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Staat und Hexerei in Afrika

In vielen Staaten Afrikas ist Hexerei nach der Dekolonisierung als juristisches Delikt wieder eingeführt worden. In Kamerun wurden seit Ende der 70-er Angeklagte aufgrund von Zeugenaussagen von witchdoctors bis hin zu zehnjähriger Haft verurteilt.

In anderen afrikanischen Staaten wird in juristischen Periodika eifrig darüber diskutiert, der Trend geht zu mehr gerichtlicher Verfolgung von Hexerei.

Die Argumente teilen sich in eine pragmatische Linie, die resigniert vor der Lynchjustiz und zugunsten der Opfer eine Rechtssprechung anstrebt bis hin zu offen affirmativen Empfehlungen: Hexerei existiere und nun sei die Zeit gekommen, sie gerichtlich zu belangen.

Während der Kolonialzeit gab es witchcraft acts der Regierungen, die Anklagen und Verfolgung verboten hatten. Dies wurde als Komplizentum von Weißen mit Hexen verstanden.

Die pragmatische Argumentation scheitert am Kern des Hexenglaubens: Die öffentliche Überzeugung. Wird eine Hexe entgegen des Volkszorns freigesprochen, wird sie eben im Nachhinein gelyncht. Wird eine Person schuldig gesprochen, die weite Teile für unschuldig halten, diskreditiert dies das Gericht, was auch nicht weiter schlimm wäre. In dieser Hinsicht kann die gerichtliche Verfolgung allein als Verlängerung des Mobs gelten.

Diesen zu instrumentalisieren wurde bereits unter dem marxistisch-leninistischen Präsidenten Kerekou in Benín versucht. Dieser hatte während Hexereiunruhen nach Epidemien in den 70-ern eine Kampagne zur Identifizierung der Bourgeouisie mit Hexen gestartet.

In der traditionalistischen Sicht widerspricht die gerichtliche Verfolgung der Aufgabe der witchdoctors. Die Hexe müsse nicht bestraft, sondern von ihrem Opfer vertrieben werden. Eine Hexe im Gefängnis kann weiter wirken. Nicht so sehr der punitive Aspekt, als vielmehr der caritative steht im Mittelpunkt herkömmlicher Vorstellungen. Zu diesem caritativen zählte allerdings als Möglichkeit auch die Ermordung der Hexe, um den Kranken zu befreien.

In Südafrika, das gewissermaßen eine Position der afrikanischen Avantgarde auch gegenüber dem Westen verteidigen muss, ist die Situation noch zwiespältig. Einerseits wird das Thema Hexenjagden gedeckelt. Weil viele Regierungsmitglieder an Hexerei glauben, wird dieser Glaube so schnell nicht geächtet werden.

In den am stärksten betroffenen Gebieten entstehen hinter Polizeistationen Ghettos von wegen Hexerei Verfolgten. Bisweilen verraucht der Volkszorn nach einer Weile, und eine Person kann unbehelligt zurückkehren und ein geachtetes Leben führen. Dennoch werden weiterhin hunderte von Menschen gelyncht, oder wie das in Afrika häufig praktiziert wird: necklaced. Beim Necklacing wird dem Opfer ein Autoreifen umgestülpt, um es bewegungsunfähig zu machen, und dann mit Benzin übergossen und angezündet.

Lektüre und Forschung dazu besteht reichlich, das Phänomen ist vergleichsweise besser beforscht als Genitalverstümmelung (FGM, MGM). Dennoch ist mir keine einzige NGO bekannt, die sich mit Hexenmorden befasst. Niemand möchte in den Ruch des Otherings geraten, oder gar die gewaltige Aufgabe antreten, die gewaltige Mehrheit derjenigen zu kränken, die in Afrika an Hexen glauben.

Hier verwendete Literatur:

Peter Geschiere: The Modernity Of Witchcraft. Politics And The Occult In Postcolonial Afrika. 1997, University of Virginia Press. Ca. 20 € bei Amazon. Hier insbesondere Kapitel 6.

Joachim Kaetzler: Magie und Strafrecht in Südafrika. 2001. Verlag für europäische Hochschulschriften.
Etwas kulturrelativistisch in manchen Stellen, aber fundiert und reichhaltig.

 

9.4.07 13:25
 


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nichtidentisches / Website (10.4.07 00:13)
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