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§166 abschaffen!

§ 166 StGB:

„(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.“

Aus den Reihen der CSU kommt wieder einmal der markige Vorschlag, den widerwärtigen und undemokratischen Paragraphen 116 zu verschärfen und fortan auch alles, was nach Verspottung der Kirche riecht, mit 3 Jahren Knast zu bestrafen. Als wäre der Paragraph nicht ohnehin ein abzuschaffendes totalitäres Monstrum, undefiniert wie ein faschistischer Willkürerlass, will man in den Reihen der Möchtegernfundamentalisten von der Radikalität der Islamisten etwas abschöpfen und zurück in feudale Verhältnisse, ohne gleich wie diese die Propaganda der Tat bemühen zu müssen.

Wo man in Dörfern wie in Städten freie Individuen mit Glockengeläut um 6.00 morgens an die fortwesende Gewalt des irrsinnigen Kollektivs gemahnt wird, das Nachtschichtarbeiter wie Langschläfer aus Überzeugung als parasitärer Pöbel, der Rücksicht nicht wert, aus dieser Gemeinschaft aussondert, man also Ruhestörung des öffentlichen Friedens in Prozessionen und ohrenbetäubendem Gebimmel tagauf, nachtein kultiviert, Folterszenen in blutigen Geißelikonen Kindern auf Sandsteinstelen, Fresken und Wegkreuzen entgegengrellen, soll also eben diese Störung des öffentlichen Friedens, die das Christentum wie der Islam von je kultivieren, noch vor Kritik gesetzlich beschirmt werden und Gotteslästerung nicht mehr nur mit Vergewaltigung auf eine rechtliche Stufe gestellt, sondern nach geheimsten Wünschen der CSU wohl demnächst mit Straflager vergolten werden.

In dem Gewahrwerden des offen aufklaffenden Widerspruchs zwischen Realitätsprinzip und degenerierter Religion unter der Persistenz der Warenfetischs auf Identität, rufen die, die diesen Widerspruch nicht ertragen können, nach staatlicher Verordnung gegen Kritik, deren Recht sie in aller Abwehr als berechtigte fürchten gelernt haben. Hätten sie Erfolg, würde in Klassenzimmern wieder ein auf Balken getackerter Leichnam den Kindern ihre schlimmsten Ängste steigern, könnten die in bayrischen wie in polnischen Dörfern munter weiterlebende Hexenjägerei und Judenhass Seit’ an Seit’ mit den islamischen Hetzern, denen man noch jede Gotteslästerei nachsah, sich zur Kultur einrichten, würden blutige Rituale wie das Nachnageln an Ostern, das bislang nur auf fernen Inseln als Passionsspiel überlebte, neben den schiitischen Selbstverstümmelungsprozessionen, anthroposophischen Erdanbetungsritualen und mönchischer Homophobie auf den unterjochten Straßen wandeln.

Es ist den Christen ins Gesicht zu schreien, dass der öffentliche Friede ihre ureigenste Perversion birgt und stets den Scheiterhaufen meint. Dass sie es denen, von denen sie noch die wertvollsten und philosophisch zu nennenden Teile ihrer Glaubensinhalte bezogen, mit Pogromen und Autodafes dankten. Solange noch eine Ideologie das Recht auf Schutz vor Kritik beansprucht, ist sie selbst zu ihren eigenen Gunsten als nicht reformierbar auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen.

„Schade, dass Gott nicht mehr am Leben ist, um das zu sehen.“ (Homer Simpson)

10.9.07 20:07
 


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bisher 49 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Frank (10.9.07 23:46)
Antwort auf einen mutigen Atheisten.

Eigentlich war das Folgende als Antwort auf deinen letzten Kommentar zum Artikel „Gegen den Irakkrieg“ gedacht. Es passt hier irgendwie besser. Auch der erste Teil über die Reformierbarkeit des Islam, die du diesem ja in diesem Kommentar unterstellst, während du Deutschland auf den Weg zurück zum christlichen Gottesstaat wähnst. Mir ist aber unverständlich dass man 19.58 Uhr in ruhigsten Ton im Zusammenhang mit dem Islam von „Trennung von politischem und privaten“ und der Möglichkeit „einer islamischen bürgerlichen Gesellschaft“ sprechen kann, und um 20.07 Uhr eine hysterische, ressentimentgeladene Tirade gegen das Christentum vom Stapel lässt. Und sich dabei nicht zu blöd ist Glockengebimmel, Kruzifixe und einen vor 500 Jahren angedrohten Mord ins Feld zu führen. Bei einer nüchternen Betrachtung, die nicht von unreflektierten Motiven getrübt würde, könntest du auch sehen, dass der §166 StGB genau das Gegenteil von dem ist was du ihm unterstellst, zumindest in Hinblick auf das Christentum. Er stellt nämlich gerade nicht Religionslästerung unter Strafe sondern die „Störung des öffentlichen Friedens“.


Frank (10.9.07 23:47)
Aber egal was deine CSU-Fundamentalisten auch anstellen, wir werden es nicht erleben, dass an einem Sonntagvormittag empörte Christen aus ihren Kirchen stürmen und den „öffentlichen Frieden stören“ nachdem sie von ihren Pastoren aufgestachelt wurden. Der Paragraf ist trotzdem gefährlich aber nur deshalb, weil man bei dessen Verabschiedung noch nicht wusste, dass ein ähnliches Szenario doch eintreten könnte, aber an einem Freitagnachmittag. Da Muslime tatsächlich jeden Angriff auf den Islam in einer Weise beantworten könnten die „geeignet ist den öffentlichen Frieden zu stören“.


Frank (10.9.07 23:47)
Hier der Rest.


Der Islam ist nicht reformierbar.
Erstens reicht die Zeit nicht aus, da die Iranische Bombe bereits in 2 Jahren fertig sein kann.
Zweitens aber weil eine Säkularisation des Islam, im Dienste der Vernunft sich gegen diese wenden müsste. Eine echte Säkularisation, nicht nur eine oberflächliche Modernisierung wie in der Türkei, kann nämlich nicht das heutige Christentum (oder das aus dem 18. oder 19. Jhd.) zum Vorbild nehmen und sagen „macht es doch einfach so wie wir“. Ein Reformator müsste sich auf den Boden des tatsächlichen, archaischen Islam stellen sich auf diesen einlassen und Schritt für Schritt die Entwicklung des Christentums nachzeichnen. Er müsste also, um es mit anderen als den obigen Worten zu sagen, in zivilisatorischer Absicht weit hinter ihren heutigen Stand zurückfallen und alles vergessen was die Aufklärung hervorgebracht hat. Jeder der dies versucht macht sich lächerlich. Und die westliche Zivilisation würde ihm nicht einmal behilflich sein können, da der Islam ja gerade aus der Reaktion gegen diese einen guten Teil seiner heutigen Stärke zieht.


Frank (10.9.07 23:47)
Deiner Gegenüberstellung von Islam und Christentum als gleichermaßen vernunftfeindlich muss ich aufs Entschiedenste widersprechen, denn sie ist falsch. Ich sage gleich vorneweg wem ich diese Überzeugung zu verdanken habe, nämlich einem Bahamasartikel (Nr.51), über katholische Theologie, den ich für einen ihrer Wichtigsten und Richtungweisenden halte, auf jeden Fall für meine persönliche Entwicklung. In Anlehnung an Kardinal Ratzinger versuchen die Autoren darin nachzuweisen, dass dem Christentum eben doch ein Moment der Vernunft innewohnt, an dessen Anspruch und Dialektik es letztlich zerbrach. Unabhängig von diesem Artikel müsste man aber als Materialist sich irgendwann einmal fragen, warum im Okzident, im christlichen Kulturkreis, aus dem tiefsten Mittelalter die Aufklärung hervortrat, während die muslimischen Gesellschaften bestenfalls stehengeblieben sind. Und bei der Beantwortung dieser Frage, die ich hier nicht versuche, kommt man am Christentum einfach nicht vorbei. Selbstverständlich ist das Christentum von einem aufgeklärten Standpunkt aus gesehen


nichtidentisches / Website (11.9.07 00:05)
"Schritt für Schritt die Entwicklung des Christentums nachzeichnen..." Hoffentlich nicht. Ich persönlich sehe die Linie Kirche-Auschwitz wesentlich stärker gegeben als manche Verfechter der Interpretation eines angeblich säkularisierten Antisemitismus.
Der Islam ist in manchen Regionen nichts weiter als eine protestantische Erwerbsethik. Als gewöhnlicher Monotheismus, der seine Quellen in Frage stellt, vermag er meinethalben fortzubestehen und das ist auch nicht in die Zukunft zu verlagern, sondern findet statt. Der Iran ist nicht "der Islam", soviel Differenzierung möchte ich doch nicht missen. Was sich unter dem Mantel des Christentums für Barbarei abspielt in den zahllosen Dörfern, in denen noch Frauen als Hexen verjagt werden und Exorzismen stattfinden, und in denen sehr wohl auch mal die Kirchgänger zum Pogrom gegen Zigeuner auflaufen, ist nicht allzu scharf zu trennen vom banalen Alltagsislam.


nichtidentisches / Website (11.9.07 00:13)
Das Christentum bringt Antisemitismus hervor, weil es durch die Betonung des Todes Christi für die Sünden aller Schuldprojektion erzeugt und weil in seinen Schriften zwangshaft Juden verantwortlich gemacht werden. Das Christentum hätte die Möglichkeit, sich dahingehend zu reformieren, weil es eine Kirche ist, und tut es nicht. Mehr als der Islam bedient sich das Christentum bei Juden, indem schamlos das alte Testament übernommen wurde.
Der Islam ist nun mal ein Sammelsurium aus Sekten mit einer eigenartigen Geschichte. Im Sufismus kann ich ehrlich gesagt wenig Unterschiede zu banalen esoterischen Lehren erkennen. Daher erscheint es mir nicht sinnvoll von "dem Islam" zu sprechen und seine Anhänger per se für unfähig zu halten, den im Koran angelegten Literalismus zu brechen.


nichtidentisches / Website (11.9.07 00:20)
Mir ist nicht klar, von welcher Entwicklung des Christentums du sprichst. Der gesamte Aristoteles konnte nur in die christliche Vormoderne gerettet werden, weil in einem kurzen Zeitfenster arabische und damit islamische Wissenschaftler sehr um philosophische Debatten bemüht waren. In Bezug auf Fanatismus waren Christentum und Islam nicht verschieden. Sie sind es seit etwa 50 Jahren. Und sie sind in einigen Inhalten verschieden, die an anderer Stelle zu diskutieren wären. Die Ratzinger-Euphorie der Bahamas kann ich ehrlich gesagt überhaupt nicht nachvollziehen, mal sehen, ob ich dazu komme, das zu prüfen.


Frank (11.9.07 00:43)
"Das Christentum bringt Antisemitismus hervor, weil es durch die Betonung des Todes Christi für die Sünden aller Schuldprojektion erzeugt und weil in seinen Schriften zwangshaft Juden verantwortlich gemacht werden. Das Christentum hätte die Möglichkeit, sich dahingehend zu reformieren, weil es eine Kirche ist, und tut es nicht."

Als ob dies irgendetwas an der antisemitischem Realität ändern würde.


Frank (11.9.07 00:45)
"Mehr als der Islam bedient sich das Christentum bei Juden, indem schamlos das alte Testament übernommen wurde."

Was ist daran falsch?


Frank (11.9.07 01:01)
"Mir ist nicht klar, von welcher Entwicklung des Christentums du sprichst. Der gesamte Aristoteles konnte nur in die christliche Vormoderne gerettet werden, weil in einem kurzen Zeitfenster arabische und damit islamische Wissenschaftler sehr um philosophische Debatten bemüht waren."

Ok. Wo liegt dann der Unterschied zwischen der Geschichte der westlicher Zivilisation, die seit wenigstens 300 Jahren diesen Namen verdient und Islamischer Barbarrei, die sich bis auf "kurze Zeitfenster" nicht von Mohameds Zeiten unterscheidet?


Frank (11.9.07 01:10)
So könnte ich weiter machen, hab aber keine Lust mehr dazu, vielleicht morgen. Aber eigentlich fehlen mir auch die Worte.


Frank (11.9.07 01:12)
In Bezug auf Fanatismus waren Christentum und Islam nicht verschieden. Sie sind es seit etwa 50 Jahren.

Also seit der Gründung Israels?


Frank (11.9.07 08:41)
Mir geht es gar nicht darum das Christentum gegen jemanden zu verteidigen der es angreift und sich von ihm angegriffen fühlt obwohl es doch längst überwunden ist.
Ich stelle den Schrecken der vom Christentum ausgehen konnte auch gar nicht in Abrede, dennoch brachte sein Kulturkreis die Aufklärung hervor. Während deine toten Philosophen, auf deren Wiederkommen du wohl genauso sehnsüchtig wartest wie Ahmeddschihad auf den 12. Imam, heute Zuflucht im Westen suchen müssten. Wenn die Fundamente unserer Gesellschaft nicht in der entscheidenden Kleinigkeit vom Islam abweichen würden, warum kommt dann aus seinem Kulturkreis nur Tod, Zerstörung und Leid und zwar ohne die Möglichkeit zum Besseren? Wenn es nicht am Islam selbst liegt, dann können es ja nur Kreuzfahrer (die wahrscheinlich auch dein aufgeklärtes Zeitfenster schlossen), Kolonisatoren und vor „etwa 50 Jahren“ Zionisten gewesen sein.


Frank (11.9.07 08:42)
Halte nur tapfer den guten, wahren Islam hoch (und das tust du indem du seine Verbrechen relativierst), den wahrscheinlich nur Du und die frühmittelalterlichen Philosophen vertraten, während der andere Islam, welcher aus unerfindlichen Gründen von deinen Philosophen und Aristoteles nichts wissen will, aber nun mal der einzig relevante ist, sich anschickt auch noch die letzten Inseln der Aufklärung und zuallererst Israel zu überrennen.


nichtidentisches / Website (11.9.07 10:51)
Hihi, Frank, nun lass doch mal die Idiosynkrasie fallen. Die Diskussion ist doch spannend. Ich halte nicht den "wahren Islam" hoch, ich finde nur die Totalitäten, die du entwirfst eine Zumutung. Bassam Tibi beispielsweise nennt sich Muslim, und mag er auch einen falschen Antisemitismusbegriff haben, ich kann mir durchaus eine bürgerliche Gesellschaft mit solchen Muslimen vorstellen, und wenn ich genau hinsehe, lebe ich in einer solchen. Wären alle Muslime Islamisten, wäre hier längst Feierabend. Ob Leute sich privat 5 mal am Tag bücken und nach Mekka fahren ist mir egal, und so sieht doch der islamische Alltag in den meisten Fällen aus.
Die letzten 300 Jahre Aufklärung, die du ins Felde führst, waren bekanntermaßen dialektisch mit dem Gegenteil dessen vermittelt: Mit der Verfolgung und Ausrottung (nur als klitzekleines Beispiel) der Feuerlandindianer als Wilde, mit Rassismus und Faschismus, mit zwiegeschlachtem Kolonialismus. Es ist ja nicht so, dass der Islam die einzige Ideologie wäre, die einen Totalitätsanspruch hat.


nichtidentisches / Website (11.9.07 10:56)
Also: Es geht mir nicht darum, den Islam abzuschaffen. Meine Kritik an ihm sähe ähnlich aus wie am Christentum. Dennoch kann ich akzeptieren, dass Muslime ihrem Glauben nachgehen, solange er nur das ist.
Was ich nicht akzeptieren kann, ist, dass die katholische Kirche derzeit am Islam sich auflädt und von ihm einen Radikalitätsgewinn abziehen will.
Und ich weiß, dass es keine christlichen Selbstmordattentäter gibt, ebenso wie die christlichen Staaten häufiger Demokratien sind. Ja. Ich will auch nicht die Fundamentalismen gleichsetzen.
Sondern darauf bestehen, dass man den durchaus existenten reformwilligen bzw. überhaupt unpolitischen Teilen des Islams einen Wandel zumuten sollte, und dass die totale identitäre Abwehr gegen den Islam als Monotheismus fehl schlägt und schlagen muss.


nichtidentisches / Website (11.9.07 11:00)
In der CSU artikuliert sich ein Christentum, das sich mit den islamischen Ikonoklasten des Karikaturenstreits gemein macht. Es will Religion vor Kritik abdichten. Das ist durchaus dem "friedlichen" Islamismus gleichzusetzen. Die Mehrheit der Islamisten ist gegen Gewalt und durchaus auf politisch-demokratische Wege zur Machtergreifung ausgerichtet. So viel Unterschied zu den Teilen der CSU, die sich hier gerieren, besteht nicht. Und natürlich nehmen beide kalt lächelnd die Vernichtung Israels in Kauf. Die CSU, weil der Iran als guter Geschäftspartner vorgeht, die Islamisten, weil sie Israel schon immer hassten.


nichtidentisches / Website (11.9.07 11:02)
und notiere bitte, dass ich noch nie Islamisten von Kritik ausgespart habe. DAS ist der Irrweg: Auf christlichen Fundamentalismus zu zeigen, um Kritik am Islam als "Othering" abzuwehren. Beide scheiße finden, und darin noch zu differenzieren wäre meines Erachtens ein gangbarer Weg.


nichtidentisches / Website (11.9.07 11:02)
Ich schreib mal demnächst was dazu.


Nemesis / Website (11.9.07 14:13)
Apropos §166 abschaffen:

Diese Stellungnahme geht in die gleiche Richtung, wenn auch aus islamischer Sicht:

http://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/religioesestudien/islam/_v/stellungnahme_karikaturenkonflikt.pdf


Frank (11.9.07 18:25)
Soviel arrogante Verachtung von Empirie und Realität muss ideologisch begründet sein.
Es mag sein das es irgendwann einmal irgendwie fortschrittliche Elemente des Islams gab, es mag sein dass theoretisch selbst eine Zivilisierung des Islams möglich ist (was ich bezweifle) und es mag sein dass es noch mehr Menschen wie Basam Tibi (der verbittert in die USA ausgewandert ist) gibt. Sollten diese aber so etwas wie eine relevante Gesellschaftliche Größe überhaupt darstellen, so sind sie überall in der Defensive und auf verlorenen Posten, selbst hier in der westlichen Welt (siehe Basam Tibi, siehe Re-Islamisierung migrantischer Communities). Überall wo die islamischen Massen gefragt werden entscheiden sie sich für den Islamismus (Palästinenser, Türkei, Libanon) und überall wo sie gefragt würden, würden sie sich dafür entscheiden (Ägypten, Jordanien, Syrien, Pakistan, Algerien). Jeder, der Angesichts der brutalen Wirklichkeit seine Hoffnungen auf eine Reform des Islam setzt, macht sich lächerlich.


Frank (11.9.07 18:26)
Außerdem widersprichst du dir in einer Weise die so eklatant ist, dass man auch hier Ideologie am Werke sehen muss. Wenn die westliche, bürgerliche Zivilisation trotz der Aufklärung Auschwitz nicht verhindert hat, wie soll dann ausgerechnet der Islam, der so etwas wie die Aufklärung nie gekannt hat, eine bürgerliche Gesellschaft entstehen lassen, während die Mehrzahl der islamischen Staaten Auschwitz ganz ohne Dialektik sofort wiederholen würden wenn sie könnten wie sie wollten. Das ist entweder absurd oder kommt von jemandem, der von anti-westlichem Ressentiment geleitet, im Islam eine gangbare Alternative erblickt hat.


Frank (11.9.07 18:26)
Deine Angst vor dem Christentum, dem du wörtlich das absprichst was du dem Islam zugestehst, nämlich seine Reformierbarkeit, für die es den Beweis ja schon längst erbracht hat, ist nicht nachvollziehbar und muss anderweitig motiviert sein. Das heutige Christentum ist eine Veranstaltung zur Sinn und Gemeinschaftsstiftung und in dieser Rolle mehr oder weniger austauschbar. Jeder Versuch dies zu ändern, z.B. von deinen CSU-Politikern, die Idomeneo verteidigt haben obwohl auch Jesus Kopf rollt, ist zum scheitern verurteilt. Es gibt keinen Weg zurück ins Christentum.


Frank (11.9.07 18:27)
„Die Entscheidungsunwilligkeit folgt einem primitiven Schema, das scheinbar um Ausgewogenheit bemüht, in Wirklichkeit dem schlechten Prinzip folgt, jeder schweren Herzens als real anerkannten Gemeinheit im Orient einen nicht minder abscheulichen Widergänger im Okzident gleichberechtigt an die Seite zustellen. Die Nicht-Parteilichkeit wird vom Ausnahmefall zum Prinzip erhoben, das regelmäßige Scheitern an der Welt außerhalb des ambivalenten Ichs nimmt klinische Züge an.“ (Bahamas Nr.53). Dass ich gerade im Autor dieses doch sonst meist lesenswerten Blogs das erste Beispiel dieses Charaktertypus finde, überrascht mich doch. Kannst du nicht vom Islam reden ohne Hexen, Indianer und andere Leichen im Keller des Westens auszugraben? Merkst du nicht, dass deine Argumente Jahrhunderte alt sind, während ich nur die Tageszeitung aufzuschlagen brauche?
Ist es so schwer zu begreifen das heute keine Hexen mehr verbrand und keine Indianer mehr ausgerottet werden weil der Westen aus sich heraus zur Besinnung, zur Vernunft gekommen ist?


nichtidentisches / Website (11.9.07 18:43)
Es ist vielleicht nur so, dass ich a trotz der prinzipiell möglichen Reformierbarkeit ich mir nichts davon erwarte, ich b aus genau dem gleichen Grund von einem reformierten Christentum ncihts erwarte und c das Christentum für keinen Furz weit reformiert halte.
1999 sprach sich der Papst noch gegen die Konsultation von Psychiatern vor Exorzismen aus, und justamente ist es die katholische und die russisch-orthodoxe Kirche, die in Osteuropa, dem blinden Fleck der medialen Öffentlichkeit, ein antisemitisches Inferno vorbereiten.
Ich möchte darauf hinweisen, dass nicht das Christentum die Aufklärung gebracht hat, sondern dass Aufklärung unter hohen Opfer GEGEN diese Kirche kämpfen musste. Und sich aus deren Dunstkreis nie zu befreien vermochte, siehe Goethes Faust, die utopischen Sozialisten, etc.


nichtidentisches / Website (11.9.07 18:48)
Wie gesagt, ich versuche das mal auszuformulieren, sobald ich wieder Zugang zu meiner Bahamassammlung habe. Mir erscheint die Hinwendung an Ratzinger, der meines Erachtens leidlich versagte, in eine Idealisierung zu münden. Ich würde gerne den Islamismus ebenso bekämpfen, wie das Christentum und den Islam kritisieren dürfen, ohne in Entitäten abzugleiten, die weder hilfreich sind, noch den "empirischen Realitäten" entsprechen. Der Allgemeinbegriff Islam schneidet schon Vernunft ab und weiß nicht, ob Koran oder AKP, Hamas oder Al Quaida meinen.


nichtidentisches / Website (11.9.07 19:19)
man verzeihe die rechtschreibfehler...


nichtidentisches / Website (11.9.07 19:31)
@nemesis: ein interessanter Beitrag, wenn er auch etwas zu sehr vom Problem ablenken will, wieso denn nun ausgerechnet der Islam die Mördergrube für so viele Herzen ist.
Ich denke durchaus, dass die islamische Pathologie sich von der christlichen unterscheidet, mehr in verschleusten Ödipuskomplexen als in Narzissmus und Schuldabwehr gründet. In der Art und Weise, wie er schlichtweg Ticket ist, und als solches auch Produkt der bürgerlichen Gesellschaft, sieht er dem Christentum nur deshalb nicht gleich, weil er die Propaganda der Tat derzeit sehr viel aktiver nutzt und so den ödipalen Aufständen bessere Projektionsflächen bietet. Mag sein, dass dies im Koran bereits angelegt ist. Sicher ist, dass nichts am Christentum, spezifisch die katholische Kirche, aus sich selbt heraus zur Vernunft trieb, sondern dass diese stets in blutigen Kämpfen stattfinden musste.


nichtidentisches / Website (11.9.07 19:36)
Zur christlichen Philosophie: Mag es faszinierend sein, was christliche und zwangschristliche Philosophen wie die Scholastiker und weiter Bacon, Spinoza, Descartes, Kant in der Frühmoderne noch entwarfen, so kann dies genauso als Argument für einen reformierbaren Islam gewendet werden. Innerhalb eines monotheistischen Dogmas vermag ein gewisses Maß an intellektueller Vernunft noch stattfinden. Zumeist tendiert diese Vernunft, über Religion hinauszutreiben, was in Europa nach jahrhundertelangen Kämpfen und blutigsten Kriegen zur Aufklärung führte. Die dann in noch blutigere Kriege mündete. Weshalb sie zu verfechten und nicht zu verraten wäre.


Nemesis / Website (11.9.07 21:38)
@Frank:
Glaub mir Bassam Tibi ist nicht ausgewandert, alles andere ist ein Gerücht. Ich kenne einen Kollegen von ihm persönlich.

Leider ließt du die Bahamas genauso wie einige Muslime den Koran, und dein Geschäume kann ich sogar hier riechen. Versuch erst gar nicht über etwas zu schreiben von dem du keine Ahnung hast, sonst fang ich an.
Wenn ich mir so durchlesen, was du schreibst, hab ich den Eindruck, du hast dein Gehirn zeitweise an die Bahamasautoren delegiert, die wahrscheinlich selbst nicht glauben was sie da über Papa Razzi schreiben. Es ist meines Erachtens der schwächste Text von ihnen, mit keinem einzigen literarischen Beweiß oder Bezug zu irgendeinem islamischen Werk oder Theoriegebäude.

Die haben den wohl nach dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" geschrieben. Eigentlich schade, sie hatten schon bessere Texte geschrieben.


Frank (12.9.07 00:31)
@nichtidentisches

Beide Bahamastexte (der über kath. Theologie, sowie der zuletzt von mir zitierte "Im Angesicht des Bösen") sind auf der Seite der Bahamas in Orginalfassung online.

"Der Allgemeinbegriff Islam schneidet schon Vernunft ab und weiß nicht, ob Koran oder AKP, Hamas oder Al Quaida meinen".
Auch wenn ich gegen Wände zu reden scheine; wo ist der fundamentale Unterschied zwischen einer lokal und einer global operierenden Judenmörderbande? (erspar dir bitte eine Antwort, die Frage war rhetorisch)


Frank (12.9.07 00:36)
@ Nemesis

1. Warum muss man in einem Text über die katholische Theologie einen "Bezug zu irgendeinem islamischen Werk oder Theoriegebäude" anbringen?

2. Basam Tibi ist ausgewandert, man siehe hier: http://www.tagesspiegel.de/meinung/Kommentare;art141,1973020r

3. Dann fang mal an! (oder nein, lass es lieber)


nichtidentisches / Website (12.9.07 12:52)
Gerade das Beispiel der AKP ist doch bezeichnend. Die AKP wird von den USA gefördert, weil sie in der Türkei die am wenigsten antiamerikanische und antisemitische Partei ist, im Gegensatz zu den komplett durchgeknallten Nationalisten dort. Und was tut es, ob Bassam Tibi asuwandert, solange er nicht aus dem Islam austritt? Hast du die Begründung gelesen? Da lese ich neben einigem "Qatusch" viel Vorwurf an die Deutschen, die Ausländer partout nicht integrieren wollen, deren Islamophilie gegenüber dem, was er "verhunzten Islam" nennt. Ich versuche bis Sonntag eine kurze Stellungnahme zu meiner aktuellen Position zum Islamismus/Islam zu erarbeiten, vielleicht können wir ja dann besser weiterdiskutieren. Vorerst könnte es dich beruhigen, wenn ich behaupte, dass vom Islam derzeit eine weit größere Gefahr als vom Christentum ausgeht. Ich hätte allerdings doch gerne eine logische Begründung von dir, warum gerade der Islam dir als Entität erscheint und worin derart wesenhafte Züge sich festmachen und begründen. Dass die meisten Moslems Antisemiten sind, unterscheidet sie m.E. nicht von Christen, säkularen Baathisten und Panarabisten.


nichtidentisches / Website (12.9.07 17:09)
"Das Wesen Gottes..." (Pope Benedikt)

Ist Gott nicht das Wesen an sich? Warum sagt er nicht: Blut ist Gott zuwider? Wenn er doch selbst die Unvernunft verkörpert, für Gott zu sprechen?

"im Christentum in dessen Verwobenheit mit der griechisch-hellenistischen Philosophie entstanden ist"

Er lügt und meint das Judentum. Das ist es eben, was ich als Diebstahl des alten Testaments meine: nicht die Prüfung und Übernahme, sondern das Umstempeln als christliches Werk und das Schweigen der Kirche vom Judentum, das Ratzinger so gut vertritt.
Dass sie selbst halbe Juden sind, sein möchten, und deshalb die Juden hassen wollen, geht darin unter. In den USA beispielsweise halten sich mehrere Dutzend Prozent der Christen für das auserwählte Volk der Bibel, es wird hier kaum anders sein. Die Vernunft vom Judentum, das Ausagieren der Unvernunft im Christentum, und das eine umbenant und das andere verleugnet, so kommt man auch als Papst noch an. Na, mal sehen, ich sehe mir die Rede selbst nochmal an.


Frank (12.9.07 18:30)
Basam Tibi interesiert mich nicht weiter. Aufklärung über Islam, Antisemitismus etc. ist von ihm nicht zu erwarten, und der aufgeklärte Islam (sollte sowas möglich sein) den er vertritt ist so marginalisiert, dass man ihn nichteinmal als kleineres Übel tolerieren muß. Erwähnt habe ich ihn nur, weil du ihn als Argument gebracht hast, bzw. um "Nemesis" und seinen perönlichen Bekannten bloßzustellen.
Du verlangst von mir eine Begründung dafür den Islam als Entität anzusehen, die werde ich versuchen zu liefern(irgendwann heute abend) erklär du mir doch aber in der zwischenzeit warum es nicht so sein soll. Und dass die Burka im Iran Chador heist reicht mir als Begründung nicht aus.
Aber eigentlich ist mir das auch irgendwie egal, denn selbst wenn du recht hast, und es Islam 1 und Islam 2 gibt. Woanders hin als vom Regen in die Traufe kommt man ja doch nicht.


Frank (12.9.07 18:38)
Latenten Antisemitismus sehe ich selbstverständlich auch im zivilisiertesten Westen. Deswegen bin ich auch kein Neocon, denn mit der Dialektik der Aufklärung wird dieser früher oder später in irgend einer Weise akut werden. Aber während er sich im islamischen Kulturkreis im offenen Kampf gegen Israel und die USA austobt, ist er, um mit Horkheimer/Adorno zu sprechen, in die dunklen Ecken von Seele und Gesellschaft abgedrängt. Zumindest war dies so im bürgerlichen Zeitalter. Dessen Nachhall eben immer noch so groß ist, dass es in dem was vom Westen übrigblieb noch nicht zum schlimmsten gekommen ist.


Frank (12.9.07 18:40)
Korrektur:

Es soll heißen:

Aber während er sich im islamischen Kulturkreis im offenen Kampf gegen Israel und die USA austobt, ist er, IM WESTEN,...


Frank (12.9.07 19:41)
Um ein eventuelles Missverständnis auszuräumen. Ich sehe im Islam nicht DIE Bedrohung für die Zivilisation, sondern nur einen Faktor der ihren Untergang beschleunigen wird. Die Aufklärung bereitet sich ihr Ende selbst, wenn sie nicht konsequent zu Ende bzw. über sich hinaus getrieben wird, was vor allem die Überwindung der Widerstände gegen die Psychoanalyse beinhaltet. Die islamische Welt wäre an und für sich auch überhaupt keine ernsthafte Gefahr. Wirtschaftlich eine Marginale (bis auf das Öl, für das man Alternativen finden bzw. ihnen wegnehmen könnte falls es als Waffe eingesetzt werden würde) und militärisch leicht jeder offensiven Kapazität zu entledigen (siehe Operation Desert Storm oder die ersten Wochen der Operationen Iraqi Freedom und Enduring Freedom) wäre der Islam nichts als ein Ärgernis an der Peripherie wenn ihm nicht die Dialektik der Aufklärung in Form von mehr oder weniger offener Kollaboration in die Hände spielen würde.


Frank (12.9.07 19:42)
Wenn der Kampf gegen den Islam gewonnen werden sollte, dann ist der gegen den Antisemitismus wahrscheinlich noch im vollen Gange. Um den Antisemitismus aber überwinden zu können braucht es einigermaßen zivilisierte Verhältnisse und um diese aufrechtzuerhalten muss der Islam wieder das werden was er schon einmal war, eben nur ein Ärgernis an der Peripherie.


nichtidentisches / Website (12.9.07 19:44)
Und ich finde, du idealisierst den Westen etwas. Hier tobt nicht "latenter" sondern offenster Antisemitismus. Für Israel und hier ansässige Juden ist das mindestens ein so großes Problem, wie die iranische Bombe. Von hier geht der politische Druck auf Israel aus mitsamt seinen Boykottaufrufen, Demonstrationen und Parteien. Und dieser Druck ist es, der Israel wirklich stets aufs Neue unter Zugzwang zu seinen Ungunsten setzt, zuletzt im Libanonfeldzug.


nichtidentisches / Website (12.9.07 19:50)
Was ich wissen will, ist, was du unter Islam verstehst. Die Gesamtheit seiner Anhänger? Den Koran?


Frank (12.9.07 19:58)
Der Islam selbst interessiert mich im Grunde überhaupt nicht, höchstens noch dessen Psychopathologie. Weshalb ich mich auch nicht an weiteren Diskussionen über dessen Geschichte, Erscheinungsformen etc. beteiligen werde. Er ist ein unwürdiges Relikt und der Mühe nicht wert. Da befasse ich mich lieber mit Adorno, Freud und Marx oder mit meinem neuen Buch über die Peloponnesischen Kriege.


Frank (12.9.07 20:00)
Und unter Islam verstehe ich das, worauf sich die schiitischen Mullahs im Iran mit ihren sunnitischen Todfeinden in Saudi-Arabien einigen können.


nichtidentisches / Website (12.9.07 20:00)
Die Unterschiede und Ambivalenzen werden schon in Umfragen deutlich: 93 % der irakischen Sunniten finden Anschläge gegen US-Amerikaner supi, etwa 60 % der Schiiten. Dennoch ist Saudi-Arabien ein Verbündeter der USA, im Kampf gegen den Terror durchaus auch ein beidseitiges Agens. Umgekehrt stellt der Schiismus die größte Bedrohung für Israel dar in Hisbollah, Iran und zunehmend schiisierenden Rackets in Gaza. Der gemeinsame Feind des Islamismus heißt USA und Israel. Merkwürdigerweise erhalten in den islamischen Ländern den USA auch den stärksten Zuspruch, wenn die Frage lautet, wer ihnen denn am ehesten aus der Patsche helfen könnte. Ich finde es notwendig zu differenzieren, um nicht selbst sich um die Fähigkeit dessen zu bescheißen. Dito beim Christentum.
Den Aspekt der Religion vermisse ich etwas. Wer NSDAP wählte, wählte Auschwitz, das war eine politische Entscheidung, keine religiöse. Wer Moslem ist, muss nicht notwendig Israel vernichten wollen, sondern kämpft unter Umständen wie die Drusen oder islamische Spione in Gaza und Samaria oder islamische Kurden an der Seite Israels.
Das Argument der Marginalität ist keines. Gerade in Marginalitäten macht sich der Fleiß um den Unterschied, die Bemühung ums Besondere im Allgemeinen fest.


nichtidentisches / Website (12.9.07 20:05)
"unwürdiges Relikt". Geschichte ist kompliziert und wenn Wesen so einfach herumlaufen würden, ihrer Geschichte entledigte Begriffe, dann wäre die Dialektik der Aufklärung nie geschrieben worden. Relikt dachte man auch vom Antisemitismus, Relikt dachte man vom Völkermord in Ruanda, Relikt wird man noch denken, wenn man sich des bürgerlichen Geschichtsoptimismus und der Sehnsucht nach saloppen Identitäten nicht entledigt.
Danke für das eingangs geleistete Lob, aber ich fürchte, dich dahingehend ein wenig enttäuschen zu müssen: Identität kann es doch bei "Nichtidentisches" schlecht geben, das musst du zumindest akzeptieren, und vielleicht freust du dich ja trotzdem noch an manchen anderen Artikeln. ich freue mich auf die Diskussion am nächsten Sonntag und werde mich bemühen, meine bisher geleistete Islamkritik nochmals durchzuarbeiten.


Frank (12.9.07 23:30)
An einer Diskussion über den Islam werde ich mich auch am Sonntag nicht beteiligen. Dazu fehlt mir schon allein das Wissen, was hiermit unumwunden zugegeben sei.
Du sprachst von dem Islam als Meister in der Propaganda der Tat und hast Recht damit.
Der Islam kommt irgendeinem kranken Bedürfnis der nachbürgerlichen Gesellschaft derzeit am ehesten nach. In dieser Rolle ist er wahrscheinlich austauschbar aber auf jeden Fall verzichtbar. Nämlich dann, wenn man wieder bereit ist sich selbst die Hände schmutzig zu machen. Gegenstand der Kritik muss deshalb das Bedürfnis sein und nicht dessen Objekt.
Für den Islam als solchen kann man sich selbstverständlich interessieren, muss es aber nicht.


nichtidentisches / Website (13.9.07 08:56)
Njo, ich denke mal zur guten Allgemeinbildung gehört die Lektüre des Korans... Geht auch schnell mal an zwei Nachmittagen. Spuler-Stegemann ist als Sekundärliteratur sehr zu empfehlen!


miles davis / Website (14.9.07 14:24)
Im Zusammenhang mit Orthodoxem Christentum sei allen das Buch "Die russische Kultur in Zeiten der gelenkten Demokratie" von Michail Ryklin ans Herz gelegt. Ich konnte teilweise nicht glauben, dass die Ereigniss im Buch rund drei Jahre zurück liegen.


nichtidentisches / Website (16.9.07 10:51)
Fass doch mal kurz zusammen...

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