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'Blue Eyed' - no way to reflection

Im Moment kommen anscheinend Seminare in Mode, die auf "Blue Eyed" von Jane Elliot beruhen. Diese trennte und trennt in den USA Klassen oder Kompanien in Blauäugige und Braunäugige und trietzte dann die Blauäugigen so lange, bis sie ihre Moral verkündet hat. Ihr theoretisches Konzept ist so simpel wie angreifbar: Nachempfinden ermögliche Reflexion. Eye to Eye ist eine Organisation, die in Deutschland solche Seminare anbietet. Man hat es offensichtlich auf Multiplikatoren abgesehen, bildet aus und kaum eine Woche vergeht, in der man nicht irgendeinen Bericht über ein Seminar aus irgendeiner Schule lesen könnte.
 
"Blue Eyed" erscheint mir als grundsätzlich aufklärungsfeindlich und gefährlich. Wer den Film "Blue Eyed" von Jane Elliot kennt, kann den Verdacht nicht abstreiten, dass sie selbst auch lustvoll und sadistisch in die Position des Rassisten schlüpft.
 
Dabei wird die Ambivalenz des Gefühlslebens ausgeblendet.
Zunächst kann die Projektleitung nicht feststellen, ob unter den blauäugigen Schülern Personen sind, die durch eine planvolle Erniedrigung retraumatisiert werden könnten.
Und was, wenn bei den Braunäugigen nicht Reflexion einsetzt, sondern nur Lust am Spiel mit der Unterwerfung geweckt wird? Wie kann die Leiterin Erfolg garantieren und Misserfolg rechtzeitig erkennen? Dann würde auf dem Schulhof das "Spiel" weitergehen. Eye to Eye bemerkt im Werbefoto:

Magdeburg 9.1.2001.
Es erstaunt immer wieder,
wie stark beide Gruppen
ihre Rolle annehmen.


Vermittelt wird, dass zur Einfühlung in die Situation des Anderen das Einnehmen seiner Situation nötig sei. Wenn heute von der "Gnade der späten Geburt" geredet wird und über die Unmöglichkeit über Nazis in ihrer Zeit zu urteilen, ist das nichts wesentlich anderes. Auf diesem Konzept aufbauend müsste man Kinder schlagen, um aus ihnen keine Gewalttäter werden zu lassen. Solcherlei Homöopathie verbietet sich der Vernunft.
 
Die Kinder, die dem Experiment unterworfen sind, lernen ein Gefühl kennen. Die einen das der Erniedrigung, die anderen das der Überlegenheit (s. o.). Welche Seite davon einen Nutzen davontragen soll, bleibt fraglich. Warum das bloße Lesen von Geschichten zum Thema, oder auch das Betrachten von Bildern aus dem Nationalsozialismus nicht ebenfalls zur Reflexion taugen könnten, bleibt außen vor. Die Rosskur entspricht einer unter dem Verwertungszwang auf Effizienz ohne Erfahrung verkürzten Bildung. Zwei Stunden Brachialempathie sollen ersetzen, wofür vormals umfassende Bildung für nötig gehalten wurde. Feinsinniges Urteilen wird so nicht gefördert.
 
Zudem täuscht das Experiment über Ursachen hinweg. Rassismus erscheint als Willkür, als zufällige Erscheinung, die sich ein Individuum ausgedacht habe, um andere zu knechten. Die ökonomische und psychologische Dimension bleibt außen vor. Weder wird über das Kapital gesprochen, das bekanntlich für 300% Profit alle Bedenken in den Boden stampft, noch über historische Bedingungen und Transformationsmöglichkeiten des Rassismus.
 
Ein Irrtum zudem, zu glauben, es seien besonders die Blauäugigen prädestiniert für Rassismus. Das mag im Amerika der 40-er so gewesen sein. Heute ist die am Rassismus am meisten partizipierende Gruppe der politische Islam, daneben reihen sich schwarze Diktatoren, Indigenismus-Bewegungen oder asiatische Rassisten ein. Das legt den Verdacht nahe, dass an den blauäugigen Kindern von heute späte Rache genommen werden soll: Sie werden sublim als besonders anfällig für Rassismus gekennzeichnet und damit aufgrund eines Phänotyps als potentiell krank. Es wurde eben nicht ein zufälliges, unbelastetes Merkmal wie Blutgruppe oder angewachsene Ohrläppchen, Zungenroller, Doppelzehen, etc. gewählt, sondern bewusst ein Merkmal, mit dem Elliot das Schönheitsideal der amerikanischen Mittel- und Oberschicht kränken wollte.
 
Von einer möglichen Pathologie des auf strukturelle Symbole geprägten Antirassismus, wie er in den Rassismuskonferenzen der UNO zu Tage tritt, nämlich als Antisemitismus, schweigt die Gruppe, weil sie ein eben solchermaßen zur Verkehrung verkürztes Rassismusverständnis hervorbringt. Man sieht dann das große Symbol der "Apartheidmauer" in Palästina und hat schon das Urteil zugunsten der vermeintlich geknechteten Palästinenser gefällt. Wo Rassismus und wo Verfolgungswahn sich bedingen, zeigt die Methode "Blue Eyed" nicht auf, sondern begünstigt solches noch:

Wie deutlich, wird mir klar, als ich unseren "Blauaugen-Knast" betrete. Einige der Jungs haben sich Davidsterne an die Brust geheftet, auf denen "Deutscher" steht. "Mittlerweile werden Rechte in Deutschland verfolgt wie die Juden damals", behauptet Stephan auf meine Frage nach der Bedeutung des Sterns. (Bams)

Wann aufgrund historischer Ereignisse und geprüfter Rationalität tatsächlich Rassismus gegeben ist, und wann nur das politisch korrekte Idiom die Kritik an den phänotypischen Opfern des singulären, klassisch-weißen Rassismus unterdrücken soll, können diese Seminare nicht aufdecken. Sie bieten nicht einmal eine Grundlage zur weiteren Aufarbeitung an. Diese hat ja offensichtlich bei der Gründerin des Experiments ebenso wenig eingesetzt wie die Epigonen auf die Idee kämen, Mängel aufzuzeigen weil diese den Kern des Konzepts angreifen. Sie verkaufen ein Universalrezept. Das ist im freien Wettbewerb der Ideologien legitim. Aus öffentlichen Schulen jedoch sollte man solche Quacksalberei aus ethischen und inhaltlichen Gründen verbannen und an ihre Stelle historisches Wissen und die Schulung positiver Empathie setzen.
18.10.07 09:59
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Klara (19.10.07 16:27)
Mich interessiert, was hier mit "Schulung positiver Empathie" gemeint ist? Ohne den Begriff zu kennen, erscheint mir Empathie, eher eine Denkfähigkeit zu sein, deren Voraussetzungen in der eigenen Freiheit erfahren werden und die weniger geschult werden kann.


nichtidentisches / Website (20.10.07 13:14)
Positiv meint in etwa: "Ich merke, dass es dem anderen gut geht, wenn ich mich auf eine bestimmte Art und Weise ihm gegenüber verhalte, und mir auch. Das ist ja eine feine Sache."
Negativ meint: "Ui, dem geht es aber schlecht. Jetzt geht es mir auch schlecht."
Letzteres kann sadistische Adern ansprechen und führt nicht notwendig zum Begreifen. Ersteres ist möglicherweise wirkungslos, aber nicht gefährlich.
Das ist der "schulbare" Bereich: Kooperationserfahrungen, gemeinsame Problemlösungen. Dabei wird ein drittes Problem künstlich erzeugt und die Partizipierenden dazu angehalten, es gemeinsam zu lösen.
Der künstlich erzeugte Stress und Konflikt, bei dem einer Partei das Partizipieren nur negativ erlaubt ist, und bei dem ein Ausweg via tätigem Handeln nicht vorgesehen ist, kann keine rationale Bearbeitung hervorbringen, sondern nur Wut und Emotionen kanalisieren und im Glücksfall reflektierbar machen.
Was im Elternhaus an Grundbedingungen abläuft, ist ohnehin schwer steuerbar und akzidentiell, kann daher nicht in ein "Rezept" einfließen.

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