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Zensur

Prinzipiell bin ich der Ansicht, dass auch extreme Meinungen nicht der Zensur bedürfen. Dazu bedarf es allerdings auch gesellschaftlicher Zustände, in denen solche Auswüchse nicht zur massenhaften Volksmeinung sich aufgeschwungen haben.
In den letzten Tagen versuchte ein User "scarecrow" diverse hier befindliche Artikel mit Kommentaren zu bombardieren, in denen er ein Abziehbild klassisch-deutschen sekundären Antisemitismus bot. Israel sei ja wohl der größte Terrorist und überhaupt ganz schlimm und böse, natürlich hatte er die üblichen differenzierten Argumente, mit denen er nachwies, auf keinen Fall ein Nazi oder Antisemit zu sein und nur "Israelkritik" zu betreiben.
Auf Gegenkommentare ging er in keinster Weise ein, jegliches Argumentieren führte nur zu völlig abseitigen anderen Auswüchsen, wie man es vom wirren Wahn des antisemitischen Weltbildes kennt: Ein Argument ist nur solange eines, als es gegen Israel spricht. Alles andere wird verleugnet, übersehen.
Das ähnelt einem Dialog, in dem ein Förster einer Kuh zu erklären versucht, sie sei ganz bestimmt kein Baum, er kenne solche, und diese antwortet mit dem Argument, dass aber Kaninchen auch nicht rosa seien und überhaupt die Wolken heute besonders wolkig, also müsse sie ein Baum sein und er sei allenfalls ein rosa Kaninchen.
Interessant daran ist, dass solche Leute sich tatsächlich noch einbilden, sie seien in irgendeiner Weise in einer Diskussion befindlich, der sie doch intrapsychisch schon lange das Wasser abgegraben haben. Mimetisch äffen sie solche Kritik nach und behaupten sich in eben jener Position des Kritikers zu befinden, die sie an sich selbst als ungerecht verspüren und abwehren müssen. Sich selbst ziehen sie nicht im geringsten in Zweifel - weshalb sie behaupten müssen, der Gegner würde ebensolches tun. Innerhalb eines solchen Szenarios ist die Diskussion vergeblich. Der Rat, die jüdische Position nicht nur vom Hörensagen irgendwelcher Avneris zu vereinnahmen, sondern auch eine jüdische Zeitung zu Wort kommen zu lassen, wird ohnehin als verwerflich angesehen. Wo man bedenkenfrei die Charta der Hamas verinnerlicht hat, indymedia liest und die taz für ein unparteiisches Medium im Nahostkonflikt hält, kommt einem die jüdische Allgemeine oder die Jerusalem Post anrüchig vor. 
Solche Menschen, die nicht den geringsten Selbstzweifel tragen und auf solche Kritik hin nicht etwa den Gegenbeweis etwa einer Frage oder einer differenzierteren Überlegung antreten, sondern diese und jede Kritik als infantiles "selber-selber" okkupieren, sind nicht aufklärbar, weil ihnen die Bereitschaft dazu mangelt. Und insofern sehe ich auch davon ab, weiter mit solchen Leuten zu diskutieren. Was diese wie jedes andere Argument auch nur als Bestätigung ihres Weltbildes einordnen werden.   
 
4.3.08 10:14


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Eigentlich bedarf es da keines weiteren Kommentars. Dieses Plakat ist ein satirisches Meisterwerk vom ersten Buchstaben bis zum Preis.

6.3.08 12:32


Statistik zur Situation der Frauen in Afghanistan

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der gemeldeten Vorfälle körperlicher Gewalt gegen Frauen um 40 %.
80 % der afghanischen Frauen erleiden häusliche Gewalt, 60 % der Ehen sind Zwangsehen, bei der Hälfte aller Ehen sind die Frauen unter 16. Die Müttersterblichkeit bei der Geburt liegt bei 1,6-1,9%. 48 % leiden an Eisenmangel.
 
Zugleich explodiert die Drogenabhängigkeit. Suchtkranke gelten in Afghanistan als hochgradig unrein und frevelhaft, werden geächtet, misshandelt und ausgestoßen.
Afghanistan ist also alles andere als ein befreiter Staat, sondern in weiten Teilen noch in einem vergleichbar maroden Zustand wie unter den Taliban. Das nehmen Parteien wie die Linke und ihr ideologisches Umfeld als Begründung, immer noch einen kompletten Truppenabzug aus Afghanistan zu fordern - was weder Lage der Frauen noch die der Ärmsten verbessern wird.
Mit der bei weitem nicht abgeschlossenen Zerschlagung des Taliban-Regimes wurden sicherlich nicht alle Probleme des Landes gelöst, einige vielleicht kurzfristig verschlimmert. Der Fortschritt ist zunächst ein außenpolitischer und damit dem Hauptzweck des Einsatzes entsprechend: Afghanistan wurde vom aggressiven Terrorexporteur zum Terrorimporteur degradiert. Die Taliban im Süden sind bereits zerstritten und uneins über die starke Vorherrschaft ausländischer Islamisten, die ins Land strömen.
Und ein weiterer Fortschritt lässt sich nicht leugnen: Heute können Hilfsorganisationen in den befreiten Gebieten zumindest agieren, können Demonstrationen gegen Todesurteile zumindest stattfinden, können Statistiken wie die über die skandalöse Lage der Frauen erhoben werden und afghanische Streitkräfte den Taliban zumindest gelegentlich aus eigenem Antrieb heraus empfindliche Niederlagen beibringen.
 
Vorzuwerfen ist der NATO eine Unterschätzung der terroristisch-militärischen Schlagkraft der Taliban, der ausländischen Unterstützung für diese und der innenpolitischen Probleme des Landes. Die zähe, frustrationsbeladene und langwierige Bearbeitung all dieser Probleme hat zur Grundvoraussetzung militärische Sicherheit und politische Stabililtät. Wer stets aufs Neue gebetsmühlenartig vorträgt, militärische Mittel reichten allein nicht aus, fordert doch erfahrungsgemäß das Gegenteil: Eine Reduktion militärischer Mittel und eine Substitution dieser durch zivile. Jegliches zivile Engagement folgt jedoch dem Primat der Sicherheit, die derzeit nur das Militär gewährleisten kann. Eine aufgeklärte Kritik der Erfolge der NATO-Mission ist damit untrennbar mit der Forderung nach mehr militärischer Präsenz verbunden. Ein für den Guerillakrieg ideales Gebiet von der 1,5-fachen Größe des Iraks mit lediglich 30 000 Soldaten befrieden zu wollen ist ein sehr opferbereites Unterfangen - der militärische Sieg wird derzeit durch einen skandalös hohen Einsatz von Menschenleben erkauft, wenn nicht gänzlich riskiert. Und zweifelsohne sind die Staaten in die Pflicht zu nehmen, die ökonomisch und militärisch bislang am wenigsten in den Krieg gegen den Terrorismus eingebracht haben und zugleich am meisten von Erfolgen wie Misserfolgen gleichermaßen profitieren: Deutschland, Spanien, Frankreich und einige weitere.
 
Dabei kann es nicht darum gehen, den Soldaten im Norden Afghanistans Drückebergerei vorzuwerfen: Deren Job ist hart genug und nicht selten ist ein posttraumatisches Stresssyndrom die Folge. Vielmehr muss den europäischen Gesellschaften eine Diskussion abverlangt werden, was sie unter Terrorismus verstehen und was sie dagegen zu tun gedenken. Ob sie mehrheitlich bis hin zum vermehrten Einsatz von Soldaten in Hochrisikogebieten mit allen zu erwartenden Folgen rechnet, oder zynisch einen nationalökonomischen Standortvorteil aus der Verweigerung zieht, ungeachtet der realen Gefahr für die gesamte freie Welt im Falle weiterer islamistischer Siege.
10.3.08 14:02


Vorsicht Propaganda

Hier geht es um ein islamistisches rosa Riesen-Häschen, das Assud ('Löwe') heißt, weil es kein Hasenfuß sein will und in Wirklichkeit Juden auffressen (sic!) möchte. Sein Bruder, Nahoul,  stirbt exaltiert und theatralisch, wie es sich für ein Stofftier gehört. Assoud will deshalb Märtyrer werden.

Ein Trugschluss wäre es zu glauben, solche postmoderne, bunte Propaganda stünde der bedrückende nationalsozialistischen Hetzfilmerei in effektivem Grauem etwas nach. Wenngleich die unfreiwillige Satire durch die Poren trieft, darf nicht verleugnet werden, dass hier Kinder dazu aufgerufen werden, Selbstmordattentäter zu werden.

Dank an den Leser Sly_von_Voigt für den Hinweis auf dieses wirklich bemerkenswerte Dokument der Proliferation von antisemitischer Gewalt durch jenes Racket, das mit Israel in sogenannten Friedensverhandlungen steht.

17.3.08 15:05


Ein lesenswerter Reisebericht aus Saudi-Arabien

Wie kommt man als Jude nach Riad? Tuvia Tenenbom hat es geschafft und berichtet in der Zeit darüber:

"Das Land, das mich nicht will." (13.3.2008)

19.3.08 12:21


Fussball, Idiotie und Radios

Der Radiomoderator verkündet die Ergebnisse „unserer“ Fussballer. „Wir“ haben gegen Staat XY haushoch gewonnen. Dann spielt er ein Zitat aus einem Interview mit dem Torschützen Podolski ein. Dieser stammelt etwas verwirrt herum.
Der Moderator macht den cut und triumphiert voller Rancune aus ganzem Herzen: „Vollidiot!“
Nachgeschoben wird, dass man ihn ja nicht zum denken, sondern zum Tore-Schießen brauche. In diesem enervierenden Bashing verrät der Moderator sich selbst. Seine durch Jingles eskamotierten Phrasen dröhnen dumpfer als der Fussballer, der Schwierigkeiten hat, seinen Zufallstreffer eloquent als ureigenste Leistung zu verkaufen.
Das Denken ist dem Moderator selbst zum Feind geworden, seit er seine alltägliche Sülze für selbiges zu halten gezwungen ist, um klägliche Reste an Selbstbewusstsein aufrecht zu erhalten. Die Entwürdigung, die seine Sendungen dem schwachen Opfer zumuten, das durch seinen gesellschaftlichen Status seine Schwäche zu zeigen gezwungen ist, sind die selbst erlittenen. In der so geleisteten Projektion verkehrt sich das reale Opfer des Betriebs zum Täter und Teilhaber. Platte Beats zerhacken sinnlose und substanzfreie Plattitüden im Auftrag einer Gesellschaft, die das Denken schon lange als Bedrohung für den von ihr gehegten Schein erkannte und daher domestizieren muss. Was sich dem so gezeugten Räsonieren sperrt, sich noch unverständig und ungeschliffen einem auf Schliff und Drill gestimmten Betrieb gegenüber zeigt, wird systematisch fertig gemacht. Das Nichtverstehen und Stammeln ob des Unglaublichen und Verkehrtem, das einem im Fussball- oder Radio-Betrieb widerfährt, ist gefährlich, denn es versinnbildlicht konzentrierten Zweifel, den Todfeind des Konformismus. Mit fetischisierter Eloquenz rüstet das Weltbild sich fürs plappernde Schweigen vom Falschen.
27.3.08 10:48


Stasi-TV

Während im Osten eines notorisch deutschen Staates Spitzel jedes kleinste Detail durchleuchteten, griff im Westen eine Adaption eben dieses Verhaltens im Privaten um sich: Harmlose Familienväter und seltener Mütter betätigten sich als Hobbyfilmer und kopierten jeden selbstständigen Akt der Autonomie ihrer Zöglinge über Handkameras auf schlechtes Band. Versichert wurde sich so der Distanz zum als feindlich begriffenen Objekt Kind wie dem gleichzeitigen Festhalten seiner Unterlegenheit als Abwehrzauber gegen seine drohende Autarkie.
Filmen bedeutete Unterwerfung, Kontrolle und Amusement für spätere Tage. Die Angst vor der fälschenden Kraft der eigenen Erinnerung wurde verscheucht im revozierenden Raunen des Videogeräts. Narzisstisch bietet man gegen die Vergänglichkeit das Bild auf – durch das Eingeständnis des darin verbreiteten Scheins erscheint das scheinhafte Glück in der Retrospektive zugleich realer, obgleich es doch ein zur Sublimierung in die Kamera gezwungenes war.
 
Seit dem Beginn des neuen Jahrtausends, in dem man vom domestizierenden Nutzen der Filmproduktion bald noch jeden künstlerischen und subversiven Mehrwert abzieht, wurden eben jene paranoisch überwachenden Eltern animiert, die gefilmten Unfälle ihrer Kinder des kollektiven Spaßes halber in Sendungen wie „Uups – die Pannenshow“ einzubringen. Zur gleichen Zeit werden Stasi-Akten geöffnet: Bespitzelte erhalten Einblicke in das ihnen oft ohne ihr Wissen zugemutete Grauen. Zur gleichen Zeit wird der Discounter Lidl beschuldigt, Angestellte bis in die Privatsphäre durch Privatdetektiv ausspioniert zu haben. Und wieder zur gleichen Zeit akzeptiert jene Gesellschaft die lückenlose öffentliche Dokumentation von gesellschaftlich sanktioniertem Fehlverhalten:

In „Die dümmsten Angestellten der Welt“ darf man voyeristisch den Verfehlungen von Angestellten auf den Grund gehen. Eine Küchenhilfe sammelt auf den Boden gefallene Wurst auf und packt sie ein. Ein klarer Fall für ekeltaugliche Gegenidentifikation: Vergiftungsphantasien als ambivalenter Konter zur Ablösung von der nährenden Mutterbrust. 
Ein Klempner ascht in die Cola eines zufällig kurz abwesenden Büroarbeiters. Eine Putzkraft, zynisch-euphemistisch Raumkosmetikerin genannt, steckt 10 Euro ein.

Wie artig kam da noch das DDR-Fernsehen daher. Dort wurde die Arbeiterin Berta vorgeführt, wie sie zum Zwecke des Cocktailschlürfens mit dem Klassenfeind in Westberlin den elektrischen, sozialistischen Webstuhl vorzeitig verlässt. Als Schmarotzerin am Fabrikpranger gebrandmarkt will sie ihre Scharte auswetzen und fährt künftig freiwillig Überstunden. Die Überwachung musste noch durch exaltierte Schauspielerei ersetzt werden. Wieviel demokratischer gestaltet sich das Reality-TV, das Big Brother mitnichten erst einläutete: es verwandelt sich in TV-Reality, in der das Spiel der gesellschaftlich tragfähigen Rolle bis ins Private zu perennieren genötigt wird. Kein Aufatmen ist im Großraumbüro Gesellschaft mehr möglich, kein Kratzen an entlegenen Körperstellen wird mehr geduldet, das nicht unmittelbar dem Beruf geschuldet sein könnte. Nicht allein der Kapitalzweck wacht hier über den Äquivalententausch.
Dass kein Betrug mehr an der Arbeitszeit wie am Kunden mehr möglich sein soll ist der Gerechtigkeitsfetisch, dem von je gehuldigt wurde und der in der allseitigen Vertragserfüllung doch den Betrug am Einzelnen fortsetzt. Nunmehr drängen die Massen selbst auf Disziplinierung derer, die ihnen als feindlich gegenübertreten, weil sie ihre ureigensten Wünsche repräsentieren. Schlampigkeit, einst die subtile Form der Sabotage, wird ihr lustvolles Recht abgesprochen und unmöglich: Sie mutiert zur Unfähigkeit, zur Zumutung, zum Ekel. Zugleich wird noch ein Rest an verborgener Lust mimetisch ausgelebt: Die Klempner wälzen sich vor Vergnügen, es dem studierten Computerheini mal gezeigt zu haben, die Putzkräfte schwelgen in den Möglichkeiten der Deprivation im Privaten.  
Das präsentierte Verhalten ist dabei wenig von Belang und austauschbar. Am Ende kulminiert alles doch in der Zurichtung auf die universelle Überwachung, auf die Unterwerfung unter gesellschaftliche Zwecke und Kontrolle ungeachtet ihres Inhalts – gerade wegen der Freiheit des Einzelnen, auf seinem Vertrag zu bestehen. Das angestrengt belustigte Lachen des Moderators ist dabei nur die sublimierte Form der Exekution.

27.3.08 11:13


'Fitna' von Geert Wilders: Appeasement des Westens



Wie selbstverständlich das Appeasement des Westens geworden ist, zeigen die Reaktionen auf "Fitna" von Geert Wilders. Dominierend in den Begründungen für die profilierte Ablehnung war die Furcht vor Ausschreitungen und Terror. Nach Morddrohungen, mit denen Wilders wie Hirsi Ali, Nasreen und Rushdie täglich leben muss, löschte die Filmplattform Liveleak den Film. Auf Youtube ist er nach wie vor zu finden. An gleichem Ort lassen sich täglich neue Kommentare lesen, in denen ein islamischer europäischer Gottesstaat gefordert wird oder in denen Weltkriege auf Juden zurückgeführt werden.

Wilders Film ist zunächst darauf angelegt, Widersprüche innerhalb des Islams aufzuzeigen und zu provozieren. Das hat er erfolgreich geschafft. Die platterdings freche Bigotterie des Islamismus verleitete zu Reaktionen wie der, dass die Gleichsetzung von Islam und Gewalt unzulässig sei und den Islam beleidige. Über weite Teile adaptiert 'Fitna' jedoch islamistische Propagandavideos: Gegen jene finden bekanntermaßen keine Massendemonstrationen in islamischen Gesellschaften statt.

Allerdings verkehrt sich Wilders Anliegen ins Gegenteil. Seine liberale Note, die er in expliziter Betonung der Schwulen- und Judenfeindlichkeit der Islamisten schärft, machen ihn zunächst sehr sympathisch: Von weiten Teilen dessen, was man in Deutschland unter Rechtspopulismus versteht, würde man dieses Beharren auf noch längst nicht eingelösten emanzipatorischen Fortschritten der Demokratien vergeblich suchen - Homosexualität und Frauenrechte sind hierzulande Anathema unter Rechten.

Der Umschlag ins Nationalliberale erfolgt in kleinen, sehr kurzen Passagen: Dem Abhub auf Bevölkerungsanteile, die darin enthaltene Homogenisierung der unter Islam befassten Strömungen und zuletzt das üble Bild der Karikatur Westergards, dem Wilders die Bombe unter dem Turban Mohammeds explodieren lässt - ein impliziter Aufruf zum gewaltsamen, paramilitärischen Aufruhr gegen die zuvor als Versinnbildlichungen des Fanatismus präsentierten Moscheen.

In Annahme eines unmöglichen Absehens davon ist Wilders eine bemerkenswerte Cointenance zuzugestehen: Er versteht 'Fitna' als Aufforderung der Muslime, die fraglichen Suren und ihre Folgen zu diskutieren. Mit dieser Infragestellung von Suren würde allerdings der stabilisierende literalistische Kern des Islam selbst fallen - was eine Liberalisierung des Islam an sich möglich machen könnte. Hierin behält Wilders recht in seiner Pauschalisierung: Den Islam als gewaltfördernd zu bezeichnen. Zugleich verschweigt er den Grund: Nicht, dass Suren zu Gewalt aufrufen ist ursächlich für islamistische Gewalt, sondern dass der orthodoxe Islam einen Literalismus pflegt, der jegliche Inhalte der Kritik enthebt und für zeitlos erklärt.

Diese Leugnung von Geschichtlichkeit macht den Islam so attraktiv und anschlussfähig an die bürgerliche Ideologie, die nach Marx nur zu gern ihre gewaltsamen Vorbedingungen vergessen will. Insofern ist das zur Norm gewordene Appeasement erklärbar. Nur ungern möchte man auf Seiten der Bürgerlichen daran erinnert werden, dass die demokratische Freiheit von je mit Gewalt erstritten wurde und schlimmer noch: mehrfach selbst in barbarische Gewalt umschlug. In instinktiver Kenntnis von dieser Möglichkeit des Umschlags wählt man Agonie als vermeintliche Alternative - weil man zu wirklich konsequenter Aufklärung nicht in der Lage ist und noch insgeheim mit dem drohenden und täglich vollzogenen Umschlag sich gemein macht. Darin liegt ein Großteil der Bedrohung, die Wilder gänzlich dem Islam zuschlägt, womit er dem sadistischen Größenwahn der Islamisten einen Dienst und sich selbst einen Bärendienst erweist.
Dennoch ist Wilders Film vorerst zu begrüßen: Er offenbart die Apathie des Westens. Über den Islam selbst vermag er im Aufsagen einer Handvoll Suren wenig Substantielles auszusagen. Nicht zuletzt war Wilders selbst überrascht vom Stillhalten eines so großen Teils der 54 Millionen Muslime in Europa.

30.3.08 15:18


Mit Olympia für Chinas Kosovo Tibet

Kreti und Pleti möchten auf einmal keine Olympiade in China mehr. An dem Krieg zwischen Geist und Körper auf den Ascheplätzen soll kein äußerer haften - der sportliche Wettkampf will sich von seiner intrinsischen Vermitteltheit mit gesellschaftlicher Gewalt frei lügen. Das Unreine soll das Reine nicht berühren: ein Tabu par excellence. Sport behauptet naturhafte Aggressionen zu kanalisieren, zum Besten der Gesellschaft, und damit Frieden durchzusetzen. Sport, und damit ist nicht die individuelle Lust nach Spiel und Bewegung gemeint, ist allerdings nur die Fortsetzung des Krieges mit friedlichen Mitteln, ein Produkt der auf allseitiger Konkurrenz fußenden bürgerlichen Gesellschaft.
Hätte die Welt 1933 etwas von Ausschwitz ahnen wollen, man hätte in aller Konsequenz die Olympiade boykottiert - ohne dadurch einen Juden zu retten. So sehr die Welt mit dem Dalai Lama nunmehr behauptet, in Tibet sei ein wenngleich kein echter, so doch ein kultureller Genozid im Gange, so sehr plaudert sie aus, was sie gegen solches als ausreichenden Widerstand verstehen würde: die olympischen Spiele boykottieren. Welch Heroismus. Man darf auf die nächste Olympiade in Sudan, Irak oder Somalia hoffen, vielleicht wird ein Boykott dann dort für Frieden sorgen.
Man rekapituliere: Zwischen chinesischer Kulturrevolution und tibetischem Feudalismus moralisch zu entscheiden ist heute müßig. Tibet, eine der elendsten Regionen der Welt, wurde von China gewaltsam aus der mönchischen Abgeschiedenheit gelöst. Chinesische Geständnisrituale, bei denen in der Gruppe Eltern und Kinder beschimpft werden mussten, ersetzten das stumpfsinnige Rasseln und Brummeln der Mönche, die von Kritik ebensowenig wissen wollten, wie die kommunistischen Rituale diese beinhalteten. Die chinesische Staatsgewalt ersetzte die Knute des tibetischen Adels und des Klerus über die Leibeigenen und Bauern. Später entschied sich China zu subtileren Methoden der Herrschaft und baute wie alle Staaten Schulen, Eisenbahnen und Krankenhäuser - nebst einer in ganz China üblichen Zensur und drakonischen Strafen für freie Meinungsäußerung.
2008 sahen tibetische Mönche eine Chance gegeben, unter dem durch Olympia geschärften Auge der Weltpresse auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Daran wurden sie wohl mit Gewalt gehindert. Jugendliche nutzten die Gelegenheit um Randale zu veranstalten und chinesische Händler zu lynchen, zu steinigen, ihre Geschäfte abzufackeln. Mit Messern bewaffnet griff man einschreitende Polizisten an, die gelegentlich zurückschossen. Am Ende waren Dutzende Tote zu verzeichnen, viele davon Chinesen.
Die sogenannte freie Presse berichtete davon so gefärbt, wie sonst nur im Nahostkonflikt über Israel. Die Toten wurden gänzlich als Ergebnis von auf friedliche Mönche schießenden Polizisten geschlagen. Steine werfende Jugendliche wurden aus Fotos herausgeschnitten, Fotos aus Nepal hinzugenommen, um dem Ganzen mehr Pep zu verleihen. Der Dalai Lama hatte Hochkonjunktur und sah sich dennoch gezwungen, sich von dem allzu bunten Treiben seiner Anhänger zu distanzieren und eine immerhin erfreulich konstruktive Haltung einzunehmen: Er wolle nicht mehr die Unabhängigkeit Tibets, sondern nur mehr Freiheit, eine Forderung, der man sich vorbehaltslos anschließen kann, ohne gleich ins dümmlich-massenhafte Tibetflaggenschwenken zu verfallen.
Der mit Tibet so massenhaft und parteiisch sympathisierende Westen fühlt sich allerdings weit darüber hinausgehend im nationalistischen Taumel versucht, in China auf jenes Pferd zu setzen, das mit der Sowjetunion durchging: das Medium des Nationalismus.
Chinas Kosovo Tibet erregt Hoffnungen nach romantischer Ursprünglichkeit in Weitweitwegistan, an dessen Ursprünglichkeit in bunten Tüchern man sich dann alle paar Jahre auf Selbsterfahrungstrip berauschen kann - und damit Tibet zum kulturellen Museum zu erklären, was dem derzeitigen chinesischen Projekt gleich sieht.
Wo vor der Haustüre der Zerfall Europas in solche ethnischen Reviere just noch einmal Zündstoff erhielt, meint man mit der Freiheit für Tibet immer schon kulturelle und drückend patriarchale Entitäten. Insofern ist es wenig von Bedeutung, was in Tibet tatsächlich geschieht: Die Welt würde auch im schlimmsten Fall allenfalls die Olympiade boykottieren, was China allemal ein lächerlicher Preis für die Intaktheit seines Territoriums wäre. Dass China trotz massiver Menschenrechtsverletzungen für die Olympiade ausgewählt wurde, ist schon Schnee von gestern. Gegen den auf Tibet gerichteten romantischen Ethnizismus haben solche individuellen Schicksale keine Chance. Deshalb tut man nun so, als sei das Vorgehen Chinas in Tibet ein Sündenfall, eine Steigerung des antidemokratischen Usus in ganz China - und nicht ein zwar harter, aber auch im europäischen Vergleich keineswegs außergewöhnlicher Polizeieinsatz gegen Separatisten und Hooligans.
30.3.08 15:58


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