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Ihr Kinderlein komohammet...

 

 

Die Kinder des Dschihad – Die neue Generation des islamistischen Terrors in Europa. München/Zürich, Piper. 232 S. ISBN-13:978-3-492-04933-7

„Die Kinder des Dschihad“ reiht sich ein in die nur widerstrebend anlaufende Publikationswelle zum Islamismus. Die Autoren besuchten zahlreiche Familien von Selbstmordattentätern, interviewten Schwestern, Väter und Mütter von Islamisten, reisen schließlich nach Jordanien und nach Afghanistan, um dort mit Terroristen selbst ins Gespräch zu kommen. Für ein breiteres Publikum wurden historische Fakten, Recherche und eigene Thesen doch sehr ausgewogen gemischt.

Nach einem Überblick über Ursache und Wirkung des Karikaturenstreits folgt „Der Weg in den Dschihad“, ein Abriss über die Geschichte islamischer Expansion und Militarisierung der Ideologie. Erwähnt wird dabei ausdrücklich die Bedeutung süddeutscher Moscheen für die bosnischen Islamisten. Sie fungierten als „Feldlazarett“, Rekrutierungsbasen, Spendenfonds und ideologische Rückendeckung.(43) In Kapitel drei, „Die Kinder des Dschihad“ werden einige der bekanntesten europäischen, afghanischen und arabischen Gruppen vorgestellt, in biographischen Abschnitten psychologische Interpretationen angestoßen und in historischen Zwischenstücken ein Umriss der äußeren politisch-historischen Umstände entworfen. So zeigen die Autoren auf, dass in Europa den Islamisten oftmals mehr Toleranz entgegengebracht wird als in islamischen Ländern. Der libanesische Geheimdienst stellt ein Gespräch mit dem Hassprediger Omar Bakri folgendermaßen dar:

Man habe ihm unmissverständlich deutlich gemacht, dass Beirut nicht London sei und Aufrufe zum Dschihad oder Hassreden gegen andere religiöse Gruppen nicht geduldet würden. (68)

In den Stellungnahmen der befragten Islamisten bleibt ein Merkmal signifikant stereotyp: Der Einfluss von Bildern aus islamischen Krisengebieten:

Jedes Bild von weinenden und verzweifelten Muslimen in Palästina oder im Irak steigere seine Wut, erklärt er uns, „und ich frage mich, was kann ich dagegen tun“. (69)

Für den deutschen Diskurs überraschend nüchtern präsentieren die Autoren islamistische Strategien, wie die, sich auf Sozialhilfe zu beschränken und nicht zu arbeiten, um den ganzen Tag zum Gebet zu nutzen. Sozialhilfe schwäche den Westen und stärke den Islam. (54)

Islamisten missionieren als Betreiber von Sportangeboten, hochdotierte Akademiker und sogar als Mitarbeiter des Verfassungsschutzes selbst. (51) Das Problem, das sich aus diesem Angriff von liberalen Erscheinungen der bürgerlichen Gesellschaft aus auf diese selbst ergibt, ist nicht allein ein organisatorisches für den Verfassungsschutz, sondern ein philosophisches, politisches, moralisches und ethisches. Auf diese Dimensionen reflektieren die Autoren leider an keiner Stelle im Buch.

Wie die Aufforderung zum Massenmord sich als Propaganda moderner Medien bedient, wird in „Der Google-Islamismus, die virtuelle Umma“ beleuchtet. Der saudische Dissident Dr. Muhammad Al-Massari, Führer einer islamistischen Oppositionsgruppe und Betreiber eines islamistischen Internetforums fasst den Kern seines eigenen Wahngebildes treffend zusammen:

Ich kann nicht verstehen, dass die Menschen einen solch großen Unterschied daraus machen, ob jemand in Großbritannien, in Saudi Arabien oder in China geboren ist. Es gibt keinen Unterschied mehr. Die Menschen haben eine bestimmte Ideologie und einen bestimmten glauben. Es ja auch zahlreiche Konvertiten, da gibt es den so genannten amerikanischen Taliban oder den „Turnschuhbomber“, sie kommen noch nicht mal aus muslimischen Haushalten. Es ist eine Frage des Glaubens. Und wenn sie den Eindruck haben, dass gegen sie oder ihren Glauben ein Krieg geführt wird, dann reicht das bei vielen. Es ist nicht wichtig wo sie geboren wurden oder aufgewachsen sind.

Abschließend folgt mit „Die geistigen Väter und Vorbilder der Dschihadisten“ ein kurzer Überblick über die Biographien von Sayyid Qutb, Osama bin Laden und Abu Musab Al Zarqawi. Hier wäre etwas mehr Theorie angebracht gewesen. Nicht zuletzt ziehen Islamisten ihr politisches Wahngebilde aus originär faschistischer Theorie und Praxis, die zu benennen wäre, wollte man dem Titel des Kapitels tatsächlich gerecht werden.

Souad Mekhennet, Claudia Sautter und Michael Hanfeld beweisen leider mit einer wertvollen Recherche das Gegenteil ihres Fazits im Schlusswort des Buches:

Wir brauchen Imame, die Deutsch können, wir brauchen eine Institution, eine Hochschulfakultät, die Imame ausbildet und anerkennt. Ganz zu schweigen von islamischem Religionsunterricht an den Schulen. (226)

Merkwürdig erscheinen solche Gedanken vor allem, nachdem auf den 200 Seiten davor stringent widerlegt wurde, dass die Attentäter, deren Biografien umfangreich recherchiert wurden, an Desintegration gelitten hätten. Eine Leitthese, die sich durch den Text zieht, ist vielmehr, dass Vaterkonflikte, der Verlust naher Angehöriger und sexuelle Ängste bestimmend für den Wahn ansonsten gut integrierter, gebildeter, des Deutschen voll und ganz mächtiger Individuen sind. Nicht allein die Suche nach einem Kollektiv, sondern die Suche nach einem Gegenkollektiv steht im Zentrum der islamistischen Heilsversprecher. Das Buch verfängt sich in weitere Widersprüche. Der Titel behauptet noch von „Kindern“ zu sprechen, allerdings geht es im Text vor allem um erwachsene Männer, die sich erst im Rahmen der Adoleszenzkrise für das islamistische Ticket entscheiden und ihre Beschädigungen, die nicht notwendig differieren von denen anderer Menschen, auf Kosten anderer Menschen zu kompensieren trachten. Dem Titel gerecht zu werden, hieße, tatsächlich jene Kinder aufzusuchen, die in Palästina vom Säuglingsalter an militarisiert und indoktriniert werden. Davon bleibt außer der einleitenden und abschließenden Anekdote nichts, und diese ist daher kaum mehr als ein selling factor, eine tote Hülle, die den Inhalt interessanter machen soll. Man muss ja schließlich an die Kinder denken.

Nicht der ödipale Konflikt entscheidet also, ob ein Muslim Terrorist wird oder nicht, sondern die Identitätskrise der Adoleszenz, hier mit freiwilliger Feuerwehr, Wehrdienst oder politischen Aktivitäten angefüllt, dort mit Abschottung, Gesinnungsterror und schließlich Gewalt genährt. Auf die Banalität des Bösen zu rekurrieren bedeutet dann ein Spannungsverhältnis zwischen anthropologisierenden Thesen über das Schlechte im Menschen allgemein und den angehäuften äußeren Bedingungen, deren Argument aber nur Schein ist und diesen für wahr zu erachten bedeutet wiederum, das Argument des Islamisten zu seinem eigenen zu machen, also seine Jeremiade als Begründung für seine Tat zu nehmen. Gänzlich ins Gegenteil verkehrt sich der übrige Inhalt des Buches auf Seite 231, wo es selbstherrlich urteilend heißt:

Diese Fundamentalopposition haben sich die Amerikaner selbst herangezogen. Niemand glaubt, dass es um die Durchsetzung von Freiheit und Demokratie in dieser Region geht. Es geht um die Sicherung des Öls, es geht um geopolitische Interessen. In der islamischen Welt – und nicht nur dort – wird die Doppelbödigkeit einer solchen Außenpolitik ganz genau registriert. Sie spült Wassermassen auf die Mühlen derjenigen, die darstellen wollen, dass vom Westen eben nichts anderes zu erwarten sei. Und dass es also einen anderen Weg gebe, als dagegen einen Dschihad zu führen. „Der Irak ist im Moment der Dreh- und Angelpunkt für uns“, sagt ein europäischer Geheimdienstler. „Wir haben zwei Krisenherde, die dafür sorgen, dass sich junge Muslime weiter radikalisieren. Der eine ist Palästina und der andere ist der Irak. Solange die Amerikaner nicht mit all ihren Männern aus dem Land gehen, haben die Islamisten die beste Begründung zu rekrutieren.“ (231)

Solcherlei auf der islamistischen und deutschen Ideologie aufbauenden Tiefschläge stellen den Überzeugungsgehalt des übrigen Werks in Frage. Wozu hat man sich so fundiert mit der islamistischen Ideologie auseinandergesetzt, wenn man am Ende selbst auf ihre Scheinargumente hereinfällt? Deren Schein zu entblättern man auf den vorgehenden 200 Seiten angetreten zu sein vorgibt? Die Gewalt der Missionierung hat offensichtlich eben nicht nur auf junge, krisengeschüttelte Männer gewirkt, sondern schleicht sich über Hintertüren in die Köpfe der "rationalistischen" Journalisten, die auf der letzten Seite in larmoyantem Timbre Heideggerscher Couleur der Aufklärung eine Absage erteilen:

In Europa haben wir für das „Heilige“, das Unantastbare keinen Begriff mehr, nur von der katholischen Kirche wird er vertreten. Doch erscheint in unserer Gesellschaft ein Diskurs über das „Paradies“ etwa überhaupt denkbar? Wenn es zwingend geboten scheint, dass Ausländer generell die deutsche Sprache erlernen, müsste es uns umgekehrt doch darum gehen, eine Sprache, eine Diskursbasis für den Dialog mit gläubigen Muslimen überhaupt zu finden, um die Köpfe und Herzen junger Muslime zu erreichen. […] Haben wir uns mit der Parallelgesellschaft womöglich angefreundet, weil sie uns der Anstrengung enthebt, Fragen an uns selbst zu stellen? Ob uns etwas heilig ist?

Ein so jämmerliches Ende hat ein ansonsten so aufrichtig erscheinendes Buch mit für den deutschen Diskurs beachtenswert wenigen Ausfällen nicht verdient. Es wirft Fragen auf, was denn Aufklärung über den Islamismus tatsächlich bewirkt, wenn sie nicht bis zur letzten Konsequenz betrieben wird, die eben in der Solidarisierung mit dem Krieg gegen den Terror stattfinden muss und der Barbarei des Islamismus bedingungslos das Verständnis entzieht. Aus dieser Konsequenz heraus hätten Treffen der Journalisten mit gesuchten Islamisten nicht stattfinden dürfen, ohne deren spätere Auslieferung an die Geheimdienste sicherzustellen. Der Wert des scheinbar aus Individuellem geschöpften Informationsgehalts ist gering gegenüber der Chance, einem Massenmörder das Handwerk zu legen. Dessen „rationalen“ Argumente, sein nettes Lächeln sind sekundäre Erscheinungen, an denen sich nur aus populärwissenschaftlicher Ideologie ein Widerspruch zu seiner Gewalttätigkeit ergeben kann. Möglicherweise erklärt sich vieles aus einer dürftigen Literaturliste (10 Titel). Wahrscheinlicher aber ist, dass deutsche Ideologie immer dann krampfhaft um Toleranz und Verständnis heischt, wenn sie sich selbst auf die Spur zu kommen droht und in die Fratze der eigenen Geschichte blickt.

Und so psalmodiert 3sat von der Auswegslosigkeit, mit der "Kinder" von einer abstrakten Kriegsmaschinerie zu Terroristen gemacht würden, spricht ihnen jeden Subjektgehalt ab, verleumdet jene, die ihre Sprengstoffgürtel ablegten, sich der IDF stellten, verschweigt die, die den Mut haben mit dem Westen zu kollaborieren:

Die Kinder haben keine Alternative. Sie sind der aggressiven Ideologie schutzlos ausgeliefert. Der Krieg hat sie eingeholt. Wie so oft sind sie Opfer einer erbarmungslosen Manipulationsmaschinerie.

Von den Opfern dieser im Buch meist 23-jährigen "Kinder", die andere Kinder ermorden, ist dann keine Rede mehr.   

Der NDR quacksalbt:

Wie kann der Westen reagieren? Patentrezepte haben auch die Buchautoren nicht. Nur Sicherheitsmaßnahmen reichen nicht. Um die Köpfe und die Herzen junger Muslime zu erreichen, muss der Westen seine Werte auch für sie erkennbar machen: Demokratie, Toleranz und Meinungsfreiheit - gegen bloßes Gewinnstreben.

Michael Hanfeld: "Wenn man zeigen kann, dass der Westen nicht nur in reinem Materialismus besteht oder in einer militärischen Macht, dann ist schon etwas gewonnen."

Ja, wenn man dies den zeigen könnte. Dazu müsste dann ein echter, aufs wesentliche besonnene Anführer her, der den Materialisten dann schon zeigt, wie Jeder zum Seinen kommt.  

Blick.ch schwafelt in Unkenntnis des religiösen Textes:

Das ist nicht die Lehre des Korans, das ist die pervertierte Lehre eines ägyptischen Hasspredigers, Yehia Yousif, die er im «Multikulturhaus» von Neu-Ulm nach dem Frage- und Antwort-Schema lehrte: Darf ein Muslim einen Ungläubigen zum Freund haben? –Nein, denn das könnte den Muslim negativ beeinflussen.

Die Gesinnung des zu Unrecht als pervertiert verharmlosten Lehrers verteidigt Mohammed himself:

Sie wünschen, daß ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, so daß ihr alle gleich werdet. Nehmt euch daher keine Beschützer von ihnen, solange sie nicht auf Allahs Weg wandern. Und wenn sie sich abwenden, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet; und nehmt euch keinen von ihnen zum Beschützer oder zum Helfer! (Koran, 4:89)

O ihr, die ihr glaubt! Nehmt nicht die Juden und die Christen zu Beschützern. Sie sind einander Beschützer. Und wer sie von euch zu Beschützern nimmt, der gehört wahrlich zu ihnen. Wahrlich, Allah weist nicht dem Volk der Ungerechten den Weg.(Koran, 5:51)

O wehe mir! Hätte ich doch nimmermehr den Soundso zum Freund genommen! (Koran,  25:28)

 

Eine Leseprobe (Das Vorwort) gibts bei Piper


7.9.06 17:51
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Joachim (7.9.06 21:42)
ich lese Deine Texte immer wieder gerne und lerne für mich selbst ne Menge dazu. Normalerweise bin ich nicht so ein Fan von psychologischen Erklärungen für das Verhalten von Menschen, aber hier gibts doch immer wieder Denkanstösse, die dann doch hin und wieder einen Aha-Effekt bei mir auslösen. Also, freu mich schon auf weitere Texte.

Joachim

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