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Arbeit als Religion - Gesellschaft als Wohngemeinschaft

Pablo Picasso. Der alte Gitarrenspieler.

Die neueste Idee zum Grundeinkommen kommt gar nicht so überraschend aus der Richtung der CDU.

Althaus forderte 800€ pauschal, und nennt dies sympathischerweise Bürgergeld, die Liberalen applaudieren. Die WASG hätte es wohl Volksgeld genannt, hat aber mit Michel Schlecht und weiten Teilen der PDS überraschend neue Kritik am Grundeinkommen:

"Der deutsche Sozialstaat dürfe keine Leistung ohne Gegenleistung vergeben, meint der Ver.di-Ökonom. Eine bedingungslose Faultierprämie würde nur dazu führen, dass sich Millionen Menschen mehr noch als heute in eine asoziale Parallelwelt verabschiedeten. Nicht nur Schlecht, auch Axel Troost, Wirtschaftspolitiker der Linkspartei, plädiert deshalb für eine "bedarsorientierte Grundsicherung", die den Arbeitslosen weiterhin Arbeitswillen abverlangt." (taz, 25.9.2006 )
 
Was den "Chefvolkswirt" der WASG, Michael Schlecht, stört ist nicht so sehr die Tatsache, dass Sozialhilfe Abhängigkeit und Staatsfetischismus bedingt, nein, vom staatsfetischistischen Ansatz der Linken aus stört am Bürgergeld vor allem, dass es den Bonzen nützen könnte und anderen Schmarotzern ermögliche, auf Kosten aller zu leben. Volkspädagogik, nicht kritische Analyse ist angesagt:
 
"Vor diesem Hintergrund verwundert nicht, daß viele Erwerbslose froh sind, einen Ein-Euro-Job zugewiesen zu bekommen. So mies Bezahlung und Arbeitsbedingungen auch sind – Hauptsache man kommt raus aus der Bude, man kommt unter Leute und ist in einem strukturierten Alltag eingebunden." (Junge Welt 15.9.2006 )
 
Klar, wenn man zuviel RTL gesehen hat, könnte einem der Eindruck kommen, hinter den gequälten Gesichtern, die aus den Hartz-IV-Dokus heraus bezeugen, es könnte schlimmer sein, verberge sich Kraft durch Freude und Frischluftfanatismus.
 
"Die Initiative »Freiheit statt Vollbeschäftigung« wirbt ausdrücklich: »Das bedingungslose Grundeinkommen stärkt die Unternehmen. Sie können automatisieren, ohne sich Sorgen um entlassene Mitarbeiter zu machen.« Prima, da können die Manager endlich wieder frei von Gewissensbissen ruhig schlafen." (ibid)
 
Moralinsaure Ökonomie, die von Managern Gewissensbisse statt Profitmaximierung erwartet, kommt nie ohne das Wettern auf Indidualismus und Profitgier aus:
 
"Ein Bewußtsein, daß das anarchische Wirken von Einzelkapitalen, jeder für sich, ausgestattet mit dem Trieb nach Maximalprofiten, das eigentliche Problem unserer Wirtschaftsordnung ist, geht dabei komplett unter. Wie das zentrale Steuerungselement kapitalistischer Wirtschaftsweise, nämlich blindwütige Konkurrenz der Einzelkapitale und das Ziel des Eigennutzes, des Maximalprofits, durch eine alternative gesellschaftlich vermittelte Logik ersetzt werden kann, dieses Problem existiert für die Vertreter des bedingungslosen Grundeinkommens nicht einmal im Ansatz." (ibid)
 
Eigennutz ist also das höchste Übel, denn:
 
"In unserer Gesellschaft ist es doch wie in einer Wohngemeinschaft. Niemand darf sich permanent weigern, den Müll runterzubringen."
 
Wo Gesellschaft als Wohngemeinschaft erscheint und Lohnarbeit wie Müllrunterbringen ist, da will das Volk zu seinem Recht kommen:
 
"Deshalb ist immer eine Politik für das ganze Haus notwendig. Vor allem, wenn man als politische Partei Mehrheiten gewinnen will. Wenn die Linke zur Durchsetzung ihrer Ziele die Hegemoniefähigkeit erreichen will, muß sie offen sein. Offen sein für viel größere Kreise der Bevölkerung. Sie muß eine Politik formulieren, die möglichst viele Menschen mit ihren Sorgen und Nöten im Alltagsleben abholt. Deshalb gilt: Die Linke muß eine Politik propagieren für das ganze Haus."
 
Faschismus heißt jetzt Hegemoniefähigkeit und größere Kreise der Bevölkerung sind 98% sozialistische Zustimmung statt der liberalen 18%. Wo der Bauch denkt und der Schwanz mit dem Schwanz wedelt, kann Skepsis nur aus Ressentiment entspringen, keinesfalls aber eine irgendwie qualitative emanzipatorische Kritik am derzeitigen gewiss nicht neoliberalen sondern sozialdemokratischen Sozialstaat vorbringen:
 
"Die Politiker von SPD und Grünen macht im übrigen misstrauisch, dass die idee des Bürgergeldes auch von den wirtschaftsliberalen der FDP vertreten wird. auch Grünen-Chef Bütikofer begründet seine Skepsis zum Teil mit dem liberalen Ursprung des Konzeptes, dessen erster Wegbereiter der US-Ökonom Milton Friedman war." (taz, 25.9.2006)
 
Wo US draufsteht kann nur zio-amerikanische Weltverschwörung drinsein und deshalb versucht man krampfhaft eine Idee, die so ähnlich und doch in wesentlichen Punkten nicht identisch seit Jahr und Tag aus den eigenen Reihen propagiert wird, irgendwie zu kritisieren, weil sie nun von der anderen Partei kommt.
 
"Man sieht: Auch von neoliberaler Seite finden sich Protagonisten des bedingungslosen Grundeinkommens. Ja, historisch sind sie sogar die Erfinder. Schwebt ihnen wirklich die Menschheitsbeglückung vor? Oder ist ihr Motiv nicht eher die elegante Entsorgung überflüssiger Arbeitskräfte? Bei gleichzeitiger Einsparung bei den Löhnen und den Lohnnebenkosten, da die Sozialversicherung ohnehin überflüssig wird. Das »Netzwerk Grundeinkommen« wirbt damit, daß »auch die Unternehmen gewinnen: motivierte Mitarbeiter/innen, mehr Risikobereitschaft aufgrund der Einkommenssicherheit, niedrigere Lohnnebenkosten.« (Junge Welt 15.9.2006)
 
Der Traum vom Recht auf Arbeit, immer schon ein reaktionärer, erblödet sich nicht, den abgedroschensten Witz der Bewegungslinken zu wiederholen: Arbeit innerhalb des Kapitalismus einfach umzuverteilen, und die einen weniger, die anderen mehr arbeiten lassen:
 
"Zum Zukunftsinvestitionsprogramm und dem Plan eines Mindesteinkommens kommt noch die Arbeitszeitverkürzung durch solidarische Umverteilung der Arbeit. Mit einer 30- bis 32-Stunden-Woche könnten weitere fünf Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden." (ibid)

Wollte man eben noch "Sozialismus" und wähnte das 800€-Modell als strukturell us-verjudet, gibt man sich nun auf einmal mit 32 Stunden zufrieden. Logisch, denn andere bringen ja auch 32 Stunden in der Woche den Gemeinschaftsmüll runter.

30.9.06 16:17
 


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