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Borchmeyer reitet für Wagner, Walser, Wallenstein



Am 3.5. 2006 fand auf Bayern Alpha zur prime time ein höchst aufschlussreiches Gespräch mit Dieter Borchmeyer, dem Präsidenten der bayrischen Akademie der schönen Künste statt.
Was sich in einem solchen Hirn so umherwälzt ist ein Bilderbuch des modernen, sekundären Antisemitsmus, eine Fundgrube für jeden, der Detlev Claußens "Grenzen der Aufklärung" halbwegs verinnerlicht hat.

Bereits die Form des weltgewandten, narzisstischen Rechthabers, der gar nicht anders kann als rechthaben, weil ihn der Widerspruch der Moderatorin (mit monströser "Fleur-de-Lis"-Brosche) so bloßstellen würde, dass es auch der Reputation des Senders abträglich wäre, lässt auf den Inhalt schließen. Diese Art von Bescheidwissen ist es, die den Wahn gegen jedes Argument abdichtet.

Man muss schon bei beiläufig getroffenen Aussagen sehr am Gesundheitszustand von Borchmeyer zweifeln:

"Künstler sind ja ihrer Natur nach Einzelgänger."

Nichts wäre dem von Boheme, von verliebten Künstlerpaaren, Künstlervereinigungen wie Brücke etc. hinzuzufügen. Eine Natur hat der Mensch und basta. Wo käm er denn sonst hin, der Borchmeyer? Auch er hat schließlich eine Natur:

"Da steckt wohl etwas in mir drin, das wahrscheinlich auch aus meinem Elternhaus stammt. Mein Vater war ja Rechtsanwalt und zu seinen guten Seiten gehörte, dass er sich oft für kleine Leute eingesetzt hat. Am Anfang des "Dritten Reichs" hat er dabei, obwohl er doch so national-konservativ war, sogar Kommunisten und vor allem auch Juden vor Gericht vertreten."

Ja, es adelt doch noch das antifaschistische Engagement den Nachzögling, ihm wurde der Antifaschismus in die Wiege gelegt, er braucht demnach nicht mehr die Anstrengung der kritischen Reflexion auf sich zu nehmen.

Stattdessen will man über Walser reden, auch wenn man gar keine Ahnung davon hat:

"Nun, einerseits bin ich eigentlich gar kein so großer Walser-Kenner und ich kann nicht einmal sagen, dass Walser bis dahin so sehr mein vorderstes Interesse gegolten hätte. Dass er ein großer Schriftsteller ist, ist natürlich völlig evident."

Völlig evident, lieber Herr Borchmann. Das hat man ja auch in der Zeitung gelesen, dass der Walser also so irgendwie so ein großer Schriftsteller ist. Und weil der arme Walser so missverstanden wurde hat der Herr Borchmeyer interveniert und sich gesagt:

"Du musst hier jetzt als Philologe reagieren! Denn die Leute verstehen ja gar nicht, wie der Walser spricht."

Da fragt ihn dann auch die Moderatorin schon heftigst suggerierend:
"Aber der Antisemitismusvorwurf, der ja bei Martin Walser sehr wohl hängen geblieben ist, ist in der Tat absurd. Und jetzt ist der Streit auch zu Ende, oder?"

Borchmeyer (ganz weltmännisch): "Sie meinen den Streit um Walser? Ja, ich denke, es ist zumindest still geworden. Und das ist ja auch das Schreckliche, denn das zeigt, dass das alles irgendwie nur Medienereignisse sind. "

Leutheusser: "Was meinen Sie damit genau?"
Borchmeyer: "Das Schlimme ist, dass dann, wenn jemand in Deutschland des Antisemitismus bezichtigt wird, sich diese Person kaum wehren kann. "

Ja, das ist wirklich das Schlimmste daran. Ob sich Juden gegen Antisemitismus wehren können, ist einem solchen Opferdenken gleichgültig. Aber es wird deutlicher:

"Der Vorwurf, jemand wäre ein Antisemit, ist ja immerhin eine justiziable Unterstellung, wenn man diesen Vorwurf nicht beweisen kann. Aber es traut sich niemand so recht, sich wirklich gegen solche Unterstellungen zu wehren."

Da müsste mal wieder einer her, der den Leuten zeigt, dass sie nicht so mit sich umspringen lassen können, ein richtiger Antiantiantisemit, das wärs, gell Herr Borchmeyer? Am besten so einer wie der Borchmeyer, der traut sich was!

"Der Einzige, der sich tatsächlich einmal gewehrt hat, war der Dirigent Christian Thielemann, dem antisemitische Äußerungen unterstellt wurden, die er freilich nicht gemacht hatte."

Freilich!

"Daraufhin hat er einen Prozess geführt und diesen Prozess auch hundertfünfzigprozentig gewonnen. Das Gericht hat also letztinstanzlich festgestellt, er könne diese Äußerungen gar nicht getan haben. Merkwürdigerweise hat die Presse darüber dann nicht mehr berichtet, sondern nur über diese Unterstellung vorher. Dass sich diese Unterstellung dann aber vom Gericht festgestellt! als haltlos herausgestellt hat, darüber hat niemand mehr berichtet. Das war jedoch ein Zeichen, dass man sich gerade bei diesem Punkt nicht alles gefallen lassen darf."

Gerade bei diesem Punkt, da geht nämlich alles zu weit, jemanden einen Antisemiten nennen, pfui! Wo doch jeder weiß, dass es keine Antisemiten mehr gibt. Höchstens ein paar Skinheadglatzenvolksschädlinge.

Leutheusser: "Es gibt ja auch bei uns die Political Correctness, gerade, was dieses Thema angeht. Dabei wird immer wieder gesagt, diese Diskussion sei z. T. eine Gespensterdebatte, weil man nämlich mit dieser Diskussion ein ganz anderes "Gespenst" treffen möchte. Glauben Sie, dass sich solche Diskussionen auch in Zukunft wiederholen werden?"

Borchmeyer: "Davon bin ich überzeugt. Das hat einfach mit dem Bedürfnis der Medien zu tun: Die Medien brauchen solche Skandale, sie inszenieren sie und kosten sie aus. Und dann, wenn man plötzlich merkt, es war doch nicht so, ist das Thema auf einmal wieder weg und man wendet sich dem nächsten Ereignis zu."

Jaja, es ist schon schlimm, aus purer Mediengeilheit wird man unverhofft Antisemit geschumpfen. Wo man doch Großväter hatte, die Juden kannten, wo man doch nieee was gegen Juden gesagt hat, höchstens, dass man sich nicht alles gefallen lassen darf, und das wird ja wohl noch gesagt werden dürfen, so eine Kritik, die muss ja sein....Merkwürdig nur, dass solche Anwürfe nie irgendwelche Argumente anbringen, warum zum Beispiel Walsers Werk kein Antisemitismus inhärent sei, was ja durchaus diskutabel ist, sondern stets in die Konstruktion einer Übermacht münden, die die freie Meinungsäußerung behindere und überhaupt recht abstrakt und unverständlich argumentiere. Lieber lässt man sich von Autoritäten versichern, dass man kein Antisemit sei.
Daher brauchen solche Personen eine höchstrichterliche Erlaubnis, den Erzantisemiten Wagner mögen zu dürfen, also fragt die Moderatorin brav:

"Die Musik von Richard Wagner ist durch die Vorliebe Hitlers für seine Musik in manchen Bereichen immer noch ein wenig kontaminiert. Ist das etwas, das auch in Ihrem Buch eine Rolle gespielt hat, dieses Fortleben Wagners im "Dritten Reich"?"

Borchmeyer weiß, wie man sich pc verhält:

" [...] wir haben damals in Zusammenarbeit mit der Universität von Tel Aviv in Bayreuth bei den Festspielen ein spektakuläres Symposion veranstaltet: "Richard Wagner und die Juden". Ich habe mich also mit diesem Thema des Antisemitismus sehr intensiv auseinander gesetzt und auch an allen entscheidenden Diskussionen teilgenommen."

Sehr fein, setzen, 1. An allen entscheidenden Diskussionen teilgenommen, das gibt summa cum laude. Nun hat er aber genug dazu gearbeitet, irgendwann muss ja Schluss sein:

"Dazu habe ich aber jetzt quasi genug getan und ich glaube auch, dass das Wesentliche dazu mittlerweile gesagt worden ist. Meine Überzeugung lautet jedenfalls bis heute und bisher hat sie auch niemand widerlegt, dass der Antisemitismus, zu dem Wagner, um es gelinde zu sagen, eine starke Affinität hatte, in seinem Werk keine Widerspiegelung findet. Das müsste man wirklich erst einmal beweisen und das ist auch bis heute von niemandem auf irgendeine philologisch plausible Weise nachgewiesen worden."

Eine "gelinde gesagte Affinität" muss man DEM Vorreiter des modernen Antisemitismus, dem wichtigsten Einpauker mit Martin Luther vor dem 20. Jahrhundert, ja schon zugestehen. Aber im Werk, neeeein, Herr Borchmeyer, das geht ja nun nicht.
Vielleicht hätte sich Herr Übergescheit mal "Verborgener Staat - lebendiges Geld. Zur Dramaturgie des Antisemitismus" anschaffen sollen, darin wird er sicher fündig über 200 Jahre Überlegungen zum Antisemitismus in (!) Wagners Werk.
Aber wer die Weisheit in die Wiege gelegt bekommen hat, muss nichts lesen. Und wenn schon:

"Schließlich interessiert uns doch der Zeitpolitiker und Stammtischpolitiker Wagner nicht, uns interessiert vielmehr sein Werk, das neue Ausdruckshorizonte eröffnet hat. Und ich muss gestehen: Das interessiert auch mich jetzt mehr. Dieses andere Thema habe ich aus meiner Sicht wirklich erschöpfend behandelt."

Erschöpfend, in der Tat.

Das Bedürfnis, sich "politisch korrekt" zum Antisemitismus zu äußern schlägt stets fehl, wenn nicht ansatzweise irgendetwas über Antisemitismus begriffen wurde, und dazu gehört, das Konzept der "political correctness" als Versuch zu denunzieren, das kritische Denken auszuschalten zugunsten eines Katalogs von Verboten. Wo das Überich nicht existiert, kann man es kaum herbeiprügeln.
Nicht bloß eine "Beleidigung" ist der Antisemitismus, wie es Judith Butler, alias "Boykott-Butler" gemeinsam mit Borchmeyer und zahlreichen Anderen halluziniert, nicht eine miese Gemeinheit ehrwürdigen Personen gegenüber, sondern ein vertracktes Wahngebilde, dem höchstens der Vergleich mit den "Nebelregionen der religiösen Welt" (Marx) anstünde. Claußen nennt es "Alltagsreligion", Bayern alpha nennt es "@ Forum", für ganz possierliche Alphatierchen ist beides bestens geeignet, sich darin häuslich einzurichten.

Das ganze Gespräch schriftlich auf Bayern alpha
4.5.06 11:07
 


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