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Kritik der marinen Ökonomie...


Spongebob Schwammkopfs Welt ist einfach: Alles in ihr ist exotisch, nichts gleicht seinem Begriff. Unterwassersurfen ist in Bikini Bottom so normal wie Seifenblasen und brutzelnde Öfen. Kein Adynaton existiert hier. Keines?
Obwohl in Bikini Bottom alles absurd ist, bedarf es doch einiger Dinge, die nicht einmal aus dem Absurdesten wegzudenken wären: Spongebob und seine Freunde atmen, essen und am wichtigsten: definieren sich durch Arbeit. Diese letzte Sphäre verdeutlicht das Wesen des Warenfetischs, die unter seinen Bedingungen vorherrschende Notwendigkeit des Verwertungsprozesses erscheint unter ebendiesen Bedingungen selbst unter absurdesten Umständen noch als Naturnotwendigkeit, als unüberwindbares Äußeres.

Wo selbst die Krabbenburger aus dem Nichts kommen bedarf es dennoch eines organisierten Warentausches, Kreuzer und Taler „beherrschen“ auch hier die Welt. Der Kapitalist tritt in solchen Mythologien stets als Schatzbildner auf, als Geizhals, der sich alles erspart und darüber hinaus aus seinen Arbeitern herauspresst und Geldwaren anhäuft. Mr. Krabs und Dagobert Duck horten Geld nicht wegen seiner Eigenschaft als gesellschaftlicher Wertspeicher, sondern ausschließlich wegen der Liebe zum Konkreten des Geldes. Krabs wie Dagobert Duck riechen am Geld, küssen es, schmecken es und erleiden körperliche Qualen beim Verlust. Das Abstrakte rückt in den Hintergrund und so will es die Ideologie des Citoyen: Geld stinke und der Bourgeois sei ausschließlich am Geld interessiert, nicht aber an abstrakten Werten. Der „verfluchte Hunger nach Geld“ ist doch nur Ausdruck für die gesellschaftlichen Umstände, die wert-lose Menschen in den Wahnsinn treibt. Erst der Besitz des Wertes bringt den Ohnmächtigen vom Reich der Toten zurück, schafft Identität bisweilen sogar mit dem Objekt, wie in der Mythe von König Midas oder den Dollarzeichen in den Augen der notorischen Akkumulationsagenten Dagobert Duck und Mr. Krabs.
In der Mythologie wie in der Praxis verkehrt sich dieses Verhältnis und die konkreten Eigenschaften des Geldes wie Geruch (non olet), Farbe und Klang bewirken konkrete Reaktionen in den Individuen.

Diese sind einem strengen Funktionalismus unterworfen, ein jeder hat seine Rolle, die er nur zum Zwecke der Affirmation wechseln darf. Spongebob ist der geborene Burgerbrater, Plankton der geborene Bösewicht, und Scratch der geborene Geldverdiener. Um die Geschichte fortzuschreiben müssen sie sich stets am Ende aller Eskapaden zurückfinden und ihre Charaktermaske aufsetzen.

In der Mythologie von Spongebob ist Plankton die Verkörperung des Abstrakten, Fremden, er ist der Trickster, dessen Intervention stets vergeblich bleibt, in Affirmation resultiert. An Plankton lässt sich wieder Wahrheit über den Produktionsprozess finden: Plankton schafft es, zu durchschauen, was die ganze Ökonomie am Laufen hält, es ist wahrlich weniger das akkumulierte Geld, der Schatz, und auch nicht die Ideologie der maschinell ersetzbaren Mitarbeiter, sondern das akkumulierte Wissenskapital, die traditionsreiche Geheimformel zum Krabbenburger. Folglich versucht Plankton nicht sich wie die Panzerknacker Dagobert Ducks akkumulierte Kapital anzueignen, sondern dessen Basis, die Produktionsmittel. Das ist Raubökonomie auf hohem Niveau, nämlich nicht um abzuschöpfen, sondern um selbst in den Produktionsprozess einzutreten, Biopiraterie oder Industriespionage würde man es in der realen Welt nennen. Geld kann lediglich gegen eine Masse an Waren ausgetauscht werden, erst wenn es aber als Kapital in den Produktionsprozess eintritt, wird es geldheckendes Geld.

Kapital erwächst auf zwei Basen, der menschlichen Arbeitskraft und natürlichen Ressourcen. Letztere kommt in Spongebob nur sehr selten vor, nicht zuletzt, weil hier Natur und Arbeiter bis ins Unkenntliche verschwimmen. Lediglich in einer Folge wird eine Kolonie von Quallen versklavt um Quallengelee zu fabrizieren. Dafür muss Mr. Krabs dann schon selbst in die Pedale treten, um den nötigen Strom in der Fabrik zu erzeugen. Die Rebellion der ausgesaugten Quallen unter Anleitung des geläuterten Schwammkopfes gelingt und der Fortschritt in Form köstlicher Burgerquallensauce ist denn auch perdu, d.h. reprivatisiert für den Schwammkopf. Ohne Ausbeutung kann es keinen Fortschritt für alle geben in dieser Welt.

Arbeitskampf und Konkurrenz der Arbeiter prägen den Arbeitsalltag ebenso wie das reale Leben: Der Streik, den Taddäus gegen Mr. Crabs anzettelt läuft aus dem Ruder, angesichts der Aussicht auf einen lebenslangen Streikposten mit einem völlig verblödeten Spongebob flieht er sich zurück in das Ausbeutungsverhältnis, eine Reaktion, die angesichts mancher Montagsdemonstration nur wünschenswert wäre. Dann doch lieber Kapitalismus, als diese Kritik daran.

Spongebob, das ist personifizierte Fetischisierung, konzentriertes Kleinbürgertum, kristalline Kulturkritik für den, der sie zu lesen weiß. Hier schlägt sich ein Sammelsurium an Psychopathologie des Kapitalismus nieder, kann historischer Materialismus apokryphe Verkehrungen wie Reflektionen dieser zur Reflexion wenden.
Analysiert Spongebob! Er hat es verdient, der kleine, neurotische, metrosexuelle Unterwasserkerl.
30.6.06 01:03
 


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bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


nichtidentischer (3.7.06 13:49)
Die Stelle mit Thaddäus möchte ich revidieren, Thaddäus Parolen in dieser Folge sind ja klassisch leninistische, und von daher verfällt natürlich auch er der Idiotie des Ganzen.


nichtidentischer (3.7.06 13:54)
Es sind übrigens drei Teile geplant, ein weiterer zu Verwandtschaft und Psychoanalyse und ein dritter zu Staat und Gesellschaft in Bikini Bottom. Die für das nächste Jahrzehnt angesetzten Bände 5, 6 und 7 werde ich infolge frühen Ablebens nicht mehr vollenden können und daher die Nachwelt nur auf die Fragmente der Theorien zum
Meerwert verweisen.
Die "Meeresgrundrisse" könnten den interessierten Lektor zu einem erweiterten Verständnis führen.

Blubblubb


Bademeister (10.7.06 14:08)
Ist nicht die Gestalt von Spongebob in ihrem wahnhaften Wunsch nach Lohnarbeit (Folge 1, "Help Wanted") und dem auf dem Weg zur Arbeitsstätte immer wieder skandierten "Ich bin bereit, ja, jederzeit" so dermaßen überzeichnet, daß man hier mehr Kritik an denn Abbildung von gesellschaftlicher Wirklichkeit erahnen muß?
Das absurde Wesen gesellschaftlicher Normen wird m. E. wenigstens in Form geschlossener heterosexueller Zweierbeziehungen gekonnt persifliert, wenn Spongebob und Patrick in Folge 49 ("Rock-a-Bye Bivalve") eine von ihren Eltern verlassene Muschel aufziehen und sukzessive die traditionellen Geschlechterrollen annehmen - Patrick, mit Hut und Aktentasche, "arbeitet", während Spongebob mit Staubwedel und Schürze Windeln wechselt und Essen bereitet.
Den strukturell antisemitischen Gestalten des Mr. Krabs und Sheldon J. Plakton wird doch zumindest in Folge 23 ("Bubble Buddy") ein Mob gegenübergestellt, der den unschuldigen, von Spongebob aus Langeweile mittels einer Flasche Seifenblasenseife erschaffenen, jedoch leblosen Bubble Buddy gezieht, die Brunnen (sic) Bikini Bottoms zu vergiften. Bezeichnenderweise erfolgt ein Ausweg hier gerade nicht mit dem Mitteln der Welt über dem Meeresspiegel, wie wir sie kennen, sondern Bubble Buddy erweckt zum Leben und flieht so vor den verdutzten, mörderischen Stecknadelschwingern.

Wenn das keine Kritik ist!


nichtidentischer (11.7.06 13:27)
vielen vielen dank für die wertvolle ergänzung! Und v.a. über die korrekten Namen.

Bubble buddy (Kumpelblase) halte ich auch für eine der besten Folgen. Ebenfalls die Rock-a-bye Bivalvae!
Bei Meerjungfraumann und Blaubarschbube (vereint!) bin ich mir noch nicht so sicher, auf jeden Fall nervt es, die Folge zu sehen. Kritik ist auf jeden Fall drin zu finden.

Die Einstellung (ich bin bereit) wird nur leider auschließlich als Ideologie gezeichnet, die jenseits äußerer Zwänge irgendwie wesenhaft den Figuren angeboren ist.
Thaddäus finde ich noch wichtig, weiter zu analysieren. Der mürrische, gescheiterte Intellektuelle, der den zivilisatorisch fortschrittlichsten Bau bewohnt, ist er Kleinbürger oder Bourgeois? Da bin ich mir noch nicht sicher....


Bademeister / Website (9.9.06 16:11)
Was die "Ich bin bereit"-Einstellung angeht: Spontan würde ich sagen, daß diese Spongebob angebohren ist wie den meisten Comicfiguren all ihre Einstellungen angebohren sind. Damit will ich nicht sagen, die Kritik daran sei ungerechtfertigt, es scheint mir lediglich ein verbreitetes Phänomen zu sein. Nicht nur in Bikini Bottom!
Squidward Tentacles (Thaddäus Tentakel) ist in meinen Augen ein astreiner Kleinbürger: In Folge 14 ("SB-129") flieht er, um in Ruhe sein Klarinettenspiel zu verfeinern, zunächst in die Zukunft - diese ist ihm jedoch zu fortschrittlich, weshalb er anschließend in die Steinzeit reist, die er als viel bequemer, weil nicht von lärmender Technik dominiert empfindet. Er zieht die Gegenwart lediglich deshalb vor, weil sein Leben durch urzeitliche Versionen von Spongebob und Patrick bedroht war. Ein wirklicher Intellektueller ist er ja auch nicht, er wäre es nur gern, was man in jeder Folge erkennen kann, in der er seinem alten Erzrivalen Squilliam Fancyson (Siegbert Schnösel) begegnet; dieser hat alles, was Squidward gern hätte: Reichtum, Begabung, Schönheit, und vor allem Verve. Squidward selbst ist dagegen immer nur ein ärmlicher Abklatsch, und genau diese kleinbürgerliche Existenz im öden Loch Bikini Bottom macht ihn zu dem mürrischen Ekel, das er ist.
(Ich merke gerade, daß ich damit gewissermaßen meine frühere Behauptung, Comicfiguren seien alle Einstellungen angebohren, widerlege. Mist!)
Ein Faschist immerhin ist er aber nicht. In Folge 26 ("Squidville") zieht er aus seiner osterinselesquen Behausung aus und ein in ein Dorf, das komplett von Tintenfischen bewohnt ist, die genauso sind wie er - kurze Zeit ist er glücklich, nach wenigen Tagen jedoch hält er diese Uniformität nicht mehr aus (ebensowenig wie den den Bewohnern mangelnden Sinn für Humor) und kehrt zurück zu Spongebob und Patrick, die ihn fortan wieder mit ihrer ewig fröhlichen Aura nerven.


Nichtidentischer (9.9.06 16:58)
Ah, aber auch in dem Kleinbürger Thaddäus wohnt das Potential zum korrigierenden Kritiker, zum echten Künstler, siehe die Folge, in der er am Ende doch zufällig einen Apoll von delphi aus dem Stein meiselt.
Seine Kritik ist häufig ätzend, aber meistens gerecht. Ich würde ihn als stets aufs Nichtidentische (Ich will nicht so sein wie ihr) und doch insgeheim Identität heischende Figur interpretieren.
Naja, es ist halt viel mehr Dialektik drinne in diesem Schwamm. Wenn man sie nur herauspressen könnte...
Danke für den Beitrag!

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