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"Wo bitte geht's zu Gott" bald indiziert? Ein Lehrstück in Sachen Kritikresistenz

Heide Oestreich, gelegentliche Produzentin eines pseudo -feministischen Antifreudianismus, berichtet in der taz recht positionslos und langweilig über den Indizierungsantrag des Familienministeriums gegen das beim Alibri-Verlag erschienene Buch "Wo bitte geht's zu Gott" von Schmidt-Salomon/Nyncke. Den inhärenten Antisemitismus, den das Bilderbuch transportiert, wies ich bereits vor längerem hier nach. Das Ergebnis des Verbotsantrages: Das Buch kletterte kurzfristig auf Platz 3 der Amazon-Charts, in der taz tobt sich die halbaufgeklärte Elite gegen den Antrag aus und von den Autoren ist wenig Selbstreflexion zu vermerken. Wie es dem wahnhaften Verhalten so recht passt, münzt man sich vom Angreifer in den völlig zu Unrecht Attackierten und geht so auf einer eigens eingerichteten Website in Notwehrstellung:
 
Ganz offensichtlich werde in dem Antrag „ein Feindbild aufgebaut, das in dem Buch überhaupt keine Entsprechung findet". Im Gegenteil, die „ganz bewusste gestalterische Gleichbehandlung aller drei Religionsvertreter werde absichtlich unterschlagen und in antijüdische Propaganda umgemünzt". „Eine Unverschämtheit", so der Zeichner.
 
Ein Unrechtsbewusstsein hat der Täter selbstverständlich nicht, deshalb wird er erst recht unverschämt.
 
Möglicherweise habe „die verantwortliche Referentin des Familienministeriums in Ausübung ihrer beruflichen Pflichten zu viele Gewaltvideos angeschaut", meint Schmidt-Salomon. Andernfalls könne er sich kaum erklären, warum die Jugendschutzreferentin fantasiere, dass der Rabbi „einem Vertreter des christlichen Glaubens eine Schriftrolle auf den Mund drückt und ihn zu ersticken droht", wie es in dem ministerialen Schreiben heißt: „Also ehrlich: Den Unterschied zwischen einer harmlosen Rauferei und einem Mordversuch sollte man doch schon erkennen können! Nebenbei: Haben Sie schon einmal versucht, einen Menschen mit einer dünnen Papierrolle zu ersticken? Wenn Ihnen das gelingen sollte, melden Sie sich doch bitte bei Uri Geller!"
 
Auf einmal soll das vom Buch angeblich kritisierte Verhalten, nämlich der religiöse Fanatismus, "eine harmlose Rauferei" sein - zumindest inkonsequent. Warum ausgerechnet der jüdische Zauberkünstler und Taschenspieler Uri Geller jemanden mit einer "dünnen Papierrolle" ersticken sollte, ist nur aus dem trotzigen, zirkulären Verharren im antijüdischen Ressentiment zu erklären. Für den Fall des Zusammenbruchs des eigenen Weltbildes durch die juristische Aburteilung hält man Verschwörungstheorie parat:
 
„Wenn vernünftige Argumente bei dieser Verhandlung auch nur einen Pfifferling wert sind, kann ich mir das beim besten Willen nicht vorstellen!", sagt Schmidt-Salomon. „Ich gehe fest davon aus, dass die Verantwortlichen der Bundesprüfstelle diesen verrückten Indizierungsantrag abschmettern werden und somit das Buch auch weiterhin frei über den Buchhandel erhältlich sein wird! Allerdings sollte man nicht übersehen, dass auf der Gegenseite mächtige Interessensgruppen mit im Spiel sind. Man muss also auf alles gefasst sein..."
 
1938 Personen unterstützen bislang die Solidaritätserklärung mit den Autoren. Indizierung ist prinzipiell ein falsches Mittel der Aufklärung, im Falle von Kinderbüchern jedoch zu erwägen. Das Argument des Antrags zumindest unterstütze ich hiermit voll und ganz. In einer längeren privaten Korrespondenz mit Nyncke war keine Spur von auch nur angedachter Selbstkritik zu bemerken. Da sich die Autoren trotz der vernünftig vorgetragenen und sehr begründeten Kritik von jedweder auch nichtreligiöser Seite an der inhaltlichen und graphischen Gestaltung und nicht am prinzipiellen, erklärten Zweck einer Religionskritik für Kinder, nicht im entferntesten zum Denken animieren lassen, kann der Befund nicht mehr Irrtum oder Unachtsamkeit, sondern allein Antisemitismus lauten.
1.2.08 11:52
 


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bisher 29 Kommentar(e)     TrackBack-URL


xconroy (2.2.08 00:21)
"Warum ausgerechnet der jüdische Zauberkünstler und Taschenspieler Uri Geller jemanden mit einer "dünnen Papierrolle" ersticken sollte, ist nur aus dem trotzigen, zirkulären Verharren im antijüdischen Ressentiment zu erklären."

Tschulljung, aber das halte ich für Blödsinn.

Erstens mal kann man Schmitt-Salomon, wenn überhaupt, Ressentiments gegen jede Religion vorwerfen, nicht nur gegen das Judentum.
Und zweitens muß man meiner Meinung nach schon einen sehr eigenen Blick auf die Welt haben, um den Hinweis auf Uri Geller eher mit Antisemitismus zu assoziieren als mit der eigentlich viel näherliegenden und plausibleren tatsache, daß der gute Mann zur Zeit halt recht populär ist.

"Indizierung ist prinzipiell ein falsches Mittel der Aufklärung, im Falle von Kinderbüchern jedoch zu erwägen. "

Nein, warum denn? Kindern Standpunkte und Informationen aus "schützerischen" oder "pädagogischen" Gründen vorzuenthalten ist eine sehr wackelige Position (bitte jetzt nicht mit "dann könnte man ja gleich "Mein Kampf"... okay?). Die bessere Alternative ist die, mit der man jeder Publikation begegnen sollte, die man für diskussionswürdig hält: man schreibt eine Kritik bzw. ein Buch, das es "besser macht", und gibt den Lesern, in diesem Fall Kindern, beide zu lesen, auf daß sie sich eine eigene Meinung bilden mögen.


nichtidentisches / Website (2.2.08 13:11)
Hi, danke für den Kommentar erstmal.
zu 1:
Ist natürlich eine psychoanalytische Unterstellung. Merkwürdig bleibt indes, was denn Uri Geller mit einem solchen postulierten Wissen anfangen sollte. Die ganze Krudheit des Scheinarguments lässt auf relativ freies Walten des Unbewussten schließen, von daher halte ich den idiosynkratischen Kurzschluss für möglich.

zu 2: Mein Kampf sollte so legal sein, wie man es sich einfach beschaffen kann. Das ist nicht der Punkt. Die Frage ist: Hat Jugendschutz einen Sinn? und da würde ich sehr wohl sagen, dass gewisse gewaltverherrlichende und hasserzeugende Motive nicht unbedingt für Kinder zugelassen werden sollten, weil sie auf einer sehr subtilen Ebene des Unbewussten agieren, das schon Erwachsenen wenig zu gängig ist, Kindern dagegen noch weniger. Vergleichbar wären die propagandistischen Hetzlesebücher von Fidel Castro.


nichtidentisches / Website (2.2.08 13:19)
D.h. auch wenn ich den Inhalt von Hänsel und Grete fragwürdig finde, darf es meinethalben ruhig von Kindern gelesen werden. Beim "Jude im Dorn" wäre allerdings zu fragen, ob solche Propaganda für Kinder nicht unzumutbar ist. Nicht dass es nicht besprochen oder beforscht werden sollte. Dann aber mit Kommentar und ab einem Alter, in dem ein Räsonieren möglich ist. Das Buch wendet sich in seiner Gestaltung allerdings an fanatische Erwachsene, die das ihren 2-3 jährigen Kindern vorlesen und von sich glauben, sie würden damit der Aufklärung einen Dienst erweisen. Dafür ist es ebensowenig geeignet wie Rambo für 3-jährige. Daher meine Empfehlung FSK 12. Für beides. Rambo wie das Buch.


Nemesis (2.2.08 13:22)
Auch wenn ich denke, das der Antisemitismus-Vorwurf ziemlich übertrieben ist, frag ich mich ob wirklich "Atheismus" so wie er von Schmidt-Salomon angestrebt wirklich bessere Menschen ausmacht.

In der Hinsicht würde ich das Büchlein kritisieren. Dann stellt sich mir die Frage nach den ganzen Diskussionen, wie hätte denn dann eine Religionskritik auszusehen, die auch pädagogisch in so einem Buch verarbeitet werden kann?

Die Frage stellt sich mir persönlich nicht, da ich kein Atheist bin und auch nicht sonderlich an dessen Verbreitung interessiert bin. Aber die Frage stellt sich, sobald man sich die Diskussion anschaut.


xconroy (2.2.08 16:44)
"Dann aber mit Kommentar und ab einem Alter, in dem ein Räsonieren möglich ist."

Sehe ich auch so. Wenn so eine Vorgehensweise - also die Möglichkeit des Vergleichs zu bieten - konsequent zb. in Schulen durchgezogen werden könnte, dann wäre es auch kein so großes Problem, den Kreationismus zu behandeln - wenn die Gegenargumente gleichzeitig zur Verfügung gestellt werden ebenso wie die Metaebene (also Überlegungen, warum bestimmte Gruppen daran interessiert sein könnten, daß eine bestimmte Sichtweise verbreitet wird). Davon sind wir aber wohl noch weit entfernt.

@ Nemesis:
die "Verbreitung" irgendeiner Ideologie, sei es eine theistische Religion, Esoterik, Atheismus oder politische Sichtweise, geht mir so lange am Gesäß vorbei, wie sie sich im privaten persönlichen Raum des Einzelnen bewegt. Wird sie aber interpersonell und übt Einfluß aus, muß sie sich der Kritik stellen.
Ich bin deshalb Atheist, weil diese Denkweise mir am plausibelsten erscheint, simpel ausgedrückt. Ich versuche nicht, sie anderen aufzuzwingen (was religiöse Menschen ab und an gerne tun), ich erkläre sie aber gerne, wenn es sich ergibt.
Was das Ferkelbuch mmn anstrebt ist nicht Kritik an Religion an sich (da ist Dawkins eher geeignet, und zwar meisterhaft), sondern an den negativen Auswirkungen religiösen Glaubens. Und das ist durchaus gerechtfertigt.
Ich weiß nicht, ob Atheisten im Schnitt "bessere" Menschen sind,da gibt es, glaube ich, keine aussagekräftigen Statistiken zu ;-). Gute Menschen sind für mich solche, die gute Sachen machen, um mal Forrest Gump zu interpretieren. Ob dahinter "säkular-humanistische" (im amerikanischen Bible Belt wie auch in Saudi-Arabien und Iran ein Schimpfwort) oder religiös gestützte Motive stehen, ist für mich zweitrangig.


nichtidentisches / Website (2.2.08 20:27)
"Ich bin deshalb Atheist, weil diese Denkweise mir am plausibelsten erscheint" - hm... sie macht aber nichts plausibler, und das ist mitzudenken. Ein aufgeklärter Atheismus würde sich gerade der Plausibilität verweigern und einfordern, sich den Fragen zu stellen, die Religion abkürzt und beantwortet zu haben sich einbildet.
Das Ergebnis ist eine kolossale Verwirrung, die schwer auszuhalten ist. Da ist es einfacher, die Weiten des Alls auf die Identität eines Gottes zu bringen und sich fürderhin um etwaige Grenzen des Universums ebenso wenige Gedanken zu machen wie über die Entstehung von so verkniffelten Arten wie diesen Nematoden, die bestimmte Gehirnzellen von Heuschrecken so manipulieren, dass diese ins Wasser flüchten und so den Kreislauf dieses Wurms vollenden.


schewtschenkow (4.2.08 20:38)
man kann ja von dem buch halten, was man will. ich persönlich würde es meinen kindern nicht zu lesen geben, man sollte kinder sowohl mit religion als auch mit religionskritik in ruhe lassen. der antisemitismusvorwurf ist allerdings dermaßen grotesk und konstruiert, dass ich es fast schon lächerlich finde, dagegen zu argumentieren. am deutlichsten wird das durch deinen kommentar zu uri geller. "was sollte uri geller mit diesem wissen anfangen?" es ist doch völlig eindeutig, dass der seitenhieb von schmidt-salomon sich auf die show "the next uri geller" bezieht. uri geller sucht menschen mit "übernatürlichen fähigkeiten" - und wer einen menschen mit einer papierrolle ersticken kann, muss schon übernatürliche fähigkeiten besitzen. außerdem frage ich mich, ob der autor dieses textes jemals ein buch oder einen philosophischen aufsatz von schmidt-salomon gelesen hat. schmidt-salomon ist ein entschiedener gegner von rassismus und antisemitismus. vermutlich weisst du auch besser über antisemitismus bescheid als der zentralrat der juden, der ist nämlich der ansicht, das buch sei nicht antisemitesch.


Ulinne / Website (5.2.08 01:52)
Ich freue mich über dieses Buch. Hilft es doch, Kinder aus dem alleinigen Zugriff der Relgions-Indoktrination im jeweiligen Kulturbereich, in den sie - rein zufällig - hinein geboren werden, etwas heraus zu holen und ihnen eine Denk- und Glaubensalternative anzubieten, nämlich die Möglichkeit, dass alle Religionen AUCH Märchenkram sein könnten und der Menschheit von Anfang an nur dazu dienten, sich die Welt und den Sinn des Lebens zu erklären.
Sehr schön, dass es damit eine Alternative zu "Kinderbibeln" und anderen religiösen Kinderschriften gibt.

Ulrike


Ulinne / Website (5.2.08 02:13)
Ach ja - und wer hier "halbaufgeklärt" ist, ist noch die Frage ... ;-)
Die Religionskritiker aber sicher nicht.
Wenn nur auch der Rest der Menschheit endlich "erwachsen" würde ...


nichtidentisches / Website (5.2.08 09:59)
@schewtschenkow:

Ich entwickle meinen Antisemitismusvorwurf nicht auf Grundlage irgendwelcher Autoritäten, sondern aus dem Objekt heraus. Du widerlegst es auf Grundlage irgendwelcher Autoritäten. Würdest du bitte auf das Argument eingehen, oder wenigstens aufzeigen, wo der Zentralrat der Juden recht hätte? Da könnte ich mehr damit anfangen.
Diese Diskussion um "Papierrolle ersticken" ist scheinhaft. Zum einen werden Menschen mit den absurdesten Gegenständen umgebracht, man muss nur im Knast sich umschauen, was alles als Waffe dienen kann, unter anderem zu Pfeilen verkleistertes Papier, das mit Urin gehärtet wird. Intention des Autors ist es, den aggressiven Gehalt der Szene zu leugnen. Das ist Blödsinn und das weiß er auch. Hier leugnet er noch die eigentliche Absicht des Buches und wird vollends unehrlich auch seinem Klientel gegenüber.


nichtidentisches / Website (5.2.08 10:02)
Die Szenen mit dem Rabbi wollen vernichtende, sadistische Qualitäten darstellen, getreu dem antisemitischen Motto vom unbarmherzigen Rachegott.
Die von den anderen Religionen spielen sich auf der Ebene des offensichtlichen Missverstehens (Leib und Blut werden ja nicht konsumiert, sondern symbolisiert, während in der Sintflut tatsächlich Menschen sterben) und der Ebene der fanatischen Kränkung statt, was ein wenig harmloser ist, als direkt Babymord zu propagieren. Nochmal sei die Lektüre der ersten ausführlichen Kritik ans Herz gelegt!


fwohlgemuth (5.2.08 10:51)
Zwei Kommetare:
1.
Ich halte den Antisemitismusvorwurf beim "kleinen Schweinchen" im Antrag für konstruiert und hier einfach für einen Fall persönlicher Verkrampftheit:
Er könnte plausibel sein, wenn der orthodoxe Rabbi, der hier dargestellt wird, nur böse dargestellt würde. Aber er wechselt seine Stimmung von normal über ernst bis wütend - und ist am Ende (das letzte Bild wird meist unterschlagen) verschämt - er wird also, wie die Priester der anderen beiden Religionen auch - einfach menschlich, d.h. mit verschiedenen Stimmungen, dargestellt; wütend wird er, wenn man seine Glaubensinhalte in Frage stellt. Die Gleichbehandlung aller Priester ist der zweite strukturelle Beleg gegen den Antisemitismusvorwurf.

Beim Vorwurf der Negativepisode Sintflut sollte man sich vergegenwärtigen, dass in unserem Kulturkreis Kinder diese Geschichte bereits aus der Bibel kennen - der normale Empfänger wird also aus dieser Grausamkeit nichts spezifisch jüdisches herauslesen, sondern eher (evtl. erstaunt) zur Kenntnis nehmen, dass auch die Juden sich auf das AT beziehen.

Der grundsätzliche Verzicht auf negative Darstellungen wäre letztendlich eine ähnliche Stigmatisierung, wie die Beschränkung auf diese.

2.
Das Beispiel Uri Geller habe ich einfach so verstanden, dass selbst ein Zauberer wie dieser es nicht schafft....
Allerdings habe ich inzwischen selbst feststellen müssen, dass Ironie in diesem Medium nicht unbedingt als solche wahrgenommen wird - entweder findet sich ein Esel, der den Text platt nimmt und sich empört, oder einer, der anfängt zu psychologisieren, bevor er die absichtlichen Ebenen einer Nachricht abgeklopft hat.


christoph (5.2.08 16:50)
jap, kann meinem Vorgänger fwohlgemut nur recht geben, habe selten so windschiefe Gedankenkonstrukte gelesen wie den Antisemiten-Vorwurf zum Ferkelchen, und dann bei Uri Geller aufzuschreien "Er hat es schon wieder gesagt" - das ist wirklich fast schon bösartig zu nennen, wusste gar nicht, dass uns Uri als neuer Jud Süß im Gespräch ist - in was für Kreisen verkehren Sie eigentlich, Hausherr des Blogs?


watchman (5.2.08 22:11)
ist es denn im übrigen aufklärerisch, die gotteshäuser der drei weltreligionen den kindern als gespensterburgen nahezubringen, wie es mss aus dem buch in den faq der ferkelrettungshomepage zitierte? die kinder von 'konfessionslosen eltern', die ihnen das buch einst verordneten, werden doch später, wenn sie z.b. an synagogen vorbeigehen, die kindheit heraufkommen sehen, in der sie ihnen eben als unheimliche spukorte vorgestellt wurden. und wenn sie sich nicht nur mit dieser stelle des buchs identifizieren, sondern auch ihre schlüsse ziehen aus dem latenten eifer der eltern (dem sadismus, der sich mit der kritik am objekt verbindet oder auch diese ablöst), dieser in die eigenen charakterzüge eingeht, dann kommt doch eventuell am ende so etwas raus wie bei der "bandbreite".
die richtige aufklärung machte sich immer über den gespensterglauben lustig, hier wird er wieder ins feld geführt (gegen das hauptziel: vor "illusionen" zu schützen), um kinder vor den denksystemen zu warnen, die ihn bereits überwunden oder aufgehoben haben.
die stelle mag eine ausnahme im buch sein. aber was ist das für eine welt, die den kinder vorgestellt wird? die erde allein im all, aber in den kirchen, moscheen und synagogen spukt's? wahrscheinlich war es nur wieder, wie alles in dem buch, gut und vor allem "lustig" gemeint. irgendwann hört aber jedes kind von poltergeistgeschichten. nur diese kinder haben noch anderes gehört bzw. gelesen und werden sich vielleicht irgendwann auf die jagd machen, diese letzten bösen orte auf der welt, wo es noch spukt, zu genau dem staub zu machen, aus dem alles entstand.


watchman (5.2.08 22:13)
hat sich denn keiner der autoren gefragt, was es heißt, synagogen damit als spukorte zu bezeichnen in einem land, in dem sie als solche bei teilen der bevölkerung wirklich einmal galten? und jetzt wird das noch übersetzt und kinder weltweit hören zum ersten mal von gotteshäusern als gespensterorten, die eltern jedoch werden die fragenden augen des kindes nicht bemerken und es macht sich mit der zeit seinen eigenen reim.

zur uri-geller-stelle: ich frage mich auch, warum gerade jemand, der mit einer thora (ist ja nicht nur eine papierrolle) jemanden ersticken kann oder genauer: bereits es schon einmal getan hat, sich bei uri geller melden soll. ist das auch wieder sorte lustig und witzig aus dem kinderbuch? oder hat das was damit zu tun, daß uri geller mal bei der cia war? oder ist es einfach nur deutscher humor, der sich als kritik mißversteht und immer zu tollen faschingswagenkonstruktionen führt?
ansonsten ist die rechtfertigungsstelle mit der verleugneten hauptabsicht des buches wirklich verräterisch.


christoph (6.2.08 11:11)
@watchman
für nicht-religiöse Menschen (bzw. ja fast anti-religiöse wie die Autoren es wohl sind) ist die Thora eben doch nichts weiter als eine Papierrolle, aber halt eine, mit der man jemand genauso gut knechten kann wie eben mit der Bibel oder dem Koran auch
und Uri Geller ist ein ganz normaler Zauber-Clown und nicht DER JUDE

wenn man lange genug sucht, findet man wohl letztlich immer irgendwas, dass man mit ein wenig Fantasie als das zurechtbiegen kann, was man haben wollte;
was hierbei fast schon witzig ist: Sie offenbaren hierbei, dass Sie die antisemitischen Klischees besser drauf haben als diejenigen, dennen Sie hieraus eine Fußangel schnitzen wollen


nichtidentisches / Website (6.2.08 11:44)
Nochmal zum langsam lesen

Grundannahme meinerseits:
Die Thora ist besser als das neue Testament ist fast immer noch besser als der Koran.

Das Judentum ist keine missionarische Religion mehr. Was hat sie in einem Buch zu suchen, in dem es zuallererst um aggressive Missionierung geht?

lest endlich den ersten Artikel, dann kommen auch so Fragen nicht auf, wie die, welches Bild denn jetzt besonders antisemitisch sei und warum der Rabbi am Ende "verschämt" gucken muss.
WARUM zum Teufel haben Deutsche das Bedürfnis, sich an Bildern von Rabbis in "tiefster Beschämung" zu weiden? WAS gibt einem in diesem Drecksland das Recht dazu, das Judentum derart unverschämt zu diffamieren, und das von einem intellektuellen und theologischen Standpunkt von 0?


christoph (6.2.08 13:28)
Ihr "diese Glaubensgrundlage ist besser als jene bzw. dieser Glauben ist besser als jener" zeugt nicht gerade von einem intellektuellen oder theologischen Level weit über null, oder halt eben doch, wenn TIEFGANG die gewählte Metapher sein soll
Wenn Sie Unterschiede machen wollen, ok.
Kommen Sie aber doch bitte jemandem, der dies nicht tut und dem man bestenfalls (bzw. eher schlechtestenfalls) Arglosigkeit vorwerfen kann, nicht sofort mit der Antisemitenkeule, das weicht das Thema auf und macht es nach und nach irrelevant, und das es das nicht sein sollte, wenigsten darüber sind wir uns einig
Ich hatte übrigens den Eindruck, es geht im Buch (ob nun für Kinder geeignet oder nicht - keine Ahnung, gibt ja schließlich Eltern) mehr um Dogmen im Allgemeinen als um Missionierung im Speziellen;
die Moral heißt ja nicht: Ihr (die Religiösen) seit weniger Wert sondern: Mit der Bürde einer Religion lebt es sich nicht unbedingt besser; das ist schon ein Unterschied, und die Rabbis, Pfaffen und Muftis sind es nun mal, die diese Bürde auf die Schultern anderer verteilen

und noch eine weiterere Bemerkung: ich hatte den ersten Artikel schon gelesen, ging aber nicht wirklich konform und finde den Hinweis, hier Erklärung und Läuterung zu finden schon ein wenig vermessen - wer begründet denn seine Ansichten mit Artikeln, die er selbst verfasst hat?


Beate Turner (6.2.08 13:41)
Ich halte solche Bücher, die Kinder über Religionen aufklären, für äußerst wichtig. Nicht umsonst bemühen sich die Religionsvertreter in unserem Land immer stärker um unsere Kinder. "Gib mir dein Kind mit 5, ich gebe es dir mit 18 zurück" ist dabei so ein Hintergedanke. Wer unsere Kinder unbehelligt mit seinem Glauben indoktrinieren darf, der hat sie meist in der Hand. Nur eher selten verabschieden sie sich dann noch von diesem eingehämmerten Glauben.

In Deutschland sind es vor Allem die christlichen Kirchen, die sich um unsere Kinder bemühen. Nun ist da mal EIN Buch, das über die Hintergründe solcher Religionen auch schon Kinder aufklärt, da sind sie aber gleich da und kommen mit der Antisemitismuskeule. Könnte ja sein, die Kinder denken mal drüber nach und es lassen sich ein paar Schäfchen weniger einfangen ...

Die Geschichte von der Sintflut wird ja auch von den Christen erzählt. Das kriegen unsere Kinder auch ganz schnell mit, dass das nicht nur die jüdische Religion ist. Und warum sollen sie sich nicht fragen dürfen, WARUM diese Religionsanhänger SOLCHE Handlungen, wie z.B. in dieser Geschichte, als Liebe bezeichnen???


Beate Turner (6.2.08 14:02)
Bei unseren Kindern ist dieses uch übrigens sehr gut angekommen.

Zitat: "nur diese kinder haben noch anderes gehört bzw. gelesen und werden sich vielleicht irgendwann auf die jagd machen, diese letzten bösen orte auf der welt, wo es noch spukt, zu genau dem staub zu machen, aus dem alles entstand."

Das werden unsere Kinder nicht tun, da sie a im Sinne des Humanismus erzogen werden. Unsere Kinder lernen zwar, dass Religionen gefährlich sind, aber die einfachen Menschen, die diesen Religionen angehören - unsere Nachbarn, die Eltern der Freunde unserer Kinder! - die können nicht besonders viel dafür, dass sie solchen Ideologien angehören. Immerhin wurden sie ja über Generationen indoktriniert. Verantwortlich sind eher die Menschen, die ganz oben sitzen und die Fäden ziehen. Unsere Kinder lernen auch den Unterschied zwischen fanatisch Religiösen und den hierzulande weit verbreiteten "Soft-Christen" kennen.

Gewalt wäre natürlich nicht der richtige Weg, gewaltverherrlichenden Religionen zu begegnen. Wir können nur darauf hinweisen und darauf hoffen, dass eines Tages doch die Vernunft siegt. Und das eben auch dadurch, dass wir so wenig Kinder wie möglich mit dem Religionsvirus infizieren.


fwohlgemuth (6.2.08 15:10)
@ Beate Turner: Ich finde gut, dass anscheinend auch mal jemand, der das beanstandete Buch kennt, mal was sagt.
@ nichtidentisches: Der Rabbi "muss" auf dem letzten Bild nicht verschämt gucken - er tut es. Ich habe das erwähnt, um die Bandbreite seiner Stimmungen zu beschreiben - es klingt mir zu of der Stürmer-vergleich an.
Er guckt übrigens so, weil er, wie alle anderen auf diesem Bild auch, nackt ist, was ihm anscheinend nicht so viel Verbnügen macht.


nichtidentisches / Website (6.2.08 15:14)
"Antisemitismuskeule" steht hier gleich zweimal. Mit so Leuten, die nicht begreifen wollen, wer unter dieser Keule des Antisemitismus zu leiden hat, nämlich JUDEN, und nicht irgendwelche kleingeistigen Atheisten, die sich besser fühlen als religiöse Menschen, weil sie ein Buch WENIGER gelesen haben, mit solchen Leuten also lehne ich jede Diskussion ab.
Ich diskutiere lieber mit aufgeklärt-gläubigen Rabbis und Pfarrern als mit solchen Atheisten, die an der Bibel nicht einmal die humanistischen Stellen aufheben können und ihren Dünkel stattdessen mit Bilderbüchern unterfüttert wissen wollen.


watchman (6.2.08 15:49)
Noch ein paar Anmerkungen.

Daß das Judentum nicht missionarisch ist, wurde aber von den beiden Autoren auch erkannt, weshalb sie, lustig wie sie sind, im Buch Synagogen als Orte darstellen, in die nur Juden dürfen, im Gegensatz zu den anderen beiden Religionen, die jeden in ihre Gotteshäuser hineinzitieren, damit er für den Glauben gewonnen werden könne.

@christoph: Ja, Uri Geller ist ein Zauberkünstler. Aber warum sollte jemand, der eine Person mit einer Thora erstickt hat, sich bei ihm melden? Warum assoziiert sich das in einem, wenn er so vor sich hinspricht und sein Buch verteidigt? Anscheinend kennt MSS die Show und würde sich auch persönlich mal daran ergötzen, wie die Thora als Mordinstrument live im Fernsehen eingesetzt wird (the stage is yours). Wahrscheinlich ist der Wunsch der Vater des Gedankens, weil er so selten mordende Juden zu Gesicht bekommt.

@Beate Turner: Warum aber diese Geister-Stelle, warum die Synagoge als Gespensterburg, vor der sich jedes Kind zu fürchten hat? Ist das Aufklärung? Das Buch vermittelt zumindest nicht die humanistische, aufklärerische Seite des Judentums und des Christentums (oder gar die Existenz eines humanistischen Islams). Und das soll gerade das Zielpublikum des Buches leisten?


watchman (6.2.08 15:52)
Das ist wie im Märchen vom bösen Wolf, das mit dem Wolfsmord zusammenhängt. Man braucht nur an die Stelle aus Reineke Fuchs denken, wo der Wolf (oder noch krasser die Schilderung des Bären) von Dorfbewohnern, die ihren Sadismus mal los werden wollen, fast zu Tode mißhandelt wurde, um zu verstehen, wie der Wolf Feindbild war in der Kindheit, wie er aus dem finstern, dunklen und unheimlichen Walde herkomme, um die Kinder zu holen. Ein Kind hört nun, daß Synagogen genauso geheimnisvoll, dort Gespenster sind und das kein Nicht-Jude hineindarf, und die humanistischen Eltern sagen vielleicht noch: achte darauf, sie kommen dich zu holen, aber nur aus Kirchen und Moscheen, die Juden machen es irgendwie anders, die kommen gleich mit der Thorarolle. Das ist doch keine Aufklärung. Aber die Eltern denken vielleicht, sie können ihr Denken in die Kinder einfach hineinverdoppeln, ganz so, wie ich es einmal bei RTL2 gesehen habe, wo ein Gothic-Pärchen stolz darauf hinwies, daß ihr Kind später einmal so etwas wie eine Gegentendenz gegen das aus ihrer Sicht Schlechte in der Gesellschaft darstellen werde. Als Mittel zum Zweck. Heutige atheistische Eltern wurden sicherlich nicht mit diesem Buch aufgezogen, sondern sind über andere Wege zu ihrem Atheismus gekommen, zu dem sie so eventuell eine gewisse Distanz bekommen haben. Die Religionen und ihre Vertreter aber von Anfang an als Ersatz für den bösen Wolf und Rumpelstilzchen, das wird prägend. Das scheint auch den unsensiblen Religionskritikern klar zu sein, warum sonst steht die Aussage "Gewalt ist nicht der richtige Weg gegen Religion" nur im Konjunktiv? Als Jude in Deutschland fühlt man sich immer wohler. Bald zeigen vielleicht wieder die Kinder auf einen.


fwohlgemuth (6.2.08 16:07)
Ein bisschen kommt mir das hier vor wie stille Post: Da missversteht jemand etwas, schreibt darüber und wird dann vom nächsten, der sich darüber aufregt, ohne das Original zu kennen, zitiert.
Der einzige Geist, an den ich mich momentan erinnere, ist in einem Bild, in der er Illustration zur gleichzeitigen Rede ist - es kann sein, dass das später noch einemal zitiert wird.
Die Formulierung mit Uri-Geller entstand aus dem (absichtlichen) Missverständnis aus dem Indizierungsantrag, in dem behauptet wurde, es sei ein Mordversuch durch den Rabbi dargestellt.
Dargestellt sind drei ungeschickte ältere Herren, die im Streit übereinanderfallen (das her- fehlt absichtlich) und um ihre Balance ringen. Es war ein ironischer Kommentar von Schmidt-Salomon, das - vom diesem Missverständnis einmal abgesehen - sich doch der, der es fertigbringt, jemanden mit einer Papierrolle zu ersticken, sich mit diesem Kunststück bitte bei Uri Geller bewerbeb solle.

Guckt euch bitte das Buch von vorne bis hinten an, bevor ihr euch empört.


christoph (6.2.08 16:08)
@watchman
weil es nach Ansicht des Autoren schlicht nicht möglich ist (physisch), daher Zauberei, daher Uri Geller (Mann!)
@nichtidentisches
Schade, janu, ist Ihr Blog
Tschüs


fwohlgemuth (7.3.08 01:08)
Nachtrag:
Es gab gestern Mittag eine Entscheidung der Bundesprüfstelle zum sogenannten Ferkelbuch.

"Die zwölf Mitglieder des Gremiums seien zu der Auffassung gelangt, dass alle drei Religionen gleichermaßen angegriffen würden. Diese Ansicht vertrete auch der Zentralrat der Juden. "Dass in dem Buch Religionskritik geübt wird und dessen Inhalt möglicherweise das Empfinden der Gläubigen der drei dargestellten Religionen verletzt, war für die Bundesprüfstelle nicht entscheidungserheblich, da dies keinen Tatbestand der Jugendgefährdung darstellt", hieß es weiter." (Quelle SPIEGEL Online)


nichtidentisches / Website (7.3.08 09:34)
Ich enthalte mich der Forderung nach dem Index. Nur zeigt die Begründung, dass nicht verstanden wurde, worum es beim Antisemitismusvorwurf geht.


watchman (4.5.08 02:12)
Nachtrag: Interssant ist die Behauptung auf Seite 31 der pdf-Verteidigung, "dass die allermeisten Juden progressiv, wenn nicht gar säkular, denken und sich in einer Schärfe, die das Familienministerium arg
erschrecken würde, von jenen ultraorthodoxen Rabbis distanzieren, die meinen, das Alte Testament bzw. die Thora wörtlich nehmen zu müssen. Nur dieses orthodoxreligiöse Judentum wird mit guten Gründen im Ferkelbuch kritisiert, nicht „die“ Juden schlechthin. Wer das eine vom anderen nicht unterscheiden kann, sollte seine eigenen Denkklischees dringend überprüfen!

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