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Warten auf Europa - Begegnungen an der Donau

Was immer nicht ganz mitgekommen ist oder die Verbote verletzt, in denen der Fortschritt der Jahrhunderte sich sedimentiert, wirkt penetrant und fordert zwangshaften Abscheu heraus. (Adorno/Horkheimer, DdA 161)

Aller nicht-manipulierte Ausdruck erscheint als die Grimasse, die der manipulierte - im Kino, bei der Lynchjustiz, in der Führer-Rede - immer war. (Ibid, 163)

Die taz nervt derzeit mit regelmäßigen Abdrucken von Fotos aus Frank Gaudlitz ' "Warten auf Europa - Begegnungen an der Donau". Im Stile des Kolonialfotographen werden Menschen in linkischen Habachtstellungen abgelichtet. Der Zweck ist ein einfacher: Der coole, weltgewandte Europäer sieht sein unperfektes Anderes, das zur künftigen Eroberung ansteht.

Wer bei den Sonntagspredigten zur europäischen Einheit schon lange nicht mehr zuhört, aber das europäische Antlitz kennenlernen möchte: hier kann er es entdecken. (Süddeutsche )

Durch die Nachahmung seiner Posen ist er geehrt, das Scheitern der Pose befriedigt die Bestätigung seines Erfolges. Kolonialistische Museumsfotographie par excellence vor den Toren Europas.
Rumänien, das vor kurzem nicht rückschrittlicher als Bayern war, ist auf einmal Peripherie des kulturellen Imperiums, in dem Menschen viel lässiger posieren und den Umgang mit Europa schon lange im Blut haben. An der auf Fortschritt hin getrimmten Rückständigkeit kann die vermeintliche eigene Fortschrittlichkeit abgefeiert werden. Zynisch wird der materielle Rückstand verbrämt zur würdevollen Armut, wie man Putzkräfte jüngst euphemistisch in "Raumkosmetiker" umbenannte.

Er zeigt die Bewohner des Donauraumes mit ihren Eigenheiten und Reichtümern, in ihrer Armut, Bedrängnis und ihrem Versuch, wider alle Anfechtungen Würde zu bewahren. (Süddeutsche )

Nicht Wut oder Abscheu, wie Adorno/Horkheimer nahelegen, erregt hier die gescheiterte Mimesis, sondern Überheblichkeit, Befriedigung und Mitleid. Dass Europa derzeit an sich selbst scheitert und sich mit der Barbarei noch weit vor seinen Toren gemein und gleich macht, kann es in solchem Rausch getrost verdrängen und vergessen. Die kulturrelativistischen postmodernen Paradigmen vom "Othering" werden so bedient, wenngleich diese nicht annähernd die Dialektik zu fassen vermögen, die dem Fortschritt innewohnt und stattdessen den Fortschritt als solchen leugnen.

20.3.07 15:26
 


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bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Joachim (24.3.07 00:38)
ja der Artikel aus der Süddeutschen ist blabla .. sogar Fotografen können "blabla" bildlich darstellen, genauso könnte man sich einfach einen Obdachlosen aus der Fussgängerzone von Wanne-Eickel rausfischen, um voll realistische Fotos von den deutschen Primitiven zu zeigen.

naja, ich hör mir mal lieber wieder meine Lieblingssängerin aus Romania an: Maria Tanase
http://virtualromania.org/music/maria/


nichtidentisches / Website (24.3.07 22:56)
Bezeichnend ist zudem, dass auf Rumänien, das unter anderem Landstriche wie Siebenbürgen aufweist und zahlreiche Partnerstädte in Deutschland hat, ferner schon seit Jahrhunderten zu Europa gehört. Über eine ebenso durch und durch faschistische Vergangenheit wie Spanien oder Deutschland verfügt und über den knackigen Antiziganismus der Europa doch erst die richtige Würze gibt. Sich zudem nicht weiter östlich als Finnland, Estland, oder Griechenland befindet. Also westlich des Ural, nördlich des Bosporus und überhaupt so europäisch wie ein weiterer zivilisationstechnischer Arsch der Welt nur sein kann.


Joachim (25.3.07 21:07)
... also sind uns die Rumänen näher, als uns liebt ist, deshalb erklären wir sie lieber zu Primitiven ... haben wir ja nix mit zu tun *hähä*

Lume, lume, soră lume
Lume, lume, soră lume
Când să mă satur de tine
Când să mă satur de tine
Lume, soră lume
Când s-o lăsa sec de pâine
Şi păhăruţul de mine
Poate-atunci m-oi sătura
Poate-atunci m-oi sătura
Când o suna scândura
Când o suna scândura
Lume, soră lume
Când m-or băga in mormânt
Şi n-oi mai fi pe pământ
Lume, soră lume

++ Übersetzung:
World, world, sister world
World, world, sister world
When will I have enough of you
When will I have enough of you
When I give up bread for Lent
And the glass will give up on me

Maybe then I'll have enough of you
Maybe then I'll have enough of you
When they hammer the nails on my coffin
When they hammer the nails on my coffin
World, sister world
When they put me in my grave
And I won't be on earth anymore
World, sister world


nichtidentisches / Website (26.3.07 00:51)
Sehr erhellend dein Text joachim. Aber um was gehts dir genau?


Joachim (26.3.07 22:58)
.. entschuldige, liebes nichtidentisches... grundsätzlich finde ich deinen Artikel über die Berichterstattung unserer Medien bezüglich Südosteuropa sehr gut!!!
Familiär bedingt reagiere ich in diese Richtung immer sehr emotional und bin etwas pikiert, wenn, in welcher Weise auch immer, alles Böse auf dem "Balkan" verortet wird (bei Karl May geht das ja noch grad so durch ...) - was soll man machen..
ganz am Rande und wech vom Thema:
Alexander Balanescu hat immerhin ein ganz schönes Programm über Maria Tanase zusammengestellt:
http://www.arte.tv/de/kunst-musik/cd-tipps/Jazz/pop-rock-electro/824202.html


nichtidentisches / Website (27.3.07 09:26)
Ah, dann ist ja gut, danke.

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