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Spielbergs München

„Wir haben Spielberg verloren“, schreibt Jack Engelhard, „Spielberg ist kein Freund Israels, Spielberg ist kein Freund der Wahrheit.“

Jedoch, selbst wenn denn all das wahr gewesen wäre, wenn die zu Beginn des Filmes weiß auf schwarz eingeblendete Beteuerung, dieser Film beruhe auf wahren Begebenheiten, nicht vollkommen wahnhaft, suggestiv und überheblich wäre, was rechtfertigt die spezifische Darstellungsweise, die Spielberg wählt?

Nur zu klar wird von Beginn an, dass Geld und Judentum das Gleiche bedeuten. Ohne Geld kein Judentum, keine jüdische Rache, kein "Auge um Auge, Zahn um Zahn". Akribisch werden Avner die Eliminierungen in Geldscheinen aufgerechnet. Jede Information wird erkauft, einige wenige gibt es kostenlos, er sagt, er fühle sich lediglich einem Schließfach in einer Schweizer Bankd verpflichtet, wo er sein Geld bekommt, und letztlich muss er für alles eine Quittung bringen. Der Schatzmeister des Mossad, der dies von ihm erwartet ist merkwürdigerweise der einzige, dem die Synchronisierung einen "Akzent" verpasste (oder täusche ich mich da?), merkwürdig insbesondere deshalb, weil er laut Film ein in Israel geborener Jude ist.
Soll hier ein Jiddeln mit dem Job eines Kassenwarts, einem Geldverwalter identifiziert werden? Ist dies der deutschen Synchronisierung zu verdanken oder von Spielberg abgesegnet?

Nicht nur zum Geld haben die Juden in Spielbergs "München" eine besondere Affinität, sondern auch zum Blut. Blut spritzt stets reichlich in die Kamera, Blutsbindungen zu Israel werden von Avners Partner beschworen, Blut klebt an allen Händen.
Als die nervigerweise über den ganzen Film entzerrte Terrorszene im blutigen Fanal endet, läuft das im Film synchron mit dem Akt zwischen Avner und seiner Frau. Avners Vision vom Terrorfanal vergällt ihm den Orgasmus, ist aber genauso geeignet den Akt immerhin über zwei Minuten andauern zu lassen.

Völlig in nicht weiter versteckten Wahn gleitet Spielberg in den Fragestellungen nach Sinn und Ursache des Terrors ab. Da wird die Frage nicht beantwortet, ob denn hinter allem die CIA oder der Mossad stecke, ob hier nicht ein doppeltes Spiel getrieben werden, ob die PLO letztlich nur ein Spielball beider sei. Teilweise
beantwortet wird immerhin die Frage, warum Avner scheitert. Sein Hauptziel, der Drahtzieher der Anschläge, wird von der CIA geschützt, von da an geht es stets bergab, alle seien Mitkämpfer werden mysteriös ermordet, und Rache treibt sie auch dazu, eine Auftragsmörderin nackt mit umgebauten Luftpumpen zu ermorden. Hier ist Sex, Blut und "jüdischer" Rachedurst zur Kristallisation getrieben, hier wird deutlich, was Spielberg von der ganzen Geschichte hält.

Rein bleibt nur der mysteriöse Familienclan. Hier wird an christlicher, patriarchaler Metaphorik kaum gespart, das Tischgebet solle erst Avner, dann der Sohn und schließlich, weil beide scheitern, doch der Vater sprechen.
Das Ideal einer Famlie, die zwar überlegen an Information und Moral ist, aber nicht darin abgleitet, sich selbst die Hände schmutzig zu machen, das eines (möglicherweise auch drusischen Idealen folgenden) jüdischen Exils, einer überlegenen Schwäche, ist wahrscheinlich Spielbergs Ideal von einem Judentum, einer "positiven" Projektion der im Hintergrund sitzenden, aber aufgeklärten eigenen Zielen folgenden Strippenzieher.

Der Clan organisiert letztlich das, was man einen Dialog der Kulturen nennen könnte, in einem Versteck stolpern PLO-Terroristen über die jüdischen Agenten, die sich als RAF ausgeben. Im Gefolge der Verwirrung entsteht das,was die Welt so gerne hätte, eine subtile Zuneigung zwischen zwei rational argumentierenden Menschen, die beide nur unterschiedliche Interessen haben. Avners Gegenrede bleibt aber dünn, am Ende wird er am Tod des Gesprächspartners Teil haben und entsetzt über die Wirren des Schicksals sein.
In Newsweek meinte Spielberg dazu: "So viele Fundamentalisten in meiner eigenen Gemeinsschaft, der jüdischen Gemeinschaft, sind sehr böse, daß ich den Palästinensern erlaubt habe, einen Dialog zu führen und daß ich es Tony Kushner erlaubt habe, Autor dieses Dialoges zu sein."
Böse, böse Israelis, und nett, dass er Tony Kushner diesen Dialog "erlaubt".
"Einige Kritiker sehen einen Beweis für die israel-feindliche Ausrichtung des Films in dem Ko-Drehbuchautor Tony Kushner , der als ausgewiesener Anti-Zionist die Gründung Israels als Fehler bezeichnet hat. Die antizionistische Ausrichtung des Films wird laut Kritikern wie etwa Krauthammer auch darin deutlich, dass Avner und seine Familie Israel verlassen und in die USA übersiedeln, "an den einzigen Ort", wie Krauthammer ironisch bemerkt, "an dem echte Juden mit Anstand und Feingefühl eine Heimat finden"."

Sicher ist dem Film nach, dass Israel kein sicherer Hafen ist, dass der Mossad eine fiese, menschenverachtende Organisation ist, die ihre Agenten zu doppelten Spielen missbraucht und psychisch wie physisch verheizt. In den USA ist demnach auch nicht der Terror Avners Feind, sondern der Mossad. Hier brüllt er den Botschafter an, dass er "auspacken werde", was auch immer er an mysteriösen, kriminellen Zusammenhängen durchschaut haben mag, bleibt dunkel, der Zuschauer aber weiß: Da war mehr, als gezeigt wurde, der Mossad spielt falsch. Die dürre Argumentation des Rachefeldzuges kristallisiert in der erbärmlichsten Szene des Filmes, der Monolog Golda Meirs. Was real als Abschreckung, als Zerschlagung von Infrastruktur, als letzte bleibende Gerichtsbarkeit nach der Freilassung der Attentäter geplant wurde und war, reduziert Spielberg auf ein antisemitisches Ressentiment, es gehe den Israelis in allem nur um Rache, um "Auge um Auge, Zahn um Zahn". Dass die Militärschläge wie die Attentate weitaus mehr und anderen Inhalt haben, muss geleugnet werden in dem Wahn, durch rational choice Antisemitismus erklären zu wollen.
"Spielberg geht es in seinem Film folgerichtig nicht um die Schuld von Personen, es geht ihm um die Entlarvung der unmenschlichen und überdies inadäquaten Mechanismen einer „Auge um Auge …“-Philosophie, deren ständiger Teufelskreis durch das Bild der Twin Towers gegen Ende des Films illustriert wird."

So weiß es die deutsche Filmkritik besser, und ein "ständiger Teufelskreis" und eine inadäquate jüdische Philosophie sei das, was einen Frieden verhindere, und was demnach mit notwendigem Zwang zum 11.9. führe. Das Gift hat schon gewirkt.

Hintergrundinfo:
"Nachdem am 29. Oktober 1972 die sich in deutschem Gewahrsam befindlichen Gefangenen des Olympia-Attentats nach der Entführung eines deutschen Flugzeuges ohne Konsultation Israels erfolgreich freigepresst wurden, schickte Israel unter dem Decknamen „Operation Zorn Gottes“ ein Killerkommando auf den Weg, elf Hintermänner des Olympischen Attentates zur Strecke zu bringen."

tagesspiegel

Zmag
3.4.06 19:18
 


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