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Persepolis - Kritik vom Feinsten

Persepolis läuft derzeit in Marburg an. Das surrealistische Comic-Noir folgt aus der subjektiven Perspektive mit der Entwicklung eines kleinen Mädchens der in Iran seit dem Sturz des Schahs. Feinsinnig übt sich die Gestaltung in subtiler Weglassung und Andeutung, und erreicht so mit schwarzen Schatten mehr als jeder Realismus. Geschichtsunterricht erfolgt in Zwischenpassagen, die durchaus nicht unangenehm stören.
Konsequent negativ und nicht selten existentialistisch trägt der Film Widersprüche und Kritik an alle Orte der Handlung und öffnet so stets aufs Neue Abgründe. Der Islamismus wird in all seiner pathologischen Dürftigkeit denunziert, ohne ein Richtiges im Falschen zu eröffnen: Stets ist die Flucht und selbstmörderischer Widerstand die schlechte, einzig mögliche Wahl angesichts der Barbarei.
Völlig haltlos der Vorwurf der beleidigten Jungen Welt: Der Film fungiere banal auf der Eben des Kindchenschemas und bestätige bürgerlichen Liebeskitsch. Dabei entzieht Persepolis gerade der infantilen Protagonistin die Sympathie, wo sie sadistisch die am Tisch gehörten Folterpraktiken am Nachbarskind testen möchte.
Ein Satz bleibt allerdings merkwürdig schief in der vielseitigen und differenzierten Kritik hängen: Der Vater des Mädchens wettert unwidersprochen über "den Westen", der an beide Seiten Waffen verkauft hätte, "und wir" hätten "dieses zynische Spiel mitgespielt". Darin geht die im Vorfeld geleistete geniale Zeichnung der makabren Märtyrerchose unter. Nicht, weil nicht tatsächlich zu kritisieren wäre, dass westliche Staaten an die Revolutionsregierung der Mullahs wie an Saddam Hussein gleichermaßen Waffen verkauft haben, sondern weil in diesem Satz der Islamismus und der Krieg Saddam Husseins als ausschließliches Spiel des Westens erscheint.
Dennoch: Das glänzende Medienereignis sollte sich niemand entgehen lassen. Es bleibt zu hoffen, dass es für das eine oder andere "Ich-trage-mein-Kopftuch-freiwillig"-Muslimädchen vielleicht eine heilsame Kränkung bedeutet. Denn nichts wird im Film so subtil und doch stringent vorgeführt, wie die Tatsache, dass das islamische Kopftuch vom fanatischen Zwang nicht mehr zu trennen ist, und es wahrscheinlich nie war.
5.1.08 13:23
 


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bisher 10 Kommentar(e)     TrackBack-URL


tousetrien / Website (5.1.08 15:06)
Der Satz erklärt sich vielleicht durch dieses Interview mit der Autorin


tousetrien / Website (5.1.08 17:58)
der link scheint nicht zu funktionieren, deshalb hier nochmal die adresse fürs interview: http://www.cinematical.com/2007/12/29/interview-persepolis-writer-directors-marjane-satrapi-and-vin/


Zelig / Website (5.1.08 18:00)
Ich finde, dass dieser merkwürdige Satz gar nicht so merkwürdig ist, sondern vielmehr Aufschluss darüber gibt, wie selbst das Denken säkularer Intellektueller im Iran davon ausgeht, dass die Iraner nicht Herren ihres eigenen Schicksals sind, sondern von westlichen Mächten gelenkt werden. Schließlich erzählt der Film eine sehr persönliche und subjektive Geschichte und ist vor allem deshalb sehr spannend, weil er einen Einblick in die Haltung der iranischen Intelligentsia während der Revolution gibt.


nichtidentisches / Website (6.1.08 11:59)
omg, ich bin erschüttert. Allerdings habe ich mich schon seit einiger Zeit daran gewöhnt, dass weder Intelligenz noch Genialität ein Ausschluß für partikulare und globalgalaktische Kurzschlüsse sind. Der Film ist trotzdem super.


sly_von_voigt (11.1.08 17:16)
Ich hoffe du hast bei dem wort "muslimädchen" irgendwie ein m vergessen. Aber auch sonst eine etwas bedenkliche Formulierung.


nichtidentisches / Website (11.1.08 20:32)
Nein. Habe ich nicht. Wenn du mir erklärst, was daran bedenklich sein soll, kann ich es vielleicht nachvollziehen. Ich persönlich halte von Kopftüchern ebenso wenig wie von der unter anscheinend allen Teenagern verbreitete Mode Palästinensertücher aus Chic zu tragen.
Und wenn ein Teenagermädchen darauf besteht, halt nicht wie in den Achtzigern einen Iro oder in den Neunzigern BaggyPants, sondern aktuell passend das Kopftuch als provokativen Style gefunden zu haben, dann ist das meines Erachtens ein Zeichen von Unreife, das all denen ins Gesicht spuckt, die derzeit unter das Kopftuch gezwungen werden und denen der Tod droht, wenn sie es ablegen.
Insofern fand ich auch den zynischen Bilderwitz von Rattelschneck meine ich in der Titanic ganz gut, als das Mädchen in der Burka zu den Eltern vorm Weihnachtbaum sagt: Also ich geh jetzt in die Koranschule. Die Eltern sagen, Jaja, Jugend will provozieren. Der Vater ergänzt: Im Sommer will sie sich beschneiden lassen.


nichtidentisches / Website (11.1.08 20:36)
Nicht dass ein Witz darin läge. Allerdings viel Wahrheit.


sly_von_voigt (12.1.08 16:34)
Ich hatte mich vom klang dieses Spöttischen Ausdrucks nur etwas an PI erinnert gefühlt, aber ich denke ich weiss wo ich dich Falsch verstanden Hatte: Ich dachte das "ich-trage-mein-Kopftuch-Freiwillig" wäre als Antwort auf eine Frage nach dem Zwang bei einem "gewöhnlichen" Muslimischen mädchen gedacht. D.h. ich dachte du würdest auf das sich-selbst-belügen einer unterdrückten zielen und da hätte ich den Ton dann zu beleidigend gefunden.
Du scheinst aber eine ganz bestimmte Sorte von tatsächlich freiwilig konvertierten mädchen gemeint zu haben. Dass die schon eher Spott verdient haben sehe ich dann wohl auch so.


nichtidentisches / Website (13.1.08 17:35)
Dazu passt von Serdar Semuncu das "Kopftuch-Stringtanga-Phänomen".


Abe / Website (14.1.08 14:06)
"...wie selbst das Denken säkularer Intellektueller im Iran davon ausgeht, dass die Iraner nicht Herren ihres eigenen Schicksals sind"

Na ja, das Satrapi keinen Begriff von Ideologie oder deren Kritik hat, ist nun nicht wirklich verwunderlich und ist bei weiten kein Spezifikum Intellektueller außerhalb Kerneuropas - im Gegenteil eher ein Export dieses Kontinents. Trotzdem finde ich, wählt sie ihre 'bürgerlichen Anknüpfungspunkte' mit Bedacht aus und setzt stark auf subjektive Autonomie.

In punkto Kopftuch im Interview mit der Zeit:

ZEIT: Es beunruhigt Sie nicht, dass an unseren Universitäten verschleierte Frauen auftauchen?

Satrapi: Eine Freundin unterrichtet Religion an der Universität in Paris. Im ersten Studienjahr, erzählt sie, tragen acht von zehn Studentinnen einen Schleier. Im zweiten Jahr noch sechs. Wenn sie ihre Master machen, tragen acht von zehn keinen Schleier. Gib ihnen Zeit. Es liegt an uns, in Geduld und Gefühlen pragmatisch zu sein.

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