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Generation Gaza


Zugegeben, es ist schon länger her. Am 6. Juli 2006 veröffentlichte Mark Terkessidis in der berüchtigten tageszeitung einen Kommentar zu Israel im Allgemeinen. Bereits der Titel sollte klären, wer hier schuld an allem ist: „Geisel der eigenen Politik“ ist Israel, nicht etwa die entführten Hamas-Regierungsmitglieder.
Antisemiten werden eingangs darauf konditioniert, dass die antisemitische Presselandschaft in Deutschland immer noch „Verständnis für die Aktionen der israelischen Armee“ zeige, die „
derzeit den Gazastreifen bombardiert und zeitweise von Strom, Wasser und Lebensmitteln abschneidet“.

Die allerseits herbeigedrohte humanitäre Krise in Gaza ist immer noch nicht eingetreten, im Gegenteil, das israelische Außenministerium listet akribisch alle Hilfslieferungen auf, darunter: 2 Lastwagen Zigaretten. Ob das den „Anti-Raucher-Muslims “ gut tut? Oder auch nur „Teil einer systematischen Strategie zur Zermürbung jedes palästinensischen Widerstandes“ ist?

Um eines klar zu stellen: Hier ist nicht der Widerstand von Feministinnen, Homosexuellen oder Demokraten gegen die islamistische Hamas die Rede. Auch nicht von den palästinensischen Kollaborateuren, die zugunsten einer besseren Gesellschaft mit den Israelis sympathisieren. Widerstand ist für einen Rassismusforscher nur dann gegeben, wenn es gegen die Juden geht. Diese, so hört man vollführten

eine Kombination aus der Verwandlung des Gaza-Streifens in ein „autonomes“ Großgefängnis, der konsequenten Besiedelung des Westjordanlandes und Ostjerusalems sowie der gleichzeitigen Zerstörung jedes berechenbaren Alltagslebens bei den Palästinensern.

Zu einem berechenbaren Alltagsleben eines Palästinensers gehört anscheinend, dass er nicht jeden Morgen auf ein jüdisches Haus blicken muss, oder dass er im Waffenschmuggeln derart eingeschränkt ist, dass die Gewehrpatrone 4 Dollar kostet. Weil die israelische Armee wie ein sprungbereites Raubtier auf einen „willkommenen Anlass“ wartet, eine ihrer „berüchtigten Interventionen“ zu unternehmen, wurde auch die „Räumung der israelischen Siedlungen in Gaza von niemandem begrüßt.“ Vielleicht hat Terkessidis kein Fernsehen gesehen, aber die Freudenfeiern auf den Trümmern der Siedlungen, die Freudenschüsse von Jugendlichen, das Jubilieren der Hamas über den Erfolg ihres „Widerstandes“ muss ihm doch irgendwie zu Ohren gekommen sein.

Entweder also er ist total desinformiert, dann sollte er sich hüten, öffentlich zu urteilen, oder er lügt sich ganz einfach die Realität seinem Antisemitismus gemäß zurecht. Was sehr wahrscheinlich erscheint, denn er weiß:

An die Hamas konnte man sich wenden, wenn das Geld nicht mehr reichte, um die Familie durchzubringen, oder wenn man Rache wollte für das, was die israelische Armee einem antat.“

Was ja irgendwie das Gleiche ist, die Familie durchbringen, obwohl die Hamas einem am Betreten des Grenzübergangs hindert, Kindern die Sparschweine abnimmt, im Vorgarten eine Kassam abfeuert, und das anscheinend auf einmal konstruktive Bedürfnis nach Rache für Polizeikontrollen. Das „Alltagsleben der Palästinenser“ zu schützen und dessen „systematische Zerstörung“ anzuprangern liegt Terkessidis so sehr am Herzen, dass er es noch ein oder zweimal wiederholt, vielleicht hat der tazleser nicht aufgepasst. Terkessidis weiß: „Die Bürokratie wird hier bewusst kafkaesk: das Ziel ist die psychische Zermürbung.“

Es ist also klar abgesteckt, wer der Teufel hinter dem „Teufelskreis der Gewalt“ ist. Die Soldaten sind „blutjung“, „nervös“, „ängstlich“, „großspurig“ und „ekelhaft“. Auf der Gegenseite herrscht eitel Rationalität, dort „hatte die Hamas Regierung bekanntlich über die Anerkennung Israels nachgedacht.

Solcherlei Pazifismus scheiterte dann aber an einem einfachen Grund:

Tatsächlich hatte die israelische Regierung an der Anerkennung durch die Hamas gar kein Interesse. Schließlich ist es in den letzten Jahren gelungen, jeglichen Widerstand der Palästinenser als unbegreiflich und fundamentalistisch dastehen zu lassen.

Begreiflich könnte der Widerstand werden, wenn man ihn als antisemitisch versteht, begreiflich ist er dadurch auch dem Antisemiten:

Solche Anschläge [„grauenhafte Selbstmordattentate“] erscheinen den gewöhnlichen Israelis auch deswegen so barbarisch, weil sie nichts von den Zuständen in den Autonomiegebieten wissen.

Hätte man gewusst, dass der Selbstmordattentäter Numero 135 wie üblich aus gutem Hause stammt, in Westeuropa studierte, Muhammad heißt, 23 ist und Briefmarken sammelte, dann hätte man anscheinend mehr Verständnis für seinen Massenmord? Irgendwie nur in der Logik eines Antisemiten verständlich:

„Mit dem Amtsantritt von Ariel Scharon hat die israelische Regierung bewusst die Vorraussetzungen für Frieden und Sicherheit zerstört und es gleichzeitig geschafft, diese Politik als alternativlosen Garanten der Stabilität zu präsentieren.

Und weil es für einen Rassismusforscher sich verbietet, etwas von Antisemitismus zu verstehen, leistet man anderen Antisemiten Hilfestellung zur Standardübung, der "Antisemitismusvorwurfkeule":

Gegen die internationale Kritik gehen die israelische Regierung und vor allem deren Lobby-Organisationen in den USA erfolgreich mit dem Vorwurf des Antisemitismus vor. […] Aber wer Menschenrechtsverletzungen in Israel anprangert, auch als Deutscher, ist noch lange kein Antisemit.

Was denn dazu gehört, zum Antisemit sein, weiß Terkessidis irgendwie auch nicht. So Stereotype halt. Schon am 3.2.2004 versuchte er ebenfalls in der taz zu beweisen: „Ein grassierender islamischer Antisemitismus in Europa ist durch Studien nicht belegbar. Doch mittlerweile werden
antisemitische Stereotype auf "die Muslime" übertragen.


Islamphobie sei der folgende Gedanke: „Eine weltweit verbreitete, verschlossene, fanatische Religiosität, die schon seit Jahrhunderten expansive Bestrebungen hat, bedroht "uns" mit Flamme und Schwert.“ Wo dieser Zustand offensichtlich Realität ist, im Gegensatz zu allen antisemitischen Halluzinationen, folgt Terkessidis seinem Vorbild und halluziniert mit "Étienne Balibar die neuen Formen des Rassismus als "verallgemeinerten Antisemitismus".

Man stelle sich also ein Buch vor, in dem behauptet würde, die deutschen Juden wären die Lobby eines neuen Faschismus in Israel, der mit Hilfe der USA eine "neue Weltordnung" errichten wolle. Wahrscheinlich würde es sofort eingestampft. Zu Recht.

Ja, man stelle sich ein solches Buch vor. Oder lese UN-Resolutionen oder Artikel in der taz von Mark Terkessidis, und rede dann noch davon, dass solche Bücher kein Publikum hätten.

Was in dieser Debatte "geboren" wird oder zumindest voll zum Tragen kommt, ist tatsächlich eine neue, "verdrehte" Form von Antisemitismus. Denn nun präsentieren sich die Mehrheitsangehörigen so, als seien eigentlich sie die - ganz persönlich betroffenen - Opfer von Rassismus.
(taz 7.12.1998)

Ob Terkessidis nicht merkt, dass sein eigener Satz zur Walser-Debatte sich nun gegen ihn wendet? Oder ob er einfach wirklich nicht weiß, was Antisemitismus ist und wo er sich vom Rassismus unterscheidet? Eine überflüssige Frage, denn Terkessidis outet sich mit seinem Beitrag als Antisemit mit den hinlänglich bekannten „Argumenten“ und psychologischen Tricks.




Männliche Hamas-Mitglieder in vollem Ornat bei antirassistischer Demonstration...


Hamas-Frauen bei einer Gruppensitzung zu diskursgeschichtlichen Fragen des Antirassismus im Koran.


Der einzige Stand einer Buchmesse in Gaza. Im Hintergrund antirassistische Parolen...
8.8.06 22:59
 


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(9.4.12 17:50)
dfsgdsfg

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