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Gegen den Irakkrieg

Von Zeit zu Zeit sollte man seine Überzeugungen und Erkenntnisse einer Inventur unterziehen. Der Abzug der britischen Truppen aus Basra ist dazu ein willkommener Anlass.

Als die Truppen der "Koalition der Entschlossenen" den Irak binnen Wochen stürmten, Saddams Truppen sich reihenweise ergaben und Saddam in einem Erdloch steckte, war auf der Seite der schiitischen Iraker und Kurden Jubel groß: Saddam Statuen wurden johlend durch die Stadt geschleift, Bush als "Man of Peace" gefeiert. Die durch jahrzehntelange Korruption und Faschisierung geschleifte Zivilgesellschaft regte sich zaghaft in der Einrichtung von Radiostationen, Zeitungen und Fernsehsender.

Auf der anderen Seite herrschte Empörung. Old Europe weinte einem guten Kunden nach, der mit Ölmilliarden Giftgas und Waffentechnologie aufkaufte. Die Linke, von Kosovokriegs-Euphorie getränkt und noch im Banne der Trauer um die Sowjetunion als vermeintliches Korrektiv zur verhassten Gegenmacht USA brüllte vor Empörung: Erneut wurde in der Geschichte ein faschistisches Regime durch die USA und ihre Verbündeten gestürzt und der Linken damit die Unzulänglichkeit ihrer beschränkten Konzepte vor Augen geführt. Das Hauptargument gegen den Krieg war freilich nicht der Terror, der damals noch nicht abzusehen war, sondern vielmehr Rechtsverletzungen ("völkerrechtswidrig"] und Hegemoniebestrebungen ("Ölkrieg", "Imperialismus"]. Man trauerte um Saddam, den guten Onkel, dessen Krankenhäuser doch so vorbildlich waren, fürchtete den Einfluss der USA.

Heute herrscht zumindest auf einer Seite Reflexion: Fehler werden zugegeben, andere Strategien vorgeschlagen, der Situation entsprochen. Die andere Seite dagegen hat an Geschichtsbewusstsein nichts gewonnen, die Argumente wurden allenfalls modifiziert, nunmehr geht es gegen die kulturologische Dominanz der USA, wird mangelnder Aufbauwille kritisiert und überhaupt habe man das vermeintliche Versagen vorausgesagt.

An dieser Stelle ist nach dem Ziel von Kritik zu fragen: Die friedensbewegte Linke ist komplett zu vergessen, sie ist hirnlos, maliziös, projektiv, ungebildet und kann darauf nicht einmal reflektieren. Sie kann kein Moment der Kritik sein, weil sie gegen diese immun ist, nichts, aber auch gar nichts an Diskussionswillen ist bei ihr zu bemerken. Die Linke ist faschistoid, unterstützt faschistische Diktaruren und islamistische Guerillas, und hat als Hauptantriebsfeder den Antisemitismus, den sie Antizionismus nennt. Es gibt nichts mehr, was sie von den gewöhnlichen Nazis unterscheidet, es sei denn die öffentliche Akzeptanz als anerkannte Meinung. Linke zünden keine Asyle an, sondern spenden "10 Euro für den Widerstand im Irak" oder blockieren Militärbasen der antifaschistischen Allianz.

Kritik wäre an den Stellen anzusetzen, an denen der öffentliche Druck der Linken in eine Praxis umschlägt, die einen äußerst blutigen Bürgerkrieg entfacht hat und weiter verschärft. Das ist im Abzug der britischen Truppen und der damit einhergehenden eitlen Kritik an den USA als "intellectually bankrupt" gegeben. Das ist ebenso im US-amerikanischen Kongress der Fall, wo die Demokraten hirnrissige Forderungen aufstellen und schlimmstenfalls damit sogar die Wahlen gewinnen. Hier hat der Populismus, der Krieg schlimm und Frieden gut findet, Einzug erhalten. Lieber spricht man tausend Lügen, als einem Mächtigen, den man ersetzen will, Recht zu geben.

Das einzige Ergebnis, das aus der derzeitigen Situation abgeleitet werden kann, ist MEHR Soldaten in den Irak zu schicken, die Milizen zur Kooperation zu zwingen, bis sie sich an demokratische Gepflogenheiten gewöhnt haben oder sie nötigenfalls aufzureiben. Der Irak ist nicht Vietnam. Es gibt keine Sowjetunion mehr, die noch jede rot angemalte Guerilla mit Tanks, kubanischen Hilfstruppen und Luftwaffe unterstützen würde. Dafür gibt es eine gewaltige kriegsmüde Flüchtlingsbewegung im Ausland, auf die gebaut werden könnte, sobald die Lage sich stabilisiert hat. Das erfolgt nicht aus der Aufgabe der Einflussbereiche, sondern durch Verstärkung der Truppen und kluges militärisches und politisches Agieren. Jedes Zugeständnis an die Milizen fördert deren Kampfeswillen und erregt die Wut der Bevölkerungsteile, die den anschließenden Säuberungsaktionen und dem grotesken Alltagsterror ausgesetzt ist.

Die einzige politische Partei, die solchermaßen ernsthaft zu diskutierende Strategien aufzeigt, sind die Republikaner in den USA und einige wenige Elemente im internationalen Rahmen. Allein sie sprechen im, dem Kitsch der Linken zuwiderlaufenden, Realismus aus, dass zum Frieden im Irak der Krieg gegen die Amok laufenden Terroristen gehört. Und so wenig man die Republikanern ob ihrer spießbürgerlichen und religiösen Attitüden unterstützen kann, so sehr muss man fairerweise bemerken, dass es der Linken und den Demokraten an ähnlichen spießbürgerlichen Elementen nicht mangelt. Bush hat mit der eisernen, vernünftigen Irakpolitik die Wiederwahl seiner Partei gefährdet. Seine Argumente sind durchwegs humanistische: Freiheit und Frieden im Irak um Freiheit und Frieden in Amerika zu garantieren. Ein solches Risiko macht ihn und seine Crew, allen voran Condoleeza Rice, zum integresten Politiker dieser Zeit. Die Mängel entsprechen den Mängeln anderer Parteien. Diesen hat er den Realismus voraus, der nötig ist, um Frieden in der derzeitigen Weltordnung durchzusetzen.

Nach Beobachtung und Prüfung aller Argumente unterstütze ich wie gewohnt und bekannt George W. Bush im "War on Terror". Das steht nicht im Widerspruch zu einer kommunistischen Grundhaltung, sondern entspricht ihr, geht zuinnerst aus ihr hervor und widerspricht in keinster Weise einer der aufklärerischen Theorien. Der ob des Terrors frohlockenden Häme der vorgeblichen Kriegsgegner gegenüber kann das nicht oft genug betont werden. Diese besteht auf den illusionären sauberen Krieg und fordert gleichzeitig mit dem Truppenabzug einen faulen Scheinfrieden ein, der in Wahrheit einer der blutigsten Bürgerkriege dieser Zeit sein würde, an dessen Ende ein geteilter Irak mit mindestens zwei wahnsinnigen islamistischen Diktatoren und ein von allen Seiten bedrängtes Kurdistan stehen würde.

Zu hoffen bleibt, dass die kriegslüsternen Terroristen sich abschleifen, dass die Bevölkerung im Stande der Unfreiheit sich eines Besseren besinnt und dass die moralische, intellektuelle und finanzielle Unterstützung für die Terroristen aus den Reihen der europäischen Friedensbewegungen einen stets offensiven Gegenpart erhält in offener Unterstützung des Projekts "Enduring Freedom".

"Ohne Rancune läßt er all denen, hüben und drüben, ihre Freude, die verkünden werden, sie hätten es immer gesagt, und nun sei der Autor geständig." (Theodor W. Adorno, 1966)


4.9.07 11:43
 


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bisher 35 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Malte (4.9.07 13:00)
"Wer nicht Partei ergreifen kann, der hat zu schweigen." (W. Benjamin) In diesem Sinne: vorbildlich! Beste Grüße.


leserin (4.9.07 13:27)
Großartige Satire.


Chad (4.9.07 20:55)
Stimmt, leserin. Hat was von Radio Eriwan.

Der erste Absatz (von "Von" bis "Anlass") entspricht dem "Im Prinzip ja",

der Rest entspricht dem "aber" und dem, was folgt.

Man hätte fast drauf reinfallen können. Ein Neokonservativer, der seine Überzeugungen hinterfragt. Also _wirklich_ hinterfragt. Statistisch gesehen muß das irgendwann passieren. Heute ist es halt noch nicht soweit ;-).


nichtidentisches / Website (4.9.07 21:55)
Mal ne Frage: Hat irgendjemand von euch was zu sagen? Weil Chatrooms gibts auch woanders.
Langsam gehen mir diese langweiligen, immer gleichen Nullaussagen ohne Inhalt auf den Geist, ich überlege ernsthaft ne Sperre zu aktivieren.


Chad (4.9.07 23:10)
Dann sag doch mal, was genau du eigentlich erwartest.

Die Kommentare in diesem Blog sind nicht gehaltreicher oder -ärmer als die in anderen Blogs.

Wie sieht deiner Meinung nach ein guter Kommentar aus?


leserin (5.9.07 09:53)
Was ist an "Großartige Satire" eine Nullaussage ohne Inhalt? Das macht doch deutlich, dass ich begeistert war von dem Text. Oder so.


nichtidentisches / Website (5.9.07 15:04)
Maltes Kommentar ist nett, weil es ein Zitat anzubringen weiß. Zitate erinnert man gerne öfters. Andere Kommentare, beispielsweise Franks sind kritisch, engagiert und bringen neue Gesichtspunkte ein. Wieder andere, wie zeitweise Nemesis oder Lysis in seinen besseren Momenten, wussten wenigstens einen konkreten Punkt am Text zu kritisieren und daraus eine Kritik zu entfalten, der man entgegnen konnte. Was ich nicht mag, ist von Menschen, die ich nicht kenne und von denen ich bislang nichts sinnvolles gelesen habe, für meschugge oder bestenfalls unterhaltsam abgestempelt zu werden. Wer nichts zu sagen hat, außer Häme, auf den kann ich verzichten. Ich frage mich zudem, warum solche Leute öfters mein Blog lesen, wenn sie doch immer wieder nur sich beeiern über Themen, die mir sehr ernst sind.
Meine Kritik an Butler beinhaltet eine Würdigung ihrer Arbeit. Würde ich sie für komplett gaga halten, würde ich nicht einen 8 Seiten langen Text schreiben. Mir scheint es sehr typisch und lästig an der verbreiteten Online-Diskussionskultur etwas abzuladen und weiterzuziehen, nach dem Sprechort zu fragen, Identitäten zu bilden (neokonservativ, etc.) und den Inhalt wegzuwerfen wie eine Nussschale. Das ist schlichtweg unwürdig und nicht mein Ideal eines aufgeklärten Dialogs. Auf eine kluge Polemik könnte ich antworten, auf das hier bisweilen auftretende Hassgeblubber ist nichts zu entgegnen, weil es substanzlos ist.


leserin (5.9.07 16:08)
Aber es ist doch kein Hassgeblubber, wenn ich dich den Text nunmal so putzig finde. Du könntest dich ja auch freuen, dass du jemanden zum Lachen gebracht hast...

Wenn es dich beruhigt, ich bin nur zufällig über diesen Text gestolpert, ansonsten werde ich dein Blog und dich wahrscheinlich nicht weiter belästigen. Ist schon hart, wenn die meisten anderen zu blöd sind um einen zu verstehen, und deshalb der Kommunikation eigentlich gar nicht wert.


nichtidentisches / Website (5.9.07 18:08)
Es ist keine Satire. Wenn du das Thema zum Lachen findest, ich finde die täglichen Bilder von Selbstmordattentaten, Autobomben und Lynchmorden aus der Region mehr als entsetzlich. Ansonsten kann natürlich jeder kommentieren was er will. Vielleicht ist es auch mein Problem, auf alles antworten zu müssen.


Alficek (6.9.07 22:40)
Auch mich hat Deine ...irreführende Einleitung dazu verleitet, den Artikel zu lesen. Immerhin wissen wir schon, daß ich Deinen Kommentaransprüchen nicht genüge, da kanns also keine Enttäuschungen geben.

Es ist einfach traurig, seiner Seite Reflexion und Zugeben von Fehlern zuzuschreiben, um dann aber großzügig darauf zu verzichten: "wie gewohnt und bekannt". Wir geben Fehler zu, nur leider haben wir aber keine gemacht! (Den einzigen Fehler machen doch jetzt die Briten.)

Nunja. Schäbig wirds dann aber, wenn das eigene Versagen den Kriegsgegnern zugeschrieben werden soll: der supertolle Plan ist ja nicht an der eigenen Fehleinschätzung gescheitert, sondern am Dolchstoß der Friedensfreunde. Geht's noch?

Millionen Menschen weltweit sind auf die Straße gegangen weil sie ahnten, daß die Bedrohung der USA durch den Irak Lügen waren und weil sie genau befürchteten, daß der Krieg in die Hose geht. Und wenns dann so eintritt brauchen wir ja einen Sündebock: nehmen wir also am besten den Überbringer der Botschaft.

"intellectually bankrupt"? Aber hallo!


Frank (7.9.07 09:57)
"Nunja. Schäbig wirds dann aber, wenn das eigene Versagen den Kriegsgegnern zugeschrieben werden soll: der supertolle Plan ist ja nicht an der eigenen Fehleinschätzung gescheitert, sondern am Dolchstoß der Friedensfreunde. Geht's noch?"

Erstens zeigen der troop surge und der von General Patreus eingeleitete Strategiewechsel erste Erfolge. Und zweitens was soll das heißen, "das eigene Versagen", die "eigene Fehleinschätzung" die einen "supertollen Plan" scheitern ließen?
Du misst uns „Freunden des amerikanischen Krieges“ (Bahamas) da ein wenig zu viel Bedeutung zu (vielleicht schon der Anklang einer Verschwörungstheorie?).
Auf die Strategieplanung des Pentagons hatte zumindest ich und wahrscheinlich auch „nichtidentisches“ eher wenig Einfluss.


nichtidentisches / Website (7.9.07 10:48)
Nein, er bezog sich durchaus richtig auf eine Stelle im Text.
Anders als Juden im 1. Weltkrieg, denen man den Dolchstoß, den sie ruhig hätten führen dürfen, zu Unrecht vorwarf, sammelten Friedensfreunde von antiimperialistischen Bündnissen bis zur SDAJ im Rahmen der 10-Euro für den Widerstand im Irak-Kampagne Geld für den Terrorismus. Auf IPPNW-Veranstaltungen wurde Saddam Hussein für seine tollen Krankenhäuser gelobt, westliche Sanktionen hätten das Idyll zerstört. Die Linkspartei fordert noch heute den sofortigen Abzug der Truppen aus Afghanistan. Österreich, Frankreich und Deutschland verkaufen Waffen an den Iran, die bei Bedarf kopiert werden und in den Irak gehen. Den "Friedensgewinn" sahnen deutsche Unternehmer in arabischen Staaten ab.
Pardon, aber hier ist es keine Dolchstoß-Legende. Am "Frieden" gegen die USA profitierten zahllose Stellen, manche psychoökonomisch, andere ökonomisch.


nichtidentisches / Website (7.9.07 10:52)
Die internationale Presse ist ein wesentliches Standbein von Al-Qaida und anderen Islamisten, das wissen sie selbst und das weiß jeder. Die Propaganda der Tat kam bei der Friedensbewegung gut an. Millionenstarke Aufläufe und eine Wahl setzten den Truppenabzug Spaniens durch. In Italien betreibt die Friedensbewegung eine nicht minder ekelhafte und wirkungsvolle Schwächung der Anti-Terror-Koalition. Und dass Schröder als Kanzler der "Friedensmacht" Deutschland wiedergewählt wurde, ist ebenfalls Effekt der Unterstützung des Terrors durch die antiamerikanische Friedensbewegung, zu der ich nicht bloß ein paar spinnerte Verirrte zähle, sondern die ich als eine der treibendsten Kräfte Europas derzeit werte.


nichtidentisches / Website (7.9.07 10:56)
Diese Anfälligkeit führen zum Beispiel zu vermehrten Terrorakten in Afghanistan gegen deutsche Soldaten, weil man weiß, dass Deutschland ein Wackelkandidat ist, und die öffentliche Meinung dort ein Scheitern ohne Probleme den USA zuschieben würde und den Abzug völlig ohne Schuldbewusstsein vollziehen könnte.
Die Rede von der Dolchstoßlegende, die Alficek (dessen Kommentare ich schätze, weil sie oft inhaltliche sind) anführt, ist zunächst eine rein strukturell inspirierte. Ebenso könnte man die Rede von der antisemitischen Internationalen als ebenso antisemitische Verschwörungstheorie abstempeln, was ja stattfindet.
Dadurch wird die wirklich antisemitische Dolchstoßlegende bemäntelt: Das Morgengebet der Friedensbewegung nämlich, dass die USA am Terror selbst schuld seien, den Krieg in die Welt gebracht hätten und dass Abzug die einzige Lösung sei.


nichtidentisches / Website (7.9.07 11:01)
Man bemängelt zum Beispiel derzeit, dass die USA die Mittel der Counterpropaganda nicht angewandt hätten. Was für ein Blödsinn. Die US-Armee ist davon ausgegangen, dass dort Reste einer Zivilgesellschaft sind, die nach dem Regime Change als eigenverantwortliche Individuen handeln. Das kann man naiv nennen. Was wäre aber die Alternative gewesen? Eine totale Besatzung mit Kontrolle über das Fernsehen und Radio. Kurzum: Neokolonialismus, den die Europäer recht gerne als Ausweg aus jeglichem Übel sehen. Dass es Konflikte geben würde, war klar, die USA vertrauten auf die Mittel der Demokratie, was auch Erfolg hätte haben können. Wer die fanatischsten Konfliktparteien ermutigte, ist nach den islamistischen Ideologen das friedensbewegte Europa. Wer sie bewaffnete, ist der Iran und Saudi-Arabien mittels des friedensbewegten Europas.


Frank (7.9.07 13:58)
Das passiert immer wenn ich versuche witzig zu sein, ich werde missverstanden.
Mein Kommentar bezog sich nicht auf die „Dolchstoßlegende“, zu der ich aber auch noch etwas zu sagen habe, sondern auf den Teil des Ausschnittes in dem er von „eigenen Fehleinschätzung“ etc. spricht. Da er sich in dem Kommentar an den Autor bzw. ähnlich Gesinnte wendet hört sich das so an, als ob er sagen wollte dass „unsere“ Fehleinschätzung und „unser“ Versagen den „Plan“ haben scheitern lassen. Ob „alfichek“ das so gemeint hat sei dahingestellt, amüsant fand ich es aber irgendwie doch, eben weil „unsere“ Position, wie unterstützend und solidarisch sie auch immer ist, bei den Planungen im White House Situation Room nun mal keine Rolle spielen dürfte. Aber sei’s drum.


Frank (7.9.07 13:59)
Der Begriff der „Dolchstosslegende“ ist ganz klar historisch besetzt und wer ihn verwendet zieht damit automatisch Parallelen und diese müssen auf jeden Fall gut begründet sein.
Wer aber die Gegner der Antisemitischen Internationalen, und hier ist es wieder egal ob sich diese im Weisen Haus oder in deutschen Vorstädten befinden, als Kolporteure einer Dolchstoßlegende bezeichnet, wie „alfichek“ das tut, für den ist dann eventuell auch 9/11 ein Reichstagsbrand und der Überlebenskampf Israels ein Vernichtungskrieg.


Alficek (10.9.07 13:31)
Ob jemand Saddam lobt, sofortigen Abzug fordert oder ob Propaganda "gut ankommt" - das ist doch völlig irrelevant. Waffenhandel ist es nicht. Mir fehlt da aber der fundierte Nachweis für deine implizite Unterstellung, daß ein kapitalistischer Staat da um so vieles ethischer agiert als der andere. Das jetzt selektiv zu kritisieren ist ansonsten nur verkürzte Kritik.

Wenn Du Spanien, Italien, Deutschland ansprichst: ein guter Punkt. Die Bevölkerungen waren vor dem Krieg gegen den Krieg. Das haben sie millionenfach klar gemacht. Es ist doch logisch, daß sie nicht plötzlich ihre Meinung ändern würden und sich nach dem Angriff wie ein Mann hinter die Amerikaner stellen. Es war auch damit zu rechnen, daß durch die Diskrepanz zwischen Wahlvieh und Regierung bei Gelegenheit mal eine Regierung abgewählt werden kann und dann deren Truppen zurückgezogen werden. All war vorher bekannt! Die Amerikaner haben trotzdem den Krieg begonnen, sie haben ihn unter Berücksichtigung und Abwägung dieser Faktoren begonnen. Und dann müssen sie einen Plan haben, trotz dieser Umstände zu agieren. Damit liegt es auch absolut in ihrer Verantwortung, wie dieser Plan funktioniert - und nicht in der Verantwortung der Kriegsgegner. Diese sind nicht etwa plötzlich den Amerikanern in den Rücken gefallen, sondern sie haben ihre Einstellung von Anfang an klar gemacht.

Die Anfälligkeiten führen zu vermehrten Terrorakten? Sicherlich richtig. Aber nicht die ganze Wahrheit. Die Anfälligkeiten UND der Irakkrieg zusammen führen zu vermehrten Terrorakten. Entweder es gibt diese Anfälligkeiten nicht, dann kann man unter besseren Voraussetzungen einen Krieg beginnen. Oder diese Anfälligkeiten existieren: dann beginnt man diesen Krieg besser nicht. Man sollte sich aber vorher überlegen wie das so aussieht und muß nicht nachher rumheulen.


Alficek (10.9.07 13:35)
Was den Erfolg des Krieges betrifft: darüber kann man sicherlich streiten. Natürlich muß der Irak irgendwann einmal den Weg in eine Zivilgesellschaft finden, zu wünschen wärs ihm. Ein Truppenrückzug jetzt wäre jedenfalls der helle Wahnsinn.
Meine Vermutung ist, daß die von den Friedensfreunden vorausgesagte Anzahl der Toten inzwischen im wesentlichen eingetreten ist (ich habe diesen Punkt nicht recherchiert, eine Kontrastierung mit Fakten diesbezüglich wäre aber wünschenswert). Hättest Du vor dem Krieg gesagt, daß Du den Krieg als Erfolg bezeichnen wirst, wenn die von Friedensfreunden vorausgesagte Anzahl von Toten eintritt? Vermutlich nicht. Also, das ist so eine Sache.


nichtidentisches / Website (10.9.07 15:04)
Die Friedensfreunde haben nichts vorhergesagt. Die Parole war zu Beginn: Kein Ölkrieg. Es ging gegen eine befürchtete US-Hegemonie. Vor dem Terror im Irak hat keine Friedensstimme was vorhergesagt, und als er wider Erwarten eintraf, wurde er lange als Widerstand bejubelt und ein zweites Vietnam herbeigeredet.
"Oder diese Anfälligkeiten existieren: dann beginnt man diesen Krieg besser nicht. Man sollte sich aber vorher überlegen wie das so aussieht und muß nicht nachher rumheulen. "
Die Möglichkeit, dass man trotz Schwierigkeiten einen Krieg beginnen muss, um ihn zu beenden, kommt dir bei allem Zynismus nicht in den Sinn. Aufgrund der Kosovo-Erfahrungen und dem damals noch recht vielversprechenden aber kaum bedemonstrierten Einmarsch in Afghanistan war eben nicht klar, dass ein Krieg derart zum wiederbelebenden Mythos einer Weltbewegung werden würde. Das war ein dynamisches Moment, das zu berechnen den USA, denen man nur zu gerne Omnipotenz, Berechnung und Naivität zugleich unterstellt, nicht möglich war. Ebenso war nicht absehbar, dass der Iran trotz aggressivster Rhetorik derart von Old Europe gestützt und von China und Russland verteidigt werden würde. Dennoch war den USA klar, dass man diesen Krieg irgendwann, und wenn es der Bevölkerung noch zugute kommen sollte, bald führen müsste, weil die Sanktionen als äußerstes Mittel der UNO das Elend nur verschlimmerten, Saddam stärkten und den Iran ungeschoren ließen.


nichtidentisches / Website (10.9.07 15:11)
Arrogant ist daher das nacheilende Wissen, das dem Geschehen den mangelnden Blick in die Zukunft vorwarf, den es selbst propagiert.
Wäre der Terror nicht aufgeflammt, es wäre ein guter Krieg geworden, der als Befreiungsschlag weiter gefeiert worden wäre und tatsächlich den Iran und Syrien in Bedrängnis hätte bringen können. Nun ist der Terror inzwischen wieder auf dem Rückzug, dennoch, nachdem er seine blutigsten Siege feierte, ist der Krieg leicht posthum zu verdammen, man hätte mehr dies tun sollen, man hätte das nicht tun sollen, aber sogar Kritiker müssen einsehen, dass ein Truppenabzug Wahnsinn wäre. Was aber fordert die halbe Welt? Truppenabzug ohne Vorbedingungen. Diese halbe Welt kann nicht mehr als Kritiker in Betracht gezogen werden, sondern ist als komplett wahnsinnig zu verwerfen. Kritik am Irakkrieg muss eine inhärente sein, die zu benennen und zu begründen weiß, was wo getan werden müsste, um das Ergebnis zu optimieren.
Wer sagt, man hätte diesen Krieg nicht führen dürfen, spricht sich damit für Saddam aus. Denn es wird angesichts der chaotischen Lage nur noch deutlicher, dass ein revolutionärer Umsturz niemals hätte Erfolg haben können und in Gegenterror umgeschlagen wäre.
Damals schon war der Iran unter anderem wegen der Freundschaft zu Deutschland zu stark, um Saddam einfach so bedenkenlos durch die Schiiten ersetzen zu lassen.


nichtidentisches / Website (10.9.07 15:15)
Nun, ich bin kein Apokalyptiker: Die USA sind lernfähig und einige leider eher konservative Kräfte in Europa besitzen auch noch ein paar Fünkchen Realitätsprinzip, gepaart mit ein paar aufklärerischen Idealen. Afghanistan wird sich auf Dauer stabilisieren, im Irak haben die Sunniten wieder das Parlament akzeptiert, die schiitische Mahdi-Armee folgt einem Waffenstillstand. Bleiben Iran und Pakistan als Unsicherheitsfaktoren. Grund genug, auf weitere Kriege vorbereitet zu sein und die derzeitigen mit aller Kraft zu beenden.


Frank (10.9.07 18:17)
Können muslimische Gesellschaften überhaupt eine einigermaßen zivilisierte Demokratie aufrechterhalten? Islam und Zivilisation schließen sich gegenseitig aus und wenn es zum Showdown, also zur Entscheidung kommt erweist sich der Islam einfach als stärker, den er hat den Wahn und den Zeitgeist auf seiner Seite. Für die Zivilisation sprechen nur die Vernunft und wie im Irak, die US-Army. Ich glaube das hat man auch in der Amerikanischen Regierung eingesehen, weshalb man wohl von einer westlich, republikanisch und säkular orientierten Irakischen Demokratie Abschied genommen hat und z.B. einer defacto Teilung in einen kurdischen, sunnitischen und schiitischen Teil nicht mehr im Wege steht. Ein Irak, der keine Bedrohung für Israel ist, den weltweiten Dschihad wenigstens nicht unterstützt und dessen Rechtsystem sich einigermaßen von Scharia und Koran distanziert hat, ist im Moment einfach das Beste was man kriegen kann.


nichtidentisches / Website (10.9.07 19:58)
Ich denke, du irrst, wenn du den Islam schon als notwendig in die Realität eines scheiternden Gesellschaftsprinzip interpretierst. Empirisch mag das so sein: Alle islamischen Staaten sind reaktionär. Und ja, DER Islam ist ebenso wie DAS Christentum vernunftfeindlich, wenn man den Literalismus ernst nimmt, der dem einen zwangsläufig innewohnt und den Narzissmus, der beiden innewohnt. Ich halte dennoch eine islamische bürgerliche Gesellschaft für möglich und würde auf die Trennung von Privatem und Politischen bestehen: Insofern Religion gesellschaftliche Neurose ist, ist sie verständlich in Gegenwart des Zwanges, der sie gebiert. Zu verraten, das, was der historische Islam in kurzen Perioden an Philosohpie gegen sich selbst zu retten vermochte, wäre auch Verrat an dem, was sie rettete. Man kann erstaunliches innerhalb des Glaubens an einen abstrakten Gott leisten. Inwiefern der religiöse Text von einem "aufgeklärten" Glauben in Frage gestellt und abgelöst werden kann, sei den Subjekten überlassen, die ein solches Unterfangen ernsthaft betreiben.


Alficek (13.9.07 12:37)
Die Friedensfreunde haben nichts vorhergesagt? Du hast vieleicht nicht zugehört. Oder es lediglich anti-amerikanisch gefunden, wenn vorher von einem zweiten Vietnam geredet wurde.

Klar, sowas wurde auch vorhergesagt: "Danach sollen es noch bis zu 20 Prozent sein - und damit das Doppelte dessen, was bei solchen Deals üblich ist." http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/ dump.fcgi/2007/0129/wirtschaft/0009/index.html
(Link in der Mitte umgebrochen, um das Layout nicht zu gefährden.)

Aber es wurden eben auch große Todeszahlen vorhergesagt und die sind eingetreten. Das ist der Punkt. Wie genau sie eintreten sind halte ich für zweitrangig. Im übrigen glaube ich durchaus, daß auch Feindschaften der Iraker untereinander thematisiert wurden. Nicht so deutlich wie anderes, vielleicht. Aber vermutlich unerreichbar für jemanden, der vor dem Krieg sowas gar nicht zur Kenntnis nehmen wollte.

Ich sehe nicht, daß Du dargelegt hast, wieso dieser Krieg unbedingt notwendig war (Bedrohung Amerikas jedenfalls ist eine Lachnummer) und Kriege gegen andere Diktatoren nicht.
Was hat den Irak gefährlicher gemacht als den Iran, z.B.? Was machten Saddams Verbrechen gegen die Menschlichkeit größer als die mancher in Afrika? Ist dadurch die Position der USA gegenüber dem Iran nicht eher geschwächt als gestärkt worden? Wie sieht es unter diesem Aspekt mit der absoluten Notwendigkeit aus?

ps: Zur Dolchstoßlegende: primär bezieht sich diese auf die Sozialdemokraten und von daher passts ja eigentlich ganz gut.


nichtidentisches / Website (13.9.07 22:47)
Den Artikel finde ich nicht. Wäre dort bewusst gewesen, welche Gewalt die Rackets dort entfesselt würden, hätte das Gebot der Vernunft gelautet: Krieg sofort, aber mit noch mehr Einsatzkräften, um diesen Gefahren Herr zu werden. Die Alternativen der Friedensfreunde waren Sanktionen (die ja bekanntlich Saddam stärkten und Kinder das Leben kosteten), Saddam behalten (der nach dem zweiten Golfkrieg stärker wütete), oder halt das übliche antiimperialistische Larmoyieren über die Schuld der USA an Saddam.
Die Paralelle Vietnam - Irak habe ich im Text ansatzweise destruiert.
Die Bedrohung Amerikas war keine Lachnummer. Selbst meine antiimperialistischen Eltern haben vor Saddams Anthrax gezittert. Der Irak war im Atomwaffenprogramm und bei C- und B-Waffen wesentlich weiter als der Iran. Nach wie vor bin ich überzeugt, dass Saddam den Willen und die Möglichkeiten hatte, beide zu erzeugen.
Israel war sehr gegen Irak- und sehr für Iran-Feldzug. Im Nachhinein wäre das möglicherweise besser gewesen. Dennoch: Damals schon war Saddam Hauptfinancier der Selbstmordattentate und auch um einiges Personenzentrierter als die iranischen austauschbaren Freaks.


nichtidentisches / Website (13.9.07 22:51)
Die Frage war also: Stürzt man einen absoluten Psychopathen mit Potential zur Massenvernichtungswaffe (Saddam) oder stürzt man ein komplettes System der Psychopathie, das damals noch geringe Aussicht auf Reformierbarkeit bot, mit geringerem Potential zu Massenvernichtungswaffen und stärkeren bürgerlichen Revolutions-Potentialen.
Beides hätte nur mit dem unbedingten Willen der Europäer geklappt und wäre notwendig gewesen und zudem ein ziemlich sicherer Erfolg.


Alficek (17.9.07 14:03)
Also mit den Massenvernichtungswaffen werden wir uns wohl nicht einig. Natürlich war Saddam eine Bedrohung, aber zu dem Zeitpunkt, als der Krieg angefangen hat, kaum noch. Dein Ausweichen auf das "Potential" ist auf jeden Fall schon eine erheblicher Rückzug gegenüber den offiziellen Kriegsgründen.
Unter den Umständen hätten auch nicht alle Sanktionen ewig aufrecht erhalten werden müssen.

Was ich auch komisch finde an Deiner Argumentation ist, daß es für Dich offenbar schonmal ein Dogma ist, daß überhaupt ein Krieg nötig war und man nur ein passendes Ziel aussuchen musste. Also sorry, da komm ich einfach nicht mit.


Alficek (17.9.07 14:04)
Link hier nochmal zur gänze, falls das Layout zerstört wird, kann dieser Kommentar gelöscht werden.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0129/wirtschaft/0009/index.html


nichtidentisches / Website (17.9.07 15:41)
Es WAR schon Krieg, und das sehen die meisten nicht ein, weil es ihnen in Deutschland recht lustig damit ging, dem islamistischen Terror andernorts zuzusehen.
Der Iran hat bereits seit der islamischen Revolution international Terrorakte gefördert und verübt, u.a. den Anschlag auf das jüdische Gemeindehaus in Buenos Aires durch die Hisbollah. Deutschland wurde lediglich aufgrund einiger Deals verschont.
Solange der Islamismus staatliche Basen wie Iran und Irak hatte, war der Krieg unausweichlich, und je später er erfolgt wäre, desto stärker wären die Islamisten gewesen, siehe Iran: Dort wird derzeit massiv aufgerüstet. Mit diesen Leuten ist nicht zu diskutieren, und das checkt die Linke nicht.
Irak war bereits eine unerträgliche Bedrohung. Saddam wandte sich mehr und mehr dem Islamismus zu, dass er Giftgas einzusetzen wusste, hatte er bewiesen und letztlich war die Rechnung, durch den Sturz dieses strategisch günstigen Ziels die umliegenden Nachbarstaaten in eine Demokratisierungswelle hineinzuziehen, was beim Iran, der nicht so sehr arabisch ist und über spezifischere Strukturen verfügt, als die allgemein im arabischen Raum üblichen baathistischen Stammesherrschafgten, nicht funktioniert hätte.


Alficek (18.9.07 15:43)
Zum besseren Verständnis formulier ich das mal um: "Es ist halt Krieg und da müssen wir ja irgendwen angreifen. Auch wenn der Irak mit den Anschlägen nichts zu tun hatte, er ist nunmal ein gutes Ziel. Wir müssen die ganze Region umkrempeln - und die stecken doch eh alle unter einer Decke."
Okay, mir ist schon klargeworden, welche Denkensart dahintersteckt. Aber momentan wird amerikanisches und europäisches Verständnis da einfach nicht zusammengehen.

Vergleiche sind nie perfekt, aber mich erinnert diese Einstellung an die Internetsperre durch Arcor vor kurzem. Drei Sexseiten sollten gesperrt werden - und gleichzeitig, als technischer Nebeneffekt, wurden auch hunderte von harmlosen Webseiten gesperrt, die damit gar nichts zu tun haben. Kann man natürlich okay finden ("selbst schuld, daß die bei dem Provider sind, besser Kollateralschäden als die Gefährdung unserer Jugend durch verdorbene Inhalte") oder auch völlig unmöglich ("die Maßnahmen müssen wenn dann zielgerichtet sein und dürfen keine Unschuldigen treffen"). Kann man vermutlich schlecht drüber streiten. Hängt vermutlich davon ab, ob man den Untergang der westlichen Welt akut vor Augen hat.


Alficek (18.9.07 15:56)
Nachtrag: der Begriff "Krieg" ist in dem Zusammenhang auch etwas komisch. Normalerweise gefährdet Krieg einen Staat oder Teile davon oder zumindestens die Souveränität. All das ist bei diesem Terror nicht der Fall: es werden Menschenleben und Infrastruktur gefährdet, aber nicht der Staat. Mir ist aber unklar, was man aus der Vermengung oder Differenzierung dieser Begriffe schlußfolgern könnte.


nichtidentisches / Website (19.9.07 10:39)
Mir ist unklar, wie du das alles unter einen Hut bringst.
Von hinten:
- Warum werden "nur" Menschenleben und Infrastruktur gefährdet (vernichtet trifft es), aber nicht der Staat? Gefährdet es den Staat Israel nicht in seiner ökonomischen Existenz und war der Angriff auf die USS-Cole oder aufs WTC nicht ein Angriff auf einen Staat? Und was für einen Staatsbegriff hegst du, wenn du die Infrastruktur und die Bürger ausgrenzt?
- Was ist das für ein Kriegsbegriff? Woher kommt der?


nichtidentisches / Website (19.9.07 10:48)
Zum Untergang der westlichen Welt: Wo sie nicht in Duckmäuserei und halbgarer Faschisierung aufgeht, sehe ich sie zumindest auf dem Rückzug.
Und: Was spricht dagegen, die ganze Region umzukrempeln? Ein Haufen Diktaturen. Abschaffenswert, wenn du mich fragst. Über die Mittel lässt sich dann streiten.
Du gehst bestets davon aus, dass Saddam harmlos war und es "den Falschen" traf. Saddam unterstützte den Terrorismus gegen Israel, hatte Israel attackiert und plante weitere Maßnahmen. Die Linke versteift sich noch stets auf das Nichtauffinden von Massenvernichtungswaffen. Darunter fallen bei ihr nicht B- und C-Waffen, denn die gab es, man musste sie dem UN-Büro noch auf den Tisch stellen. Dem Irakkrieg gingen mehrere Waffeninspektionsgänge voraus, die teilweise auf Saddams Betreiben scheiterten. Der Eindruck, dass Saddam etwas zu verbergen hatte, war nachvollziehbar.
http://www.britischebotschaft.de/de/news/items/041006.htm

Im übrigen hatte Saddam einen Genozid auf dem Gewissen (Anfal I, II) und ließ keinen Zweifel daran, dass weitere folgen würden. Es traf also nicht "die Falschen" sondern genau den Richtigen. Worunter die Bevölkerung im Irak leidet, ist nicht die Befreiung von Saddam Hussein, sondern der Terror.


nichtidentisches / Website (19.9.07 10:52)
http://nichtidentisches.myblog.de/nichtidentisches/art/3283439

Lies mal das.

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