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Micha Brumlik tazt Israel

"Timeo danaos et dona ferentes!" (Laokoon, Vergil)

Micha Brumliks Beitrag "Die Geburt des Staates Israel" in der taz hat vor allem den Zweck der vulgären Theoretisierung der Staatsgründung Israels. Ein frappanter Denkfehler unterläuft dem Kritiker des Zionismus bereits zu Beginn: Weil in Athen bereits die Gaswagen der Nazis bereitstanden, um nach dem zum Glück verhinderten Fall Ägyptens an Rommels Panzerarmeen Juden in Palästina zu vernichten, hätte eine jüdische Heimstätte in Palästina

"...demnach den Holocaust nicht verhindern können, sogar auch dann nicht, wenn weitaus mehr Juden in den späten 1920-er und 1930-er Jahren dorthin ausgewandert wären, wofür es ökonomisch keine Grundlage gab. [...] Das relativ starke Wachstum der jüdischen Bevölkerung Palästinas bis 1945 ist also keine Folge des Nationalsozialismus. Das demographische Wachstum, das der neu gegründete Staat später benötigte, gewann er durch über 600 000 Juden aus arabischen Ländern, die von dort nach der Staatsgründung vertrieben oder von zionistischen Emissären zur Auswanderung bewogen wurden."

Diese Rechnerei mit Menschenleben und ökonomischen Grundlagen ist an sich zynisch genug, wird sie doch instrumentalisiert, um die zionistischen Bemühungen um eine Lockerung der Einwanderungsbestrebungen vor und während der Shoah als vergeblich zu diskreditieren - sie hätten ohnehin keine ökonomische Grundlage gehabt. Brumlik will die Bedeutung der Einwanderungsbeschränkungen aller Staaten übersehen.
Lediglich Shanghai ließ Juden ohne Visa ein, etliche Juden warteten vergeblich auf eine Ausreiseerlaubnis in die USA, Großbritannien oder Südamerika. Der Strukturalist Claude Leví-Strauss beschreibt in seinem autobiographisch-theoretischen Roman "Tristes Tropiques" die Zustände der klandestinen Überfahrt nach Brasilien. Walter Benjamin schaffte es zwar recht gut über die grüne Grenze, saß dann allerdings in Spanien fest und starb dort. Ein Schiff mit jüdischen Flüchtlingen wurde vor der Küste Kubas zur Umkehr gezwungen, die USA verweigerten die Aufnahme.
Ein jüdischer Staat hätte erstens durch die Aufnahme jüdischer Flüchtlinge Menschenleben retten können und zweitens durch die Organisation einer effektiven Kriegsindustrie, die zu einer wirkungsvollen Verteidigung ebenso in der Lage gewesen wäre, wie zu Luftangriffen auf die Vernichtungsindustrie der Nazis. Brumlik will nicht wahrhaben, wie rasch und effektiv ohne jede ökonomische Grundlage 1948 aus einer Guerilla und ein paar Fabriken eine Verteidigung gegen 5 Armeen mit modernstem Kriegsgerät organisiert wurde und dass eine ebensolche Organisation vor 1948 vor allem durch Großbritannien und die Araber verhindert wurde.
Im Übrigen ist der Anspruch Brumliks an den Zionismus, er hätte die Shoah verhindern sollen, maßlos. Jeder einzelne, ob Zionist oder nicht, hätte diese Pflicht gehabt. Dazu bedarf es keiner großartigen Idee. Die Zionisten verzweifelten angesichts der heraufziehenden Katastrophe Nazideutschlands ebenso oft am Appeasement ihres jüdischen Klientels wie an der Knappheit der Mittel. Wie hätten sie die Shoah verhindern sollen, die von zig Millionen Menschen mit brummender Rüstungsindustrie losgetreten wurde? Mit welcher Flotte, mit welchem Land? Die zionistische Idee versprach ein Land, das zum Ausgangspunkt der Emanzipation der Juden würde. Sie versprach nicht militärische Allmacht oder gar die Beseitigung antisemitischen Gedankenguts - diese hielt sie für eine Illusion, der heute auch Brumlik aufsitzen will.

Was nimmt es Wunder, wenn Brumlik von den Riots 1936-1938 als "arabischer Aufstand" spricht, in dem es einen Konflikt um "Land, Märkte und Beschäftigungsverhältnisse" gegeben habe. Im "arabischen Widerstand" habe sich ein "in jeder Hinsicht traditionalistisches Selbstverständnis" geäußert.
In jenem "Aufstand" wurden aber bekanntermaßen mehr Araber durch Araber ermordet, als Briten und Juden. Nicht um Land oder Märkte ging es dem von den Nazis finanzierten Banden Al-Husseinis, sondern um die Vorherrschaft unter den Arabern und um die Vernichtung von Juden. Das war auch der durchsichtige Grund, warum sich gegen Ende des "Aufstandes" die arabischen Nashashibi-Clans mit Briten und Juden gegen Al-Husseinis Mördern zusammenschlossen. (Siehe Küntzel 2002, vgl. Gremliza et alii 2001) So diffus, verworren wie anmaßend geht es weiter mit der Interpretiererei:

"So lässt sich das Entstehen des Staates Israel auch als Ausdruck des letzten Ausgreifens Europas in einen anderen kulturellen, in diesem Fall: in den islamischen Raum verstehen; ein Ausgreifen, das in dieser Form nur in der Epoche der Weltkriege möglich war und zugleich - durch den UN-Beschluss sowie die wesentliche Mitwirkung der USA und der Sowjetunion - erster Ausdruck globaler, weltgesellschaftlicher Politik war."

Die nach Israel flüchtenden Juden als imperialistische Emissionäre eines auf Expansion in einen kultürlichen islamischen Raum bedachten Europas zu deuten, darin folgt Brumlik den Antiimperialisten. Der Geschichte Israels wird ein solch stümperhaftes Theoretisieren nicht gerecht. Israel wurde gegen den Willen Europas gegründet und erkämpfte sein Überleben 1948 ohne jede Unterstützung der vielberufenen Sowjetunion oder der USA. Kaum disputabel, denn die verpressten Widersprüche wollen Synthese werden:

"Wenn weder der Zionismus den Holocaust weder verhindern konnte noch Holocaust-Überlebende zu einem wesentlichen demografischen Wachstum der jüdischen Bevölkerung Palästinas beigetragen haben, dann besteht zwar eine bleibende moralische Verantwortung Deutschlands für das jüdische Volk im Ganzen, aber nicht für die Politiken des Staates Israel. Wenn es eine deutsche Verantwortung für den Staat Israel gibt, dann deshalb, weil dort Juden leben und weil seine Existenz für Juden in aller Welt von vitaler Notwendigkeit ist, nicht aber, weil Deutschland durch den Holocaust wesentlich an der Entstehung des Staates beteiligt gewesen wäre. Daher besteht auch keine mittelbare deutsche Verantwortung für das Schicksal der Palästinenser."

Endlich will Brumlik auf den Hund gekommen sein. Der Zionismus war überflüssig und randständig, Israel ein bloßes Instrument von Stellvertreterkriegen zwischen USA, Großbritannien und der Sowjetunion, Deutschland hat mit all dem schon gar nichts zu tun, außer dass es natürlich eine moralische Verantwortung für Juden habe, als sei Israel ein Mündel Deutschlands.
Solchen Winkelzügen ist energisch entgegenzutreten. Sie versuchen, den direkt an den Nationalsozialismus anknüpfenden Antisemitismus der arabischen Staaten zu einer vernachlässigbaren Größe herabzureden, wenn nicht ganz zu verschweigen. Sie werden der Komplexität der israelischen Staatsgründung nicht gerecht. Und sie versuchen den Impakt der Shoah auch auf die arabischen Juden zu leugnen und damit insgesamt die Shoah zu einem für Israel wie für die Theorie bloß nebensächlichem, vom Weltlauf abtrennbaren Ereignis zu verharmlosen. Eindeutig ausgerichtet ist Brumliks Gedankenspielerei nur logisch auf die "Opfer der Opfer".

"Der nach dem UN-Teilungsbeschluss eindeutig völkerrechtswidrige Angriff der arabischen Staaten bot Israel schließlich nicht nur die Chance, ein zusammenhängendes Staatsgebiet zu erobern, sondern auch die 700.000 palästinensischen Araber zu vertreiben und sich ihres Eigentums zu bemächtigen. [...] Es ist unwahrscheinlich, dass ohne eine wenigstens symbolische Berücksichtigung dieses Unrechts der Friedensprozess auch nur eine Chance hat. [...] Sechzig Jahre nach seiner Gründung streitet die jüdische Bevölkerung des Staates Israel [...] darüber, ob sie außer trügerischer Sicherheit auch Frieden, und das heißt auch Gerechtigkeit, anstreben soll."

Auf diesen Schlussakkord zentriert Brumliks substanzlose Spiegelfechterei. 700 000 palästinensische Araber, von denen - wenn die Zahl nicht überschätzt ist - die überwältigende Mehrzahl lediglich auf Aufforderungen und Gräuelpropaganda der arabischen Armeen hin floh, soll Israel nun symbolisch berücksichtigen um Frieden zu ermöglichen. Greift Israel immer noch die arabischen Staaten an, weil diese Israelis vertrieben? Wo bleibt deren anscheinend für keinen Frieden relevante "symbolische Berücksichtigung"? Wenn Brumlik wirklich glaubt, dass eine solche "Berücksichtigung" irgendwo für Frieden sorgen würde, hängt er tatsächlich dem fatalen Irrglauben an die Befriedung von Antisemiten durch Zugeständnisse an.
Anstatt endlich einzufordern, dass die Araber in und aus Palästina sich endlich von der Rückkehrforderung befreien, weil das bedeuten würde, dass sie den Ausgang aus ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit zumindest denkbar werden lassen, will Brumlik ernsthaft mit Anerkennungstheorie und seelischem Labsal den abgedichteten Wahnvorstellungen jener 80 Prozent der arabischen Palästinenser entgegentreten, die Selbstmordattentate für eine tolle Sache halten. Nicht weil die Rückkehran sich für konkrete Individuen so wichtig wäre, sondern weil sie unmöglich ist, weil sie mit der Forderung nach der Vernichtung Israels in eins fällt, gewinnt sie an Bedeutung in der Propaganda - von psychoanalytischen Deutungen einmal ganz abgesehen. Die so fanatische wie vergebliche Rückkehrforderung ist der Garant, nicht von liebgewordenen Aggressionen ablassen zu müssen. Würde man von solchen "Extrempositionen" - wenn dieser Terminus überhaupt auf die Forderung nach der Vernichtung Israels angewandt werden kann -  abweichen, man hätte schließlich irgendwann Frieden und vielleicht sogar Wohlstand - kontraproduktive Umstände für eine selbstzeugende Ideologie wie die der palästinensischen Sache, die eine des Märtyrertums geworden ist.

Dringenderen Fragen, die sich derzeit für die israelische Gesellschaft stellen, weicht Brumlik beflissentlich aus. Von der iranischen Nuklearwaffe schweigt er. Ebenso über das Problem der Palästinensierung Israels durch die arabischen Palästinenser, die immer mehr zu einer staatsbedrohende Größe werden - mit dem allseits offen artikulierten Ziel, dann Israel von innen völlig demokratisch den Garaus zu bereiten. Die 450 - 700.000 arabischen Flüchtlinge des Krieges von 1948 kümmern in Israel soviel, wie Tschechien die Forderung nach Aufhebung der Benes-Dekrete durch deutsche Burschenschafter und Ministerpräsidenten. Israel hat 600-800.000 Juden aus den arabischen Staaten aufgenommen. Hinsichtlich der Flüchtlingszahl ist man quitt. In Bezug auf materielle Ansprüche stehen Araber bei Israel sehr viel tiefer in der Kreide. Solange eine Entschuldigung der Araber für 60 Jahre Krieg gegen Israel aussteht und ein Friedensvertrag mit allen arabischen Staaten an deren Ignoranz scheitert, solange diese weiter am Nationalsozialismus und Islamismus hängen, ist es mehr als scheinheilig, permanent auf einigen Mücken zu beharren und dabei vom Elefanten nicht sprechen zu wollen.

15.5.08 16:40
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(15.5.08 17:05)
borniertes arschloch.


(21.5.08 15:04)
interessanter demokratischer Ansatz: "Ebenso über das Problem der Palästinensierung Israels durch die arabischen Palästinenser, die immer mehr zu einer staatsbedrohende Größe werden - mit dem allseits offen artikulierten Ziel, dann Israel von innen völlig demokratisch den Garaus zu bereiten." Demokratie=ich habe die Mehrheit?


Nichtidentisches / Website (21.5.08 15:21)
Yep. So isses leider. Hitler wurde gewählt. In Israel muss man sich diesem Widerspruch in der Demokratie sehr aktuell und dringlich stellen. Das Wort "Transfer" macht bereits jetzt die Runde. Man wird sehen.

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