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Saure Gurken...

Bedenkliche Züge nimmt die sexuelle Aufklärung bisweilen an. Weil man Menschen bei Aufklärungskampagnen in Afrika nicht zumuten wollte, an einer Holz- oder Latexnachbildung eines Penis zu üben, wurde bisweilen verschämt auf eine Banane ausgewichen. Der dort verbreitete Fetischismus resultierte darin, dass fortan eine Banane mit übergestülptem Kondom als magischer Schutz neben das Bett gelegt wurde, wie man ja auch die Ahnenstatue im Schrank mit Hühnerblut beschmierte. Andere lassen sich partout nicht davon abbringen, dem Austausch von Körperflüssigkeiten magische Qualitäten zuzusprechen.
Wieder anderen gilt der Reiz einer möglichen Schwangerschaft als ungemein lustintensivierend. Nicht zuletzt beklagen zahlreiche Frauen und Männer den Verlust von Erektionsfähigkeit und Lust während der fünf Sekunden Ablenkung vom Telos ihrer Zusammenkunft.
All das, reale Probleme teils surrealer Natur, wird von Aufklärungskampagnen selten reflektiert. Stattdessen frönt man einem augenzwinkernden "Ihr wisst schon was gemeint ist" und macht insgeheim gemeinsame Sache mit Puritanismus und Lustfeindlichkeit. Wo derart verklemmt Gemüse als Surrogat eines Penis präsentiert wird, kichern die Siebtklässler zwar fortan beim Anblick einer Gurke drauflos, aufklären lassen sie sich davon kaum. Wirkliche Aufklärung würde das Thema ernst nehmen, Folgen aufzeigen, auch bildhaft, und sich nicht davor scheuen, das angeblich so Einfache praktisch abzubilden: Das Überziehen eines Kondoms auf unterschiedlich große und geformte Penisse in unterschiedlichsten Erektionsstadien bei unterschiedlichsten Promillewerten. Wie beispielsweise schützt man sich trotz eines Eichelpiercings, wo bekommt man diskret und günstig die versprochenen Unter- und Übergrößen, was tun, wenn das Ding doch mal platzt, oder wie auch als Frau damit umgehen, wenn dem Partner der Reifen auf die Arterie drückt, Penisverkrümmung oder Genitalverstümmelung den Normgebrauch verhindern? Fragen, über die am besten professionelle Prostituierte Auskunft geben könnten, wohl kaum aber Werbefachleute mit Hemmungen.
Anstatt also das Kondom, mit eine der emanzipatorischsten Erfindungen seit der Spülmaschine, schon als perfekt zu präsentieren, sollte besser offen und ehrlich auf die Mängel eingegangen werden, die es noch hat: es ist aus Gummi, teuer, stinkt bisweilen penetrant nach Reifen, und verkürzt den Beischlaf um Teile des Nachspiels durch Herausziehen vor vollständigem Verschwinden der Erektion, möglichst unverzügliche Reinigung des Penis. Das unsichtbare, aufsprühbare und geruchslose Nanokondom lässt leider noch auf sich warten.
Ein zweiter Schritt wäre, die geselllschaftlichen Mängel aufzuzeigen, die auch das beste Kondom nicht aufheben kann, sexuelle Diskriminierung  und Gewalt als allererstes zu nennen. Grundbedingung für eine Immunisierung gegen AIDS, sollte sie überhaupt möglich sein, wäre, offen über Sexualität zu sprechen und nicht wenn es darauf ankommt in kryptische Symbolismen auszuweichen.
Die abwertend-peinliche Reduktion des männlichen Geschlechtsteils auf Gemüse könnte vielleicht jene Feministinnen am ehesten irritieren, die den Gebrauch blauer Tinte für Bindenwerbung kritisieren, andere sehen das gelassener. Man stelle sich jedoch die Werbung für ein Femidom, das hierzulande unbekannte, in Afrika etwas verbreitetere Kondom für Frauen, folgendermaßen vor: "Passt in jeden Kürbis!". Nicht lustig, nicht einmal auf Siebtklässlerniveau könnte man darüber lachen. Vorschläge, wie unten präsentierter Slogan politisch korrekt auf das Femidom umzudichten wäre, können in der Kommentarfunktion abgegeben werden...

Für die Psychoanalyse hat die Sache ein Gutes: Ihr wird man kaum noch vorwerfen können, einem "phallischen Monismus" zu frönen, indem sie jeglichen länglichen oder wachsenden Gegenstand in Traum und Mythos tendenziell als potentielles Phallussymbol interpretiert. Diese Äquivokation besorgen Pornotexte und Kondomwerbung ganz bewusst.

Kampagne "Gemüse":

"Diese Kampagne enthält eine sehr gute Bild-Idee, die hervorragend umgesetzt und besonders ästhetisch fotografiert ist; auch die Headline-Typographie überzeugt. Insgesamt ist eine besondere Auffälligkeit der Plakatmotive gegeben - sie sind ein starker Blickfang. Die Headlines der einzelnen Motive leisten einen Beitrag zur Re-Dramatisierung. Mit ihnen werden konkrete, alltägliche Erfahrungen der Menschen aufgegriffen und sehr prägnant formuliert; unter psychologischen Gesichtspunkten betrachtet, sind in den Headlines relevante Vermeidungssituationen deutlich benannt."

17.10.06 19:37
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


just me / Website (26.10.06 13:40)
He, wow, gut ausgedrückt, ich bin ganz Deiner Meinung.

Hatte bisher noch nie so intensiv über das Thema nachgedacht, aber ich kann Deinem Text nur Recht geben!

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