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Blood Diamond - Visited

Was von der Fetischisierung von Diamanten als "Blood-Diamonds" zu halten ist, wurde hier hinreichend dargestellt. Nicht Rohstoffe verursachen Gewalt, sondern gesellschaftliche Verhältnisse. Überraschenderweise ergeht sich "Blood Diamond" nicht allzusehr in mystifizierenden Elegien, sondern dringt erstaunlich mutig und dialektisch in afrikanische und marktwirtschaftliche Verhältnisse vor, in ein Geflecht aus ökonomischen Zwängen und Psychopathologie. Das Problem des Mitleids und der Darstellung des Opfers wird im Film diskutiert und aufgehoben. Dabei bleibt der Film sehr glaubhaft nahe an den historischen Fakten, bemüht sich weder zu überzeichnen, noch zu verharmlosen.

Die RUF, eine nihilistische Terrorgruppe ohne jede theoretische Basis oder sonstige Ideologie, eroberte von Liberia aus Sierra Leone, nahm mitunter 500 UN-Soldaten als Geiseln, ermordete wahllos Menschen, verstümmelte systematisch und wurde für ihre Methoden zur Manipulation von Kindern zur Kriegsführung bekannt.

Finanziert hatte sie sich wie der durch diese Annexion kollabierte Staat mit den eroberten Diamantenminen. Insofern ist klar, dass der Krieg in dieser Intensität möglicherweise nicht stattgefunden hätte, wenn es damals bereits das Kimberley-Abkommen gegeben hätte, das Diamanten zertifizierungspflichtig machte.

Die Aussage von "Blood Diamond" verharrt zwar wie zu erwarten im Moralappell, doch bitte keine "konflikthaften" Diamanten zu kaufen. Waffenhandel dagegen wird nicht thematisiert, anscheinend scheint es einfacher zu sein, den Schmuggel oder Verkauf von klitzekleinen Steinen zu verhindern, als den von schweren Waffen.

Im Film stellt Salomon eine höchst interessante Frage: Er, der den riesigen Diamanten aus unerfindlichen Gründen nicht einfach an den Aufseher abgeben konnte, kann verstehen, dass alle Welt die Diamanten Sierra Leones haben will. Was er nicht verstehen kann, ist, warum seine  "Brüder" ihm und anderen solche Grausamkeiten antun. Und diese Frage dringt zum Kern des Problems vor: Ein Rohstoffkonflikt kann zwar konsequent und brutal geführt werden, er zieht aber nicht notwendig die Massaker nach sich, die die RUF veranstaltete. Dass die RUF Menschen die Hände abhackte, um sie von Wahlen abzuhalten, führt auch nicht dazu, von Blutdemokratie zu reden. Solomon geht diese Frage so nahe, dass er sogar eine autorassistische Erklärung in Erwägung zieht: Ob denn nicht wirklich etwas unter ihrer Haut stecke. Angesichts des Verrats durch seinen Sohn, der Ergebnis eines ödipalen Konflikts (der Vater droht ihm in der ersten Szene Prügel an, wenn er nicht zur Schule geht) ebenso wie die Gehirnwäsche der RUF darstellt, zweifelt er (wie alle im Film) am Guten im Menschen. Die mühsame und gefährliche Rückkehr des Sohnes in die Realität stellt klar: Dieses muss stets aufs Neue mühsam hergestellt werden, stellvertretend dafür steht auch die Schule für Ex-Kindersoldaten mitten im Urwald.

Ein mögliches Ende, das die Story wohl verkitscht hätte, wäre gewesen, dass Solomon den Stein vernichtet oder wegwirft. Ein solches "deutsches" Ende hätte die Fetischisierung vollendet. Stattdessen macht er das Beste daraus und verkauft ihn. Dieser Akt bleibt integer, unappetitlich sind demgegenüber moralischen Urteile über die als Mafia dargestellte Diamantenindustrie. Ebenfalls zu weit geht der "Witz" eines älteren Dorfbewohners, der vor einem Leichenfeld steht und noch in der Lage ist, zu politisieren: "Gut dass sie kein Öl gefunden haben. Dann wären wir wirklich in Schwierigkeiten."

Ansonsten ist "Blood Diamond" in der englischen Originalversion unbedingt sehenswertes, ganz großes Kino, mit ausgezeichneten Darstellern in Topform. Etwas bedrückend ist die Musik - Hardcore, Rap - die Gewalt mitunter in Identifikation -Sexyness of Violence- drängt, was aber auch als Provokation gelten kann.

4.2.07 18:29
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(4.2.07 21:31)
als ob du den film omu gesehen hättest *ggg*


nichtidentisches / Website (5.2.07 13:18)
Nein, nicht OMU. Wurde sinngemäß übersetzt. Wenn du eine Korrektur aus der synchronisierten Fassung hast, kannst du sie gerne anbringen.

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