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Ritualmorde in Afrika – ins Mörderische fetischisierte Ökonomie

Zum Standardprogramm der prämodernen Antisemiten gehörte und gehört der Ritualmordvorwurf, in dessen Phantasie christliche oder heute muslimische Kinder zum Zwecke der Regeneration und des Geldgewinns ermordet werden. Wahlweise wird in diesen Mythen das Kinderblut verwendet um die den jüdischen Männern zugeschriebene Menstruation zu kompensieren, um den Christusmord zu sühnen, für Machtzauber, medizinische Zwecke oder aus purer Bösartigkeit. Es fand nie ein solcher Ritualmord von jüdischer Seite statt, das biblische Judentum stellt sogar die weitestgehende Abkehr vom Menschenopfer überhaupt dar.
 
Im subsaharischen Afrika allerdings gibt es ein merkwürdiges Phänomen: Der hier massenhaft verbreitete (bis zu 90 %) Hexenglauben beinhaltet in seiner Kosmologie ein bestimmtes Verhältnis von Magie und Reichtum. Wer schnell zu Reichtum und Macht kommt, wird verdächtigt, dazu unsaubere Wege eingeschlagen zu haben, mit mächtigen Zaubern, Muti genannt. Umgekehrt fürchten etwas erfolgreichere Verwandte von Neidhexerei getroffen zu werden, manche bewohnen ihre frisch erbauten Villen nicht, aus Angst vor den hineingehexten Zaubern, andere kehren nicht mehr zurück in die Dörfer, die meisten geraten in ein System der gemeinschaftlichen Ausbeutung des Emporkömmlings: Um Neid und somit Hexerei zu vermeiden, wird soviel als möglich verschenkt, geopfert, verfeiert. Akkumulation ist da weitgehend unmöglich.
 
Nun ist Hexerei in Afrika nicht nur Phantasie, sondern auch Realität. Realität in dem Sinne, dass tatsächlich Witch-Doctors ihren Klienten Kontaktgifte empfehlen und zubereiten können, mit denen beispielsweise Glasscherben geimpft und vor der Türe eines Opfers ausgestreut werden. Wundbrandinfekte, Tetanus oder Milzbrand können Folgen sein. Am stärksten werden allerdings solche Muti angesehen, die aus menschlichen Körperteilen gewonnen werden. Ein skrupelloser Witch-doctor kann einem Klienten empfehlen, um seine Krankheit zu heilen oder um zu Reichtum zu kommen, müsse er einen bestimmten Menschen unter bestimmten Vorschriften töten und ihm sodann bestimmte Teile, häufig die Genitalien zur Weiterbearbeitung bringen. In Südafrika geschehen (laut Kaetzler: „Magie und Strafrecht im südlichen Afrika“- 2001) mehrere Dutzend (bis zu hundert) Ritualmorde pro Jahr, Gerichte sind geschult darin, ein Overkill-Syndrom (Zerstückelung der Leiche nach dem Mord) von einem afrikanischen Ritualmord zu unterscheiden. Aus Lagos in Nigeria berichtet das Internationale Rote Kreuz von bis zu 30 Ritualmorden pro Jahr. In vielen anderen Staaten geschehen praktisch nie solche Taten, oder es wird nicht von ihnen berichtet, die regionalen Unterschiede sind enorm.
 
Das Auffinden von verstümmelten Leichen führt häufig zu Massendemonstrationen (wie in Botswana zu einer Studentenrevolte. Zumindest entstehen aber empörte Gerüchten, die die lokale Presse dominieren. So wurde eine Dürre in Botswana auf die Rückführung eines in Spanien ausgestellten ausgestopften Buschmanns zurückgeführt, mit den absurdesten Verschwörungstheorien. (Gewald, Jan-Bart 2001: „El Negro, El Nino, Witchcraft and the absence of rain in Botswana”] Während der Mord entrüstet verurteilt wird, so ist doch der Glaube an die Wirksamkeit solcher Muti manifest. In Nigeria sind Kalenderblätter und Poster, auf denen insbesondere Reichtumszauber dargestellt, erläutert und verurteilt werden, weit verbreitet. (Wendl, Tobias (Hg) 2004: „Africa screams – Das Böse in Kino, Kunst und Kult“]. Dies führt exorbitant häufiger zu Ritualmordgerüchten, als es tatsächlich Ritualmorde gibt, weil es als normaler Weg angesehen wird, jemanden umzubringen, oder zumindest zu verhexen, um reich zu werden, und demnach jeder Reiche mit diesem Verbrechen in Verbindung gebracht wird. Reiche Menschen in Afrika stehen also unter ständigem Verdacht, mithilfe Hexerei zu ihrem Reichtum gekommen zu sein. Nicht wenige verwenden ja tatsächlich magische Hilfsmittel, die möglicherweise einen geringen Einfluss auf Selbstbewusstsein und Durchsetzungsfähigkeit haben. Unbedingt notwendig ist für jeden besser Situierten der entsprechend potente Schutzzauber gegen die Neidhexerei aus den Dörfern und gegen Konkurrenten.
 
Wann immer ein Regierungsoffizieller schnell auf- oder absteigt, ist Hexerei im Spiel. Ein Ritualmordgerücht vermag dort Menschen zu „zivilgesellschaftlichem“ Engagement bewegen, wie kaum ein anderes Thema.
 
Der Prozess der Akkumulation wird in Afrika unter dem Hexereiidiom gefasst, und innerhalb dieses Idioms erstaunlich weit durchdrungen. Zombies sind durch Hexen entführte Arbeiter, deren sprituelles Double nachts zur Zwangsarbeit auf geheimen Feldern geführt wird. Wo Marx bisweilen in der Analogie vom „Vampyr“ und der "Leiche der Arbeitskraft" spricht, beherrschen hier ernst gemeinte okkulte Phantasien über die Produktion von Wert das Bewusstsein. Die einige Regionen Afrikas (Tansania, Südafrika) immer wieder erschütternden Hexenjagden haben jedoch selten wirklich Mächtige zum Ziel. Die Konzeption von Königen, die legitimerweise auch ein Mitglied der Gemeinschaft zum Wohle aller verspeisen oder opfern dürfen, herrscht vielerorts noch vor. Es trifft vor allem mittelständische Unternehmer, Ladenbesitzer, und am häufigsten, die, die Grund hätten zu Neid: Außenstehende, Verarmte, Sonderlinge, alte Frauen, Unproduktive, etc. ..
 
Hexenglauben ist keineswegs Zeichen von vormodernem Archaismus, sondern erweist sich wie der Antisemitismus als anpassungsfähig, wandelbar, und jede gesellschaftliche Kategorie von Klasse, Bildungsgrad, Geschlecht und Alter überschreitend.
In Südafrika terrorisierten „Comrades“, Jugendorganisationen des ANC, die Gemeinschaften mit Hexenjagden. Bei ihren Massakern erhielten sie allerdings auch viel Zuspruch aus den Gemeinden, die sich von der Regierung im „Kampf gegen die Hexerei“ im Stich gelassen fühlten. (Niehaus, Isak 2001: „Witchcraft, Power and Politics – Exploring the Occult in the South African Lowveld”] In Simbabwe war die Kooperation der Guerrilla mit den Witchdoctors ausschlaggebend für den Erfolg der Bewegung.
 
Auch die Verbannung von mehreren Zehntausend indischen Kaufleuten aus Uganda durch Idi Amin dürfte sich aus der Konzeption der okkulten Ökonomie ergeben haben. Hier wird zudem deutlich, wie nahe beieinander regressiver, okkulter, ökonomischer Aktionismus und antisemitischer Antizionismus beieinander liegen. Idi Amin wandelte sich vom Israel-solidarischen Diktator zum ausgemachten Antisemiten und Holocaustleugner. Um Gesellschaft in Afrika zu verstehen, muss man den Hexenglauben verstehen, denn diese versteht sich selbst nur durch diesen und schafft so ihre Realitäten.
 
Anders als beim Antisemitismus sind verblüffend viele involvierte Individuen in Afrika in der Lage, dieses projektive Verhalten bis zu einem gewissen Punkt zu durchschauen, es gibt so etwas wie einen abergläubischen Skeptizismus mit erstaunlich weit reichenden intellektuellen und selbstkritischen Leistungen, was nicht selten zu Paradoxien führt, die für Außenstehende kaum noch zu durchdringen sind. Die Gewalt, die der Hexenglauben entfesselt, ist insbesondere in Kongo, Südafrika, Nigeria und Tansania enorm. Wenn Hexereivorstellungen weitergehend als ohnehin gerade der Fall ethnisiert werden, also von Verwandten und Nahestehenden als Verursacher auf ganze Ethnien, Wanderarbeiter und Minderheiten projiziert werden, wächst das Gewaltpotential weiter an.
 
Die antiimperialistische Mythologie will von solchen "hausgemachten" Problemen natürlich nichts wissen, für sie ist alles, was von ihrer Wahrnehmung der Afrikaner als durch die USA ferngesteuerte und vom Kapitalismus viktimisierte Mündel abweicht, rassistische Konstruktion des Anderen.
 
Vorraussichtlich Anfang 2007 ist ein ausführlicher Abgleich von afrikanischem Hexenglauben und den modernen afrikanischen Hexenjagden mit dem modernen Antisemitismus aus kritisch-theoretischer Perspektive bei mir erhältlich, wahlweise als PDF oder als Print. Vormerkungen können gerne an nichtidentisches@web.de gesendet werden.   
21.1.07 14:52
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


lysis / Website (21.1.07 18:45)
Idi Amin wandelte sich vom Israelsolidarischen Diktator zum ausgemachten Antisemiten und Holocaustleugner.

Wenn euch das nicht auch mal bevorsteht!


.............................. (21.1.07 22:23)
Klingt ein bischen wie die Rechtfertigung, mal alle Neger doof finden zu dürfen. Dazu wird dann auch noch der Holocaust instrumentalisiert. Der Macher dieser Webseite scheint ein ziemlich zynischer Rechter zu sein.


lysis / Website (22.1.07 00:10)
na, dass er neger scheiße findet, ist ja jetzt nichts neues. guckst du hier?

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