Eltern blaublütig oder immer blau sind genausowenig, und schon ist man dabei, kann Kontakte knüpfen, Fingerfood genießen, der wahrscheinlich auch nur von Aldi ist, und ManagerInnen anbaggern.

Selten gab es eine weniger abgeschottete Elite. Und trotzdem, in Deutschland hasst man die, die Erfolg haben, und es auch noch wagen, ihn zur Schau stellen "...und uns dumm-dreist weismachen wollen, wir säßen alle im gleichen Boot namens Deutschland."

Weil sich die Linke an ihr neues revolutionäres Subjekt angemessen anwanzen will, kommt sogleich "divide et impera" als Verschwörungstheorie ins Spiel.

"Eine "Rette sich wer kann und jeder gegen jeden"- Stimmung wünschen sich die Oberen, spalte und herrsche! Und all zu oft funktioniert das Gegeneinander-Ausspielen und die Konkurrenzen - Rassismus, Sexismus, Leistungswahn!"

Fiese Typen, diese Overlords, Spaltpilze und aus purer Bösartigkeit produzieren sie die Dreifaltigkeit des postmodernen Linken.

Wer statt gelungener Kritik "massenhafte Proteste" als geeignetes Mittel wählt, seine "Portion Wut auf die Verhältnisse" abzuladen, kann eigentlich ebensogut in den nächstgelegenen Sexshop und da in der Kabine sein "Warming Up für den G8 im Juni, gegen das große Fressen der Elite" loswerden. "The Beat goes on": anscheinend noch nicht so richtig, sonst müsste man das nicht dreimal im Flugblatt betonen und dazu noch Emoticons wie "Show" und "rocken" dazukleben.

"Das ist der Triumph der Reklame in der Kulturindustrie, die zwangshafte Mimesis an die zugleich durchschauten Kulturwaren."
(Adorno/Horkheimer: Dialektik der Aufklärung, S. 150)

Alle nicht gekennzeichneten Zitate stammen vom Flugblatt: "Opernballdemo 2007 - Her mit dem schönen Leben!" das von folgenden Gruppen unterzeichnet wurde:

Glocal Group Hana, kein mensch ist illegal Hanau, Rhein-Main-Bündnis gegen Sozialabbau und Billiglöhne, Workers Ceneter Initiative Rhein-Main, Courage gegen Rassismus Rödelheim, schurken ohne staat (s.o.s), kein mensch ist illegal Darmstadt, Aktionsbündnis gegen Abschiebungen Rhein-Main, Gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t. Marburg, Arbeitskreis Umweltschutz Wiesbaden, Jungdemokraten Hessen, Iniative Libertad Frankfurt/Rhein-Main

7.2.07 20:26


Blood Diamond - Visited

Was von der Fetischisierung von Diamanten als "Blood-Diamonds" zu halten ist, wurde hier hinreichend dargestellt. Nicht Rohstoffe verursachen Gewalt, sondern gesellschaftliche Verhältnisse. Überraschenderweise ergeht sich "Blood Diamond" nicht allzusehr in mystifizierenden Elegien, sondern dringt erstaunlich mutig und dialektisch in afrikanische und marktwirtschaftliche Verhältnisse vor, in ein Geflecht aus ökonomischen Zwängen und Psychopathologie. Das Problem des Mitleids und der Darstellung des Opfers wird im Film diskutiert und aufgehoben. Dabei bleibt der Film sehr glaubhaft nahe an den historischen Fakten, bemüht sich weder zu überzeichnen, noch zu verharmlosen.

Die RUF, eine nihilistische Terrorgruppe ohne jede theoretische Basis oder sonstige Ideologie, eroberte von Liberia aus Sierra Leone, nahm mitunter 500 UN-Soldaten als Geiseln, ermordete wahllos Menschen, verstümmelte systematisch und wurde für ihre Methoden zur Manipulation von Kindern zur Kriegsführung bekannt.

Finanziert hatte sie sich wie der durch diese Annexion kollabierte Staat mit den eroberten Diamantenminen. Insofern ist klar, dass der Krieg in dieser Intensität möglicherweise nicht stattgefunden hätte, wenn es damals bereits das Kimberley-Abkommen gegeben hätte, das Diamanten zertifizierungspflichtig machte.

Die Aussage von "Blood Diamond" verharrt zwar wie zu erwarten im Moralappell, doch bitte keine "konflikthaften" Diamanten zu kaufen. Waffenhandel dagegen wird nicht thematisiert, anscheinend scheint es einfacher zu sein, den Schmuggel oder Verkauf von klitzekleinen Steinen zu verhindern, als den von schweren Waffen.

Im Film stellt Salomon eine höchst interessante Frage: Er, der den riesigen Diamanten aus unerfindlichen Gründen nicht einfach an den Aufseher abgeben konnte, kann verstehen, dass alle Welt die Diamanten Sierra Leones haben will. Was er nicht verstehen kann, ist, warum seine  "Brüder" ihm und anderen solche Grausamkeiten antun. Und diese Frage dringt zum Kern des Problems vor: Ein Rohstoffkonflikt kann zwar konsequent und brutal geführt werden, er zieht aber nicht notwendig die Massaker nach sich, die die RUF veranstaltete. Dass die RUF Menschen die Hände abhackte, um sie von Wahlen abzuhalten, führt auch nicht dazu, von Blutdemokratie zu reden. Solomon geht diese Frage so nahe, dass er sogar eine autorassistische Erklärung in Erwägung zieht: Ob denn nicht wirklich etwas unter ihrer Haut stecke. Angesichts des Verrats durch seinen Sohn, der Ergebnis eines ödipalen Konflikts (der Vater droht ihm in der ersten Szene Prügel an, wenn er nicht zur Schule geht) ebenso wie die Gehirnwäsche der RUF darstellt, zweifelt er (wie alle im Film) am Guten im Menschen. Die mühsame und gefährliche Rückkehr des Sohnes in die Realität stellt klar: Dieses muss stets aufs Neue mühsam hergestellt werden, stellvertretend dafür steht auch die Schule für Ex-Kindersoldaten mitten im Urwald.

Ein mögliches Ende, das die Story wohl verkitscht hätte, wäre gewesen, dass Solomon den Stein vernichtet oder wegwirft. Ein solches "deutsches" Ende hätte die Fetischisierung vollendet. Stattdessen macht er das Beste daraus und verkauft ihn. Dieser Akt bleibt integer, unappetitlich sind demgegenüber moralischen Urteile über die als Mafia dargestellte Diamantenindustrie. Ebenfalls zu weit geht der "Witz" eines älteren Dorfbewohners, der vor einem Leichenfeld steht und noch in der Lage ist, zu politisieren: "Gut dass sie kein Öl gefunden haben. Dann wären wir wirklich in Schwierigkeiten."

Ansonsten ist "Blood Diamond" in der englischen Originalversion unbedingt sehenswertes, ganz großes Kino, mit ausgezeichneten Darstellern in Topform. Etwas bedrückend ist die Musik - Hardcore, Rap - die Gewalt mitunter in Identifikation -Sexyness of Violence- drängt, was aber auch als Provokation gelten kann.

4.2.07 18:29


Aguilera again...

Bildquelle

"Les mal Marcuse, anstatt Leistungsprinzip, Zwangsheterosexualität und normative Schönheitsstandards abzufeiern" (Sagt w zu meinem Text über Christina Aguilera )

Vorerst habe ich das Gegenteil getan, nämlich die Ausgabe des Spiegels gelesen, auf der eine riesige Kurzfühlerheuschrecke Hochhäuser mampft.

Dort findet sich ein interessantes Interview mit Christina Aguilera, das solchen zwanghaft antinormativen, inquisitorischen Genossen mal zur Lektüre empfohlen sei. Hier ein paar Highlights, wie eine schlagfertige, emanzipierte Christina Aguilera einen ziemlich unverschämten und zudringlichen Readakteur auflaufen lässt:

Aguilera: Ich bin seit Wochen auf Tournee. Verbringe meine Tage in schlecht gelüfteten Räumen. Hier in Deutschland ist es besonders schlimm, es wird so viel geraucht. Wie halten Sie das aus?

Spiegel: Ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden wird hierzulande gerade diskutiert.

Aguilera: Gott sei Dank.

[...]

Spiegel: Was hat man der kleinen Christina denn angetan?

(Sie wurde von ihrem Vater verprügelt, wenn sie gesungen hat, was für eine unverschämte, herablassende Art und Weise zu fragen! Da fällt das "Sie" auch mal unter den Teppich. d.A.)

[...]

Aguilera: Ich will, dass sich in 20 Jahren junge Musiker auf meine Musik beziehen, wie sie es heute bei Ella Fitzgerals, Aretha Franklin oder Stevie Wonder tun.

Spiegel: Hoppla, da haben sie sich aber etwas vorgenommen.

Aguilera: Ziele, die leicht erreichbar sind, sind keine Ziele, nicht wahr?

Spiegel (ganz dekonstruktivistisch, darüber hinaus beleidigend! d.A.): Kann es sein, dass sie nur deshalb als Sängerin nicht ernst genommen werden, weil ihr Auftreten zu sexy ist?

Aguilera: Keine Ahnung, wovon sie reden. (Yes, gibs ihm!) Sah Ella etwa nicht sexy aus? Glauben Sie mir, mein Sex-Appeal ist mir vollkommen egal, der kommt von ganz allein.

Das Interview läuft unter dem Subtitle: "Die ehemalige Teeni-Röhre Christina Aguilera, 26, möchte endlich als große Sängerin akzeptiert werden." Jemand, dessen Alben 30 Millionen mal verkauft wurden, braucht kaum beim Spiegel um Anerkennung betteln. Man fragt sich, wieviel der Spiegel für das Interview zahlen musste, Aguilera könnte ihn demnächst wohl ohne weiteres aufkaufen...

[...]

Spiegel: Paris Hilton zum Beispiel. Wie gefällt ihnen der Song "Stars are blind"?

Aguilera: Ich kenne ihn nicht.

Spiegel: Vielleicht aber die sehr freizügigen Fotos von Hilton und ihrer Kollegin Britney Spears, die vor drei Wochen um die Welt gingen.

Aguilera: Hören sie, wenn sie jetzt darauf hinauswollen, dass ich mich zu dem Zeug äußere, vergessen Sie's. Ich hasse es, Leute zu verurteilen, und ich werde das auch jetzt nicht tun.

[...]

Spiegel: Erachten sie die neue Freizügigkeit von Britney Spears als einen weiteren Befreiungsschlag der Frauen? Oder doch nur als Provokation?

Aguilera: Fragen sie die Frauen, die sich so präsentieren. Mich ärgert nur die Diskussion zu dem Thema. Es ist doch so: Wenn ein Mann betrunken in der Gegend herumfällt und sich auch sonst total daneben benimmt, hält man ihn für einen coolen, unangepassten Typen. Lebt sich eine Frau aus, tut was ihr gefällt, drückt man ihr sofort einen sehr hässlichen Stempel aus. (Beispielsweise zwangsheterosexuell, d.A.)

Spiegel: Christina, die Frauenrechtlerin?

Aguilera: Das versteht sich doch von selbst. Frauen müssen genauso frei sein können wie Männer.

[...]

Spiegel: Wollen sie ein Vorbild sein?

Aguilera: Ich mag schon die Begriffe Vorbild und Rollenmodell nicht. Sie implizieren zu viele Stereotype und damit zu viele Vorschriften, wie jemand sein sollte und wie nicht. Jeder soll sein eigenes Ideal haben. Ich habe keine Lust, mir über diese Vorbildfunktion zu viele Gedanken zu machen. Denn das würde bedeuten, dass ich im Grunde für andere lebe. Wenn ich Menschen inspiriere, ist das gut, aber ich möchte nicht darüber nachdenken, ob ich gerade ihre Erwartungen erfülle. Ich erfülle meine eigenen. Das muss genügen.

Aus: Spiegel, 51/2006, S. 154f

 

14.1.07 12:52


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung