Startseite
    Antiamerikanismus
    Antisemitismus
    Islamismus
    Verwaltete Welt
    Kulturindustrie
    Rassismus
    Aberglaube
    Kulturalismus
    Make a wish
  Über...
  Archiv
  African Islamism
  Gesammelte Werke
  Texte
  African witch-hunts
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Sofakunst
   Wikipedia
   Fremdwörter-Lexikon
   Marx-Engels-Werke
   Asia Times
   This is Zimbabwe
   
   Achse des Guten
   adf
   africa daily
   african studies quarterly
   african sun news
   aftershow
   against
   allafrica.com
   Antibürokratieteam
   Arabs for Israel
   Jaegerzaun
   Atlas Shrugs
   Bad Blog
   Bahamas
   What is witchcraft?
   Botschaft Israels
   ca ira Verlag
   unterdemstrich
   Camera
   classless
   ChinaDaily
   Die Jüdische
   Dissidenz
   Emma
   e pluribus unum
   Ex-Blond
   EYEontheUN
   FdoG
   Frontierpost Pakistan
   Fuchsbau
   Gripsiltis
   Haaretz.com
   Hadith Database
   honestly concerned
   Iranfocus
   iraqui bloggers central
   israel defence force
   Israel News Infolive
   Israpundit
   Ivison
   Jerusalem Post
   John Cox
   kaffe ohne sahne
   Karwan Baschi
   LittleGreenFootballs
   lizas welt
   maedchenblog
   Matthias Küntzel
   MEMRI
   Middle East Info
   myissue
   nada
   No Blood for Sauerkraut!
   planethop
   prodomo
   sandmonkey
   sozioproktologe
   spirit of entebbe
   starblog
   Telegehirn
   tous et rien
   ugly dresden
   unkultur
   WADI
   weapons of modern democracy
   western resistance
   Wind in the Wires

kostenloser Counter

Webnews



https://myblog.de/nichtidentisches

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
"Antideutsche" bald unter Verfassungsschutz?

Im Spamverteiler für die deutsche Linke finden sich neben Aufrufen zur Demovergrößerung [„Intifada works!“], Angeboten von theoretischen, tibetanischen Theoriepillen [„Wie wäre es, wenn wir uns einfach mal alle lieb haben!“] und Produktwerbung [„Neuer Antifax-Reader ist da!“] stets auch siegesgewisse Botschaften über den marginalen Stand der antideutschen „Bellizisten, Rassisten und Sexisten“. Wie solche Proselyten es gerne hätten, ist leider tatsächlich die Anzahl der Antideutschen gering, wenn auch manche einen gewissen theoretischen Aufschwung zu erkennen meinen.

Da scheint es erfreulich, wenn man doch von dem Bundesministerium des Inneren und den lieben Freunden vom Verfassungsschutz etwas Würdigung erfährt. In der antideutschen Szene hält sich fatalerweise das Gerücht, der Verfassungsschutz sei irgendwie dumm und habe keine merkliche intellektuelle Befähigung, die Texte der Antideutschen zu verstehen. Nur so ist ihnen erklärbar, dass Thesen wie diese zustande kamen:

Allerdings verleitete sie auch zu Überzeichnungen, maßstablosen Vergleichen und schließlich zu sektiererischem Sendungs- und Elitebewusstsein. So wurde den Deutschen als ethnisch definierte Entität der – offenbar genetisch bedingte – Defekt unterstellt, gesetzmäßig nach Krieg, Weltherrschaft und Massenmord zu streben. Diese „antideutsche“ Kernthese zeigt mithin ihrerseits die charakteristische Gestalt eines rassistischen Stereotyps: Einem Kollektiv werden biologisch-genetische Eigenschaften angedichtet und diese dann wiederum auf einzelne Individuen rückbezogen. Genau genommen hätten die „antideutschen“ Theoretiker, allesamt deutscher Nationalität, falls ihre Theorie richtig gewesen wäre, zuallererst Hand an sich selbst legen müssen.

So ganz unausgegoren klingt dies nicht, wenn man die eine oder andere Parole von antideutschen Demos noch in den Ohren klingen hat: „Deutsche in ein Massengrab!“ schallte es bisweilen etwas gewaltgierig unter blau-weiß hervor.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz zu unterschätzen wäre fatal. Es bemüht sich offensichtlich ernsthaft um wissenschaftliche Lösung eines Problems, das sich ihm nicht nur sicherheitspolitisch, sondern auch ethisch stellt. Im Rahmen dieser Problemsuche finden dann Symposien statt, auf denen dezidiert antideutsche Positionen ihre staatsbürgerliche Weihe erhalten. Dies freilich nur um den Preis einer Abgrenzung gegen allzu radikale Wortführer, von deren Meinung zu Israel (eine zu Marx, Adorno, etc. steht hier nicht zur Debatte) man sich doch offensichtlich nicht unterscheidet.

Martin Kloke, Autor eines Beitrages im Band „Hat Israel noch eine Chance“, herausgegeben von Gremliza bei konkret, veröffentlichte genau diesen Beitrag mit minimalen Änderungen 2004 in eben jener Broschüre "Extremismus in Deutschland" , aus der auch das obige, bekannte Zitat stammt. Seine Position macht er folgendermaßen deutlich:

Doch beschränkten sich die linksextremen Schreibtischtäter nicht auf eine revolutionsromantische Ästhetisierung von Gewalt, sondern warben unter dem Motto „Schlagt die Zionisten im eigenen Land!“ auch für einen gewaltbereiten Kampf gegen die „Erfüllungsgehilfen“ Israels in der Bundesrepublik.[...]

Nicht zuletzt linksradikale Publizisten erlagen der Faszination begrifflicher Tabubrüche; triumphierend witterten sie die Gelegenheit, Antifaschismus und Antisemitismus miteinander zu versöhnen.[...]

Nach den ehernen Gesetzen der Mediengesellschaft scheint es moralisch unverzeihlich zu sein, dass die wehrhaften Israelis, technisch ihren Widersachern weit überlegen, bei Auseinandersetzungen geringere Opferzahlen als die Palästinenser aufweisen.[...]

Für ihre hierzulande ungewöhnliche Israelsicht, die allenfalls von Teilen des protestantischen Fundamentalismus geteilt wird, nehmen sie es hin, von linken Antizionisten ausgegrenzt, angepöbelt oder gar verprügelt zu werden.

Die Israel-Apologie der jungen Linksradikalen weist phänomenologische Parallelen zu den fünfziger Jahren auf: Gleichwohl geht es den ebenso vernetzten wie zerstrittenen Initiativen und Zirkeln – gruppiert um Publikationen wie „Konkret“, „Jungle World“ und „Bahamas“– nicht in erster Linie um die Demonstration ideologischer Nähe zum israelischen Staat; das unterscheidet sie von der deutschen Linken der späten fünfziger Jahre.[...]

Es folgt die etwas scheinheilige Abgrenzung von allzu Radikalen, bei denen man aber mitunter gerne auch einen Beitrag veröffentlicht:

Wortführer wie Hermann Gremliza (Konkret) und Julius Werthmüller (Bahamas) suchen in ihrem Israel-Kult, ungeachtet ihres Dissenses in Detailfragen, vor allem nach Bestätigung jener vergangenheitspolitisch motivierten Deutschlandkritik, die im vermeintlich ewigen Antisemitismus der Deutschen den hermeneutischen Schlüssel zum Verständnis auch heutiger Weltpolitik zu sehen vermeint.

Ein sympathischer Schluss:

Im Rahmen eines breiten globalisierungskritischen Volksfrontbündnisses von links bis rechts könnte sich eine postmoderne Linke daran gewöhnen, „die Juden“ beziehungsweise „den Staat Israel“ als Verkörperung abstrakter (umhervagabundierender) Kapitalflüsse wahrzunehmen – und für zunehmende soziale Verwerfungen im 21. Jahrhundert verantwortlich zu machen. Die Konsequenzen eines solchen Szenarios wären – vor dem Hintergrund einer jahrhundertelangen Geschichte der Judenverfolgung – unabsehbar. Entsprechende Stimmen aus der Anti-Globalisierungsbewegung sind ein bedrohliches Symptom für das, was uns da möglicherweise bevorsteht.

Im Beitrag, der in der gleichen Broschüre auf seinen folgt, hat ein Vertreter des Bundesamtes für Verfassungsschutz selbst das Wort: „Massiver ideologischer Streit zum Nahost-Konflikt unter Linksextremisten“:

Agitation, die völlig ohne Rückhalt in der Realität konzipiert wäre, bliebe, so die Erfahrung, zumeist erfolglos. Und so beschrieb diese überspitzte, aber im Kern keineswegs völlig unzutreffende Agitation den virulenten Antisemitismus im arabischen Raum viel offener als man dies in der europäischen Presse üblicherweise zu lesen bekommt. Sie konnte nach Einsetzen der palästinensischen Selbstmordattentate gegen israelische Zivilisten mühelos verschärft werden: Der „Islamfaschismus“ wurde von „Bahamas“ nunmehr als Wiedergeburt des Nationalsozialismus analysiert. [...]

Anderwärts wanderten ganze Gruppenstrukturen der Autonomen in die „antideutsche“ Richtung ab. Bisweilen zog sich der Bruch durch langjährige Kollektive, sprengte Wohngemeinschaften, beendete persönliche Freundschaften. [...]

Dabei hat sich die antideutsche Argumentation im autonomen Spektrum keineswegs überall in der übersteigerten Form der „Bahamas“- und „konkret“-Position durchgesetzt. Vor allem die unmittelbare Parteinahme für den Staat Israel stieß auf Widerspruch: Eine Bezugnahme auf Staaten und Nationen, so hieß es in einer sich herausbildenden, gewissermaßen zentristischen Position, die sich in Absetzung von den „Antideutschen“ gerne als „antinational“ bezeichnet, sei mit autonomen Prinzipien unvereinbar. Autonome hätten stets gegen staatliche Strukturen und nationale Identitäten einzutreten; gleichwohl sei den Überlebenden des Holocausts einzuräumen, dass ihr Staat aus historischen Gründen der letzte sei, der zur Auflösung anstehe. Im Übrigen habe die Linke in Israel auf fortschrittliche Kräfte der Friedensbewegung zu setzen und keineswegs eine Kritik der Regierung Sharon zu unterlassen. Was die Palästinenser angehe, seien Selbstmordanschläge als unvertretbare menschenverachtende Praxis und islamistische Gruppen als emanzipationsfeindlich abzulehnen.

Eine solche, nach autonomen Maßstäben durchaus konsequente und abgewogene Position befindet sich jedoch bei einer stark moralisierten und emotionalisierten Auseinandersetzung zwischen zwei Fronten. Sie steht der Dynamik extremistischer Bewegungen entgegen, sich stets zu der scheinbar radikalsten und kompromisslosesten Position bekennen zu wollen. Historische Erfahrungen mit sozialrevolutionären Bewegungen zeigen, dass sich solche „zentristischen“ Positionen in der Regel nicht behaupten können. Vor allem ist nicht klar, ob sie die in der autonomen Szene deutlich erkennbare Tendenz zur ideologisch bestimmten Paralyse und den nahe liegenden Ausweg der bisherigen Akteure, nämlich den Rückzug ins Private, auch nur annähernd aufhalten kann. [...]

Bei den an traditionellen „antifaschistischen“ und „antiimperialistischen“ Inhalten festhaltenden Autonomen ist indessen ein anderes Reaktionsmuster erkennbar geworden: Die Beteiligung an dem bisweilen intellektuell anspruchsvollen Diskurs wird verweigert, der damit verbundenen ideologischen Herausforderung wird – auch aus Unvermögen – ausgewichen. In dem ständig fallenden Niveau von Entgegnungen auf „antideutsche“ Texte im linksextremistischen Internetportal „Indymedia“ wird eine solche Tendenz deutlich.[...]

Zugleich findet ein Rückzug auf lokale Schauplätze und weniger konfliktgeladene Themen statt. Kampagnenorientierte Autonome finden zu ihrer Gewohnheit zurück, Politik aus dem Bauch zu bestimmen. Nicht selten ist damit ein Schulterschluss mit den bisher verachteten Traditionalisten zu beobachten. [...]

Allerdings hat auch die „antideutsche“ Fraktion mit ihrem Beharren auf einer – wohl genetisch gedachten – Disposition der Deutschen zu Faschismus und Imperialismus ein hochideologisches Wahngebilde aufgebaut. Sie hat aber immerhin das Verdienst, auch unter Linksextremisten die rassistischen und antisemitischen Dimensionen des Nationalsozialismus und vergleichbarer Diktaturen in die Diskussion gebracht zu haben. „Ohne eine ernsthafte inhaltliche Auseinandersetzung um die Themen Antisemitismus, Antizionismus und der praktischen Solidarität mit Israel“, so eine „antideutsche“ autonome Gruppe im Februar 2004, „kann es eine aktive Antifa in diesem Land nicht mehr geben.“ Im Sinne einer demokratisch verstandenen politischen Bildung wäre dies indessen kein unerwünschtes Ergebnis der aktuellen ideologischen Fehde unter Linksextremisten.

Auf dem Symposium des Bundesamtes für Verfassungsschutz am 5. Dezember 2005 war zu „Neuer Antisemitismus? Judenfeindschaft im politischen und im öffentlichen Diskurs“ folgendes Bemerkenswertes zu hören:

Von Otto Schily:

Antisemitismus kann genauso wenig wie Rassismus, Rechtsextremismus oder Fremdenfeindlichkeit etwa als ein Meinungsbeitrag unter vielen, wie er eben in einer pluralistischen Demokratie möglich sein muss, akzeptiert werden. Denn Antisemitismus ist immer ein Angriff auf das Fundament des Zusammenlebens in einer offenen Gesellschaft. [...]

Antisemitismus ist der Versuch, der Kompliziertheit irdischer Existenz auszuweichen.

Von Stephan J. Kramer, dem Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland:

Es bedeutet sicherlich auch keine Verbesserung des Erkenntniszustands über den Antisemitismus, wenn wir den im 19. Jahrhundert begründeten „rassistischen Hass“ also den eigentlichen Antisemitismus vom Antijudaismus, also der religiös begründeten Feindschaft zu trennen versuchen.

Auch ist es für eine seriöse Debatte um die Wurzeln des Antisemitismus und dem interreligiösen Dialog nicht gedient, wenn man einerseits auf die vorgeblich antijüdischen Passagen des Neuen Testaments eingeht, die verbindlichen Lehrgrundlagen des Islam, also den Koran, und seine zur Verfolgung, Bekämpfung und Vernichtung der Juden bis in die heutige Zeit aufrufenden Suren, aber unberücksichtigt lässt.

Statt dem ehrenwerten Martin Kloke sprach diesmal der notorische Gutmensch Klaus Holz und verbreitete neben stattlicher Quellenschau viel postmodernen Blödsinn:

Hätten sich die Rothschilds im 19. Jahrhundert entschlossen, ihre Bank zu verkaufen, hätte diese Entscheidung zu keinerlei Reduktion des Antisemitismus geführt. Heute hingegen, so Michel Wieviorka, würde eine »Verhandlungslösung des israelisch-palästinensischen Konfliktes (. . .) entschieden zur Eindämmung des Antisemitismus beitragen«. Kurz, ich meine, daß Brian Klug zuzustimmen ist, »that the hostility towards Israel, at bottom, is not a new formof antisemitism; it is a function of a deep and bitter political conflict. [...]

Auch wenn es entsprechende Vorkommnisse gibt und eine seriöse Untersuchung aussteht, kann man von einem generellen Antisemitismus weder in der radikalen Linken in Deutschland noch in derjenigen etwa Frankreichs sprechen. Offensichtlich existieren starke Gegenkräfte innerhalb der Linken selbst. Nicht unerwähnt bleiben soll auch, dass der Antisemitismusvorwurf gegen die radikale Linke zuweilen instrumentalisiert wird – sei es, um die Linke zu delegitimieren, sei es, um die eigene Sekte im linksradikalen Spektrum zu profilieren. [...]

In dem Maße, wie der Gegensatz zwischen Morgenland und Abendland reproduziert wird, gewinnt die Konstruktion des Dritten an Attraktivität. Das Dritte wird in dem Maße bedeutend, wie die duale Unterscheidung Sinn, Ordnung und Identität stiftet. Ohne Dual ist das Dritte nicht in Sicht. Auch deshalb muss die Reflexion wie die Bekämpfung des Antisemitismus mit der Reflexion und Bekämpfung der Feindschaft gegen die Muslime verbunden werden. Der Anti-Antisemitismus braucht den Anti-Rassismus und umgekehrt.

Dr. Stefan Kestler vom Bundesamt für Verfassungsschutz, Privatdozent an der Universität Bamberg zitiert in seinem Beitrag „Antisemitismus und das linksextremistische Spektrum in Deutschland nach 1945“ einen antideutschen Gassenhauer:

Bereits Ende der sechziger Jahre formulierte Jean Amery apodiktisch die bis in unsere Tage gerne zitierte Ansicht, dass sowohl im „Antiisraelismus“ als auch im Antizionismus der Antisemitismus so zwangsläufig enthalten sei wie „das Gewitter in der Wolke“. Fasst man also Antizionismus dergestalt kategorisch als eine moderne Spielart des Antisemitismus in einem extremistischen Kontext auf, dann dreht es sich „hierbei um die besondere ideologische Verzerrung und pauschalisierende Verächtlichmachung des jüdischen Staates, die sich ebenfalls traditioneller antisemitischer Stereotype bedient (antisemitisch konnotierter Antizionismus) und sie in der Kommentierung aktueller politischer Geschehnisse zur Anwendung bringt“. [...]

Was nicht vor Irrtümern schützt:

Die aktuelle Form der ideologischen Partnerschaft zwischen Palästinensergruppen und Linksextremisten ist aber nach Maßgabe von Verfassungsschützern eher als „sekundär antisemitisch“ einzustufen und gleicht damit entsprechenden Ausprägungen eines „strukturellen Antisemitismus“. Es ist weder ein durchgreifender antisemitischer Trend in dieser Szene festzustellen, noch gibt es überzeugende Hinweise auf eine zielgerichtete Zusammenarbeit mit dem gewaltbereiten islamistischen Lager. [...]

Erstaunlicherweise blenden die sich selbst als „Linkskommunisten“ bezeichnenden Antideutschen bei dieser speziellen Art ihrer Kritik beharrlich aus, dass der von der NS-Propaganda „so wirksam verbreitete Mythos einer von der jüdischen Hochfinanz kontrollierten und manipulierten westlichen Welt“ bereits seit den sechziger Jahren nahezu adäquat von der UdSSR adaptiert und dort von neuem missbraucht wurde.

Nicht alles, was der Verfassungsschutz über die Antideutschen behauptet ist wahr. Allerdings ist nur wenig gelogen und dies mehr aus einem Missverständnis als aus einer bösen Absicht oder gar notorischer Dummheit. Viele peinliche Zitate sind voll und ganz im Rahmen des Vorstellbaren, auch die antideutsche „Linke“ ist keineswegs frei von den Bewegungskrankheiten Übereifer, kollektiver Dünkel und Drang zur Tat, deren Symptome der Verfassungsschutz nur aus einer ethischen Perspektive heraus beschreiben kann. Die Beiträge der beiden angegebenen Veröffentlichungen sind auch für profunde Kritiker des Antisemitismus noch lehrreich und entsprechen dem wohl höchsten auf dieser Ebene zu erwartenden wissenschaftlichen Niveau, was man von Beiträgen zu dem Thema aus der Linken nicht behaupten könnte. Anders als Robert Kurz und andere Apologeten und Proselyten der antiimperialistischen Volksfront indyfadattac nehmen die derzeitigen Innenminister und ihre Institutionen das Thema Antisemitismus sehr ernst, befragen verschiedene, kluge Leute und versuchen ehrlich zu einer Antwort zu kommen. Dabei helfen können ihnen "die Antideutschen" kaum, nur einen "Feind" stellt man sich wahrlich anders vor.

Zitate von Martin Kloke, einem auch außerhalb der regierungssoffiziellen Broschüren sehr lesenswertem Autor:

„Antisemitische Obsessionen“ taz 31.7.2005

Gleichwohl scheut Kraushaar eine tiefergehende und womöglich schmerzhafte Selbstreflexion. Er weigert sich, die offensichtlichen Korrelationen zwischen neulinkem Antizionismus und traditionellem Antisemitismus als das zu bezeichnen, was sie waren und sind: ungeschminkte Manifestationen antisemitischer Obsessionen. Aus Furcht vor "Pauschalisierungen" hält er Antisemitismus in der APO allenfalls im Modus des "Möglichen" bzw. in Form eines "antisemitischen Latenzzusammenhanges" für real. Doch es kommt noch ärger: In seinem Exkulpationsbegehren versteigt sich Kraushaar zu der These, nicht die Jüdische Gemeinde, sondern die aus Sicht der linksextremen Guerilla wankelmütige und potenziell reformistische Linke sei der "eigentliche" Adressat des Terroranschlags im Jüdischen Gemeindehaus gewesen - eine schwer nachvollziehbare Gedankenakrobatik.

Weitere Fragen bleiben: Wann entschuldigt sich Albert Fichter bei der Jüdischen Gemeinde - jenseits einer lauen, von Selbstrechtfertigungen strotzenden "Lebensbeichte"? Fängt der "Verfassungsschutz" nun endlich ohne Wenn und Aber an, seine historische Mitverantwortung für die Entfesselung des linksradikalen Terrorismus zu untersuchen? Was hat Tilman Fichter, den langjährigen Referenten des SPD-Parteivorstandes, bewogen, das Geheimnis seines jüngeren Bruders für sich zu behalten? Fragen, für deren Beantwortung sich auch die Berliner Justizbehörden interessieren müssten. Dass ihre Ermittlungsakten "verschollen" sind, lässt Böses ahnen. Es gibt offenbar Kreise, denen eine Strafvereitelung noch immer gelegen käme.

Bemerkungen zur "Debatte" zwischen Matthias Lorenz und Klaus Holz vs. Lars Rensmann:

Die Studie "Demokratie und Judenbild" von Lars Rensmann habe ich vor zwei Jahren sehr genau gelesen – sie ist in meinen Augen das Beste, was in den letzten Jahren zu diesem Thema erschienen ist. Und ich weiß, wovon ich schreibe – seitdem ich vor gut 15 Jahren die erste mentalitätsgeschichtliche Untersuchung zum israelfeindlich motivierten Antisemitismus in der deutschen Linken veröffentlicht habe.

Noch ein lesenswerter Beitrag von Kloke, aus dem etwas von der Skepsis, gegenüber dem eventuellen Philosemitismus zahlreicher Antideutschen erklärbar wird: "Endzeitfieber und Pulverfass. Israel und der christliche Fundamentalismus in Deutschland."

30.8.06 23:11
 


Werbung


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Tante Emma (31.10.07 13:18)
Versteh ich das richtig ja?Du bist wirklich der Meinung das man das Persische Volk ausrotten sollte weil du denkst etwas ueber sie zu wissen?
Wusstest du das ein wichtiger Grund fuer die Abneigung gegen Israel der ist,das Israel im Irak-Iran Krieg an beide Parteien alles an Waffen verkauft hat was benoetigt wurde!!!Da stellt sich die Frage einfach nach dem warum!!!
Warum so undankbar??
Wir haben nicht wie die Deutschen,Russen ect.versucht sie auszurotten!!!
Ohne die Persiche Geschichte waeren die Juden schon in Babylon damals ausgerottet worden.
Aus der Sicht eines Persers und Moslems kann ich dir nur sagen,das ich,wir, Juden,Christen,Bhuddisten,Hindus,Atheisten einfach alles ehren und schaetzen.
Wichtig ist fuer dich doch eher warum damals Jesus A.S davon gesprochen das in seinem Namen viele Sterben werden und viel unheil verbreitet werden wird.Was meinte er damit und wann bekennt man sich dazu,mnahct es besser beziehungsweise.
Was meinte Jesus damit als er sagte er sei gekommen um Feuer,Schwert,krieg in die Welt zu werfen.
Das man im Islam keinen steinigen darf weiss jeder,warum du nicht??
Jesus hat es doch auch erlaubt oder nicht,nur der Suendenfreie soll es halt tun!!!!
Das selbe ist im Islam auch der Fall,da es keinen Suendenfreien Menschen gibt,wird auch keiner gesteinigt!!!!
Und eine Sache zum Zionismus!
Warum demonstrieren Weltweit Rabbiner dagegen wenn es doch so sehr mit dem Judentun zusammen haengt wie du denkst und vormachen moechtset.
Einfach mal den Thalmud lesen und dann weiss wogegen die Rabbiner demonstrieren.
Willst du auch denen Wahnsinn und Judenhass vorwerfen???:-)
Einfach malo das obere Ende von deinem Koerper zum denken hernehmen dann klappst besser wie hier denke ich!!!!!

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen
s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung