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Documenta: Das gabs schon mal bei den Simpsons!

Die documenta liest sich als prunkloses, liebloses, Agitpropverliebtes, drittklassiges Sammelsurium aus Spam, politischem Flugblatt und wenigen irrlichternden Qualitäten. Diesen habhaft zu werden fällt schwer. Wo Abstraktes faszinieren könnte, ist es umhängt von schlechtem Licht, dicken Jalousien und kontextfreiem Gepräge. Marktschreierisch drängt sich Information an den Besucher heran, wo sie nicht nötig wäre, prangen ellenlange Texte, die man allenfalls in einem schlechten Seminar ertragen könnte, wird Subjektives im Allgemeinen aufgelöst.
 
An anderer Stelle bettelt man schon um Jahreszahl und Herkunftsort des Kunstwerks. In der dicken Suppe von Raritätenkabinett, Allerweltskunst und Mottenkiste geht noch jede Qualität im Einzelwerk unter. Isolierter Betrachtung, der Hoffnung, mit dem Genuß eines Werkes das Versprechen auf mehr Genuß bei anderen zu kommen, versagt der drängende Puls des investierten Preises. Vom Rosa hechtet sichs ins Grün der Wände und ins regressive Dunkel. Ob der Besucher bei dem Licht noch die filigranen Schriften auf den zu massenhaft gehängten Bildern lesen kann, ob er dem Text noch etwas abgewinnen will, das interessiert nicht mehr. Die Documenta ist auf Führung ausgelegt:
Das Begrifferaten im erfahrungsfreien Raum spielt Ätschebätsch mit denen, die auf eigne Faust erschließen wollen. Autorität als Leitprinzip. Wandtexte mal ja, mal nein, und wo sie nicht erscheinen, Ratlosigkeit. Ästhetischer Reiz aus der Retorte.
 
Mancher Künstler hätte besser sein Buch geschrieben, der Symbolismus anderer Werke ätzt sich noch dem Ungebildesten an. Fritierte Panzer, klarer Fall, ein toller Gag. Korkgeschnitzte Reliefe, auch ein nettes Novum. Etwas Malewitsch an Kuchen, keine Frage, tolles Ding. Wenn Kunst gesellschaftliche Antithesis zur Gesellschaft sei, nicht unmittelbar aus dieser zu deduzieren (Adorno 1970:19) was war dann hier die These? Postmodernes Gazpacho mit Bröckchen.
 
Anstatt die Subalternen sprechen zu lassen, heißt es doch schon wieder „die“ und „they“. Schaut die armen Menschen dort im löchrigen Boot. Wie gut „WIR“ es doch haben, iss auf und sei dankbar. Oder: Biopiracy, mein Gott wie böse! Setzt noch stets US vor den Konzern, damit die Klage wirkt. Der „Krieg gegen die Juden“, wenigstens ein Fünkchen Ehrlichkeit an Fotos von Mercedes Benz zwischen Gasbetonbauten, die man Flüchtlingslager nennt. Die zu Israelflaggen starrende Giraffe, kahl an Stellen, hat sie Hunger oder ist sie schlichtweg dumm?
Rassismus, schlimm, jaja. Auch AIDS hat man nicht gern, um das zu wissen, braucht es scheinbar Kunst. Krieg, den soll man nicht gut finden, hat uns die documenta just erzählt. Verdinglichte Binsenweisheiten, gewürzt von etwas Kunsthandwerk. Information und Prinzipienvermittlung, wo gezielte Desorganisation angebracht wäre. Und alles mit der Ausflucht der Doppeldeutigkeit, die Deutigkeit zumindest noch verspricht. Falls was schief geht, war es Provokation, ein Denkanstoß, die Fühlbarmachung des nicht Habhaften von Sinn und Identität. Die Frechheit dem Betrachter gegenüber wird sich so zur Gesellschaftskritik umgelogen. Einstürzende Bauten und dürrende Reisfelder zur Kreativität umgemünzt, wie das Kleinkind Destruktion und Kreativität nicht trennen kann. In allem lauert Nichtidentisches, gezückt zur Identität falls ebendie versagte. Hans Stadens „wahrhafftige Historia von den nacketen Menschenfresserleut…“ per Video auf eine inszenierte multikulti-Party mit Kunstpuppen zu projizieren: Ebenso primitiv rassistisch zu werten wie als primitive Rassismuskritik.
Dito das Pädophilenvideo, in dem Kindern Cumshots gleich ein Löffel Joghurt ins lachende Gesicht geschleudert wird. Die einen nehmens lüstern mit der Handy-Kamera auf, den Anderen ists verstörend, gar Kritik am Porn. Überhaupt: Wo man vor sinnfreien Videos noch nach Sinn glotzt, hat kein Bild seinen Raum und Ruhe, stets lauert im Winkel schon das nächste. Versöhnung von Lustprinzip und Realitätsprinzip obhagt hier nicht. Es tritt allein Lustprinzip gegen Lustprinzip an, Regressionsbedürfnis gegen Schaulust. Wo Kant Kunst dem Begehren des Banausen, sie abzuschmecken und abzutasten, entreißen wollte, liefert die documenta dem Kunden die erwartete Verwirrung, den verlangten kleinen Aufruhr, die konformistische Revolte, das Gefühl des Gebildetseins, das befriedigend unverstandene Abstrakte.
 
Um den Gegenstand zu wissen, schlicht im Führungslauf Erlerntes anzuwenden, ist noch keine Abstraktion. Abstraktion bindet an nicht habhaft zu werdender Erfahrung an, erwartet die Erfahrung der Abstraktion ebenso wie die Fähigkeit dazu. Wenn Benjamin die Worte als Segel im Wind der Geschichte malt, und die Art und Weise sie zu setzen als Begriff, so ist die documenta ein affirmatives Geisterschiff in der Flaute, eine redundante Wiederholung von Geschichtslosem, hohler Abstraktion des Immergleichen. Reife Kunst sah einmal anders aus. Die infantile Wiederkehr des Totemismus macht sich auch am Totem Kunst zurecht, Triangulierung zwischen Affirmation und Empörung ersetzt Reflexion. Die inoffizielle Parole: Weitergehen! Hier gibt es nichts zu sehen!
Dann schon lieber Schirn, MMK, und möglichst bald Paul Klee in Bern.  
 
10.9.07 18:15
 


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bisher 8 Kommentar(e)     TrackBack-URL


spam / Website (12.9.07 15:09)
wow, während die einheimischen provinznordhessen sich wenigstens über die jobs und den imagegewinn der region freuen, findest du einfach alles scheiße.
wenn du schon dich auf die gleichen zitate von adorno und benjamin beziehst wie die künstlerische leitung der documenta, solltest du uns dann schon erklären wie du den angelus novus gehängt hättest auf das er zur kritischen kunst wird.


nichtidentisches / Website (12.9.07 15:46)
So, dass man ihn sieht.


nichtidentisches / Website (12.9.07 15:56)
Wär der Radikalismus der Documenta ernst gemeint, man hätte NICHTS ausstellen dürfen und dennoch die 18 Euro einkassieren. Da man sich entschloß etwas auszustellen hätten man zum ersten ETWAS und zum zweiten AUSSTELLEN müssen.
Aber im Ernst: Ich fand ein paar Sachen nett: Monica Baer, die Gitarren, das Malewitsch-Häuschen, und ein paar Gemälde.


nichtidentisches / Website (12.9.07 15:58)
Der Rest: Gefällig oder ob seiner gewollten Ungefälligkeit gefällig. Und wie gesagt, ein massives Agit-prop-problem...


spam / Website (12.9.07 17:14)
hm tatsächlich, im online-katalog ist er nicht zu finden, aber als ich da war, führte die haupttreppe des fridericianums direkt auf ne reproduktion von klees angelus novus, was ich als ganz netten einstieg in eine kunstausstellung empfand, auf der in der vergangenheit auch schon sehr authentisch eichen gepflanzt wurden.

agit-prop-problem ist ein guter ausdruck, nur ob agit-prob wirklich auf z.b. eine ausgestopfte giraffe passt weis ich nicht.


nichtidentisches / Website (12.9.07 18:00)
Es passt doch zumindest auf die zum Gähnen langweilige Schilderwüste über Bubiköpfen zu Beginn des Auepavillons und auf die weiter darin zu findenden politischen Statements.

Zu den Eichen und Steinen meinte eine alte Frau lakonisch: "Da haben sich ja auch schon allerhand Leute dran totgefahren." Sehr sympatisch... Sie fand übrigens die Documenta im Gegensatz zu anderen auch nicht gut.

Ich hab vom Klee gehört und ihn nicht gesehen. Hm. Zum glück war es nicht das Origínal, das erhoffe ich mir nämlich von meinem Besuch in Bern.


hans (13.9.07 08:26)
muhaha!wie öde!

:P :P :P :P :P :P :P

das leben ist hart (zitat:Ditmar Burgi)

Alles fit im schritt bei euch???!!!

Mein Name ist Hans der 13. .

Die documenta dieses Jahr war ziemlich öde, nix intressantes da!

Mfg-----> Mit freundlichen Grüßen

P.S:Ich hab Klee in der Hose!


nichtidentisches / Website (13.9.07 08:58)
wow, dass es so Freaks auch noch geben darf... Irgendwann analysiere ich die mal.

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