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Zensur

Prinzipiell bin ich der Ansicht, dass auch extreme Meinungen nicht der Zensur bedürfen. Dazu bedarf es allerdings auch gesellschaftlicher Zustände, in denen solche Auswüchse nicht zur massenhaften Volksmeinung sich aufgeschwungen haben.
In den letzten Tagen versuchte ein User "scarecrow" diverse hier befindliche Artikel mit Kommentaren zu bombardieren, in denen er ein Abziehbild klassisch-deutschen sekundären Antisemitismus bot. Israel sei ja wohl der größte Terrorist und überhaupt ganz schlimm und böse, natürlich hatte er die üblichen differenzierten Argumente, mit denen er nachwies, auf keinen Fall ein Nazi oder Antisemit zu sein und nur "Israelkritik" zu betreiben.
Auf Gegenkommentare ging er in keinster Weise ein, jegliches Argumentieren führte nur zu völlig abseitigen anderen Auswüchsen, wie man es vom wirren Wahn des antisemitischen Weltbildes kennt: Ein Argument ist nur solange eines, als es gegen Israel spricht. Alles andere wird verleugnet, übersehen.
Das ähnelt einem Dialog, in dem ein Förster einer Kuh zu erklären versucht, sie sei ganz bestimmt kein Baum, er kenne solche, und diese antwortet mit dem Argument, dass aber Kaninchen auch nicht rosa seien und überhaupt die Wolken heute besonders wolkig, also müsse sie ein Baum sein und er sei allenfalls ein rosa Kaninchen.
Interessant daran ist, dass solche Leute sich tatsächlich noch einbilden, sie seien in irgendeiner Weise in einer Diskussion befindlich, der sie doch intrapsychisch schon lange das Wasser abgegraben haben. Mimetisch äffen sie solche Kritik nach und behaupten sich in eben jener Position des Kritikers zu befinden, die sie an sich selbst als ungerecht verspüren und abwehren müssen. Sich selbst ziehen sie nicht im geringsten in Zweifel - weshalb sie behaupten müssen, der Gegner würde ebensolches tun. Innerhalb eines solchen Szenarios ist die Diskussion vergeblich. Der Rat, die jüdische Position nicht nur vom Hörensagen irgendwelcher Avneris zu vereinnahmen, sondern auch eine jüdische Zeitung zu Wort kommen zu lassen, wird ohnehin als verwerflich angesehen. Wo man bedenkenfrei die Charta der Hamas verinnerlicht hat, indymedia liest und die taz für ein unparteiisches Medium im Nahostkonflikt hält, kommt einem die jüdische Allgemeine oder die Jerusalem Post anrüchig vor. 
Solche Menschen, die nicht den geringsten Selbstzweifel tragen und auf solche Kritik hin nicht etwa den Gegenbeweis etwa einer Frage oder einer differenzierteren Überlegung antreten, sondern diese und jede Kritik als infantiles "selber-selber" okkupieren, sind nicht aufklärbar, weil ihnen die Bereitschaft dazu mangelt. Und insofern sehe ich auch davon ab, weiter mit solchen Leuten zu diskutieren. Was diese wie jedes andere Argument auch nur als Bestätigung ihres Weltbildes einordnen werden.   
 
4.3.08 10:14
 


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bisher 57 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Martin Rath / Website (4.3.08 10:38)
Censor infelix?
Nein. Was hat es denn mit Zensur zu tun, argumentationsunwillige Neonarzissten aus dem gepflegten Blog zu werfen?
Zensur heißt nach meinen Begriffen: Argumentationsfähigen und -willigen Menschen werden unter den Bedingungen mono- oder oligopolisierter Medienzugänge Ausdrucksmöglichkeiten [von Staats wegen] beschnitten oder verweigert.
Über das "von Staats wegen" kann man gerne streiten, und hat das vor Jahren unter dem Stichwort "innere Pressefreiheit" ja auch getan.
Im bloggenden Polypol Neonarzissten die Auseinandersetzung zu verweigern: Na, dann sollen sie doch Aufmerksamkeit und Anerkennung für ihre eigenen elektrifzierten Notizen suchen...


christoph (4.3.08 11:05)
eine Ergänzungsfrage sei gestattet:

Wenn Sie behaupten, die von Ihnen als Ignoranten und Nazis identifizierten Nachäffer wären an konträren Meinungen und Informationen nicht interessiert - was glauben Sie wohl, wie diese verdammten nur-taz-und-nix-anderes-Leser hier bei Ihnen im Blog landen?
Ich selbst bin weder "für" Palestina noch Israel (hört sich genauso krank an wie es ist) - ich denke es handelt sich um eine verfahrene Situation, die täglich dadurch verschlimmert wird, dass Leute nicht in der Lage sind, differnzierte Entscheidungen zu treffen (was leider normal ist, weil Sie selber betroffen sind und natürlich nicht objektiv sein können)
Das macht mich allerdings nicht unbedingt zu einem Nazi


christoph (4.3.08 12:30)
ja, Sie haben recht, damit bestätigen Sie, wenn auch nicht mein Weltbild, so doch meine Meinung über Sie.
Nicht aufklärbar? Sie sollten sich von dem Gedanken verabschieden, über allgemeingültige Deutungshoheit zu verfügen und stattdessen mal die Ratschläge befolgen, die Sie anderen erteilen (selber-selber).

http://nichtidentisches.myblog.de/
nichtidentisches/art/247309400/
Dogmen_Zasuren_und_Paradigmenwechsel#comm - das war ein Witz, oder?


xconroy (4.3.08 12:34)
Ich habe die entsprechenden Diskussionen leider nicht verfolgt,kann also wenig zum Verhalten des kritisierten Users sagen.

Erst mal: der Blogger hat Hausrecht. In dieser Hinsicht kann er Zensur ausüben, soviel er will, er kann auch die Kommentare komplett sperren. Das ist in Ordnung, schließlich entscheidet er durch sein Verhalten selber,ob er für Kommentatoren interessant sein will oder nicht.

Ich habe es hier schon mehrmals erlebt, daß ich Postings nicht absenden konnte (sie wurden nicht gelöscht, sie tauchten gar nicht erst auf). Ich weiß nicht ob das ein technisches Problem war. Ich würde dies eigentlich vermuten wollen, denn auch wenn meine Ansichten oft nicht mit denen von "nichtidentisches" konform gehen, versuche ich nach bestem Bemühen, sachlich und konstruktiv zu bleiben und mich daran zu erinnern, daß man gar nicht immer einer Meinung sein muß und deshalb trotzdem nicht die Welt untergeht.

Im Moment bin ich skeptisch. Ich wurde von "nichtidentisches" als Antwort auf ein sachliches Posting als "Nullomat" beleidigt (in dem Artikel zum Palituch) und darauf zu reagieren wurde mir unmöglich gemacht.

Ich lese dieses Blog gerne, denn es macht mir Spaß, mich auf hohem Niveau mit Menschen auseinanderzusetzen, die anders denken als ich. In letzter Zeit hatte ich aber den Eindruck, daß "nichtidentisches" eben dies keinen Spaß macht und er es gerne vermeiden würde.Wenn dem so sein sollte, haben Diskussionen zu den Artikeln natürlich wenig Sinn.


emma (4.3.08 13:00)
an gekränkte individuen:

der deutsche volkszorn zürnt so plötzlich aus seinen bunten ecken, hat seinen (ver) stand stets an der hand, (oder doch im gliede?) ist sich seiner reflexe über komplexe als leeres und doch gefährlich rumgetexte voll (vor) bewusst..."ich selbst bin weder für..noch..." was?: ja,ja die angst vorm selbstdenken im volkzornigem geiste, der betrunken vor lauter beflissenheit sich leeren magens in die hose scheißt

"In draj erter git men sich kejn kowed nit op: in tfisse, in bejss-hakisse un in merchez."








Laura / Website (4.3.08 14:42)
debatten mit solchen menschen machen überhaupt keinen sinn. man kann nur hoffen, dass man mithilfe von gesprächen o.ä. bisher indifferente menschen davon abhalten kann, (auch) zu kippen.


(4.3.08 15:20)
Wobei ich anfügen möchte, daß ich zum Thema Israel/Palästina seit längerem zunehmend ungerne diskutiere, weil es auf beiden Seiten (zu keiner zähle ich mich) scheinbar immer mehr Fundamentalisten gibt, die entweder abenteuerliche Konstruktionen errichten, warum es ganz toll und notwendig wäre, sich in Einkaufszentren in die Luft zu jagen oder ebenso abenteuerlich daherdeklinieren, daß 90% aller jemals von irgendeinem Menschen auf der Welt gemachten Aussagen antisemitisch seien.

Wenn bei den tatsächlichen politischen Verhandlungen ein ebenso diskussionsfeindliches Klima herrscht, kann man sich für die Hoffnung auf eine Beendigung der Dauerkrise ganz beruhigt schon mal einen Kalender von 2090 drucken lassen.

Und Spaß macht es auch nicht. Es ist einfach langweilig, schon im Voraus zu wissen, daß man nur ein Knöpfchen drücken braucht, und aus irgendeiner Ecke kommt wahlweise "Zionist" oder "Antisemit" gebellt. Geht das wirklich nur so?

(wahrscheinlich habe ich jetzt auf ein Knöpfchen gedrückt, das den "Relativierer"-Beller aktiviert. Aber ich hoffe, daß dem nicht so ist, ich will mir die Illusion noch nicht nehmen lassen, daß wenigstens in diesem Blog ab und an sachlich diskutiert wird).


xconroy (4.3.08 15:20)
Hmpf. Obiges ist von mir. Wie kann man nur seinen eigenen Namen vergessen...


christoph (4.3.08 16:50)
laura,
wer sind denn "solche Menschen", Ölaugen und Fusselbärte?


Nichtidentisches / Website (4.3.08 16:50)
Warum ich manchmal Kommentare stehen lasse und warum mir der Schritt immer schwerfällt:
Ich habe persönlich oft auch einen Vorteil von der Kenntnis bestimmter Ressentimentgeflechte und teilweise treiben sie einen auch dazu an, sich nochmals mit einem Thema auseinanderzusetzen. Die Frage ist, wo die Reproduktion des Ressentiments anfängt und wo bei mir die Unlust überwiegt. Je durchgekauter und stereotyper ein Ressentiment daherkommt, desto eher bin ich auch bereit es zu löschen.


Nichtidentisches / Website (4.3.08 16:54)
xconroy, meine antwort nochmal im vollzitat:

"Ich gebs auf, mit Nullomaten ohne jeden Schimmer von Symbolen, Geschichtsbewusstsein oder Reflexionsbemühungen zu diskutieren.
Wenn ihr ernsthaft einer Mentalität angehört, der Palituch und Israelsolidarität kompatibel sind, freue ich mich schon, erhellendes von eurer Seite dazu zu lesen, etwa als klar ausformulierte These. Bis dahin "

Wo genau gebe ich dir darin nicht die Chance darauf zu antworten? Du warst keineswegs allein gemeint


xconroy (4.3.08 18:06)
Um die unnötige Beleidigung ("Nullomat") erst mal beiseite zu lassen:

ich hatte mehrmals versucht, eine Antwort abzuschicken. War alles ok (Captcha richtig eingegeben etc.), aber sie erschien halt nicht in den Comments. Wie ich deinem Post entnehme hast du mich nicht gesperrt, also nehm ich mal an daß irgendein technisches Problem vorlag (ist mir hier schon mehrfach passiert: bei Artikeln mit mehr als ca. 7, 8 Comments erschienen neue Antworten einfach nicht. Vielleicht ging es anderen ja auch schon so? Hab leider keine Idee, woran es liegen könnte).


Laura / Website (4.3.08 18:16)
@christoph: in diesem fall, menschen, die sich bereits ihre meinung - eben eine gänzlich andere - zu israel u.ä. gebildet haben. das gilt aber auch für andere themen. eventuell kann man eine meinung abschwächen oder verstärken - aber ein grundlegender wandelt findet nur selten statt, auf der eine seite wie auf der anderen. meine meinung. nicht mehr.


Laura / Website (4.3.08 18:21)
"Die Frage ist, wo die Reproduktion des Ressentiments anfängt "

genau diese frage habe ich mir in letzter zeit auch des öfteren gestellt.
auch habe ich das _gefühl_, von jenen, mit denen ich dann gegebenenfalls diskutiere, _missbraucht_ zu werden: ich bin dann der willkommene anlass, um alles wieder herauszulassen. nun - auf mich hat das keinen großartigen einfluss (von den magenschmerzen mal abgesehen, die sich mitunter einstellen), aber so werden die ressentiments wiederum gestreut. - eben.


Doc Holliday (4.3.08 18:38)
Von allem inhaltlichen abgesehen gibt es bei myblog tatsaechlich hin und wieder technische Probleme beim Abschicken von Kommentaren. Zum einen gibt es wohl eine mir unbekannte Laengenbeschränkung, zum anderen geht manchmal garnichts.


nichtidentisches / Website (4.3.08 23:37)
Ja, myblog ist ein ziemlicher Nullomat, um das geflügelte Wort weiter zu dreschen. Einfach nicht über 20 Zeilen schreiben, meistens müsste das gehen. und immer kontrollieren, obs nun auch erscheint auf der Seite. Sperren kann ich nicht Artikelspezifisch.
@xconroy: Ich fand deine Ignoranz dem Problem gegenüber beleidigend und deine Rede von wegen es hätten sich ja auch noch keine Juden unterm Sofa verkrochen wenn sie dein Palituch gesehen hätten, schlichtweg so daneben, dass ich auch eine Beleidigung mal für angebracht hielt, die auch als Abwehr gegen eine sich einstellende Mehrzahl ähnlich gearteter Beiträge zu verstehen ist. Ich dachte, ich hätte klar gemacht, dass ich einer differenziert ausgearbeiteten Position gegenüber prinzipiell gesprächsbereit bin.


nichtidentisches / Website (4.3.08 23:41)
Ich habe auch schon in Seminare selten Leute getroffen, die tatsächlich es nicht besser wussten, darauf aber dann schnell entsprechende reagierten, indem sie nochmal nachfragten und tatsächlich unmittelbare Gesprächsbereitschaft erkennen ließen. Insofern warte ich lieber zweimal, bevor ich abbügele. Sobald aber die gesamte Palette an Ressentiment abgespult wird, ist kein Ende mehr in Sicht. Was ich doch faszinierend finde, ist die intellektuelle Leistung, die diese sekundär antisemitische Position darstellt. Sie wird eben deshalb für eigene Meinung und damit integer gehalten, weil sie tatsächlich identisch immer wieder neu in Individuen als deren Eigenleistung entsteht. So etwa das Ressentiment, das Judentum sei faschistisch, weil es sich für überlegen halte. Viele haben das selbst ausgebrütet. Und verteidigen es dann um so heftiger als wenn sie sich solche Inhalte von woanders angeeignet hätten.


Laura / Website (5.3.08 07:53)
das wird selber ausgebrütet? - gibt's da studien dazu?


nichtidentisches / Website (5.3.08 09:16)
Meiner Erfahrung nach... Hab ich so allgemein bemerkt, vielleicht sollte ich es mal ausarbeiten.


Hochdorff (5.3.08 10:57)
Es passt überhaupt nicht zum Thema, nur weil es so am schnellsten geht und wir kürzlich darüber sprachen:

Horst Pankow hat im jüngsten Konkret eine kurze Kritik zur deutschen Scientology- und Tom Cruise-Kritik geschrieben.
Hast du ihn gelesen? Sonst schick ich dir gern wieder ein PDF...

Grüße Hochdorff


christoph (5.3.08 14:41)
Hallo nichtidentisches,
ich glaube (wissen kann ich das natürlich nicht), dass Sie viele Kommentare in Bezug auf ihren Inhalt bzw. auf ihre Intention häufig einfach falsch verstehen, was zum einen daran liegen könnte, dass Sie sich im Vorteil wähnen, weil Sie glauben, Ihr Gegenüber hinsichtlich bestehender "Ressentimentgeflechte" vollständig durchschaut haben (Vorsicht, könnte ebenfalls ein Vorurteil sein), zum anderen, hier im spezielllen, aufgrund Ihrer synonymen Verwendung von "israelisch" und "jüdisch" (Absicht?).

Die dann folgende Maßregelung provoziert dann gelegentlich zu Aussagen, die umso leichter missverstanden werden können. Eigentlich schade.


nichtidentisches / Website (5.3.08 15:02)
HI Hochdorff

er wird doch wohl nicht abgeschrieben haben? Immer her damit unter vielen Dankeschöns!


nichtidentisches / Website (5.3.08 15:07)
@Christoph

Es könnte auch sein, dass ich seit Jahren mich mit dem Thema befasse, so ziemlich alle Einführungsbände zum Antisemitismus der letzten Jahre rezensiert habe, darüber hinaus ein ganzes Regal voll Literatur zum Antisemitismus mehr oder weniger bearbeitet habe, und daher einfach in gewissen Punkten eine, wie nennt man das...wissenschaftliche Position behaupte.
Nicht behaupten möchte ich, einen virtuellen Gegenüber "durchschaut" zu haben. Sein Ressentiment als gesellschaftlich bedingtes allerdings zu durchschauen traue ich mir in einigen wenigen eindeutigen Fällen dann doch zu. Zumindest maße ich es mir an.


christoph (5.3.08 17:05)
mag sein, mag sein
Wissen ist das eine, gegen eine gewisse Betriebsblindheit wappnet das natürlich nicht


xconroy (5.3.08 17:18)
Wenn man einen Hammer in der Hand hält, sieht alles aus wie ein Nagel.


christoph (5.3.08 18:04)
@xconroy
das Bild gefällt mir


emma (5.3.08 18:13)
"Wenn man einen Hammer in der Hand hält, sieht alles aus wie ein Nagel." (xconroy)



nach dem motto -wenn ich eine handbügelsäge in der hand halte und damit stahl säge, dann liegen bestimmt keine holzspäne aufm boden- oder was?!

wie wärs mit einer blog-kommentar-lesung im baumarkt?

"Das ähnelt einem Dialog, in dem ein Förster einer Kuh zu erklären versucht, sie sei ganz bestimmt kein Baum, er kenne solche, und diese antwortet mit dem Argument, dass aber Kaninchen auch nicht rosa seien und überhaupt die Wolken heute besonders wolkig, also müsse sie ein Baum sein und er sei allenfalls ein rosa Kaninchen." (nichtidentisches)


shalom

die emma ausm fleischmarkt


Watchman (5.3.08 20:49)
Wenn man den Kern knacken will, braucht man einen Hammer.


ollie (6.3.08 09:05)
Die Palituchdebatte ist doch mal wieder ein Paradebeispiel.Unterirdisches Niveau und schwafeln an der Oberfläche. Es geht doch offensichtlich darum welche Bedeutung der Lappen hat und wie sich Bedeutung in diesem Fall konstituiert. Deine Gegner führen ein Beispiel nach dem anderen dafür an, dass Bedutung kontextabhängig ist. Es scheint ihnen also um Polysemie zu gehen und die Frage nach Bedeutungswandel. Von dir kommt da überhaupt nichts, außer einer Analogie (Hakenkreuz), die die Annahmen deiner Disputanten stützt (Bedutung ist abhängig von Kontext). Von Argumenten bist du weit entfernt, irgendwann ist es dir zu blöd, du beschimpfst alle als Nullomaten und behauptest frech Ahnung von Symbolen zu haben. Wie kommt so eine Bedeutung denn nun in diesen Lappen hinein? Durch Lexikonrecherche, durch Deixis? Da kommt nichts von dir. Man/frau kann höchstens mutmaßen, dass du ein Augustinisches Bedeutungsverständnis zugrunde legst, weil du nicht argumentierst, sondern Behauptungen aufstellst und geschwollen daherpolemisierst und dich dabei noch überheblich als Garant für Wahrheiten stilisierst. Das ist beschämend, mehr nicht.Wissenschaftlichkeit die du dir so gerne auf die Fahnen schreibst, kann ich darin nicht erkennen. Du merkst ja nicht einmal wenn dir eine Frage gestellt wird, oder beantwortest du Christophs Frage bezüglich Synonomie noch? Lieber schwadronierst du darüber wieviele Bücher du gelesen hast.


Hochdorff (6.3.08 10:37)
Wow, da kommt einer daher und will mal so richtig den Ausgewogenen (und schon deshalb Überlegenen mimen). Polysemie? Ich nehme mal an du meinst es in der Bedeutung der einfachen Mehrdeutigkeit.

In wie fern kann dies auf Symbole wie das Hakenkreuz bzw. das Palituch zutreffen?

Fakt ist doch, daß Symbole von historischen Ereignissen brührt, eingefärbt, ihr Inhalt bestimmt wird. Dies sind im Falle des Hakenkreuzes die Verwendung des nationalsozialistischen Deutschlands und im Falle des Palituches (deshalb wird es ja hier auch so genannt) die antisemitischen Exzesse gegen die Juden (vor und während deren staatsförmiger Organisation). Abseits dieser historischen Ereignisse gibt es bestimmt Gründe aus denen Menschen diese Dinge benutzen (Buddisten -> Hakenkreuz; Leute die in Wüsten (-ähnlichen Gebieten) unterwegs sind -> Palituch), d.h. es gibt ein wirkmächtige andere Disposition, eine religiöse bzw. eine physische.

Beides kann kaum ein Bewohner der sog. westlichen Welt für sich in Anspruch nehmen, von daher stellt sich die Frage nach Polysemie überhaupt nicht, es sei denn man benutzt dieses Wort in einer anderen Bedeutung, nämlich: "Polysemie bezeichnet eine systematische Mehrdeutigkeit auf Grund einer Verwandtschaft der einzelnen Bedeutungen, die eine gemeinsame Grundbedeutung haben"


nichtidentisches / Website (6.3.08 11:09)
Ollie, immer noch warte ich auf einen irgend lesbaren Text von deiner Seite, vielleicht verlinkst du mal was, oder lässt du Kritik nur an anderen zu? Was von dir kommt, sind Verweise auf Lexikonbegriffe, die zur Diskussion wenig beitragen, außer dass du mächtig auf den Putz haust.
Zur Bedeutung des Palituchs habe ich sehr wohl eine These an Ort und Stelle aufgestellt, nämlich die, dass dadurch einem ambivalenten Bedürfnis nach Identität und Distinktion, Kollektiv und konformistischer Revolte Ausdruck gegeben wird. Wie das Palituch dazu kommt, diese Bedeutungsebenen zu erhalten, darüber kann man natürlich die strukturalistische Semiologie wälzen, ich für meinen Teil habe ebenfalls an Ort und Stelle die simple These aufgestellt, dass eine antisemitische Linke dieses Symbol einer antisemitischen Gruppierung begeistert wegen der antisemitischen Aussage aufgegriffen hat und darum künftig rebellisches Verhalten durch dieses Symbol ausgedrückt werden soll.


nichtidentisches / Website (6.3.08 11:11)
Vielleicht erklärst du einfach mal, was du davon hältst? Vom Palituch? Vom Antisemitismus? Von der Linken? Und warum dir dein Philosophiestudium so wenig Spaß macht?


nichtidentisches / Website (6.3.08 11:17)
"Wie kommt diese Bedeutung denn in dieses Palituch hinein..."

Etwa dadurch, dass ein Yassir Arafat mit geladenem Revolver und Palituch am Kopf vor der UN-Versammlung spricht und die Vernichtung Israels predigt? Dadurch, dass er für jahrelange Terrorarbeit noch einen Friedensnobelpreis bekommt? Dadurch, dass das Teil von Jubellinken getragen wird, während sie "Scharon-Kindermörder" brüllen? Dadurch, dass in Palästina Leute ermordet wurden, weil sie dieses "Symbol" nicht am eigenen Leibe trugen?
Man könnte sich natürlich auch darauf zurückziehen, dass alles irgendwie diskursiv ist und durch perfomative Akte konstruiert wird, weshalb das Palituch als an sich seiendes völlig bedeutungslos ist und in der Travestie politische Wirkungsmacht erhält, von einer hegemonialen Gegenmacht umgedeutet werden kann und man am besten in Omphaloskopie und Redundanz investiert.


nichtidentisches / Website (6.3.08 11:21)
Zu blöd wurde es mir, als Leute davon anfingen, wie wenige "Juden sich unterm Sofa verstecken", sobald sie mit Palituch um die Ecke kommen.
Über qualifizierte philosophische Kritik hätte ich mich gefreut und habe dies (wie oben auch zitiert) eingefordert. Leider warte ich noch vergeblich auf nichtaugustinische Ausführungen deinerseits.


ollie (7.3.08 17:57)
Lieber Nichtidentisches,
„Zur Bedeutung des Palituchs habe ich sehr wohl eine These an Ort und Stelle aufgestellt, nämlich die, dass dadurch einem ambivalenten Bedürfnis nach Identität und Distinktion, Kollektiv und konformistischer Revolte Ausdruck gegeben wird“ „...die simple These aufgestellt, dass eine antisemitische Linke dieses Symbol einer antisemitischen Gruppierung begeistert wegen der antisemitischen Aussage aufgegriffen hat und darum künftig rebellisches Verhalten durch dieses Symbol ausgedrückt werden soll.“ Das sind zwei Behauptungen ohne stützende These. Meilenweit entfernt von dem was mensch im allgemeinen so Argument nennt. Meine Frage lautete doch warum hat es diese Bedeutung, nicht was für eine Bedeutung hat es. Das ist alles andere als eine Basis für eine angemessene Diskussion. Drei Methoden hast du dann doch genannt. Warum hast du nichts davon angewandt, sondern dich auf bloße Behauptungen zurückgezogen?


ollie (7.3.08 17:57)
1.Strukturalismus, ein triadisches Zeichensystem hättest du ja mal anlegen können. Das ist eine Methode die auf de Saussure zurückgeht. 2.Diskursanalyse, die ursprünglich als Genealogie von Nietzsche entwickelt wurde. Wäre auch schön gewesen.3. Performativität die in den Bereich der Sprechakttheorie gehört. Austin hat sie auf der Grundlage von Wittgenstein entwickelt. Hätte vielleicht auch weitergebracht. Wittgenstein: „ Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache“. All das hättest du tun können, aber bei dir ist Methode Fehlanzeige. Dann erwartest du von mir das ich in einer Kommentarfunktion eines Blogs eine Bedeutungstheorie zu Grunde lege?


ollie (7.3.08 17:58)
Nun zu deinem Schoßhündchen hochdorff, der gerne mit kruden Analogien (Hakenkreuzbinde) Mitdiskutierende in die Ecke von Nazis stellt. Desweiteren scheint er sich im kopieren von Wikipedia-Einträgen zu befleißigen, die er nicht verstanden hat. Ist aber auch gemein von wikipedia das dort nicht weiter erläutert wird, wie das mit der Grundbedeutung zu verstehen ist. Ich erkläre es mal kurz. Das Wort Brücke ist polysem. Bedeutungen: Verbindung zweier Talseiten, Zahnersatz, Teppich ... Grundbedeutung: Überbrückung eines Zwischenraumes. Auf unser Problem hin: Bedeutungen: Modeaccessoire, Selektionskriterium (nicht-jüdisch, kurdisch),Provokation (conroy)... Grundbedeutung: Ein Stofflappen den man sich um den Hals, oder Kopf wickeln kann, meinetwegen auch Hüfte. Eine EINfache MEHRdeutigkeit entzieht sich meiner Kenntnis und ich glaube nicht das es so etwas gibt. Eine Unterscheidung wird zu Homonymie gemacht. Das hängt mit der Semantischen Ähnlichkeit des Referenten zusammen, interessiert uns hier aber nicht, da wir es ja mit dem gleichen Referenten zu tun haben. Zu Homonymie gibt es bestimmt auch einen wikipedia-Artikel ob hochdorff den dann versteht steht allerdings auf einem anderen Blatt.


nichtidentisches / Website (7.3.08 18:06)
Meine Frage war eine rhetorische.
Ich kenne die strukturalistische Methode insbesondere Leví-Straussens zu Genüge, habe meine Abschlussprüfung darüber gehabt und diverse Referate geschrieben, und weißt du warum ich das nicht mache? Weil ich es für Blödsinn halte. Ein positivistischer Systemfetisch, der die durchaus genialen Assoziationen zumindest bei LS auf eigenes Betreiben hin herabsetzen soll.
Diskursanalyse: Mag man für ein wissenschaftliches Maß aller Dinge halten. Ich tue das nicht. Performativität: ein Edelsubstantiv aus der Kategorie der postmodernen Redundanz.
Ich erwarte, dass wenn du schon so prahlst mit diesen durchaus begrenzt tauglichen, wenngleich sich selbst für unfehlbar haltenden Theorien, dass du auch auf Basis dessen eine konkrete Kritik ausformulieren kannst, die noch irgend etwas vom Objekt erkennen lässt. Da ist bei dir Fehlanzeige.
"Meine Frage lautete doch warum hat es diese Bedeutung, nicht was für eine Bedeutung hat es."
und die habe ich bitteschön erstmal beantwortet und dahingehend warte ich auf eine Widerlegung, eine Begründung, die das Palituch freispricht von der Bedeutung, die du nicht im geringsten in den Mund zu nehmen wagst: Antisemitismus.


emma (8.3.08 00:40)


"(...)Auf unser Problem hin: Bedeutungen: Modeaccessoire, Selektionskriterium (nicht-jüdisch, kurdisch),Provokation (conroy)... Grundbedeutung: Ein Stofflappen den man sich um den Hals, oder Kopf wickeln kann, meinetwegen auch Hüfte. Eine EINfache MEHRdeutigkeit entzieht sich meiner Kenntnis und ich glaube nicht das es so etwas gibt(...)" (ollie)



warum oder was?
wann oder wo?
woher oder wohin?
wenn sich das selbst im ich entfremdet, dann schuldest DU mir ein leben- selbst oder denken?




ollie (8.3.08 10:48)
Was willst du mir sagen emma? Ich glaube ich weiß es schon."Guck mal hier, ich habe schonmal einen Text der kritischen Theorie gelesen und ich kann das auch ganz toll nachmachen. Strg+c und Strg+v, habe ich auch gefunden" Das hast du ganz fein gemacht liebe emma , deswegen schenke ich dir auch ein schönes Buntstiftset und ein Malbuch, dann hast du was zu tun. Bis es soweit ist, kannst du ja noch in den Fleischmarkt gehen und wenn du weiter so lieb bist schenkt dir die Wurstfachverkäuferin auch eine Scheibe Fleischwurst. Vielleicht ist da dann sogar ein smilie drauf.


nichtidentisches / Website (8.3.08 11:06)
nana, ollie arg viel weiter bist du hier auch noch nicht gekommen....ich warte immer noch


Hochdorff (8.3.08 12:03)
Schönen Gruß vom nichtidentischen Schoßhündchen an den Kläffer der Intifada.

Btw. das Hakenkreuz habe nicht ich in die Diskussion eingeführt und ich habe es auch nicht benutzt um irgendjemanden irgendwohin zu stellen, aber vielleicht war es ja mehr vorauseilender Gehorsem deinerseits.

Interessant ist auch, daß du anscheinend sofort wusstest, wo man den Satz findet. (Im übrigen habe ich ihn mir von meinem Mitbewohner aufsagen lassen, der hat so'n Kram studiert).

All dein Geschwurbel entkräftet übrigens keineswegs das von mir Gesagte.

Angesichts der Tatsache, daß hier die Nachfahren der Judenmörder mit dem "Modeaccessoire" der aktuell wirkmächtigsten Judenmörder herumlaufen, ist die Frage nach dem "wie es da hineinkommt" völlig irrelevant, zumal hinreichend beantwortet (recht kurz und griffig, allerdings -Vorsicht!- polemisch z.B. bei Karl Selent, auch wenn der neuerdings anscheinend auf Hugo Chavez steht.)

Nochwas:
Was spricht gegen paste©? Ich benutze es, zumal ich Besitzer diverser elektronischer Gesamtausgaben bin, recht gerne, da es Zeit spart. Oder verspielt man, wenn man nicht selbst alles tippt, den Authentizitätsbonus? Dann hab ich einen Alternativvorschlag, lass uns an Nichtidentisches Briefe schreiben, das wär doch sicher am athentischsten, gell?


emma (8.3.08 12:58)
@ollie(xconroy,chtistoph,...): das könntest du dich ja mal SELBST fragen- (SLEBST)Diskursanalyse betreiben?!

mensch,da muß ich das doch tatsächlich in so klare worte fassen...hmm.

@ollie: wie kommst du darauf ich hätte n text krititischer theorie gelesen?

ich beschäftige mich von nun mit den mir von ollie geschenkten buntstiften und dem malbuch; bin fürs erste befriedigt,weil ich meine eingeforderte aufmerksamkeit gefunden habe. und werde mich im spiegel betrachten, auf dass es dunkel ist im bunker meiner projizierten und wirkungsmächtigen gedankenlosigkeiten...

apropos BEdeutung:








ollie (8.3.08 13:56)
1.Zitat hochdorff: "He xconroy,wie wär's wenn du dir noch eine Hakenkreuzarmbinde kaufst und 'ne 88 in den Nacken tätowieren lässt" Ich schrieb im Übrigen Binde.
2."Kläffer der Intifada" Wie kommst du auf das schmale Brett?
3.Wollte wissen woher du deine Definition nimmst und siehe da, meine erster Versuch war gleich ein Volltreffer. Interessant ist doch daran nur wie durchschaubar du bist. Was der Unterschied sein soll zur EINfachen MEHRdeutigkeit (schwarzes Weiß? lebendige Leiche?) bleibst du weiterhin schuldig.
4.Eigentlich hatte ich einen Text zu Bedeutung, Repräsentation,Referenz und auch Performativität (anlytische Philosophie) geschrieben, aber für mich ist die Diskussion an dieser Stelle beendet.Wenn ich Kommentare von Clowns brauche, fahre ich zum Karneval nach Köln.


Laura / Website (8.3.08 15:04)
Wieso denke ich beim Stichwort Polysemie immer sofort an Revisionismus?
http://list.msu.edu/cgi-bin/wa?A2=ind9612C&L=aejmc&P=10975


ollie (8.3.08 18:44)
Liebe Laura,
Wieso denke ich bei Revisionismus immer an widerwärtige Geschichtfälscher, Holocaustleugner und Konsorten? Was hat das jetzt bitte mir dieser cultural studies internen Diskussion zu tun? Ist John Fiske ein Revisionist oder gar die ganzen cultural studies? Könntest du das bitte mal erläutern. Ich hoffe das ist jetzt nicht dein Ernst. Hast du mal Artikel von Stuart Hall, John Fiske, Raymond Williams und anderen Vertretern gelesen? Mitte der 90er Jahre hat wenn ich mich recht entsinne die gruppe sinistra mal einen Text zu Rassismus in den Medien auf Stuart Halls Theorie aufgebaut. Das Buch hieß medienrandale,kann mich aber auch irren, ist lange her.


Laura / Website (8.3.08 22:26)
äh, ich dachte, du wüsstest, dass in cs in den 1990ern eine debatte unter dem stichwort "new revisionism" (revisionismusdebatte) geführt wurde.

fiske wurde von theoretikerInnen, die sich an der kritischen theorie orientieren, vorgeworfen, die macht der rezipientInnen zu überschätzen und ideologie auszublenden.

mit fiske kannst eben auch die meinung kundtun, in ein palituch könne man ohne probleme friede, freude, eierkuchen reinlesen. nun, das mag es tatsächlich in sehr wenigen fällen geben. die frage ist halt, ob damit nicht ausgeblendet wird, dass eben schon die mehrheit ner dominanten lesart folgt. mit der beschäftigt man sich zumindest im deutschsprachigen raum ja nur noch selten. (ich hab das mal gemacht - das ergebnis war erschreckend.)

war mal auf ner tagung, da haben sich fiske-anhängerInnen und marxistische medienökonomInnen fast die köpfe eingeschlagen. (ok, das ist jetzt ein bisschen übertrieben.)
was man bei solchen anlässen übrigens auch beobachten kann: dass vertreterInnen von sevenonemedia und co die augen ganz feucht werden vor freude, wenn fiske-anhängerInnen sprechen. weil dann auch noch die hinterletzte verkaufssendung an qualität gewinnt. weil, eben, da ja auch bildungs-tv reingelesen werden kann. theoretisch.


Laura / Website (8.3.08 22:28)
"Hast du mal Artikel von Stuart Hall, John Fiske, Raymond Williams und anderen Vertretern gelesen? "

das nehme ich jetzt doch mal an.


Laura / Website (8.3.08 22:36)
What is described as the “new revisionism” (McGuigan) severs cultural studies from political economy and critical social theory. During the postmodern stage of cultural studies there is a widespread tendency to decenter, or even ignore completely, economics, history, and politics in favor of emphasis on local pleasures, consumption, and the construction of hybrid identities from the material of the popular.
This cultural populism replicates the turn in postmodern theory away from Marxism and
its alleged reductionism, master narratives of liberation and domination, and historical teleology.

http://www.gseis.ucla.edu/faculty/kellner/essays/culturalmarxism.pdf


nichtidentisches / Website (8.3.08 23:10)
@olli
".Eigentlich hatte ich einen Text zu Bedeutung, Repräsentation,Referenz und auch Performativität (anlytische Philosophie) geschrieben"

Und uneigentlich? Vielleicht endlich einen, in dem es zur Sache geht? In dem deine eigene Position zum Palituch oder wahlweise zum Antisemitismus mal klar rüberkommt?
Ich habe schon lange den Eindruck, du tastest einen Text auf die Merkmale bezüglich Theorie und Methode hin ab, die dir geläufig sind, und wirfst jegliche Nichtstimmigkeit zwischen deiner Erwartungshaltung, wie ein deiner Meinung nach modernen, korrekter philosophischer Text geschrieben sein sollte, damit du ihn in dein schmales Raster von dir halbwegs bekannten Theorien pressen kannst, und jenem fremden Inhalt des Textes ("wie, wo ist da jetzt die Methode, wie ich sie mühsam gelernt habe") diesem Text als Mangel vor.
Irgendein Inhalt hat dich noch nie interessiert und dahingehend kommt von dir auch wirklich gar nichts als heiße Luft und Namedropping. Sorry, aber das kann ich auch in der Uni haben.


nichtidentisches / Website (8.3.08 23:11)
Ansonsten würde ich wirklich gerne mehr von diesen von euch erwähnten spannenden Häppchen von Theoriediskursen hören.


nichtidentisches / Website (8.3.08 23:22)
"Grundbedeutung: Ein Stofflappen den man sich um den Hals, oder Kopf wickeln kann, meinetwegen auch Hüfte."

Du meinst, die Grundbedeutung einer Karotte ist, dass sie in der Erde wächst und unter Lichteinfall langwellige Lichtwellen zurückstrahlt, ergo rot ist? Sry, ich musste grad an Ontologie denken. Cmon und was war da mit Vorrang des Objekts? Anstatt zu sinnieren, was Bedeutungen für dich bedeuten, könntest du einfach nochmal klarhaben, was das Palituch für dich als Individuum bedeutet und wie es dazu kommt. Wenn du sagst: ein einfacher Stofflappen, dann frage ich mich, warum du bei deinem Namedropping Autoren angibst. Ist nicht deren Aussage nebensächlich, angesichts der Tatsache, dass es sich um Bücher handelt, deren "Grundbedeutung" es ist, viereckig zu sein und gelesen zu werden?


nichtidentisches / Website (8.3.08 23:44)
Ahh, nochwas: Ja bei den cultural studies habe ich eine Bildungslücke. Stuart Hall= schlechte Rassismustheorie, wenn ich mich richtig erinnere, würde mich daher nicht wundern, wenn sinistra damit rumdoktert. Fiske, dunno... von dem Fetisch alles zu wissen habe ich mich vor kurzem erst verabschiedet.
Nur: Aus dem was du hier so vor dich hin bröckelst, kann ich herzlich wenig Anreiz herauslesen, mich damit zu befassen, weil bis dato kein einziges vernünftiges Ergebnis zum Thema herausgekommen ist.
Nochmal: Meine verkürzte These ist: Das Palituch kam von Antisemiten zu Antisemiten weil es von Antisemiten kam. Und das ist sehr wohl eine These. Die du gefälligst mal widerlegen könntest.

"Dann erwartest du von mir das ich in einer Kommentarfunktion eines Blogs eine Bedeutungstheorie zu Grunde lege? "
Nahain, ich erwarte, dass du gefälligst mal selber bloggst und dann einen halbwegs konsistenten Text verfasst, den ICH dann zur Abwechslung mal wie folgt kommentieren kann: "äh, du hast ja gar nix von Paschukanis da drin, wie jetzt, ein Text ohne Scheit-Zitat, da fehlt ja außerdem jede Methode, weil kein Hegel vorkommt, hast du überhaupt mal ein Referat von Natalie Hunzmeyr-Dingsli oder Heribert Kunzofski gelesen oder was, die schwarze Ameise-grüne Ameise Debatte der 90er ist an dir wohl völlig vorübergegangen und nähnähnäh, nich hoch genuch gekachelt, NICH hoch genuch gekachelt, nähnhänhänh!"


Hochdorff (9.3.08 10:11)
1. eine Entschuldigung: Ja, ich erwähnte das Hakenkreuz, war mir in der Tat entfallen, allerdings wollte ich damit nur aufzeigen, daß es m.E. nicht möglich ist best. Symbole "neu zu besetzen". Hätte letztlich auch "Hammer und Sichel" o.Ä. anführen können. Es war letztlich unüberlegt.
2. Dein Triumphzug über die gefundene scheinbar widersprüchliche Bemerkung ist wirklich süß. Frustriert, weil dir im Seminar keiner zuhört?

3. All dein Wortfeuerzauber hat bis jetzt nichts be- oder widerlegt. Was also möchtest du mitteilen?


Hochdorff (9.3.08 10:43)
Folgendes hab ich gerade gefunden, es passt gerade so schön:

"Zions Feldzug gegen das “Pali-Tuch”

Haben die religiös-rassistischen Usurpatoren den Palästinensern schon alles genommen, was man einem Volk nehmen kann, ihr Land, ihren Besitz und ihre Lebensmöglichkeiten, so will man ihnen jetzt auch noch das Symbol ihrer Identität stehlen, das “Pali-Tuch”. Mit dem Tragen des “Pali-Tuches” demonstrieren die Deutschen ihre Verbundenheit mit dem palästinensischen Volk. Es ist uns Deutschen lieb und teuer geworden und ans Herz gewachsen. Es ist zur Zeit noch das einzige Symbol was “Rechts” und “Links” gemeinsam tragen. Dieses Tuch ist kein modisches Akzessoir wie es diffamierend hinstellt wird, es ist das Symbol des Kampfes des palästinensischen Volkes gegen seine unmenschlichen Unterdrücker und chauvinistischen Okkupanten, die sich über alle Menschenrechtsgebote stellen – und dies schon seit mehr als 2000 Jahre – diese verachten und mit Füßen treten. Mit diesem Freiheitskampf solidarisieren sich immer mehr Deutsche, trotz des permanent zunehmenden weltweiten Trommelfeuers der zionistischen Welteinheitspresse und dem damit verbundenen Gesinnungsterror, der in einem zunehmenden Maße im zionistischen Protektorat “Deitschland” praktiziert wird.

Lutz Huth, Hannover"

Quelle: http://henryk-broder.com/2007/12/20/lesermeinung-zion-zieht-zu-felde/#more-137

...und hier ist der Herr Huth zu finden:
http://lutzhuth.de/

Wan der wohl das letzte mal Artikel von Stuart Hall, John Fiske, Raymond Williams und anderen Vertretern gelesen hat?


Watchman (9.3.08 19:03)
Hier ein Beispiel der Zusammenrottung von französisch sprechenden Menschen, die sich fast allesamt zufällig einen Stofflappen um den Kopf gewickelt haben, um krass repräsentierend performative Akte zu inszenieren.

http://www.youtube.com/watch?v=HJnkkoYXwWc


unGeDuLdig (17.3.08 08:17)
Hallo erstmal,

interessantes Blog, kannte ich noch gar nicht. Zu den Palitüchern hätte ich da noch die Anmerkung/Nachfrage, dass sie m.E. beinahe völlig aus dem antisemitischen Kontext gerissen von den jugendlichen Emocore-Hörern getragen werden. Das mag auf die guevaristische Attitüde von Bands wie Rage Against The Machine zurückgehen, hat sich aber bei den meisten Emos, die ich kenne, nicht über den allgemeinen, diffusen Identitätswunsch hinaus erhoben, der vieles in der Rockgeschichte prägt. Was ich mit dieser Beobachtung jetzt machen soll, weiss ich auch nicht, also stelle ich sie in den Raum.

Ich habe, was Zensur angeht, im chefduzen.de-Forum (unter meinem nom de guèrre) eine schreckliche Epiphanie hinter mir, die hier zu besichtigen ist:

http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=12601&threadview=0&hilight=&hilightuser=0&page=6

Das hat meine Einfühlung in Zensurvorgänge nicht gerade gesteigert. Es ist freilich klar, dass nicht alles eine Bühne bekommen muss, was so blutig aus dem Volksboden aufsteigt. Ich bitte nur, falls ich mich in einem Beitrag verirre, um Widerlegung, gegebenenfalls Abmahnung und nicht Abfertigung. Die Vorabklärung dieser eigentlich banalen Modalitäten ist mir zwar etwas peinlich, aber für die Fruchtbarkeit jedes weiteren Dialogs, so I think, unabdingbar.

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