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Goodbye Bafana

Afrika boomt. Zumindest im Kino. Mit "Blood Diamond" wurde gezeigt, dass Geschichte und Drama durchaus eine glückliche Verbindung eingehen können, ohne in Verkitschung und Überzeichnung abzugleiten. "The last King of Scotland" hatte immerhin einen Oskar eingebracht.

Angesichts dieser Errungenschaften ist "Goodbye Bafana" bestenfalls ein gescheitertes Projekt.

Der Gefängniswärter Gregory mit einer nach Dienstgradphalli strebenden Ehefrau und netten Kindern betreut Mandela, freundet sich mit ihm an, liest verbotenerweise die Freedom Charta des ANC und freundet sich noch mehr mit Mandela an. Er riskiert ein bisschen seinen Job, wird stattdessen ein bisschen befördert, weil er Xhosa spricht, und hat ein paar Konflikte. Nichts, was sich nicht mit ein bisschen abwarten aussitzen ließe. Je mehr Terror und Sanktionen, desto besser die Haftbedingungenen von Mandela und desto weiter wird Gregory befördert, bis am Ende beide ihr Ziel erreicht haben: Gregory ist Leutnant und Mandela frei. Das ist doch schon mal was. Beide verlieren zwischendrin ihren Sohn und kämpfen auch mal den traditionellen Stockkampf.

Ob man wirklich noch ein Historiendrama aus ausschließlich weißer Sicht brauchte? Und hätte man sich nicht entweder für die Historie oder für das Drama entscheiden können, wenn man schon die Synthese daraus nicht hinbekommt?

Die erste halbe Stunde ist jedenfalls gespickt von jämmerlichen Dialogen, unglaubwürdiger Handlung, verkramfter, schlecht präsentierter und nur halb abgespaltener Gefängniswärterbrutalität. Dem völlig unmündigen Publikum müssen infantile Weisheit und das Nacherzählen von Basiswissen auf die Sprünge helfen, schließlich hat es weder Geschichtsunterricht noch moralisch-ethische Urteilskraft.

Spannung entsteht so nicht, bzw. sie muss mit billigen Tricks wie einer inmitten endloser Seichtheit urplötzlich explodierenden Autobombe geweckt werden. Aus einem Wikipediaartikel erfährt man mehr über die Apartheid und aus einem guten Roman mehr über menschliche Konflikte. Hätte man Spannung und Interesse an individueller Sicht auf Geschichte wecken wollen, wäre die Ichperspektive aus "The green mile" geeigneter gewesen. Dann wäre es vielleicht auch zu ertragen, dass am Ende darauf hingewiesen wird, dass Gregorys Tochter, die im ganzen Film 3 Sätze sagt, glücklich studieren konnte, im Gegenzug aber Mandelas Tochter mit keinem Wort erwähnt wird.

Der Stein des Anstoßes, die Verstaatlichung von Fabriken, die der ANC im Programm führte und ihm den Vorwurf des Kommunismus einbrachte, wird im Film von Mandela so nebenbei als Nationalismus sanktioniert. Verstaatlichung im Kommunismus pfui, im Nationalismus hui! Ein bestechendes Argument, weshalb der Film keinen weiteren Kommentar an die Diskussion verschwendet: Mandela hat eben immer das letzte Wort, er ist die integre, opferbereite Vater- und Führerautorität, nach der sich gerade Deutsche so sehr sehnen.

So kommt das Ganze als moralinsaure Projektion von aktuellen Befindlichkeiten und bauchphilosophieren über den Menschen als solchen daher, die weder der Geschichte der Apartheid noch dem Autor der Buchvorlage gerecht wird. An die mit minimalistischen Mitteln erarbeitete Erzählkraft und Kritik der afrikanischen Filme "Touki Bouki", "La petite vendeuse du soleil" und "TGV-Express" kommt "Goodbye Bafana" nicht annähernd heran. Dass diese erstklassigen Filme von der BpB mühsam zu einer Afrika-Reihe zusammengehypt werden müssen, um dennoch nahezu unbeachtet vor leeren Sälen gezeigt zu werden, "Goodbye Bafana" dagegen eine Vorpremiere mit Sektmatinee bekommt, zeugt von einem Bedürfnis nach korrekter weißer Sicht auf Afrika, in der Afrikaner eben nur idealistisches Objekt der Wünsche, aber nicht widersprüchliche und kritisierte Subjekte sind. Gezeigt werden soll mit Gregory der gute Weiße, der überlegt und sich richtig entscheidet, ein paar Schuldgefühle und Konflikte hat, aber überaus vorbildgemäß fein raus ist. Und auch ein netter Onkel wie Mandela soll den Weißen ein Vorbild sein. Auf keinen Fall gezeigt werden sollte die Black-to-Black violence, die zumindest teilweise real existierende Bedrohung für Weiße während der Apartheid, das Stammesdenken, der Sexismus, die Hexenjagden der ANC-Comrades, AIDS, schlicht: Die Probleme auf ANC-Seite, wirklich ein fortschrittliches Subjekt in der Geschichte zu werden.

Der ANC hat nicht erst heute ein massives Problem mit Antiintellektualismus, Okkultismus und Rassismus. Seit den freien Wahlen 1994 wurden über 1500 weiße Farmer im Zuge der "One white Farmer - One Bullet" - Politik ermordet. Was Mandelas Beteuerung, ein Südafrika in friedlichem Miteinander einrichten zu wollen, etwas fadenscheinig aussehen lässt. Für Schwarze ist Südafrika ohnehin inzwischen eine Hölle aus AIDS, Vergewaltigung, Mord und Armut, die nicht zuletzt auf die Ignoranz des ANC, insbesondere dem AIDS-Leugner Mbeki, zurückzuführen sind. Und noch 1992 erregte Winnie Mandela , die liebenswerte Frau aus dem Film, einen Aufschrei mit ihrer Äußerung: "With our boxes of matches and our necklaces we shall liberate this country." (Uniform, August 1992 nach Joanna Ball, 1994, "The Ritual of the Necklace". Sie bezog sich damit positiv auf die von den Comrades, Jugendbanden des ANC, praktizierte Lynchform für angebliche Hexen und Verräter: Den Opfern wurde plötzlich von einem Mob ein Reifen umgestülpt und sie bei lebendigem Leibe mit Benzin angezündet.

6.4.07 16:27
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


nichtidentisches / Website (12.4.07 16:07)
Von den Zuschauern der Vorpremiere in Marburg wurde der Film übrigens auf Platz 3 der Charts gewählt und für ausgezeichnet befunden. Pappnasen.

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