Startseite
    Antiamerikanismus
    Antisemitismus
    Islamismus
    Verwaltete Welt
    Kulturindustrie
    Rassismus
    Aberglaube
    Kulturalismus
    Make a wish
  Über...
  Archiv
  African Islamism
  Gesammelte Werke
  Texte
  African witch-hunts
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Sofakunst
   Wikipedia
   Fremdwörter-Lexikon
   Marx-Engels-Werke
   Asia Times
   This is Zimbabwe
   
   Achse des Guten
   adf
   africa daily
   african studies quarterly
   african sun news
   aftershow
   against
   allafrica.com
   Antibürokratieteam
   Arabs for Israel
   Jaegerzaun
   Atlas Shrugs
   Bad Blog
   Bahamas
   What is witchcraft?
   Botschaft Israels
   ca ira Verlag
   unterdemstrich
   Camera
   classless
   ChinaDaily
   Die Jüdische
   Dissidenz
   Emma
   e pluribus unum
   Ex-Blond
   EYEontheUN
   FdoG
   Frontierpost Pakistan
   Fuchsbau
   Gripsiltis
   Haaretz.com
   Hadith Database
   honestly concerned
   Iranfocus
   iraqui bloggers central
   israel defence force
   Israel News Infolive
   Israpundit
   Ivison
   Jerusalem Post
   John Cox
   kaffe ohne sahne
   Karwan Baschi
   LittleGreenFootballs
   lizas welt
   maedchenblog
   Matthias Küntzel
   MEMRI
   Middle East Info
   myissue
   nada
   No Blood for Sauerkraut!
   planethop
   prodomo
   sandmonkey
   sozioproktologe
   spirit of entebbe
   starblog
   Telegehirn
   tous et rien
   ugly dresden
   unkultur
   WADI
   weapons of modern democracy
   western resistance
   Wind in the Wires

kostenloser Counter

Webnews



https://myblog.de/nichtidentisches

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Feminismus als Eskapismus


Judith Butler with Bear - by Gordon Lester

Wer Staat nur als Patriarchat begreifen kann und kapitalvermittelte Prozesse nur als Ausdruck von Herrschaft denkt, landet schnell bei einer jener Organisationen, die sich wie die FFLL (Feministische FrauenLesben Liste) in Marburg autonom brüsten und mit markigen Sprüchen ('If I had a hammer, I’d smash patriarchy') ein ums andere Mal um die Gunst des studentischen Stimmviehs buhlen. Wer Adornos Messer und die Marx’sche Waffe der Kritik gegen einen phallisch-robusten Vorschlaghammer eintauscht, muss sich nicht wundern, wenn das Ergebnis die Verkehrung ist: 'Mit dem Verweis darauf, dass anderswo Frauen noch nicht mal alleine auf die Straße gehen dürfen, wird die Thematisierung von sexistischer Diskriminierung hierzulande zusätzlich delegitimiert.'
(FFLL: Flugblatt 'Feminismus für alle')

Das Gegenteil ist Programm: Gerade von den coolen, hippen Genderblurparty-Feministinnen kam noch kein einziges Flugblatt, das die Zustände in islamistischen communities auch nur annähernd beschrieben hätte, die Themen Genitalverstümmelung, Ehrenmord, Zwangsheirat werden als Exotismus abgetan und der stete Hinweis George Bushs auf die Unterdrückung der Frauen in Afghanistan als Kriegstreiberei abgebügelt. Das alles unter dem Verweis auf die angeblich so katastrophale Lage im 'hierzulande', das natürlich immer eines außerhalb der islamistischen Zonen in Deutschland ist, ein 'hierzulande' der deutschen Mehrheitsgesellschaft.
Die in solchen Kreisen qua Apotheose unantastbar gewordene Judith Butler weiß noch Sympathie zu finden für Burka und real existierende patriarchale Kultur:
'Ein paar Tage später besuchte ich eine Konferenz, auf der ich einen Vortrag über die wichtigen kulturellen Bedeutungen der Burka hörte, darüber wie sie für die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft und Religion, zu einer Familie, einer umfangreichen Geschichte von Verwandtschaftsbeziehungen steht, dass sie eine Übung in Bescheidenheit und Stolz, einen Schutz vor Scham symbolisiert und dass sie auch als Schleier dient, hinter dem und durch den die weibliche Handlungsfähigkeit [sic!!!] wirken kann. Die Sprecherin fürchtete, dass die Zerstörung der Burka, so als sei diese ein Zeichen der Unterdrückung, der Rückständigkeit oder sogar des Widerstandes gegenüber der kulturellen Moderne selbst, zu einer erheblichen Dezimierung der islamischen Kultur führen würde und zu einer Ausbreitung von US-amerikanischen Annahmen, wie Sexualität und Handlungsfähigkeit zu organisieren und darzustellen seien.'
(Butler 2005, 'Gefährdetes Leben', S. 168. Den damit einhergehenden offenen Hass auf Israel, der Judith Butler nicht nur in diesem Machwerk begleitet, beschreibt F. Riedel in Bahamas 48/2005: 'Judith Butlers postmoderner Antisemitismus')

Selbstverständlich werden solche Annahmen nicht etwa 'dekonstruiert', sondern gelten schon als Dekonstruktion selbst. Von Dekonstruktion redet, wer von Kritik lieber schweigen möchte. Und in manischem Abwehrreflex wird das real-existierende Patriarchat kleingeredet, Opferkonkurrenz treibt merkwürdige Blüten in Verweisen auf den mindestens ebenso schlimmen, christlichen Fundamentalismus in den USA. Wo Frauen, wie die FFLL richtig darzustellen weiß, als Ergebnis von Kämpfen, die Anerkennung als bürgerliche Rechtssubjekte erstritten haben, schweigt man fortan lässig zu Islamismus und Patriarchat, weil die bürgerliche Gesellschaft, in der solche Rechte überhaupt erstritten werden konnten, ja dem gleichsähe. Die Welt sieht unglaublich einfach aus in der Welt von Feministinnen: 'Papi kann sich als Wochenend- und Freizeitsbezugsperson betätigen, während Mami, so sie berufstätig ist oder studiert, auch noch mit einem schlechten Gewissen kämpfen muss, da sie die Mythen der natürlichen Mutterliebe nicht zu erfüllen scheint und sich mit tief sitzenden Bildern der 'Rabenmutter' konfrontiert sieht.' (FFLL) Von feministischen Mythen, die berufstätige Väter betreffen, wie solche, dass ein berufstätiger Mann nach 2 Stunden Autofahrt, 8 Stunden Arbeit welcher Art auch immer, dann auch die Hälfte des Haushaltes zu erledigen habe, weil er sonst ein mieses Machoschwein und Rabenvater sei, das am Patriarchat stricke, schweigt man lieber, denn wenn Verhältnisse gar zu knifflig werden, zieht man sich lieber mit dem Verweis auf 'patriarchale Herrschaft benennen und skandalisieren' zurück. Mutterhass, von je Programm feministischer Radikalliteratur, hat sich anscheinend tief eingefressen ins Bewusstsein, so sehr, dass er verleugnet werden muss. Welche Folgen es für ein Kind hat, wenn es in den ersten Monaten keine feste Bezugsperson hat, wenn es behandelt wird, wie ein lästiges, die Mutter in der Selbstverwirklichung zum ideologisch verklärten utopischen Zustand eines autonomen, bürgerlichen Subjekts, behinderndes Übel, bleibt unerklärt und interessiert auch nicht weiter. Das Problem sind die irgendwie schlechten Gefühle, die eine Mutter hat, wenn sie ihr Kind aufgrund welch ekelhafter Zustände auch immer alleine lassen muss. Diese Schuldgefühle, die Zustände bleiben außen vor, werden dann vulgo zum Produkt einer fleißigen Ideologieproduktion von fiesen Familiennazis in der CDU. Das Problem des Kindes ist nebensächlich, nicht zuletzt lebt es im ständigen Bewusstsein weiter, dass es hätte abgetrieben werden können, weil die Mutter ein Recht darauf hat, solch einen Klotz am Bein nicht tragen zu müssen. Wer aber Mutterliebe, wenn auch auf falschem Wege, zum Ideal setzt, der treibe schon ein 'reaktionäres Familien- und Gesellschaftsmodell' voran. Von Zuständen zu reden, in denen ein versöhntes Verhältnis zwischen Mütterlichkeit und Selbstverwirklichung einträte, hieße ja, auf den Tisch zu bringen, was Dekonstruktivistas von 'gender trouble-FFLL' gar nicht gerne hören: Dass es fundamentale Geschlechtsunterschiede gibt, die dazu führen, dass die eine Hälfte der Menschheit theoretisch in der Lage ist, Kinder zu gebären. Und die dazu führen, dass innerhalb eines falschen Ganzen beide Hälften der Menschheit einen unbewussten Hass auf diese Potenz hegen, die Männer, weil sie, in steter Kastrationsangst und Penisstolz oszillierend, Frauen nur als kastrierte Objekte wahrnehmen wollen, Frauen, weil sie sich (u.a. infolge dessen) selbst nur als kastrierte Objekte wahrnehmen können und die Schuld daran der Mutter zuschieben, was gemeinhin in Penisneid und in sublimierter Form dessen: den Kinderwunsch, mündet.
Jedoch von Sex, Trieben, Lust und Psyche zu sprechen ist höchst verpönt, man hat schließlich gender trouble, da zählt ein abstraktes Geschlecht, konstruiert von auf Machterhalt erpichten Patriarchen. Ein weiblicher Masochismus, weibliche Passivität, wie ihn Freud und zahlreiche seiner Mitarbeiterinnen noch als strukturell häufig beschreiben, birgt aber auch einen Leidensgewinn, den Frauen gerne verschweigen, wenn sie von der so genannten 'patriarchalen Dividende' sprechen. Diesen in Neurosen häufigen Leidensgewinn herauszuarbeiten bedürfte weitergehender Studien als diese kurze Polemik. Was tatsächlich aus dem beschädigten Leben zu berichten wäre, wird kassiert, mit Begriffen zugedeckt, des Inhaltes beraubt zugunsten der schlagkräftigen Parole, der propagandistischen Wirkung. 'Wir sind Opfer' krakeelt die FFLL, und vermag in keinster Weise zu benennen, welcher Umstände. 'Haltet den Dieb' schreit sie und zeigt auf das Patriarchat, in der Hoffnung, man möge nicht dahin schauen, wo es auch selbst wehtut: In die narzisstisch abgedichtete Nebelwelt der Fetischisierungen. Am verdienten Lohn macht sich nach wie vor ein besseres Leben fest, eine bürgerliche Projektion, an der nicht die Scheinhaftigkeit kritisiert wird, sondern die gerade deshalb zum Ideal wird:
'So dass es irgendwann nicht mehr interessiert, welches Geschlecht jemand hat, wenn es um Dinge geht wie z.B. Abwaschen, Dissertationen schreiben, Beziehungen aufbauen, Mathematik vermitteln oder Bagger fahren.'
Im Moment interessiert genau das die Leute von Gender trouble am allermeisten und deshalb erscheinen ihr Zustände wie Dissertationen schreiben, Bagger fahren und Abwaschen als Telos ihres Emanzipationsbestrebens. Viel Spaß beim Baggerfahren! 'So einfach ist das' (FFLL)
Sicherlich nicht, denn wenn nur ansatzweise etwas von kapitalistischer Vergesellschaftung begriffen wäre, müsste richtige Theorie notwendig auf ein Eingeständnis der Begrenztheit ebendieser gründen, nicht im Verbrämen von verflixt verkniffelten Zuständen als 'einfach'. Aber ein Zugeständnis dessen wäre eine Blamage in einem Betrieb, den man zutiefst verinnerlicht hat, in dem es darum geht, sich als identisch wahrzunehmen und die Umgebung nach althergebrachten Begriffen einzuordnen, anstatt am Begriff und mit dem Gegenstand zu arbeiten.

Quelle der Zitate:
FFLL: "Feminismus für alle"

29.6.06 01:16
 


Werbung


bisher 26 Kommentar(e)     TrackBack-URL


klarer / Website (29.6.06 16:54)
Könnte man diesen Text auch drucken und ihn hier an unserem Örtchen in einigen entsprechendn ettlabissement auslegen?


nichtidentischer (29.6.06 17:07)
könnte man ruhig machen, wenn korrekt zitiert wird...
Ich würde aber für eine kostspielige Veröffentlichung noch einiges ergänzen, kann aber selbstverständlich niemand daran hindern, einen Text aus dem Internet zu zitieren und falls du das meinst, ich wäre kein Stück böse deswegen...

Lieber gruß


Leo (29.6.06 18:51)
Diese praktizierte Gleichberechtigung offenbart einmal mehr ihren Kern:
Nachdem einzig der Mann seine jahrtausend alte Dummheit patriarchalisch zur Schau stellte, fördern nun die Frauen ihrerseits das durchaus emanzipatorische Recht ein, genau so dumm wie die Männer sein zu dürfen...


Walker (2.7.06 21:45)
Wer abwäscht, dekonstruiert höchstens den Dreck am Teller. Aber ich frage mich wirklich, was Judith Butler zu einer so naiv-psychologischen 'Analyse' getrieben hat. Möchte sie zum Noam Chomsky der Feministenbewegung werden?


L. (16.7.06 12:59)
Was Du in Deinem Artikel nicht erwähnst:
Hausarbeit ist in der Regel unbezahlt, wenn die Arbeit aufgeteilt wird in dem Sinne, dass einer der beiden Partner (dies gilt natürlich für Frauen wie auch für Männer, trifft aber häufiger auf Frauen zu) ausschließlich für die reproduktive Arbeit zuständig ist, so bedeutet dies immer eine ökonomische Abhängigkeit. Darüber hinaus ist die reproduktive Arbeit in der Regel auch schlechter angesehen, Menschen, die im Haushalt arbeiten verdienen kein Geld und können somit auch nichts in die Sozialkassen einzahlen, ergo sind sie Schmarotzer.

Diese Arbeit ist unumgänglich, ja. Darin, dass ein acht Stunden am Tag arbeitende Mann danach auch noch den gleichen Teil der Hausarbeit übernehmen soll, wie die Frau (wenn sie nicht arbeitet, was häufig aber auch der Fall ist, wobei die Doppelbelastung meist hauptsächlich Frauen betrifft) , stimme ich mit Dir überein. Ebenso darin, dass Kinder nicht von klein auf an Institutionen abgegeben werden und das Gefühl haben sollten, eine Last und ein Hindernis zur Selbstverwirklichung für die Eltern zu sein. Aber sollte deshalb alles beim Alten bleiben? Meines Erachtens geht es vielmehr darum, Arbeitszeitmodell zu entwerfen, in denen beide Elternteile die Möglichkeit haben, sich sowohl an der beruflichen Arbeit, als auch an der reproduktiven Arbeit (die ja durchaus auch etwas schönes ist) zu beteiligen. Die Beschränkung von Menschen auf nur einen der beiden Arbeitsbereiche sollte somit verhindert werden.


nichtidentischer (16.7.06 13:53)
Was du willlst ist das logisch unmögliche und gesetzlich erlaubte. Warum also nicht Kommunismus fordern?
Aber ehrlich gesagt, ist das doch Privatsache der Beteiligten, ob sie heiraten oder nicht, Kinder haben oder nicht, zu Hause bleiben oder nicht. Den Eigner der Produktionsmittel interessiert das herzlich wenig, solange die Arbeit geleistet wird, die er als Äquivaltent für sein Äquivalent ausgehandelt hat.
Warum also Gesetze? Damit mehr Staat? Arbeitszeitmodelle zu entwerfen mag zwar nett sein, täuscht aber über das hinweg, was zu benennen wäre: Kapitalismus.


L. (16.7.06 21:30)
"was zu benennen wäre: Kapitalismus."
wie jetzt - also doch Kapitalismus=Patriarchat?
Es bleibt eben nicht nur Privatsache: Eine Person, die doppelt belastet ist, ist gestresst und kommt morgens schon fertig bei der Arbeit an. Auch ob Leute noch Kinder kriegen oder nicht, ist langfristig nicht nur Privatsache und geht auch Unternehmer an.
"Warum also nicht Kommunismus fordern?"
Inwiefern würde der Kommunismus was ändern? (wirklich reine Interessensfrage!)


nichtidentischer (17.7.06 18:02)
Nö, eben nicht. Das was die Frauen als Patriarchat kritisieren (Armut auch von Frauen) ist über Warentausch vermittelt und umgekehrt ist das was sie am Patriarchat kritisieren (Sexismus, FGM) nicht Folge des Kapitalismus.


L. (17.7.06 23:53)
"und umgekehrt ist das was sie am Patriarchat kritisieren (Sexismus, FGM) nicht Folge des Kapitalismus."
warum dann sozialismus als lösung?


nichtidentischer (18.7.06 11:02)
Hm, anscheinend zu kurz gegriffen, die Welt kann ich nicht erklären, und Polemik kann keinem das Lesen ersparen, nicht einmal dem Autor.
Ich würde die These aufstellen: bürgerliche Demokratie, kapitalistisch bedingt, hebt Patriarchat auf, weil sie die Stammeszusammenhänge und Familienstrukturen zertrümmert, siehe kommunistisches Manifest oder andernortens...
So in etwa. Aber eben nicht Armut oder gar die Nachteile, die Frauen aus den natürlichen eigenschaften entstehen. Diese fallen auch im Kapitalismus unter Konkurrenzgesetze. Sind darum aber noch lange nicht sexistisch oder patriarchal.


Beurette Rebelle / Website (20.7.06 16:59)
Das das Mythenbilden von Unterdrückung in Islamischen Ländern dem Selbstzweck gediegen ist, auch aus der pointierten Form von 'gender-säkularisierung' zu sprechen, bleibt im wesentlichen dem Emanzipationswillen des westlich-kapitalakkumulierenden Profiteuren vorbehalten, wärend die Muslima eigene Wege aus Paternalismus finden tut. Für die Befreiung von Anti-Nazistischen Menschen in der Diaspora ! Smash it !


nichtidentischer (20.7.06 18:24)
@beurette

Klingt interessant, aber ganz verstehen tu ichs nicht...
Was soll Mythenbildung sein? Dass der Islam voll tolerant gegenüber Homosexualität sei, oder dass das Kopftuch ein Schutz gegen Übergriffe darstelle oder was?
Und warum soll das den bösen Kapitalakkus zum Selbstzweck gereichen?


nichtidentisches / Website (27.3.08 22:57)
Ich muss mich für das pauschale "die Frauen" vier Kommentare oberhalb entschuldigen, ein Flüchtigkeitsfehler, der natürlich Bände spricht...


Laura / Website (28.3.08 00:05)
"Aber eben nicht Armut oder gar die Nachteile, die Frauen aus den natürlichen eigenschaften entstehen."

welche nachteile? das abwaschen? sorry, kann nur so blöd fragen.

"Aber ehrlich gesagt, ist das doch Privatsache der Beteiligten, ob sie heiraten oder nicht, Kinder haben oder nicht, zu Hause bleiben oder nicht. Den Eigner der Produktionsmittel interessiert das herzlich wenig, solange die Arbeit geleistet wird, die er als Äquivaltent für sein Äquivalent ausgehandelt hat."

nationalbürgerlicher staat. zumindest der staat interessiert sich massiv dafür, dass kinder in die welt gesetzt werden. und auch der arbeitsmarkt braucht nachschub. dieser wird derzeit über migration befriedigt, aber das spielt sich nicht lange, denn der deutsche arbeiter will auch mal dürfen. deshalb frauen an den herd und "fremdarbeiter" raus!

du schreibst oben, von jeher hätten feministinnen das muttersein verdammt. das ist definitiv falsch, und du wüsstest das auch, hättest du dich mit feministischer theorie befasst.

wie auch immer. bzgl der mangelnden kritik am islamismus teile ich deine meinung. ich weiß aber nicht, wieso nicht das eine UND das andere sein kann. ich als feministin bin mir sehr wohl dessen bewusst, dass ich - verglichen mit vielen, vielen muslimas bzw. frauen, die im real existierenden islamismus leben - in ner 1A-situation bin.

--

ich werde demnächst mal käthe leichters (http://agso.uni-graz.at/marienthal/bibliothek/biografien/07_04_Leichter_Kaethe_Biografie.htm) studie "›So leben wir…‹. 1320 Industriearbeiterinnen berichten über ihr Leben." scannen und dann online stellen. da geht's v.a. um doppel- und dreifachbelastung, und wie die enorme belastung dazu führte, dass die frauen an den herd flüchten wollten.

gruß


nichtidentisches / Website (28.3.08 09:49)
Die Nach- oder Vorteile sind Menstruation und Gebärfähigkeit, dazu ein im Normalfall etwas anderer Körperschwerpunkt, was Frauen idr zu sichereren Kletterern macht. Von höchst individuellen und z.T: historisch geformten Charakteristika wie Unterschieden im Bindegewebe und Muskelaufbau mal zu schweigen.
Blödsinn ist es, Gleichheit zu fordern, wo es gälte, einen Zustand einzurichten, in dem man Schwäche zeigen darf ohne Stärke zu provozieren.
Dein Staatsbegriff ist ein bissi vage. Gesellschaft bildet nun mal Staat, d.h. wer sich über mangelnde Migration beschwert, hat diese Beschwerde an die Gesellschaft zu richten.
Von der Grundverfassung her hätte die BRD alle Vorraussetzungen für einen klassischen bürgerlichen Staat. Die kulturelle Prädisposition gibt dir recht.

Ich glaube, du willst mich auch falsch verstehen.
"du schreibst oben, von jeher hätten feministinnen das muttersein verdammt. das ist definitiv falsch, und du wüsstest das auch, hättest du dich mit feministischer theorie befasst."

Ich schreibe: "Mutterhass, von je Programm feministischer Radikalliteratur"
Die Schriften, in denen gegen "Mutterkühe" und "Heimchen am Herd" gewettert wird, sind doch Legion.


nichtidentisches / Website (28.3.08 09:51)
Übrigens: Hast DU kein Interesse daran, dass Kinder in die Welt gesetzt werden?
Ich zumindest bin da sehr vorsichtig. Reproduktion ist nicht nur ein Problem des Kapitalismus.


Laura / Website (28.3.08 10:33)
gut. zum ersten: ja.

"Die Schriften, in denen gegen "Mutterkühe" und "Heimchen am Herd" gewettert wird, sind doch Legion."

also mindestens die hälfte der zeit seit der fem besteht, hingen feministinnen einem differenzfeminismus an, der gerade die mütterlichkeit betonte. das ist ja neben anderem mehr auch _ein_ grund für zumind. eine partielle anschlussfähigkeit an den ns. zumal es ja auch ns-matriarchatsforscherInnen gab, die der frau UND MUTTER einen heiligenstatus verleihen wollten.
des weiteren nahmen viele frauenrechtlerinnen, wie

ute planert auch darlegt, bei ihren forderungen rekurs auf die nation und den umstand, dass sei an deren "wurzel" sitzen.
http://unterdemstrich.com/2008/03/wenn-schon-denn-schon-1/

auch bei bebel heisst es sinngemäß: der soldat kämpft an der front, die frau im wochenbett.


Laura / Website (28.3.08 10:37)
"wo es gälte, einen Zustand einzurichten, in dem man Schwäche zeigen darf ohne Stärke zu provozieren."

das gilt es zu erreichen, da sind wir einer meinung. nur ist es derweilen nicht so, dass ich mir vorstellen kann, dass dem morgen schon so ist. (soviel auch zu den bemerkugnen oben zum kommunismus.) und so lange sollen sich frauen mit doppel- und dreifachbelastung abfinden.

dass es nicht sonderlich angenehm ist für einen mann nach ner 10-stunden-woche den haushalt zu machen, ist mir schon klar. für seine frau aber eben auch nicht.


Laura / Website (28.3.08 12:34)
"Die Nach- oder Vorteile sind Menstruation und Gebärfähigkeit"

jetzt mal persönlich: gehört für mich zusammen. es erschreckt mich immer wieder, wenn ich mitkriege, wie sehr frauen sich manchmal selber abwerten, indem sie die menstruation abwerten. vor gar nicht langer zeit habe ich einen text gelesen, in dem eine frau schrieb, sie habe sich ab ihrer ersten menstruation nicht mehr als ganzer mensch gefühlt. huh!

mir sind auch männer suspekt, die meinen, sich vor der menstruation einer frau ekeln zu müssen.


Laura / Website (28.3.08 12:38)
apropos: http://differenzen.univie.ac.at/bibliografie_literatursuche.php?sp=210


nichtidentisches / Website (28.3.08 16:12)
Mhm, kann ich gut verstehen. Mir begegneten allerdings auch eher "hysterisch" zu nennende Gegenreaktionen in Menstruationsritualen, Menstruationsfesten und eben ökofeministisch-spirituellem Magie-Krams.

In Sachen Arbeitsrecht reden wir aneinander vorbei. Ich bin absolut dafür, dass Frauen gleichen Lohn erhalten und ein Rentnerpaar zu kritisieren wäre, wenn der Mann sich weiterhin bis an sein Lebensende ins caritativ gemachte Bett legt und die Frau immer noch kocht. Häufig hat sie einen Leidensgewinn dabei, der erheblich ist - Caring eben. Das wäre als mitursächlich zu benennen.
Wenn allerdings ein für die bürgerliche Familie mithin immer noch übliches Modell der Arbeitsteilung zwischen Frau und Mann eingenommen wurde, so ist nicht einzusehen, warum nicht beide Seiten einen 8-Stunden-Tag ableisten und der eventuell entstehende Überschuss geteilt wird: Arbeitsteilung eben, ohne Ansehen des Lohnes. Das ist kaum rechtlich zu verregeln, sondern muss als gesellschaftliches Bewusstsein veranktert sein. Der häufig gehörte Ruf nach staatlichen Regelungen ist da verfehlt.


nichtidentisches / Website (28.3.08 16:12)
"dass es nicht sonderlich angenehm ist für einen mann nach ner 10-stunden-woche den haushalt zu machen, ist mir schon klar. für seine frau aber eben auch nicht. "

10-stunden-woche wär fein. Da würd ich auch noch den Haushalt mit Schmackes hinlegen...


Laura (29.3.08 01:47)
"Wenn allerdings ein für die bürgerliche Familie mithin immer noch übliches Modell der Arbeitsteilung zwischen Frau und Mann eingenommen wurde, so ist nicht einzusehen, warum nicht beide Seiten einen 8-Stunden-Tag ableisten und der eventuell entstehende Überschuss geteilt wird: Arbeitsteilung eben, ohne Ansehen des Lohnes."

nach der scheidung ist die frau auf notstandshilfe-niveau (wasweißich wie sich das pendant in d nennt). und es wird die hälfte der ehen geschieden.

na, tag natürlich.


Nichtidentisches / Website (30.3.08 11:29)
Hier heißt das Hartz 4 oder ALG2.
Für einen eigenen Anteil an der Rente des Mannes müssen Frauen eben streiken und kämpfen. Ich kritisiere die unterschiedlichen Renten und war entsetzt, als ich in der Bank das erste mal davon hörte. Daraus lässt sich allerdings nicht mehr ableiten, als ein Organisationsmangel auf Seiten der Frauen - zu wenig Feminismus, weil zu viel Leidensgewinn (häusliche Sicherheit, familiäre Macht, etc.). Über ein "Patriarchat" sagt das so gut wie nichts.
Zur gleichen Zeit muss man sich bewusst sein, dass man damit den Kapitalzweck durchsetzt, nicht negiert: Dass das Kapital nämlich dazu treibt, Männerarbeit durch Frauenarbeit und Frauenarbeit durch Kinderarbeit zu ersetzen steht gemeinhin einsehbar bei Marx.


Laura (30.3.08 13:11)
"Dass das Kapital nämlich dazu treibt, Männerarbeit durch Frauenarbeit und Frauenarbeit durch Kinderarbeit zu ersetzen steht gemeinhin einsehbar bei Marx."

ist ja auch logisch, wobei sich allerdings schon die frage stellt, warum heute - körperkraft kaum mehr ausschlaggebend ist, bis auf wenige ausnahmen - frauen geringer entlohnt werden. und da stösst man zwangsläufig nicht nur auf unternehmerInnen, denen das passt, sondern auch auf dominante vorstellungen von frauenarbeit (frauen als zuverdienerinnen in der not, männlicher familienerhalterlohn)...

"Über ein "Patriarchat" sagt das so gut wie nichts."

?
doch, natürlich. wie stellt man sich das leben von frauen vor, wenn man ihnen weniger rente einräumt? - als sowieso durch den mann versorgte. und dann biste wieder bei der ökonomischen abhängigkeit.

"Daraus lässt sich allerdings nicht mehr ableiten, als ein Organisationsmangel auf Seiten der Frauen"

solidarität als fremdwort? "patriachale dividende?"

Hartz4: kriegt man auch dann, wenn man nie lohnarbeit verrichtet hat? das wusste ich nicht. in ö gibts arbeitslose nur, wenn man nachweisen kann, dass man über nen bestimmten zeitraum hinweg, lohnarbeit nachging. das können hausfrauen nicht. daher kriegen sie noch viel weniger.


Nichtidentisches / Website (30.3.08 14:39)
"auch auf dominante vorstellungen von frauenarbeit (frauen als zuverdienerinnen in der not, männlicher familienerhalterlohn"

Das mag man als Vorstellung verzeichnen oder als Realität festhalten. Dadurch, dass Frauen in großer Zahl Zuverdienerinnen sind, sind sie eher bereit, weniger Lohn zu akzeptieren. Und insgesamt wird durch die notwendige Angleichung ein Lohnabfall entstehen, der die klassische Familie benachteiligen wird. Was vom objektiven Standpunkt aus gleichgültig sein kann, werden derzeit ja alleinerziehende oder alleinverdienende Mütter massivst benachteiligt.
Je mehr allerdings das Lohnniveau sich angleicht, desto mehr wird die klassische Familie abgeschafft und beide Geschlechter werden dort arbeiten gehen müssen - zu gleichem Lohn, fair, gerecht und so weiter.
ALG 2 kriegt jeder, der sich den Zwangsmaßnahmen, Bewerbungstrainig und 1-Euro-Jobs unterwirft.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen
s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung