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„Kaffee gegen die Pfeffersäcke!“ Kaffeeklatsch und Raubökonomie

Der Hass gegen das Bürgertum kommt gern im revolutionären Gewand daher, und ebenso gern werden infantile Projektionsflächen gewählt: den Idealtypen des Narzissmus (nach Freud das Kind, das Raubtier, der erfolgreiche Verbrecher) entsprechend schmücken je nach Wahl grinsende Kinder, Katzen oder Guerilleros und Piraten die Flugblätter von Bewegungen, denen vor allem eins zuwider ist: Dass am Tausch der Freien und Gleichen etwas Abstraktes sei, etwas, das über die konkrete Greifbarkeit hinausgeht und Wert versickert, wo doch Äquivalententausch versprochen wurde.

Die Café Libertad Kooperative oHG aus Hamburg verspricht protzig „eine revolutionäre Antwort … auf bürgerlichen Nachhaltigkeits- und Agenda-Schnickschnack.“ Wo die Form zum neglectum possibile wird, kann bürgerliche Ideologie als Schnickschnack abgetan werden, eine weitere Analyse wird einem erspart, schließlich handelt es sich um ein „nichtkommerzielles Projekt“, da wird man zum Lesen kaum noch Zeit finden. Wie alle linken Soligruppen setzen sie masochistische Selbstausbeutung voraus, wer mit gutem Gewissen Kaffee trinken will, soll blechen oder wenigstens umsonst am Versandtresen schuften.

Gegen kapitalistische, abstrakte Konkurrenz stellen sie „den allseits bekannten Likedeeler Klaus Störtebecker dagegen, der von allen bourgeoisen Pfeffersäcken gehaßt und deshalb in Hamburg 1401 geköpft wurde.“ Sie „erinnern mit diesem Kaffee an den sozialrevolutionären Rebellen“.



Was man also den Zwischenhändlern (zu Unrecht) vorwirft, sich unrechtmäßig am Warentausch zu bereichern, wird im eigenen Fall zum Vorbild, Raubökonomie, die sich an den freien Warentausch anheftet und parasitär an diesen gebunden bleibt, weil sie weder politisches noch ökonomisches Fundament außerhalb des berechtigten Eigeninteresses am Überleben hat.

Fern jeder historischen Analyse wird dann aus Händlern der freien Hansestädte bereits die Bourgeoisie, an denen vor allem eines stört: Dass sie den Tausch der freien und Gleichen, der die Ungleichheit im Kapitalismus vermittelt, zur Not mit Gewalt garantiert und somit in der Tat revolutionär ist gegenüber personalen Verteilungsoligarchien in Patriarchaten, südamerikanischen Gerontokratien oder „Likedeelerei“ in Räuberbanden. Dass solcherlei garantierte Konkurrenz dadurch erst das freie Individuum ermöglicht, das die Möchtegernrevolutionäre im „sozialrevolutionären Rebellen“ verwirklicht sehen wollen, nur weil er als Person gewordener Patriarch und „guter Anführer“ ein wenig Scheinindividualität vertritt, das freie, zünftige Schiffeentern, saufen, gröhlen und hojotoho-Seeräuberleben, können sie nicht begreifen, weil sie selbst gerne zurück in die infantile Welt zurückflüchten wollen, in denen eine mächtige Mutter jedem Geschwisterchen ein gleiches Stückchen Schokolade zuteilte.

Nachdem man irgendwie gemerkt hat, dass das mit Palästina nicht so ganz hinhaut, hat man sich ein neues Identifikationsobjekt geschaffen, die Zapatisten und besonders gern den Anführer Marcos, den „erfolgreichen Verbrecher“. Dieser ist deshalb so beliebt, weil er mit Maske und ein paar flotten Sprüchen austauschbar ist, Marcos „ist jeder“ und jeder darf mal Führer sein. Den in Teilen sehr gerechtfertigten, wenn liberalistisch, Aufstand in Ländern Südamerikas will man mit dem „Aufstand in unseren Ländern unterstützen“. Ob sich dafür jeder Linker demnächst in die Bordlisten der Freibeuter eintragen muss, oder ob sie wohl nach alter Sitte bald unter zaghafteren Genossen „shanghaien“, Solidarität mit Gewalt einfordern, wie die nette Farc von nebenan? Und ob es wohl den „Pfeffersäcken“, Hamburger Händlern, an den Kragen geht?

Wer nicht begriffen hat, dass zu einer größeren Warenmenge, die es zu vermarkten gilt, auch notwendig Zwischenhandel gehört, dass das blinde Gesetz der Konkurrenz nicht vom Konsumenten aus aufgehebelt werden kann, sich nicht aus Zirkulation noch aus Produktion alleine speist, kann ja weiter hoffen, dass mit 250 g im „silbernen Weichfolien-Beutel“ á 3 Euro, „wer mehr nimmt darf den Kaffee nicht weiterverkaufen!“, sich die Welt positiv verändern ließe. Und positive Aufhebung meint eben nicht die umjubelte „Dorfgemeinschaft“, auch nicht auf „Langzeitbesucher ausgelegten Projekt- und Ökotourismus“, was nichts weiter meint als Selbstausbeutung von masochistischen Ich-will-was-beigetragen-haben-Linken, meint auch nicht einen „kräftigen Körper und eine milde Säure“ oder gar „dauerhafte Heimat“. Eben die Emanzipation von den Zwängen der Dorfgemeinschaften und Räuberbanden wäre zwingend, aber das hieße die Solidarität mit den „Unterdrückten“ der Analyse zu opfern und verdammt noch mal Kritik zu üben, die über somnambules Pfeffersackschlagen hinausgeht.

Stattdessen wähnt man sich bereits außerhalb von Gut und Böse, leugnet, zutiefst im von Totalität kapitalistischer Vergesellschaftung affizierten Denkens verhaftet zu sein, und muss dennoch dem Trieb zum Geständnis gehorchen: „Dieses Angebot ist nur aufgrund unseres nicht-kommerziellen Projektes zu verwirklichen.“
Die Scham, Geld zu nehmen für die eigene Arbeit, was gewisse Transfair-Produkte exakt so teuer macht, wie sie nach kapitalistischen Gesetzen sein müssten, birgt die Aggression gegen „Pfeffersäcke“, Kommerz und Profit, als wäre das wie die Kaufentscheidung eine ethische Frage und keine von Zwängen im falschen Ganzen.

Die Werbung von Cafe Libertad ist hier zu finden
4.6.06 11:30
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Carlos (19.6.06 15:17)
Ich bin der Meinung, dass Qualität auch seinen Preis hat und wenn es solche Aktionen braucht um den Konsumenten wachzurütteln, dann soll mir das recht sein. Bio-Produkte kosten nun mal mehr als Gen-Food, oder Gammelfleisch. Aber solang der Schalter nicht umgelegt ist, ...

Das Prinzip von der "Selbstausbeutung" ist ja auch nicht neu und nennt sich Solidarität. Ist übrigens in den meisten Familien zu finden, wo die Eltern arbeiten und die Kinder "nichts tun". Der Author kann das ja bei sich anders handhaben wenn er mag.


Carlos (19.6.06 15:19)
Da ist ein "h" in der Suppe...
Im Autor nämlich.


nichtidentischer (21.6.06 10:42)
Jaja, der konsument, die alte Pottsau.
Wo bleibt die Kritik? Bis jetzt nur: "mach doch besser, ughugh". Primitivste somnambule Bauchrednerei. Kein Gedanken oder auch nur ansatzweise Beschäftigung mit dem Inhalt zu erkennen.

Was für eine Kritik wäre an familiärer Solidarität zu üben, warum ist sie das Hindernis wie Bedingung für Emanzipation des Individuums, wie ist das durch kapitalistische Verwertung vermittelt und wer rüttelt hier wen wach? Die Kaffeesatzleser von Cafe Liberte?

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