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Was ist was - Antisemitismus

Wolfgang Benz
Was ist Antisemitismus?
München 2004, 272 S., Verlag C.H.Beck.
ISBN 3-406-52212-2
Preis: 19,90

Zum Autor der vorgestellten Buches: Wolfgang Benz, geb. 1941, ist Professor für Geschichte an der TU Berlin und Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung. Er hat zahlreiche Werke zur Geschichte des Nationalsozialismus und der Judenverfolgung vorgelegt.

Antisemitismus wird von vielen als vernachlässigbare Monstrosität von Randgruppen betrachtet, als skandalträchtige Produkte von Wirrköpfen, die v.a. der deutschen Reputation abträglich seien. Wolfgang Benz arbeitet Schattierungen und Nuancen des Antisemitismus heraus, die seinen Erfolg und die tatsächliche Aktualität der Gefahr erklären. Ein detailreicher Überblick auf die Tradition des Antisemitismus in Deutschland ermöglicht zunächst die Anknüpfungspunkte des modernen Antisemitismus zu erkennen. Wesentliche Grundlage ist, wie Adorno bereits konstatierte, die Geschichtsfälschung, „das Gerücht über die Juden“. Damals wie heute bleibt sie konstituierend für den modernen Antisemitismus, der von Medienbildern ausgehend sein Ressentiment vom „Juden“ baut.
Besonderes Augenmerk lenkt der Autor auf Methoden, sich gegen den Vorwurf des Antisemitismus behaupten zu wollen, und dabei diesen nur weiter offen legt. Sekundärer Antisemitismus generiert sich aus Opfermentalität, larmoyant zählen Deutsche die Zahlungen auf, die angeblich zu ihren Lasten an Opfer der Schoa gingen, wähnen Meinungsfreiheit von Philosemiten und Juden eingeschränkt, um sie gleichzeitig im Extrem zu beanspruchen. Die Ursache sieht der Autor in einem falschen Verständnis des Begriffes Antisemitismus, weniger in einer tatsächlichen bösen Absicht. Gegen diesen Vorwurf verteidigt er des öfteren aufgeregt behandelte Skandale, um bei anderen um so deutlicher die bösartig instrumentalisierende Intention nachzuweisen. Dabei wird jedoch betont, dass der Effekt unabhängig von seiner Intention der gleiche sei.
Die exemplarisch abgehandelten Einzelfallanalysen konzentrieren sich im Wesentlichen auf den deutschsprachigen Raum.
Wenig neues birgt dagegen das kurze Kapitel zum Antizionismus. Manchmal scheint es, als wolle der Autor sich über Relativierungen mehr gegen den (im übrigen zynischen) Vorwurf des blinden Alarmismus verteidigen als er es tatsächlich schafft, das Feld des Antizionismus zu beschreiben. Bewusst verzichtet er auf eine Bearbeitung des „linken Antisemitismus“, der sich wesentlich über Antizionismus/Antiamerikanismus artikuliert, bemerkt aber dabei nicht, dass gerade dieser richtungsübergreifende Antisemitismus die sterilen Konzeptionen von „linker“ und „rechter“ Politik hinfällig werden lässt. Gerade die Verknüpfung von Antikapitalismus und Antisemitismus findet zu wenig Berücksichtigung. Dadurch vermeidet Benz, zu viele brave Bürger vor den Kopf zu stoßen, die entrüstet ablehnen, Antisemiten zu sein, aber dennoch gegen Heuschreckenkapitalisten und Börsenspekulanten wettern.
Wolfgang Benz leistet eine detaillierte, angenehm lesbare aber trotzdem dichte Einführung in das Thema. Sein Buch hat gute Chancen auf einen Erfolg als Standardwerk, vielleicht gerade weil es sich unaufgeregt und dennoch eindringlich an die bürgerliche Mitte der Gesellschaft richtet, und nicht in die eifernde Polemik politischer Gruppierungen abgleitet. Für eine ausführliche kritisch-wissenschaftliche Analyse des Antisemitismus kann das Buch allerdings keinen annähernden Ersatz darstellen. Zu wenig werden die psychologischen Ursachen angeschnitten, zu sehr verweilt es bei der Form einiger weniger Fälle, als anhand dieser zum Wesentlichen des Antisemitismus vorzudringen.
Durch den Versuch eine einfache Einführung vorzulegen entsteht der fatale Eindruck, Antisemitismus sei einfach verständlich. Das älteste, massivste und mörderischste Vorurteil der Geschichte zu durchdringen bedarf es aber etwas mehr als die dem Titel innewohnende Volksverbundenheit heischende Simplizität unterlegt. Es bedarf einiges mehr als ein volksfürsorgliches "Was ist was" Bändchen, das narzisstische Kränkungen größerer Bevölkerungsteile sorgfältig vermeidet.
1.4.06 22:29
 


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