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Neue Hexenjagden gegen Kinder in Nigeria

Tracy McVeigh berichtete am 9.12.2007 im Guardian über Kinder, die derzeit im Nigerdelta als Hexen verstoßen, gefoltert und getötet werden. Eine Fülle an charismatischen Kirchen konkurriert um die Bevölkerung mit Exorzismen. Im lesenswerten Artikel werden die Hexenjagden meines Erachtens etwas zu sehr als Import verzeichnet. Jedoch ist nicht neu, dass evangelikale Kirchen den Hexenglauben als Hauptbetätigungsfeld erkennen, bedienen und schüren.
Das hat, wie im Fall der Zionist Christian Church in Südafrika durchaus nicht immer negative Folgen für die Opfer, die in diesen Kirchen eine oft einfache Rehabilitation oder sanftere Exorzismen erfahren. Hier sind die Opfer selbst das Ziel der Missionierungsbestrebungen.
Für geltungssüchtige Laienprediger allerdings liegt es nahe, mit drastischen Methoden Anschluss zu suchen und den autoritären Charakteren mittels banalster Propaganda ein schwaches Opfer zu präsentieren, an dem sie sich zum Volksmob einigen dürfen.
McVeigh bezeichnet die Hexenjagden gegen Kinder als für Nigeria neue Erscheinung. Aus der DRC und Kamerun ist bereits seit längerem der Hexereiverdacht gegen Kinder üblich, in anderen Regionen Afrikas sind bisweilen Kinder immun gegen Hexereianklagen, weil erst das Alter und Unfruchtbarkeit aus Menschen Hexen mache.
In Nigeria herrscht eine lange Tradition von kultischen Hexenjagden:
Von der Kultschrein-Bewegung "Atinga" über die Geheimbünde bis zu den Bakassi Boys, einer hexenjagenden Bürgerwehr. Die hexenjagenden christlichen Seelenmähdrescher sind eine moderne Erweiterung dessen und weder ein Rückschritt noch ein unerwartetes Phänomen.
Dringend nötig ist die Unterstützung der Personen und Organisationen, die versuchen, dem Hexenglauben entgegenzutreten und den Betroffenen zu helfen:
 
 
1.1.08 20:40


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Sderot - Für Terrorideologen keinen Zirkelschluss wert

Seit Jahr und Tag hält sich hartnäckig die deutsche Lüge, dass zum Streiten immer zwei gehören und damit der in der Geschichte meist deutsche Angreifer per se jeder Kritik enthoben ist. In der Erweiterung dessen wird Terror auf den Krieg gegen den Terror zurückgeführt, weil ein Mensch, der ungerechtes Leid erfahren musste, in der Ideologie der Ich-Psychologen und vorgeblich meinungslosen Meinungsmacher automatisch zum blutrünstigen Schlächter werden müsse und somit seine Schuldfähigkeit auf einem imaginären Karmakonto mit dem erlittenen Schmerz zum Kurs 2:1 verrechnen dürfe.
Die Gütekraft-Friedensforscher stellen die Hilfstruppen derer, für die Opfer Angreifer und Angreifer Opfer sind: Sie hämmern den Opfern ein, sie müssten nur stillhalten und geschickt sich arrangieren, notfalls opfern, um den Angreifer zu einem ihm ontologisch innewohnenden menschlichen Verhalten zu nötigen.
In Sderot werden solche rationalisierenden Irrationalismen mit rationalem Nichtbegreifen des Unfassbaren Lügen gestraft. Dort schlagen seit sechs Jahren immer weiter entwickelte Kassam-Raketen ein, terrorisieren die Bevölkerung aufs Unerträgliche gerade durch die Wahllosigkeit des täglichen Einschlags. Und entgegen den Theorien der notorischen Exkulpanten des islamistischen Terrors:
Aus Sderot kommen keine Selbstmordattentäter nach Gaza, keine Hobbylabore entwickeln Gegenkassams, vielmehr verweigern immer mehr junge Männer den Kriegsdienst. Und nicht einmal damit tun sie den scheinheiligen Friedensaposteln einen Gefallen, die von Ursache-Wirkung schwelgen, als hätten sie keinen Anteil daran. Vielmehr wollen sie mit der Kriegsdienstverweigerung die Regierung dazu bringen, Sderot aktiv zu schützen, notfalls nach Gaza einzumarschieren, auch wenn das mehr israelische Todesopfer fordern sollte, als die Kassams in Sderot es tun.
Bevorzugt wird von allen die Entwicklung eines effektiven Kurzstreckenraketenabwehrsystems. Damit könnte man die EU-finanzierten Irren hinter ihrem Berg hausen lassen, ohne sich noch den Kopf zerbrechen zu müssen, warum sie so irre wurden und damit einen noch belästigen.
Broder ist zu kritisieren, wenn er wie üblich das Szenario imaginär an die Grenze zwischen Holland und Deutschland verlegen möchte, um die Folgen hierzulande zu eröffnen. Ein solches Verlegen dient  weder der Aufklärung noch einem Zugewinn an Empathie. Wo letzterer sich nur an deutschen Opfern generieren kann, ist Empathie schon ihre Verkehrung, Einfühlung ins deutsche Opferkollektiv. Holland hätte nämlich noch immer mehr Grund, sich an Deutschland für Vergangenes zu rächen, als Gaza an Israel. Sollte der Vergleich wirklich annähernd schlüssig gezogen werden, müsste Peenemünde als Aggressor und etwa Warschau als angegriffener Ort gewählt werden, um das wirklich Unfassbare am Terror aus Gaza zu fassen: Dass Nazis seit Jahr und Tag noch immer ihr gesamte Waffenarsenal zur Vernichtung von Juden einsetzen können.
Dem Vergleich ist als Zweck das Glaubhaftmachen der Notwehr eingeschrieben. Darin verborgen lauert allerdings das Unverständnis über das Stillhalten der israelischen Armee gegenüber dem penetranten Terror aus Gaza. Dieses würde besser als Kritik der israelischen Regierung direkt ausgesprochen, als in kaum spaßhaften Vergleichen Israel nach Deutschland zu verlegen und mit den Verhältnissen ein solches von Kritik und Gegenstand komplett der Verwirrung anheim fallen zu lassen.
2.1.08 12:09


Heiße Maroni, Täfeli, Löffeli - Heiße Maroni, Täfeli, Löffeli...

Wer sich noch nicht für sein 2008 zu lesendes Buch entschieden hat und stattdessen lustlos auf Blogs herumklickt, in der Hoffnung, etwas Inspiration zu erfahren, und dabei von einem schlechten Jahresrückblick zum nächsten "jetzt-ist-aber-mal-Neujahr"-Gedaddel surft und mitunter meint, auf all das Gejunke verzichten zu können, und dann in letzter, verzweifelter Not auf einen Link klickt, der Nichtidentisches verheißt, dem sei hier konsequent Enttäuschung beschieden. Auch "Nichtidentisches" kann getrost links, mittig und rechts liegen gelassen werden, sofern folgendes Kleinod, mithin das Originellste und Gebildetste, was ich in den letzten 22 Jahren aus 500 Jahren Literaturgeschichte las, audio-intravenös-visuell verabreicht wird:

"Der Räuber" von Robert Walser (the one and only Walser)

3.1.08 13:53


Persepolis - Kritik vom Feinsten

Persepolis läuft derzeit in Marburg an. Das surrealistische Comic-Noir folgt aus der subjektiven Perspektive mit der Entwicklung eines kleinen Mädchens der in Iran seit dem Sturz des Schahs. Feinsinnig übt sich die Gestaltung in subtiler Weglassung und Andeutung, und erreicht so mit schwarzen Schatten mehr als jeder Realismus. Geschichtsunterricht erfolgt in Zwischenpassagen, die durchaus nicht unangenehm stören.
Konsequent negativ und nicht selten existentialistisch trägt der Film Widersprüche und Kritik an alle Orte der Handlung und öffnet so stets aufs Neue Abgründe. Der Islamismus wird in all seiner pathologischen Dürftigkeit denunziert, ohne ein Richtiges im Falschen zu eröffnen: Stets ist die Flucht und selbstmörderischer Widerstand die schlechte, einzig mögliche Wahl angesichts der Barbarei.
Völlig haltlos der Vorwurf der beleidigten Jungen Welt: Der Film fungiere banal auf der Eben des Kindchenschemas und bestätige bürgerlichen Liebeskitsch. Dabei entzieht Persepolis gerade der infantilen Protagonistin die Sympathie, wo sie sadistisch die am Tisch gehörten Folterpraktiken am Nachbarskind testen möchte.
Ein Satz bleibt allerdings merkwürdig schief in der vielseitigen und differenzierten Kritik hängen: Der Vater des Mädchens wettert unwidersprochen über "den Westen", der an beide Seiten Waffen verkauft hätte, "und wir" hätten "dieses zynische Spiel mitgespielt". Darin geht die im Vorfeld geleistete geniale Zeichnung der makabren Märtyrerchose unter. Nicht, weil nicht tatsächlich zu kritisieren wäre, dass westliche Staaten an die Revolutionsregierung der Mullahs wie an Saddam Hussein gleichermaßen Waffen verkauft haben, sondern weil in diesem Satz der Islamismus und der Krieg Saddam Husseins als ausschließliches Spiel des Westens erscheint.
Dennoch: Das glänzende Medienereignis sollte sich niemand entgehen lassen. Es bleibt zu hoffen, dass es für das eine oder andere "Ich-trage-mein-Kopftuch-freiwillig"-Muslimädchen vielleicht eine heilsame Kränkung bedeutet. Denn nichts wird im Film so subtil und doch stringent vorgeführt, wie die Tatsache, dass das islamische Kopftuch vom fanatischen Zwang nicht mehr zu trennen ist, und es wahrscheinlich nie war.
5.1.08 13:23


The Thora - Directors cut

Amazon bewirbt mich als tapferen Kunden, der stets die 3 Euro Poststeuer für ein 30 Cent-Buch abdrückt, auch gerne mal mit überaus lustigen Judaica.
Als hätte sich G'tt nicht schon größte Mühe gegeben, alles so einfach wie möglich zu erklären: Hier Milch und Honig, da Sklaverei und Ägypter... Das ist für den modernen Dummie so kompliziert wie html, QuarkXpress oder php. Die 10 Gebote in vereinfachter Form? Man lasse 1, 2 und 10 weg, die sind viel zu kompliziert, für den Anfänger reichen 5, 7 und 8, damit kommt man im Alltag vollauf klar.
Was ich dann aber auch lesen will:
The one and only...
6.1.08 12:42


Antideutsche Regressionen

Als jugendlicher Antifa-Aktivismus endgültig in werden wollte, antichambrierte man auf Antifa-HipHop-Jams oder wahlweise Egotronic-Raves, legte sich entsprechende Insignien zu und marschierte im antideutschen Trachtenverein von einer Manifestation völkischen Denkens zur Nächsten, um dort vor Aktionismus zu strotzen.
Bereits damals erfüllte mich am jugendbewegten Parolengebrüll blankes Unbehagen, solange der 2. Weltkrieg als ein Hauptspaß vermeiert wurde, den man nur auf der richtigen Seite hätte erleben wollen. "Stalingrad, Stalingrad, Deutsche in ein Massengrab" heiserten in schwarz getauchte Gespenster drauflos, die weiß-blaue Flagge schwenkend.
In Dresden trifft man sich alle Jahre wieder gerne mal zum Manöver und trägt Wimpel und Banner zur Schau. Eines verlautet, inhaltlich wie 100 andere, "Alles Gute kommt von oben." Ein Aufruf tönt pädagogisch wertvoll: "Selber Schuld". So dominiert noch das Bedürfnis, dem ganzen Grauen Witz und verklemmte Lacher abzunötigen.

Dieses Glorifizieren einer Kriegshandlung im hämischen Jubeln ist kein Gegenmittel zum ekelhaften Opferdünkel der deutschen Nazis, sondern nur dessen Blaupause, wenngleich der Schritt zum Surrogat hoffentlich ein unbewältigbarer ist.
Im kollektiven Juppieh-Bomber-Harris-Geschrei ist keine Spur an Reflexion über die Ereignisse zu finden, sondern allein jugendliche Gewaltphantasien. Mental wird Krieg zu dem Abenteuerspielplatz, als den man die Konfrontation mit den Nazis sich wünscht. Die Unterstellung jubelt mit, den Airforce-Piloten sei ein Bewusstsein des Todes, den sie auszustreuen gezwungen waren abgegangen, sie seien nicht eine für sie äußerst gefahrvolle, verlustreiche Wahl des schlechtesten, aber einzig verbleibenden Mittels eingegangen, sondern hätten sich bereits mit dem Geschehen identifiziert wie ihre Gegner.
Einer wirklichen Erleichterung über die Befreiung von den deutschen Nazis ist notwendig die größere Verzweiflung angesichts der von diesen angerichteten Gräuel beigemischt. Es gibt keinen unbegrenzten Jubel nach der Barbarei, nur aufatmen über ihr Ende. Wer da als Nachkomme ins grimassenhaft grinsende Grölen, ins hämische "Sowas kommt von Sowas", dessen fatale, verfehlte Botschaft ich in einer Kritik auf dem adf bereits bemängelte, verfällt, hat nichts vom Unbegreiflichen begriffen.
So sehr Arthur Harris vor seinen deutschen Feinden in Schutz zu nehmen ist, so wenig ist ihm zu unterstellen, dass er noch die Fliegerbomben als je "Gutes", das von oben kommt, bezeichnet hätte. Gut war das Anliegen der Piloten, die ihr Leben aufs Spiel setzten und bereit waren, zu töten, nicht ihre Bomben oder der Tod selbst. 
In der Parole vom Guten von oben ist die Identifikation mit Autoritäten, mit dem Stärkeren eingeschweißt, nicht jedoch ein vernünftiges Moment der Kritik aufbewahrt. Man beließe es angesichts der revisionistischen Opferfeiern besser bei einem Gegengedenken oder auch bloß beim entsetzten Kopfschütteln, denn zu diesen Ersatzparties mit aggressiver, von der Masse der Anwesenden gedeckten Abwehr zu stromern, um dort dann nebenbei Tocotronic-Alben zu tauschen und sich bei Burger und Kuchen im Anschluss über die Nazi-Fressen und deren Empörung zu belustigen, denen man es heute aber sowas von gezeigt habe.

7.1.08 15:11


Hamastan Rockets

Ein unbedarfter Tourist würde in Gaza solche Konstruktionen vielleicht für eine spezielle einheimische Kreuzung aus Rutsche, Schaukelgerüst und Wippe halten.
Es handelt sich jedoch um fest installierte Raketenabschußgerüste der Hamas. Seit diese Mitte 2007 den Gazastreifen übernahm, wurden von dort laut IDF 428 Racketen und 590 Mörsergranaten in Richtung Israel abgefeuert. Am 3.1.2008 traf erstmals eine Katjusha iranischer Bauweise ein Neubaugebiet der Stadt Ashkelon nördlich des Gaza-Streifens. Bereits am 7.10.2007 war eine verbesserte Version des Katjusha-Geschosses aus russischer Produktion über Ägypten eingeschmuggelt und in Richtung Netivot abgefeuert worden.

Nachtrag: Laut "Jüdische Allgemeine" vom 10.1.2008 wurden 1/3 der Raketen aus Gaza von Fatah-Ablegern gezündet. Am Dienstag schlugen überdies im Norden Israels zwei im Libanon abgefeuerte Katjushas ein.

9.1.08 16:29


Hip-Hop - warn das nicht so Sandalen, die 2001 in waren?

Komisches Phänomen: Subkulturen, die gestern noch als reaktionär galten werden plötzlich szenetauglich, wenn irgendeine pseudoemanzipierte Gestalt den jüngst etablierten Level zu durchbrechen scheint. Eine "Lady Bitch Ray" wird zum Beispiel in der Jungle World interviewt, nur weil sie mutigerweise als Frau das Gleiche wie Kool Savas macht:

Du darfst Alles Junge, du darfst meine Titten grapschen
Ich tu Alles Junge um dich Wieder fit zu machen
Du hast nen Höllen Krampf vom zuviel Kacke faseln
Halt die Fresse, jetzt wird dein Schwanz geblasen
Na los! Du darfst ihn reinstecken, Ich seh keine
andere Möglichkeit das kranke Ding zu retten.
und falls du fragst, bei wem du dich bedanken darfst
Dokter Bitch Ray war der behandelne Arzt.

Solchen Rap hält sie für eine "Form der Emanzipation":

Mein Konzept heißt Vagina-Style, weil ich das Bild von der spritzigen Fotze auf die Spitze treiben will, damit die Frauen sich auf dem vaginalen Weg zu einer echten Bitch emanzipieren. [...] Ich möchte nicht, dass mich die Leute ernst nehmen, nur weil ich eine Doktorarbeit schreibe. Ich bin Linguistin und beschäftige mich mit Kleidung als Zeichensystem. Ich weiß schon, wovon ich spreche.

Sie ist also Linguistin und beschäftigt sich mit Zeichensystemen, daneben gibt sie der Jungle World Interviews in denen sie Bushidos Texte als gefühlvolle Sozialarbeit bezeichnet die also Vergewaltigung als "soziales Problem" behandelten. Warum man sie "nur" deshalb ernst nehmen sollte, bleibt mir schleierhaft. Möglicherweise verschafft einem wirres Gefasel von Gartennazis und Linguistik den Ruch des unverstandenen Intellektuellen. Eins wird jedoch sonnenklar: Endlich darf man da auch mal im Szenekassiber von "Titten und Arsch" reden, verklemmt legitimiert in einen politisch korrekten Feministinnenausschnitt gucken und sich wollüstig in der masochistischen Rolle gefallen. Dafür erledigt diese selbsternannte Feministin den primitiven Aggress auf die unemanzipierten "Schlampen", die die Lady regelmäßig disst und "fickt".
Die Befreiung vom linken Spießertum fiel verdächtig einfach. Da muss man auch gar nicht weiter recherchieren, warum in ihrer Show von fragwürdigster Qualität, die man auf Youtube bis zum Überdruss einsehen kann, zwei stets liebkoste Handpuppen eine Hauptrolle spielen, die von der Lady Professor Brinkmann und Dr. Mengele getauft wurden.
Es soll wohl eine Zusatz-Qualifikation für "Die Antifa sucht den Superstar" sein.


9.1.08 17:47


Das Hartz IV-Rollenspiel Teil 1 - Komplettlösung

 
Vor dem Spiel muss folgende Warnung ausgesprochen werden: Vorsicht, das Spiel macht extrem abhängig und ist insbesondere für Einsteiger schwer zu erlernen! Einige Szenen fördern die Gewaltbereitschaft, daher ist die Altersfreigabe auf 18 heraufgesetzt.
 
Nachdem du das Spiel installiert hast, must du erstmal die Grafik anpassen, auf meinem alten Rechner läuft das Spiel mit optimaler Auflösung extrem ruckelig und langsam, daher habe ich sie runtergesetzt, dann sieht man auch die Ekligkeiten net so stark.
Du hast die Auswahl zwischen mehreren Charakteren. Am spannendsten ist meines Erachtens "Hochschulabschluß", du kannst aber auch "Elektrotechniker" oder "Hauptschulabschluß" wählen, das hat in der Regel wenig Einfluß auf den Spielverlauf.
 
Wenn du in der Hartz-4 Welt gelandet bist, musst du dich erstmal mit der Umgebung vertraut machen. Wenn du eine Weile umherläufst, siehst du eine kleine Kaschemme, auf der "Erwerbsloseninitiative" steht. Sprich den Typ dort an, er hat wertvolle Tips für dich und kann dir zu jedem Zeitpunkt des Spieles weiterhelfen.
 
Besorge dir dann am besten jetzt schon ein Bewerbungsfoto im nahegelegenen Fotoatelier. Dafür geht dein Startgeld drauf.
Dann gehst du zu dem klassiszistischen Bau, auf dem "Kreisjobcenter" steht. Dort holst du deinen Antrag ab. Lass dir auf keinen Fall einen Termin aufschwatzen! Den Fallmanager siehst du schon noch früh genug. Zuerst wappnest du dich mit weiteren Utensilien: Dein Abizeugnis (eine beglaubigte Kopie bekommst du beim Stadtbüro für einige Euro Bearbeitungsgebühr), einen Lebenslauf, eine Mietbescheinigung und ein Abschlusszeugnis. Sprich mit der Frau im Turm, die kann dir weiterhelfen. Achte jedoch darauf, zur richtigen Zeit zu kommen, sonst ist sie verärgert und du kannst länger warten.
 
Fülle den Antrag aus. Das ist eine kleine Jump-and-run-sequenz mit kleinen Secrets. Pass auf die Fallen auf, besonders die "Bedarfsgemeinschaft" ist tückisch, man muss ihr auf Schritt und Tritt ausweichen. Deinen Haushalt führst du alleine, du willst schließlich nicht mit anderen Playern deine Punkte teilen.
 
Den Antrag gibst du dann an der Theke ab. Dort lässt du dir den Emfang bestätigen. Achte darauf, dass die Kopien gestempelt sind. Geschafft. Du kommst mit 3000 Erfahrungspunkten ins nächste Level und hast erstmal Zeit für ein paar Nebenmissionen: Skills upgraden, Punkte sammeln, Kontakte knüpfen. Besonders empfiehlt sich jetzt bereits die Kreditaufnahme bei günstigen Instituten, da eine kleine Durststrecke auf dich wartet, und die Vorbereitung des Vermieters und der NPC in deiner Wohnung. Sprich sie an und sag ihnen, dass sie nichts am Telefon sagen müssen. Dafür kriegst du weitere 1000 Erfahrungspunkte.
 
Nach zwei Wochen bekommst du einen Brief mit einer Vorladung. Jetzt wirds ernst. Öffne deine Truhe, nimm die Kontoauszüge der letzten drei Monate mit und das Bewerbungsoutfit. Du musst zur ersten Schlacht mit dem Endgegner. Insgesamt gibt es mindestens 3 weitere Begegnungen!
 
Beim Endgegner musst du besonders auf die Fragen achten, die dieser dir stellt. Antworte bei der Karrierefrage mit "Ich bewerbe mich gerade auf einen großen Auftrag." Wenn du hier etwas anderes antwortest, wirst du zum Sumpfkrautstampfen verdonnert.
Wenn du diese Begegnung überstanden hast, bekommst du 5000 Erfahrungspunkte und damit ein weiteres Upgrade. Verskillen kannst du dich zum Glück nicht, also setze entweder alles auf Intelligenz oder auf Geschicklichkeit. Stärke ist noch nicht so wichtig.
 
Jetzt heißt es erstmal warten. Ab jetzt darfst du nicht mehr länger als 3 Tage weg, ohne dich vorher beim KJC abzumelden, ansonsten wird dein Punktestand gelöscht, ein Highscore ist nicht mehr drin. Zwischenaufträge sind aber möglich. Kleinere Gegner erledigst du mit Links, den Auftrag in der Mine kannst du erledigen oder auch nicht. Kontrolliere regelmäßig den Briefkasten und dein Konto. Nach zwei Wochen gehst du erneut zum Endgegner, die zweite Runde. Er wird versuchen, an deinem Antrag Fehler zu finden. Bleibe freundlich und höflich, aber sage ihm auf keinen Fall deine Telefonnummer. Wenn du das schaffst, bekommst du ein weiteres Level-up.
 
Nach einem Monat sollte dann dein Geld da sein. Wenn nicht, solltest du erneut zum Endgegner und dich beschweren, oder du gehst direkt zur Burg und schreibst dort dem "Beschwerdemanagement". Das gibt zwar weitere 4000 EP, allerdings ist es auch extrem nervig und zeitraubend, weil man immer vom Bankautomat und zurück muss.
 
Ab jetzt erhältst du zwar Geld, aber auch Aufträge. Diese sind mehr oder weniger lukrativ und in jedem Fall nervig. Ab diesem Stand des Spiels geht es primär darum, Aufträge geschickt zu vermeiden. Reiche dazu ab und zu eine Bewerbung oder ein Attest ein. Niemand will schließlich Sumpfkrautstampfen für umsonst, stimmts? Wenn du allerdings erfolgreich 3 Monate gespielt hast, triffst du automatisch auf den Schläfer. Dieser gibt dir zwangsläufig einen fiesen Auftrag. Ab da macht das Spiel dann nur noch wenig Spaß, nach dem 5. Monat geht es von vorne los und du solltest dich nach einem Neuen umsehen. Als ich es das erste Mal durchgespielt hatte, also bis zu dem Punkt, an dem Geld auf der Bank ist, dauerte es 1,6 Monate. Also fangt rechtzeitig an, euch einzuspielen.
11.1.08 22:16


Death toll in Iraq

Eine zur Abwechslung recht seriöse Diskussion zu den gewaltinduzierten Todesfällen im Irak seit der Befreiung findet sich im New England Journal of Medicine.
Da Tote in islamischen Gesellschaften in der Regel sehr rasch und oft abseits der ohnehin überfüllten Leichenhallen und Krankenhäuser beerdigt werden, sind Umfragen die einzige Möglichkeit, wenigstens halbwegs verlässliche Zahlen zu erhalten. Hochrechnungen werden erschwert durch die hohen Flüchtlingszahlen. Es werden drei Studien gegenübergestellt:
Der Iraqi Body Count zählt nur mehrfachbelegte Medienberichte von zivilen Opfer und kommt so auf etwa 48 000 Tote seit Beginn der Invasion. Die unter Kriegsgegnern weithin zitierte Burnam-Studie kommt bei Befragung von 1849 Haushalten in eher städtischen Gebieten zu einer hochgerechneten Opferzahl von 600 000 Toten bis 2006. 
Die IFHS-Studie kommt dagegen bei einer Befragung von 9345 Haushalten/Personen in unterschiedlichsten Gebieten zu einer aktuellen Zahl von 151 000 Toten seit Beginn der Invasion. Diese Studie rechnet starke Unsicherheiten wie die Glaubwürdigkeit der Befragten mit ein und hält ein Minimum von 104 000 und ein Maximum von 223 000 für möglich.
 
Bemerkenswert ist, dass die Frage nach der Zahl der Toten fast magischen Gehalt in gewissen Teilen der Kriegsgegner hat. Zynische Vergleiche und Rechnereien bleiben nicht aus, wenn es um das Verlangen geht, den USA eins auszuwischen.
Die Massen, die den Sturz Saddam Husseins seinerzeit nicht mit Erleichterung, sondern mit Solidarisierung mit Baathisten und Islamisten beantworteten, sehen sich anscheinend völlig unschuldig am Anstieg des Terrorismus. Das Selbstbild als schwache, geknechtete NGOs unter dem Stiefel der Supermacht USA verhindert die Einsicht darin, dass die friedensbewegten Millionen sehr erheblichen Einfluss auf den Terrorismus im Irak hatten.
In Deutschland wurde Gerhard Schröder für die Verweigerung einer Unterstützung unter dem Slogan "Friedensmacht Deutschland" wiedergewählt. Aus seiner Regierung blökte Fischer seinerzeit von einer serbischen Waffen-SS und dass man wegen Auschwitz Krieg gegen Jugoslawien führen müsse. In Spanien wurden Terroranschläge mit dem Truppenabzug aus dem Irak belohnt.
 
Völlig außen vor bleibt bei den vorgeblichen Kritikern die Subjekt-Position. Wie weite Teile der Gesellschaft im Irak auf die Idee kamen, sich gegenseitig umzubringen und daneben noch ihre ehemals bejubelten Befreier zu verfluchen, geht den Simpliszisten in Mängeln der US-Strategie auf. Dass diese relativ ohnmächtig einer gewaltigen Koalition aus Kriegsgegnern, die über Jahre in Millionen die europäischen und auch die amerikanischen Wahlen und Straßen dominierten, wie auch einem frohlockenden und von der EU weithin unterstützten Iran gegenüberstand, kann in deren Wahrnehmung nicht eingeflossen sein, weil man selbst an diesen narzisstischen Exzessen teilnahm, 10 Euro an den "Widerstand im Irak" spendete und höhnisch aus allen nennenswerten Zeitungen den USA ein "zweites Vietnam" wünschte.
In der Tat hätte man sich an vielen Stellen ein klugeres Management der Befreiung durch die USA gewünscht. Diese Kritik ist jedoch nur glaubwürdig vom Standpunkt der Richtigkeit einer Invasion angesichts des unerträglichen Terrors unter der Hussein-Diktatur.
Inzwischen scheint sich die Lage auf immer noch viel zu hohem Gewaltniveau zu beruhigen. Besonders Frauen sind in unkontrollierten Gebieten Opfer von islamistischen Terrorgruppen. Die befürchtete Dreiteilung des Irak blieb indes ebenso aus, wie eine endlose Gewaltspirale, deren vorgeblich "auslösbaren" Mechanismus Lumpenintellektuelle in Unzahl herbeireden wollten.
13.1.08 20:16


Begrifflichkeiten am Rande des Wahnsinns - Die Koch-Ausländerkriminalitäts-Debatte

Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der "Zeit", Mitherausgeber des Spiegels, Verfasser mehrerer Publikationen gegen den Rechtsextremismus, Organisator der ersten Lichterketten... Ein solcher Mensch, so könnte man denken, müsste eigentlich über gewisse Sensibilität im Umgang mit Texten zu seinem Stammthema verfügen. In seinem Artikel "Koch und seine Kellner" versucht er den räsonierten Kritiker zu mimen und meint, die linken Platitüden zur Ausländerkriminalität als eigentliche Wahlhelfer Kochs ausmachen zu können. Dabei rutscht ihm dann folgende bezeichnende Passage heraus:
 
Über alle politischen Lager hinweg hätte man sagen können:
Ja, wir haben ein untragbares Gewaltproblem, und wir haben auch Probleme mit einer Gruppe von Migranten, die nicht konsequent genug verfolgt werden. Lasst uns also gemeinsam möglichst wirksame Maßnahmen auf den Weg bringen! Aber in der Rolle des einsamen Rächers von verängstigten U-Bahn-Fahrern bist du, Roland Koch, denkbar unglaubwürdig.
 
So kommt auch das antirassistische Deutschland zu sich selbst: Auf einmal sollen nicht mehr konkrete Verbrechen, sondern "Gruppen von Migranten" "konsequent genug" "verfolgt" werden. Nehmen wir das als abgründigen Lapsus hin, bleibt das Objekt des Artikels - die linke Unfähigkeit und Doppelmoral im Umgang mit solchen Themen - so berechtigt wie verfehlt.
Bereits die verkehrende Begrifflichkeit "Migranten" sagt alles über den deutschen Gehalt der Kritik aus: Flüchtlinge und Einwanderer werden auf eine Kategorie zugeschnitzt, die ihnen auf den Leib schreibt, was ihnen ein äußerer Zwang ist. Geht es doch bei den "Migranten" nicht um Kosmopoliten, Urlauber, die gerne und von Berufung wegen umherziehen wie etwa "Rucksacktouristen", sondern um Menschen, die wahrscheinlich in der Mehrheit liebend gerne nicht mehr "Migranten" wären, sondern ein ruhiges Zuhause fern von Armut und Krieg anstreben. In der Berufsbezeichnung "Migrant" ist die Weiterreise mitgedacht, auch und gerade weil die Verwender darin einen politisch korrekten Begriff geschaffen sehen wollen, und dabei das Falsche der Verhältnisse korrigiert meinen.
 
Unfug zudem, ernsthaft mit der deutschen Masse über Ausländer oder Kriminalität zu diskutieren. Es spielt für diese Bande keine Rolle, ob hier ein Grieche oder ein Inder jemanden brutal zusammenschlug, was übrigens Indern und Griechen täglich als nazistisches und gemeinhin für selbstverständlich akzeptiertes Verhängnis in ost- und westdeutschen Gefielden droht. Das Problem ist für sie nicht der potentielle Kriminelle im Ausländer, sondern der Ausländer im Menschen. Es werden doch bereits jetzt völlig harmlose, integrierte Familien nach Togo oder Kosovo abgeschoben, nur weil sie keine deutsche Großmutter aufweisen können. Menschen werden auf Monate und Jahre in Lagern gehalten, weil sie das "Verbrechen" begangen haben, die deutschen Staatsgrenzen zu überschreiten.
 
Die als "nichtdeutsch" skandalisierten Gewalttäter wurden in der Regel in Deutschland geboren, in deutschen Schulen erzogen und können nach deutschem Recht ebenso wie ein Deutscher bestraft werden.
Wer illegal hier lebt und auf Kleinkriminalität angewiesen ist, trägt darüber hinaus das Risiko einer Doppelbestrafung: Haft und Abschiebung. Soweit ist die rein juristische Dimension eine Luftnummer. Wer meint, Kulturalismus in der Rechtsprechung ausmachen zu können, mag dies tun: in einigen Fällen, wie etwa den Ehrenmorden ist dies drngend geboten. Jede Verschärfung am Strafrecht wird jedoch naturgemäß in die Richtung gehen, die von je im ganzen Gedöns der stets neu erkorenen Hardliner treibender und einziger Wunsch ist: Abschiebung und Ausschaffung aller Nichtarier, oder zumindest Nichtdeutschen.
Da nützt es auch wenig, wenn dieser Wunsch, wie in deutschen Foren vermehrt üblich, mit ein wenig deutschpatriotischer Israelsolidarität kaschiert werden soll. Im Zweifel erntet auch der sefardische Jude auf Deutschlandreise von jenen böse Blicke, die dem an Hautfarbe und Habitus in ihm vermuteten Araber und vermeintlich deutschenfeindlichen Islamisten gewidmet sind.
Schröders bejubeltes Comeback deutet nur auf die nackte Scheinheiligkeit in dieser Debatte: Solange der Soze die Ausschaffung krimineller Ausländer fordert, und sogar der vom Hörensagen janz Linke da, der Lafontaine gegen Fremdarbeiter stachelt, sieht der Volksmob in der ach so streitsamen Parteienlandschaft stets gleich und unwidersprochen aus den Wahlkreuzen. Uneins ist man dann bloß darüber, was man denn nun sagen darf. Die Geschichte eines modernen Staates, der Grundzüge der Aufklärung sich zuinnerst zu eigen gemacht hat, ist hierzulande unmöglich zu schreiben, "...da den Deutschen dazu nicht nur die Auffassungsfähigkeit und das Material, sondern auch die "sinnliche Gewißheit" abgeht und man jenseits des Rheins über solche Dinge keine Erfahrungen machen kann, weil dort keine Geschichte mehr vorgeht." (Marx/Engels: Die deutsche Ideologie, MEW 3, S. 30)

17.1.08 10:59


Wenn Deutsche wählen

Bei der Web.de-Umfrage "Wer soll US-Präsident(in) werden" antworteten bislang von 597 Teilnehmern 42% mit Hillary Clinton, 55 % mit Barak Obama, für John McCain stimmten 2% und für Mitt Romney 1%.
Zum Glück wählen in den USA Amerikaner und nicht Deutsche, sonst wäre der amerikanische Einparteienstaat mit 97% Demokraten längst etabliert, der Irak Al-Qaida-Headquarter und Taiwan so volksrepublikschinesisch wie Israel dann iranisches Territorium.
20.1.08 13:45


Du bist Presswurst

Quelle: "Du bist Deutschland"

In "Psychoanalyse der Käsewerbung" suchte ich das Verhältnis von Werbeträgern, insbesondere Weichkäse, zu verdrängtem Kannibalismus und Pädophilie zu ergründen. Schützenhilfe zur Erhärtung meiner Thesen erhielt ich nun von unerwarteter Seite: "Du bist Deutschland", eine Kampagne, die auf gar nicht so unraffinierte Art und Weise scheiterte, den kollektiven Dünkel mit Individualismus zu versöhnen, stellt auf die verbreiteten oralen Einverleibungsphantasien Kindern gegenüber ab.

Du siehst aus wie eine Presswurst mit dicken Armen und Beinen. Sieh dich doch an. Unbeholfen. Moppelig. Babyspeckig. Und soooo süß. Echt lecker. Zum Anbeißen.

Wo man "Ahle Worscht" als gut abgelagerten Slowfood zum Kulturgut erklärte, mag diese Kampagne nicht wirklich ziehen. Außerhalb Mittelhessens läuft den bärbeißigen deutschen Feinschmeckern in den wilden germanischen Auen allerdings bestimmt das Wasser im Munde zusammen, bei diesem ausgezeichneten, feinsinnigen und besonders Eltern mit Kindern sensibel ansprechenden Werbespruch für die neue deutsche Presswurst. Die nationale Esskultur will schließlich verteidigt sein. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Eisbeinindustrie das Werbewort "babyspeckig" für sich entdeckt und Magnum ein "extra-moppeliges" Eis herausbringt, mit der begleitenden tiefsinnigen Frage: "Bin ich...antropophag? Bin ich...deutsch? I M!" Na, "echt lecker"...

21.1.08 17:55


Somalia - Zahl der AU Soldaten noch immer weit unter 8000

Nachdem der Beschluss der internationalen Weltöffentlichkeit lautete, Somalia fallen zu lassen wie eine heiße Kartoffel, um nicht dem Gerücht Nahrung zu geben, ein Militäreinsatz könnte unter gewissen Umständen tatsächlich für Frieden sorgen, hatte man der African Union (AU) den Auftrag zur Friedenssicherung überlassen und drückte ein paar halbherzige Millionen Zwischenfinanzierung ab.
Die einzigen, die sich seitdem ernsthaft bemühen, die Situation in den Griff zu bekommen, sind die immer noch die Hauptlast der Intervention tragenden äthiopischen Truppen und die 1600 Ugander. Jetzt hat auch Burundi begonnen, seinen Anteil von 800 Soldaten langsam auf den Weg zu schicken. Von dem versprochenen Kontingent von 8000 Soldaten, was bereits bei Fachleuten als etwa die halbe Summe dessen gilt, was zur nachhaltigen Errichtung eines staatlichen Gewaltmonopols notwendig sei, fehlen somit nur noch 5600. Ein wirklich äußerst beruhigendes Zwischenergebnis, ein Jahr seit Beginn der Intervention. Derzeit beträgt die Anzahl der Zwischenfälle in Mogadischu etwa 5-6 pro Tag, Mörserangriffe und Heckenschützenattacken auf äthiopische Truppen ereignen sich fast täglich. Weiterhin zahlen Hilfstruppen bereitwillig die Zölle an den zahllosen Barrikaden der Wegelagerer und im Norden sorgen die ärgerlichen Reibereien zwischen den halbwegs autonomen und ruhigen Regionen Puntland und Somaliland immer wieder für kleinere Fluchtwellen.
Nicht, dass es den afrikanischen Staaten mit ihren kleinen Armeen von oft nur wenigen Tausend oder Hundert Soldaten leicht fallen sollte, Truppen und Material in einen hochgefährlichen Guerillakrieg zu schicken und gegen die geballte Djihad-Finanzierung aus Iran, Syrien und Libanon anzutreten. Das hätte man allerdings mit einem Blick auf die Finanzlage und Desorganisation jener Länder vorher in Erfahrung bringen können und statt europäischen Hilfsorganisationen, die mit europäischen Spendengeldern somalische Milizen finanzieren, die dringend benötigten Truppen und Hubschrauber zur Guerillabekämpfung selbst bereit stellen sollen.
21.1.08 18:27


Hisbollah War Memorial

Jochen Bittner von der "Zeit" hat ein Hisbollah-Museum besucht und gefilmt:

"Makabres Museum

24.1.08 12:05


Tom Goebbels? Wie man deutsche Geschichte fachgerecht entsorgt...

Warum es durchaus passt, dass Tom Cruise den Grafen von Stauffenberg in der Nazi-Schmonzette Valkyrie mimt, und warum es nicht Antifaschismus, sondern Antiamerikanismus ist, der zum Meckern über die Hauptrollenverteilung trieb, habe ich hier bereits erörtert. Derzeit versucht man im Land der als soziokulturellen Beitrag akzeptierten täglichen Nazikriminalität erneut, auf recht unschöne Art und Weise die von sich ausgehende Bedrohung auf andere zu projizieren. Tom Cruise ließ sich bei seinem erbärmlichen Tagewerk abdrehen und fragt ein johlendes Scientology-Publikum: "Should we clean up this place?"
Da konnte Guido Knopp, bekannt für seine Sucht, Personen auf einen Charaktertypus festzuschweißen ("Paulus - Der Gefangene", "Rommel - Das Idol" etc...) und ferner bekannt für verharmlosende und betuliche Großvaterdeutschland-Versöhnungsfilmchen, nicht an sich halten:
 
"Es mag ja sein, dass Cruise' Sprechweise bei vielen Erweckungsbewegungen in den USA üblich ist", räumte Knopp der Zeitung gegenüber ein. "Doch die Szene, in der er fragt, ob die Scientologen die Welt säubern sollen und alle Ja rufen, erinnert zwangsläufig jeden Deutschen, der sich für Geschichte interessiert, an die berüchtigte Rede von Goebbels."
 
Übersetzt heißt das: In den USA mag es ja üblich sein, als Goebbels herumzulaufen und die Welt mit Weltkriegen zu bedrohen, wir im Land mit der bewältigten Vergangenheit und unserem Knopp-gefütterten Interesse für Geschichte und unserem eydeetischen Erinnerungsvermögen müssen jedoch solche US-amerikanischen Unsitten aufs Schärfste ablehnen.
 
Und auch Pfarrer Gandow, Sektenbeauftragter der evangelischen Kirche, sieht den Goebbels-Vergleich zwingend gegeben: "Ich bleibe dabei: Tom Cruise ist der Goebbels der Scientologen."
 
Wenn Tom Cruise allerdings der Goebbels der Scientologen ist, ist Scientology wohl die NSDAP und Youtube ein Kriegsschauplatz. So einfach dupliziert eine krachnaive Faschismusanalyse den Nationalsozialismus und macht aus Geschichte eine Farce wie aus der Sportpalastrede mit all ihren grauenhaften Folgen ein Youtube-Klamauk-Propagändchen. So wussten die Jubeldeutschen im Falle Goebbels sehr wohl, dass sie hier die industrielle Massenvernichtung sanktionierten, die in allen NSDAP-Werken angekündigt war. Scientology mag zwar ein elitäres und mithin esoterisch-faschistoides Weltbild pflegen, sogar eine kommerzielle Sekte sein, von der Vernichtung des Weltjudentums oder anderer Chimären als Hauptexistenzgrund ist dagegen wenig zu lesen.
Dass Goebbels nicht Scientologe war, sondern katholisch erzogen wurde, später im Jesuiten-Seminar studierte, weil er Priester werden wollte, will man vielleicht aus Gründen des protestantisch-katholischen Burgfriedens nicht thematisieren. Wie man jedoch angesichts der förmlich explosionsartig expandierenden evangelikalen Sekten, Pfingstkirchen, WASPs, charismatischen Erweckungsbewegungen und so fort ausgerechnet von Seiten des evangelischen Sektenbeauftragten Scientologys doch auf kleinem und berechenbaren Niveau stattfindende Sektenmentalität und Größenphantasie zur anscheinend weltweiten Bedrohung erklären kann, ist wohl weniger einer mangelnden Verinnerlichung der biblischen Lehre vom Balken im eigenen Auge und von unschuldigen Steinewerfern geschuldet, als der Projektion der eigenen Mängel auf ein Äußeres. Zwischen dem Clean-up und der Reinigung durch den heiligen Geist, wie in evangelikalen und protestantischen Kirchen übrigens zum geringsten Teil in US-Amerika praktiziert, besteht in der Tat viel Gemeinsamkeit, von da ist der Weg zu Goebbels totalem Krieg und zu jubelnden Deutschen jedoch exakt gleich weit. Und erst von diesem Befund der Äquidistanz ausgehend könnte dann eine glaubhafte Faschismus-Kritik ansetzen, die jedoch mindestens noch faschistoide Kulte der Kulturindustrie wie HipHop-Call-and-response oder Rammstein -Textemitsingen einbeziehen müsste, um halbwegs den Rang der Gesellschaftskritik einzunehmen.
 
Dem voraus geht allerdings noch ein anständiger Englisch-Unterricht, in dem die feinen Unterschiede zwischen den 10 verschiedenen englischen Wörtern für das im deutschen Stackenblochen mit "saubermachen" in eins fallende "säubern" und entsprechend die Anwendungsmöglichkeiten des phrasal verbs "clean up" sowie letztlich die Bedeutungen von "cleanse" begriffen werden.
25.1.08 09:40


Desidentifikationsmittel nach der Hessenwahl

Der Ekel ist schwer abzuwaschen. Selten fiel es mir so schwer, wenigstens eine weniger schlechte Wahl zu treffen. Noch am Samstag rollte ein Lautsprecherwagen durch das kleine Nest und quäkte von Landtagswahlen und doch bitte CDU und so weiter, ob da von roter Gefahr schwadroniert wurde, war nicht zu verstehen, klar wurde: Da sollte braven, arbeitslosen Bürgern wie mir die wohlverdiente Wochenendruhe geraubt werden. Hätte ich nicht schon längst die Briefwahl getätigt, ich hätte mich erst recht befleißigt gefühlt, ungültig zu kreuzen.
Nun hat denn Koch seinen verdienten Gong erhalten, Ypsilanti will den Bogen offensichtlich bis zu Neuwahlen überspannen und die Chaostruppe der linken Antiimps freut sich über bärenstarke 5,1 Prozent, die sie mit kreuzbiederen Plakaten aus Orten wie Rossdorf oder Amöneburg zusammenklaubte.
"Es gibt keine bürgerliche Mehrheit mehr" jubiliert derweil Ypsilanti, und verabschiedet sich damit vollends von der Restvernunft. Anstelle einer Bloßlegung der CDU wie auch den Flakhelfern des Pöbels (FDP) als im Kern antibürgerlich, rassistisch und im Klientel bedingungslos offen für NPD-Positionen, adelt sie deren engstirnige Borniertheit noch zum Bürgertum. Kein Kuriosum, wenn man sich die intellektuelle Flatulenz der SPD im Allgemeinen und der Hessen-SPD im Besonderen zur Brust nimmt. Die Fokussierung auf Schule und Mindestlohn ist im Populismus der auf Infantilität abstellenden Wahlwerbung (Koch als Schüler) so ärmlich wie der auf ökonomische Analysen per se verzichtenden Linken vom Brot gestohlen. Das Gackern von demokratischer Kultur wird zu Farce, wenn man sich den über Jahre mitgetragenen und nie ernsthaft aufgearbeiteten faschistoiden Führerkult Schröders ansieht. Dass die SPD keine CDU in grün ist, hatte diese Wahl wohl am erfolgsversprechendsten vorzugaukeln versucht. Dass man nun nicht wenigstens nach dem Wahlprogramm und den Wählern der Linken noch deren Stimmen im Landtag verwertet, ist zumindest unehrlich. Koch wäre wenigstens die Chuzpe zuzutrauen gewesen, sich von Stimmen der NPD auch wählen zu lassen, wenn man dem schon inhaltlich gleichsieht.
Die Neuwahlen sind indes schon am Stallmate abzulesen. Die Strategie Ypsilantis ist sonnenklar: Nicht nur, dass sie Koch den Wahlsieg gestohlen hat, nun will sie ihn noch vollends demütigen, indem sie sein Schreckgespenst einer Regierung von Ausländerkommunisten ["Ypsilanti, Al-Wazir und die Kommunisten"] verpuffen lässt. Damit könnte sie durchaus Erfolg haben: Einerseits indem sie durch die Verweigerung dieser Möglichkeit noch ein paar letzte linke Stimmen abgrast, die nun wenigstens via SPD an die studiengebührenfreie Macht wollen, andererseits noch restliche Stimmen aus dem bürgerlichen Lager abgreift, das sie gerade strahlend für besiegt erklärte.
26.1.08 11:54


Drachenläufer

"Ich pisse auf die Mullahs und ihre Bärte."

Kein Wunder, dass die afghanischen Behörden den Film als "unruhestiftend" verboten haben. Afghanistan erinnert er an eine Zeit, in der Frauen unverschleiert auf der Straße gehen durften und in der eine eigene politische Meinung nicht Selbstmord war. Dem Antiamerikanismus hält er Amerika als Zuflucht der Verfolgten vor, als Land der freien Meinung. Bestechlichkeit wird regelrecht als zivilisatorische Qualität gefeiert. Und dem paschtschunischen Ehr- und Rassebegriff mutet er manche Kränkung zu. Zuviel Kritik für das Afghanistan, in dem immer noch die Scharia gilt und in dem außerhalb wie innerhalb der halbwegs befreiten Zonen Drogenbosse, Taliban und Warlords mit undurchsichtigen Interessen herrschen. Der Zensur gegenüber bleibt wenigstens das Schmuggeln von kompakten CDs und Downloads eine wirksame Waffe der Moderne. Vom politischen Aspekt her ist Drachenläufer also ein must-have-seen, schon aus Protest gegen das Verbot.

Vom cineastischen Aspekt aus betrachtet zeichnet sich das Werk vor allem durch ein paar nette Drachenszenen mit einer genialen Kameratechnik und sehr gute, wenngleich etwas kayalgeladene, Schauspieler aus. Ein angestrengter Realismus wirkt dagegen durch emotionale und erzählerische Behelfsmittel zwangsläufig weichgezeichnet. Das bemüht schmonzige Ende, das an den Anfang zurückkehrt, ein Kniff, der Heimeligkeit und ein "Es ist letztlich doch alles so wie es sein soll"-Gefühl erzeugen soll, wirkt zugemutet und synthetisch, wo vorher eher Widersprüche angesprochen wurden. Sadomasochistisch (d.h. in wechselnden Opfer-Täter-close-ups) ausgeleuchtete Vergewaltigungsszenen sind dazu generell als filmisches Mittel zu hinterfragen.

Aus analytischer Perspektive wird das Kastrationsspiel des Drachenabschneidens zum legitimierten ödipalen Aufstand des infantilen Narzissmus und zur homoerotischen Metapher. Verdrängte Homosexualität wird allerdings als notorisch gewaltförmige demaskiert. Dennoch bleibt die dauernde Leitlinie der Pädophilie und der Homosexualität als negatives Merkmal der Taliban etwas enervierend. Es hat den Anschein, als wären hier die zahllosen einzelnen Grausamkeiten auf das zusammengeschnitten, was gemeinhin als Konzentrat des Bösen gilt, um es so einfacher und kompakter abhandeln zu können. Auf diese Weise entsteht leider der fatale Eindruck, den Taliban sei nicht nur ihr rigider Moralismus, sondern vielmehr ihre Doppelmoral vorzuwerfen.
Der Frauenperspektive wird trotz einer "realistisch" ausgeleuchteten Steinigungsszene sehr wenig Raum gegeben, "Drachenläufer" ist vor allem ein Männerfilm mit Männerängsten, ambivalenten Vaterfiguren (zwei alleinerziehende Väter als Hauptdarsteller) und ödipalen Themen. Selbst als die Hauptdarstellerin Soraya den Aufstand gegen den rassistischen Paschtschunen-Vater wagen will, unterbricht sie der Protagonist Amir und übernimmt diesen Aufstand, vereinnahmt ihn in eigenem Interesse und aus Paternalismus.
Der Wiederholungszwang wird mystifiziert, ebenso das Gefühl des Besonderen auf eine besondere, spirituell verhauchte Fähigkeit reduziert, das Drachenfangen. Immerhin wird subtil ein interessanter Diskurs über eine eingangs im Opfern aufgehenden Liebe und dem am Ende geleisteten Austausch des masochistischen Hingebens geführt.

29.1.08 11:05





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