Startseite
    Antiamerikanismus
    Antisemitismus
    Islamismus
    Verwaltete Welt
    Kulturindustrie
    Rassismus
    Aberglaube
    Kulturalismus
    Make a wish
  Über...
  Archiv
  African Islamism
  Gesammelte Werke
  Texte
  African witch-hunts
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Sofakunst
   Wikipedia
   Fremdwörter-Lexikon
   Marx-Engels-Werke
   Asia Times
   This is Zimbabwe
   
   Achse des Guten
   adf
   africa daily
   african studies quarterly
   african sun news
   aftershow
   against
   allafrica.com
   Antibürokratieteam
   Arabs for Israel
   Jaegerzaun
   Atlas Shrugs
   Bad Blog
   Bahamas
   What is witchcraft?
   Botschaft Israels
   ca ira Verlag
   unterdemstrich
   Camera
   classless
   ChinaDaily
   Die Jüdische
   Dissidenz
   Emma
   e pluribus unum
   Ex-Blond
   EYEontheUN
   FdoG
   Frontierpost Pakistan
   Fuchsbau
   Gripsiltis
   Haaretz.com
   Hadith Database
   honestly concerned
   Iranfocus
   iraqui bloggers central
   israel defence force
   Israel News Infolive
   Israpundit
   Ivison
   Jerusalem Post
   John Cox
   kaffe ohne sahne
   Karwan Baschi
   LittleGreenFootballs
   lizas welt
   maedchenblog
   Matthias Küntzel
   MEMRI
   Middle East Info
   myissue
   nada
   No Blood for Sauerkraut!
   planethop
   prodomo
   sandmonkey
   sozioproktologe
   spirit of entebbe
   starblog
   Telegehirn
   tous et rien
   ugly dresden
   unkultur
   WADI
   weapons of modern democracy
   western resistance
   Wind in the Wires

kostenloser Counter

Webnews



https://myblog.de/nichtidentisches

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Im Detritus des Alltags wühlen - mit Harry Potter, Tom Hanks, Flaubert und Kafka.

Der Volksmund meint mit "kafkaesk" die allfällige Stummheit bürokratischer Vorgänge gegen das besondere Individuum. Ist diese Bürokratie doch höchster Ausdruck der Gleichheit des Rechtssubjekts, Garant der Freiheit von den Zumutungen des Nepotismus und der Willkürherrschaft, schlägt diese Freiheit in die Missachtung dessen um, das sich der Kategorie nicht fügt. Des Widerspruchs gewahr wird Aufstand zelebriert und scheitert doch an Übersetzung ins Reale - zu stark der Fetisch, der ihn formt.
Tom Hanks in "Terminal" bringt das kafkaeske auf den Nenner der Emanzipation: Am durch die Maschen Gefallenen und seinen kleinen Missgeschicken, wie auch an den kleinen Erfolgen, dem bauernschlauen Schnippchenschlagen, das den Kleinbürger zu diebischer Freude anfacht, ergötzt sich das dieses kafkaeske doch reproduzierende Ordentliche - das will den ordentlich behandelten Menschen mehr der Ordnung wegen. Bürokratie als fehlerhaft vorführen will nicht die Aufhebung des Zwangs, sondern dessen Vervollkommnung - im besonderen Fall verständlich, im Ganzen fatal. "Terminal" fordert dann neben Kleinkitsch das individuelle Überschreiten a la Don Quijote, das Emanzipieren im Falschen, ohne Gründe für das Scheitern zu benennen.
Harry Potter steigt darüber hinaus, wenn er stets aufs Neue vor den Vorschriften zum Buckeln gezwungen wird und der Rassismus letztlich höchst rationell in Bürokratenwut aufgeht - Aufbegehren bleibt hier individuelles, mit fetischistischer Macht zum Erfolg befugtes, Messianismus die unabdingbare Folge. Rambo - Potter - Jesus, Underdog - Topdog, ein Schema so alt wie die Welt. Der Stellvertreter-Revoluzzer bewahrt den Traum und täuscht ihn doch durch allzu erschöpfendes Miterleben.
Flauberts starre Langeweile, gegen die mit gleichgültigen Handlungen verstoßen wird, vermag den Sturm im Wasserglas des Kleinbürgertums angemessen würdigen - Naturbeschreibung fügt sich neben das spontane, sang- und klanglose Aufgeben der fernen Schönen wie auch in den unspektakulären Ehebruch, Dramaturgie des Besonderen geht auf in der Langeweile und Belanglosigkeit des Ganzen - und so erst entsteht das drückende, das quälend-erschütternde Bewusstsein von der Beschränktheit des Individuums in der Wiederholung des Immergleichen. Der toten Schönen weint man alle Tränen nach - ein Leben passt ja in ein Buch von 200 Seiten, ein guter Grund zur Trauer, wenn nicht gar der beste.
Kafka selbst meint wohl im Alptraum nicht gar so sehr die preußische Aktendisziplin, als vielmehr ein abstraktes Prinzip der Gerechtigkeit, die Strafkolonie als Beispiel: Ein Gott auf Erden, maschinell mehr als im Theater, wäre zugleich die Hölle. Totale Gerechtigkeit hieße totale Berücksichtigung des Besonderen bei gleichzeitigem Absehen von Besonderem -contradictio in adjecto, die nur der Rechtsstaat möglich macht: Als elend lange Einzelfallsprüfung oder als maschinelle Judikative. Mehr noch war der Wartende bei Kafka wohl ein Abbild des Juden vor den Toren der Gesellschaft.
30.9.07 18:12
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen
s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung