Startseite
    Antiamerikanismus
    Antisemitismus
    Islamismus
    Verwaltete Welt
    Kulturindustrie
    Rassismus
    Aberglaube
    Kulturalismus
    Make a wish
  Über...
  Archiv
  African Islamism
  Gesammelte Werke
  Texte
  African witch-hunts
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Sofakunst
   Wikipedia
   Fremdwörter-Lexikon
   Marx-Engels-Werke
   Asia Times
   This is Zimbabwe
   
   Achse des Guten
   adf
   africa daily
   african studies quarterly
   african sun news
   aftershow
   against
   allafrica.com
   Antibürokratieteam
   Arabs for Israel
   Jaegerzaun
   Atlas Shrugs
   Bad Blog
   Bahamas
   What is witchcraft?
   Botschaft Israels
   ca ira Verlag
   unterdemstrich
   Camera
   classless
   ChinaDaily
   Die Jüdische
   Dissidenz
   Emma
   e pluribus unum
   Ex-Blond
   EYEontheUN
   FdoG
   Frontierpost Pakistan
   Fuchsbau
   Gripsiltis
   Haaretz.com
   Hadith Database
   honestly concerned
   Iranfocus
   iraqui bloggers central
   israel defence force
   Israel News Infolive
   Israpundit
   Ivison
   Jerusalem Post
   John Cox
   kaffe ohne sahne
   Karwan Baschi
   LittleGreenFootballs
   lizas welt
   maedchenblog
   Matthias Küntzel
   MEMRI
   Middle East Info
   myissue
   nada
   No Blood for Sauerkraut!
   planethop
   prodomo
   sandmonkey
   sozioproktologe
   spirit of entebbe
   starblog
   Telegehirn
   tous et rien
   ugly dresden
   unkultur
   WADI
   weapons of modern democracy
   western resistance
   Wind in the Wires

kostenloser Counter

Webnews



https://myblog.de/nichtidentisches

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Lexikon der antisemitischen Klischees

Die Versuche den Antisemiten die Juden auszureden, sind so zahllos wie vergeblich. Die unschuldige Diskussion über den Antisemitismus unter anderem mit den Antisemiten, wie sie der Antisemiten-Spiegel 1890 streitbar ins Felde führte, ist nach Auschwitz eine unmögliche geworden. Den Antisemitismus in den Rang eines Vorurteils zu heben und ihm sogar die Weihen der Diskussionsfähigkeit zu verleihen, indem man seine Argumente als solche nimmt, heißt Auschwitz zu verharmlosen, die ungerührte Eifrigkeit, mit der Antisemiten zu Werke gehen, zu leugnen und ihnen einen naiven Selbstzweifel und Kritikfähigkeit anzudichten, die sie nicht besitzen.

Peter Waldbauer versucht mit dem "Lexikon der antisemitischen Klischees" "Antijüdische Vorurteile und ihre historische Entstehung" zu beschreiben und zu wiederlegen, was gründlich danebengerät und sowohl in der Schärfe des Arguments als auch in der Akribie der Beweisführung noch hinter den Antisemiten-Spiegel zurückfällt. Sein Werk ist in keinem Punkt die versprochene Enzyklopädie der antisemitischen Klischees, wie man sie sich als Antisemitismusforscher durchaus wünschen würde: Mit Datum der ersten Nennung des Klischees, der weiteren Vorkommen und einer geschichtswissenschaftlichen Beurteilung der Ursachen von Entstehung und Verbreitung.

Waldbauer versachlicht schon im Titel den Antisemitismus, die ausdauerndste mörderischste Bewegung aller Zeiten, zu einem Vorurteil. Wenn aber dem "antijüdischen Vorurteil" auch noch eine "historische Entstehung" zugesprochen wird, entfällt Individualpsychologie und Traditionslinien entschuldigen das antisemitische Subjekt als bewusstloses Ende einer kulturellen Kette.
Nicht zuletzt bleibt das Argument Waldbauers auf der Ebene der autoritären Wahrheitsbehauptung stehen, die Ursache für das Klischee will er durch empirische Widerlegung ex cathetra leisten, nicht durch Quellenangaben, Statistik oder logische Widerlegung. Häufig sagt er einfach: Es ist ganz bestimmt nicht so oder so, was vielleicht bei einem Bundepräsidentenwort eine gewisse Wirkung auf allzu autoritäre Charaktere hätte, aber kaum geeignet ist, vom Standpunkt eines unbekannten Autoren aus der wahnhaften Phantasiewelt des Antisemiten zu begegnen.

Schon der Fragenkatalog stellt nicht selten Konzessionen auf den Antisemitismus ab. Es wird den Antisemiten kaum kümmern, ob Rosenkranz nun ein jüdischer oder ein katholischer Namen ist.
"Erkennt man einen jüdischen Geschäftsmann an seiner "Wohlstandszigarre"? lässt Waldbauer einen fiktiven, naiv fragenden und auf Aufklärung hoffenden Antisemiten zu Wort kommen um ihm burschikos zu antworten:

"Zum Schmunzeln ist dieses Klischee schon, aber bis in die 1960er Jahre galt in Wien ernsthaft noch folgende Regel: Zigarre gleich Wohlstand, Wohlstand gleich Jude."

Was an diesem Klischee überhaupt nicht zum Schmunzeln ist, ist die Ebene der Gewalt, die gerade das antikapitalistische Wahngebilde erst entfachte. Die Ebene der Unglaublichkeit, die den Antisemitismus als historisch überholten Aberglauben zum Diminutiv seiner realen, modernen Gewalt geraten lässt, befindet sich auf dem Niveau der Anekdote über die Hinterwäldler, wird aber in keinster Weise dem Wahn des Antisemitismus gerecht.

90-100 Prozent der vorgestellten Fragen bergen diese selektiv vorgestellte Naivetät: "Kann man Juden an Ihrem Äußeren erkennen" wird mit einem schlagenden Beispielbeweis eines blauäugigen blonden Juden "widerlegt", als hätten nicht Nichtarier als KZ-Schergen ungerührt Zehntausende blonder, blauäugiger Juden ins Gas geschickt.

"Werden die Juden besonders alt" wird teilweise bejaht, denn Juden achteten anscheinend mehr auf ihre Lebensweise. Warum allein im letzten Jahrhundert Millionen von Juden allein aufgrund ihrer Herkunft nicht "besonders alt wurde", i.E. brutalstmöglich ermordet wurden, bleibt selbstverständlich außen vor. Die Harmlosigkeit der Fragestellungpaart sich gerne mit einem ausgemachten Zynismus. Weitere Fragen, die den wissbegierigen und belogenen Antisemiten nach Waldbauer quälen, und über die er anscheinend in einschlägigen Quellen keine eindeutigen Antworten findet, sind:

"Sind Juden hartherzig und skrupellos", "Gehören den Juden alle Banken", "Haben die Warenhäuser die Landwirtschaft geschädigt", und nicht zuletzt historisches Banalwissen, das durch erneute Besprechung eher in Frage gestellt wird, denn belegt: "Gab es im Dritten Reich wieder Ghettos?" Der gute Onkel Waldbauer wäre wahrscheinlich gutmütig genug, dem Antisemiten auch die Frage zu beantworten, ob denn nun die Juden daran schuld seien, dass die Erde flach ist.

Waldbauers unnötige, wissenschaftlich dürftige und bisweilen explizit falsche Zusammenstellung ist ein Ärgernis. Sie würdigt den derzeitigen Stand der Antisemitismusforschung herab, begibt sich auf die Ebene des Unterbelichteten und zeigt in seiner ganzen Verkitschung leider keinerlei Ursachen auf. Er versucht den Antisemitismus und seine Judenfrage ein weiteres Mal vom Judentum her zu lösen, und bespricht dieses zudem wie ein fremdes Tier, das mit ein wenig Erfahrungsebene schon zutraulich werde und auch gar nicht so bösartig sei, wie immer gesagt wird. Ein solches Buch hätte man über Wölfe schreiben können, wohl kaum aber über Menschen, an die sich die Projektion von Millionen und möglicherweise inzwischen Milliarden von Antisemiten fern jeder Argumentation bei gleichzeitiger Bereitschaft zum Äußersten klammert.

Antisemitische Propaganda entbehrt der Logik und des Wahrheitsgehaltes nicht ohne Grund, deren Abwesenheit ist sogar Grundbedingung für das Fortbestehen. Nichts facht den Antisemiten zu intellektuelleren Höchstleistungen an, als eben jene bloßgestellten Lügen zu einem monströseren Gebilde wieder zusammenzimmern zu dürfen, und da finden sich dann selbstverständlich alle Argumente Waldbauers in das Gegenteil ihrer gutgemeinten Absicht verkehrt wieder.

Der Antisemit muss nicht lügen, um Antisemit zu sein, er kann eine Wahrheit über Juden genauso wie eine Lüge aussprechen und sie gegen Juden wenden. Waldbauer hätte besser ein weiteres Geschichtsbuch über das Judentum erarbeitet, oder eine weitere Geschichte des Antisemitismus. So bleibt sein engagiertes Buch ein Fehler, gut allenfalls für den Papierkorb und nicht zuletzt ein Buch, das durch seinen verharmlosenden Charakter der Aufklärung über den Antisemitismus feindlich entgegen steht.

Quellen: Peter Waldbauer, 2007: "Lexikon der antisemitischen Klischees. Antijüdische Vorurteile und ihre historische Entstehung." Mankau Verlag, 193 Seiten, 12,95 €.

Sehr viel lesenswerter: Henrik M. Broder: "Der ewige Antisemit. Über Sinn und Funktion eines beständigen Gefühls."

4.5.07 11:31
 


Werbung


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Frank (7.5.07 18:26)
Lexikon der antisemitischen Klischees,
oder was sie schon immer über Juden wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten.
(Frei nach Woody Allen)


(4.9.10 11:12)
http://breitlingy.blogspot.com/
http://www.bloglines.com/blog/breitlingwatch
http://www.blurty.com/users/watch123321
http://watch123321.bravejournal.com/
http://www.desmoinesregister.com/apps/pbcs.dll/section?category=PluckPersona&plckPersonaPage=PersonaBlog&plckUserId=92f42cbdf41a400d826e879e12c29965&U=92f42cbdf41a400d826e879e12c29965&sid=sitelife.desmoinesregister.com
http://watch123321.edublogs.org/
http://watch01.fotopages.com/
http://hubpages.com/hub/breitling-watch
http://iblogs.org/index.php?cmd=/public/user/blogs/name_watch01/
http://watch01.insanejournal.com/

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen
s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung