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Divide et impera! - Immer für eine Veschwörungstheorie gut


Rocky Balboa: Einzelkämpfer mit ungeteiltem Schwein.

Nicht erst seit Moses das rote Meer teilte, wurde in der Politik geteilt. Mal waren es Brote, die gebrochen wurde, mal teilte man die terra incognita oder unter den Armen. Ludwig XI soll dann den Ausspruch "Divide et impera" als Strategie geprägt haben, der genaue Ursprung ist nicht geklärt.

Teilen und herrschen ist ein nicht unkluges Konzept der Politik, setzt aber eines vorraus: Einen absoluten Herrscher, eine irgendwie der konkreten Staatlichkeit untergeordnete Peripherie, und reale Konflikte. Die in Individuen fragmentierte Gesellschaft bedarf übergeordneter Instanzen, an die sich diese wenden, wenn sie ihre Probleme austragen wollen. Das steht dem Einheitsideal im Wege, denn dieses impliziert das Faustrecht der stärkeren, einigeren Fraktion. Einig sein, um stark zu sein, nicht einig sein, um schwach sein zu dürfen, lautet der Schlachtruf der Massendemonstrationen des 20. Jahrhunderts. Wo der bürgerliche Staat Schwäche erlaubt und ihr mit der ihm eigenen Gewalt zum Recht gegen den Stärkeren verhilft, kann der Volksmob Schwäche, die ihn an die seiner kleinsten Teile erinnert, nicht dulden.

Im Falle Deutschlands, das sich mit "Wir sind ein Volk" und nicht etwa mit "Wir sind frei" (von SED oder so) feierte, galt Teilung als Problem, war es doch die Einheit Deutschlands, die Stärke versprach. Im Falle Jugoslawiens war Einheit das Problem, denn ein Volk braucht seinen Lebensraum, und wenn man dafür ökonomisch nicht konkurrenzfähige Ministaaten duldet. Die Wahrnehmung der Zersplitterung Jugoslawiens als perfiden, deutschen Akt des "divide et impera" unterstellt der wahnhaft-völkischen deutschen Außenpolitik Rationalität und kühles Interesse, und entschuldet die schon da real existente wahnhafte Kleinstaatlerei im völkisch durchwesten ehemaligen Jugoslawien, in dem Islamisten und Nationalisten sich an Schwächeren austobten. Divide et impera war und ist auch in der "antideutschen" Szene geeignet, Rationalisierungen, Projektionen und verkürzte Kritik zu katalysieren.

Vom einfachen Blogger bis Telepolis (Mona Sarkis) ist derzeit in Mode gekommen, den USA und insbesondere dem "Dark Overlord" George Bush, bei dessen Wahrnehmung in der antiamerikanischen Projektion Übermacht und Inkompetenz ein gar lustiges Stelldichein feiern, die mörderischen Anschläge im Irak in die Schuhe zu schieben. Die USA wollten gar nichts gegen den Terror tun, er käme ihnen gerade recht und sei zudem praktisch für den Machterhalt. Denn am Ziel der amerikanischen Politik stehe nicht ein demokratischer Irak, sondern zahlreiche kleine, zersplitterte Satteliten, die leicht beherrschbar seien.

Die erträumte Einheit der Antiamerikaner sieht einen Widerspruch im revolutionären Subjekt der Postmoderne - Mullahs, greise Diktatoren und "Big Men" aus Südamerika - nicht gerne. Dafür ein falsches Bewusstsein, gar Weltanschauung verantwortlich zu machen, liegt fern, etwas anderes bequem bei der Hand: Das Imperium! Übermächtig und perfide manipuliert es brave Muslims zu mörderischen Monstren, hetzt sie auf und erfreut sich am blutigen Treiben...

Das antiamerikanische Wahngemälde vom "Divide et Impera" der USA steht in der Tradition des Arbeitermarxismus. Hier entstanden die Verfluchungen der Uneinigkeit der Arbeiterklasse: der Grund für Konflikte liege nicht in dem falschen Bewusstsein der Arbeiter selbst, sondern diese seien ein perfides Mittel der Kapitalisten, ihre Herrschaft zu erhalten. Die real existierenden "Partikularinteressen" sollten demnach einem übergeordneten Zweck, der Revolution, geopfert werden. Später folgte die Verharmlosung und Instrumentalisierung des nationalsozialistischen Antisemitismus zum Ablenkungsmanöver im Klassenkampf.

Die einst löbliche, auf staatliche Vermittlung zielende Politik des Divide et impera wird in wahnhaftem Einheitsdusel zum Feindbild, das Gegenmittel: sich nicht aufzuspalten, Konflikte zu vermeiden und Diskussionen nicht zu führen.
Eine solche Paranoia verschafft sich Lustgewinn durch Kritikvermeidung, durch den ungestraften und damit siegreichen Angriff auf Übermächtiges, und durch rationalisierende Zergliederung von Gewalt in erträglichere Einheiten, an denen gerade wegen ihrer Überwindbarkeit kein eigener Schuldanteil mehr bestehen kann. Den USA wird die gewaltige Macht unterstellt, Widersprüche aufzuheben und Terror von heute auf morgen gegen alle europäische, linksduselige Alternativmeierei zu besiegen, gleichzeitig wird aus dem real erscheindenden Unvermögen Inkompetenz, d.h. falscher Gebrauch dieser Macht, die somit den vereinten Antiamerikanern zum richtigen Gebrauch besser anstünde, sowie schlimmer noch: subalterne Infamie.

Von modernem Staatswesen und Terrorismus hat die Phantasie eines divide et impera im Irak so wenig begriffen, wie eine Schnecke vom Stabhochsprung. Gerade in fragmentierten failed states wie Somalia, Afghanistan und Sudan liegen die größten Gefahren für demokratische Staaten. Ein kleiner Nichtstaat wie Palästina erweist sich als so unbeherrschbar, wie ein in Sunnistan und West-Iran aufgeteilter Irak. Es gibt wohl seit der Zerschlagung Nazideutschlands kein Beispiel, in dem Zersplitterung Regierbarkeit gefördert hätte. Vereinzelt, wie in Somaliland kommt es zu kleinen Inseln des Friedens, in denen aber nicht die Fragmentierung, sondern die Ideologie den auschlaggebenden Faktor darstellt. Von Ideologie wollen Antiamerikaner, die sich die vollständige Durchdringung jeglicher Ideologie auf die Fahne schreiben, nichts begreifen: Es geht immer um Öl, um Diamanten, um Rohstoffe, um Macht und Herrschaft. Nie jedoch um Kultur, Religion, Wahn und Gesellschaft als diese Vermittelndes und Vermitteltes.

Als "auswechselbare Planke", wie Adorno/Horkheimer den Antisemitismus bezeichnen, kann Antiamerikanismus kaum gelten. Er geht stets Hand in Hand mit dem Antisemitismus, ist diesem beigesellt, oft aufs innerste verwoben, ein vollständiger Ersatz ist er nicht.
Nicht Schwäche ist es mehr, die die Wut reizt, sondern Stärke, mit der zum Zwecke der Auslöschung von Schwäche gleichgezogen werden muss, und sei es auf dem Wege der Kompensierung durch Phantastereien vom besseren Wissen.

Nur deshalb muss Bush einerseits als großer Satan herhalten und andererseits mit Eselsohren, Schielauge und stotternden Versprechern ausgelacht werden. Nur deshalb beklagt man die Fortschrittlichkeit der USA im militärischen Bereich um etwas von dummen Amerikanern ohne Kultur, Küche und Kompetenz, die doch zum angemessenen Gebrauch solcher Stärke nötig seien. Vor den Juden aber graut es den Antisemiten: Hier ist nichts Lächerliches mehr in den Karikaturen, allein purer Hass auf die erworbene militärische Stärke der Juden zeichnet die Bilder von Babyleichen und Blutlachen. Den Amerikaner lacht man bisweilen noch aus, er verspricht Stärke, die erreichbar ist. Den Juden hasst man bis aufs Blut, dafür, dass er sich dem antisemitischen Bilde nicht gleichmachen ließ, das ihm Schwäche und Opfersein bis in alle Ewigkeit zu seinem eigenen Nutzen angedeihen lassen wollte. Die Macht der USA will von den Antisemiten übernommen werden, um die Macht der Juden zu brechen.

27.1.07 19:03
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


nichtidentisches / Website (28.1.07 17:05)
http://video.google.com/videoplay?docid=-
1921276117304287501&q=genre:comedy


GAWKER / Website (29.1.07 12:18)
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nichtidentisches / Website (29.1.07 20:58)
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