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Blood Diamonds?

"The great Star of Africa" , mit 530,20 Karat der größte geschliffene Diamant der Welt.

Der Standard vermeldete am 17.12.2006 :
Lobatse - Nach jahrelangem Rechtsstreit dürfen die San-Buschleute aus Botswana in ihre traditionellen Stammesgebiete in der Kalahari-Wüste zurückkehren. Die Regierung habe die San "gewaltsam oder versehentlich und gegen ihren Willen" von ihrem Besitz vertrieben, erklärte der Oberste Gerichtshof in Lobatse am Mittwoch. Die Ureinwohner hätten bis zum 31. Jänner 2002 das Reservat der Kalahari rechtmäßig besiedelt. Ihre Vertreibung sei daher "ungesetzlich und verfassungswidrig" gewesen.

Keine besonders aufregende Meldung. Der jahrelange Streit vorher wurde von ethischen Bedenken dominiert, ob man für den Naturschutz Menschen umsiedeln dürfe, ob man diese Menschen in ihrem Zustand weiterleben lassen soll, oder sie gemäß dem Wunsch einiger mit Strom und Wasser, Hospitälern und Schulen versorgen soll. Einer Erzählung zufolge hätten die San auf ein Hospital im Naturpark Kalahari bestanden, dies sei der Auslöser für die heftige Umsiedlungsaktion der Regierung Botswanas gewesen. Der Betrieb eines Hospitals hätte das Regelwerk des Naturpark überlastet.

Die Rezeption in der internationalen Öffentlichkeit wurde dagegen weniger von rationalen Argumenten geprägt, als von blutrünstigen Phantasien um "Blutdiamanten": Botswana wolle an einen "internationalen Großkonzern" die Konzession zum Diamantabbau in Boswara-Gebieten vergeben, und sei damit in Sachen Skrupellosigkeit an die Seite von Warlordregimes in Sierra Leone oder dem Kongo gerückt. Es betreibe einen "Völkermord" an den San.

Fakt ist: Allein touristischen Interessen kann das Bestreben der Regierung kaum gelten. Wer Erlebnisreisen macht, will auch original Buschmänner mit Ritual und Jagd sehen. Entweder es gibt tatsächlich Diamanten dort, oder es sind aufklärerische Interessen an Naturschutz und Zivilisierung, die über den tatsächlichen touristischen Nutzen gestellt wurden. Oder beides.

Die Taz behauptet dazu: "Botswana hat sich mit diesem Vorwand immer verteidigt und wischte die eingeforderte Existenzberechtigung der San auf ihrem seit mehr als 20.000 Jahren angestammten Lebensgebiet vom Tisch mit der Begründung, es handele sich um Regierungsland.

Wo Lebensraum angestammt ist, juckt es den Nazi naturgemäß am Abzug. Eine Existenzberechtigung besteht anscheinend darin, im Land der Vorfahren mit den Vorfahren zu leben und bei den Vorfahren beerdigt zu werden. Statt der Forderung nach einem angemessenen Leben in Botswanas Dörfern und Städten wird allein die Rückkehr in Bedingungen gefordert, die mehr als dürftig sind.

Die notorische gfbv beschreibt die durchaus kritikablen Umsiedelungsbedingungen so:
"Mehr als 20 San, die die Klage mit unterzeichnet haben, können das Ende des Gerichtsverfahrens nicht mehr erleben, denn sie sind aufgrund der schlechten Versorgung in den Umsiedlerlagern gestorben", berichtete Roy Sesana, der Sprecher ihrer Selbsthilfeorganisation "Ureinwohner der Kalahari" (First People of the Kalahari). "Wir hoffen, dass wir nun bald Gerechtigkeit bekommen, bevor noch mehr von uns sterben." Seine Organisation war für ihren gewaltfreien Protest gegen die Zwangsumsiedlung im Jahr 2005 mit dem "Alternativen Nobelpreis" ausgezeichnet worden.

Mit Drohungen, willkürlichen Verhaftungen, Morden, Folter und anderen Übergriffen verbreiten Sicherheitskräfte und Behörden seit Jahren ein Klima des Schreckens unter den Ureinwohnern, damit dieses Jäger- und Sammler-Volk sein traditionelles Siedlungsgebiet verlässt. Seit 20.000 Jahren leben San in der Kalahari. Nun sollen sie das Gebiet räumen, das in den 60er Jahren zum Wildpark erklärt wurde, da die Behörden um den Wildbestand fürchten und die Versorgung der vereinzelt lebenden Ureinwohner-Gemeinschaften zu aufwändig sei. Kritiker vermuten, dass dies nur vorgeschobene Argumente sind, um einen Abbau von Diamanten- Vorkommen in dem Reservat zu ermöglichen. Umweltschützer betonen, dass sich der Wildbestand in den letzten Jahren nicht verringert habe.

Derselbe eben erwähnte Roy Sesana, der angeblich selbst einen Mercedes fährt und eine Villa bewohnt, hat sich schon ganz auf den Ton der Presse eingestellt:
"Es gibt keine Entwicklungsprojekte für uns – nur einen Plan, die Kultur der Buschleute zu vernichten und das Land für Diamantenschürfer zu räumen, insbesondere für das Unternehmen De Beers".

Da kommt Leonardo di Caprios neuer Film "Blood Diamond" gerade recht um ein bisschen Furore zu schlagen. Schon in diesem Film wird einer Ideologie das Wort geredet, die gesellschaftliche Ursachen für Konflikte und Krieg ausblenden muss, um nicht etwa "indigene" Afroafrikaner, also die Guten, zu kritisieren. Sie sind alle Opfer von fiesen, skrupellosen Diamanthändlern in Israel und Amerika, und letztlich sind am Gemetzel in Afrika WIR westlichen Verbraucher schuld: Einige Damen sollen nach dem Film heimlich in der Toilette ihre Diamanten abgelegt haben, um nicht negativ aufzufallen. Das Ergebnis einer solchen Ideologie ist fatal: Erstens werden Konflikte vernachlässigbar, sobald man nicht direkt "Blutkaffee, Blutcola, Blutöl" und Sonstiges kauft, und zweitens dürfen die Zustände in Afrika und andernorts einfach so fortbestehen, solange nur das Gewissen und das reaktionäre Weltbild der Verbrauchers und der hinter der Kampagne gegen Botswana stehenden Organisation "Survival International" nicht tangiert wird.

Laut "Welt" passt eine solche Mentalität "wunderbar zum Geist der Webseite www.boycottdebeers.com, die Leonardo DiCaprio auffordert, zur Gallionsfigur eines noblen Kampfes zu werden. Es geht um den Vorwurf an die Regierung von Botswana, im Auftrag von DeBeers Buschmänner aus ihrer Reservation in der Wüste Kalahari zu vertreiben."

Dr. Alexander von Paleske stellt dagegen klar:

"Im Jahre 1967 wurden die ersten Diamanten gefunden und anders als vielen anderen Laendern der 3. Welt sollten sich diese Funde nicht als Fluch, sondern als Segen erweisen.

Der Grund liegt in der parlamentarischen Demokratie und der Nutzung der Einkommen aus den Diamantenverkaeufen fuer die Entwicklung des Landes."

Einer also schafft es, sich nicht vom Fetisch der Ware blenden zu lassen und geht auf die gesellschaftlichen Bedingungen ein. Die er folgendermaßen beschreibt:

"Die Einkünfte aus den Diamantenverkäufen finanzieren das einzige umfassende Anti-Aids-Programm in Afrika. Mittlerweile werden mehr als 30.000 Patienten mit antiretroviralen Medikamenten behandelt. Und es gibt mir die Möglichkeit, meine Krebspatienten zu behandeln, bzw. zur teuren Behandlung nach Südafrika zu schicken, natürlich auch Patienten der Basarwas. Letzlich sind Survival International die Folgen dieser Kampagne für die breite Bevölkerung egal, solange es nur dem Ziel dient, bei der Rückführung der Buschmänner voranzukommen."

Auf afrika.heim.at findet sich mehr dazu:

Botswanas Diamantenförderung ist wegen des hohen Gehalts an Schmuckdiamanten vom Wert her die größte der Welt. 80 Prozent der Diamanten von Jwaneng sind Schmuckdiamanten. Über zwei Milliarden US-Dollar im Jahr bringt die Förderung aus Jwaneng und den anderen großen botswanischen Minen.

cnn zeichnet ein regelrecht sozialistisch anmutendes Bild:

Education isn't the only service that is free. Health care, a growing concern in Botswana, is also paid for by the government. Lifetime supplies of anti-retrovirals for AIDS sufferers are a novelty in Africa and vital in a nation where experts estimate that two out of every three people are infected with the HIV virus.

In Botswana wird allen Studenten das komplette Studium mit Lebenshaltungskosten finanziert. Und gerade das "Blutdiamantenregime" in Botswana bietet laut voanews.com sogar Diamantenkontrolleuren ein Forum:

Representatives from the 47 member countries of the Kimberley Process are meeting in Botswana's capital, Gaberone, for a three-day conference to discuss how well conflict diamonds are being kept out of the market.

Mit Diamanten finanzierten und finanzieren tatsächlich in Sierra Leone und im Kongo Warlords ihre Massaker. Massaker finden aber in Afrika mit und ohne finanzielle Mittel statt. In Ruanda waren billige Macheten die Waffe, mit der die meisten der 800 000 Opfer ermordet wurden. Und auch in Sierra Leone ging es kaum darum, die Diamantminen zu sichern, um weltlichen Reichtum zu erlangen, sondern der Terror der RUF war dem Reichtum vorgängig und hätte aller Erfahrung nach auch ohne Diamanten an anderen Stellen stattgefunden. Konflikte mögen interessengeleitet sein, die extreme Brutalität, mit der in Afrika systematisch und massenhaft Menschen verstümmelt werden, ist es nicht.

worldpress:
The N.P.R.C. initiated “Operation Genesis” to drive out R.U.F. rebels, but
was unsuccessful. The rebels, in turn, launched a vicious attack on Sierra Leoneans during the 1996 elections. To intimidate potential voters and to maintain control of the diamond mines, the rebels chopped off the hands and feet of adults, teens, children and even infants. In spite of these brutal attacks, the R.U.F. was invited to participate in the elections. But the rebels once again reverted to their depraved tactics, amputating civilians’ hands and feet.

Weil 1-4% der Diamanten weltweit in Gebieten gefördert werden, in denen barabarische Kriegsführung um des Krieges willen stattfindet, in Sierra Leone soll anscheinend al quaida beteiligt sein, erfährt Botswana für eine zwar diskutable, aber kaum skandalös zu nennende Umsiedlungspolitik eine internationale Hasskampagne, die auf die ökonomische Existenz des Staates selbst abzielt.

Proteste eines englischen Abgeordneten verpuffen an solchen Wahngebilden, wie sie amnesty usa verbreitet:

I found it hard to remember that the cause of all this suffering– thousands of doomed refugees, well-armed but illiterate and drugged combatants, fallen wounded like Lahia, and injured civilian children– was brutally simple: the greed for diamonds.

Der Grund für diese Brutalität ist die Brutalität des Nihilismus, wie er in Kinderarmeen, islamistischen Rackets und Guerillaselbstläufern vorherrscht. Das Interesse des Marktes liegt auf sicheren Verhandlungspartnern und stabilen Produktionsbedingungen.

Vom blood diamond zum conflict diamond ist es ideologisch kein weiter Weg. Beide Begriffe vermeiden es, gesellschaftliche Umstände zu denunzieren, die mit einem bestimmten Produkt nicht notwendig etwas zu tun haben, und deren Beseitigung kaum in einem Boykott der "schlechten" Ware aufgeht.

Botswana bleibt zu wünschen, dass es seine AIDS Epidemie mittels Diamanten, und kämen sie aus der öden Kalahari auf Kosten der "Jahrtausende alten Kultur" von 243 San, weiterfinanzieren kann. Eine wirkliche Bedrohung für dieses Projekt geht allerdings nicht von stupiden völkischen Hilfsorganisationen aus, sondern von der Konkurrenz durch die mittlerweile perfekt gewordenen Industriediamanten.

Den San wäre zu wünschen, dass sie ihr Wissen um Pflanzen in der Kalahari mit einem erfolgreichen Biologiestudium verknüpfen, ihre Philosophie mit anderen Modellen abgleichen zur Weiterentwicklung und Kritik, dass sie akzeptieren, ihr Fleisch vom Hirten zu erwerben und ihre Ahnen dort lassen, wo sie anscheinend hingehören: In der Kalahari.

 

23.12.06 19:41
 


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bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


nichtidentisches (26.12.06 12:59)
Ich entschuldige mich für die inzwischen gestrichene Fehlinformation über Charles Taylor. Wird nachrecherchiert.


unkultur / Website (27.12.06 11:45)
Im ersten Teil des Textes hätte man besser die konkret völkische Seite der Anti-Umsiedlungskampagne herausarbeiten können. Ich kann mich noch an die leuchtenden Augen des ZDF-Reporters erinnern, der sprach "endlich wird Vertreibung als Unrecht gebrandmarkt".
Im zweiten Teil des Textes wird Marktidealismus betrieben, der wenig mit der Realität zu tun hat. Insbesondere diesen Satz finde ich bedenklich: "Das Interesse des Marktes liegt auf sicheren Verhandlungspartnern und stabilen Produktionsbedingungen."
Der Markt ist zum einen kein Subjekt und kann infolge dessen kein Interesse haben, zum anderen gibt es de facto die Herausbildung von Kriegsökonomien, die durch Rohstoffe am laufen gehalten werden können (vgl. Herfried Münkler - "Die neuen Kriege" oder Azzelini/Kanzleiter - "Das Unternehmen Krieg"). Insofern wäre es angebracht, differenziert den Einfluß von Rohstoffen auf Konflikte darzustellen. Aber Du hast sicher mit der Grundaussage Recht, "Blood Diamonds" gibt es nicht.


nichtidentisches (27.12.06 19:29)
Right, wenn man Markt als abstrakten Begriff denkt. Nimmt man "Markt" als die Gesamtheit der in diesem Begriff enthaltenen Individuen, ist ein gewissser Subjektstatus vorhanden.
Ich wollte auch nicht behaupten, dass Rohstoffe nicht Objekt von Kriegen sind. Sondern warum sie nicht wie in Demokratien üblich getauscht werden, und statt dessen Raubökonomie als kulturelle Norm sich etabliert in Verbindung mit Massakern, die kein Salpeterkrieg oder Eisenkrieg entfacht. Dazu gehört eine Ideologie. Und die hält den Krieg am Laufen. In my opinion. hab mal einen artikel über die Anti-Lookism beim Christina Aguilera Geburtstagstext verlinkt.


nichtidentisches (27.12.06 19:38)
im begriff enthalten ist auch wieder falsch.


unkultur / Website (28.12.06 18:13)
Thx!

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