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"Mein Führer" - Die wirklich wahrste Wahrheit

Wer den Text unten liest, sollte auf jeden Fall "Sichtblenden" von Lizas Welt lesen, ferner sei meine Diskussion "Zwischen Levi und Liza" emfohlen.

"Langweilig" und "Verharmlosend" ist der Tenor von Jüdische Allgemeine, Lizas Welt und Fuchsbau über Dani Levis neuen Film „Mein Führer“. Dabei wird der Vergleich bemüht, das Hitler-Genre durchdekliniert. Chaplins „Meisterwerk“ sei nicht zu toppen, Benignis „Das Leben ist schön“ noch weit entfernt und überhaupt sind alle sauer, weil man nicht wirklich gut einen ablachen kann.

Lachen kann man durchaus. Wenn zu Trümmerlandschaft und Tucholskys Küss-Parole das Kitschlied „Mir ist so nach dir“ ertönt. Wenn Nazis aus dem Hitlergrüßen nicht herauskommen. Wenn Hitler Kartoffeln über den Tisch spuckt. Wenn Hitler das Formular 611 (?) abschafft. Und wenn „Blondi“ ihr „Heil“ jault. So what? Der Film wurde als Komödie angekündigt. Das ist zwar eine Lüge, aber Satire trifft es ziemlich genau. Und die muss nicht notwendig zum Lachen reizen.

Geschichtsfälschung wurde Levi vorgeworfen. Weil er seinen Film unter das Motto stellt „Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“?

Spielberg durfte sein blutrünstiges „Jude-Blut-Und-Geld-Massaker“ „München“ unter das Zeichen „beruht auf einer wahren Begebenheit“ pressen. Der gleiche zeichnete in „Schindlers Liste“ die perverse Menschenauslese minutenlang nach, lässt nackte Frauen um den Lagerarzt rennen, natürlich der Dokumentation willen… Benigni wurde nie „Geschichtsfälschung“ für sein Kitschepos „Das Leben ist schön“ vorgeworfen, das Mittdreißigern zu beweisen suchte, dass man auch in der schlimmsten Lage mit kleinen Lügen und etwas buddhistischer Schicksalsergebenheit noch lustig und gut drauf sein kann. Als könnte ein Kind ein Lager mit einem Freizeitspiel verwechseln. „Der Untergang“, ein elegischer Psychoporno aus dem Führerbunker ohne jeden intellektuellen Gehalt sollte gar als pädagogisch wertvoll in die Schulpflichtlektüre einfließen.

Filme über den Nationalsozialismus gibt es massenweise und alle sind sie schlecht, außer zweien: „Shoah“ und „Zug des Lebens“.

Ähnlich wie „Shoah“ verweigert sich Levis „Mein Führer“ dem plump-pädagogischen Zuschaustellen von Leichenbergen, der Angstlust von Spielbergs Gaskammerduschen, dem personalisierenden Slapstick von Chaplin. Und ähnlich wie „Zug des Lebens“ ergeht sich Levi in lustvollen Projektionen von nachträglichen, weitgehend harmlosen Rachephantasien.

„Zug des Lebens“ gewinnt seinen Katharsis-Effekt aus einer einzigen Sekunde, in der Shlomo zum Standbild hinter Stacheldraht erstarrt. Der Rest davor ist brillantester jüdischer Witz. Die reale Geschichte lässt sich nicht neu verfilmen, sie ist in Schwarzweiß dokumentiert und ins Gedächtnis der Opfer gebrannt.

Auch Levis Film bricht stets dann ab, wenn das Individuum Hitler zu sehr in den Vordergrund rückt. Dann erscheinen die dokumentarischen Aufnahmen von Massen, die deutlich machen, dass jegliche individualisierte Erklärung fehl gehen muss, angesichts der gesellschaftlichen Tendenz. Wo „Der Untergang“ einer Hitlers und seiner Bande ist, bleibt Levis „Mein Führer“ ein steter Verweis auf die Ersetzbarkeit Adolf Hitlers, auf die, die ihn ohne zu zögern ersetzt hätten, auf die Massen, die einen solchen wollten. Wo „Der Untergang“ Antisemitismus zum individuellen Spleen und neglectum possibile degradiert, die Sekretärin verdutzt wie Kuhscheiße aufblickt, als der Führer ihr seinen Antisemitismus im Testament „beichtet“, wird bei Levi die Funktionsweise des Antisemitismus aufgedeckt: „Der Jud tut gut“. Das ist ein klassisches Ressentiment der postnazistischen Gesellschaft. Hätte man die Juden nicht vernichtet, man könnte sie wie ein Medikament vielleicht zum Nutzen aller verwenden und Deutschland hätte den Krieg gewonnen. Der „gute Jude“ ist stets markiertes Eigentum der Gesellschaft, die ihn beherbergt, auch die positive Bekanntschaft ändert nichts.
Der Boxkampf: „Warum wehrt er sich nicht, der Jude, wenn wir ihn deportieren“ denunziert das verbreitete Opferlamm-Ressentiment als antisemitische Projektion. Die Psychologisierung des Individuums Hitler wird von Grünbaum entlarvt als Freisprechung der Massen. In der Rede sind seine letzten Worte die über ein armseliges Würstchen, das seinen Projektionen freien Lauf lassen kann, wenn Millionen… ja, wenn sie was? Dumm sind? Ebenfalls arme Würstchen? Wenn sie alle deutsche Nazis sind?

„Mein Führer“ ist eine radikale Absage an die Verführungstheorie, die das deutsche Volk unter einer unbarmherzigen Diktatur geknechtet wähnt. „Mein Führer“ ist mehr als jeder andere Hitler-Film eine Entindividualisierung, eine Entpsychologisierung des Nationalsozialismus und eine Rückkehr zu offenen Fragen. Wo "Der Untergang" Hitler selbst zum Thema hat, ist Levis intellektueller Gegenschlag der Versuch, ein Film zum Sprechen (und Filmen) über Hitler zu sein, und Antworten zu vermeiden. "Hitler war Jude" gibt eine der interviewten Teenager zu Protokoll und trifft damit den postnazistischen Antisemitismus ebenso auf den Kopf, wie Grünbaum, als er sich spontan bei Hitler für dessen jüdischen Großvater entschuldigt.

Die empfindlichsten Stellen im Film sind die Vergleiche Hitlers mit Grünbaum. Der erste erfolgt durch seine Frau: „Du bist ein genauso meschuggener Größenwahnsinniger wie er“. Dies jedoch allein im Hinblick darauf, dass er sich für unentbehrlich hält! Genau wie Hitler ist er entbehrlich und ersetzbar für eine rasende Volksgemeinschaft.

Der zweite Vorwurf geht von Grünbaum an seine Frau: „Sonst bist du wie er, dass du einen schwachen wehrlosen Mensch tötest“. Hier entlarvt Levi Grünbaum selbst als „verdammten Humanisten“, wie zuvor dessen Sohn Adam bemerkt, ohne ihn dafür zu verurteilen.
„Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft“
ist nicht notwendig das Fazit des Films, sondern eine solche gutmenschliche Einstellung wird einerseits persifliert, andererseits wird auf der Frage beharrt, was denn geworden wäre, wenn man Hitler ermordet hätte, ja, wenn ihn ein Jude ermordet hätte. Goebbels hätte ihn ersetzt, danach Himmler, letztlich vielleicht ein Putsch. Den Filmintriganten Goebbels und Himmler wäre der Jude Grünbaum als Mörder des Führers gerade recht. Diesem Plan verweigert sich Grünbaum. Ebenso verweigert sich der Charakter Grünbaum dem Witz. Er lacht nie über Hitler/Schneiders komischen Seiten. Er kann am Dokumentengehabe nichts Lustiges finden, denn es betrifft ihn selbst.

Levi sympathisiert mit Grünbaums Frau, er sympathisiert mit Adam und eben auch mit Grünbaum selbst. Keinem von diesen gibt Levi die Schuld am Fortbestand des Nationalsozialismus. Weder hätte sich „der Jude mehr wehren müssen“, noch hätte er „nicht so werden dürfen wie die Nazis“. Die Schuld trägt bei Levi das jubelnde Volk, das sich vom Antisemitismus lösen muss, aber selbst nach Aufdeckung der Armseligkeit ihres Führers noch den schlaffen Witz „Heil dich selbst“ nachbetet und keinesfalls durch ein wenig Wahrheit aufzuklären wäre. Es ist bei Levi gerade der groteske Zuschnitt auf die groteske Figur Hitler, der diese Einsicht ermöglicht. Und somit ist der Film ein treffsicherer Schlag ins Gesicht der deutschen Leugner, Schönredner, Dokutainmentfilmer und Antisemiten.

Rezensionen werden heute nicht verlinkt, die kann sich jeder selbst ziehen, eine sehr gute und wohlwollende war übrigens in der taz zu lesen.

Nachtrag:

Interessant ist zudem die Rolle Speers als treuer Vasalle Hitlers. Ein Verweis auf "Speer und er"? Ich habe den Film leider (zum Glück?) nicht gesehen.

In der Konkret ist ein im Wesentlichen dem Obigen zustimmendes Interview mit Levi zu finden.

Nachtrag 2:

Ein Kommentar bemängelte, ich ginge nicht auf die Kritik des verlinkten Artikels "Wahrheit ohne Mühe" bei Lizas Welt ein. So sehr ich dieses Blog schätze, so daneben finde ich diesen Artikel. Und zwar, weil er in seiner Kernaussage falsch ist.

Am Ende des Films nämlich wird 5 mal nach der realen Figur Adolf Grünbaum gefragt. Ein kleines Mädchen antwortet: "Das war mein Ur-Ur-Urgroßvater." Adolf Grünbaums gab es viele, und es stimmt nicht, dass der Film dessen reale Existenz verachten würde. Diskutierenswert wäre tatsächlich der Mord am Juden am Ende des Films und die Frage nach der Einfühlung. (s.u.) Einen derartigen Verriss und Vergleich mit Walsers "Tod eines Kritikers" rechtfertigt das nicht. Denn Grünbaums (nicht gezeigter) Tod im Film ist nicht der des "nörgelnden jüdischen Kritikers" bei Walser. Sondern der Tod des sympathischen Protagonisten verweist von der Fiktion auf die Realität (Das BLUT, das über die BRILLE läuft) in einer ähnlichen Manier wie Shlomos Standbild am Ende von "Zug des Lebens". Man sollte etwas taktvoller sein mit Unterstellungen, die mit psychoanalytischem Halbwissen leicht herumgewälzt werden können. Shlomos Standbild ist nicht der unbewusste Wunsch, das Ausagieren des Antisemitismus des Regisseurs. Ebenso wenig ist Levi eine Lust, wie sie Walser beim literarischen Ermorden sicher empfindet, zu unterstellen.

Statt den Juden Grünbaum als Kritiker der Deutschen oder wie in Lizas Artikel weit hergeholt wird, als Kritiker der Psychoanalyse einzuführen, ist dieser selbst permanent der gemeinen, als Kritik verstandenen Beleidigung und parasitären Vereeinahmung durch Ausbeutung und Vernichtungswünsche der deutschen Täter ausgesetzt. Dadurch setzt Levi die Akteure des Films, die den Juden mit ihren Befindlichkeiten (Die Weltlage, der Krieg, die vielen Toten) bis ins Ehebett nachsteigen, mit ein wenig jüdischer Folklore gut schlafen können um am nächsten Morgen frisch ausgeruht mit der (nicht persönlich gemeinten) Vernichtung fortzufahren, der Kritik aus und enthält sich jeglicher Kritik an einem der Grünbaums. Ein Happy End jedoch wäre Geschichtsfälschung, und genau diesem verweigert sich "Mein Führer" wie auch "Zug des Lebens".

Ich finde es schade, dass Levi so durchweg missverstanden wird. In weiten Teilen möchte ich behaupten, dass viele der "Kritiker" den Film nicht gesehen haben, bevor sie sich ihr Urteil bildeten. Was dabei herauskommt, ist nicht die Kritik, die der Film (u.a. das Verhalten Helge Schneiders danach) verdient, sondern das Projizieren gesellschaftlicher Missstände auf einen Film. Die Frustration über "Untergang" und andere Zumutungen kumuliert an einem Objekt, das für Kritik offen ist und Schwäche zeigt.

Die Forderung nach realistischer Darstellung erübrigt sich seit "Shoah". Levis durchaus korrekte Aussage ist, dass jeglicher Versuch des Dokutainment, wie es "Schindlers Liste" und "Der Untergang" betreiben, verfehlt ist. Und das es vielmehr um die Diskussion geht, um das Reden darüber, um die Darstellung selbst, in der Aufklärung zu finden sei. Nicht jedoch findet man sie im detailgetreuen, ethnologische Einfühlung heischenden Herunterhungern von Hauptdarstellern wie in "Der Pianist", um der Schaulust der Zuschauer und dem Bedürfnis nach Authentizität zu genügen.



15.1.07 14:06
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Gudrun / Website (16.1.07 00:26)
Du schaffst es, "Wahrheit ohne Mühe" aus Lizas Welt zu verlinken, ohne auf die zentrale Aussage einzugehen? Genial!

Du siehst nicht, daß hier ein lebender Jude seines Namens beraubt wird, und er sich bis in die NYT vorführen lassen muß? Genial!

Du bist angekommen im Mainstream, der Opfer, Täter, Dichtung und Wahrheit nach Belieben verrührt, der Personen des öffentlichen Lebens namentlich erwähnt, von Hitler bis zu seinem Schäferhund Blondi, dem Juden aber eine Phantasieidentität zueignet und ihn so als geschichtliche Figur auslöscht. Genial!


Nichtidentisches (16.1.07 12:13)
Hi Gudrun
Nett, dass du ab und zu vorbeischaust. Geh doch mal im Gegenzug auf meine Argumente für den Film ein. Dein Artikel dazu gibt mir wenig Aufschluss darüber.
Grüße


Eussners Schaf (16.1.07 16:24)
Und was finden wir bei Lizas Welt? Einen weiteren Amoklauf des ohnehin nur bedingt zurechnungsfähigen Herrn He(i)ni. Im Film wurde ein Name benutzt, den es tatsächlich gibt. Skandal! "Ein lebender Jude" wurde "seines Namens beraubt". Er hat ihn doch noch. Levy habe "sich mit voller Absicht über das Leben eines realen Juden hinweggesetzt, ihn lächerlich gemacht und am Ende ermorden lassen." Levy hat einen realen Juden ermorden lassen? Ein schwerwiegender Vorwurf. Ermittelt die Staatsanwaltschaft bereits? Aber Heni ist großzügig, ihm reicht folgendes: Levy "muss seinen Film Mein Führer zurückziehen und sich für die infame Derealisierung der Geschichte des realen Prof. Dr. Adolf Grünbaum bei diesem entschuldigen." Heni erwartet von Levy, "seinen Film Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler abzusetzen (und) sich zu entschuldigen". Das soll schon alles sein? Soll Levy nicht besser auch noch sein gesamtes Vermögen spenden, öffentlich geloben, nie wieder Filme zu drehen, sein Gesamtwerk einstampfen, sich selbst kasteien und sich am Ende in der Spree ersäufen? Ich bin sicher, dem Deutschen Heni und der Deutschen Eussner fällt noch einiges ein.

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