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Berner Impressionen

Eine Woche Bern. Das Alpenpanorama über der Stadt verkroch sich hinter zähem Hochnebel. Schweizer überall, doch von den drei Sprachen wenig zu merken. Viele Ausländer, die einen sehr herzlichen und öffentlichen Umgang inmitten Schweizer Kühle pflegen, ein scharfer, angenehmer Kontrast zur deutschen Rassentrennung mit all den in beidseitigem Einvernehmen abgesonderten Türkenvierteln und Kiezen. Viele Flüchtlinge aus Eritrea, sehr viele Deutsche hier. Freundlichkeit, Respekt und Etikette scheinen das öffentliche Leben zu durchdringen. Eine grundlose Ernsthaftigkeit macht sich breit. Deziliter werden ausgeschenkt, die Franken schmelzen rasch dahin. Man beginnt mit einem Kurzfilmfestival, das übliche immer sehenswerte Gemisch aus Sozialkritik, Minimalkomik und berechenbarer schauspielerischer Leistung.
Dazwischen Wahlen. SVP-Plakate mit Postulaten wie "Kriminelle Ausländer raus!" und "Kein Geld für Sozialschmarotzer!" Die internationale Aufregung ist unbegründet: Eine Art CDU/CSU, die wenigstens ihren Rassismus ehrlich zur Schau trägt hat über 20 % erobert. Auf ihren häufig abgerissenen Plakaten Eddingparolen: "Nazischeiße" oder "Rechter Dreck". Die Gegenparteien so langweilig wie überall, die Zeitungen und Radios mit dem überschaubaren Zustand befasst, drei Meldungen in der Regel. Radios sind ohnehin viel lustiger auf Schweitzerdeutsch, es klingt wie eine Parodie der Kulturindustrie.
Die Alpen präsentieren sich dem Wanderlustigen als umwölkte Schatten, bei Sonne entfaltet sich ihre steinerne Ungeheurlichkeit, die tatsächlich den Drang auslöst, einmal von dort oben hinunter zu blicken. Ein Plan, der sich leicht ausführen lässt, binnen einer Stunde Autobahn und zwei Stunden Wanderung im gemächlichen Tempo ist bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen ein Hochmoor mit Blick auf Jungfrau, Mönch und Eiger erreicht, bizarre Schönheit mit dem schalen Geschmack der Drohung an den allzu unvorsichtigen Touristen, der die schlampige Markierung verliert. Still ist es, erholsam, Ruhe eingesponnen in Fäden der Regression zu Kindertagen.
Ein Prachtbau entlang der Autobahn zurück ist Paul Klee gewidmet, üppiges geschwungenes Glas und Stahl, ein Holzfussboden im Museum, köstliche und kunstvoll angerichtete Snacks zum Spottpreis erhältlich. Der Eintritt ist gestaffelt: Der Bürger zahlt die 20 Franken (etwa 14,50 Euro), der eifrige Student nur 18 (etwa 13 Euro). Der Preis jedoch lohnt. Fotographieren ist verboten und unsinnig. Zu lange würde man vor all den Meisterwerken verweilen und sich bloß über schlechte Abbilder ärgern. Paul Klees Werke nötigen dann selbst dem Verbissensten Bewunderung ab. Abstraktion, ins Detail berechnete Simplifizierung, heiteres Zustimmen. Des Künstlers strukturalistische Analyse der Farben und Formen eröffnet die intellektuellen Dimensionen, die akkumulierte Bildung hinter dem Werk. "Der Chindlifrässer", "Kleiner Blauteufel" und "hässlicher Engel" blicken vis-a-vis von der Wand, in Vitrinen die berühmten Handpuppen "Elektrisches Gespenst", "deutschnationaler Student", "Herr Tod", "Frau Tod". Ad parnassum prunkt als pointilistisches Mühsal. Ein Erlebnis, und Verärgerung mischt sich dem bei: So weit weg der ganze Zauber, und zu rasch vergessen. Zur Entschädigung im Anschluss: Die Kunsthalle Bern.
Dort ein tete-a-tete von Picasso, Marc und Dix. Ein Dali, verblüffend klein, quetscht sich zwischen Arp und Monet. Im Untergeschoß eine Ausstellung indischer moderner Kunst. Beruhigende Vielfalt und postmodernes Gebastel. Wie zu erwarten auch der Antiimperialismus auf Abruf: Ein Kopfhörer quäkt auf indisch einen Singsang, der englische Text dazu klagt über den "strange war" im Irak und wie doch alles aus der Gier nach Öl entstand. Agit-prop, und nicht einmal pc.
Alles ist teuer, doch erhält man Äquivalente. Die Steuer zahlt so manchen Wohlstand. Der Tierpark gönnt uns einen kostenlosen Teil mit Flamingos, Pelikanen, Nutrias, Waschbären (wie niedlich doch) und Steinböcken.
Andere Zustände vertrüben das Bild: Der Arzt plackt selbstverständlich seine 50 Stunden-Woche, lange Schlangen an der Fixerstube, Crack wird hier an der Aare geraucht. Einen Tag Parken kostet 15 Franken, immer noch billiger als die Kindertagesstätte.
Zum Abschluss im vertrauten Kreis einen Luis Trenker, frühes Actionkino in Schwarz-Weiß, Intercuts zu Hauf, die brave Hausfrau kriegt den Kuss am Ende, die Französin den Ruhm, den Schurken sperrt man ein, im Langlauf siegt der Held auch noch nach 40 Stunden nachts in Eis und Berg. Zurück im ICE, bequem und billig, Sparpreis, Bahncard, etc. und schon ist man in badischen Weinwüsten und zu Haus, verzehrt noch rasch die Mitbringsel, die italienische Wurst, den Rohmilchkäse und die Schokolade.
3.11.07 14:33
 


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