Startseite
    Antiamerikanismus
    Antisemitismus
    Islamismus
    Verwaltete Welt
    Kulturindustrie
    Rassismus
    Aberglaube
    Kulturalismus
    Make a wish
  Über...
  Archiv
  African Islamism
  Gesammelte Werke
  Texte
  African witch-hunts
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Sofakunst
   Wikipedia
   Fremdwörter-Lexikon
   Marx-Engels-Werke
   Asia Times
   This is Zimbabwe
   
   Achse des Guten
   adf
   africa daily
   african studies quarterly
   african sun news
   aftershow
   against
   allafrica.com
   Antibürokratieteam
   Arabs for Israel
   Jaegerzaun
   Atlas Shrugs
   Bad Blog
   Bahamas
   What is witchcraft?
   Botschaft Israels
   ca ira Verlag
   unterdemstrich
   Camera
   classless
   ChinaDaily
   Die Jüdische
   Dissidenz
   Emma
   e pluribus unum
   Ex-Blond
   EYEontheUN
   FdoG
   Frontierpost Pakistan
   Fuchsbau
   Gripsiltis
   Haaretz.com
   Hadith Database
   honestly concerned
   Iranfocus
   iraqui bloggers central
   israel defence force
   Israel News Infolive
   Israpundit
   Ivison
   Jerusalem Post
   John Cox
   kaffe ohne sahne
   Karwan Baschi
   LittleGreenFootballs
   lizas welt
   maedchenblog
   Matthias Küntzel
   MEMRI
   Middle East Info
   myissue
   nada
   No Blood for Sauerkraut!
   planethop
   prodomo
   sandmonkey
   sozioproktologe
   spirit of entebbe
   starblog
   Telegehirn
   tous et rien
   ugly dresden
   unkultur
   WADI
   weapons of modern democracy
   western resistance
   Wind in the Wires

kostenloser Counter

Webnews



https://myblog.de/nichtidentisches

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Mehr zur "Psychopathologie des Islam"



Natascha Wilting bereitete in ihrem Beitrag „Psychopathologie des Islam“ (Bahamas 38) die These vor, dass eine spezifisch islamische Erziehungspraxis eine spezifisch islamische Pathologie begünstige. So soll die lange Säugungszeit (3-8 Jahre) für Jungen diesen im infantilen Glauben belassen, die Welt diene nur der Befriedigung seiner Interessen. Ungezügelte infantile Masturbation sei zudem der Grund für Allmachtsphantasie. „Da der Penis der Quell seiner Großartigkeit ist, darf der kleine Junge mit ihm spielen, wann immer es ihm beliebt.“ (Wilting). Der Kastrationskomplex bleibe aus und der Junge erscheine sich bereits ohne Konflikt als allmächtiger Vater.
Psychologie ersetzt nicht allein den Arzt und so bleibt Wilting uns die Frage schuldig, was das spezifisch Pathologische am Islam sei.

Das Vorrecht des männlichen Nachkommen ist auch in christlichen Gesellschaften ein allgemeines, in Bayern werden in gewissen Dörfern die Väter weiblichen Nachwuchses als „Büchsenmacher“ beschimpft und bekommen nachts eine Dosenkette ans Haus gehängt. In Indien besteht bereits ein eklatanter "Frauenmangel", weil Mädchen abgetrieben oder nach der Geburt ersäuft werden. Aus keiner dieser Gesellschaften kennt man allerdings die spezifisch islamische Psychopathologie.
Lange Säugungszeiten dürften weniger über islamische Katechismen festgelegt sein, die, hier stimme ich Wilting zu: durch ihre Regelungswut sehr deutliche anale Züge offenbaren, als vielmehr Relikt einer Produktionsweise, in der Säugung eine billige, nahrhafte und halbwegs sterile Ernährungsform ist.

Von den (nicht minder pathisch projizierenden) Shuar in Ecuador sind ebenfalls Säugungszeiten von bis zu 8 Jahren bekannt. Dass die jungen Männer hier auszogen, um über einen erbeuteten Schrumpfkopf phallische Macht und Unverwundbarkeit zu erlangen, dürfte aber eher mit einer permanenten Kastrationsdrohung zusammenhängen, die während der Säugung erfolgen muss. Obwohl das Kind das Objekt seiner Begierde erhält, wird ihm der weiterführende Trieb umso öfter versagt werden müssen, der ödipale Konflikt findet möglicherweise über einen längeren Zeitraum und virulenter statt. Er kann kaum beigelegt werden, weil das Objekt seiner Begierde ihm zum Teil gewährt wird, das Kind also kein vollständiges Ersatzobjekt benötigt und die Mutter gegen den Vater aufgibt. Wie so oft lässt sich also Psychoanalyse auch leicht ins Gegenteil des Vorgebrachten verkehren.

Zweifelsfrei gibt es aber ein Problem mit dem Kastrationskomplex im Islam. Auf der Beschneidung zu beharren, wäre billig und müßig, sie stellt laut Freud eher eine sublimierte Form des Menschenopfers, als wirklich Kastration dar. Die Beschneidung ist für den Vater ein entscheidendes Mittel der Triebabfuhr, er opfert nicht den ganzen Sohn, um die Mutter für sich zu gewinnen, also den Gott gnädig zu stimmen, sondern einen kleinen Teil. Fraglos hat eine kindliche Beschneidung Konsequenzen für die Psyche und den Kastrationskomplex des Kindes, aber kaum in dem Maße, dass von einer anderen Pathologie der Beschnittenen geredet werden könnte. Auch das Judentum und animistische Stämme beschneiden die Männer und haben doch gänzlich verschiedene kulturelle Praktiken. Aus der Beschneidung auf eine Psychopathologie des Islam zu schließen, hieße, diese auch konsequent auf das Judentum anzuwenden oder zumindest Differenzen zu erwähnen.

Völlig umnachtet sind Beschneidungsthesen wie die von Volkan in „Die Zeit“ 21/2006: Anzunehmen, die Beschneidung begünstige einen Ödipuskomplex, indem sie die Integration durch die Gesellschaft ritualisiere, zeugt von mangelndem Bewusstsein für die Bedeutung des Konflikts mit dem Repräsentanten ebendieser Gesellschaft, dem Vater. Dieser tritt in der Beschneidung nur als Statist auf, keinesfalls kann der Junge jedoch erfolgreich dagegen protestieren, er wird nicht trotz, sondern wegen der Beschneidung integriert. Beim klassischen Ödipuskomplex muss der Junge den notwendig langwierigen Weg der Leistungen gehen, um seinem Vater irgendwann ebenbürtig zu werden. Wohl keine Gesellschaft mit strengen Initiationsritualen kann auf einen sehr gelungenen Ödipuskomplex verweisen, dies herauszustellen dürfte Aufgabe der psychoanalytischen Praxis sein.

Wenn man die Schöpfungsgeschichte von Religionen als Abbild infantiler Entwicklungsprozesse liest, dann sind hier die Erklärungen für kulturell bedingte Formen des Kastrationskomplexes zu suchen.
Nahezu jedes Kind bekommt die jeweilige Schöpfungsgeschichte erzählt, und wird mit Sicherheit hier Antworten auf quälende Fragen suchen, also vorgefertigte Projektionsflächen und -formen seines Unbehagens mit dem Kastrationskomplex vorfinden. Wie viel über diese Analogien in der infantilen Psyche erfolgt, lehren Geschichten vom Struwelpeter und dem Daumenlutscher, von Märchen und Sagen, in denen Körperteile abschnitten werden, dass es nur so eine Art hat. Diese Geschichten drängen das Kind in eindeutige Interpretationsbahnen seiner infantilen Sexualtheorien und machen ihm die Kastration glaubhaft wie zu Freuds Zeiten die reale Kastrationsdrohung des Vaters.

Mohammed änderte die biblische Schöpfungsgeschichte an einigen folgenreichen Stellen ab. Kein Freudianer würde bestreiten, dass diese Abänderungen aus einem Unbehagen entspringen mussten, das die erstere Version hervorrief. Die Unterschiede sind:
- Die Engel müssen sich vor Adam verneigen. Iblis verweigert dies und wird bestraft, ist fortan der Satan.
- Der Teufel versucht Adam, nicht Eva zum Essen der verbotenen Frucht zu überreden.
- Die Frucht stammt vom Baum des ewigen Lebens, nicht vom Baum der Erkenntnis.
- Die Vertreibung ist keine des Zorns, es tritt unmittelbare Vergebung ein. Allah zürnt über Iblis, die Schlange, nicht so sehr über Adam, geschweige denn Eva. Versöhnt wird die Vertreibung durch mitgegebene Allmacht über das Exil.

Daraus ergeben sich Konsequenzen. Es ist nicht der Anblick des Geschlechts, der so sehr irritiert und zu intellektuellen Leistungen anregt (Erkenntnis von Gut und Böse), sondern die satanischen Verführungskräfte wirken direkt auf Adam. Geleugnet wird hier die mütterlich-weibliche Verführungskraft, sie darf nicht sein und muss daher eine satanische sein. Der Baum des Lebens erinnert an den Versuch, in einen vorgeburtlichen Zustand zurückzukehren, einen intrauterinen, in dem Leben und Versorgung ewig sei. Vergebung zeugt davon, dass der Ödipuskonflikt mit dem Vater nie geführt wurde, der Zorn des Vaters wird sofort abgelenkt auf die externalisierte Verführungskraft Iblis. Göttliches erscheint als Ungeschlechtliches:

Allah „zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden“ (112:3)
Er hat keinen Begriff, ist nicht der Namenlose des Judentums, dessen Begriff existiert (Ich bin, der ich bin), aber verboten und unmöglich ist, sondern ist vorbegrifflich, wird allenfalls mit Primärbegriffen wie Strafe und Milde, Nahrung und Labung umschrieben. Allah ist nicht der Vatergott, sondern Muttergott, die Rückkehr in oder zumindest an den Mutterleib, in einen vorgeschlechtlichen Zustand, in dem die Objektwelt eins ist mit dem Kind.
Dies bedingt den krassen Narzissmus, der in der Gemeinschaft ungekränkt sich reproduzieren kann, und dem jede Störung dieser alles durchdringenden mütterlichen, phallischen Kraft, als Anlass zur narzisstischen Wut dient.

Erzeugt wird die Reproduktion Mohammeds ureigenster Kastrationsängste und verdrängter homosexueller Regungen nicht durch einen bestimmten Ablauf des Kastrationskomplexes, schließlich ist Antisemitismus genauso wie der Islamismus kaum eine Folge von brutaler Kindheit oder zu langer Säugung. Bestimmend ist die Beeinflussung dieses, qua Kastrationskomplex für intellektuelle Erklärungsversuche geöffneten, infantilen Bewusstseins durch kulturelle Praktiken, wie sie Wilting in der nachlässigen Behandlung der weiblichen Kinder und der Bevorzugung der männlichen beschreibt, aber auch durch Theorien, wie die Schöpfungsgeschichte, Suren, Mythen und Märchen sie darstellen.

Nachtrag:
Zur Stillzeit findet sich im Koran z.B. Sure 2:232:
"Und die Mütter stillen ihre Kinder zwei volle Jahre. (Das gilt) für die, die das Stillen vollenden wollen. Und es obliegt dem, dem das Kind geboren wurde, für (die Mütter) ihre Nahrung und Kleidung auf gütige Weise Sorge zu tragen. Von keiner Seele soll etwas gefordert werden über das hinaus, was sie zu leisten vermag. Einer Mutter soll nicht wegen ihres Kindes Schaden zugefügt werden, und dem, dem das Kind geboren wurde, nicht wegen seines Kindes."
Zwei Jahre sind eine absolut "normale" Stillzeit.
3.7.06 19:29


Werbung


Volle Kanne zum Volkssieg mit konkret und Chotjewitz!



Betreff: RAF-Hagiographie durch Peter O. Chotjewitz in Konkret 7/2006.

„43 Antworten auf Fragen, die sich aus den Antworten ergeben“ will Chotjewitz ganz cool innovativ präsentieren, nachdem er in konkret 5/2006 bereits eine Kostprobe seines Wahns geliefert hatte:
Ein Versuch, einige mögliche Fragen aus den Antworten zu entschlüsseln:

Antwort 1: „Mit Adorno/Horkheimer habe ich mich nie befasst.(…)“
Frage 1 war: „Was hat sie eigentlich komplett verblödet?“

Antwort 11: „Sicher ist der deutsche Journalismus miserabel, aber das war früher schon so und ist anderswo auch nicht anders. Guter Journalismus ist so selten wie gute Musik oder gute Malerei.“
Frage 11 war: „Ist das, was sie in Konkret 6/2007 zur RAF abgeliefert haben ein Armutszeugnis für die Konkret, eine Hinwendung zum deutschen Journalismus und eine Abwendung vom antideutschen?“

Antwort 18: „Ich wiederhole mich nur ungern. In meinem Roman „Die Insel, Erzählungen auf dem Bärenauge“ Rowohlt 1968 habe ich ein ganzes Kapitel über die verschiedenen Definitionen des Wortes Pop geschrieben. Dabei muss es bleiben. Begriffe eng fassen. Prinzipiell. Pop ist tot.“
Frage 18 war: „Was hat sie eigentlich komplett verblödet?“

Antwort 22: „Subversion, Underground wird es immer geben, politisch, kulturell.“
Frage 22 war: „Was werden sie tun, wenn sie nicht einmal mehr bei konkret diese ganze eitle Sülze drucken lassen können?“


Antwort 32: „(…) In diesem Sinne herrscht in Deutschland ein Terrorregime. Terrorismus bedeutet: Herrschen durch die Verbreitung von Schrecken. Wir leben unter der Diktatur der Bourgeoisie. Sie schreckt vor keiner [sic!] Untat zurück. Die Frage ist, ob Gewalt gegen sie bereits deshalb legitim ist. (…).“
Frage 32 war: „Können sie das noch mal erläutern, wie erklären sie das, ohne sich mit Adorno/Horkheimer oder auch nur Marx annähernd befasst zu haben?“

Antwort 33: „Der Tyrannenmord wäre anachronistisch. Tyrannen treten heute im Kollektiv auf. Sie sind nicht einmal Kollektive, sondern soziale Gruppen, die in bestimmten Fragen kohärent sind. Man kann sie jedoch schwächen. Verunsichern, zersetzen, entkräften.“
Frage 33 war: „Wer steckt denn nun ihrer Meinung nach heute hinter den bourgeoisen Terrorregimes und zieht die Fäden? Würden sie die gerne vernichten oder so?“

Antwort 34: „Worum ging es der RAF? Die Propaganda der Tat. Seht her: Widerstand ist möglich. Die Provokation der Bourgeoisie und ihres Staates. Seine Reaktionen ausnutzen für die Verstärkung der legalen Opposition. Sein Wesen entschleiern. (…) Das ist der RAF gelungen, wenn auch zu viele ihrer Kämpfer dabei draufgingen. Seit Stammheim – Stichwort – kann sich niemand mehr Illusionen darüber machen, zu welchen Verbrechen der Staat fähig ist. Das gilt auch für die USA momentan etc.(…)“
Frage 34 war: „Der Antisemitismus der RAF und die von Meinhof bejubelten Toten von München gehen ihnen offensichtlich am Arsch vorbei. Würden sie wie Meinhof sagen, die USA und Israel sind die Nazis von heute und haben schlimmere Verbrechen als diese verübt?“

Antwort 35: „(…) Der Staat hat nur so getan, als hätte er die Nerven verloren. In Wirklichkeit ging es um psychologische Kriegsführung gegen das ganze Volk, Aufrüstung, Prävention etc. Die Situation wiederholt sich derzeit im Verhalten der US-Administration gegenüber terroristischen Gruppen und sogenannten Schurkenstaaten. (…)“
Frage 35 war: „Erklären sie noch mal, wie das mit der düsteren Machtclique ist, die das deutsche Volk gegen seinen Willen mit Aufrüstung überzogen hat? Sind das die gleichen Nazis, die das deutsche Volk in den Krieg getrieben haben? Und treiben die US-Regierungsnazis ihrer Meinung nach die Moslems ins KZ?“

Antwort 42: „(…) Den bewaffneten Kampf muss man lernen. Das einzige, was da nützen würde, wäre ein Handbuch: Wie bastele ich eine Bombe, wie klaue ich ein Auto, wo kann ich schießen üben, worauf muß man im Untergrund achten, woher kriege ich einen Mediziner, wenn ich verletzt bin?“
Frage 42 war: „Gegen Juden war der RAF Gewalt immer das erste Mittel der Wahl. Aber welches Risiko sind Antisemiten bereit einzugehen, wenn sie denken, sie müssten gegen Juden und Amerikaner hier und jetzt losschlagen?“

Fazit:
Wenn die konkret mit Chotjewitz auf einmal wieder back to the roots möchte, dann kann man sie nicht aufhalten. Lediglich kündigen und FAZ, Weltwoche oder Blogs lesen.
4.7.06 21:10


Bassam Tibis Begriff des Antisemitismus


Die Lektüre von Bassam Tibis „Fundamentalismus im Islam – eine Gefahr für den Weltfrieden?“ (Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2000, 223 Seiten) ist jedem zu empfehlen, der den Islamismus als derzeit bedrohlichste reaktionäre Bewegung betrachtet.
Wie aber schafft es Tibi, über 223 Seiten den Fundamentalismus aufgeklärt zu bearbeiten und dennoch auf einem falschen Begriff des Antisemitismus zu beharren?
So heißt es auf Seite 50:

„Es ist bedauerlich, beobachten zu müssen, wie Islam und Islamismus sowohl von „Panikmachern“ als auch von „Gutmenschen“ einander gleichgestellt werden. Hierbei bedienen sich Islamisten, unter denen sich PARADOXERWEISE – DA SELBST MEHRHEITLICH ARABER – ZAHLREICHE ANTISEMITEN BEFINDEN, aus taktischem Kalkül und zum eigenen Schutz der Parallele Antisemitismus/Antiislamismus. Ich habe als liberaler Muslim den Zentralrat der Juden in Deutschland über solche Täuschungen des Islamismus aufgeklärt.“ (Hervorhebungen d.A.)

Tibi schafft es auch im Rest des Bandes nicht, darauf zu stoßen, dass Islamismus und Antisemitismus von Beginn an eine notwendige Einheit bilden, die alle anderen Unterschiede zwischen Schiiten und Sunniten überdeckt. Von Paradoxie kann hier nur reden, wer dem Märchen von „den Semiten“ aufsitzt, gegen die sich der Antisemitismus richte. Vielleicht hätte da besser Tibi Aufklärungsunterricht beim Zentralrat der Juden nehmen können, als vollmundig zu behaupten, diese hätten vom Täuschungsmanöver der „Islamphobie“- Hysteriker nichts gewusst.

Neben ärgerlichen und überaus häufigen Paraphrasierungen dreht sich Tibi mühselig um die immergleiche Aussage: Der Islamismus ist nicht der Islam, aber ersterer zu bekämpfen und letzterer zu integrieren. Sein ständiges Gerede von einem „Missbrauch des Islam“ durch Fundamentalisten kann nicht erklären, ob im Islam Elemente vorhanden seien, die diesen höchst geeignet für starre Systeme machen. Dass die Scharia für politisches Recht gelte, sei ihm zufolge nicht im Koran festgelegt, allerdings bleibt die Lücke, warum die Scharia auch im Koran frauenfeindlich ist und es nicht erst Mutationen durch moderne Fundamentalisten bedarf, um daraus eine menschenverachtende Rechtssprechung zu formen. An Terror sei „Perspektivlosigkeit“ (146) schuld, wo es doch gerade die in Europa ausgebildeten Akademiker sind, die zurückreisen und sich in die Luft jagen. Tibi begnügt sich „damit, wertfrei jede irreguläre Gewaltausübung als Terrorismus einzustufen.“, möglicherweise liegt hier der Hase im Pfeffer. (151)

Er schließt noch korrekt: „Jeder beliebige Anlaß bietet ihnen [den Fundamentalisten] eine willkommene Chance zur Mobilisierung.“ (S. 33) schiebt dann aber nach: „Das ist auch […] der Grund für die arabischen Regierungen, nicht nur Abstand von der amerikanischen Militärpolitik, z.B. gegen den Irak, zu nehmen, sondern darüber hinaus jedem westlichen Militärschlag ablehnend gegenüberzustehen.“
Der Anlass der schiitischen Fundamentalisten zur Mobilisierung war genauso das Beharren darauf, dass Saddam Hussein eine Marionette der USA sei. Ob Einmischung oder Nichteinmischung, den Antisemiten juckt das wenig, er halluziniert sich stets als angegriffen, im Frieden kann er ebenso gut prosperieren wie unter Sanktionen.

Sehr abgründig wird Tibis ohnehin spärlicher Kommentar zum Israel-Palästina-Konflikt:

„Frieden bedeutet nicht Stabilität um jeden Preis. Daher müssen wir jenseits der Problematik der De-Stabilisierung durch Fundamentalisten auch über einen gesamtregionalen Frieden, also auch mit Israel sprechen. Die Diskussion über diese Problematik wurde nach dem Golfkrieg entfacht, als die Friedensverhandlungen von Madrid und Oslo stattfanden. Dann kam die Wahl von Netanyahu zum israelischen Premier, wodurch, bis zu seiner Abwahl im Juni 1999, eine anhaltende Torpedierung des Friedenskompromisses von Oslo folgte.“ (34)

Damit klar wird, wen er mit Torpedierung meint, erklärt er: „Die Wahl von Ehud Barak zum israelischen Ministerpräsident ist eine Absage an einen fundamentalistischen Thora-Staat. Dieser würde einem Schari’a - Staat bei den Muslimen entsprechen.“ (34)

„Fundamentalismus auf beiden Seiten“ (34) ist gerade das Zauberwort, mit dem infantile Konfliktforscher über den Gegenstand hinwegzutäuschen versuchen, dass diesem Konflikt ein mörderischer Antisemitismus mit Massenbasis auf Seiten der Palästinenser zugrunde liegt. Selbst die Fundamentalisten in Israel mögen zwar Geschlechtertrennung in Schwimmbädern fordern, hätten aber niemals Erfolg mit einer geschlechterspezifischen Rechtssprechung oder gar der Einführung von alttestamentarischen Halakah-Strafen wie der Steinigung von Häretikern oder Amputationen beim zufälligen Berühren des Geschlechtsteils des Bruders durch die Schwester, die zwei Streithähne trennen will.
Solche archaischen Regelungen sind in Scharia-Staaten bussiness as usual, abgesehen davon, dass selbst ein erfolgreicher jüdischer Ultrafundamentalismus allenfalls regionale Auswirkungen hätte, die Scharia aber als weltweites System droht.
Tibi lügt sich ganz einfach vornehm darum herum, den Islam selbst als Religion zu belangen und es nicht dabei zu belassen, eine simple Fundamentalismus = Moderne These zu verfolgen.

Abgesehen davon kommt er kaum ohne antiamerikanisches Ressentiment aus:
„Die Amerikaner und ihre kommerzialisierten Gerichte versuchten, in diesem wie in anderen Fällen Weltpolizei bzw. Weltjustiz zu spielen.“ (120). Weiter schwafelt er von einer Ideologie der Mac-Kultur. Diese sei ein zu kurz gedachtes Instrument, das mit der Einführung von Waren auf die Errichtung von Demokratie abziele. Als habe die US-Regierung ernsthaft den Sitz von Mac-Donalds und Coca Cola inne und verfolge mit diesen eine kulturell-politische Infiltrationsstrategie. Auch wenn dieses Demokratisierungskonzept von Tibi noch positiv gewertet würde, ist es einfach Sinnbild einer Verkehrung, wie sie nur zustande kommen kann, wenn man kritische Theorie gegen Postmoderne Fundamentalismusforschung eintauscht.

Seit 2000 hat Tibi allerdings einiges dazugelernt und ist immer zur Lektüre zu empfehlen:

Hamas-Wölfe im Schafspelz

2003 verbreitet er allerdings noch das Gerede von fehlender Tradition des Antisemitismus im Islam:
Der importierte Hass
8.7.06 12:54


Malakh Gorbany (Iran) ist von Steinigung bedroht!


adnki - Kurzmeldung

Online-Petition unterschreiben!

Der Vorwurf ist wie so oft "Ehebruch".
Das Verfahren der Steinigung ist explizit festgelegt:
Only small stones are used, to prolong the agony of the punishment, though these must be larger than a pebble. Article 104 of Iran's Penal Code states that when adulters are stoned that the stones should "not be large enough to kill the person by one or two strikes, nor should they be so small that they could not be defined as stones."

Eine weitere vom Todesurteil bedrohte Frau ist Nazahin (18).
Nazanin Mahabad Fatehi wurde im Januar zum Tode verurteilt, die Nachverhandlung soll im August stattfinden, ihr droht der Tod durch Erhängen.
Save Nahazin Website

Hier ein Link zur Online-Petition:

Online-Petition Nazahin

Man sollte sich keine Illusionen über die Reformierbarkeit des Mullah-Regimes machen, dennoch hat sich die Intervention durch Petitionen in Iran schon öfter als hilfreich erwiesen. Darüber hinaus sollten solche Fälle die Unerträglichkeit dieses Regimes klarstellen.

Intervention statt Dialog und wirtschaftliche Unterstützung!

Nazahins Blog

Britain parliament debate on Iran

Hagalil über Malakh
10.7.06 13:57


Make a wish

Manchmal weiß nicht mal ich, was sich zu berichten lohnt aus dem beschädigten Leben und dem falschen Ganzen. Manchmal habe ich aber Zeit dazu und du weißt vielleicht ein dringendes Thema, hast aber keine Zeit. Frustration kommt dann im nächtlichen Gewand und der Defaitismus des Verstandes droht am Horizont...

Dann kannst du hier unten in der Kommentarfunktion oder per Mail einfach ein Wunschthema eintragen, über das du in diesem Blog gerne einmal lesen würdest. Ich gebe das Thema in meinen "Adornator" ein, und schwupps, haben wir einen hübsch verschwurbelten Text.
13.7.06 21:22


No Gogo Area

'Immer noch war die Humanität eher in Frankreich zu Hause, als anderswo. Aber die Franzosen wussten nichts mehr davon. Was in ihren Büchern stand, war Ideologie, die schon jeder erkannte: im Tonfall der Stimme, in der sprachlichen Wendung, im kunstreichen Essen, der Existenz von Bordellen, den gusseisernen Pissoirs. Solchem Respekt vor dem Einzelnen hat aber schon die Regierung Blum den Kampf angesagt, und selbst die Konservativen taten nur wenig, um seine Denkmale zu schützen.'
(Adorno/Horkheimer, Dialektik der Aufklärung, „Denkmale der Humanität&ldquo

'Die Glorifizierung des weiblichen Charakters schließt die Demütigung aller ein, die ihn tragen.'
(Adorno, Minima Moralia)

Prostitution, als ältestes Gewerbe der Welt bekannt, zieht nicht nur wegen des archaischen Ranges Unmut auf sich, sondern stets, weil sie Gewerbe ist. Den Körper zu verkaufen, das scheint vor allem denen unrecht, die darauf beharren, dass sie in den Fabriken nur ihre Pflicht zum Wohle des Vaterlands leisteten. Wenig verachtet sind darum Spioninnen wie Mata Hari, die aufopferungsvoll für ihr Land den Körper hinhielten, wenig verachtet auch jene, die versprechen, Ideologie durch reiche Nachkommenschaft weiterzugeben. Wo Sexualität als Refugium der Selbstbestimmung, als höchste Privatheit gilt, kann eine oder ein „Citoyen“ doch nicht dulden, dass diese noch dem Äquivalententausch anheim fällt, schlimmer gar: zur Ware wird. Wo sich Arbeiter und Arbeiterinnen in monotonen Prozessen jegliche sexuelle Reizung verbieten, ihre Sexualität alles andere als frei ist, wähnt man nach Feierabend den Trieb vakant vom Geschehen des Tages, von Frustration und Aggression. Sex ist aber gerade dann noch affiziert vom Verwertungsprozess und durchdrungen von seinen Gesetzen, allein dadurch, dass er aufgespart ward, abgezogen der Zeit, die allein der optimalen Verwertung dienen solle, gequetscht zwischen Abendessen und Zähneputzen. In diese zehn Minuten legt man alle Sehnsüchte hinein, die einem der Alltag versagt, und Zwang tritt als Katalysator auf, man will, muss entschädigt werden für die erlittene Beschädigung, koste es, was es wolle. Äquivalententausch wird auch hier eingefordert, landauf, landab tönt es aus Serien, dass die Frau ein Recht auf einen Orgasmus habe, den ihr der Mann gefälligst als Gegenleistung für seine mutmaßliche, aufgrund zahlloser Komplexe meist ohnehin vernachlässigbare Lust erbringen müsse. Leistungszwang ist dem Akt kaum abhold, ohne fertiges Produkt, das ebenso gut vibrationstechnisch erzeugt werden könnte, will kaum jemand nach Hause gehen, schließlich hat man vorgearbeitet, investiert und Hand angelegt. Investitionstechnisch gilt dann der regelmäßige Oralverkehr als der Bausparvertrag einer wahren Beziehung, der auch Notlagen zu überbrücken weiß. Ganz und gar betrügerisch erscheint es, wenn eine Seite befriedigt von dannen zieht, während die andere mürrisch an der Zigarette saugt, in der Hoffnung, wenigstens hier ein wenig Lust zu ergattern.
Zum Ekel der Nation gerät vor der WM der Freier, wie den zahllosen Fair-Trade Initiativen der Kunde die Wurzel des Übels ist. Rapsoul presst das Ressentiment in mundgerechte Lyrics:
'Vor der Tür steht der Wagen von ´nem Typen mit ner Lederjacke. Er ist ihr Aufpasser, Zuhälter, so´n Ledernacken. Goldkette tragender Glatzkopf, so´n richtiges Arschloch. […] Es klopft an der Tür und der erste kommt rein. So’n alter dicker Knacker und winkt mit 2 Scheinen. Er kauft ihren Körper, doch ihre Seele bleibt frei.'
Der Ödipus schafft Abwehrprojektionen, die Mutter soll der Vater in Ruhe lassen, sonst ist die Welt kein Lummerland mehr. Was sich ein Rapper so an Bildern vorstellt, muss denn auch in geflügelten Unschuldsengeln enden, die Rolle, die der Frau zugedacht wird. Diese versteckte Andeutung des rappenden Engelmachers auf den unbewussten Vernichtungswunsch, die Frau aus der eigenen Gewaltphantasie zu eliminieren, sie erträglicher vor allem für den zu machen, der sie hervorbringt, kann kaum verhohlen werden. Wo Identifikation geleugnet werden muss, muss Mutation bis zur Unkenntlichkeit eintreten. Undenkbar wäre es, einen hübschen, muskulösen jungen Mann mit sattem Haupthaar als fiesen Freier auftreten zu lassen, zu sehr müsste ein solch falsches Bewusstsein der Prostituierten dann Lust unterstellen. Eklige Männer sollen keinen Sex haben und am besten auch keine sexuellen Begierden, die sie gegen ein Äquivalent befriedigen. Hübsche Frauen sollen hübsche junge Rapper beglücken, wie man es aus den Musikvideos kennt, und nicht von alten Versagern gekauft werden. So sieht die heile Welt der Rapper aus...
'Warum gehen die Männer denn überhaupt zu Prostituierten ?' 'Das weiß ich auch nicht.' (aus dem Frage- und Antwortkatalog des Frauenrates für die Kampagne „Abpfiff“. Die Antworten sind für Mitarbeiterinnen empfohlen, die an Fanmeilenständen arbeiten.)
Dies Rätsel aufzulösen würde schließlich eine Diskussion erfordern, die weit tiefer dringt als bloß dichotomische Opfer-Täter Auslese. Es würde verlangen, zu hinterfragen, ob Männer tatsächlich die Gewinner dessen sind, was oberflächlich nach Patriarchat müffeln mag. Aufzuzeigen, wie armselig Prostitution ist, würde heißen, die Armseligkeit der Gesellschaft auszusprechen, die meint, sie könne sich des Symptoms entledigen. In Bürgerinitiativen gegen Bordelle, wie der aktuelle Furor in Marburg zeigt, bricht sich die fehlende Differenzierung und Selbsthass Bahn. Zwangsprostitution sei notwendige Folge der Prostitution und man verschweigt beflissentlich, dass Prostitution die notwendige Folge dieser Gesellschaftsform ist. Von je waren die schärfsten Gegner der Prostitution die besten Kunden. Wenn nun also die Kampagnen gegen Zwangsprostitution aufjubeln, dass während der WM der Umsatz der Prostituierten zurückgegangen sei, zeigt dieser Januskopf seine hämische Fratze. Nicht am Elend, sondern am Umsatz wird das eigene Gewissen gemessen. Es zählt, dass weniger Sex verkauft wurde. Ob die Prostituierte an Armut, Preisverfall und Konkurrenzdruck leidet ist egal, solange nur nicht Sexualität in ihrer ganzen, nackten Warenförmigkeit zutage tritt. Denn das hieße die eigene Sexualität auf Gebrauchswert und Tauschwert abzuklopfen und endlich unzufrieden zu werden mit einem falschen Ganzen. 
WM und Zwangsprostitution
Frauenrat
iz3W

Terre de femmes - Ausstellung zu Zwangsprostitution

Nachtrag: Als Unterstützerin der "Abpfiff-Kampagne" wird stolz Suzanne Mubarak präsentiert, Gattin des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak. So ehrenwert deren Engagement für die Befreiung der Frau ist, so zwiespältig erscheint eine jubilierende Meldung ohne Verweis auf die Lage der Frauen in Ägypten. Hier werden Prostituierte von fanatischen Muslimbrüdern gelyncht, Homosexuelle verhaftet und mit dem Tode bedroht, 80 % oder 24,2 Millionen Frauen wurden an den Genitalien verstümmelt, und seit 2000 das islamische Hisbah-Gesetz staatlich integriert wurde, können islamkritische Intellektuelle jederzeit regierungsoffiziell zur Scheidung gezwungen werden. Auch wenn wenige Urteile erfolgen, ist die Klage und der folgende teure Prozess schon eine existentielle Drohung, die von Islamisten gezielt genutzt wird. Man fragt sich, warum eine von der Bundesregierung unterstützte Initiative die Unterstützung von Suzanne Mubarak als Blickfang benötigt. Wichtig ist ihnen nur: "Ägypten zeigt Null Toleranz gegenüber Zwangsprostitution."
Karte zur Verbreitung von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM)
Hisbah in Ägypten Israelische Kampagne gegen Zwangsprostitution

14.7.06 01:13


Mit Friedensforschung zum intellektuellen Paläolithikum

 
„Die Juden sind heute die Gruppe, die praktisch wie theoretisch den Vernichtungswillen auf sich zieht, den die falsche gesellschaftliche Ordnung aus sich heraus produziert. Sie werden vom absolut Bösen als absolut Böse gebrandmarkt.“ Adorno/Horkheimer „Elemente des Antisemitismus“
 
PD Dr. Johannes M. Becker, Koordinator des Zentrums für Konfliktforschung der Phillips-Universität Marburg beweist in „Meinung zum Tage – Brandstiftung aus Tel Aviv“ (Oberhessische Presse, 17.7.2006) eine höchst simple These:
Um einen universitären Rang zu erhalten, braucht man nicht mehr als ein wenig Ressentiment und Bauernschläue, keinesfalls aber Bildung oder auch nur Halbbildung. Zuviel des Guten wäre, ihn dadurch schon zum deutschen Pendant eines american dream, "Vom Zeitsoldat zum Friedensforscher", zu adeln. Lauschen wir zunächst seiner exquisiten antiisraelischen Propaganda:
 
"Auf den ersten Blick mutet das aktuelle Verhalten der Regierung Israels wie das des berühmten Elefanten im Porzellanladen an. Nur: Politik läuft nicht so ab. Politik ist in aller Regel interessegeleitet, sie beinhaltet dabei taktische und strategische Elemente. Was nun beabsichtigt die herrschende Klasse in Tel Aviv?“ (J.M.Becker)
 
Man muss sich das schon einmal auf der Zunge zergehen lassen: „…die herrschende Klasse in Tel Aviv.“ Da spürt man einen leichten Hauch von marxistischer Vorbildung auf der Zungenspitze, getönt mit einer vollmundigen Note Polemik, und im Abgang ein grünbrauner Duft von Bär im deutschen Wald. Ein erstklassiger 1968-er „Ich-hab-grad-lesen-gelernt“ aus dem Chateau FuK in Marburg (Lahn). Unverkennbar! Genehmigen wir uns noch ein paar Tropfen vom edlen Gesöff:
 
„Es scheint, dass die extreme Unverhältnismäßigkeit, mit der die israelische Regierung auf die Entführung Einzelner reagiert, den endgültigen Verzicht auf Frieden mit ihren Nachbarn dokumentiert. Es wurden Infrastrukturen in vielfachem Millionenwert zerstört, es wurde eine demokratisch gewählte Regierung entführt, es werden umliegende Staaten mit Bombardements überzogen.“ (J.M.Becker)
 
Maßlosigkeit war von je Programm der Antisemiten, gleich ob links oder rechts. Was ist schon eine Entführung "Einzelner". Ob bei den jüngsten Entführungen, die nur den Gipfel von zahllosen vorgängigen Terrorakten bildeten, mehrere Menschen ermordet wurden, stört Becker bei seiner Rechnung kaum. Auch dass der Terror gegen Israel mit Kassam und Co. sowohl an Infrastruktur als auch im Tourismus Schäden in Milliardenhöhe anrichtet, hat einen Konfliktforscher anscheinend nicht weiter zu interessieren. Aus dem Südlibanon, kaum von Staat zu reden, werden unter gewaltigem Realitätsverlust „umliegende Staaten“, die mit „Bombardements überzogen“ werden. Damit alles auch so richtig wirkt, man hätte ja von vergifteten Brunnen, Ritualmorden, gar von den Protokollen der Weisen von Zion schreiben können, aber das wäre vielleicht dann doch zu offensichtlich geworden...
Nur halt! Wir wollen nicht zu früh urteilen. Ein paar Zeilen später muss der Antisemitismus notwendig seine adäquate Form finden:
 
„Bemerkenswert ist bei alldem, dass diese zweifellos von langer Hand geplante Militäraktionen vor exakt zehn Jahren von einer Gruppe führender US-Neokonservativer gefordert wurde, hierunter auch der Chefarchitekt des Krieges gegen den Irak, Richard Perle. In einem ersten Schritt sollte das Regime in Bagdad aus der Welt geschafft werden, dann die Anrainerstaaten Israels mit Krieg überzogen werden. „Der klare Bruch“ (clean break), so das Dokument, sollte mit der friedenspolitischen „Roadmap“ von Oslo brechen und einen zukünftigen Expansionsdrang Israels vorbereiten.“
 
Na bitte, wer sagt’s denn, es geht doch auch ganz orthodox. Nur, warum er so viele Worte verschwendet, anstatt einfach von „jüdisch-amerikanischer Weltverschwörung“ zu reden, den dritten Schritt noch anzufügen (wahrscheinlich den Weltfriede zu schächten...) naja, das liegt dann vielleicht doch an rudimentären redaktionellen Mindeststandards… Becker hat noch immer nicht genug:
 
„Nebenbei bemerkt: Die Regierung in Tel Aviv stärkt durch ihre aggressive Politik die autoritären Regierungen in den arabischen Staaten und verhindert so jegliche Demokratisierung. Da kann kein Friede aufkommen.“
 
Bisher wurde jede Terroraktion, die nicht umgehend beantwortet wurde, von Islamisten als Zeichen der Schwäche ausgelegt und bot damit nur Grund zu mehr Terror für den Endsieg des Islam. Das hat Jordanien unter Hussein ebenso begriffen, wie die arabischen Staaten, die nun offen die vielgerühmte arabische Solidarität gegen Israel verweigern. Geringfügige Kenntnis der Geschichte braucht man also auch nicht für ein leitendes Amt der Friedens- und Konfliktforschung. Das mag zahlreiche Studentinnen und Studenten des Faches ungemein beruhigen. Manch einer schafft es mit solch einem Schund immerhin bis zum „Weltweit geachteten Intellektuellen“:
 
„Der weltweit geachtete US-Intellektuelle Noam Chomsky warnt seit langem vor dem „Versuch, Antisemitismus und Antizionismus zu identifizieren“, d.h. gleichzusetzen. Chomsky nimmt für sich in Anspruch, eine völkerrechtswidrige und höchst explosive Politik der Regierung in Tel Aviv, die auch aktuell mit der Rückendeckung der Administration Bush geführt wird, zu kritisieren. Das sollten wir hierzulande auch tun – wir wären in guter Gesellschaft nicht zuletzt mit der breit gefächerten israelischen Friedensbewegung.“
 
Jawoll, wenn der kleine deutsche Mann das Maul aufmacht, wird er den jüdischen Regierungen in Tel Aviv schon heimleuchten. Wo käme man denn da hin, wenn die in Tel Aviv jetzt definieren würden, was Antisemitismus ist. Der Verweis auf die angebliche israelische Friedensbewegung kommt schon zwanghaft, wahrscheinlich meint er die Ein-Mann NGO Uri Avnery oder die Zwangsintellektuelle und Israelhasserin Judith Butler. Ähnlich wie diese tönt er aus vollem Rohr:
 
“Tel Aviv ist davon überzeugt, dass seine militärische Stärke (und die Rückendeckung der USA und das Stillhalten der EU) Israel erlaubt, territoriale Opfer zu verweigern, die freilich die Vorraussetzung eines dauerhaften Friedens auf der Basis der friedlichen Koexistenz mit vor allem den Palästinensern wären.“
 
Eleganter hat noch kaum jemand die Abschaffung Israels gefordert, hier heißt es „territoriale Opfer“, bei der Hamas dann doch unverwundener: „Vernichtung“, "Zurück ins Meer treiben" etc... Von "Stillhalten der EU" kann nur reden, wer die letzten 50 Jahre im Koma verbracht hat, die EU hatte stets als erste die antisemitische Klappe aufgerissen und den Terror entscheidend mitfinanziert und damit den jetzigen Krieg gegen Israel vorbereitet. Der Verweis auf die "Rückendeckung der USA" markiert nur das Bedürfnis, zu zeigen, dass bei aller militärischen Stärke etwas nicht mit rechten Dingen zugehe. Oder um seine intellektuelle Leistung mit Mermaidman (Bikini Bottom, 2005) lautmalerisch darzustellen: "Da ist Bööhses im Busch! Muss heelfen!"
 
Was der Herr Friedensforscher uns hier klarmachen will, ist vor allem, dass er ein Problem hat. Eines das tiefer geht, als Konfliktanalyse je reichen kann. Zweifellos setzt er Maßstäbe für das gesamte Institut, man weiß nun, wie wenig man braucht und wie viel man sich leisten kann. Vielleicht hat ja während der äußerst kniffligen Mediation zwischen Studierenden und Unipräsident bei der Verwaltungsgebäudebesetzung irgendwas fehlgezündet, vielleicht war er ja auch schon immer so, vielleicht sind auch alle Friedensforscher so, man weiß es nicht genau. Seine Hetze gegen Israel ist dagegen recht leicht auf einen Begriff zu bringen: Antisemitismus. Wer derart hetzt und lügt, auf der Klaviatur des autoritären Charakters den Wagner klimpert, kann kaum auf Diskussion von Argumenten hoffen, er soll es ins Gesicht geschrien bekommen: „Antisemiten!“ (Zitat: The big Lebowsky) Oder mit Ernst Jandl: „Hunnen!“
 
Als 2001 mal ein Metzger in Marburg/Weidenhausen antisemitische und antiamerikanische Poster ins Schaufenster hängte, gab es noch ein paar Menschen mit Verstand, die diesen wegen „Beleidigung von verbündeten Staaten“ verklagten. Inzwischen ist leider eher das Gegenteil in Mode gekommen und Kritiker von menschenfeindlichen Staaten und Antisemiten werden von Staatsanwälten wegen Blasphemie oder Beleidigung verklagt. Es bleibt abzuwarten, ob sich Beckers Hetze in den alldeutschen Kanon einreiht, oder ob noch ein paar vernünftigere Stimmen zu hören sein werden… Schlauer sein als die OP und Becker? Hier klicken...
 
17.7.06 18:10


Und gerade weil: Solidarität mit Israel!


Demonstration der libanesischen Friedensbewegung Hisbollah...

Es höhnt aus allen Rohren den "Antideutschen" entgegen: Nun sei ja wohl der Beweise erbracht, dass Israel ein Nazistaat sei. Schlüsselworte der Propaganda sind:
"hochgerüstete High-tech-Armee", "Unschuldige Zivilisten", "Nur x israelische Opfer aber xxx libanesische", "Kinder", "Milchfabrik", "Infrastruktur", "ganzes Land", "kaputtbomben", "israelische Friedensbewegung", "von langer Hand geplant", "Aggression", "unverhältnismäßig", "Kollektivbestrafung", "Frieden".
Man kann davon ausgehen, dass wenn nur drei der Wörter gemeinsam verwendet werden, es sich um einen Indymedia oder taz-Artikel handelt.

Aus der suizidalen Mini-NGO Gush Shalom macht die taz schwupps "die israelische Friedensbewegung", denn eine andere kennt man in Deutschland nicht. Die Demos der Friedensnazis rollen von Madrid bis London mit den immergleichen Parolen: "Intifada bis zum Sieg" und "Viva,Viva Palästina". Bermerkenswerterweise möchte man von Seiten der deutschen Veranstalter keine "Antisemiten, Antizionisten oder Nazis" sehen. Was absurd erscheint, wenn gestandene Antisemitinnen auf dem Rednerpult dem Volk ins Ohr brüllen, dass wieder einmal Israel den "Vernichtungskrieg" führe und der Mob auf der Straße von Blutsaufenden Juden gröhlt.

Anstelle der von Antiimps halluzinierten Betretenheit antideutscher "Hetzer", sei hier versichert, dass ich voll und ganz und gerade wegen der israelischen Aktion solidarisch mit Israel zeichne. Und ich glaube jedes Wort der folgenden Veröffentlichung:

Israelische Botschaft vom 21.7.2006 zum Libanonkrieg - FAQ als PDF

FAQ-Original in englisch

Auch mir tut jedes zivile Opfer leid, das von der Hisbollah direkt oder indirekt via notwendiger israelischer Reaktion getötet wird. Und dennoch bin ich es überdrüssig, postpubertierenden Altachtundsechzigern wie Jungachtundneunzigern stets aufs Neue zu erklären, warum sie Antisemiten sind. Daher, falls diese Leute zufällig hier reinschauen sollten: Informiert euch doch selber und macht eine Psychoanalyse!

Besser als Indymedia! Objektiver als die taz! Antifaschistischer als die junge Welt!

Aufruf zu einer echten Friedensdemo...

El-Baradei warnt vor iranischer Atomwaffe in ein paar Monaten!

Bilder von der jüngsten Antisemitendemo in London
22.7.06 13:51


Antifreudianische Frontberichte



Wer noch Heide Oestreichs Buch Der Kopftuchstreit. Das Abendland und ein Quadratmeter Islam kennt, wird sich wundern, was die von Islamisten gelobhudelte Feministin auf einmal alles über Sigmund Freud weiß.

"Und die Frau will bei Freud nur dies: vom Mann geliebt zu werden - und dann ein Kind."

Das ist schon mal falsch. Nach Freud will auch die Frau von der Mutter geliebt werden. Aus mehreren Gründen, von denen der Penisneid einer sein kann, wechselt sie im allgemeinen mehr oder weniger konsequent das Objekt und wendet sich dem Mann zu. Die Frage, die Freud aufwirft, ist: Warum will die Frau vom Mann geliebt werden, wo doch das normale infantile Objekt die Mutter ist? Was führt zu dieser absurden Entscheidung, wenn ein natürlicher Trieb ausgeschlossen wird?

Die Annahme: "Die Klitoris als Penisersatz müsse aufgegeben werden..." findet Oestreich frauendiskriminierend. Freud aber spricht mehrfach vom "Penisäquivalent" Klitoris und wer Freud liest, weiß genau, dass er mit Äquivalent den Wortsinn stets meint. Oestreich dagegen weiß, wie man zumindest den Schein von Belesenheit durch Name-dropping und Faktizität erscheischende Sprache erweckt:

"Damals schon fiel der Psychoanalytikerin Karen Horney auf, dass hier ein "phallischer Monismus" am Werk sei: Als einziges Lustorgan gilt der Penis. Es gibt in dieser Darstellung kein zweites Geschlecht, das ebenfalls autonom Lust produzieren und genießen kann. Es gibt nur den Penis oder nichts."

Wieder einmal wird Horney als gewaltige Theoretikerin gefeiert, ohne die Kritik Adornos an ihr zu rezipieren. Über einen Toten Lügen zu verbreiten ist leicht. Bei Freud finden sich zahlreiche Erwähnungen über Studien zur weiblichen Sexualität, Beschreibungen von infantiler Masturbation bei Mädchen und nicht zuletzt: Auch bei Freud dient der Penis nicht als alleiniges Lustorgan, das autonom von Vagina und Klitoris funktionieren würde. Vielmehr stellt doch gerade der Entdecker der Partialtriebe und des Fetischismus die relative Beliebigkeit der erogenen Zonen heraus, die nur durch einen eigenartigen psychischen Prozess, den zu werten Freud sich verbietet, auf die Genitalien gebündelt werden. Die Lust der Mannes ist primär an den mütterlichen Attributen orientiert, aber weil Freud nun mal von der evidenten psychologischen Bedeutung des Penis schreibt, ist er bei aufgekratzten Feministinnen sofort ein patriarchaler "phallischer Monist".

Was Freud schon ellenlang ausführt, wird dann als Neuentdeckung und Überwindung gefeiert, die über das hinausführe, was nur in der Projektion von Oestreich und zahlreichen Anderen als patriarchales Erbe Freuds herumgeistert. Der Kastrationskomplex des Jungen wird als Beweis dafür angeführt, dass der des Mädchens nicht existiere. Da kann Freud noch so deutlich schreiben, dass dem Mädchen die Kastration um so glaubhafter erscheinen muss, als die gesellschaftlichen Umstände diese Wahrnehmung begünstigen. Wozu auch bei Freud schon Misogynie und Abwertung des Weiblichen gehören. Oestreich will mit verächtlichem Blick aufs Ganze:

"Die verdrängte mächtige Mutter bleibt aber nun, wie alles Verdrängte, im Unbewussten aktiv. Als die böse Frau tritt diese Figur in Märchen und Phantasien wieder auf: von der Sphinx über Medusa und diverse Hexen- und Feenfiguren bis hin zur heutigen Form der schrecklichen Verderberin, der Emanze, die die ganze schöne Gesellschaft mit ihren unmäßigen Forderungen durcheinanderbringt und die Männer - na was wohl? - am liebsten kastrieren würde. Dass eine solche Fantasie der Theorie eines erwachsenen Mannes zugrunde liegen kann, so mutmaßt auch Rohde Dachser, liege daran, dass die Geschlechterkonstellation in einem patriarchalen System ohnehin asymetrisch gedacht wird: Das männliche ist die Norm, das Weibliche die Ergänzung. Das patriarchale Weltbild ist gebaut wie eine narzisstische Männerfantasie zur Abwehr von Unterlegenheitsängsten. Deshalb fällt nur wenigen auf, dass Freuds Theorie ein Abwehrzauber ist."

Freud zu paraphrasieren um ihn dann mithilfe seiner eigenen Erkenntnisse eines Sachverhalts zu überführen, den gerade er aufgedeckt und kritisiert hat, ist schon reichlich unverschämt, aber Standardprogramm des Antifreudianismus. Freuds zugegeben gewagte evolutionistische These, dass der patriarchalen Gesellschaft die matriarchale vorangegangen sein müsse, wird unterschlagen, um Freud zum patriarchalen Sack zu formen, auf den sichs ungehemmt eindreschen lässt. Das evidente Bild der kastrierenden Frau wird von Oestreich im gleichen Atemzug für wahr wie unwahr erklärt. Als Männerphantasie sei sie vorhanden, aber wer diese analysiert, verbreite verblendeten Unsinn, Abwehrzauber. Man muss sich doch fragen, wer hier gegen die eigenen Komplexe zaubert...

Als Schreckbild wird von Oestreich die "frustrierte Emanze" entworfen. Als würde man Emanze, weil es einem gut geht, oder weil man dazu geboren würde. Emanzipationsbestreben gründet in Frustration über Bestehendes! Oestreichs Pseudokritik muss verdrängen, was Grund zu Frustration ist: Dass die Existenz eines Penis' entscheidet, ob man "als Mutter nur alles falsch machen kann" oder ob man "als Vater fein raus" ist. Dieser objektive Schluss wird bei Oestreich zum Produkt einer Männerfantasie, die sich die Welt nach dem eignen Bilde forme. Die realen Probleme, die das mit sich bringt, muss sie verleugnen.

Je weniger Oestreich den Penisneid, ein relevantes Problem in der Psychotherapie, wahrhaben möchte, desto mehr flüchtet sie zu vorgeblich glaubwürdigeren "rationalen Diskursen", in denen Argumente "schlicht" sind, wie etwa ein solches: "Die Frauen müssen mehr Geld verdienen, weil die Männer das allein nicht mehr schaffen."

Von Psychoanalyse bleibt da wenig. Die realen Kastrationsphantasien und -Ängste von Frauenbewegten ("Die Herrschaft der Schwänze, hat ihre Grenze") sind ebenso unter den Tisch gefallen, wie die Umstände, gegen die sie zu Recht aufbegehren. Bei Oestreich gibt es nur einen Diskurs, der "autonomen Frauen" vorwirft, zu kastrieren, und einen, der rationale, schlichte Argumente vorbringt. Von einem psychoanalytischen Diskurs um die Form von Penisneid und Kastrationskomplex hat sie so wenig begriffen, dass sie nicht einmal weiß, ob sie jetzt dagegen oder dafür argumentiert hat. Für sie ist nur klar: Eine Theorie, in der Frauen Unterdrücker wie Unterdrückte gleichermaßen sind und komplizierte Zustände so etwas wie Dialektik hervorbringen, muss Quatsch sein.

Für einen Artikel in der taz vom 22.23. Juli 2006 hat es gereicht, die Ausgabe strotzt ohnehin nur so vor Antizionismus und daher fällt Oestreichs niveauloser Beitrag gar nicht weiter aus dem Rahmen.

Heide Oestreich: "Penis oder nichts" aus taz 22./23. 6.2006

Ein erstaunlich kritisches Interview von Oestreich

Nachtrag: Der Artikel wurde hier nicht besprochen, um ernsthaft die Illusion zu wecken, mit solcher Ideologie in Korrespondenz treten zu können, sondern um einige Ideologeme und typische Abwehrreaktionen des antifreudianistischen Feminismus aufzuzeigen.

23.7.06 11:28


Israelsolidarität - nothing else matters



Dieser beschissene kleine Krieg mit seinen Oh-Wunder zivilen Opfern in Libanon und Israel gereicht den linken Aposteln und Ajatollahs zum Grund, Massenveranstaltungen zu wagen, eine beispiellose Medienkampagne loszutreten und auch ansonsten zu beweisen, was sich bis dato durch die Antisemitismusdebatte in der Linken getan hat: Nichts! Die Antiimperialisten machen weiter wie zuvor, die selbsternannten Gemäßigten tragen immer noch stolz Objektivität, also Teile-teile-Kuchen, zur Schau und schwafeln von "Sekten", "Extremisten auf beiden Seiten", "innerlinke Grabenkriege" und "notwendiger Einigung zur Überwindung des Kapitals".

Die braven taz-LeserInnen, die aufrechten Indymedia-Egomanen, die supersolidarischen Kaffeeverkäufer, alle finden sich brav ein am Lagerfeuer des Antisemitismus, weils so schön wärmt! Sudan, Sri Lanka, Kongo, Kolumbien, überall gibt es Kriege, aber sobald der "Jude unter den Staaten" sich wehrt, muss in Massen demonstriert werden.

Das Spiel "guter Jude-böser Jude" ist diesmal das bevorzugte: Chomsky, Zuckermann, Avnery, diese drei führen die Hitliste des antisemitischen Packs an. Die taz veröffentlicht Titelbild um Titelbild mit antiisraelischer Propaganda, Titelkommentare sind ausschließlich Antizionisten wie Avnery vorbehalten, auf Indymedia wird alles gelöscht, was Kritik an den zahllosen Demonstrationen von ausgemachten Islamfaschisten und Antisemiten übt. All dies unter der Prämisse, den "guten Juden" gegen die "bösen Juden", i.e. die "rechte" israelische Regierung und alle die sie gewählt haben, des weiteren etwa die gesamte israelische Bevölkerung, zur Seite zu stehen.
Auch die Intellektuellen wie Vargas Llosa nimmt man bei der taz begeistert auf, um gerade im Namen der Israelsolidarität das Land Israel von den "bösen Juden" zu reinigen.

Antiisraelische Propaganda kommt in der Antisemitenpostille Indymedia auch sehr gerne auf die Titelseite und wird im "Open Posting" stets als inhaltlicher Beitrag gewürdigt, da mag auch noch so gehetzt werden. Die Lateinamerikanische Antisemitismussolidarität wird hochgehalten, stolz werden Propagandavideos präsentiert und selten hat man mehr Morddrohungen an Antideutsche und Juden gehört als dieser Tage.
Also demonstriert man als aufgeklärter Mensch dieser Tage lieber mit Beckstein gegen Antisemiten, als mit Antisemiten gegen Beckstein oder Studiengebühren oder was auch immer dieser Linken gerade einfällt.

Auch wenn Antisemiten jegliches Argument nur wahnhaft verdrehen müssen, sei hier dieses gewagt:
Noch nie hat eine Armee mehr Aufwand betrieben, um zivile Opfer zu vermeiden!

Der Medienkrieg ist für die zivilen Opfer mitverantwortlich. Je mehr blutige Kinder vor die Kameras gezerrt werden, desto mehr wird die Hisbollah auf genau diese Bilder setzen. Sie sind stärker als alle Katjuschas in ihren Waffenkammern. Komplett flöten geht die Würde des Opfers, das in hilflosem, totem Zustand abgelichtet und den Gelüsten der Betrachter ausgesetzt wird.
Die libanesischen Hilfskräfte beginnen mit den Rettungsarbeiten in der Regel erst, wenn die ausländischen Kameras eingetroffen sind, denen sie dann Leiche um Leiche genüßlich vorlegen.

"Hours before the air force's press conference, Israeli Ambassador to the United Nations Danny Gillerman told NBC's Meet the Press program that he suspected the building collapse was orchestrated by Hizbullah because it was in their interests.

He said Hizbullah also might have prevented the civilians from leaving the collapsed structure "in a cynical and brutal way."

Israeli officials noted that the Lebanese rescue teams did not start evacuating the building until hours after the collapse and only when the camera crews came. The rescue team then took out the bodies of children slowly for the camera crews."
Quelle: Jerusalem Post

Nur noch zynisch wirkt die Empörung der Weltöffentlichkeit angesichts der fortdauernden Terrorattacken im Irak, bei denen täglich die Todeszahlen von Qana aufs Neue erreicht werden. Auf einmal sind die UN "extrem schockiert" über Qana, als habe sich dort eine neue Form des Bösen manifestiert.

Laut den aktuellen Web.de News stehen 87 % der Libanesen hinter der Hisbollah und 70 % fanden den Angriff auf Israel gut. auch wenn zweifelhaft ist, ob diese Zahlen aus seriösen Quellen stammen, so besteht doch Grund genug, die von israelsolidarischer Seite häufig bejubelte "Befreiung" des christlichen Libanon von der Hisbollah zu hinterfragen. Was macht man tatsächlich, wenn hinter der Hisbollah ein relevanter Teil der Bevölkerung steht, wie es ja auch die Friedensforscher herunterseiern? Diese nehmen es als Grund, am besten gar nicht zu handeln, sondern in einen Dialog zu treten. Der gleiche Fakt könnte aber auch Anlass sein, über Besetzung, Feindaufklärung und Reeducation intensiv nachzudenken.

Kofi Annan dürfte davon weniger begeistert sein, hat seine Organisation sich doch die Zerstörung und Verhetzung des "rassistischen" Staates Israel zum Hauptziel gesetzt. Sein neuester Coup:
"UN-Generalsekretär Kofi Annan brachte einen neuen Vorschlag ein, der nun erörtert wird: "Wie wäre es, wenn die Hisbollah Teil der libanesischen Armee wird, im Rahmen eines umfassenden Abkommens, das auch Israels endgültigen Rückzug, auch vom Gebiet der Sheba-Farmen, beinhaltet"."
Quelle: Hagalil

31.7.06 16:55


s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung