Startseite
    Antiamerikanismus
    Antisemitismus
    Islamismus
    Verwaltete Welt
    Kulturindustrie
    Rassismus
    Aberglaube
    Kulturalismus
    Make a wish
  Über...
  Archiv
  African Islamism
  Gesammelte Werke
  Texte
  African witch-hunts
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Sofakunst
   Wikipedia
   Fremdwörter-Lexikon
   Marx-Engels-Werke
   Asia Times
   This is Zimbabwe
   
   Achse des Guten
   adf
   africa daily
   african studies quarterly
   african sun news
   aftershow
   against
   allafrica.com
   Antibürokratieteam
   Arabs for Israel
   Jaegerzaun
   Atlas Shrugs
   Bad Blog
   Bahamas
   What is witchcraft?
   Botschaft Israels
   ca ira Verlag
   unterdemstrich
   Camera
   classless
   ChinaDaily
   Die Jüdische
   Dissidenz
   Emma
   e pluribus unum
   Ex-Blond
   EYEontheUN
   FdoG
   Frontierpost Pakistan
   Fuchsbau
   Gripsiltis
   Haaretz.com
   Hadith Database
   honestly concerned
   Iranfocus
   iraqui bloggers central
   israel defence force
   Israel News Infolive
   Israpundit
   Ivison
   Jerusalem Post
   John Cox
   kaffe ohne sahne
   Karwan Baschi
   LittleGreenFootballs
   lizas welt
   maedchenblog
   Matthias Küntzel
   MEMRI
   Middle East Info
   myissue
   nada
   No Blood for Sauerkraut!
   planethop
   prodomo
   sandmonkey
   sozioproktologe
   spirit of entebbe
   starblog
   Telegehirn
   tous et rien
   ugly dresden
   unkultur
   WADI
   weapons of modern democracy
   western resistance
   Wind in the Wires

kostenloser Counter

Webnews



https://myblog.de/nichtidentisches

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Michael Winterbottoms 'Ein mutiger Weg'.

Michael Winterbottoms "Ein mutiger Weg" über die Entführung und Ermordung Daniel Pearls in Pakistan besticht vor allem durch die Komplexität der Charaktere, die Verweigerung des kulturindustriellen "watch and judge": Ein zwielichtig lächelnder Weißer enttäuscht auf lange Sicht die Erwartung einer Verschwörungstheorie, ein folternder Polizeiinspektor bleibt in seiner Melancholie menschlich, angestellte Pakistanis sind eben doch keine Verräter, Terroristen und Islamisten nicht augenrollende Krummnasen.

Die Absage an Verschwörungstheorien gerade durch deren Thematisierung als nicht zu diskutierende leistet der Film auf hervorragende Art und Weise. Wo Islamisten von Reportern als CIA-Agenten sprechen, wo der 11.9.2001 auf den Mossad zurückgeführt wird und Juden als Mossad-Agenten gelten kann es kein Gegenargument geben, keine schale, vorgestanzte Argumentation, weil das Argument nicht existiert.

Der Emanzipation der Frau verpflichtet thematisiert der Film subtile Bevormundungsmuster in der vorgestellten britisch-amerikanischen Gesellschaft, ohne dabei die Möglichkeit der Emanzipation dagegen zu verraten: Frauen treten als vernünftig, autoritär und handelnd auf, als gleichberechtigte Gesprächspartner, nicht als wartende und hoffende passive Objekte männlichen Tatendrangs und Heldentums.

An den wichtigsten Stellen allerdings versagt der Film: Die Forderungen der Entführer werden auf "die Verbesserung der Haftbedingungen in Guantanamo" reduziert und so eine Handlungsebene angedeutet, die nie existierte: Gefordert wurde die Freilassung aller Inhaftierten, deren Rückkehr nach Pakistan sowie der Abzug amerikanischer Aktivitäten aus Afghanistan. Die Taktik der unerfüllbaren Forderung ist perfide, da sie eine Rationalität im Austausch andeutet, die nie existiert. Der Mord ist schon vorprogrammiert, das ganze stets aufs Neue eine Medienshow, Propaganda.

Neben Tränendrüsen-Einsprengseln wie der permanente schwangere Bauch Jolies und der furchtbar synchronisierte Zusammenbruch entsteht auf medialer Ebene eine endlose Redundanz, die dem Opfer wenig Respekt zukommen lässt: Es geht unter in einer Flut von Desinformation und Bildern, der konkrete Fall des Individuums Pearl löst sich in postmoderner Mythologie und lauem Experimentalfilm auf.

Das Schema "Three seconds - one cut" zieht sich durch den gesamten Film und kann als Kritik oder Realismus der Postmoderne verstanden werden, die penetranten Handytöne deuten eher auf Realismus, für den Zuschauer ist jedoch irgendwann ein Moment der Frustration erreicht, an dem ihm die Auseinandersetzung mit Handlung und Absicht nicht mehr gelingen kann und sich Distanzierung einstellt. Mag sein, dass das als Element der Selbstreflexion gedacht ist, die Mimesis zu brechen und die Leistung der in solchem Chaos agierenden Sinnsucher - Journalisten und Polizisten - würdigen will. Dann wäre jedoch der Anlass für ein solches künstlerisches Experiment missbraucht, von Daniel Pearl bleibt nichts im Bewusstsein, der ganze Film ist wie ein Traum rasch vergessen.

26.9.07 10:40
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen
s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung