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Antifreudianische Frontberichte



Wer noch Heide Oestreichs Buch Der Kopftuchstreit. Das Abendland und ein Quadratmeter Islam kennt, wird sich wundern, was die von Islamisten gelobhudelte Feministin auf einmal alles über Sigmund Freud weiß.

"Und die Frau will bei Freud nur dies: vom Mann geliebt zu werden - und dann ein Kind."

Das ist schon mal falsch. Nach Freud will auch die Frau von der Mutter geliebt werden. Aus mehreren Gründen, von denen der Penisneid einer sein kann, wechselt sie im allgemeinen mehr oder weniger konsequent das Objekt und wendet sich dem Mann zu. Die Frage, die Freud aufwirft, ist: Warum will die Frau vom Mann geliebt werden, wo doch das normale infantile Objekt die Mutter ist? Was führt zu dieser absurden Entscheidung, wenn ein natürlicher Trieb ausgeschlossen wird?

Die Annahme: "Die Klitoris als Penisersatz müsse aufgegeben werden..." findet Oestreich frauendiskriminierend. Freud aber spricht mehrfach vom "Penisäquivalent" Klitoris und wer Freud liest, weiß genau, dass er mit Äquivalent den Wortsinn stets meint. Oestreich dagegen weiß, wie man zumindest den Schein von Belesenheit durch Name-dropping und Faktizität erscheischende Sprache erweckt:

"Damals schon fiel der Psychoanalytikerin Karen Horney auf, dass hier ein "phallischer Monismus" am Werk sei: Als einziges Lustorgan gilt der Penis. Es gibt in dieser Darstellung kein zweites Geschlecht, das ebenfalls autonom Lust produzieren und genießen kann. Es gibt nur den Penis oder nichts."

Wieder einmal wird Horney als gewaltige Theoretikerin gefeiert, ohne die Kritik Adornos an ihr zu rezipieren. Über einen Toten Lügen zu verbreiten ist leicht. Bei Freud finden sich zahlreiche Erwähnungen über Studien zur weiblichen Sexualität, Beschreibungen von infantiler Masturbation bei Mädchen und nicht zuletzt: Auch bei Freud dient der Penis nicht als alleiniges Lustorgan, das autonom von Vagina und Klitoris funktionieren würde. Vielmehr stellt doch gerade der Entdecker der Partialtriebe und des Fetischismus die relative Beliebigkeit der erogenen Zonen heraus, die nur durch einen eigenartigen psychischen Prozess, den zu werten Freud sich verbietet, auf die Genitalien gebündelt werden. Die Lust der Mannes ist primär an den mütterlichen Attributen orientiert, aber weil Freud nun mal von der evidenten psychologischen Bedeutung des Penis schreibt, ist er bei aufgekratzten Feministinnen sofort ein patriarchaler "phallischer Monist".

Was Freud schon ellenlang ausführt, wird dann als Neuentdeckung und Überwindung gefeiert, die über das hinausführe, was nur in der Projektion von Oestreich und zahlreichen Anderen als patriarchales Erbe Freuds herumgeistert. Der Kastrationskomplex des Jungen wird als Beweis dafür angeführt, dass der des Mädchens nicht existiere. Da kann Freud noch so deutlich schreiben, dass dem Mädchen die Kastration um so glaubhafter erscheinen muss, als die gesellschaftlichen Umstände diese Wahrnehmung begünstigen. Wozu auch bei Freud schon Misogynie und Abwertung des Weiblichen gehören. Oestreich will mit verächtlichem Blick aufs Ganze:

"Die verdrängte mächtige Mutter bleibt aber nun, wie alles Verdrängte, im Unbewussten aktiv. Als die böse Frau tritt diese Figur in Märchen und Phantasien wieder auf: von der Sphinx über Medusa und diverse Hexen- und Feenfiguren bis hin zur heutigen Form der schrecklichen Verderberin, der Emanze, die die ganze schöne Gesellschaft mit ihren unmäßigen Forderungen durcheinanderbringt und die Männer - na was wohl? - am liebsten kastrieren würde. Dass eine solche Fantasie der Theorie eines erwachsenen Mannes zugrunde liegen kann, so mutmaßt auch Rohde Dachser, liege daran, dass die Geschlechterkonstellation in einem patriarchalen System ohnehin asymetrisch gedacht wird: Das männliche ist die Norm, das Weibliche die Ergänzung. Das patriarchale Weltbild ist gebaut wie eine narzisstische Männerfantasie zur Abwehr von Unterlegenheitsängsten. Deshalb fällt nur wenigen auf, dass Freuds Theorie ein Abwehrzauber ist."

Freud zu paraphrasieren um ihn dann mithilfe seiner eigenen Erkenntnisse eines Sachverhalts zu überführen, den gerade er aufgedeckt und kritisiert hat, ist schon reichlich unverschämt, aber Standardprogramm des Antifreudianismus. Freuds zugegeben gewagte evolutionistische These, dass der patriarchalen Gesellschaft die matriarchale vorangegangen sein müsse, wird unterschlagen, um Freud zum patriarchalen Sack zu formen, auf den sichs ungehemmt eindreschen lässt. Das evidente Bild der kastrierenden Frau wird von Oestreich im gleichen Atemzug für wahr wie unwahr erklärt. Als Männerphantasie sei sie vorhanden, aber wer diese analysiert, verbreite verblendeten Unsinn, Abwehrzauber. Man muss sich doch fragen, wer hier gegen die eigenen Komplexe zaubert...

Als Schreckbild wird von Oestreich die "frustrierte Emanze" entworfen. Als würde man Emanze, weil es einem gut geht, oder weil man dazu geboren würde. Emanzipationsbestreben gründet in Frustration über Bestehendes! Oestreichs Pseudokritik muss verdrängen, was Grund zu Frustration ist: Dass die Existenz eines Penis' entscheidet, ob man "als Mutter nur alles falsch machen kann" oder ob man "als Vater fein raus" ist. Dieser objektive Schluss wird bei Oestreich zum Produkt einer Männerfantasie, die sich die Welt nach dem eignen Bilde forme. Die realen Probleme, die das mit sich bringt, muss sie verleugnen.

Je weniger Oestreich den Penisneid, ein relevantes Problem in der Psychotherapie, wahrhaben möchte, desto mehr flüchtet sie zu vorgeblich glaubwürdigeren "rationalen Diskursen", in denen Argumente "schlicht" sind, wie etwa ein solches: "Die Frauen müssen mehr Geld verdienen, weil die Männer das allein nicht mehr schaffen."

Von Psychoanalyse bleibt da wenig. Die realen Kastrationsphantasien und -Ängste von Frauenbewegten ("Die Herrschaft der Schwänze, hat ihre Grenze") sind ebenso unter den Tisch gefallen, wie die Umstände, gegen die sie zu Recht aufbegehren. Bei Oestreich gibt es nur einen Diskurs, der "autonomen Frauen" vorwirft, zu kastrieren, und einen, der rationale, schlichte Argumente vorbringt. Von einem psychoanalytischen Diskurs um die Form von Penisneid und Kastrationskomplex hat sie so wenig begriffen, dass sie nicht einmal weiß, ob sie jetzt dagegen oder dafür argumentiert hat. Für sie ist nur klar: Eine Theorie, in der Frauen Unterdrücker wie Unterdrückte gleichermaßen sind und komplizierte Zustände so etwas wie Dialektik hervorbringen, muss Quatsch sein.

Für einen Artikel in der taz vom 22.23. Juli 2006 hat es gereicht, die Ausgabe strotzt ohnehin nur so vor Antizionismus und daher fällt Oestreichs niveauloser Beitrag gar nicht weiter aus dem Rahmen.

Heide Oestreich: "Penis oder nichts" aus taz 22./23. 6.2006

Ein erstaunlich kritisches Interview von Oestreich

Nachtrag: Der Artikel wurde hier nicht besprochen, um ernsthaft die Illusion zu wecken, mit solcher Ideologie in Korrespondenz treten zu können, sondern um einige Ideologeme und typische Abwehrreaktionen des antifreudianistischen Feminismus aufzuzeigen.

23.7.06 11:28
 


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