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Zombies und andere Verfolger - Die heimliche Begierde

Der Austauschbarkeit des Individuums im Kapitalismus entspricht der populär gewordene Zombiefilm - und dieser wird demzufolge rasch mit Kritik daran verwechselt. Die bewusstlosen Massen aus "Dawn of the Dead", die zur Shopping Mall als Ort der Befriedigung ihrer Begierden streben, weil sich dort das verzagte Leben, selbst zuinnerst vergiftet, verschanzte, sind nicht nur Kritik an den Zuständen, sondern in ihnen tobt die Regression.
Angstlust ist noch das mindeste. Im Verfolgtwerden der schönen Hauptdarstellerin ist der Begierde nach dem hemmungslosen Begehrtwerden nachzuspüren, das Aufgefressenwerden gerät zur liebevollen kannibalistischen Einverleibung. Was der zuinnerst kranken Gesellschaft eigentlich als Liebe gilt - nicht umsonst "verzehrend" geheißen - wird hier als Horror abgespalten. Unheimlich anstürmende Massen sind wie die Fans Verhängnis und Möglichkeit des Stars zugleich der Wunsch des Einsamen, der als Archetyp des Horrorfans sich gerne ausweist mit dem Beteuern, es seien in Wahrheit die Thriller, die Gewaltwünsche beim Konsumenten erzeugten. Nur zu wahr: Das Interesse der Zombies am bloßen Fleisch hebt erlittene Frustration auf, die der sexuell Deprivatisierte täglich erleidet, nicht seine Mordgelüste, denen die endlos perpetuierten Krimis und Thriller mit ihren schönen Damen als unschuldige Opfer eher noch zuneigen.
Anders als diese, bei denen der Mord durch den Tod oder zumindest die geziemende Wegsperrung des Verbrechers gesühnt werden soll, zieht es Zombiefilme zur Fortsetzung: entweder das Virus überlebt, oder eine gigantische Übermutter wie in Braindead bildet den absurden, per se nie gänzlich überwindbaren Hauptfeind. Der Sieg ist stets Betrug - zumindest die Erleichterung der Abspaltung im überführten Bösewicht wird hier nicht garantiert, ein Rest infizierten Fleisches überlebt immer, um die Wiederholung des Immergleichen zu garantieren.
Der Zombiefilm bereitet nachdem er im Faschismus wahr wurde dessen Wiederholung vor, indem er den Anblick auf Massen in deren Entstellung erleichtert und verzeichnet: Wie menschlich müssen die Fratzen der Hitlerbejubler gelten, wenn die zerfleischten Gesichter der bedenkenlos zu zerschießenden Bösewichte dagegen antreten sollen. Kritik ist dann eine bloß ästhetische: Der virtuelle Feind ist hässlich. Das macht ihn real leichter erträglich, solange er nur menschlich genug aussieht. Vom hässlichen Verhalten mag man dann absehen.
Die Alien-Trilogie vermag das in seltener Reflexion jenseits plumper Yingyangdialektik auszuhalten: der Erotik des Blutes tut der vom Maul triefende Sabber keinen Abbruch, die archaisch gurrenden Laute des Männchens lassen Ellen Ripley den Gefühlsstreit zwischen Lustprinzip und Realitätsprinzip eintreten - sie entscheidet sich gegen die Biologie und für den Verstand, gegen die Regression ins Mütterliche und fürs phallische Zerstören durch Interiorisierung ins Überich des alles umgebenden Alls. Das allerdings erst, nachdem der Zögling, das männliche Alien den inzestiösen Akt mit der grotesken Alienmutter - Opposition zum ersten Raumschiff "Mother" - verweigerte und sich Ripley zuwendet. Der Lustgehalt der Verfolgung wird hier offen artikuliert und denunziert dadurch die platten Verfolgungsjagden anderer Filme.
Sadistische Wünsche treten dagegen im hohl klappernden "Wrong Turn" zu Tage: Groteske Ghule mit effeminiertem hysterischen Wimmern, Humpeln und zurückgebildeten Stirnen verfolgen die gutaussehenden Youngsters des Fleisches willen. Hässlich, schwul und als Mutant per se behindert - überdies auf allseits sanktionierte Begierde verdammt - diesen Attributen gegenüber wird der Griff zur Schrotflinte dem Zuschauer als probate Notwehr anempfohlen.
Der moderne Vampir hob wenigstens in der Wandlung der Fledermaus zum schönen Mann das Eingeständnis eines nichtästhetischen Urteils auf - der wiederauferstandene Christusvampir, der zur Abwechslung sein Blut nicht trinken lässt, sondern das der schönen Frau verlangt, ist selten hässlich wie einst Nosferatu - sein Oralsadismus (Ernest Jones) bedarf der verführten jungen Frau. Zumeist lockt er noch mit Träumen vom ewigen Leben, dessen Verdorbensein durch den Fluch der Abhängigkeit er denunziert. Ihm wird das Herz durchbohrt und der Kopf abgeschlagen: Gefühl und Verstand zugleich abgetötet und so das reflektierte Leiden am Unheil abgeschafft.
Dem Zombie schlägt die Kugel mit schöner Regelmäßigkeit den Liquor aus den Ohren: Sein zuschanden gerichteter Geist, auf reine, reflexionslose Begierde reduziert wie das Ideal des postmodernen Aktes, wird gänzlich ausgeblasen. Der destruktivere Phallus in der Hand des Rationalen obsiegt und allein dafür war Rationalität zu gebrauchen - sie ließ sich nicht mit Lust versöhnen. Zugleich bleiben die allseitig Schwachen auf dem Schlachtfeld zurück. Ihnen sieht man von Beginn der Filme an, ob sie das erste oder das letzte Opfer sein werden. Die Angstlust des Unheimlichen im Film bereitet die heimliche Eingliederung des Schwachen ins Kollektiv vor: Nie kann er sich mit dem Helden identifizieren, der am Ende muskulöser als er selbst und vor Selbstverständlichkeit des Grauens kaum bewegt den Schein des vom Tode aller Nahestehenden verseuchten Lebens atmet. Ihm ist nur zu klar, dass ihm, dem Helden der Fernbedienung, im Ernstfall die Wahl zwischen dem Platz in der Masse oder der Opferrolle ansteht.
19.12.07 23:41
 


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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


kristof h. (21.12.07 17:21)
zuerst hat mich an dem text etwas genervt, dass der stil etwas adorno-karrikaturistisches hat, indem er dessen stil scheinbar zu kopieren sucht. damit meine ich nicht das denken in konzentrischen kreisen, sondern der schon zu adornos zeiten anachronistisch anmutende, einer humanistischen bildung entspringende wortschatz. an jenem noch im 21jhd. festzuhalten, obwohl man solch einen bildungshintergrund ehrlicherweise kaum sein eigen nennen kann, läßt schlimmstenfalls auf ein anerkennungsproblem im sinne eines an distinktionsgewinn statt verständlichkeit orientierten schreibstils erinnern. bestenfalls ist es ergebnis der aneignung der adornoschen denkweise geschuldet, die ihren weg noch nicht zu begrifflichkeiten "auf der höhe der zeit" gefunden hat, was ich als schriftstellerische unausgegohrenheit betrachten würde.

naja. so hart wie ich es hier formuliere ist es nicht gemeint.ausserdem stil hin, stil her: ein sehr lesenswerter text für mich, weil die faszination gegenüber zombies hier konsequent vom subjekt her zu denken versucht wird. übrigens stehen die zombies in genauem gegensatz zu jenen "dunklen" schriftstellern der aufklärung wie nietsche oder sade, die jenes handeln nach dem lustprinzip nicht regressiv, sondern stattdessen als vernunft im sinne kants, nur eben ohne moralphilosophie einfordern. vielleicht antworte ich ein andermal nochmal ausführlicher. alles gute in deinem weiteren schaffensprozess.


nichtidentisches / Website (21.12.07 20:35)
9 Jahre Lateinunterricht, 5 Jahre humanistisches Gymnasium, die komplette Aufklärung im Schrank, einen Lexers im Stall und ein Synonymwörterbuch an der Wand...da sag ich doch: Verständlichkeit ist was für Lumpenintellektuelle, lernt griechisch oder Spongebob wird euch die Kalokagathia heimleuchten!
Ich freue mich jederzeit auf Tiefergehendes als dieses Fragment!


nichtidentisches / Website (21.12.07 20:36)
"die ihren weg noch nicht zu begrifflichkeiten "auf der höhe der zeit" gefunden hat"

Da würde ich doch erstmal von der Zeit einfordern, sich auf die Höhe der Zeit zu begeben.


nichtidentisches / Website (21.12.07 20:42)
Ansonsten natürlich dankeschön für das Lob...

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