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School-Shooters und Ego-Shooters

Michael Moore macht sich die Sache bekanntlich einfach: Weil man in einem Warenhaus Waffen kaufen kann, passierte Columbine. Betrachtet man die Videos und Tagebucheinträge der Columbine Shooters fällt sofort ins Auge, dass sicherlich nicht Beschaffungsprobleme die zwei Täter plagten, sondern ein höchst altbekannter Wahn. "Natural selection" hatte einer der Täter auf sein T-Shirt geschrieben, ihre Opfer waren für sie Untermenschen, die zur Ausrottung ausersehen seien. Nur folgerichtig war das Ende des Massakers der Selbstmord der Täter.
 
Auch in Ensdetten fällt auf, dass dieser Mensch einen ausgeprägten Sinn für klassisches politisches Engagement hatte: Er wetterte gegen Konsumgesellschaft, Medien und "Fascholizei". Dass alle School-Shooters männlich waren und ferner samt und sonders in der Hochphase der Adoleszenz stehen, lenkt das Augenmerk der Psychoanalyse ohnehin auf den Narzissmus, die klassische Begleiterscheinung der Adoleszenz. Alles was zum Selbsthass taugt wird abgelenkt, nicht der Shooter selbst hasst sich, sondern die Gesellschaft ihn und er selbst die Gesellschaft. Alle Täter vermerkten, sie seien "wie Gott".
 
Eine kompetentere Analyse sei Professionellen überlassen, interessant sind hier die Ablenkungsmechanismen der Gesellschaft. Die Ideologie wird komplett ausgeblendet, man will nicht wissen, wo diese Vermenschlichung Gottes sich wiederfindet, in welchen Bahnen sich der Hass auf ein System bewegt, der von linksalternativer wie rechtsradikaler Seite in immergleichen Formen geschürt und perpetuiert wird. Nicht zuletzt bleiben psychoanalytische Versuche völlig außen vor, man wagt sich in Determinismus wo ein Ereignis überdeterminiert ist. Nur Andeutungsweise wurde konsequent vom "Privatislamismus" der Shooter geredet.
Bis in die Jungle World reicht das überdrüssige Die-armen-perspektivlosen-Täter, bei dem nichts anderes geschieht, als insgeheime Sympathie zu hegen: für das "radikale Aufbegehren" und gegen die Zumutungen eines angeblich unmenschlichen Schulsystems. Ob die Schüler und Eltern überhaupt noch den Schulen zuzumuten sind, steht dabei nicht zur Debatte, denn das hieße mehr Privatiniative statt staatlicher Erziehung zu fordern.
Neben der Ideologie, die in der Regel verschwiegen wird, kommt ein weiteres gemeinsames Merkmal zum tragen, das um so heißer debattiert wird: Ego-Shooter.
 
Durchaus nicht hören will man nämlich in alternativen Kreisen, dass PC-Spiele eine Mitschuld trügen. Sicherlich sind diese kaum allein ursächlich. Wer aber einmal Quake 3 im Arena-Modus versuchte, wird angesichts der um einen herumhüpfenden Augäpfel und Gliedmaßen kaum von "normalem Spieltrieb" und "Förderung der Kombinatorik" reden können. In "Grand Theft Auto III" tritt nach einem Auftragsüberfall die Spielfigur automatisch nochmal dem Opfer ins Gesicht, um zu zeigen, wie das richtig geht. Das Problem bei denen, die das von allen Tätern gespielte Counterstrike als Grund anführen, ist, dass Counterstrike vergleichsweise harmlos und verblüffend öde ist. Allerdings macht es wie zahlreiche andere PC-Spiele süchtig. Counterstrike-Süchtige spielen sich selbst über körperliche Auslaugungsgrenzen in einen Trancezustand, entziehen sich über Wochen Sonnenlicht, und unternehmen alles, was auch immer psychotische Schübe begünstigt. Wer auch nur ein begrenzt harmloses Spiel wie Civilization 3 oder Siedler 2 oder Diablo 2 oder Gothic 2 über 9 und mehr Stunden täglich spielte (was durchaus normal und sogar als "garantiert suchterzeugend" Werbeaufhänger ist), weiß, wie schwer es ist, seine Träume und den Halbwachzustand vom Spielgeschehen frei zu machen.
 
Wenn man bei gewissen Drogen wie Haschisch ein Verbot aufrichtet, weil ein gar nicht so geringer Prozentsatz zu psychotischem Verhalten bei Dauerkonsum neigt, müsste man nur konsequent sein bei derart überzeichneten PC-Spielen wie Quake 3. Zu betrauern wäre der Verlust auch weniger blutiger Spiele kaum, der Markt würde alsbald mit interessanten, neuen Spielideen gefüttert werden, die sicherlich nicht auf Barbie-Niveau stattfinden.
 
Kern allen Spielverhaltens ist Konkurrenz. Entweder innerhalb einer Gruppe um die professionellsten Zock-Skills oder innerhalb der Mensch-Maschine Dyade der Wettbewerb mit der KI.
Konkurrenz, der man im Schulalltag nur zu häufig unterliegt, da hier reale Fähigkeiten gelten, und die man im Spiel suggeriert bekommt. Nur zu häufig kann man primitive Handicaps und Zufallsmechanismen mit laden-speichern überlisten oder sich Lösungswege aus Online-Foren holen, und sich so vortäuschen, man habe eine künstliche Intelligenz in einem freien Konkurrenzkampf übertroffen.
 
Unterliegt das narzisstisch gestörte Individuum im Konkurrenzkampf, im Falle Ensdetten im Kampf um die Liebe eines Mädchens, wird zu unlauteren Mitteln gegriffen, es cheatet sich Waffen, greift zum God-Mode und hält sich selbst für unschlagbar...Nicht so sehr die Außenwelt ist anscheinend psychisches Ziel der Attacke, als vielmehr der Krieg gegen Regungen im Inneren, die nach außen projiziert werden. Diese Projektion muss fehlschlagen, das Ziel ist immer schon die Selbstvernichtung.
Alle Opfer konnten noch sehr deutlich zwischen wenigen beliebteren Personen, die sie verschonten und anderen, denen sie zuerst Gewalt zufügten oder die sie auf Todeslisten setzten, unterscheiden. Sie sind nicht unzurechnungsfähig wie Amokläufer, sondern handeln kalt, mit Berechnung, Plan, Strategie, wie eben in einem PC-Spiel. Die Aufmerksamkeit in der Presse, teils zwangsläufiger, teils unappetitlicher und begrenzt vermeidbarer Nebeneffekt entspricht den Erwartungen der Mörder. Wenn von den Nachrichten Schüler vor die Kamera gezerrt werden, um ihre Angst zu bekunden, ist das Wasser auf die Mühlen der machtbesessenen School-Shooters. Auch verstanden zu werden von Sozialpädagogen gehört zum notwendigen Inventar, sehnen sie sich doch nach dem totalen Verständnis, das sie selbst für sich empfinden. Die einzige Form des Umgangs kann daher Kritik sein, die jedes Verständnis, jedes allzu objektivierendes Rationalisieren auch nur im leisesten Anklang vermeidet.
Auch bei dieser Betrachtung stellt sich wieder die Frage, warum die eine Person sich von Quake 3 angewidert abwendet und eine andere es aber begeistert zu spielen vermag und mitunter dann seine Alltagsängste in das Spiel und seine Spielphantasien in den Alltag trägt.
Ende des Fragments...


Bild aus "Quake 3", Mund eines Aliens oder das psychoanalytische Symbol der "Vagina denticaudata"...

Nachtrag:

Der Unterschied zwischen Horrorfilm und Spiel ist, dass ersterer etwa zwei Stunden dauert und nicht in ihn eingegriffen werden kann, die Geschichte ist vorgegeben. Am Ende ist der Zuschauer nicht Sieger sondern noch Zuschauer.

Bei der Fokussierung auf Ego-Shooter wird häufig das Attribut "amerikanisch" angehängt. Was für ein Schwachsinn. Die Spiele werden weltweit gespielt und im gleichen Stil in Japan, Schottland und Deutschland entwickelt.

Die Diskussion um kathartische Effekte von Gewaltspielen lösen sich meines Erachtens auf, wenn man ein psychoanalytisches Ambivalenz-Konzept hat. Das gleiche Symptom kann unterschiedliche Ursachen und Folgen hervorbringen und umgekehrt. D.h. die Aussage, dass Gewaltspiele bei 95 % der Spieler aggressionsmindernde Effekte hat rechtfertigt nicht die restlichen 5% in denen Spieler ebensogut und aus verschiedensten Gründen negativ reagieren und agieren. Ein Verbot würde selbstverständlich relativ wenig nützen, die Debatte darum wird aber von liberaler Seite teilweise etwas verharmlosend geführt.

Auch ich spielte noch Quake 2 und Doom 2, ebenso das gute uralte Heretic, Blood, Duke Nukem 3D, etc. und ich hoffe ohne dauerhaften Schaden genommen zu haben Dies nur zum Hintergrund. Meistens gab es aber auch nichts anderes, Sim City, Siedler, Civilization, damit hatte es sich schon. Gespielt wurde meist wegen der Grafik und der Engine. Und die ließen sich auch in anderen Spielkonzepten unterbringen.

Gewalt in PC-Spielen generell abzulehnen ist meines Erachtens Unfug. Wichtig ist, ob sie "rational" eingesetzt wird, ob das Spiel einem besonders grausame Handlungen vorsetzt, ob "böse" zu sein belohnt wird, ob die Schaulust an Gewaltszenen durch "realistische" Ausmalung von Todes- und Verstümmelungsszenen befriedigt werden soll.

 

 

2.12.06 15:38
 


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bisher 12 Kommentar(e)     TrackBack-URL


vera / Website (9.12.06 11:11)
ich finde den artikel etwas unschluessig, muss ich sagen. du willst das augenmerk auf ideologie lenken und landest doch bei den killerspielen. sicher auch diese kann mensch ideologiekritisch betrachten, aber an dem punkt haeltst du dich nicht lange auf sondern gehst auf die suchtproblematik ein, hm ich finde das nicht konsequent.
mehr noch aber stoert mich der beginn. erst schreibst du ueber columbine und ihren darwinistischen background, und dann ist dir die kritik an konsumgesellschaft und fascholizei irgendwie das selbe, nur weil beides politisch ist - das ist doch mal grosser stuss.
wenn du denkst - und das wuerde ich unbedingt unterstuetzen, man muesse die ideologie der taerter ernst nehmen - m sollte das ohnehin immer - , dann sollte vielleicht dem was sie sagen etwas mehr aufmerksamkeit geschenkt werden als "einen ausgeprägten Sinn für klassisches politisches Engagement" zu attestieren - so finde ich es dann doch grossen stuss


nichtidentisches (9.12.06 16:38)
Ich gebe zu, dass Konsistenz nicht unbedingt Absicht des Artikels war und seine Stärke nicht ist.
Die Ideologiekritik betrachtete ich mit der Beschreibung als abgehakt, klar könnte man darüber hinaus etwas machen. Vorschläge?
Die beiden "entgegengesetzten" Extreme ähneln sich in ihrem Wahn. Die beim Klauen erwischten nud verurteilten Columbiners verachteten die Polizei ebenso wie der Ensdettener. In beiden war das anarchisch-pubertäre Moment enthalten, dass ihnen die Welt zu gehören habe.


nichtidentisches (10.12.06 15:06)
taz, 8.12.2006

"Ein 19-Jähriger hat gestern in Cottbus die Tötung eines Obdachlosen gestanden. Er habe Aktionen aus einem Computerspiel imitiert, sagte der junge Mann zum Prozessauftakt vor dem Landesgericht. Demnach traf der 19-Jährige das spätere Opfer im Juli in Cottbus und malträtierte es aus Frust mit Trittenund Schlägen. Dann habe er gesehen, dass der Mann tot sei. Gründe seien Ärger über eine vorangegangene Polizeikontrolle sowie Niederlagen in dem Computerspiel gewesen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus Heimtücke vor."


nichtidentisches (10.12.06 15:07)
Dieselbe Ausgabe der taz an anderer Stelle : "Küchenmesser und Wagenheber sind nämlich nicht die Ursache der Taten. Außerdem wäre ein Verbot auch gar nicht durchzusetzen. Das haben Küchenmesser und Wagenheber mit Killerspielen gemeinsam. [...] Wer Gewaltspiele verbieten will, verwechselt Krankheit und Symptom."

Bei einigen Krankheiten ist es durchaus sinnvoll, die Symptome zu kurieren, etwa bei Rückenschmerzen. Aber solche banalisierenden Vergleiche, Feind jeder Analyse, liebt das Publikum, denn es weiß eines ganz sicher: Was auch immer man tun müsste, es ist so kompliziert, dass es schon wieder unwichtig und unmöglich ist. Also weitermachen wie bisher...


Das Spiegelzimmer / Website (14.12.06 22:05)
Richtig sagt Vera, wenn du viele Punkte anfängst und dann überschwenkst- na, deswegen ein Fragment, dem ich folgende fragende Momente hinzufügen möchte. Dem möchte ich anfügen- welche äußeren Einwirkungen haben ein Sich in sich selbst zurück ziehen pupertierender Schüler zur Folge, aus dessen Ich Bezug, gemängt mit in Träume greifenden Ego-shootern, dieser wahnhafte Narzismus entsteht- was führt dazu, dass sich junge Menschen in Parallelwelten flüchten, in Wahngebilden sich wohl fühlen und jeden Sinn der Realität entsagen- nun, einerseits gibst du die Verharmlosung von Ego-shootern auf(mit dem Zusatz des Kiffens- eine Aussage, der ich(besonders im Zweiten Fall) ohne Zögern zustimmen kann. Aber, der Satz :Ob die Schüler und Eltern überhaupt noch den Schulen zuzumuten sind, steht dabei nicht zur Debatte, denn das hieße mehr Privatiniative statt staatlicher Erziehung zu fordern.

Das die Gründe für einen labilen Charakter nicht beim Gebrauch von Ego-shootern liegt, sondern auch gerade in einer elterlichen wie schulischen Erziehung des Heranwachsenden, in der autoritätsfühligkeit und Anpassung gefordert werden, nicht die Stärkung des selbstbewussten Ichs im Sinne von Beibehaltung individueller Merkmale, sondern das Ausrichten von Denken und Handeln auf die herrschaft über sich selbst und andere- sich dem Diktat eine Klassenmobs zu unterwerfen, wer nicht angepasst ist, wird gedemütigt- sind meiner Meinung nach schon Gründe, die dem Schulsystem und den Eltern angelastet werden können. Wem immer gesagt wird, er ist scheiße, der verinnerlicht das, zumindest, dass er den anderen egal ist. Und flüchtet sich in eine Paralelwelt.

Das zu Ideologiekritik, vielleicht nur als schlecht formulierte Ergänzung.


nichtidentisches (15.12.06 20:51)
Der Klassenmob ist ein echtes Problem. Ich kann mich an viele Fälle aus meiner Schulzeit erinnern, in denen ich sowohl Opfer als auch Mobber war.
Die Columbiners waren jedoch als Trenchcoat-Mafia Teil des Mobs. Und der Ensdettener gab nicht an, gemobt zu werden, sondern Ausschluss via Konsum war angeblich ein schlimmes Problem von ihm (aber mehr Attitüde als Problem). Ich würde das School-Shooting eher als Extrem des Mobbens interpretieren, denn als Extrem des Gemobbt werdens.

Zum Flüchten in Parallelwelten: Bei uns haben das alle, ich betone ALLE männlichen Schüler gemacht. Videospiele, Playstation, oft im Verein, Kiffen bis der Erzieher kommt. Die Flucht ist nicht primär soziologischer Natur, ich würde vielmehr behaupten die Gründe sind psychoanalytisch zu klären.


Das Spiegelzimmer / Website (15.12.06 22:49)
http://www.odenwald-geschichten.de/?p=1370


Das Spiegelzimmer / Website (15.12.06 22:51)
"Ich würde das School-Shooting eher als Extrem des Mobbens interpretieren, denn als Extrem des Gemobbt werdens."

Mein Handycap der Argumentation ist, dass ich die sogenannten Täterprofile nicht kenne- wie wohl im Einzelnen höchst unterschiedlich, würde ich diesem Satz widersprechen.
Ich bin unklar über die Unterscheidung der Begriffe sozial und psyschoanlalytisch- bedingt ersteres nicht das zweite? Aber, ich versuche mal ganz laienhaft meine Sicht zur Möglichkeit eines Amoklaufs zu geben- es wird durch zweierlei bedingt. Die innere Verfasstheit des Schülers, dass ihm durch seine Kindheit- ob, wie ich denke Erziehung (oder was da noch eine Rolle spielen könnte)- auf den Weg gegeben wurde. Dann die Konstitution der Klasse, und inwieweit der Schüler dabei aus jeweils unterschiedlichen Klassenkollektivnormen heraus fällt.


Das Spiegelzimmer / Website (15.12.06 22:52)
Als Mobbingopfer, und hierbei versuche ich meine innere Verfasstheit als Gattung dieser bei mir immer noch aktuellen Schülerspezies zu skizzieren, fällt man der Hänsellust und Prügellust seiner Mitschüler hilflos herunter- man zieht sich zurück, traut sich nichts zu sagen, weil man sich schwach fühlt, spürt aber eine unheiliche Wut in sich herauf steigen- auch der Gedanke an einen ordentlich gezielten Schuss zwischen die Augen blitzt auf. Nun ist es so wie da, dass Charaktere sehr unterschiedlich mit dieser Situation umgehen- so werden einige sehr introvertiert und tatsächlich verhaltens gestört auch zu Leuten, die ihnen freundlich und wohlwollend gegenüber kommen. Man misstraut, da man jahrelang aufbauendes Vertrauenund dem Zwang sich Anzupassen mit Gewalt gebüßt hat, da die individuellen Eigenheiten der Klassenideologie- und sie sind gerade ein gesellschaftliches Spiegelbild in bis zu 13 Jahren Schule- immer entgegen gestanden hat. Bei mir nun, wurden diese Gedanken durch einen unerschütterlichen lebensfrohen Charakkter abgewehrt- mehr noch, war meine Gutmütigkeit und gerade zu verinnerlichte Parzifistik ein Grund der Opferrolle. Ich traute mich nicht mal einem Angreiffer zurückzugeben, was er verdient hätte, weil just in dem Moment eine Art schlechtes Gewissen griff, was ihm nicht zugestehen wollte, was er mir mit Vergnügen gab- Schmerz. Ich hatte angst, ihm weh zu tun, weil er ein Mensch ist.
Meine Erziehung war kein unwesentlicher Schritt auch dahin, dass ich die Phasen schulischer Gewalt (außer einigen Depressionen) überstand, zwar mit extremen Hemmungen, aber immer noch offen zu sei...


Das Spiegelzimmer / Website (15.12.06 22:52)
In anderen Fällen führt dieser zugeführte Schmerz durchaus zu einem Hass, der ungebremst in entmenschlichten Parallelwelten zu einem regelrechten Wahn führt, der allen zugeführten Schmerz auf die Umwelt projeziert, die ihn betrogen hat- vielleicht nicht mal unbegründet, doch weist die Möglichkeit, einen Amoklauf durchzuführen, nicht allein auf die schuld mobbender Mitschüler, sondern auch auf einen vornherein labilken Charakter, der nie gelrnt hat, mit Problemen umzugehen... bzw. tatsächlich soetwas wie moralische Werte nicht vermittelt

so ist vielicht die weggeschnappte Freundinn durch aus der Grund gewesen, in dem er sich(der Emstädter) gedemütigt gefühlt hat, so wie ein Volldepp aus unserer Schule Nazi geworden, weil er die Trennung von seiner Freundinn nicht überwunden hat.

Na, vielleicht waren dass noch hilfreiche Ansätze.


nichtidentisches (16.12.06 18:16)
Hi Spiegel
Nettes Blog, das du da hast. Kleine Korrektur zu dem oben: Amoklauf und School-Shooting unterscheiden sich in der zeitlichen Trennung von Anlass, Ursache und Tat. Bei einem Amoklauf liegt alles sehr dicht beieinander, School-Shootings werden oft jahrelang geplant, wie in Columbine, geschehen also nicht aus einem Affekt heraus, sondern aus kaltem, planvollen Sadismus. Sind damit eher den Selbstmordattentaten zu vergleichen als dem Amoklauf.


ex-blond / Website (6.1.07 18:33)
Hallo Nichtidentische,
danke für die interessanten Gedanken. Und danke auch für den Satz "Ein Verbot würde selbstverständlich relativ wenig nützen, die Debatte darum wird aber von liberaler Seite teilweise etwas verharmlosend geführt." Ich persönlich würde das "etwas" noch rausstreichen. Bin aber selbst auch nicht für ein Verbot. Eher für eine gesellschaftliche Sensibilisierung und negativen Bewertung dieser Spiele. Ähnlich, wie 'Rauchen' immer verpönter wird.
In meinem Blog habe ich über das Thema Ego-Shooter usw. am 6.12.2006 einen subjektiven, emotional aufgeladenen Artikel aus meiner Sicht als Mutter geschrieben (http://ex-blond.com/?p=19).
Viele Grüße! ex-blond

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