Startseite
    Antiamerikanismus
    Antisemitismus
    Islamismus
    Verwaltete Welt
    Kulturindustrie
    Rassismus
    Aberglaube
    Kulturalismus
    Make a wish
  Über...
  Archiv
  African Islamism
  Gesammelte Werke
  Texte
  African witch-hunts
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Sofakunst
   Wikipedia
   Fremdwörter-Lexikon
   Marx-Engels-Werke
   Asia Times
   This is Zimbabwe
   
   Achse des Guten
   adf
   africa daily
   african studies quarterly
   african sun news
   aftershow
   against
   allafrica.com
   Antibürokratieteam
   Arabs for Israel
   Jaegerzaun
   Atlas Shrugs
   Bad Blog
   Bahamas
   What is witchcraft?
   Botschaft Israels
   ca ira Verlag
   unterdemstrich
   Camera
   classless
   ChinaDaily
   Die Jüdische
   Dissidenz
   Emma
   e pluribus unum
   Ex-Blond
   EYEontheUN
   FdoG
   Frontierpost Pakistan
   Fuchsbau
   Gripsiltis
   Haaretz.com
   Hadith Database
   honestly concerned
   Iranfocus
   iraqui bloggers central
   israel defence force
   Israel News Infolive
   Israpundit
   Ivison
   Jerusalem Post
   John Cox
   kaffe ohne sahne
   Karwan Baschi
   LittleGreenFootballs
   lizas welt
   maedchenblog
   Matthias Küntzel
   MEMRI
   Middle East Info
   myissue
   nada
   No Blood for Sauerkraut!
   planethop
   prodomo
   sandmonkey
   sozioproktologe
   spirit of entebbe
   starblog
   Telegehirn
   tous et rien
   ugly dresden
   unkultur
   WADI
   weapons of modern democracy
   western resistance
   Wind in the Wires

kostenloser Counter

Webnews



https://myblog.de/nichtidentisches

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
"Raus aus der Zivilisation!"

Die Frage, ob es ernst zu nehmen ist, was JANUN, das Jugendumweltnetzwerk Niedersachsen, seinen Zöglingen angedeihen will, oder ob es sich um einen zu früh gekommenen Aprilscherz handelt, stellt sich in Deutschland gar nicht erst. „Wie die Tiere leben!“ wollen die „Gefährten des Wolfes“ ganz ernsthaft, und das aber „im Einklang mit der Natur“. Man mag nicht wirklich daran glauben, dass hierzulande mit mobile phones und einem der dichtesten Infrastrukturnetze der Welt ernsthaft Situationen auftreten, in denen man „Grundlagenwissen zum Leben und Überleben in der Natur“ bedürfte, aber Barbarei ist Programm und so möchte der jugendlich-romantische Nachwuchsbarbar „Raus aus der Zivilisation - rein in die Wildnis.“ Das alles wird vermittelt durch echte wackere traditionelle Autoritäten, man wird „an der Seite von erfahrenen Wildlife-TeamerInnen den Wald mit seinen Gegebenheiten intensiv kennen lernen...“.

In Heideggers Jargon raunt es von Mitgegebenem, der Existenz, dem Sein, das in karger Natur zu sich selbst kommt. „Nützliche Techniken helfen...tiefer mit dir und der Wildnis in Kontakt zu kommen.“ Als wäre das ein Kunststück in Deutschland, wo nach kurzem Kratzen am zivilisatorischen Lack der uralte Rost der Barbarei hervorquillt. Um jeglichen Zweifel auszuräumen, dass man wirklich ganz weit zurück möchte, Germanentum reicht nicht mehr, tritt man an zum „Neandertaler Walk“. Hier bekommt man „Natur pur“. „Auf den Spuren der Jäger und Sammler...“, man beachte das nur ausnahmsweise fehlende Binnen-I, „...durchqueren wir eine Woche am Stück...“, und jetzt kommt der Gag, „...mit Karte und Kompass die Wildnis.“ Lernt noch jeder noch so dämliche Pfadfinder von der Pieke auf, dass er für sein rotes Halstuch ohne Kompass und Karte zurechtkommen muss, wandelt sich auf den Spuren von Neandertalern bequem mit Karte und Kompass. Soviel zivilisatorische Verunreinigung muss ausgeglichen werden, „...wie Nomaden...“ suchen sie sich „...jede Nacht einen neuen Lagerplatz und schöpfen mit selbstgebautem Werkzeug den (Nahrungs-) Reichtum der Natur aus.“ Anstatt wie es sich für einen anständigen Neandertaler gehört, in einer gemütlichen Höhle zu sitzen, ein paar Menschen vom nächstbefeindeten Stamm zu verspeisen und auf der Nasenflöte „oh when the saints“ zu trompeten, während man auf das Vorbeiziehen der nächsten Mammutherde wartet, will man wirklich ganz sicher gehen und am besten gar kein Mensch mehr sein:

„Bärenfutter, aus Baumrindenmehl, frisch gepflückten Wiesenkräutern“ muss man essen, um wirklich „auf der Suche nach Essbarem den Wald und seine Zusammenhänge verstehen lernen“. Dabei ist natürlich „zu beachten, [dass] man nicht selbst zum Futter wird.“ Augenzwinkernde Bedrohung der Existenz ist unverzichtbar um nicht bei „Schneehöhlenbau, Konservierung von Lebensmitteln, Orientierung im Schnee, Waldläufer und Spurenleser“ vorzeitig aus lauter Langeweile abzuspringen.

Man hat viele Alternativen zum kapitalistischen Verwertungsprozess, ein „gemeinschaftlicher Permakulturgarten“ lädt ein, man weiß bei „Konsumensch“ dass der Konsum schuld ist an der Lage, das ungezügelte Bedürfnis muss der Ökopuritaner zügeln, und im Ökosozialismus klettert man „schonend“ auf Bäume, weil das „seit je her eine bedeutende Rolle“ spielte.

Zum Glück hat jeder, dem dieses Programm nicht gefällt zahllose Alternativen in geistreichen, verkniffelten Videospielen. Zecken, Blutegel, feindliche Barbarenstämme und wilde Tiere kann man sich getrost sparen, inzwischen gibt es richtig gute Naturfilme auf DVD, bei denen man z.B. wissenschaftliche Analysen zum Ökosystem der Weihnachtsinseln erhält, und wer wirklich einen existentiellen Kick braucht kann für die 40 Euro, die ein Seminar bei Janun kostet getrost Bungeejumping machen, so bleibt man zumindest vor der Indoktrination ganzheitlicher Heileweltversprecher sicher. „Abenteuer, die uns zusammenschweißen“ heucheln echte, unverfälschte Bindung, die Bedrohung von außen trügt über die Leere im inneren hinweg, und wenn man dann vor lauter Abenteuer dem Kameraden an die Hose gehen darf, ist das ja auch was wert.

„Gemeinschaft“, eines der häufigsten Wörter auf dem aktuellen Programm, hilft, Widersprüche zu glätten, fehlende Analyse zu übertünchen und bietet überhaupt Möchtegernautoritäten Gelegenheit, Kinder in Pseudofamiliäre Ersatzzusammenhänge hineinzuführen, anstatt sie zu selbstbewussten, solchen Programmen kritisch gegenüberstehenden Menschen zu erziehen. Man hat erforscht, auf was Kinder so abfahren und nutzt dies schamlos aus, um damit Ideologien, denen man selbst wahnhaft aufsitzt, zu transportieren, anstatt dieses kindlich-jugendliche Forschungsinteresse in kritische Bahnen zu lenken.
Wer weiter mal einen ablachen möchte kann sich bei JANUN stets informieren.
Alle Zitate sind original aus dem Veranstaltungsprogramm März 2006 bis September 2006 von JANUN unter dem Motto „Wir lassen nicht alles durchgehen“ entnommen.
3.4.06 15:24
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen
s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung