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Der Islam in der Gegenwart - der bpb neue Kleider



Bei der Bundeszentrale für politische Bildung tummeln sich Antizionisten und demzufolge Antisemiten zuhauf, nicht erst seit der Broschüre zum Propagandastreifen „Paradise now“.
Als „Standardwerk“ wird der 1064 Seiten starke bpb-Wälzer „Der Islam in der Gegenwart“ von Werner Ende/Udo Steinbach (Hrsg.) angepriesen, mit Erfolg, die 5. Auflage seit dem Erscheinen 2005 vergreift sich bereits. Die lückenhafte und vielfach gefärbte oder sogar falsche Darstellung komplexer Vorgänge bei gleichzeitigem Protzen mit islamischen Originalbegriffen und Differenz heischenden Gruppenbezeichnungen, das stete Vermeiden eines irgendwie gearteten Verunglimpfen von islamischen Heiligen oder gar der Verwendung des Wortes „Terror“ oder „Antisemitismus“ sind Programm für dieses Machwerk. Was Wunder, wenn man auf den 10 Seiten, die dem Islamismus in „Israel und die Besetzen Gebiete“ im wahrsten Sinne des Wortes gewidmet sind, nicht nur über alte deutsche Rechtschreibung (Erscheinungsjahr 2005!) sondern auch stets über die ganz altneue deutsche Denke stolpert.

„Großer Satan-kleiner Satan“ heißt hier auf pseudointellektuell: „Die Großmächte – bis zum Ende des zweiten Weltkrieges Großbritannien, dann zunehmend die USA – sind aktiv in diesen Konflikt involviert, in erster Linie, um durch Ausspielen der beiden Konfliktparteien gegeneinander die eigenen Interessen zu wahren.“ (Phillip, Thomas, S. 498)

Die Gründung Israels zu einem selbstständigen und souveränen Staat fällt aus dieser Geschichtsschreibung ebenso heraus wie die andere involvierte Großmacht, die Sowjetunion auf Seiten der Araber. Hinter dem Konflikt stehen also Akteure, die in den USA zu suchen sind, die zynisch Juden gegen Moslems ausspielen, um mit beträchtlichem Gewinn von dannen zu ziehen. Was für eine Analyse, man hätte sich ähnliches von Ahmadinedschads Website herunterladen können.
Konsequent wird dann durchgehend von „palästinensischem Widerstand“ (501, 507, u.a.m.) weitergefaselt, Pogrome werden zu „Unruhen“, und es wird in eins gesetzt, was das Zeug hält:

„Der spezifische nationale Kampf der Palästinenser hatte die Unterstützung der muslimischen Religionsgemeinschaft gefunden. Diese Verbindung zwischen säkularer Nationalbewegung und Religionsgemeinschaft war den Zionisten zum Teil schon 1929 gelungen, und zwar mit der Reorganisation der Zionistischen Weltorganisation und der Jüdischen Agentur (Jewish Agency).“ (500)

„Die Parallelität der Terminologie bei islamischen und israelischen radikal religiös-nationalen Gruppen ist nicht zu übersehen und entsteht auch ungefähr zur gleichen Zeit. In beiden Fällen geht es um das ganze Gebiet […] und es ist von der religiösen Bedeutung des Landes die Rede[…].“ (506)

Was schert ein Unterschied zwischen bürgerlich-sozialistisch-laizistischem Staat und einem islamistisch-feudal-tribal-faschistischem Muftitum, auch Ursachen verschwinden unter dem gewichtigen Argument der „gleichen Zeit“, genau wie Faschismus und Antifaschismus ja in der gleichen Zeit entstanden sind. Der Mufti Amin al-Husaini, weltbekannter Hardcorenazi und SS-Offizier, glänzt dabei als höchst gemäßigter Mann:

„Die Kontrolle über die daraus entstehende Radikalisierung verschiedener gesellschaftlicher und politischer Gruppierungen entglitt dem Mufti zunehmend.“ Folglich taucht der Mufti auch nicht weiter auf, aufgrund des Zusammenbruchs des „Aufstands“ 1936 „verlor die alte palästinensische Führung die Initiative und ihren Zusammenhalt.“ Möglicherweise lag das ein bisschen daran, dass die Muftibanden jegliche Gegner massakrierten und Nashashibies und co. dann doch lieber mit Briten und Juden kooperierten. Aber so genau will man es auf 1064 Seiten auch nicht ausführen, der Platz ist begrenzt, da muss man schon aufs Wesentliche zurückschneiden.

Der Jargon der Konfliktforschung wandelt weiter durch das Werk, es faselt von „islamistischen Lösungsversuchen“ der Hamas, von einem „durch den Islam auch legal gesichertem Verhältnis zu nichtmuslimischen, monotheistischen Minoritäten“, von einer „Sicht der Islamisten“, die natürlich nicht weiter kritisiert wird, es ist halt eine Sichtweise, was als paranoider, schizophrener Wahn zu Tage tritt. (506)
Hamas „postulierte“ (507) einen islamischen Staat, wie man in einer Zivilgesellschaft halt so postuliert, mal mit Säure, mal mit Schrot, schließlich hat man ein „Aktionsprogramm“, das „fast ausschließlich auf Sozial- und Gemeindearbeit ausgerichtet“ (507) ist, und ihre „ideologische Diskussion bleibt unverbindlich bzw. allgemein islamisch gehalten.“

Dazu gehört „kompromissloser, bewaffneter Kampf gegen die israelische Besatzungsmacht“ (507), der aber „im September 1995 aufgegeben“ (508) wurde. Die Vernunft hielt laut Philipp Einzug in die islamistischen Reihen, denn: „Selbst die islamistische Jihad-Gruppe ließ im Frühjahr 1995 verlauten, dass sie sich eine Aufhebung des bewaffneten Kampfes vorstellen könne, wenn Israel jedwede Aggression vermiede.“ (508). Zum „Pragmatiker“ gerät für den Autor folglich, wer sich „die endgültige Einstellung des bewaffneten Kampfes vorstellen“ könnte, falls „Israel sich hinter die Grenzen von 1967 zurückzöge“ (508).
Und als Hamas (wie immer) „im Gegenschlag“ Selbstmordattentate mit 56 Todesopfern durchführte, war für Phillip immer noch nicht „die Rückkehr zum bewaffneten Kampf […] endgültig beschlossen.“ (509). Nein, „besonders die Wahl Netanjahus […] und die von ihm betriebene Blockierung jeder weiteren Umsetzung der Osloer Versträge führten zu einem erneuten Nachdenken [SIC!!!] über den bewaffneten Kampf.“ (509)


Es ist natürlich das „brutale, provokative Vorgehen der israelischen Armee“ während der zweiten Intifada, das die Hamas regelrecht zwang zu einer „früheren Position“ zurückzukehren, „[…] nämlich den bewaffneten Kampf bis zur „Vernichtung Israels“ weiterzuführen“. (509). „Vernichtung Israels“ ist von Philipp in Anführungszeichen gesetzt, weil solcherlei Bekenntnisse ja irgendwie metaphorisch gemeint sein müssen. Mit sofortiger Wirkung setzt Philipp vorsichtshalber doch die Exkulpation nach, es könnte ja sein, dass an seinem Lieblingswohltätigkeitsclub trotz seiner interventionistischen Hagiographie ein Makel hängen geblieben sei: „Wichtig bleibt, dass die Hamas immer innerhalb eines Mindestkonsenses der Palästinenser zu bleiben bemüht war. Auch wenn sie die Autorität der PLO und Arafats nicht anerkannte, machte sie nie von dem Instrument anderer radikal-islamischer Gruppen, der Exkommunikation des Gegners, Gebrauch. Alle ihre politischen, programmatischen Formulierungen […] bezogen sich immer direkt auf ihre Deutung der palästinensischen Situation und nicht auf irgendwelche abstrakten Formulierungen über das Wesen des Islam.“ (509).

Die Hamas exkommuniziert also nicht, interessant. Exekutieren trifft den Kern wohl eher, Kollaborateure werden stante pede erschossen, Frauen verbrannt oder erwürgt und Andersdenkende auch sehr gerne ermordet. Alles keiner Rede wert für ein Standardwerk der bpb, was soll sich der Interessierte auch allzu genau auskennen, ein grobes Zerrbild der Realität tuts doch auch. Und wer wollte in der bpb schon einen kritischen Anruf Ahmadinedschads riskieren, gar den Blasphemieparagraphen oder Stoiber aufs Parkett rufen, gewiss wars allein die Angst vor dem berüchtigten Öl im Feuer der Islamistenwut, und nicht etwa noch Sympathie für Wahn und Antisemitismus.

Dessen Erwähnung bleibt im Werk auf 2 Sätze beschränkt, nämlich dass antisemitische Ausschreitungen irgendwie erst in den 40ern als Reaktion auf den Zionismus entstanden seien, „und zu einer relativ raschen Auswanderung eines Großteils der orientalischen Juden führten, obwohl die Ideologie des Zionismus den meisten von ihnen kaum bekannt war, geschweige denn die Motivation für die Auswanderung darstellte.“ (736) Selbst die orientalischen Juden wussten also, dass Zionismus irgendwie pfuibäh ist und komischerweise wandern sie dennoch vor ein paar „Ausschreitungen“ aus. Nicht wirklich konsistent, was da präsentiert wird, und unter allem wissenschaftlichem Niveau.

Über den Islam erfährt man mehr in Matthias Küntzels „Djihad und Judenhass“ auf 180 Seiten als in einem solchen Schundroman, der vorgibt, ein Geschichtsbuch ersetzen zu können. Zur Verbreitung von wissenschaftlich vertünchter Propaganda in Friedens- und Konfliktforschungsplanspielen eignet es sich hervorragend und wird daher leider wohl weiter neu aufgelegt. Wenn Antisemitismus einmal vom Staat subventioniert wird, dann kann es dem autoritären Charakter ja nur recht sein, und er wird sich sicherlich in zahllosen Zitaten über die Brutalität der israelischen Besatzung auslassen und den kompromisslosen Befreiungskampf der Hamas bewundern.

Die bpb darf auch was sagen

Matthias Küntzel "Epilog - Der Mufti und die Deutschen"
22.6.06 00:33
 


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bisher 7 Kommentar(e)     TrackBack-URL


hohngelächter / Website (22.6.06 00:41)
is alles ganz gaaanz schrecklich!

du blöder schwätzer! haste auch was konstruktives beizutragen? NEIN. also: klappe halten.


nichtidentischer (22.6.06 10:11)
Von Leuten, die nicht mal Nebensätze zustande kriegen, sich aber für Gottes Sohn halten, wird man leider oft genug belästigt. Kommt in meine Sammlung unter der Rubrik: autoritärer Charakter und Antiintellektualismus.


nichtidentischer (10.7.06 13:11)
Nachtrag:

In dem besprochenen Werk finden sich selten auch sehr lesbare und islamkritische Beiträge, wie der von Spuler-Stegemann zum Islamismus in der Türkei. Dieser ist zwar etwas hastig und teilweise orthographisch fehlerhaft, lässt aber doch eine sehr sympathische Abneigung gegen die Islamisierung der Türkei v.a. in den letzten 2 Jahren erkennen. Das Wort Antisemitismus sucht man leider auch hier vergeblich, obwohl doch das Problem des Antisemitismus in der Türkei drängender denn je wird.


schwubbelbobbel (10.7.06 15:02)
es verwundert doch, dass hier nicht erklärt wird, wer steinbach eigentlich ist. es handelt sich um jenen "islamwissenschaftler" - sprich: islamist - der die zweite intifada mit dem aufstand im warschauer ghetto verglich.


nichtidentischer (10.7.06 20:53)
Danke! Hast du einen Link dazu? Manchmal bin ich zu faul, weiter zu googeln und jeden Namen aufzuarbeiten...


MULTI 2006 (17.8.06 16:36)
Wer kann mir sagen, was es mit Butlers Buch auf sich hat?

Judith Butler PhD, Yale, Maxine Elliot Professor in the Departments of Rhetoric and Comparative Literature

Kritik gab es an ihrer Einstellung zu Israel:
In ihrem Buch "Gefährdetes Leben" versucht sie philosophisch/moralisch zu begründen, warum sie einen Boykott israelischer Universitäten empfiehlt..

Weshalb sollen sie boykottiert werden?

Danke!
Multi.


nichtidentischer (17.8.06 23:26)
Das Übliche. Vor allem geisterte der Vorwurf durch die britische und amerikanische Unilandschaft, eine Universität sei auf eigens dafür enteignetem palästinensischem Boden erbaut worden. Eine Ente, und selbst wenn. Interessant ist doch eher: warum ist es Butler so wichtig, gegen Israel zu sein? Was für ein Problem hat sie? Wieso legitimiert sie antisemitische Gewalt als Widerstand? Um daran zu partizipieren, mächtig zu sein, zu boykottieren, am besten die Juden.

Lies Bahamas 48/2005, Riedel schreibt darin einen kurzen, lesbaren Beitrag zu "Judith Butlers postmoderner Antisemitismus." Die Bahamas schickt dir auf Anfrage ein kostenloses PDF per Mail zu. Oder lies das Buch selbst, 10 Euro bei Suhrkamp. Lohnt sich aber kaum.

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