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Borchmeyer reitet für Wagner, Walser, Wallenstein



Am 3.5. 2006 fand auf Bayern Alpha zur prime time ein höchst aufschlussreiches Gespräch mit Dieter Borchmeyer, dem Präsidenten der bayrischen Akademie der schönen Künste statt.
Was sich in einem solchen Hirn so umherwälzt ist ein Bilderbuch des modernen, sekundären Antisemitsmus, eine Fundgrube für jeden, der Detlev Claußens "Grenzen der Aufklärung" halbwegs verinnerlicht hat.

Bereits die Form des weltgewandten, narzisstischen Rechthabers, der gar nicht anders kann als rechthaben, weil ihn der Widerspruch der Moderatorin (mit monströser "Fleur-de-Lis"-Brosche) so bloßstellen würde, dass es auch der Reputation des Senders abträglich wäre, lässt auf den Inhalt schließen. Diese Art von Bescheidwissen ist es, die den Wahn gegen jedes Argument abdichtet.

Man muss schon bei beiläufig getroffenen Aussagen sehr am Gesundheitszustand von Borchmeyer zweifeln:

"Künstler sind ja ihrer Natur nach Einzelgänger."

Nichts wäre dem von Boheme, von verliebten Künstlerpaaren, Künstlervereinigungen wie Brücke etc. hinzuzufügen. Eine Natur hat der Mensch und basta. Wo käm er denn sonst hin, der Borchmeyer? Auch er hat schließlich eine Natur:

"Da steckt wohl etwas in mir drin, das wahrscheinlich auch aus meinem Elternhaus stammt. Mein Vater war ja Rechtsanwalt und zu seinen guten Seiten gehörte, dass er sich oft für kleine Leute eingesetzt hat. Am Anfang des "Dritten Reichs" hat er dabei, obwohl er doch so national-konservativ war, sogar Kommunisten und vor allem auch Juden vor Gericht vertreten."

Ja, es adelt doch noch das antifaschistische Engagement den Nachzögling, ihm wurde der Antifaschismus in die Wiege gelegt, er braucht demnach nicht mehr die Anstrengung der kritischen Reflexion auf sich zu nehmen.

Stattdessen will man über Walser reden, auch wenn man gar keine Ahnung davon hat:

"Nun, einerseits bin ich eigentlich gar kein so großer Walser-Kenner und ich kann nicht einmal sagen, dass Walser bis dahin so sehr mein vorderstes Interesse gegolten hätte. Dass er ein großer Schriftsteller ist, ist natürlich völlig evident."

Völlig evident, lieber Herr Borchmann. Das hat man ja auch in der Zeitung gelesen, dass der Walser also so irgendwie so ein großer Schriftsteller ist. Und weil der arme Walser so missverstanden wurde hat der Herr Borchmeyer interveniert und sich gesagt:

"Du musst hier jetzt als Philologe reagieren! Denn die Leute verstehen ja gar nicht, wie der Walser spricht."

Da fragt ihn dann auch die Moderatorin schon heftigst suggerierend:
"Aber der Antisemitismusvorwurf, der ja bei Martin Walser sehr wohl hängen geblieben ist, ist in der Tat absurd. Und jetzt ist der Streit auch zu Ende, oder?"

Borchmeyer (ganz weltmännisch): "Sie meinen den Streit um Walser? Ja, ich denke, es ist zumindest still geworden. Und das ist ja auch das Schreckliche, denn das zeigt, dass das alles irgendwie nur Medienereignisse sind. "

Leutheusser: "Was meinen Sie damit genau?"
Borchmeyer: "Das Schlimme ist, dass dann, wenn jemand in Deutschland des Antisemitismus bezichtigt wird, sich diese Person kaum wehren kann. "

Ja, das ist wirklich das Schlimmste daran. Ob sich Juden gegen Antisemitismus wehren können, ist einem solchen Opferdenken gleichgültig. Aber es wird deutlicher:

"Der Vorwurf, jemand wäre ein Antisemit, ist ja immerhin eine justiziable Unterstellung, wenn man diesen Vorwurf nicht beweisen kann. Aber es traut sich niemand so recht, sich wirklich gegen solche Unterstellungen zu wehren."

Da müsste mal wieder einer her, der den Leuten zeigt, dass sie nicht so mit sich umspringen lassen können, ein richtiger Antiantiantisemit, das wärs, gell Herr Borchmeyer? Am besten so einer wie der Borchmeyer, der traut sich was!

"Der Einzige, der sich tatsächlich einmal gewehrt hat, war der Dirigent Christian Thielemann, dem antisemitische Äußerungen unterstellt wurden, die er freilich nicht gemacht hatte."

Freilich!

"Daraufhin hat er einen Prozess geführt und diesen Prozess auch hundertfünfzigprozentig gewonnen. Das Gericht hat also letztinstanzlich festgestellt, er könne diese Äußerungen gar nicht getan haben. Merkwürdigerweise hat die Presse darüber dann nicht mehr berichtet, sondern nur über diese Unterstellung vorher. Dass sich diese Unterstellung dann aber vom Gericht festgestellt! als haltlos herausgestellt hat, darüber hat niemand mehr berichtet. Das war jedoch ein Zeichen, dass man sich gerade bei diesem Punkt nicht alles gefallen lassen darf."

Gerade bei diesem Punkt, da geht nämlich alles zu weit, jemanden einen Antisemiten nennen, pfui! Wo doch jeder weiß, dass es keine Antisemiten mehr gibt. Höchstens ein paar Skinheadglatzenvolksschädlinge.

Leutheusser: "Es gibt ja auch bei uns die Political Correctness, gerade, was dieses Thema angeht. Dabei wird immer wieder gesagt, diese Diskussion sei z. T. eine Gespensterdebatte, weil man nämlich mit dieser Diskussion ein ganz anderes "Gespenst" treffen möchte. Glauben Sie, dass sich solche Diskussionen auch in Zukunft wiederholen werden?"

Borchmeyer: "Davon bin ich überzeugt. Das hat einfach mit dem Bedürfnis der Medien zu tun: Die Medien brauchen solche Skandale, sie inszenieren sie und kosten sie aus. Und dann, wenn man plötzlich merkt, es war doch nicht so, ist das Thema auf einmal wieder weg und man wendet sich dem nächsten Ereignis zu."

Jaja, es ist schon schlimm, aus purer Mediengeilheit wird man unverhofft Antisemit geschumpfen. Wo man doch Großväter hatte, die Juden kannten, wo man doch nieee was gegen Juden gesagt hat, höchstens, dass man sich nicht alles gefallen lassen darf, und das wird ja wohl noch gesagt werden dürfen, so eine Kritik, die muss ja sein....Merkwürdig nur, dass solche Anwürfe nie irgendwelche Argumente anbringen, warum zum Beispiel Walsers Werk kein Antisemitismus inhärent sei, was ja durchaus diskutabel ist, sondern stets in die Konstruktion einer Übermacht münden, die die freie Meinungsäußerung behindere und überhaupt recht abstrakt und unverständlich argumentiere. Lieber lässt man sich von Autoritäten versichern, dass man kein Antisemit sei.
Daher brauchen solche Personen eine höchstrichterliche Erlaubnis, den Erzantisemiten Wagner mögen zu dürfen, also fragt die Moderatorin brav:

"Die Musik von Richard Wagner ist durch die Vorliebe Hitlers für seine Musik in manchen Bereichen immer noch ein wenig kontaminiert. Ist das etwas, das auch in Ihrem Buch eine Rolle gespielt hat, dieses Fortleben Wagners im "Dritten Reich"?"

Borchmeyer weiß, wie man sich pc verhält:

" [...] wir haben damals in Zusammenarbeit mit der Universität von Tel Aviv in Bayreuth bei den Festspielen ein spektakuläres Symposion veranstaltet: "Richard Wagner und die Juden". Ich habe mich also mit diesem Thema des Antisemitismus sehr intensiv auseinander gesetzt und auch an allen entscheidenden Diskussionen teilgenommen."

Sehr fein, setzen, 1. An allen entscheidenden Diskussionen teilgenommen, das gibt summa cum laude. Nun hat er aber genug dazu gearbeitet, irgendwann muss ja Schluss sein:

"Dazu habe ich aber jetzt quasi genug getan und ich glaube auch, dass das Wesentliche dazu mittlerweile gesagt worden ist. Meine Überzeugung lautet jedenfalls bis heute und bisher hat sie auch niemand widerlegt, dass der Antisemitismus, zu dem Wagner, um es gelinde zu sagen, eine starke Affinität hatte, in seinem Werk keine Widerspiegelung findet. Das müsste man wirklich erst einmal beweisen und das ist auch bis heute von niemandem auf irgendeine philologisch plausible Weise nachgewiesen worden."

Eine "gelinde gesagte Affinität" muss man DEM Vorreiter des modernen Antisemitismus, dem wichtigsten Einpauker mit Martin Luther vor dem 20. Jahrhundert, ja schon zugestehen. Aber im Werk, neeeein, Herr Borchmeyer, das geht ja nun nicht.
Vielleicht hätte sich Herr Übergescheit mal "Verborgener Staat - lebendiges Geld. Zur Dramaturgie des Antisemitismus" anschaffen sollen, darin wird er sicher fündig über 200 Jahre Überlegungen zum Antisemitismus in (!) Wagners Werk.
Aber wer die Weisheit in die Wiege gelegt bekommen hat, muss nichts lesen. Und wenn schon:

"Schließlich interessiert uns doch der Zeitpolitiker und Stammtischpolitiker Wagner nicht, uns interessiert vielmehr sein Werk, das neue Ausdruckshorizonte eröffnet hat. Und ich muss gestehen: Das interessiert auch mich jetzt mehr. Dieses andere Thema habe ich aus meiner Sicht wirklich erschöpfend behandelt."

Erschöpfend, in der Tat.

Das Bedürfnis, sich "politisch korrekt" zum Antisemitismus zu äußern schlägt stets fehl, wenn nicht ansatzweise irgendetwas über Antisemitismus begriffen wurde, und dazu gehört, das Konzept der "political correctness" als Versuch zu denunzieren, das kritische Denken auszuschalten zugunsten eines Katalogs von Verboten. Wo das Überich nicht existiert, kann man es kaum herbeiprügeln.
Nicht bloß eine "Beleidigung" ist der Antisemitismus, wie es Judith Butler, alias "Boykott-Butler" gemeinsam mit Borchmeyer und zahlreichen Anderen halluziniert, nicht eine miese Gemeinheit ehrwürdigen Personen gegenüber, sondern ein vertracktes Wahngebilde, dem höchstens der Vergleich mit den "Nebelregionen der religiösen Welt" (Marx) anstünde. Claußen nennt es "Alltagsreligion", Bayern alpha nennt es "@ Forum", für ganz possierliche Alphatierchen ist beides bestens geeignet, sich darin häuslich einzurichten.

Das ganze Gespräch schriftlich auf Bayern alpha
4.5.06 11:07


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taff hat Verständnis für Pädophile

Auf "taff", dem Boulevardmagazin auf Pro 7 (ein so netter Sender eigentlich), geht einem Moderator schon gerne mal das Unbewusste durch. Auf einer "Reportage" am 26.1.2006 über eine Erotikmesse weiß er zu berichten: "Hier gibts Mädels, die schon im Kindergarten Luder waren."
No comment.
8.5.06 11:08


Hier eine Auswahl an Dauerware

Rambo als Kulturkritik

Eine kleine Aufforderung zum Sichttermin.

Dialogue and conquer

Was man so Dialog der Kulturen nennt...

Comedy bis alles in Scherben fällt

Was manche lustig finden, finden andere zum kotzen...
11.5.06 19:32


EU will unbedingt kuscheln und kuschen

Obwohl es vor zwei Jahren schon nicht geklappt hat, will die Eu dem Iran unbedingt Atomtechnologie aufdrängen.
Die Grünen haben also ihren Willen bekommen.

Sie wussten schon immer, dass Atomlieferungen der USA an andere Staaten die Friedensverhandlungen mit dem Iran blockieren. Umgekehrt ist da natürlich kein Grund zur Beunruhigung:
"Wir werden [Ahmadinedschad] die anspruchsvollste friedliche Nukleartechnik anbieten", sagte EU-Chefdiplomat Javier Solana am Montag in Brüssel.

Nur doof, dass der Iran immer noch nicht die anspruchsvollste friedliche Nukleartechnik will. Fast könnte man meinen, die Eu wollen einen nuklear bewaffneten Iran mehr als Ahmadinedschad selbst. Mit ein paar Reaktoren ist es Ahmadinedschad ein Leichtes, entweder eine schmutzige Bombe zu basteln, seine Raketen mit Atommüll zu bestücken, oder ein bisschen abzuzwacken und obendrein noch Hochtechnologie vom feinsten am besten für umsonst ins Haus geliefert zu bekommen. Dazu wird ihm, weil er so nett ist, gleich noch ein gigantisches Paket geschnürt, das ihm Herrschaftssicherung und Kooperation auf lange Zeit garantieren würde.
Die antiautoritäre Erziehung versagt merkwürdigerweise, obwohl das Kind mit Zuckerbrot überschüttet wird, mag es nicht wirklich was davon knabbern. Was Ahmadinedschad wirklich will ist man-power, und nicht nuclear-power. Und die erhält er nur durch einen Phallus, eine nukleare Waffe.
Ahmadinedschad hat beim Pokern vier Öl auf der Hand, was es nötig macht einen royal flush, die Einstimmigkeit im Sicherheitsrat, die coalition of willing zu einem raschen Militärschlag, zusammenzuklauben. Der Vorschlag der EU ist dementgegen an ausgemachter Blödheit kaum zu überbieten. Man will einen Euroiran, ohne Rücksicht auf Verluste.
Bleibt als letzte Hoffnung die USA und Israel. Deren Haushalt ohnehin marginale Reserven aufweisen dürfte.
16.5.06 11:12


Geiseln im Iran

Wie memri in einem Newsletter mitteilt, werden in Iran Geiseln von Sunniten gefangen gehalten. Den Geiselnehmern geht es aber merkwürdigerweise nicht wie im Irak um einen Krieg gegen Kreuzfahrer und Juden, sondern angeblich um Gleichbehandlung und religiöse Freiheit, was immer man davon halten mag. Deutlich wird im Interview, wie in Iran Märtyrertum selbstverständlich ist, und dies selbstverständlich einschließen würde, auch einen nuklearen Gegenschlag in Kauf zu nehmen: schließlich ist der Tod für die Sache Allahs das Ziel und nicht das Mittel jedweden Handelns im islamischen Märtyrerkult.

Zitat aus dem Memri-newsletter:

Amir Harati: Am 16. März 2006. Ich war privat unterwegs und wurde in Tasuki verhaftet.

Roozonline: Welchen Beruf haben Sie?

Amir Harati: Ich bin seit 23 Jahren Offizier der Verkehrspolizei.
[...]

Roozonline: Wie geht es Ihnen jetzt?

Amir Harati: Mir geht es psychisch gut. Sie behandeln uns gut. [...] Aber wir wollen zu unseren Familien zurück. [...] Ich fordere von der iranischen Regierung, dass sie die Probleme unserer Brüder von ‚Jond´u´llah’ löst. Die sunnitischen Belutschen leiden seit Jahren grundlos in den iranischen Gefängnissen. Lasst diese Menschen zu ihren Familien zurückkehren, damit auch wir zu unseren Familien zurückkehren können. Einmal hatte ich die Gelegenheit [während meiner Geiselhaft] mit einem Majlessmitglied zu sprechen. Er versicherte mir, für mich zu beten. Verdammt noch mal, wir können doch selber den ganzen Tag für uns beten. [..]

Roozonline: Was halten Sie als Schiit von den Sunniten?

Amir Harati: Bei Gott, sie beten viel akkurater und pünktlicher als wir. [....]

Roozonline: Was wollen Sie uns noch mitteilen?

Amir Harati: Wir glauben doch alle an denselben Gott. Bitte erfüllen Sie die Wünsche unserer Brüder. [..] Stellen Sie sich doch mal vor, die Behörden haben hier angerufen und gesagt: ‚Tötet sie doch und macht Märtyrer aus ihnen.’ Warum tun sie so etwas?

Roozonline: Meinen Sie etwa, dass die Behörden von den Geiselnehmern fordern, Euch umzubringen?

Amir Harati: Ja, sie haben die Geiselnehmern aufgefordert, uns Geiseln zu töten. Dann haben sie behauptet, dass der Iran viele Märtyrer hat. Ist diese Vorgehensweise der Behörden menschlich?

Roozonline: Wollen Sie denn gerne auf diese Weise zum Märtyrer werden?

Amir Harati: Nein, auf keinen Fall. Nie, auf keinen Fall.
[...]

Roozonline: Wird man Sie töten, falls die Forderungen der Geiselnehmer nicht erfüllt werden.

Amir Harati: Ja, hundertprozentig. Sie sind dazu fest entschlossen. Das müssen die Behörden wissen. [..]
17.5.06 13:52


Homophobie in Afrika

Auf 310 PDF-Seiten schildert die Human Rights Watch and The International Gay and Lesbian Human Rights Commission wie Homophobie in weiten Teilen Afrikas staatlich gefördert wird.

State-Sponsored Homophobia and Its Consequences in Southern Africa
23.5.06 11:11


Die iranische Frauenbewegung und das islamistische Regime

Der folgende Text ist ein Vollzitat aus:
MEMRI Special Dispatch – 29. Mai 2006

"Die iranische Frauenbewegung und das islamistische Regime"

In einer Analyse der iranischen Frauenbewegung stellte die bekannte iranische Anwältin und Frauenrechtlerin Shadi Sadr vor einigen Wochen in der Zeitung Sharq verschiedene Strömungen der Bewegung vor und warnte vor deren Polarisierung (s. MEMRI Special Dispatch vom 7. 4. 2006).

Im Folgenden dokumentieren wir zum einen den Text der im Exil lebenden iranischen Frauenrechtlerin Monireh Kazemi. Erschienen ist er auf der Website Akhbar-Rooz (http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=2545). Kazemi betont darin, dass die iranische Frauenbewegung bereits seit über 20 Jahren gegen den Islamismus kämpft. Unter anderem kritisiert sie, dass auch in den Oppositionsbewegungen viele Männer die Interessen und Rechte von Frauen unter islamistischer Herrschaft nicht genügend im Blick hätten. Außerdem würden einige von ihnen sogar das Recht auf ein eigenes Atomprogramm des iranischen Regimes verteidigen. (Zu aktuellen Protesten von Studenten im Iran gegen das Atomprogramm s. http://memri.org/bin/latestnews.cgi?ID=SD117406.)

Anschließend dokumentieren wir einen in der reformislamistischen iranischen Zeitung Sharq erschienenen Beitrag, in dem sich die iranische Frauenrechtlerin Marsiyeh Mortasi Langrudi zu Problemen der iranischen Frauenbewegung äußert: Wie Kazemi weist auch sie daraufhin, dass die Frauen im Iran weiterhin gegen traditionelle Formen gesellschaftlicher Unterdrückung zu kämpfen haben. Für das Engagement der Frauen im Iran kommt sie aber zu einem anderen Schluss: Die Frauenbewegung sollte sich nicht am Kampf um die politische Macht beteiligen, sondern gegen herrschende gesellschaftliche Ungerechtigkeit aktiv werden.

Monireh Kazemi: ´Einige Männer verteidigen das Atomprogramm, schweigen aber über die Zwangsverschleierung´

„Seit dem 11. September 2001 ist die Welt mir einem Phänomen konfrontiert, dass wir iranischen Frauen schon seit 27 Jahren kennen: dem Islamismus.

Der politische Islam ist für uns Iraner kein neues Phänomen. Kleriker wie Scheich Nuri [1] und seine Zeitgenossen haben schon in der damals herrschenden Despotie gegen Menschen gekämpft, die sich für Freiheit einsetzten und sorgten dafür, dass sie getötet wurden. Schon damals gründeten die ersten iranischen Feministinnen Mädchenschulen und mussten sich gegen den Zorn der Islamisten wehren. [...]

Bereits in den 60er Jahren bezeichnete Khomeini das Wahlrecht für Frauen als ‚Prostitution’ und in den 70er Jahren steckten Islamisten das Kino ´Rex´ in Brand – über 400 Menschen kamen dabei ums Leben [2]. Kein Wunder also, dass die Frauen von Khomeini kurz nach der Machtergreifung 1979 – völlig zu Recht – als Feinde islamischer Regime dargestellt wurden. Die Islamisten behaupteten, dass der weibliche Körper ein Ort des Teufels sei und selbständige, freie Frauen seine Schülerinnen. Sie behaupteten, dass man Frauen gänzlich kontrollieren und die Gesellschaft islamisieren müsse, um Frauen handlungsunfähig zu machen. Es sollte auch nicht vergessen werden, wie viele Frauen in den Gefängnissen des klerikalen Regimes gefoltert und hingerichtet wurden. Mittlerweile werden Andersdenkende sogar im Ausland Opfer von Terroranschlägen. Das alles deutet auf eine Form des Islamismus als totalitärer Fundamentalismus hin, unter dem insbesondere Iraner zu leiden haben. [...]

Aber das iranische Regime leistet weiterhin auch Hilfe an arabische Islamisten und unterstützt totalitäre islamische Zentren und radikale Moscheen in Europa und den USA. Tatsächlich wird an solchen Orten Hass geschürt, wodurch zivilgesellschaftliche Entwicklungen gefährdet werden. Leider denken die westlichen Staaten meist nur an ihre kurzfristigen wirtschaftlichen Kapitalinteressen und teilweise unterstützen sie die Bewegungen des politischen Islam sogar. Indirekt tragen sie dadurch dazu bei, dass nicht nur reaktionäre Kräfte, sondern auch Rassismus, Antisemitismus und blinder Nationalismus gestärkt werden. [...]

Vor diesem Hintergrund könnte der Sieg über den islamischen Fundamentalismus im Iran ein großer Beitrag für Frieden, Freiheit, Demokratie, Emanzipation und Gerechtigkeit in der ganzen Welt bedeuten. Wir können davon ausgehen, dass der Islamismus enorm geschwächt wäre, wenn die Kette von Gewalt und Aggression an einer entscheidenden Stelle durchbrochen würde. So haben die iranischen Frauen heute eine besondere Botschaft, denn ihr Sieg über den Islamismus würde nicht nur den Kampf der Frauen für Demokratie, Freiheit, Emanzipation und Humanität in der Region, sondern weltweit unterstützen.

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben mir gezeigt, dass auch politisch aktive iranische Männer noch immer nicht sensibel genug für die Gefahr des politischen Islam sind und Gefangene ihres traditionellen patriarchalen Denkens bleiben. Auch aus diesem Grund sind sie weit von den Forderungen der Frauen in ihren Auseinandersetzungen mit der Islamischen Republik entfernt.

Die iranischen Männer haben nicht verstanden, dass die Abschaffung der Männerherrschaft auch die Männer befreien wird. Die iranischen Männer haben immer noch nicht begriffen, dass die Ideologie und die Strategien der Islamischen Republik die kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen des herrschenden Patriarchats bestimmen. Faktisch fällt es dem iranischen Mann sehr schwer, die patriarchalen Strukturen des Regimes zu kritisieren. [...]

So stehen wir Frauen in unserem Kampf gegen die Islamische Republik alleine da. [...] Wir erleben, wie manche Männer trotz langjähriger politischer Erfahrungen in die Falle von Ahmadinejad tappen und von einem selbstverständlichen Recht des reaktionären und totalitären Regimes auf das Atomprogramm sprechen. Dieselben Männer schweigen über die Zwangsverschleierung und das selbstverständliche Recht der Frauen auf freie Kleidungswahl [...]

Das ist einer der Gründe, warum wir Frauen im Iran und der islamischen Welt uns auf unsere eigenen Kräfte besinnen und in der ganzen Welt um Solidaridität gegen die islamischen totalitären Kräfte kämpfen müssen.“ [3]

Marsiyeh Langrudi: „Die Frauenbewegung muss sich eher gesellschaftlich als politisch engagieren“

„Seit langer Zeit fragen sich engagierte iranische Frauen, ob die Frauenbewegung das Ziel verfolgt, die ‚Gesetze zu reformieren’ und sich dabei als politische oder als soziale Bewegung definiert. Wenn die Frauenbewegung eine politische Bewegung ist, warum beschäftigt sie sich dann nicht mit Problemen der Macht, des Staates und der Regierung? [...] Soziale Bewegungen setzen sich dagegen mit Bürger- und Frauenrechten auseinander und verfolgen das Ziel, die rechtlichen Strukturen emanzipatorisch zu reformieren. Es ist bedauerlich, dass man seit einigen Jahren fast gar nicht mehr zwischen politischen und sozialen Bewegungen unterscheiden kann. Deswegen gerät auch die Frauenbewegung ständig in machtpolitische Streitereien.

Fest steht zunächst, dass es Männer sind, die in unserer patriarchalen Gesellschaft alle bevormunden und nur ihre eigenen Vorstellungen durchsetzen wollen. Hart gehen sie gegen jede Kritik an der Monopolisierung [der staatlichen Macht] vor und werfen den Kritikern vor, die herrschende Ordnung stören zu wollen. [...] So wird natürlich auch die Frauenbewegung als radikale Bewegung betrachtet und ihre Arbeit gestört.

Die Tatsache, dass allein das ‚Frausein´ schon politisch ist, hat mit dem engen Verständnis von Politik zu tun. [...] Dies ruft nicht nur in der Frauenbewegung Widerspruch hervor, sondern wird auch in den von Männern dominierten iranischen Parteien kritisiert. Ein derart enges Verständnis von Politik führt dazu, dass politisch aktive Menschen, denen es eigentlich gar nicht um die politische Macht geht, isoliert werden und automatisch zu Oppositionellen werden. [...] Die monopolisierte Macht benutzt diesen engen Begriff von Politik, um gesellschaftliche Forderungen abzuwehren. Auf diese Weise gerät auch die Frauenbewegung ungewollt in politische Konflikte, [...] was ihr am Ende nur schaden kann.

So werden die Frauen immer hoffnungsloser und verzweifelter, wenn sie feststellen, dass der Preis, den sie für die Bewegung zahlen, in keinem Verhältnis zu Ergebnissen und Nutzen ihrer Arbeit steht. Das führt dazu, dass die Frauenbewegung langfristig an Einfluss in der Gesellschaft verliert. Daher muss die iranische Frauenbewegung eine genaue Definition dafür liefern, was sie unter Politik und Macht versteht. [...]

Selbstverständlich sollte sich die Frauenbewegung auch mit dem Problem der ‚Macht’ auseinandersetzen. Aber wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass es auch traditionelle Formen von Ungleichheit, Gewalt und Ungerechtigkeit in der Gesellschaft gibt, die sich auf Familienstrukturen auswirken und unter denen auch Männer leiden. Die vom Staat monopolisierte Macht ist schließlich nur ein Teil von dem, was traditionell das Leben der iranischen Frauen beeinflusst. Es ist wie bei einem Eisberg, von dem man nur die Spitze sieht: Der Großteil des Machtproblems ist zutiefst in den Denkweisen und Lebensgewohnheiten der Iraner verankert und bestimmt ihr gesamtes Leben.

Vor diesem Hintergrund sollten sich die Frauen aus den raffinierten und schnelllebigen machtpolitischen Spielereien heraushalten. Vertreter verschiedener sozialer Bewegungen sind vielmehr zu der Erkenntnis gekommen, dass sie sich eher auf der Ebene der Gesellschaft betätigen müssen. [...] Während politische Bewegungen alles in Befürworter und Gegner der staatlichen Macht einteilen, fordert die Frauenbewegung die Einheit der Gesellschaft im Kampf gegen geschlechtsspezifische Diskriminierung und rechtliche Ungleichheit. Die iranische Frauenbewegung sitzt in einem fahrenden Zug und muss während der Fahrt auch noch die Schienen legen, damit der Zug ans Ziel kommt. Daher müssen die Frauen immer darauf achten, nicht zu entgleisen und die Grenzen der gesellschaftspolitischen Arbeit nicht zu verlassen. [...]“ [3]


[1] Scheich Nuri propagierte bereits während der konstitutionellen Revolution von 1905 eine islamische Verfassung.

[2] Am 19.8.1977 wurde das Kino in der südiranischen Stadt Abadan in Brand gesteckt, weil dort westliche Filme gezeigt wurden.

[3] Sharq, 16.5.2006
31.5.06 11:17


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