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Mit Olympia für Chinas Kosovo Tibet

Kreti und Pleti möchten auf einmal keine Olympiade in China mehr. An dem Krieg zwischen Geist und Körper auf den Ascheplätzen soll kein äußerer haften - der sportliche Wettkampf will sich von seiner intrinsischen Vermitteltheit mit gesellschaftlicher Gewalt frei lügen. Das Unreine soll das Reine nicht berühren: ein Tabu par excellence. Sport behauptet naturhafte Aggressionen zu kanalisieren, zum Besten der Gesellschaft, und damit Frieden durchzusetzen. Sport, und damit ist nicht die individuelle Lust nach Spiel und Bewegung gemeint, ist allerdings nur die Fortsetzung des Krieges mit friedlichen Mitteln, ein Produkt der auf allseitiger Konkurrenz fußenden bürgerlichen Gesellschaft.
Hätte die Welt 1933 etwas von Ausschwitz ahnen wollen, man hätte in aller Konsequenz die Olympiade boykottiert - ohne dadurch einen Juden zu retten. So sehr die Welt mit dem Dalai Lama nunmehr behauptet, in Tibet sei ein wenngleich kein echter, so doch ein kultureller Genozid im Gange, so sehr plaudert sie aus, was sie gegen solches als ausreichenden Widerstand verstehen würde: die olympischen Spiele boykottieren. Welch Heroismus. Man darf auf die nächste Olympiade in Sudan, Irak oder Somalia hoffen, vielleicht wird ein Boykott dann dort für Frieden sorgen.
Man rekapituliere: Zwischen chinesischer Kulturrevolution und tibetischem Feudalismus moralisch zu entscheiden ist heute müßig. Tibet, eine der elendsten Regionen der Welt, wurde von China gewaltsam aus der mönchischen Abgeschiedenheit gelöst. Chinesische Geständnisrituale, bei denen in der Gruppe Eltern und Kinder beschimpft werden mussten, ersetzten das stumpfsinnige Rasseln und Brummeln der Mönche, die von Kritik ebensowenig wissen wollten, wie die kommunistischen Rituale diese beinhalteten. Die chinesische Staatsgewalt ersetzte die Knute des tibetischen Adels und des Klerus über die Leibeigenen und Bauern. Später entschied sich China zu subtileren Methoden der Herrschaft und baute wie alle Staaten Schulen, Eisenbahnen und Krankenhäuser - nebst einer in ganz China üblichen Zensur und drakonischen Strafen für freie Meinungsäußerung.
2008 sahen tibetische Mönche eine Chance gegeben, unter dem durch Olympia geschärften Auge der Weltpresse auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Daran wurden sie wohl mit Gewalt gehindert. Jugendliche nutzten die Gelegenheit um Randale zu veranstalten und chinesische Händler zu lynchen, zu steinigen, ihre Geschäfte abzufackeln. Mit Messern bewaffnet griff man einschreitende Polizisten an, die gelegentlich zurückschossen. Am Ende waren Dutzende Tote zu verzeichnen, viele davon Chinesen.
Die sogenannte freie Presse berichtete davon so gefärbt, wie sonst nur im Nahostkonflikt über Israel. Die Toten wurden gänzlich als Ergebnis von auf friedliche Mönche schießenden Polizisten geschlagen. Steine werfende Jugendliche wurden aus Fotos herausgeschnitten, Fotos aus Nepal hinzugenommen, um dem Ganzen mehr Pep zu verleihen. Der Dalai Lama hatte Hochkonjunktur und sah sich dennoch gezwungen, sich von dem allzu bunten Treiben seiner Anhänger zu distanzieren und eine immerhin erfreulich konstruktive Haltung einzunehmen: Er wolle nicht mehr die Unabhängigkeit Tibets, sondern nur mehr Freiheit, eine Forderung, der man sich vorbehaltslos anschließen kann, ohne gleich ins dümmlich-massenhafte Tibetflaggenschwenken zu verfallen.
Der mit Tibet so massenhaft und parteiisch sympathisierende Westen fühlt sich allerdings weit darüber hinausgehend im nationalistischen Taumel versucht, in China auf jenes Pferd zu setzen, das mit der Sowjetunion durchging: das Medium des Nationalismus.
Chinas Kosovo Tibet erregt Hoffnungen nach romantischer Ursprünglichkeit in Weitweitwegistan, an dessen Ursprünglichkeit in bunten Tüchern man sich dann alle paar Jahre auf Selbsterfahrungstrip berauschen kann - und damit Tibet zum kulturellen Museum zu erklären, was dem derzeitigen chinesischen Projekt gleich sieht.
Wo vor der Haustüre der Zerfall Europas in solche ethnischen Reviere just noch einmal Zündstoff erhielt, meint man mit der Freiheit für Tibet immer schon kulturelle und drückend patriarchale Entitäten. Insofern ist es wenig von Bedeutung, was in Tibet tatsächlich geschieht: Die Welt würde auch im schlimmsten Fall allenfalls die Olympiade boykottieren, was China allemal ein lächerlicher Preis für die Intaktheit seines Territoriums wäre. Dass China trotz massiver Menschenrechtsverletzungen für die Olympiade ausgewählt wurde, ist schon Schnee von gestern. Gegen den auf Tibet gerichteten romantischen Ethnizismus haben solche individuellen Schicksale keine Chance. Deshalb tut man nun so, als sei das Vorgehen Chinas in Tibet ein Sündenfall, eine Steigerung des antidemokratischen Usus in ganz China - und nicht ein zwar harter, aber auch im europäischen Vergleich keineswegs außergewöhnlicher Polizeieinsatz gegen Separatisten und Hooligans.
30.3.08 15:58
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


frechinchen fercgel v. jaegerz / Website (3.4.08 23:47)
"Sport [...] ist allerdings nur die Fortsetzung des Krieges mit friedlichen Mitteln"
daran sei noch ein zitat geklebt, das heinz steinerts augenzwinkernderm ratschlag, sich doch stets ein "schmuddelbuch" fürs tv auf dem beistelltischchen griffbereit zu platzieren, von der latenz einer dahingesagten möglichkeit durchaus zu einer tatsache werden lassen könnte: "da schießt er dem kongolesen voll ins gesicht" (ein besonders merkwürdiger fauxpas in der sportschau in den 90ern; ist der mob doch schon allzu stumpf im bezug auf "redensarten" wie "rassige suedländer", "italienische schauspieler", "deutsche tugenden" usw.)

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"olympiade" bezeichnet allerdings den zeitraum ZWISCHEN olympischen spielen. insofern wäre ein boykott der olympiade schon fruchtbarer.

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