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Kulturindustrie

The Happening – eine Kritik

„Die moderne Psychologie hat längst erkannt, daß es verkehrt wäre, die Selbsterhaltungstriebe im Menschen als die natürlichen zu behaupten […]. Die Menschen vermögen zum Beispiel in der Solidarität mit Gleichgesinnten ein Glück zu erleben, das sie Leiden und Tod in Kauf nehmen läßt. Kriege und Revolutionen bieten das sichtbarste Beispiel dafür.“ (Horkheimer 1932: Geschichte und Psychologie)

Wenn Kulturindustrie versucht, über sich selbst hinauszugelangen, scheitert das zumeist Moralinsäure und einfachen philosophischen Fragen. M. Shyamalans Film „The Happening“ macht da keine Ausnahme. Der filmische Aspekt wurde von Kritikern zu Genüge durch den Kakao gezogen. Dabei ist das Werk zunächst durchaus ansehnlich. In seiner dauernden Wiederholung und Berechenbarkeit verflacht es jedoch rapide in altbekannter Close-Up-Suspense, unnötigen Verbildlichungen der abstrakten Bedrohung und Zitaten aus Zombiefilmen. Nur selten erheben sich wirklich interessante und innovative choreographische Bilder und Szenen aus dem kalkulierbaren Kitzel.
Die Story kann in den hinlänglich bekannten Quellen eingesehen werden: Krisenhafte Kleinfamilie sieht sich abstrakter Bedrohung durch fiese Selbstmordgase ausströmende Pflanzen ausgesetzt, durchsteht manches Wagnis und überlebt am Ende zusammengeschweißt und reproduziert - während die finale Bedrohung noch als second coming angedeutet wird.

Insgesamt wird für ein esoterisches New-Age-Weltbild geworben, in dem Pflanzen kommunizieren können und sich mit dem Wind gegen die Menschheit verbünden. Diese zentrale Botschaft affiziert alle weiteren ideologischem Bausteine.
Shyamalan ahnt etwas vom Schein, den die Produktionsbedingungen atmen – die Individuen handeln gegen ihre Interessen, das Glücksversprechen ist ein uneingelöstes. So vermag er durchaus genial den Reflex einzufangen, mit dem der Hauptdarsteller das Weinglasimitat im Musterhaus schwenkt. Und im Mord an den beiden Jungen hat er den Rest eines Bewusstseins aufbewahrt, dass in der Krise die ideologische Wahrnehmung der Krise selbst noch die äußerste Bedrohung werden kann.
Die fragmentarische Infragestellung der bürgerlichen Identität kratzt jedoch nicht an einer zugrunde liegenden Identitätsphilosophie. Das Konkurrenzprinzip der bürgerlichen Gesellschaft wird nach außen projiziert, naturalisiert und fetischisiert. Als Entitäten treten zwei Monopolisten gegeneinander an: hier der Mensch, da die Natur. Natur selbst wird in dieser flachen Wahrnehmung als Gesamtsubjekt zur eindimensionalen Identität gepresst und damit auf das reduziert, was sie für die kapitalistische Gesellschaft darstellt: Rohstoff.
Anstatt wie in anderen apokalyptischen Filmen die erste wertbildende Kraft, das Proletariat, dazu aufrufen, sich rational zueinander zu verhalten, wird hier auf die zweite Quelle des Werts – die Natur – fokussiert und dieser eine bedrohliche Subjektivität zugeordnet, die von der ersten – den Individuen – abgezogen werden muss. Diese stapfen hilflos als prädestinierte Opfer-Objekte umher. Anders als Zombiefilme kann Shyamalan nicht im alptraumhaften Surrealismus agieren. Er bemüht pseudowissenschaftliche esoterische Propaganda zur Erklärung und fällt damit weit zurück hinter die „Bodysnatchers“ oder Hitchcocks „Die Vögel“.

Wo in Zombiefilmen die Infizierten selbst zur kollektiven Bedrohung für Individuen werden, feiert Shyamalan die Implosion von Gesellschaft, ihr Zugrundegehen an jener Individualität, die der Selbstmord voraussetzt. Problematisiert wird Reproduktion und Vergesellschaftung: Die der Reproduktion zugeordnete Natur in den Parks schlägt zuerst in diesen ambivalenten Orten der befriedeten Gesellschaft wie der Revolutionen zurück. Zugleich wird die regressive Flucht in die Vereinzelung regelrecht eingefordert. Nicht WIE Menschen existieren – in Philadelphia etwa auf dem relativen Höhepunkt menschlicher Zivilisation – sondern DASS sie überhaupt in so großer Zahl existieren scheint das Ressentiment Shyamalans zu prägen. Die Identifikation mit einer übermächtigen Natur, einer strafenden Muttergottheit, mündet in die narzisstische Aggression gegen jedes Andere. Die zelebrierte Autoaggression ist sakralisierter Sado-Masochismus: Das Besessenwerden bis zum Tod, der narzisstische Abbruch jeder Vermittlung, die kalte Anwendung des nächstbesten Produktionsmittels zum Suizid. Wenn sich die feindlichen Individuen selbst umbringen, stehen die Überlebenden mit reiner Weste da. Durch das Massaker behält der gute Ehemann sein Recht, am Ende ohne Konkurrenten und Kritiker dazustehen und alleine über seine Ehefrau zu verfügen.

Shyamalan ahnt wahrscheinlich etwas von dieser dem Film zugrunde liegenden Ambivalenz: die beiden Jungen, die sich in oraler Gier gegen seine Anordnung zur Wehr setzen, werden furchtbar bestraft. Wenige Minuten später befindet sich der Protagonist Wahlberg selbst im Inneren eines Hauses, das er verriegelt und abdichtet, während die paranoide Alte ihren Kopf durch die Scheibe schmettert. Strafender Vater und strafende Mutter vertreiben ihn letztlich gleichermaßen, nicht einmal Mutter Natur beherbergt ihn: Diesen Alptraum infantiler Ablösungsprozesse tastet das Szenario im Individuum ab. Der vielleicht einst fortschrittliche Reifungsprozess, nicht ins Kollektiv, sondern in die Arme der liebenden Partnerin zu fliehen, beendet die Bedrohung.
Das dadurch transportierte Rollenbild ist so reaktionär wie bekannt: Ein denkender Mann fürs Rationalitätsprinzip und eine etwas verdattert und hoffnungslos unterlegene Hilfe und Kinder empfangende Frau als Anhängsel. Die Reproduktion gelingt anscheinend zunächst nicht. Weiter wird der potentielle Ehebruch durch die fragile Gattin angedeutet. So wird die Bedrohung des Familienidylls im Film externalisiert und dadurch rationalisiert, dass Reproduktion an sich in Frage gestellt und durch massenhaften Suizid ohnehin verunmöglicht wird. Am Ende kann die nach all dem Grauen noch unbefangen liebende Frau ihr eigenes Kind empfangen und der Sturm ist vorerst vorüber. Der Kitsch will sein happy end, die lauernde, finale Potenzierung der Bedrohung ist nur wirkungsloser Appendix, ein schiefer Rahmen für das Familiendrama, quasi eine schlechte Entschuldigung des Regisseurs dafür, das prinzipiell interessante Thema für die übliche Familiengroteske verschlissen zu haben.
Biologistisch findet die Aufbereitung des Themas „Suizid“ statt. Ein Suizid aus intrapsychischen Gründen taucht nicht einmal am Rande als Möglichkeit auf – es gibt nur nichtsuizidale Individuen mit einem gesunden Überlebenstrieb, die völlig aus dem Nichts heraus aufgrund von streunenden Chemikalien ihr Leben beenden. Diese monotone Bearbeitung des hochkomplexen Problems Suizid geht auf Kosten einer tiefsinnigeren Analyse der realen Massensuizide und ihrer unterschiedlichen Wirkungsweisen und Ursachen – von Masada als einem der frühesten überlieferten über die Massenselbstmorde in Sekten, etwa Jonestown, und die in der Zahl massenhaften Einzel-Suizide bei einigen indigenen Gesellschaften bis hin zum genozidalen Massensuizid der Deutschen im zweiten Weltkrieg. Shyamalan interessieren nicht die intrapsychischen Ursachen von Massenselbstmorden oder die irrationale Verfasstheit der bürgerlichen Gesellschaft und menschlicher Gesellschaft schlechthin, in der Menschen zur äußersten Bedrohung des Menschen werden – er muss den Wolf selbst zu dem des Menschen machen und lenkt so im mystischen Schauermärchen von realen Vorläufern vergleichbarer Ereignisse ab. Dass Natur sich des Konkurrenzprinzips entheben und dann gegen den Menschen wenden könnte, spottet jeder ernsthaften Wissenschaft. Dass jedoch Menschen sich ebenso verhielten, die Konkurrenz in der Volksgemeinschaft aufgehoben sehen wollten um alle Kooperation auf die Produktion von Giftgas und Waffen zur Ermordung von Millionen Menschen umzurüsten, war äußerste Realität.

22.7.08 20:16


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'Bei Müllers hats gebrannt, -brannt, -brannt' - Versuch einer Analyse

Der Kinderreim, oder besser gesagt, das Schlagspiel ist eines jener merkwürdigen Rituale, die beinahe ausschließlich von Kind zu Kind tradiert werden.  Auffällig ist, dass kaum ein Erwachsener den Text noch vollständig weiß. Die ersten Zeilen sind gestochen scharf erinnerbar, die letzten verschwinden im Dämmer des Gedächtnisses. Gegen solche Verdrängung hilft Google und ein paar eifrige Psychologen oder Ethnologen, die auch solche Texte archivieren.
 
Beim Schlagspiel "Bei Müllers hats gebrannt" hatte ich große Schwierigkeiten, die unbewusste Botschaft irgend zu verorten. Das liegt zum einen an der Zahl der Versionen. Mal rennt man weg, mal hin. Die Richtung allerdings scheint relativ unwichtig zu sein. Schon 1855 geht es weiter mit dem "Polizist" und der "List". Der Inhalt verschiebt sich dann, wie Sarr zu entnehmen ist, von der Bestrafung fürs Äpfelklauen (die Kastrationsdrohung) und dem "in die Kist" stecken auf eher exhibitionistische Urszenen.
 
Meine erste These war, dass gemäß Freuds "Bruchstück einer Hysterie-Analyse" (FSA VI, z. B. 142) das Feuer im Traum Ausdruck des Urinationswunsches ist: Der Gegensatz im Traum erfordert das Löschen. Das lässt die Frage offen, warum gerade die Urination einer jener Vorgänge ist, die im Traum sehr häufig auftauchen. Dies lässt sich mit dem Bettnässen erklären, das durch nächtliches Wecken oder Strafandrohung verhindert werden soll. In Freuds Beispiel wünscht die Patientin im Feuertraum, dass der Vater sie wecken möge, um Schlimmeres zu verhindern.
 
Würde man demzufolge dem Schlagspiel den Urinationswunsch zugrunde legen, würde das möglicherweise schon Folgendes bedeuten: Das Kind versucht durch schnelles Rennen der Bestrafung durch den Polizisten zu entgehen und dann zu urinieren, wenn "es brennt" und zwar dort, wo man dazu hingehört, nämlich "zu Haus" und nicht einfach irgendwo bei Müllers. Gelingt dies, wird es als Entwicklungsleistung in der Gruppe gefeiert und beklatscht. Es handelt sich ja dann schon nicht mehr um einen Traum, in dem der Wunsch offenbar wird. Dann wäre die These sehr schwer zu halten. Vielmehr geht es ja in der Gruppe schon um eine kollektive Zensur, die viel bewusster Anpassungswünsche und Unlust bearbeitet. Ich halte es aber für wahrscheinlicher, dass dieser edukative Ansatz nicht ausreicht und eher stärkere sexuelle Motive dominieren.
 
Der Fortgang des Liedes in den unterschiedlichen Versionen lässt auf weitere Inhalte schließen, die den obigen ergänzen. Mal flieht der oder die Protagonist/in "nach Haus" zum Bruder oder zum Onkel "Klaus", klar ist, es ist wohl der Vater. Dieser liegt mit "Elisabeth" im "Bett, Bett, Bett". Nimmt man das als Ergänzung zum obigen Teil, würde dies die infantile Urszene wiederspiegeln: Das kleine Kind rennt (aus Angst vor dem "Polizist", der Bestrafung) nächtens zu Mutter und Vater, weil es urinieren muss. Dabei ist es nicht unwahrscheinlich, dass hier die Urszene stattfindet, das erste Erblicken des elterlichen Beischlafs. Nun geht es wüst weiter mit infantilen Sexualtheorien. Mal kracht nur der Busenhalter, mal "explodiert" gleich die ganze Elisabeth und ein Baby "marschiert" heraus. Diese Version endet damit, dass Elisabeth sich schämte und die Decke über sich zieht. Das herausmarschierende "Baby" kann wohl als Fäzes interpretiert werden, was die Scham der Elisabeth erklären würde, die anders als die solche Szenen verlachenden Kinder, ins Bett gemacht hat.
 
Jedoch gibt es auch Versionen, in denen genitale und ödipale Sexualität und bisweilen Homosexualität angedeutet wird, was auch die Lust der Kinder am Spiel einsichtiger macht: Mal lauert im Bett eine "Maus " (möglicherweise ebenfalls der Fäzes, aber wahrscheinlich eher ein Genital), mal gebiert die Elisabeth einen "Schlingel, der zog den Klaus am Pimmel". In vielen Versionen flüchtet man sich in einen oberen Stock und sieht dort mal einen Mann, mal  die Oma "im Unterrock". Das könnte zum einen eine Wiederholung der ersten Fluchtszene bedeuten, zum Anderen den Kastrationskomplex meinen, der mit dem Fetisch des "Unterrocks" den Anblick des ersten Genitales zu verdrängen versucht.
 
Meines Erachtens ist die eigentliche Leistung des Schlagspiels das Feiern der Autonomie und der eigenen intellektuellen Fähigkeit, solche Ereignisse kollektiv zensieren zu dürfen und dennoch offen zu wiederholen. Es könnte dann nicht die archaische Lust sein, die das Spiel populär macht, sondern die im Kompromiss sublimierte Vorlust. Das Plätschern der Klatscher wiederholt möglicherweise lautmalerisch das lustvolle Wasserlassen, kann aber ebenso mit lustvollen, masturbatorischen Komponenten behaftet sein oder Strafphantasien sublimieren. Würde man am Ende doch die Traumsituation annehmen, wäre der Wunsch dahinter recht simpel: Die peinlichen Situationen, Sinnbild der hysterischen Verdrängung, dienen dann nur dazu das lustvolle Rennen ermöglichen und den eigentlichen Trauminhalt durch sein Gegenteil zu verschleiern. Man möchte einfach lustvoll an Ort und Stelle urinieren, ohne vom Polizisten auf die Liste geschrieben zu werden, ohne die Eltern wecken zu müssen. Dieser Trauminhalt kann in der zensierten Form in der Gruppe den Wunsch beliebig oft wiederholen und so Ersatzlust verschaffen. So gesehen wäre die Lust am Spiel auch aus der Rebellion zu erklären, die darin enthalten sein könnte. Wieso dieses Spiel dann in einer bestimmten Entwicklungsphase besonders wichtig ist und warum es eher in der Latenzzeit populär ist, kann wohl nur spekulativ im Aufragen widersprüchlicher sexueller Impulse in diese gar nicht so latente Phase hinein vermutet werden.
11.7.08 11:34


Die böse Mutter des Indiana Jones Junior

Indiana Jones war auf Englisch vermutlich nur geringfügig besser zu ertragen als in der synchronisierten Fassung. Es begeisterte zunächst die detailverliebte Rückprojektion in eine Zeit, in der Atomwaffentests perverses Begleitspiel kleinbürgerlicher Gartenkultur waren. Die Paranoia der puppenhaften Bürger wurde letztlich genau durch das beruhigt, wovor sie sich fürchteten: durch den Atomkrieg vor der eigenen Haustüre, die schleichende radioaktive Verseuchung ganzer Landstriche. Von daher ist die Parodie des im Kühlschrank eine Atomexplosion überlebenden Indiana Jones mehr als nur unrealistisch – sie ist surrealistisch, wenn Jones zuerst in vollem Ornat vor der Atomexplosion als Ansichtskartenmotiv posiert und sich danach dekontaminieren lässt. Geniale Momente feiert auch der Easy-Rider Mutt Williams in der permanenten Persiflage einer auf Körperkult wie Aufruhr gleichzeitig versessenen ödipalen Generation.

Diese darf jedoch niemals siegen – und damit beginnt das filmische Elend. Mutt bleibt steter Unterworfener, verliert die Mutter an den übermächtigen Vater, bleibt Statist der wirklich entscheidenden Szenen und darf nicht einmal am Ende den väterlichen Hut übernehmen – er wird ihm autoritär wieder entnommen, der ganze Kampf war vergeblich. Das ist pädagogischer Schwachsinn und nur ökonomisch zu erklären: Ein fünfter Teil bedarf eines zwar weiter gealterten, jedoch unangefochten rüstigen Indiana Jones. Vermutlich wird erst dort Mutt die eigentliche Ehre zuteil, den dann schwächelnden Vater zu retten, abzulösen und somit komplett den ödipalen Konflikt abzuschließen.

Weiter bleibt beim satirischen Zitat der sowjetischen Domina die Satire auf halber Strecke stecken. Zu plan wird sie aufgebaut und zu bemüht entfernt sie sich von der Satire zum reaktionären Stereotyp. Den Kommunistenfressern im Westen galt eben nicht nur die offenbare Unfreiheit und der Staatsfetischismus als feindlich, sondern ganz besonderes Unbehagen erregte das zumindest teilweise eingelöste Emanzipationsversprechen Frauen gegenüber. Die russische Domina, die DDR-Deutsche Grenzermatrone, überhaupt die böse, aggressive Frau im Banne des als matriarchal identifizierten Totalitären wird zumeist besiegt von den tapferen Helden, die wider Willen gezwungen sind, Frauen zu schlagen. Seltener treten die Olgas, Nataschas oder Irinas im Showdown gegen halbemanzipierte Liebchen des Helds an, die dann einmal eine Gelegenheit bekommen, zu beweisen, dass sie ihrem Mann stehen, jedoch niemals für sich selbst kämpfen dürfen. Dieses in James-Bond zelebrierte Muster wurde durch cultural heroes wie Lara Croft aufgebrochen. Dass Indiana Jones dahinter zurückkehrt, ist hochgradig regressiv und kaum als kritische Fußnote zu verstehen. Es bleibt die nur durch Liebesentzug selbstständig gewordene Frau vom aufgespaltenen Ambivalenzkonflikt übrig, die fortan im Wesentlichen beschützt werden muss vor der fechtenden Lederstiefelsozialistin. Wenn Henry Jones zu den Frauen geht, vergisst er eben seine Peitsche nicht. Und schon gar nicht den Hut. Der Witz dient nur dazu, den Impetus via Ironisierung am Leben zu erhalten.

Nicht minder reaktionär ist die rassistische Verwendung des Stereotyps: „Kampfbereite, hässliche, kleine Indianer beschützen großen Mythos, werden aber vernichtet, weil großer Mythos weißem Mann gehören soll.“ Kindgleiche Aggressoren werden mühelos zerschlagen, vergiftete Pfeile zurückgepustet und mit magischem Zauber verjagt, dass es nur so eine Art hat. Ameisen und Indianer gehen in der filmischen Logik als gemeinsame Gattung auf.

Nach dem zehnten Countdown und den gleichförmigen Rufen „Gooo! Gogogo!“ zieht sich der Film endlos bis zum erwartungsgemäß dumpfen Finale, das durch exzessive Animation kaum besser wird. Somit bleibt dieser Teil ein verzweifelter Versuch, der Wiederholung des Immergleichen durch Überidentifikation zu entkommen – was scheitert, weil die dazu notwendige Distanz zu den Vorläufern nicht aufgebracht werden kann.

6.6.08 13:41


Über Aufgewärmtes und Michael Ende in der neuen Bahamas

Peter Siemionek schreibt in der Bahamas 55 über "Phantasien und Vernichtung. 'Momo' und die autoritäre Sehnsucht des Michael Ende."
Das meiste davon habe ich bereits vor zwei Jahren in "Wie Michael Ende falscher Kapitalbegriff zum Antisemitismus treibt..." in Worte gefasst, was kein Wunder ist, weil es gar zu offensichtlich auf der Hand liegt.
Ein Plagiat unterstelle ich Siemionek schon deshalb nicht, weil ihm das Merkmal des Büchernörgeles in "Der satanarchäolügernialkohöllische Wunschpunsch" und damit der konkret fassbare Zuschnitt des Ende'schen Kapitalbegriffs auf den Antisemitismus völlig entgeht. Dafür liefert er einige interessante Überlegungen zum projektiven deutschen "dolce vita" - Italienbild.
Was mich allerdings gelinde entsetzte, war der Impetus der Karikatur auf dem Bahamas-Titelbild. Wo ich einen Überbiss gleich dreimal mit Naivität und Dummheit assoziieren soll, gehe ich instinktiv in Abwehrstellung. Eine entblößte, mit Haarstoppeln bestandene weibliche Brust der Heide Wieczoreck-Zeul brauche ich als Kritiker irgendwelcher Verhältnisse ebenfalls nicht zu bemühen. Die Nigel Kennedy - Karikatur hätte es allein getan.
Der Rest der Artikel zeichnet sich durch die der Bahamas etwas eigen gewordene Monotonie aus, die sicherlich der der Verhältnisse geschuldet ist.
 
---------------------------------------------------------------------------
Nachtrag: Noch mehr Kritik an Michael Ende auf "Nichtidentisches" gibt es in "Die Parthenogenese der Lokomotiven - Jim Knopfs Inzestwunsch".  
2.6.08 14:35


'Flaschenpost und Fahnenflucht'

Ein Katzenspiel. 2006. Öl auf Malkarton. 

Meine erste Ausstellung "Flaschenpost und Fahnenflucht" hängt jetzt im Cafe am Grün in Marburg. Vorbereitend bietet sich die Lektüre des Artikels "Der Filznazi" an.
Für alle, denen der Besuch durch objektive Zwänge verwehrt bleibt, ist eine Besichtigung der Werke unter http://www.sofakunst.blogg.de möglich. Gegen schnöden Mammon lassen sich die Bilder meistbietend eintauschen.



Der Hauptspaß. 2006. Zeitungsdruck und Öl auf Tiefdruckbütten.

31.5.08 16:25


Der Krieg des Charlie Wilson

Es gibt Filme, die muss ich nicht zerpflücken, weil sie für sich selbst sprechen. Der Krieg des Charlie Wilson ist so einer. Bedenkenlose  und unbedingte Empfehlung meinerseits.
11.2.08 21:02


Tom Goebbels? Wie man deutsche Geschichte fachgerecht entsorgt...

Warum es durchaus passt, dass Tom Cruise den Grafen von Stauffenberg in der Nazi-Schmonzette Valkyrie mimt, und warum es nicht Antifaschismus, sondern Antiamerikanismus ist, der zum Meckern über die Hauptrollenverteilung trieb, habe ich hier bereits erörtert. Derzeit versucht man im Land der als soziokulturellen Beitrag akzeptierten täglichen Nazikriminalität erneut, auf recht unschöne Art und Weise die von sich ausgehende Bedrohung auf andere zu projizieren. Tom Cruise ließ sich bei seinem erbärmlichen Tagewerk abdrehen und fragt ein johlendes Scientology-Publikum: "Should we clean up this place?"
Da konnte Guido Knopp, bekannt für seine Sucht, Personen auf einen Charaktertypus festzuschweißen ("Paulus - Der Gefangene", "Rommel - Das Idol" etc...) und ferner bekannt für verharmlosende und betuliche Großvaterdeutschland-Versöhnungsfilmchen, nicht an sich halten:
 
"Es mag ja sein, dass Cruise' Sprechweise bei vielen Erweckungsbewegungen in den USA üblich ist", räumte Knopp der Zeitung gegenüber ein. "Doch die Szene, in der er fragt, ob die Scientologen die Welt säubern sollen und alle Ja rufen, erinnert zwangsläufig jeden Deutschen, der sich für Geschichte interessiert, an die berüchtigte Rede von Goebbels."
 
Übersetzt heißt das: In den USA mag es ja üblich sein, als Goebbels herumzulaufen und die Welt mit Weltkriegen zu bedrohen, wir im Land mit der bewältigten Vergangenheit und unserem Knopp-gefütterten Interesse für Geschichte und unserem eydeetischen Erinnerungsvermögen müssen jedoch solche US-amerikanischen Unsitten aufs Schärfste ablehnen.
 
Und auch Pfarrer Gandow, Sektenbeauftragter der evangelischen Kirche, sieht den Goebbels-Vergleich zwingend gegeben: "Ich bleibe dabei: Tom Cruise ist der Goebbels der Scientologen."
 
Wenn Tom Cruise allerdings der Goebbels der Scientologen ist, ist Scientology wohl die NSDAP und Youtube ein Kriegsschauplatz. So einfach dupliziert eine krachnaive Faschismusanalyse den Nationalsozialismus und macht aus Geschichte eine Farce wie aus der Sportpalastrede mit all ihren grauenhaften Folgen ein Youtube-Klamauk-Propagändchen. So wussten die Jubeldeutschen im Falle Goebbels sehr wohl, dass sie hier die industrielle Massenvernichtung sanktionierten, die in allen NSDAP-Werken angekündigt war. Scientology mag zwar ein elitäres und mithin esoterisch-faschistoides Weltbild pflegen, sogar eine kommerzielle Sekte sein, von der Vernichtung des Weltjudentums oder anderer Chimären als Hauptexistenzgrund ist dagegen wenig zu lesen.
Dass Goebbels nicht Scientologe war, sondern katholisch erzogen wurde, später im Jesuiten-Seminar studierte, weil er Priester werden wollte, will man vielleicht aus Gründen des protestantisch-katholischen Burgfriedens nicht thematisieren. Wie man jedoch angesichts der förmlich explosionsartig expandierenden evangelikalen Sekten, Pfingstkirchen, WASPs, charismatischen Erweckungsbewegungen und so fort ausgerechnet von Seiten des evangelischen Sektenbeauftragten Scientologys doch auf kleinem und berechenbaren Niveau stattfindende Sektenmentalität und Größenphantasie zur anscheinend weltweiten Bedrohung erklären kann, ist wohl weniger einer mangelnden Verinnerlichung der biblischen Lehre vom Balken im eigenen Auge und von unschuldigen Steinewerfern geschuldet, als der Projektion der eigenen Mängel auf ein Äußeres. Zwischen dem Clean-up und der Reinigung durch den heiligen Geist, wie in evangelikalen und protestantischen Kirchen übrigens zum geringsten Teil in US-Amerika praktiziert, besteht in der Tat viel Gemeinsamkeit, von da ist der Weg zu Goebbels totalem Krieg und zu jubelnden Deutschen jedoch exakt gleich weit. Und erst von diesem Befund der Äquidistanz ausgehend könnte dann eine glaubhafte Faschismus-Kritik ansetzen, die jedoch mindestens noch faschistoide Kulte der Kulturindustrie wie HipHop-Call-and-response oder Rammstein -Textemitsingen einbeziehen müsste, um halbwegs den Rang der Gesellschaftskritik einzunehmen.
 
Dem voraus geht allerdings noch ein anständiger Englisch-Unterricht, in dem die feinen Unterschiede zwischen den 10 verschiedenen englischen Wörtern für das im deutschen Stackenblochen mit "saubermachen" in eins fallende "säubern" und entsprechend die Anwendungsmöglichkeiten des phrasal verbs "clean up" sowie letztlich die Bedeutungen von "cleanse" begriffen werden.
25.1.08 09:40


Das Hartz IV-Rollenspiel Teil 1 - Komplettlösung

 
Vor dem Spiel muss folgende Warnung ausgesprochen werden: Vorsicht, das Spiel macht extrem abhängig und ist insbesondere für Einsteiger schwer zu erlernen! Einige Szenen fördern die Gewaltbereitschaft, daher ist die Altersfreigabe auf 18 heraufgesetzt.
 
Nachdem du das Spiel installiert hast, must du erstmal die Grafik anpassen, auf meinem alten Rechner läuft das Spiel mit optimaler Auflösung extrem ruckelig und langsam, daher habe ich sie runtergesetzt, dann sieht man auch die Ekligkeiten net so stark.
Du hast die Auswahl zwischen mehreren Charakteren. Am spannendsten ist meines Erachtens "Hochschulabschluß", du kannst aber auch "Elektrotechniker" oder "Hauptschulabschluß" wählen, das hat in der Regel wenig Einfluß auf den Spielverlauf.
 
Wenn du in der Hartz-4 Welt gelandet bist, musst du dich erstmal mit der Umgebung vertraut machen. Wenn du eine Weile umherläufst, siehst du eine kleine Kaschemme, auf der "Erwerbsloseninitiative" steht. Sprich den Typ dort an, er hat wertvolle Tips für dich und kann dir zu jedem Zeitpunkt des Spieles weiterhelfen.
 
Besorge dir dann am besten jetzt schon ein Bewerbungsfoto im nahegelegenen Fotoatelier. Dafür geht dein Startgeld drauf.
Dann gehst du zu dem klassiszistischen Bau, auf dem "Kreisjobcenter" steht. Dort holst du deinen Antrag ab. Lass dir auf keinen Fall einen Termin aufschwatzen! Den Fallmanager siehst du schon noch früh genug. Zuerst wappnest du dich mit weiteren Utensilien: Dein Abizeugnis (eine beglaubigte Kopie bekommst du beim Stadtbüro für einige Euro Bearbeitungsgebühr), einen Lebenslauf, eine Mietbescheinigung und ein Abschlusszeugnis. Sprich mit der Frau im Turm, die kann dir weiterhelfen. Achte jedoch darauf, zur richtigen Zeit zu kommen, sonst ist sie verärgert und du kannst länger warten.
 
Fülle den Antrag aus. Das ist eine kleine Jump-and-run-sequenz mit kleinen Secrets. Pass auf die Fallen auf, besonders die "Bedarfsgemeinschaft" ist tückisch, man muss ihr auf Schritt und Tritt ausweichen. Deinen Haushalt führst du alleine, du willst schließlich nicht mit anderen Playern deine Punkte teilen.
 
Den Antrag gibst du dann an der Theke ab. Dort lässt du dir den Emfang bestätigen. Achte darauf, dass die Kopien gestempelt sind. Geschafft. Du kommst mit 3000 Erfahrungspunkten ins nächste Level und hast erstmal Zeit für ein paar Nebenmissionen: Skills upgraden, Punkte sammeln, Kontakte knüpfen. Besonders empfiehlt sich jetzt bereits die Kreditaufnahme bei günstigen Instituten, da eine kleine Durststrecke auf dich wartet, und die Vorbereitung des Vermieters und der NPC in deiner Wohnung. Sprich sie an und sag ihnen, dass sie nichts am Telefon sagen müssen. Dafür kriegst du weitere 1000 Erfahrungspunkte.
 
Nach zwei Wochen bekommst du einen Brief mit einer Vorladung. Jetzt wirds ernst. Öffne deine Truhe, nimm die Kontoauszüge der letzten drei Monate mit und das Bewerbungsoutfit. Du musst zur ersten Schlacht mit dem Endgegner. Insgesamt gibt es mindestens 3 weitere Begegnungen!
 
Beim Endgegner musst du besonders auf die Fragen achten, die dieser dir stellt. Antworte bei der Karrierefrage mit "Ich bewerbe mich gerade auf einen großen Auftrag." Wenn du hier etwas anderes antwortest, wirst du zum Sumpfkrautstampfen verdonnert.
Wenn du diese Begegnung überstanden hast, bekommst du 5000 Erfahrungspunkte und damit ein weiteres Upgrade. Verskillen kannst du dich zum Glück nicht, also setze entweder alles auf Intelligenz oder auf Geschicklichkeit. Stärke ist noch nicht so wichtig.
 
Jetzt heißt es erstmal warten. Ab jetzt darfst du nicht mehr länger als 3 Tage weg, ohne dich vorher beim KJC abzumelden, ansonsten wird dein Punktestand gelöscht, ein Highscore ist nicht mehr drin. Zwischenaufträge sind aber möglich. Kleinere Gegner erledigst du mit Links, den Auftrag in der Mine kannst du erledigen oder auch nicht. Kontrolliere regelmäßig den Briefkasten und dein Konto. Nach zwei Wochen gehst du erneut zum Endgegner, die zweite Runde. Er wird versuchen, an deinem Antrag Fehler zu finden. Bleibe freundlich und höflich, aber sage ihm auf keinen Fall deine Telefonnummer. Wenn du das schaffst, bekommst du ein weiteres Level-up.
 
Nach einem Monat sollte dann dein Geld da sein. Wenn nicht, solltest du erneut zum Endgegner und dich beschweren, oder du gehst direkt zur Burg und schreibst dort dem "Beschwerdemanagement". Das gibt zwar weitere 4000 EP, allerdings ist es auch extrem nervig und zeitraubend, weil man immer vom Bankautomat und zurück muss.
 
Ab jetzt erhältst du zwar Geld, aber auch Aufträge. Diese sind mehr oder weniger lukrativ und in jedem Fall nervig. Ab diesem Stand des Spiels geht es primär darum, Aufträge geschickt zu vermeiden. Reiche dazu ab und zu eine Bewerbung oder ein Attest ein. Niemand will schließlich Sumpfkrautstampfen für umsonst, stimmts? Wenn du allerdings erfolgreich 3 Monate gespielt hast, triffst du automatisch auf den Schläfer. Dieser gibt dir zwangsläufig einen fiesen Auftrag. Ab da macht das Spiel dann nur noch wenig Spaß, nach dem 5. Monat geht es von vorne los und du solltest dich nach einem Neuen umsehen. Als ich es das erste Mal durchgespielt hatte, also bis zu dem Punkt, an dem Geld auf der Bank ist, dauerte es 1,6 Monate. Also fangt rechtzeitig an, euch einzuspielen.
11.1.08 22:16


Hip-Hop - warn das nicht so Sandalen, die 2001 in waren?

Komisches Phänomen: Subkulturen, die gestern noch als reaktionär galten werden plötzlich szenetauglich, wenn irgendeine pseudoemanzipierte Gestalt den jüngst etablierten Level zu durchbrechen scheint. Eine "Lady Bitch Ray" wird zum Beispiel in der Jungle World interviewt, nur weil sie mutigerweise als Frau das Gleiche wie Kool Savas macht:

Du darfst Alles Junge, du darfst meine Titten grapschen
Ich tu Alles Junge um dich Wieder fit zu machen
Du hast nen Höllen Krampf vom zuviel Kacke faseln
Halt die Fresse, jetzt wird dein Schwanz geblasen
Na los! Du darfst ihn reinstecken, Ich seh keine
andere Möglichkeit das kranke Ding zu retten.
und falls du fragst, bei wem du dich bedanken darfst
Dokter Bitch Ray war der behandelne Arzt.

Solchen Rap hält sie für eine "Form der Emanzipation":

Mein Konzept heißt Vagina-Style, weil ich das Bild von der spritzigen Fotze auf die Spitze treiben will, damit die Frauen sich auf dem vaginalen Weg zu einer echten Bitch emanzipieren. [...] Ich möchte nicht, dass mich die Leute ernst nehmen, nur weil ich eine Doktorarbeit schreibe. Ich bin Linguistin und beschäftige mich mit Kleidung als Zeichensystem. Ich weiß schon, wovon ich spreche.

Sie ist also Linguistin und beschäftigt sich mit Zeichensystemen, daneben gibt sie der Jungle World Interviews in denen sie Bushidos Texte als gefühlvolle Sozialarbeit bezeichnet die also Vergewaltigung als "soziales Problem" behandelten. Warum man sie "nur" deshalb ernst nehmen sollte, bleibt mir schleierhaft. Möglicherweise verschafft einem wirres Gefasel von Gartennazis und Linguistik den Ruch des unverstandenen Intellektuellen. Eins wird jedoch sonnenklar: Endlich darf man da auch mal im Szenekassiber von "Titten und Arsch" reden, verklemmt legitimiert in einen politisch korrekten Feministinnenausschnitt gucken und sich wollüstig in der masochistischen Rolle gefallen. Dafür erledigt diese selbsternannte Feministin den primitiven Aggress auf die unemanzipierten "Schlampen", die die Lady regelmäßig disst und "fickt".
Die Befreiung vom linken Spießertum fiel verdächtig einfach. Da muss man auch gar nicht weiter recherchieren, warum in ihrer Show von fragwürdigster Qualität, die man auf Youtube bis zum Überdruss einsehen kann, zwei stets liebkoste Handpuppen eine Hauptrolle spielen, die von der Lady Professor Brinkmann und Dr. Mengele getauft wurden.
Es soll wohl eine Zusatz-Qualifikation für "Die Antifa sucht den Superstar" sein.


9.1.08 17:47


Antideutsche Regressionen

Als jugendlicher Antifa-Aktivismus endgültig in werden wollte, antichambrierte man auf Antifa-HipHop-Jams oder wahlweise Egotronic-Raves, legte sich entsprechende Insignien zu und marschierte im antideutschen Trachtenverein von einer Manifestation völkischen Denkens zur Nächsten, um dort vor Aktionismus zu strotzen.
Bereits damals erfüllte mich am jugendbewegten Parolengebrüll blankes Unbehagen, solange der 2. Weltkrieg als ein Hauptspaß vermeiert wurde, den man nur auf der richtigen Seite hätte erleben wollen. "Stalingrad, Stalingrad, Deutsche in ein Massengrab" heiserten in schwarz getauchte Gespenster drauflos, die weiß-blaue Flagge schwenkend.
In Dresden trifft man sich alle Jahre wieder gerne mal zum Manöver und trägt Wimpel und Banner zur Schau. Eines verlautet, inhaltlich wie 100 andere, "Alles Gute kommt von oben." Ein Aufruf tönt pädagogisch wertvoll: "Selber Schuld". So dominiert noch das Bedürfnis, dem ganzen Grauen Witz und verklemmte Lacher abzunötigen.

Dieses Glorifizieren einer Kriegshandlung im hämischen Jubeln ist kein Gegenmittel zum ekelhaften Opferdünkel der deutschen Nazis, sondern nur dessen Blaupause, wenngleich der Schritt zum Surrogat hoffentlich ein unbewältigbarer ist.
Im kollektiven Juppieh-Bomber-Harris-Geschrei ist keine Spur an Reflexion über die Ereignisse zu finden, sondern allein jugendliche Gewaltphantasien. Mental wird Krieg zu dem Abenteuerspielplatz, als den man die Konfrontation mit den Nazis sich wünscht. Die Unterstellung jubelt mit, den Airforce-Piloten sei ein Bewusstsein des Todes, den sie auszustreuen gezwungen waren abgegangen, sie seien nicht eine für sie äußerst gefahrvolle, verlustreiche Wahl des schlechtesten, aber einzig verbleibenden Mittels eingegangen, sondern hätten sich bereits mit dem Geschehen identifiziert wie ihre Gegner.
Einer wirklichen Erleichterung über die Befreiung von den deutschen Nazis ist notwendig die größere Verzweiflung angesichts der von diesen angerichteten Gräuel beigemischt. Es gibt keinen unbegrenzten Jubel nach der Barbarei, nur aufatmen über ihr Ende. Wer da als Nachkomme ins grimassenhaft grinsende Grölen, ins hämische "Sowas kommt von Sowas", dessen fatale, verfehlte Botschaft ich in einer Kritik auf dem adf bereits bemängelte, verfällt, hat nichts vom Unbegreiflichen begriffen.
So sehr Arthur Harris vor seinen deutschen Feinden in Schutz zu nehmen ist, so wenig ist ihm zu unterstellen, dass er noch die Fliegerbomben als je "Gutes", das von oben kommt, bezeichnet hätte. Gut war das Anliegen der Piloten, die ihr Leben aufs Spiel setzten und bereit waren, zu töten, nicht ihre Bomben oder der Tod selbst. 
In der Parole vom Guten von oben ist die Identifikation mit Autoritäten, mit dem Stärkeren eingeschweißt, nicht jedoch ein vernünftiges Moment der Kritik aufbewahrt. Man beließe es angesichts der revisionistischen Opferfeiern besser bei einem Gegengedenken oder auch bloß beim entsetzten Kopfschütteln, denn zu diesen Ersatzparties mit aggressiver, von der Masse der Anwesenden gedeckten Abwehr zu stromern, um dort dann nebenbei Tocotronic-Alben zu tauschen und sich bei Burger und Kuchen im Anschluss über die Nazi-Fressen und deren Empörung zu belustigen, denen man es heute aber sowas von gezeigt habe.

7.1.08 15:11


The Thora - Directors cut

Amazon bewirbt mich als tapferen Kunden, der stets die 3 Euro Poststeuer für ein 30 Cent-Buch abdrückt, auch gerne mal mit überaus lustigen Judaica.
Als hätte sich G'tt nicht schon größte Mühe gegeben, alles so einfach wie möglich zu erklären: Hier Milch und Honig, da Sklaverei und Ägypter... Das ist für den modernen Dummie so kompliziert wie html, QuarkXpress oder php. Die 10 Gebote in vereinfachter Form? Man lasse 1, 2 und 10 weg, die sind viel zu kompliziert, für den Anfänger reichen 5, 7 und 8, damit kommt man im Alltag vollauf klar.
Was ich dann aber auch lesen will:
The one and only...
6.1.08 12:42


Heiße Maroni, Täfeli, Löffeli - Heiße Maroni, Täfeli, Löffeli...

Wer sich noch nicht für sein 2008 zu lesendes Buch entschieden hat und stattdessen lustlos auf Blogs herumklickt, in der Hoffnung, etwas Inspiration zu erfahren, und dabei von einem schlechten Jahresrückblick zum nächsten "jetzt-ist-aber-mal-Neujahr"-Gedaddel surft und mitunter meint, auf all das Gejunke verzichten zu können, und dann in letzter, verzweifelter Not auf einen Link klickt, der Nichtidentisches verheißt, dem sei hier konsequent Enttäuschung beschieden. Auch "Nichtidentisches" kann getrost links, mittig und rechts liegen gelassen werden, sofern folgendes Kleinod, mithin das Originellste und Gebildetste, was ich in den letzten 22 Jahren aus 500 Jahren Literaturgeschichte las, audio-intravenös-visuell verabreicht wird:

"Der Räuber" von Robert Walser (the one and only Walser)

3.1.08 13:53


Zombies und andere Verfolger - Die heimliche Begierde

Der Austauschbarkeit des Individuums im Kapitalismus entspricht der populär gewordene Zombiefilm - und dieser wird demzufolge rasch mit Kritik daran verwechselt. Die bewusstlosen Massen aus "Dawn of the Dead", die zur Shopping Mall als Ort der Befriedigung ihrer Begierden streben, weil sich dort das verzagte Leben, selbst zuinnerst vergiftet, verschanzte, sind nicht nur Kritik an den Zuständen, sondern in ihnen tobt die Regression.
Angstlust ist noch das mindeste. Im Verfolgtwerden der schönen Hauptdarstellerin ist der Begierde nach dem hemmungslosen Begehrtwerden nachzuspüren, das Aufgefressenwerden gerät zur liebevollen kannibalistischen Einverleibung. Was der zuinnerst kranken Gesellschaft eigentlich als Liebe gilt - nicht umsonst "verzehrend" geheißen - wird hier als Horror abgespalten. Unheimlich anstürmende Massen sind wie die Fans Verhängnis und Möglichkeit des Stars zugleich der Wunsch des Einsamen, der als Archetyp des Horrorfans sich gerne ausweist mit dem Beteuern, es seien in Wahrheit die Thriller, die Gewaltwünsche beim Konsumenten erzeugten. Nur zu wahr: Das Interesse der Zombies am bloßen Fleisch hebt erlittene Frustration auf, die der sexuell Deprivatisierte täglich erleidet, nicht seine Mordgelüste, denen die endlos perpetuierten Krimis und Thriller mit ihren schönen Damen als unschuldige Opfer eher noch zuneigen.
Anders als diese, bei denen der Mord durch den Tod oder zumindest die geziemende Wegsperrung des Verbrechers gesühnt werden soll, zieht es Zombiefilme zur Fortsetzung: entweder das Virus überlebt, oder eine gigantische Übermutter wie in Braindead bildet den absurden, per se nie gänzlich überwindbaren Hauptfeind. Der Sieg ist stets Betrug - zumindest die Erleichterung der Abspaltung im überführten Bösewicht wird hier nicht garantiert, ein Rest infizierten Fleisches überlebt immer, um die Wiederholung des Immergleichen zu garantieren.
Der Zombiefilm bereitet nachdem er im Faschismus wahr wurde dessen Wiederholung vor, indem er den Anblick auf Massen in deren Entstellung erleichtert und verzeichnet: Wie menschlich müssen die Fratzen der Hitlerbejubler gelten, wenn die zerfleischten Gesichter der bedenkenlos zu zerschießenden Bösewichte dagegen antreten sollen. Kritik ist dann eine bloß ästhetische: Der virtuelle Feind ist hässlich. Das macht ihn real leichter erträglich, solange er nur menschlich genug aussieht. Vom hässlichen Verhalten mag man dann absehen.
Die Alien-Trilogie vermag das in seltener Reflexion jenseits plumper Yingyangdialektik auszuhalten: der Erotik des Blutes tut der vom Maul triefende Sabber keinen Abbruch, die archaisch gurrenden Laute des Männchens lassen Ellen Ripley den Gefühlsstreit zwischen Lustprinzip und Realitätsprinzip eintreten - sie entscheidet sich gegen die Biologie und für den Verstand, gegen die Regression ins Mütterliche und fürs phallische Zerstören durch Interiorisierung ins Überich des alles umgebenden Alls. Das allerdings erst, nachdem der Zögling, das männliche Alien den inzestiösen Akt mit der grotesken Alienmutter - Opposition zum ersten Raumschiff "Mother" - verweigerte und sich Ripley zuwendet. Der Lustgehalt der Verfolgung wird hier offen artikuliert und denunziert dadurch die platten Verfolgungsjagden anderer Filme.
Sadistische Wünsche treten dagegen im hohl klappernden "Wrong Turn" zu Tage: Groteske Ghule mit effeminiertem hysterischen Wimmern, Humpeln und zurückgebildeten Stirnen verfolgen die gutaussehenden Youngsters des Fleisches willen. Hässlich, schwul und als Mutant per se behindert - überdies auf allseits sanktionierte Begierde verdammt - diesen Attributen gegenüber wird der Griff zur Schrotflinte dem Zuschauer als probate Notwehr anempfohlen.
Der moderne Vampir hob wenigstens in der Wandlung der Fledermaus zum schönen Mann das Eingeständnis eines nichtästhetischen Urteils auf - der wiederauferstandene Christusvampir, der zur Abwechslung sein Blut nicht trinken lässt, sondern das der schönen Frau verlangt, ist selten hässlich wie einst Nosferatu - sein Oralsadismus (Ernest Jones) bedarf der verführten jungen Frau. Zumeist lockt er noch mit Träumen vom ewigen Leben, dessen Verdorbensein durch den Fluch der Abhängigkeit er denunziert. Ihm wird das Herz durchbohrt und der Kopf abgeschlagen: Gefühl und Verstand zugleich abgetötet und so das reflektierte Leiden am Unheil abgeschafft.
Dem Zombie schlägt die Kugel mit schöner Regelmäßigkeit den Liquor aus den Ohren: Sein zuschanden gerichteter Geist, auf reine, reflexionslose Begierde reduziert wie das Ideal des postmodernen Aktes, wird gänzlich ausgeblasen. Der destruktivere Phallus in der Hand des Rationalen obsiegt und allein dafür war Rationalität zu gebrauchen - sie ließ sich nicht mit Lust versöhnen. Zugleich bleiben die allseitig Schwachen auf dem Schlachtfeld zurück. Ihnen sieht man von Beginn der Filme an, ob sie das erste oder das letzte Opfer sein werden. Die Angstlust des Unheimlichen im Film bereitet die heimliche Eingliederung des Schwachen ins Kollektiv vor: Nie kann er sich mit dem Helden identifizieren, der am Ende muskulöser als er selbst und vor Selbstverständlichkeit des Grauens kaum bewegt den Schein des vom Tode aller Nahestehenden verseuchten Lebens atmet. Ihm ist nur zu klar, dass ihm, dem Helden der Fernbedienung, im Ernstfall die Wahl zwischen dem Platz in der Masse oder der Opferrolle ansteht.
19.12.07 23:41


'Nervt eure Alte auch?' - Misogyner Mediamarkt

"Nervt eure Alte auch"? titelt derzeit ein Media-Markt-Plakat. Dem Betrachter wölbt sich eine in pathischer Wut verkniffene Mannsvisage entgegen, den Hintergrund schmückt ein Frauenkörper in den Vierzigern, dem das Bemühen ums Stereotyp des Heimchens anzusehen ist.

Die sexistische Wut, wie sie unselbstständige Männer hegen, die etwa die Autonomie eines ungewickelten Babys besitzen, soll eine bestimmte Käuferschicht inspirieren, die in den aufs gefährlichste zusammengekniffenen Augen die eigene Mordlust wiederfinden wollen und zugleich an die Anstrengung erinnert sind, die ihre künstliche Wut als Zeichen der Verdrängung sie kostet.

Die metonymische Verdopplung der "Alten" als Frau und als Ware spricht auf der verdrängten Ebene die heimlich erwünschte Fungibilität an: Die Frau umtauschen möchte, wer als Ersatzhandlung in den Laden stürmt um ein minderwertiges Ladegerät oder eine Taschenlampe zu erstehen. Dementsprechend pflanzt der Wunsch sich als Angstlust nachgerade fort: Einmal angesprochen reihen sich ihm alle Frauen als Waren, verfügbar und bestets penetrierend zugleich ein. Der Hass auf den Verlust der vergegenständlichten Arbeitskraft im Warentausch wird kanalisiert auf das dieses die verfügbare wie unverfügbare Ware repräsentierende Objekt, die Frau. Die verdrängte Homosexualität birst in der Zornesfalte hervor, mit der das Plakatmodell den männlichen Betrachter sich gleichzumachen versucht: Die Verschwörung der Männer als kaufende Bruderschaft, in der die Homosexualität gleichsam in Misogynie aufgehoben wird.

23.11.07 16:46


Berner Impressionen

Eine Woche Bern. Das Alpenpanorama über der Stadt verkroch sich hinter zähem Hochnebel. Schweizer überall, doch von den drei Sprachen wenig zu merken. Viele Ausländer, die einen sehr herzlichen und öffentlichen Umgang inmitten Schweizer Kühle pflegen, ein scharfer, angenehmer Kontrast zur deutschen Rassentrennung mit all den in beidseitigem Einvernehmen abgesonderten Türkenvierteln und Kiezen. Viele Flüchtlinge aus Eritrea, sehr viele Deutsche hier. Freundlichkeit, Respekt und Etikette scheinen das öffentliche Leben zu durchdringen. Eine grundlose Ernsthaftigkeit macht sich breit. Deziliter werden ausgeschenkt, die Franken schmelzen rasch dahin. Man beginnt mit einem Kurzfilmfestival, das übliche immer sehenswerte Gemisch aus Sozialkritik, Minimalkomik und berechenbarer schauspielerischer Leistung.
Dazwischen Wahlen. SVP-Plakate mit Postulaten wie "Kriminelle Ausländer raus!" und "Kein Geld für Sozialschmarotzer!" Die internationale Aufregung ist unbegründet: Eine Art CDU/CSU, die wenigstens ihren Rassismus ehrlich zur Schau trägt hat über 20 % erobert. Auf ihren häufig abgerissenen Plakaten Eddingparolen: "Nazischeiße" oder "Rechter Dreck". Die Gegenparteien so langweilig wie überall, die Zeitungen und Radios mit dem überschaubaren Zustand befasst, drei Meldungen in der Regel. Radios sind ohnehin viel lustiger auf Schweitzerdeutsch, es klingt wie eine Parodie der Kulturindustrie.
Die Alpen präsentieren sich dem Wanderlustigen als umwölkte Schatten, bei Sonne entfaltet sich ihre steinerne Ungeheurlichkeit, die tatsächlich den Drang auslöst, einmal von dort oben hinunter zu blicken. Ein Plan, der sich leicht ausführen lässt, binnen einer Stunde Autobahn und zwei Stunden Wanderung im gemächlichen Tempo ist bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen ein Hochmoor mit Blick auf Jungfrau, Mönch und Eiger erreicht, bizarre Schönheit mit dem schalen Geschmack der Drohung an den allzu unvorsichtigen Touristen, der die schlampige Markierung verliert. Still ist es, erholsam, Ruhe eingesponnen in Fäden der Regression zu Kindertagen.
Ein Prachtbau entlang der Autobahn zurück ist Paul Klee gewidmet, üppiges geschwungenes Glas und Stahl, ein Holzfussboden im Museum, köstliche und kunstvoll angerichtete Snacks zum Spottpreis erhältlich. Der Eintritt ist gestaffelt: Der Bürger zahlt die 20 Franken (etwa 14,50 Euro), der eifrige Student nur 18 (etwa 13 Euro). Der Preis jedoch lohnt. Fotographieren ist verboten und unsinnig. Zu lange würde man vor all den Meisterwerken verweilen und sich bloß über schlechte Abbilder ärgern. Paul Klees Werke nötigen dann selbst dem Verbissensten Bewunderung ab. Abstraktion, ins Detail berechnete Simplifizierung, heiteres Zustimmen. Des Künstlers strukturalistische Analyse der Farben und Formen eröffnet die intellektuellen Dimensionen, die akkumulierte Bildung hinter dem Werk. "Der Chindlifrässer", "Kleiner Blauteufel" und "hässlicher Engel" blicken vis-a-vis von der Wand, in Vitrinen die berühmten Handpuppen "Elektrisches Gespenst", "deutschnationaler Student", "Herr Tod", "Frau Tod". Ad parnassum prunkt als pointilistisches Mühsal. Ein Erlebnis, und Verärgerung mischt sich dem bei: So weit weg der ganze Zauber, und zu rasch vergessen. Zur Entschädigung im Anschluss: Die Kunsthalle Bern.
Dort ein tete-a-tete von Picasso, Marc und Dix. Ein Dali, verblüffend klein, quetscht sich zwischen Arp und Monet. Im Untergeschoß eine Ausstellung indischer moderner Kunst. Beruhigende Vielfalt und postmodernes Gebastel. Wie zu erwarten auch der Antiimperialismus auf Abruf: Ein Kopfhörer quäkt auf indisch einen Singsang, der englische Text dazu klagt über den "strange war" im Irak und wie doch alles aus der Gier nach Öl entstand. Agit-prop, und nicht einmal pc.
Alles ist teuer, doch erhält man Äquivalente. Die Steuer zahlt so manchen Wohlstand. Der Tierpark gönnt uns einen kostenlosen Teil mit Flamingos, Pelikanen, Nutrias, Waschbären (wie niedlich doch) und Steinböcken.
Andere Zustände vertrüben das Bild: Der Arzt plackt selbstverständlich seine 50 Stunden-Woche, lange Schlangen an der Fixerstube, Crack wird hier an der Aare geraucht. Einen Tag Parken kostet 15 Franken, immer noch billiger als die Kindertagesstätte.
Zum Abschluss im vertrauten Kreis einen Luis Trenker, frühes Actionkino in Schwarz-Weiß, Intercuts zu Hauf, die brave Hausfrau kriegt den Kuss am Ende, die Französin den Ruhm, den Schurken sperrt man ein, im Langlauf siegt der Held auch noch nach 40 Stunden nachts in Eis und Berg. Zurück im ICE, bequem und billig, Sparpreis, Bahncard, etc. und schon ist man in badischen Weinwüsten und zu Haus, verzehrt noch rasch die Mitbringsel, die italienische Wurst, den Rohmilchkäse und die Schokolade.
3.11.07 14:33


Im Detritus des Alltags wühlen - mit Harry Potter, Tom Hanks, Flaubert und Kafka.

Der Volksmund meint mit "kafkaesk" die allfällige Stummheit bürokratischer Vorgänge gegen das besondere Individuum. Ist diese Bürokratie doch höchster Ausdruck der Gleichheit des Rechtssubjekts, Garant der Freiheit von den Zumutungen des Nepotismus und der Willkürherrschaft, schlägt diese Freiheit in die Missachtung dessen um, das sich der Kategorie nicht fügt. Des Widerspruchs gewahr wird Aufstand zelebriert und scheitert doch an Übersetzung ins Reale - zu stark der Fetisch, der ihn formt.
Tom Hanks in "Terminal" bringt das kafkaeske auf den Nenner der Emanzipation: Am durch die Maschen Gefallenen und seinen kleinen Missgeschicken, wie auch an den kleinen Erfolgen, dem bauernschlauen Schnippchenschlagen, das den Kleinbürger zu diebischer Freude anfacht, ergötzt sich das dieses kafkaeske doch reproduzierende Ordentliche - das will den ordentlich behandelten Menschen mehr der Ordnung wegen. Bürokratie als fehlerhaft vorführen will nicht die Aufhebung des Zwangs, sondern dessen Vervollkommnung - im besonderen Fall verständlich, im Ganzen fatal. "Terminal" fordert dann neben Kleinkitsch das individuelle Überschreiten a la Don Quijote, das Emanzipieren im Falschen, ohne Gründe für das Scheitern zu benennen.
Harry Potter steigt darüber hinaus, wenn er stets aufs Neue vor den Vorschriften zum Buckeln gezwungen wird und der Rassismus letztlich höchst rationell in Bürokratenwut aufgeht - Aufbegehren bleibt hier individuelles, mit fetischistischer Macht zum Erfolg befugtes, Messianismus die unabdingbare Folge. Rambo - Potter - Jesus, Underdog - Topdog, ein Schema so alt wie die Welt. Der Stellvertreter-Revoluzzer bewahrt den Traum und täuscht ihn doch durch allzu erschöpfendes Miterleben.
Flauberts starre Langeweile, gegen die mit gleichgültigen Handlungen verstoßen wird, vermag den Sturm im Wasserglas des Kleinbürgertums angemessen würdigen - Naturbeschreibung fügt sich neben das spontane, sang- und klanglose Aufgeben der fernen Schönen wie auch in den unspektakulären Ehebruch, Dramaturgie des Besonderen geht auf in der Langeweile und Belanglosigkeit des Ganzen - und so erst entsteht das drückende, das quälend-erschütternde Bewusstsein von der Beschränktheit des Individuums in der Wiederholung des Immergleichen. Der toten Schönen weint man alle Tränen nach - ein Leben passt ja in ein Buch von 200 Seiten, ein guter Grund zur Trauer, wenn nicht gar der beste.
Kafka selbst meint wohl im Alptraum nicht gar so sehr die preußische Aktendisziplin, als vielmehr ein abstraktes Prinzip der Gerechtigkeit, die Strafkolonie als Beispiel: Ein Gott auf Erden, maschinell mehr als im Theater, wäre zugleich die Hölle. Totale Gerechtigkeit hieße totale Berücksichtigung des Besonderen bei gleichzeitigem Absehen von Besonderem -contradictio in adjecto, die nur der Rechtsstaat möglich macht: Als elend lange Einzelfallsprüfung oder als maschinelle Judikative. Mehr noch war der Wartende bei Kafka wohl ein Abbild des Juden vor den Toren der Gesellschaft.
30.9.07 18:12


Michael Winterbottoms 'Ein mutiger Weg'.

Michael Winterbottoms "Ein mutiger Weg" über die Entführung und Ermordung Daniel Pearls in Pakistan besticht vor allem durch die Komplexität der Charaktere, die Verweigerung des kulturindustriellen "watch and judge": Ein zwielichtig lächelnder Weißer enttäuscht auf lange Sicht die Erwartung einer Verschwörungstheorie, ein folternder Polizeiinspektor bleibt in seiner Melancholie menschlich, angestellte Pakistanis sind eben doch keine Verräter, Terroristen und Islamisten nicht augenrollende Krummnasen.

Die Absage an Verschwörungstheorien gerade durch deren Thematisierung als nicht zu diskutierende leistet der Film auf hervorragende Art und Weise. Wo Islamisten von Reportern als CIA-Agenten sprechen, wo der 11.9.2001 auf den Mossad zurückgeführt wird und Juden als Mossad-Agenten gelten kann es kein Gegenargument geben, keine schale, vorgestanzte Argumentation, weil das Argument nicht existiert.

Der Emanzipation der Frau verpflichtet thematisiert der Film subtile Bevormundungsmuster in der vorgestellten britisch-amerikanischen Gesellschaft, ohne dabei die Möglichkeit der Emanzipation dagegen zu verraten: Frauen treten als vernünftig, autoritär und handelnd auf, als gleichberechtigte Gesprächspartner, nicht als wartende und hoffende passive Objekte männlichen Tatendrangs und Heldentums.

An den wichtigsten Stellen allerdings versagt der Film: Die Forderungen der Entführer werden auf "die Verbesserung der Haftbedingungen in Guantanamo" reduziert und so eine Handlungsebene angedeutet, die nie existierte: Gefordert wurde die Freilassung aller Inhaftierten, deren Rückkehr nach Pakistan sowie der Abzug amerikanischer Aktivitäten aus Afghanistan. Die Taktik der unerfüllbaren Forderung ist perfide, da sie eine Rationalität im Austausch andeutet, die nie existiert. Der Mord ist schon vorprogrammiert, das ganze stets aufs Neue eine Medienshow, Propaganda.

Neben Tränendrüsen-Einsprengseln wie der permanente schwangere Bauch Jolies und der furchtbar synchronisierte Zusammenbruch entsteht auf medialer Ebene eine endlose Redundanz, die dem Opfer wenig Respekt zukommen lässt: Es geht unter in einer Flut von Desinformation und Bildern, der konkrete Fall des Individuums Pearl löst sich in postmoderner Mythologie und lauem Experimentalfilm auf.

Das Schema "Three seconds - one cut" zieht sich durch den gesamten Film und kann als Kritik oder Realismus der Postmoderne verstanden werden, die penetranten Handytöne deuten eher auf Realismus, für den Zuschauer ist jedoch irgendwann ein Moment der Frustration erreicht, an dem ihm die Auseinandersetzung mit Handlung und Absicht nicht mehr gelingen kann und sich Distanzierung einstellt. Mag sein, dass das als Element der Selbstreflexion gedacht ist, die Mimesis zu brechen und die Leistung der in solchem Chaos agierenden Sinnsucher - Journalisten und Polizisten - würdigen will. Dann wäre jedoch der Anlass für ein solches künstlerisches Experiment missbraucht, von Daniel Pearl bleibt nichts im Bewusstsein, der ganze Film ist wie ein Traum rasch vergessen.

26.9.07 10:40


New Enemy, New Weaponry, New Conflict - Rambo takes all...

Rambo IV hat anscheinend vom Stil des ersten die Ernsthaftigkeit, vom zweiten die Effekte, vom dritten den politischen Anspruch und die Story, von Braindead den Splatterfaktor, von den Romanen den religiösen Aspekt und von Blood Diamond den Oscar-Geruch. Hier ein neuer Trailer, nix für unter 18.

Falls noch jemand vorher die ersten drei Teile nachholen will, hier ein kleiner Tipp: Uncut kaufen, auf Englisch gucken und daran denken: Niemand lügt so viel über Rambo wie Cl. Trautman.

"There are no friendly civilians." (John Rambo, Rambo - First Blood) 

19.9.07 14:52


Ibsens Gespenster

Klassiker wie Henrik Ibsens "Gespenster " zeichnen sich durch zeitlose Aktualität aus. Ibsen ermöglicht ein ausgezeichnetes Stimmungsbild aus der Zeit der norwegischen Aufklärungsbestrebungen. Der Adel war bereits abgeschafft, an allen Ecken Europas brach aufklärerisches Gedankengut in die kirchlichen Pfründe ein.

Die Vertreter der Aufklärung, Helene und Oswald Alving, treten in einen offenen Interessensgegensatz zur kirchlichen Prüderie. Sie verfechten freie Ehe, rationale Argumente, Bildung und Kunst gegen die Zumutungen der vernunftfeindlichen Kirche, personalisiert in Pastor Manders.

Das aufgeklärte Bürgertum erhält seine Erweiterung in einem Dienstknechtproletariat, das, auf seine eigenen Interessen bedacht, sich in ein ausschließlich instrumentelles Verhältnis zu Kirche und Bürgertum setzt und beiden Seiten je nach Ermessensvorteil andient.

Darin verborgen sind zwei zeitlose Konflikte: Die ödipale Idealisierung der Vaterfigur, bzw. im kirchlichen Rahmen, der Eltern und die Auflösung von Identitäten.

Helene trägt das materielle Erbe, die Investitionsbasis, den Brautpreis des Gatten mit sich herum, will es loswerden, um dem Sohn ausschließlich eigenes Erbe zu vermachen und auf ihren Unternehmensgeist und Autonomie als Frau zu beharren. Das Kapital als Investitionskapital wird getrennt von dem, was es an Wert unter ihrer Leitung zuzusetzen vermochte. Der Kapitalzweck findet seine Erfüllung in der bürgerlichen Rationalität. Helene Alving, die den lästigen, gescheiterten Mann als Instrument ihres unternehmerischen Genies benutzte, und dafür systematisch zur moralisch integren Gestalt aufbaute, arbeitet insgeheim darauf hin, mit der Bewahrung des Andenkens an den Mann auch seine Abschaffung zu betreiben.

Der syphillitische Gatte kommt dem ungewollt zuvor, vererbte er doch dem Sohn die Krankheit, die bei diesem das Nervensystem befallen hat und auszubrechen droht. Warum Helene davon nicht betroffen wird, bleibt ungeklärt. Möglicherweise ist ihre Kreativität, als Steigerung der kognitiven Fähigkeiten, ein typisches Symptom der Krankheit, die hier stellvertretend eintritt als Strafe Gottes oder Inzestdrohung. Der aufgeklärte Geist der Beiden kann in einer Gesellschaft keinen Bestand haben, die zuinnerst erkrankt ist. Ibsen führt hier die Rache Gottes insgeheim wieder ein und wirkt damit trotz allem affirmativ: Das Asyl zu Ehren des Vaters brennt ab, der Sohn erkrankt an Syphillis. Ersteres kann noch als eher griechische Wendung der Religiosität interpretiert werden: Die Weigerung, eine Versicherung abzuschließen bedeutete, Gott zu versuchen. Die Syphillis wird jedoch auch als Strafe Gottes an den Nachkommen interpretierbar.

Die Krankheit wirkt allerdings dadurch auch als Inzestdrohung: Die Abwesenheit des Vaters hat das Zusammenleben von Mutter und Sohn erst ermöglicht. Zu Lebzeiten musste der Sohn geschützt bleiben vor dem schlechten Beispiel, seine Idealisierung sollte den ödipalen Aufstand verhindern. Nun west die Krankheit des Vaters im Sohn fort, schwächt ihn so sehr, dass die Mutter nur noch den Zweck hat, seinen Tod herbeizuwirken. Sie, die erst die inzestuöse Verbindung mit der heimlichen Halbschwester Regine, dem Dienstmädchen, zu verhindern versuchte, droht nun selbst zur allseitigen Pflegerin des Sohnes zu werden. Dabei bekommt die Pflege durchaus gewollt erotische Konnotationen: Der Sohn erwartet "Alles" von ihr, was auch Regine getan hätte. Erst als sie einwilligt, wird das "Alles" in einen Tötungsakt umgewandelt, die tödliche Morphiumdosis beim drohenden Ausbruch der Krankheit.

Über Regine urteilt Oswald, dass es gerade ihre instrumentelle, rationale Art sei, die ihr ermöglichen würde, ihn zu töten. Die Mutter erhält schließlich dieselbe Aufgabe, weil sie als genaues Gegenteil dessen aus vollster Liebe handeln muss.

In dem Stück verborgen ist ferner die Frage nach der Identität: "Gespenster" fungieren als Ausdruck jener Vergangenheit des Individuums, die vergessen werden muss, um Identität und damit Schein aufrecht zu erhalten. Die Widerkehr des Verdrängten ist allerdings unvermeidlich, ähnlich Poes "Tell-Tale Heart" gibt es ein sich selbst rächendes Tabu. Indem die Mutter den Schein systematisch zu zerstören versucht, schafft sie jedoch in den Gespenstern nur neue Identitäten. Die Zerstörung muss das Geständnis, die Aufklärung über die Vergangenheit beinhalten, um die Gespenster zu verscheuchen. Die dadurch aus dem Schein der Identität auftauchenden Widersprüche können bei Oswald nur im Tod gelöst werden. Er verliert seinen Geist an die Krankheit und wird zum bloßen, lallenden Körper, der nach dem Willen des Geistes sterben soll.

Der einzige, der auf die Identität von Nichtidentität und Identität beharrt, ist der Pastor Manders:

Pastor Manders: "Niemals . auch nicht in meinen heimlichsten Gedanken habe ich in ihnen etwas anderes gesehen als die Ehefrau eines anderen."

Frau Alving: "Wirklich?"

Pastor Manders: "Helene!"

Frau Alving: "Man verliert sich selbst so leicht aus dem Gedächtnis."

Pastor Manders: "Ich nicht. Ich bin derselbe, der ich immer war."

Seine Identität vermag er aufrechtzuerhalten, weil er Gott als Zwangsidentität aller Widersprüche, seiner eigenen Wünsche wie seinen moralischen Geboten, aufrecht erhält. Dem gegenüber steht ein an ihrer Geschichte bewusst arbeitendes Individuum in Helene Alving und ein der Knechtschaft durch Prostitution entrinnendes Individuum in Regine, die vermutlich dem gleichen Fluch der Krankheit erliegen wird.

Der Sohn Oswald vermag die Aufspaltung in Körper und Geist, bzw. den Tod des Geistes nur mit dem Tod des Körpers zu beantworten, er setzt seinen Tod in Abhängigkeit von Anderen aus freien Stücken: Wo er kein kreatives, schaffendes, aufgeklärtes, liebendes Individuum mehr sein kann, ist er lieber nicht mehr und versinkt in der Anbetung des erlösenden Todes als "Sonne" des Morphiums. Die Knechtung des Geistes und des Körpers durch die Kirche als Vertreterin einer externalisierten Herrschaft über beide erhält ihren Gegenspieler in der Trennung des Geistes vom Körper, die letztlich als vermittelte Identität im Tod wieder zur Einheit wird und damit auch Freiheit bedeutet: Wo der Körper den Geist mit ins Verderben zu ziehen vermag, erhält dieser die Freiheit, dem vorzugreifen und seine Herrschaft über den Körper zu behaupten.

Ibsen greift damit dem "short century" vorweg, das dem Individuum vor Augen führte, dass es schlimmeres als den Tod gibt. Anders als Heidegger, dem das tödliche Räsonieren zum Tode zum Tod des Räsonierens führte, beharrt Ibsen auf der Herrschaft des Subjekts über seinen Körper, und letztlich auf der Vollendung der Liebe im zugelassenen Aufgeben des Objekts, die Erfüllung der Liebe in der Erfüllung des Freiheitswunsches des jeweils Anderen.

30.8.07 10:48


Humoristik des Antiintellektualismus

In deinen bericht über MR solltest du schon ein bisschen bessere nachforschungen anstellen.
Ich als Alt eingesessene MRlerin muß sagen das gerade die studenten in MR viel kaputt gemacht haben.Und solange studenten Bereit dazu sind solch horende preise zu zahlen sollen sie sich nicht wunderen über eben solche.Es grenzt schon an Unverschämtheit solch einen text zu vabrezieren der solch ein licht auf eine stadt zu werfen die solchem gesocks wie studenten den vorzug gibt in sachen wohnungen und geldern die Familien zustehen die durch fremdschuld zB ohne arbeit und oder wohnraum da stehn.
Aber hauptsache ihr studenten habt.........

da könnt ich kotzen.

Einen solchen Gästebucheintrag werde ich natürlich selbstredend der Öffentlichkeit zugänglich machen. Und ich unterstütze jeden Antrag zur tautologischen Aushebelung wirtschaftlicher Mechanismen, zur Schaffung Studentenreiner Grünzonen mit angeschlossenem Kindergarten, zur Entfernung von Buchhandlungen und zur Abschaffung des Mondes.

Ich werde unverzüglich Nachforschungen anstellen.   

11.8.07 00:06


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