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Lexikon der antisemitischen Klischees

Die Versuche den Antisemiten die Juden auszureden, sind so zahllos wie vergeblich. Die unschuldige Diskussion über den Antisemitismus unter anderem mit den Antisemiten, wie sie der Antisemiten-Spiegel 1890 streitbar ins Felde führte, ist nach Auschwitz eine unmögliche geworden. Den Antisemitismus in den Rang eines Vorurteils zu heben und ihm sogar die Weihen der Diskussionsfähigkeit zu verleihen, indem man seine Argumente als solche nimmt, heißt Auschwitz zu verharmlosen, die ungerührte Eifrigkeit, mit der Antisemiten zu Werke gehen, zu leugnen und ihnen einen naiven Selbstzweifel und Kritikfähigkeit anzudichten, die sie nicht besitzen.

Peter Waldbauer versucht mit dem "Lexikon der antisemitischen Klischees" "Antijüdische Vorurteile und ihre historische Entstehung" zu beschreiben und zu wiederlegen, was gründlich danebengerät und sowohl in der Schärfe des Arguments als auch in der Akribie der Beweisführung noch hinter den Antisemiten-Spiegel zurückfällt. Sein Werk ist in keinem Punkt die versprochene Enzyklopädie der antisemitischen Klischees, wie man sie sich als Antisemitismusforscher durchaus wünschen würde: Mit Datum der ersten Nennung des Klischees, der weiteren Vorkommen und einer geschichtswissenschaftlichen Beurteilung der Ursachen von Entstehung und Verbreitung.

Waldbauer versachlicht schon im Titel den Antisemitismus, die ausdauerndste mörderischste Bewegung aller Zeiten, zu einem Vorurteil. Wenn aber dem "antijüdischen Vorurteil" auch noch eine "historische Entstehung" zugesprochen wird, entfällt Individualpsychologie und Traditionslinien entschuldigen das antisemitische Subjekt als bewusstloses Ende einer kulturellen Kette.
Nicht zuletzt bleibt das Argument Waldbauers auf der Ebene der autoritären Wahrheitsbehauptung stehen, die Ursache für das Klischee will er durch empirische Widerlegung ex cathetra leisten, nicht durch Quellenangaben, Statistik oder logische Widerlegung. Häufig sagt er einfach: Es ist ganz bestimmt nicht so oder so, was vielleicht bei einem Bundepräsidentenwort eine gewisse Wirkung auf allzu autoritäre Charaktere hätte, aber kaum geeignet ist, vom Standpunkt eines unbekannten Autoren aus der wahnhaften Phantasiewelt des Antisemiten zu begegnen.

Schon der Fragenkatalog stellt nicht selten Konzessionen auf den Antisemitismus ab. Es wird den Antisemiten kaum kümmern, ob Rosenkranz nun ein jüdischer oder ein katholischer Namen ist.
"Erkennt man einen jüdischen Geschäftsmann an seiner "Wohlstandszigarre"? lässt Waldbauer einen fiktiven, naiv fragenden und auf Aufklärung hoffenden Antisemiten zu Wort kommen um ihm burschikos zu antworten:

"Zum Schmunzeln ist dieses Klischee schon, aber bis in die 1960er Jahre galt in Wien ernsthaft noch folgende Regel: Zigarre gleich Wohlstand, Wohlstand gleich Jude."

Was an diesem Klischee überhaupt nicht zum Schmunzeln ist, ist die Ebene der Gewalt, die gerade das antikapitalistische Wahngebilde erst entfachte. Die Ebene der Unglaublichkeit, die den Antisemitismus als historisch überholten Aberglauben zum Diminutiv seiner realen, modernen Gewalt geraten lässt, befindet sich auf dem Niveau der Anekdote über die Hinterwäldler, wird aber in keinster Weise dem Wahn des Antisemitismus gerecht.

90-100 Prozent der vorgestellten Fragen bergen diese selektiv vorgestellte Naivetät: "Kann man Juden an Ihrem Äußeren erkennen" wird mit einem schlagenden Beispielbeweis eines blauäugigen blonden Juden "widerlegt", als hätten nicht Nichtarier als KZ-Schergen ungerührt Zehntausende blonder, blauäugiger Juden ins Gas geschickt.

"Werden die Juden besonders alt" wird teilweise bejaht, denn Juden achteten anscheinend mehr auf ihre Lebensweise. Warum allein im letzten Jahrhundert Millionen von Juden allein aufgrund ihrer Herkunft nicht "besonders alt wurde", i.E. brutalstmöglich ermordet wurden, bleibt selbstverständlich außen vor. Die Harmlosigkeit der Fragestellungpaart sich gerne mit einem ausgemachten Zynismus. Weitere Fragen, die den wissbegierigen und belogenen Antisemiten nach Waldbauer quälen, und über die er anscheinend in einschlägigen Quellen keine eindeutigen Antworten findet, sind:

"Sind Juden hartherzig und skrupellos", "Gehören den Juden alle Banken", "Haben die Warenhäuser die Landwirtschaft geschädigt", und nicht zuletzt historisches Banalwissen, das durch erneute Besprechung eher in Frage gestellt wird, denn belegt: "Gab es im Dritten Reich wieder Ghettos?" Der gute Onkel Waldbauer wäre wahrscheinlich gutmütig genug, dem Antisemiten auch die Frage zu beantworten, ob denn nun die Juden daran schuld seien, dass die Erde flach ist.

Waldbauers unnötige, wissenschaftlich dürftige und bisweilen explizit falsche Zusammenstellung ist ein Ärgernis. Sie würdigt den derzeitigen Stand der Antisemitismusforschung herab, begibt sich auf die Ebene des Unterbelichteten und zeigt in seiner ganzen Verkitschung leider keinerlei Ursachen auf. Er versucht den Antisemitismus und seine Judenfrage ein weiteres Mal vom Judentum her zu lösen, und bespricht dieses zudem wie ein fremdes Tier, das mit ein wenig Erfahrungsebene schon zutraulich werde und auch gar nicht so bösartig sei, wie immer gesagt wird. Ein solches Buch hätte man über Wölfe schreiben können, wohl kaum aber über Menschen, an die sich die Projektion von Millionen und möglicherweise inzwischen Milliarden von Antisemiten fern jeder Argumentation bei gleichzeitiger Bereitschaft zum Äußersten klammert.

Antisemitische Propaganda entbehrt der Logik und des Wahrheitsgehaltes nicht ohne Grund, deren Abwesenheit ist sogar Grundbedingung für das Fortbestehen. Nichts facht den Antisemiten zu intellektuelleren Höchstleistungen an, als eben jene bloßgestellten Lügen zu einem monströseren Gebilde wieder zusammenzimmern zu dürfen, und da finden sich dann selbstverständlich alle Argumente Waldbauers in das Gegenteil ihrer gutgemeinten Absicht verkehrt wieder.

Der Antisemit muss nicht lügen, um Antisemit zu sein, er kann eine Wahrheit über Juden genauso wie eine Lüge aussprechen und sie gegen Juden wenden. Waldbauer hätte besser ein weiteres Geschichtsbuch über das Judentum erarbeitet, oder eine weitere Geschichte des Antisemitismus. So bleibt sein engagiertes Buch ein Fehler, gut allenfalls für den Papierkorb und nicht zuletzt ein Buch, das durch seinen verharmlosenden Charakter der Aufklärung über den Antisemitismus feindlich entgegen steht.

Quellen: Peter Waldbauer, 2007: "Lexikon der antisemitischen Klischees. Antijüdische Vorurteile und ihre historische Entstehung." Mankau Verlag, 193 Seiten, 12,95 €.

Sehr viel lesenswerter: Henrik M. Broder: "Der ewige Antisemit. Über Sinn und Funktion eines beständigen Gefühls."

4.5.07 11:31


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ES WIRD KEINE SLIME-REUNION GEBEN

Slime war die beste und intelligenteste Deutschpunk-Band. Soviel war als 14-Jähriger ohnehin klar, man musste deshalb mindestens die "Schweineherbst", die "Compilation" und die "Viva la muerte" kaufen und zu gnadenlos guten Akkordfolgen (mehr als 3!) mit dem zugedröhnten Kopf wackeln, der nicht hinter die Poesie der Texte kommen wollte. Diese erste überhaupt in Deutschland indizierte Punkband war einfach nochmal um Längen schneller, heftiger und wütender als das Ton-Steine-Scherben Hippie-Geschmachte mit Triangel und Xylophon.

Einigen war das nicht genug, man wollte Heilige, die sich von Mana ernährten: Aufgrund der steigenden Popularität und des kommerziellen Labels tauchten erste "Ausverkaufs-" und "Verrats"vorwürfe in der linken Szene auf; nunmehr prügelten sich nicht nur Publikum und Polizei, sondern in Hannover und München auch Publikum und Band.

Weniger ein Anlass zu Prügeleien war der Antiamerikanismus der Band:

Slime I (1981) [Originalwerbung von www.slime.de]

Legendäres Debut: Alle Hits der ersten Stunde - von "Bullenschweine", "A.C.A.B." zu "Deutschland muß sterben" - als CD komplettiert mit "Polizei SA/SS". DER Soundtrack zur Straßenschlacht.

Darin der Titelsong:

Yankees raus
SLIME 1982 - Text & Musik von Stephan Mahler / Elf (Michael Mayer-Poes)

Tausende von Menschen
Maenner, Frauen und Kinder
Zerfetzt von Napalm in Vietnam
Tausende von Menschen
Rote und Schwarze
Gejagt und getoetet vom Ku-Klux-Klan
USA - Das Blut fliesst durch sie jeden Tag
USA - Das Blut fliesst durch sie seit dem Tag
Seit dem es sie gibt
Yankees raus, Yankees raus
Wir sind Millionen und wir schreien es raus
Yankees raus, Yankees raus
Wir sind Millionen und wir schreien es raus
Amis raus
Imperialisten, Kriegsriskierer
Friedenswille stoesst Euch vom Thron
Zu viel Schrecken droht dem Verlierer
Eure Gegner stellen eine Nation
Ref.
Ghettos in Frisco, Slums in L.A.
Das ist der American Way
Im Land der Freiheit sind alle gleich
So gleich wie damals im dritten Reich
Ref.

Der Song "Yankees Raus" war nicht etwa eine peinliche Begebenheit, sondern trug die Band, wurde auf der "Compilation" als einziger Song gleich zweimal aufgenommen, und eroberte 2003 auf einem attac-Sampler neues Terrain.

Der Song wurde von Rubberslime für den Sampler mit einem anderen Text als dem des Originals von 1982 neu aufgenommen. Besonders die Textzeile "Weltpolizei SA - SS" erregte die Gemüter einiger Attac-Mitglieder, da sie nach ihrer Meinung die Verbrechen der NS-Zeit verharmlost und zugleich die USA auf eine Stufe mit der SA, bzw. der SS stellt. (Wikipedia )

Der neue Song von 2003:

Yankees raus
RUBBERSLIME 2003 - aktualisierter Text von Elf

In Hiroshima fing alles an
Die letzten Schranken fielen in Vietnam
Ein Albtraum "Made in America"
Das 4. Reich ist schon lange da

Ref. U S A - Das Blut fließt durch sie jeden Tag
U S A - Das Blut fließt durch sie seit dem Tag
Seit dem es sie gibt

Yankees raus, Yankees raus
Wir sind Millionen und wir schreien es raus
Yankees raus, Yankees raus
Wir sind Millionen und wir schreien es raus
Amis raus!

Imperialisten, Kriegsriskierer
Weltpolizei SA - SS
Am Ende seid ihr die Verlierer
Machthunger wird für euch zur Pest

U S A - Blut fließt durch sie jeden Tag
U S A - Blut fließt durch sie seit dem Tag
Seit dem es sie gibt

Yankees raus, Yankees raus
Wir sind Millionen und wir schreien es raus
Yankees raus, Yankees raus
Wir sind Millionen und wir schreien es raus
Amis raus!

Solo

U S A - Das Blut fließt durch sie jeden Tag
U S A - Das Blut fließt durch sie seit dem Tag
Seit dem es sie gibt

Yankees raus, Yankees raus
Wir sind Millionen und wir schreien es raus
Yankees raus, Yankees raus
Wir sind Millionen und wir schreien es raus
Amis raus!

Krieg in Afghanistan, Krieg im Irak
Welches Land ist wohl als nächstes dran
Hey George double U, hör mal zu
Saddam ist auch nicht schlimmer als du

Refrain
Yankees raus!

In der attac-debatte um die Veröffentlichung des Sonds meint der interviewte Mit-Autor des Songs:

Erst einmal sind weder "Yankees" noch "Amis", Bezeichnungen für eine Rasse. Zweitens muss man in einem Songtext der nur drei Strophen und einen Refrain hat und außerdem aus dem Bereich PUNK kommt auch mit Provokation arbeiten. Man kann ja keinen weitschweifigen Diskurs über das Für und Wider der amerikanischen Außenpolitik in einem kurzen Punksong unterbringen. Das wäre auch total langweilig! [...] Der Song ist gegen Bush gerichtet und nicht gegen alle Amerikaner!!! Ich behaupte mal, Michael Moore [...] würde den Text auch OK finden.

"Total langweilig" ist das größte Feindbild des Punk, und damit wurde er total langweilig. Mit Michael Moore, dem Vorgartenblockwart der Deutschen in Amerika, macht man als Punk ebenso gern gemeinsame Sache wie mit Nazipropaganda oder Saddam Hussein. In anderen Bereichen ist man im Vergleich dazu doch merkwürdig reflektiert und zahm geworden:

Texte wie "Bullenschweine" würde ich aber in der Form wie vor 23 Jahren heute nicht mehr schreiben, das ist dann doch zu einfach und zu krass.

Eine andere anscheinend überhaupt nicht zu krasse Slime-Hymne des Antiamerikanismus ging neben "Yankees out" fast unter:

Großer Bruder

Sie sind wie Kannibalen
Sie fressen die Völker auf
Politik der Stärke
Der Mörder sitzt im Weißen Haus
Was ist mit El Salvador
Was mit Nicaragua

Was war denn auf Grenada
Jedenfalls schon lange da
Kurzgeschorene Söldner
Ziehen in die Schlacht
Im Namen der Freiheit
Werden Menschen umgebracht
Was ist mit El Salvador
Was mit Nicaragua
Was war denn auf Grenada
Jedenfalls schon lange da
Wir brauchen keinen großen Bruder
Der mordet und plündert und Kinder erschießt
Wir brauchen keinen großen Bruder
Der mordet und plündert und Menschen frißt
Sie brachten uns McDonald's
Cola und Pershing 2
Und wenn wir uns nicht wehren
Bringen sie uns Weltkrieg 3
Was ist mit El Salvador
Was mit Nicaragua

Was war denn auf Grenada
Das zweite Vietnam ist schon lange da
Wir brauchen keinen großen Bruder
Der mordet und plündert und Kinder erschießt
Wir brauchen keinen großen Bruder
Der mordet und plündert und Menschen frißt

Die USA als menschenfressender Kannibale, der sich an "den Völkern" vergeht, ist nur das allen bekannte antisemitisch/antiamerikanische Idiom. Cola und MacDonalds, im Prinzip die Freunde jedes gutgenährten Punks, sind Pershing 2 und Vietnam gleichgesellt, die Halluzination kennt nur Übel, die auf eine ödipale Vaterfigur reduziert werden: Den bluttrinkende Mörder im strahlend-weißen Haus. Ob der Song "Bruder" auf der "Viva la muerte" Bezug auf den Song "großer Bruder" nimmt, ist mir nicht klar.

Der Punk war bestrebt, alles einfacher zu machen, und schoß mit 3 Akkorden und Zwille auf komplexe Verhältnisse, von denen er dann am wenigsten Ahnung hatte, wenn er sich am meisten davon betroffen wähnte. Das Kapitalismusverständnis von Slime trägt bei "goldene türme" die Bereitschaft zum masochistischen Antiimperialismus:

Es ist sehr einfach, es liegt auf der Hand
Diese Menschen kommen hier in "unser Land"
Weil wir sie um das ihre betrogen
Es ihnen abgenommen und ausgesogen
Sie folgen ihrem gestohlenen Leben
Was uns reich gemacht
Und Überfluss gegeben
Es ist folgerichtig, es wird so sein

Goldene Türme wachsen nicht endlos
Sie stürzen ein

Wie denkst du dir die perfekte Welt?
Was denkst du, woher kommt das ganze Geld?
Ich kann mir nich vorstellen, dass es wirklich so ist
Dass du so dumm, unmenschlich und ohne Augen bist
Nicht zu sehen, der Rest der Welt krepiert
Weil nach wie vor die Herrenrasse regiert
Es ist folgerichtig, es wird so sein

Goldene Türme wachsen nicht endlos
Sie stürzen ein

Manchmal denk' ich, es wäre auch OK
Selbst wenn ich in dem Fall auch draufgeh'
Dass man nicht mehr anklopft, "dürfen wir?"
Sondern in Waffen reinstürzt durch die offene Tür
Mit wilden Augen sie von überall kommen
Und sich zurückholen, was wir ihnen genommen
Es ist folgerichtig, es wird so sein

Goldene Türme wachsen nicht endlos
Sie stürzen ein

Nur folgerichtig diente ein derartiger Text den Antisemiten nach dem 9/11 als Inspiration und Bestätigung.
Wut gegen allzu abstrakte Vorgänge entbirst dem, der gerade noch die Stromgitarre einzustecken vermag, und so gesellen sich in "Deutschland muß sterben, damit wir leben können" zu den AKW's die Computer:

Wo Raketen und Panzer den Frieden sichern,
AKW´s und Computer das Leben verbessern,
bewaffnete Roboter überall

Das passt in eine Zeit, in der Georg Danzer beispielsweise noch mit luddistischen Songs wie "Zerschlagt die Computer" in den linken Charts landete.
Überhaupt nicht verwunderlich bei derartig eifernem Konservativismus ist daher eine Sexualmoral, die Punks merkwürdig doppelmoralisch zu Gesicht steht:

Die Discowichser tanzen sich tot
Hirnis überall wohin du siehst - Discopopper
Geschniegelt, gebügelt und verspiegelt - Discoficker
Hirnlos, machtlos, kein Gewissen - Discopopper
Solche Typen haben bei uns verschissen - Discoficker
Samstag Nacht - Discozeit
Girls girls girls zum Ficken bereit
Eltern überall in großer Not
Die Discowichser tanzen sich tot

Tot!

Zu solchen Zeilen pogte die Menge, um hinterher ungeniert nach der Straßenschlacht den Koitus im Vollsuff als Option Nr. 1 anzukreuzen. Das Feindbild sieht eben dem Selbst doch immer wieder ähnlich. "ich hasse euch, ich bin kein teil von euch" heißt es in feuer" auf der "Schweineherbst".
In einem einzigen Fall allerdings ist Slime ein gutes Stück politischer Sachverstand zuzugestehen:

Iran Iran
Zieht Mörderschweine an
Panzer Panzer
Apokalypse der Landser
Iran Iran
Mörderisch brutal
Revolution Revolution
Freiheit auch nicht dieses Mal
Koran Koran
Bibel von Faschisten
Schah und Khomeini
Ab in die Kisten
Iran Iran
Mörderisch brutal
Revolution Revolution
Freiheit auch nicht dieses Mal

Wenigstens einer hat an diese Tradition ein klitzekleines bisschen angeknüpft, und man darf vielleicht, möglicherweise, ein klein bisschen hoffen, dass es um ihn nicht komplett vergebens sein wird und Slime sich irgendwann auch noch entschuldigen wird für das exzessive Schüren von Hass und Gewalt gegen Beamte und Amerikaner:

Stephan Mahler, Drummer der Ex-Band SLIME und wesentlicher Mit-Urheber der Originalfassung von "Yankees raus" schreibt am 13.09.03:
"Wogegen ich mich halt verwahre, ist wenn im Namen Slime Dinge öffentlich gemacht werden die ich nicht nur nicht mittragen kann sondern einfach inhaltlich grauenhaft finde: Diese ewige,wirklich abgedroschene Bezugsetzung zum Faschismus in Deutschland im Falle des US Imperialismus und dem Angriff auf den Irak, nur weil es so griffig ist und sich hart anhört, gefällt mir nicht, sie ist in Ihrer Einfallslosigkeit politisch schlicht falsch; mir kommt das so vor als wenn jemand halb überlegt und dann halt irgendetwas rausposaunt, unwissentlich über die Verantwortung gegenüber den Worten und der Öffentlichkeit. Meiner Ablehnung gegenüber dem US Imperialismus und seinen Kriegen kann ich heutzutage nicht mehr mit Plattheiten gerecht werden - Der umgeschriebene Text von Yankees raus ist aber nicht nur platt und z.T. albern (siehe letzte Strophe) sondern solche Textzeilen wie USA SA SS sind für mich aufgesetzt effekthascherisch, das ist die Sprache, die wir zum Teil vor zwanzig Jahren gewählt haben und die direkte Umsetzung unseres Schwarz/weiß Denkens war, es sollte auch nicht sonderlich reflektiert sein. Nun sind aber über zwanzig Jahre vergangen und die Dinge liegen sehr viel komplexer, denen wird man mit diesen Plattitüden wahrlich nicht gerecht. Es sei denn, man will das, aber das lehne ich ab, also bitte nicht (auch ) in meinem Namen.. Vielleicht hätte Elf das Alles lieber mit einer gänzlich neuen Band und einem Namen, der nicht im direkten Bezug zu Slime steht verfolgen sollen. Ansonsten unterstütze ich Eure Arbeit und deren Ziele absolut. Viele Grüsse, Stephan

24.5.07 13:18


Inland Empire - und in Hollywood herrscht die Wut

Joseph Beuys wäre möglicherweise einen Vergleich mit David Lynch wert. Auch er schaffte es mit bizarrren Abstraktionen zu imponieren, und sich dennoch Esoterik intravenös zu verabreichen.
Der Unterschied bei Lynch liegt jedoch darin: Dessen Abstraktionen sind echt. Lynch verweigert sich tatsächlich der Interpretation und die einzige aufklärerische Konsequenz, die daraus zu ziehen wäre, ist, seine Filme psychoanalytisch zu behandeln und damit weder zu deuteln noch zu interpretieren.
Wesentlich bei Inland Empire erscheint mir der psychotische Einbruch des Irrealen in die reale Welt. Lynch balanciert auf der Rasierklinge der Ambivalenzen, sein Horror besteht in der nie vollzogenen Drohung, sich für eine Seite zu entscheiden. Aus höflichen Gesten zieht Lynch die aufdringliche Aggressivität, an hübsche Gesichter rückt er bis zur Unerträglichkeit heran, verzerrt sie im Weitwinkel zu dämonischen Fratzen aus konzentrierter Angst, die Abscheu erregt, das Jubeln gerät zum archaischen Doppellaut zwischen Angstgeheule und Kriegsgeschrei.
Das ist in seiner Konsequenz und Perpetuierung ein Trick, den Lynch allerdings meisterhaft beherrscht: Die Verformung des allzu Schönen ins unsägliche Grauen. Das ästhetische, Reine, artifizielle, das sich mit dem Schraubenzieher gegen sich selbst wendet, symbolisiert in den immer wiederkehrenden schönen Schauspielern, in den Kino-, Theater- und Zirkusthemen erhält seinen Antagonismus in Schäbigkeit, Prostitution, Slang. Die Zweiheit ist eine starre, determinierte, die nicht zu überwinden ist und schicksalhaft abläuft: Das macht Lynch mit dem Beharren auf so unterschiedlichen Geschlechterrollen deutlich, konkret in der Geschichte der Nachbarin von den bösen Jungen und halbgeborenen Mädchen. Was Lynch hier vorführt ist das Zero-Sum-Universe: Die Befreiung des einen ist das Gefängnis des anderen, Reichtum bedarf der Armut als Nachtschatten, eine Versöhnung ist nicht in Sicht.
Ob Lynch es nun beabsichtigt oder zum Zwecke der Kritik exerziert:
Er spricht den autoritären Charakter an. Die symbolistische Aufladung von minimalen Handlungen mit scheinbar Signifikantem ist das magische Denken, Okkultismus, dem die Stellung von Sternen ebenso viel Sinn verspricht, wie ein im Film weggeworfenes Coladeckelchen, die Farbe von Zimmern oder die Form der Lampen. Dieser Überschuss an Signifikantem schreit im Zuschauer nach einer Autorität, die solche scheinbaren Zusammenhänge für ihn deutet. Im aufgeklärten Individuum wird solches Rätseln in die Anstrengung des Geistes umgewandelt, der seinen Herrschaftsanspruch allerdings vor der allgemeinen Sinnlosigkeit aufgeben muss, wenn er nicht am Rätsel, das keines ist, toll werden will. Das große Rätsel ist der Köder, mit dem Lynch den Geist in antiaufklärerischer Absicht aber mit möglicher aufklärerischer Wirkung an seine Grenzen treiben will. Im Film bietet Lynch mystische Autoritäten an, die Nachbarin, der Bebrillte, der Regisseur, die allesamt vorgaukeln, es gebe das geheime Wissen, es gebe tatsächlich eine Lösung des Rätsels.
Die immer gefälligen Themen Sex, Crime und Tod, oder als Triade von Ödipus, Eros und Thanatos zu denken, fügt Lynch nur in Symbolismen zusammen und schichtet sie in Variationen zu einem monströsen Haufen auf, der Konsistenz heuchelt.
Die aggressive Esoterik in Lynchs Interviews und seinen Websites lässt eine instrumentelle Absicht vermuten: Soll durch das große psychotische Rätsel über drei Stunden der Verstand sturmreif geschossen werden, um letztlich seine transzendentale Meditation als Ausweg, als autoritäre Lösung anzubieten? Zumindest lassen seine Websites das vermuten.
 
Ebenso geheuchelt ist die Emanzipation der Hauptdarstellerinnen, denn primär sollen sie als Identifikationsobjekt dienen, das mehr Angstlust zu erzeugen vermag, als Lynchs männliche Charaktere, deren Drohung an die weibliche Emanzipation schon zu sehr zelebriert wird, um nicht auch eine dem Film und damit Lynch inhärente zu sein. Die Frau tritt in Inland Empire als Hexe, Hure oder Opfer auf. Sie ist nie Subjekt der Handlung, sondern passives Objekt, als Empfehlung an den Zuschauer lässt sie sich von ihren Instinkten leiten, folgt überirdischen Mächten und öffnet wie "magisch" angezogen Türen, die jeder gesunde Menschenverstand geschlossen ließe. Der Gewalt gegen sie ist stets eine Rechtfertigung implantiert, sei es nun die Entdeckung der Untreue, das Beharren auf den heiligen Bund oder die einzige Frage des Bebrillten: nach dem Wahrheitsgehalt des männlichen Verdachts der Untreue. Zu wenig entscheidet sich Lynch hier für eine Seite, um nicht mit der Gewalt auch zu sympathisieren oder zumindest die Abscheu über den Anlass zu teilen.
Was Inland Empire unappetitlich macht ist ein Rekurs auf den Zigeunerfluch, den Lynch nicht zu entlarven sucht, sondern ihn als billige Posse aufrechterhält. Der Antiziganismus von "Thinner" wird dabei nur umgemodelt. Zigeuner sind die Bösen im Inland Empire, sie schnattern hässlich drauflos, verfluchen mit Fingerzeigen und betreiben einen menschenhandelnden Wanderzirkus. Das Fremde als Bedrohlich zu zelebrieren ist Lynchs Metier. In Inland Empire gerät es zu oft in die Nähe rassistischer Stereotypien.
 
Die Hollywood-Feindschaft von Lynch wird in "Inland Empire" bis zum Erbrechen simpel abexerziert, es tropft doch tatsächlich noch Blut auf den Walk of Fame. Als vergeistigter Esoteriker muss Lynch Dekadenz zum Feindbild erklären, und seinen Aggressionen gegen die Prostitution freien Lauf lassen - die Stars als Prostituierte und damit moralisch zu verurteilende.
Lynchs Bluff ist ein Bluff des Bluffs des Bluffs. Er hat tatsächlich kein großes Blatt auf der Hand. Das allerdings spielt er so meisterhaft, dass man meint, man sei am verlieren. Obwohl man mit jeder Frage, die Lynch aufwirft, nur gewinnt, wenn man sie als Selbstzweck und nicht als Mittel zum Zweck einer vorgefertigten Antwort betrachtet. Man sollte also Lynchs Rat ernst nehmen, und sich im Film einfach treiben lassen, ästhetische Inspiration suchen, den infantilen Ängsten nachspüren und hinterherschnuppern, wenn die seltsamen Räume auf der Leinwand in uns noch einmal die Befremdung auslösen, die wir zuletzt als Kind verspürten, als wir merkten, dass eine Wand ein sinnlich erfahrbares und damit prinzipiell bedrohliches Objekt außerhalb unserer selbst ist, eine Kellertüre monströse Ängste hervorrief, wir stundenlang Lampen ein- und ausschalteten und schlechtgeflickte narzisstische Wunden uns als ewig Halbgeborene herumlaufen ließen.
Die großartigen Einstellungen auf die Person in ihrem Verhältnis zur Architektur sind Lynchs Meisterstück, und mancher Screenshot ist hier schon allein ein meisterhaftes Gemälde mit überwältigender Komposition der Perspektiven, Farben und Lichtwirkung.
 
 
 
27.5.07 02:03


ICH WILL IHN JETZT SCHON SEHEN!

SOFORT! UNVERMITTELT! UNSYNCHRONISIERT!

Wen?

Na den!

Das am sehnsüchtigsten erwartete Follow-up aller Zeiten!



"Sly ain't gettin older ,he's gettin better !"

"God would have mercy.John Rambo won't."

"ArabMasterMike your just pissed because Rambo kills terrorists and bad people in general, if he went after Osama Bin Laden he would rip his heart out of his chest and eat it whole."

"this looks freakin mental! awesome!"

"fuck yeah!! thats what im fuckin talking about!!!"

"Rambo is crazy!! Don't you get it!!! You dumbass morons dissin this movie...you don't understand John Rambo! You never have and you never will!!!"

"Rambo is back and this time he's INSANE!!!!! God Bless Rambo!"

"Shut the fuck up bali!! Stallone is sixty and still in better shape than you you piece of shit hater!"

"FUCKING GODZILLA!"
27.5.07 14:36


Werbung und Commercials.

Werbung ist das a und o der liberalen bürgerlichen Gesellschaft. Als unverständlicher Teil der abstrakten Seite der Warenproduktion wird sie zum Gegenpol der Weltverbesserer: Sie zeichnen Vampire auf Briefkastenaufkleber, mit Sprüchen gegen Werbung. Zu Unrecht sehen sie sich umworben, scheinen sie doch von je schon zu wissen, was ihnen zum Vorteil gereicht: Das ehrliche, bodenständige, kleinbürgerliche Handwerk braucht keine Werbung, allenfalls in der Tafel mit den Tagesangeboten beim Dorfmetzger. Man weiß ohnehin, wo der heimelige Tante-Emma-Dorfladen wohnt. So verschulden sich diese Leute, indem sie Waren und Verträge weit über Wert bei vermeintlich vertrauensseligen Verwandten und Bekannten dritten Grades erwerben.
In einer komplexeren Welt mag man sich über Spams ebenso empören, wie man sich über den freundlichen Hinweis eines Freundes auf eine besonders attraktive Website mit den neuesten kritisch-theoretischen Veröffentlichungen freut. Beides sind jedoch vermittelte Phänomene, die zunächst einmal deshalb sympathisch sind, weil sie die Entscheidungshoheit dem Kunden überlassen, ihn in seiner Vernunft ansprechen und dafür keinen Mehraufwand scheuen.
Das Medium Werbung treibt zudem merkwürdige Blüten: Kunst, Lyrik, Kurzfilme, Schauspieler, Sport, kaum einen Bereich, den Werbung nicht zu Recht erfassen würde, ist sie doch Stempel der marktwirtschaftlichen Vermittlung von den scheinbar autonomen gesellschaftlichen Erscheinungen und der sie zutiefst bedingenden kapitalistischer Produktionsweise. Ein Miesepeter, wer darin einen unzulässigen Angriff auf ein von der Warenproduktion nicht Affiziertes sieht, eine ominöse Beeinflussung der urteilslosen Masse, wie noch bei Diskussionen über das Plakatgesetz vom 13.4.1849 gemutmaßt wurde.


Kurz und gut, ich habe mich bei einer kleinen Rezensionsvermittlung beworben und einen Auftrag erhalten, 40 € für eine kurze, völlig freie Beurteilung einer Website, die als nächster Artikel erscheinen wird. Aus gewissen Gründen ist diese Vermittlungsagentur (wie andere) sehr darauf bedacht, Schleichwerbung und die negative Publicity, die damit verknüpft ist, zu vermeiden, das bedeutet: jeder Auftrag muss als kommerzieller EINDEUTIG gekennzeichnet sein und entsprechende Links und Logos aufweisen, sonst gibt es keine Kohle. Für einen armen Studenten sind 40€ ein unverzichtbares und willkommenes Zubrot, Frucht der langen Mühen, ein neues Paar Schuhe oder das dringend benötigte Standardwerk zur Einführung in das Nowikow-Selbstübereinstimmungsprinzip.
Die bei den Rezensionen ausdrücklich erwünschte redaktionelle Freiheit wird mir auch in den wenigen bezahlten Rezensionen ermöglichen, so kritisch zu bleiben, wie ich es ohnehin geblieben wäre, lediglich das Thema wird vorgegeben. Wer einen Ausverkauf von nichtidentisches vermutet, sei zum ersten zu schärfstem Protest und Diskussion via Kommentarfunktion oder Mail aufgefordert, und zum zweiten vorweg beruhigt:
Weder werde ich weniger zu anderen Themen schreiben, noch wird in irgendeiner Weise mehr Schleichwerbung betrieben, als ohnehin der Fall.
Beschwert euch einfach, wenn die Lesbarkeit oder die Qualität in irgendeiner Weise abnehmen sollte. Die eingenommene Kohle von Heuschreckenfirmen werde ich selbstverständlich nach Kräften nutzen, um Arbeiterinnen in thailändischen Sweatshops auszusaugen, Mauern und Zäune um Palästina zu bauen und bei Condoleeza Rice Klavierstunden zu nehmen.
31.5.07 14:19


Kampf den Gewerkschaften!

Der G8-Gipfel zieht derzeit alle notorischen "Was-Tun"-Müsser und gleichgeschaltete autonome Schlümpfe an.
Ganz sicher nicht wird dort gegen britische oder südafrikanische Gewerkschaften demonstriert, die sich inzwischen komplett der Fortführung des Nationalsozialismus in der Vernichtung Israels verschrieben haben, wie unschwer aus diesem lesenswerten Artikel der Jerusalem Post hervorgeht. 
 
31.5.07 18:12


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