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Palavergehorsam


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Manche Wortschöpfungen erregen schon durch die Primitivität der literarischen Fähigkeiten Unwillen beim gebildeten Leser. Xavier Naidoo beispielsweise vertritt die Mentalität des „Reim dich oder ich fress dich“ ausgezeichnet und mit stoischem Haupt jagt er eine Kanone nach der anderen hinaus: „Ich hab dir zeigen gewollt…“

Einen weiteren Einblick in solche Wortmonstren liefert dagegen eine ganz andere Szene: Die der mitunter hier verlinkten Blogger. Von „Hizbollywood“ und „Pallywood“ reden sie, denen aus linksalternativen Zeiten noch der Hang zur Kommunikationsguerilla haften blieb, der Drang durch Verfremdungen höchst aufrührerische, kalauernde Augenzwinkerei in Richtung der Mächtigen zu verbreiten. Das „…llywood“ ersetzt jede weitere Kritik, meint etwas auf den Punkt zu treffen, und haut dabei sich und anderen derb auf den Daumen. Hollywood, diese rühmenswerte, in weiten Teilen auf jüdischem Messianismus und Personal gebaute Institution, Vorkämpferin der Aufklärung und sexueller Befreiung wird auf eine Stufe gestellt mit Propagandafilmchen vom Rang eines Göbbels.

Hollywood ist nicht bezeichnend für alles, was mit Film zu tun hat, sondern es steht gerade dem entgegen, was verkitschte Dokumentarfilmereien in bassem Timbre von der Schlechtigkeit der Menschen, deutsch-europäischer, sozialalternativ angewärmter Humor, tendenziöse Berichterstattung und schlechtes Fernsehen überhaupt ausmacht. Wo andere Medien meinen, Volksnähe und originelles Außenseitertum zu kultivieren wie einen Bierbauch, wagt Hollywood, sich dem Zwang zum „Realismus“ zu entziehen, es beharrt auf dem Sieg des Guten, der amerikanischen Ideale von Freiheit, taking the fifth, erfüllter Liebe und dem Primat des Individuums.

Gäbe es tatsächlich ein Pallywood, wie es in Indien ein Bollywood gibt, dann wäre dieses zu rühmen. Filme, in denen Hymnen an Attraktivität, Lust und Freiheit geschnitzt werden, standen nach der üblicherweise dem Ramadan folgenden Vergewaltigungswelle in Kairo sogar noch in Verdacht, die Jugend zu solchen Ausschreitungen verführt zu haben. Merkwürdigerweise sind in solchen Filmen die bedrängenden Lustmolche stets die Bösen und der Gentleman erringt die Liebe der Frau durch das beherzte Eingreifen mit der Glock-7 oder einer 45-er. Warum wimmelt es in den vom „westlichen Fernsehen“ verseuchten arabischen Staaten also nicht auch vor Frauen im Ninjadress, die mit einem Handkantenschlag den Bedränger abzuwehren wissen, von Bondgirls, die schön, intelligent und mutig zugleich sind, von Bruce-Willis-Figuren, die eine Bande von Terroristen solo aufmischen, von Rambos, die ein Hisbullah-Hauptquartier im Alleingang besiegen?

Hollywood verbreitet trotz einiger Flops nie den ätzenden Zynismus der Medienfälschungen, entstellte Kinderleichen sind regelrecht tabu und auch andere wohldiskutierte Ehrenkodizes halten Regisseure des großen amerikanischen Kinos davon ab, in die propagandistischen Geschmacklosigkeiten der internationalen Presse, die den grünbehelmten Hisbollahregisseur goutierte, zu verfallen, schlicht deshalb, weil sie um ihre Verantwortung wissen. Die Verwendung der Worte „Pallywood“ und „Hisbollywood“ denunziert alles, was an Reflexion über Freiheit, Sexualität und Dialektik in Hollywood enthalten ist zugunsten eines Ressentiments.

18.11.06 09:27
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


philipp (19.11.06 13:40)
Soweit ich weiß geht es doch in 99% aller Bollywood-Filme darum, dass eine Frau den Mann des Lebens kennenlernt und heiratet. Es geht also keineswegs um Freiheit, sondern um den Zwang der Ehe. Sexualität ist dort nur innerhalb der Ehe denkbar und sie hat einem bestimmten Zweck zu dienen: der Reproduktion der Familie. Schaut man sich die patriarchalischen Verhältnisse in Indien an, dann ist klar, worum es bei Bollywood geht: um die Spiegelung des eigenen tristen Lebens, aber umhüllt mit dem Schein, es sei Freiheit und Glück.
Und dass Hollywood Vorkämpferin der Aufklärung wäre, ist mir auch neu. Gab es da nicht ein so genanntes Kulturindustrie-Kapitel von H&A?


nichtidentisches (20.11.06 00:22)
Es geht darum, dass ein Mann eine Frau verführt und diese ihn aus freien Stücken liebt und heiratet. Das ist sehr wohl Aufklärung, zumal in Indien. Thema ist gerade nicht die Spiegelung des "eigenen tristen Lebens", dann währen Witwenverbrennungen, Ehemorde und Kastenunterdrückung mit dem von dir beklagten "äußeren Schein" verbrämt. Sondern um das Entwerfen einer Traumwelt, in der ein Geliebter zu seiner Geliebten findet, und daran kann auch der schnödeste Schein nichts rütteln. Kulturindustrie ausschließlich zu bemäkeln würde wahrlich in den Konservativismus verfallen, auf den Adorno recht ausführlich darin reflektiert. In welchem Maße sexuelle Freiheit noch als "Zwang" gedacht wird, verblendet die kurze Dauer, in der der Status Quo mitsamt seinem "schnöden Schein" erreicht wurde. Noch 1965 sah das ganz anders aus, hierzulande wie anderswo. Dem Vorkämpfer des Liberalismus "Playboy" verdankt man beispielsweise doch so einiges an gesellschaftlicher Freiheit.

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