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Urban Heroes als weibliche Ehrenmörder

VIVA hat einen neuen Liebling: Liza Li! Kennt ihr nicht? Na, dann wird's höchste Zeit. Wir stellen euch die 18-jährige Power-Rotz-Göre vor!

Damit gehört die süße Düsseldorferin wie ihre Sangeskolleginnen Sha oder La Fee zu der neuen Sorte Rrriot Grrrlllss, die echt kein Blatt vor den Mund nehmen. Und sich wehren, wenn jemand ihnen krumm kommt. Respekt! Logo, dass Liza Li das Erschießen nur symbolisch meint...

"Mir geht es um Unabhängigkeit. Wenn ein Mädel betrogen worden ist, will ich ihr sagen: Scheiß drauf, lass dich davon nicht runterziehen. Es gibt so viele andere Jungs!"

So featured VIVA-TV das wohl derzeit übelste, gewaltverherrlichendste Stück der deutschen Popszene. Der Riot Grrrrl - Feminismus, so könnte man denken, würde hier lediglich von der Popindustrie gekapert und ausgelutscht ins Gegenteil verkehrt. Aber genau dieses verklemmte Selbstbewusstsein, das hier gepredigt wird, ist der eigentliche Kern des Riot Grrrl, nicht Verkehrung, sondern notwendiges Produkt. Female Machismo als projektive Feindabwehr kann nur in Gewaltphantasie gegen den inneren Feind, "die kleine Schlampe" oder den verklemmten, notgeilen Softy, vollzogen werden, und steht darin dem männlichen in nichts nach.

Die Verachtung gegenüber weiblicher wie männlicher Schwäche (v.a. Lüsternheit) propagiert die Schaffung eines Übermenschen, der allen Ansprüchen genügt, sei es der intelligente, asexuelle, sensible, Supermann ohne die üblichen männlichen Schwächen - eine Vaterimago, die Begehren im richtigen Moment abweist, zeigt und nicht zeigt, verbietet und doch erlaubt - sei es das Supergirl, das dem nur zu oft realen gewalttätigen männlichen Bedränger allein durch Identifikation begegnen kann, indem es selbst zum Bedränger wird.

Und so gerät Liza Li zur postmodernen Ehrenmörderin, die ihr Opfer durch die gesamte Stadt im "urban hero"-chic - Verherrlichung des Raubtiers, wo seine Herrschaft unmöglich wurde - hetzt. Charakteristisch für Liza Li's Clip ist der "provokative" weibliche Griff in den Schritt. Penisneid as it's best. Das Nachahmen der männlichen Geste tritt hier nicht zur angemessenen Verhöhnung dessen auf, wie in Christina Aguileras und Lil Kims Meisterwerk der Pop-Feminismus "Can't hold us down" die Schlauchszene, sondern bleibt schlichte Identifikation. "Ich könnte dich erschiessen, und würde es geniessen" bezeugt eine primitive, unsublimierte Regung, die nur zu reale Drohung ist.

Hier wird Gewalt gegen den fremdgehenden, lüsternen Mann abgefeiert, dessen projiziertes Verbrechen darin besteht, "gerne einen Pornofilm zu dritt zu drehen". Die Strafe erfolgt allerdings nicht um Puritanismus zu predigen, sondern um für sich in vollendeter Bigotterie genau das gleiche zu optieren: "Ich brauch dich nicht du Penner, denn die Welt ist voller Männer". Die Ersetzbarkeit des Individuums in der kapitalistischen Verwertunglogik ragt bis ins Liebesleben hinein. Besonderes soll angesichts der narzisstischen Kränkung ausgemerzt werden, mit Blutvergießen. Anstatt also dem aggressiven Gehalt einer Beziehung ein reflexives Moment zu verleihen, wird die Phantasie zur Anstiftung, zur Rationalisierung. Das peinliche "Es war nur ein Traum" ist nicht Reflexion, sondern Ausflucht vor zu erwartenden Proteststürmen, Restsublimierung der Kulturindustrie. Identität ist nur als Brandmarke denkbar, das Tatoo muss mit Gewalt wiederhergestellt werden. Ein von einer Totenkopfmütze in Camouflage gehetztes Opfer, das am Ende "tätowiert" wird - dass so etwas ohne jegliches Unbehagen Eingang in die Kulturindustrie hält, gibt Anlass zur Sorge.

Identität durch den Tod (der Schuss wird durch das Tatoo nur im Bild, nicht in der Konsequenz ersetzt), das ist übelste, deutsche Ideologie, die sich da in Liza Li aufmacht, am Aggressionspotential von anderen "frechen Gören" ein paar Cent zu ernten. Der Hass über die Devotion, die einem der alltäglich als übermächtig erfahrene Verwertungsprozess abnötigt wird in Aggression gegen Schwaches, was zur Herrschaft reizt, umgelenkt. Rationalisiert wird durch einen übermächtigen Angriff, "warum tust du mir so weh", das Eindringen eines illegitimen Dritten in die traute Dyade und Verrat, den Dolchstoß. Kaschiert wird das alles durch die Harmlosigkeit einer "süßen Achtzehnjährigen", die das Erschiessen "nur als Symbol meint". Für was Mord ein Symbol sein soll, bleibt unbeantwortet, ist es doch meist eher umgekehrt, dass Symbole für etwas Schlimmeres oder Intensiveres stehen (die Rose für die Liebe, das Messer für den Mord, die Fahne für den Staat). Es wäre aktuell (zum Glück) ein Unmögliches den Clip mit geschlechtsvertauschten Rollen abzufeiern. Dass er in dieser Form möglich ist, zeigt, was man zwanghaft auf Opfer getrimmten Gruppen alles erlaubt und ist als Symptom der Akzeptanz von Islamismus, Outgroupsexismus und Underdog-Faschismus verwandt.

Der Liza Li-Clip bei You tube...

Christina Aguileras "can't hold us down"

22.9.06 13:21
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


fanclub_wiesengrund (30.9.06 20:56)
nicht zu vergessen, dass auch auf bloß musikalischer ebene das aguilerasche kulturindustrieprodukt sehr viel angenehmer ist!


nichtidentisches (1.10.06 13:39)
Genau, diese Atonalität und der befreiende Charakter des negligierten und doch präsenten Kontrapunkts im auf Versöhnung nicht aber auf Identität zielenden Dialog übertrifft um Längen den stampfenden, kollektives identisches Gehüpfe intendierenden Rhythmus, der verklemmt krächzende Gesang, der wohl auf Iteration jugendlicher Ungeduld abzielt, dazu das nur allzu sehr an faschistische Grüße erinnernde "Hey" am Beginn jedes Verses...
Wo ersteres Widersprüche beibehält und aufzeigt, soll bei letzterem die Identität von Sängerin und Publikum erstellt werden. Das befreite davonschweben Aguileras mit dem pubertären zwanghaften Rationalisieren durch den Traum zu vergleichen....ach egal: es ist einfach scheiße...


schlipsiltis / Website (9.10.06 02:15)
Wo zur Hölle bleiben die bekackten StudiVZler? :P

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