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Religion Grrrrrls

Peter Paul Rubens: "Judith mit dem Haupt des Holofernes".

Die „Bibel in gerechter Sprache“ sei ein Versuch, die Bibel so umzubilden, dass sie allen Geschlechtern gerecht wird. Von Gott und Göttin wird da wechselseitig erzählt, von Jüngerinnen und Jüngern, von Prophetinnen und Propheten. Der polizistisch korrekte Schnack von anscheinend sich ins Endlose langweilenden Feministen und Feministinnen muss nun aus überaus durchsichtigen Gründen auf die Bibel transportiert werden. Nicht, um tatsächliche Übersetzungsfehler und -mehrdeutigkeiten zu tilgen, sondern um des propagandistischen Werts willen. Man will damit, so scheint es, ein Publikum erneut christianisieren, dem das Kirchenchristentum aufgrund von perversen Hexenprozessen und ähnlichen sexistischen Widerwärtigkeiten etwas anrüchig ward. Somit sieht die „Bibel in gerechter Sprache“ der im „Jugend“slang verfassten Volksbibel gleich, in der es von Kühlschrankgleichnissen und MacJesus wimmelt, ein Panoptikum der Anachronismen. Auf keinen Fall aber trägt die gerechte Bibel dem Rechnung, was kompetente Forschung zur Rolle der Frau in biblischen Zeiten beiträgt, hier u.a. Josy Eisenbergs „Jerusalems Töchter. Frauen zur Zeit der Bibel“.

Imaginiert wird in der „Bibel in gerechter Sprache“ ein von patriarchalen Gesetzen reines Equilibrium, in dem bis zur Fehlauslegung der Kirche die Geschlechter völlig frei nebeneinander paradiesisch existierten. Die Existenz von „mütterlichen Attributen“ oder gar einer Muttergottheit gilt solchen Mondscheinfeministen von je als Beweis für das Matriarchat, in dem die starke Frau das Regiment zu Gunsten aller geführt habe. Dass auch die real existierenden Matriarchate gar nicht so verkappte Patriarchate waren (und sind), stört diese Projektionsflächenwitternde Meute kaum auf ihrer Suche nach dem unverdorbenen Utopia, das auf jeden Fall jenseits androzentristisch verderbter Zivilisation liege.

Wenn der biblische Gott mütterliche Attribute hat, gilt ihnen das als Beweis für die Doppelgeschlechtlichkeit. Als seien mütterliche Attribute nicht nur Attribute, sondern untrennbar an das Geschlecht gebunden. Als könnte eine Vatergottheit nicht ebenso gut mütterliche Attribute tragen. Das katholische Christentum, das sehr deutlich aus einer monotheistischen Religion eine polytheistische mit einer zentralen Muttergottheit, eben der Muttergottes, gestaltete, war in sich von einer narzisstischen Bruderschaft, wie sie Grundeberger/Dessuant beschreiben getragen, die mit Zölibat und Bruderschaften durchaus darauf achtete, dass ihr von „Sünde“ freies Selbstbild nicht durch anwesende Frauen gekränkt würde.

Obwohl nun das „alte“ Testament bei weitem weniger sexistisch und archaisch ist, als bislang angenommen, ist doch aus ethnologischer Perspektive der Begriff einer patrimonialen, patriarchalen Gesellschaft durchaus angebracht. Die Abstammungslinien sind in männlichen Namen festgehalten. Anders als bei matriarchalen Gesellschaften gilt das Gesetz des Sohnes und des Erzeugers, was darauf hinweist, dass die Funktion des Zeugungsaktes schon so weit erforscht war (was bis in die heutige Zeit in zahlreichen Regionen keine Selbstverständlichkeit ist, vgl. Malinowski über die Trobriander), dass der Vater bestimmt werden konnte und Polyandrie ausgeschlossen war. Tempelprostitution (homosexuelle wie heterosexuelle) wird ebenso verboten wie rituelle Orgien.

Deutlich legt beispielsweise Deuteronomium 12:31 die Abscheu vor dem rituellen Menschenopfer fest, und behält dabei den bei den kanaanäischen Kultbräuchen geopferten Töchtern und Söhnen gleichen Rang vor in Hinblick auf das zu erhaltende Leben.

Jedoch auch die Vorrangstellung der „männlichen Erstlinge“ bei den Tieren, die dem Herrn geweiht sind (Dtn 15:19) und die zahlreichen Brudergesetze deuten darauf hin, dass es sich um alles andere als eine „geschlechtergerechte“ Gesellschaft gehandelt hat. Die trotz allem vermutlich weitaus fortschrittlicher war als die meisten anderen Religionen und auch biblischen Frauen wie Sara, Judith oder Ester ein selbstbewusstes Handeln sehr selbstverständlich zuschrieb.

Für das Christentum mag es letztlich wenig Sinn machen, auf die weiblichen Anteile des Gottes hinzuweisen. Erstens ist er seit Aufhebung des Bilderverbots und Abkehr vom jüdischen Monotheismus ein Sohn mit einem männlichen Genital unter dem Lendenschurz, nämlich Jesus. Zweitens wird ohnehin daneben die Muttergottes verehrt und in vollbusigen Statuen als Wichsvorlage für Kirchenväter omnipräsent ausgestellt. Und drittens gibt es im Christentum so viele Götter, dass dem Sammelsurium aus Heiligen Geistern, Söhnen, Vätern, Muttergottes und zahllosen Heiligen, Seligen, Wunderkräftigen und Sakrosankten Unfehlbaren das Zufügen einer weiteren Muttergottheit auch nichts ändert.

Für das Judentum, das sich Gott ohnehin nicht als bärtigen Mann vorzustellen wagt, weil dieser jeglicher Vorstellung enträt, mal in einer Rauchsäule, mal in einer Feuersäule, mal in Engeln erscheint, ist das Ganze ohnehin kaum von Belang, da in den hebräischen Texten jene Vieldeutigkeit bewahrt ist, auf der die "Bibel in gerechter Sprache" aufzubauen meint.

Ein weiteres Nebenscharmützel der Religionsinternen pc-Schlacht ist es, dem Judentum gerecht zu werden. Dies meint man zu tun, indem man betont:
"Sie lesen in Ihrer Bibel
und können sicher sein,
hier wird ernst genommen, dass Jesus Jude war.
"

Dass Jesus (wie seine Jünger und Evangelienschreiber, und über tausende Jahre seine Anhänger) Antisemit war, ist nicht dadurch aufgehoben, dass er Jude war, der nichts mehr wünschte, als das verhasste Gesetz der Vaterreligion durch sein eigenes zu ersetzen. Das neue Testament seines Antisemitismus zu berauben, hieße, es seines zentralen Glaubensinhaltes zu berauben und einfach so weiter zu machen wie bisher, nur mit ein bisschen weniger offensichtlichem Antisemitismus.

Eine kritische Rezension findet sich in der "Zeit ".

 

Nachtrag: Schenkt man Freuds Schrift "Der Mann Moses und die monotheistische Religion" Glauben, ist der jüdische Gott primär durch Moses geformt, d.h. Moses als Anführer des Auszugs und als Religionsstifter wird zur Quelle der Bestimmungen des Gottes. Sein Jähzorn ist der Gottes, als er befiehlt, die abtrünnigen Götzendiener um das goldene Kalb zu bekämpfen. Später sei zudem von den jüdischen Stämmen eine lokale Vulkangottheit dazwischengetreten, die das Bild des sehr männlichen Jahwe mitbestimmt habe. Erst nach einer Latenzphase sei der ursprüngliche Monotheismus, den der Ägypter Moses aus einer ägyptischen Sekte zu den Juden brachte, wiederbelebt worden und Moses Bild hat man nachträglich aus Schuldbewusstsein (er wurde vermutlich von den eigenen Leuten getötet) mit "weiblichen", mildtätigen und wunderkräftigen Aspekten ausgeschmückt. Nichts spricht in dieser Auffassung für einen Weiblichkeitskult, viel für eine Identifizierung Jahwes mit einem männlich bestimmten Gott, eben Moses, der ägyptische Sonnengott oder die Vulkangottheit.

26.11.06 12:46
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Achim / Website (10.6.07 01:29)
Jesus sei Antisemit gewesen - etwas Böse-Blöderes und Großkotzigeres habe ich vielleicht noch nie gelesen. Jedenfalls kann es sich messen lassen mit dem Versuch der ariosophisch-nazistischen Arisierung JESUS´, Deschners Behauptung, ihn habe es wohl nie gegeben oder der islamischen Lüge, Jeschua - so heißt es richtig auf hebräisch - sei nur ein Prophet gewesen . . .


nichtidentisches / Website (10.6.07 14:55)
Nun ja, Jesus als Antisemit... zumindest wird er von den Evangelisten so dargestellt. Er ist zutiefst gegen das Judentum gewandt, bis hin zum Sakrileg, der Aufforderung an die Juden zum Kannibalismus an ihm, sein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken.
Er war Narzißt in Reinstform, und daher prädestiniert für antisemitische Projektionen und narzisstische Umkehrungen (Siehe Bergpredigt, selig wird was geistig arm ist, schwache werden siegen etc).
Seine komplette Lehre, oder die Überlieferung dessen spottet das Judentum, dessen philosophischen Inhalt und wendet sich schließlich an die umliegenden Heiden.

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