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Der utopische Kommunismus – Surrogat der Vernunft


Francois Millet: Die Ährenleserinnen

Halbgebildetes Fragment in völliger Unkenntnis von Ahrendts „vita activa“ und anderen arbeitstheoretischen Schriften. Für L.

Im Kommunismus gibt es Cheeseburger umsonst. Ein harmloser Satz, der doch vor Augen führt, was das Problem einer utopischen Kritik ist: zu formulieren, ohne allein negativ das Bestehende auf dessen Basis abzugleichen, also einen „Gegenteiltag“ zu veranstalten. Die Vorstellung, dass im Kommunismus „Soilent Green“ in futuristischen Bechern geschlürft und im Keller ein Rematerialisator steht, ist noch eine vorstellbare, wo die Mittel, diesen Zustand zu erreichen möglichst gänzlich nicht zur Sprache fallen, deucht die Vorstellung doch bereits als Mittel. Ebenso wie der Satz „im Kommunismus wird es keine Arbeit mehr geben“ und die Vorstellung von einer komplett technisierten Welt, in der Roboter die einfachsten Arbeiten übernehmen, nur als utopische Zigarette am Morgen das Abfinden mit dem tristen Ablauf des Bestehenden eher vereinfachen, als die Unzufriedenheit darüber zu nähren, bloße Abwehr auf Basis der Negation, nicht aber Begreifen dessen sind, was einem der Kapitalismus antat: noch die schönste Beschäftigung zur kapitalistisch durchwirkten Arbeit zu degenerieren.

Oft hört man, wie aus Leidenschaft Profession wurde, wie jemand unter der Dusche sang, um irgendwann dies als seine Arbeit begreifen zu müssen, wie Profitischfussballer 6 Stunden am Tag Tischfussball üben, und in der Freizeit dieses einstige Vergnügen meiden. Wo selbst Freizeit zur Erholungsarbeit gerät - das Wort „Urlaub“ hat nicht umsonst einen sublimen Gleichklang dem Wort Arbeit gemein – und doch höchstes verbleibendes Glück ist, muss der Dauerurlaub auf den Balearen als Inhalt der Selbstverwirklichung in der freien Assoziation der Individuen gelten. Die Vorstellung von Menschen jedoch, denen es zwar an Wissen nicht mangelt, irgendeinen Roboter zu bauen, die aber primitivste körperliche motorische Fähigkeiten verabscheuen, wie ein Ding von a nach b zu tragen, krankt daran, dass diese Kindern sehr lustvolle Betätigung - das haptische Erfassen von Gegenständen in augenscheinlich völlig sinnlosen Prozessen (Türe auf und zu machen) - nur aufgrund des Bestehenden als widerwärtig, primitiv und überflüssig erscheint.

Auf eine Tätigkeit wird das Bestehende projiziert, dieses verallgemeinert und mit der Negation der Tätigkeit das unmöglich gemacht, was diese ohne das Bestehende sein könnte. Ein solches Bewusstsein ist nichts als Ideologie, die spezifische Auswirkungen eines Verhältnisses ontologisiert, und darin sowohl Mittel zur Abschaffung als auch den Status quo verleugnet. Kritik an Arbeitsverherrlichung ist nicht in der Negation jeglicher bis dato unliebsamen Tätigkeit aufgehoben. Die Idee, alles könnte von Robotern geleistet werden, ist zudem eine voreilige Herabwürdigung der komplexen Denkprozesse, die beispielsweise die Herstellung eines guten Messers, eines Fussballs oder eines Schuhs heutzutage trotz Aufsplitterung der Arbeitsschritte noch erfordert. Es soll alles primitive Arbeit sein. Dadurch erhebt sich der Intellektuelle über Angelegenheiten, die seine nicht sind, von denen er getrennt ist, und die er nur als ekelhaft wahrnehmen kann, weil er sich vor ihnen fürchtet und ihre Komplexität, die selbst Kanalreinigung auf dem Stand der kapitalistischen Produktivkräfte erreicht, nicht durchschauen kann, würde das doch bedeutet, dieselbe Simplizität, Automatismus und Reproduzierbarkeit dem eigenen Bildungsprozess zu unterstellen.

Für den Fabrikarbeiter gibt es möglicherweise nichts Stupideres, als eine Seite Hegel oder Kant nach der anderen umzublättern und schwarze Zeichen en masse abzuspeichern, was ein Computer in einem Scanvorgang ebenso gut könnte. Um das Ganze dann zu verknüpfen, Nichtidentisches abzugleichen, dazu könnte ebenso leicht ein Programm entworfen werden, wie für alle simplen Arbeitsprozesse ein Roboter entworfen. Was ihm daran wahrhaft als ekelhaft erscheint, der Zwang, diese Tätigkeiten auszuüben und dadurch anderer Interessen beraubt zu sein, Geist und Sinnlichkeit, "komplizierte" und "einfache" Arbeit getrennt konkurrieren zu lassen, wird zu einer Eigenschaft der Tätigkeit an sich. Eine einmal emanzipierte Gesellschaft könnte sich laut Adorno dazu entschließen, Radio, Kino und Kunst aufzugeben, weil sie schlicht nicht mehr nötig seien, erlittene Beschädigungen zu kompensieren, die Traumfabrik wird dichtgemacht, sobald die Träume von freien Sujekten verwirklicht werden können. Dabei führt er diese leise Andeutung einer für ihn seltenen, positiven Formulierung nicht weiter. Die Tätigkeit in der Arbeit abzulehnen, weil sie im status quo Arbeit ist, verleugnet, was die gesellschaftlichen Verhältnisse den Tätigkeiten angedeihen ließen, bedeutet Fetischisierung.

Dass die emanzipierte Gesellschaft den Roboter aufgeben könnte, ist in der Tat unvorstellbar. Dass sie ihm aber nicht die Bedeutung zugesteht, die er derzeit in der Utopie nur hat, weil er sie für die Produktion von Mehrwerts vermittelst des zugunsten mehr und intensiverer Arbeit befreiten Arbeiters hat, weil die Utopie von Robotern der realen Existenz von Dampfmaschinen entsprungen war, und bereits da zur Ideologie anregte, das Elend der Arbeiter liege allein in den technischen Mitteln, sollte als denkbar offen gehalten werden. Sofern es rationaler und lustvoller erscheint, einen einfachen Handgriff mal eben selbst zu erledigen, ist dies ein Mögliches in der befreiten Gesellschaft. Was aber unter wahrhaft rationalen Verhältnissen rational ist, kann nicht auf der Basis des Bestehenden ausgelotet werden. Der Roboter wie die Dampfmaschine wurden erfunden, um Menschen zu ermöglichen, mehr Mehrwert zu produzieren. Sobald letzter Zweck wegfällt, ist die Erfindung womöglich wertlos, sie mag andere oder gleiche Anwendung finden, allein in der Negation des Bestehenden liegt ihr Sinn wohl kaum. Roboter, die von Robotern erbaut werden, eine total technisierte Welt, das ist die Ideologie von „Matrix“, in ihr wird der Mensch tatsächlich überflüssig. Wo der letzte Zweck des Menschen aber Überflüssigkeit ist oder er Nutzen allein durch Arbeit herstellen kann, da befindet man sich noch im Sumpf der Ideologie, die ein befreites Verhältnis vom Menschen zu seiner Tätigkeit, sei sie auch anstrengend, abwehren muss, weil sie derzeit als Unmöglichstes erscheint.

Altruismus oder hinter dem Stand der Produktivkräfte zurückgeblieben schilt man jenes, was ohne Entgelt arbeitet, mit dem Grabstock oder ehrenamtlich Felder pflügt. Zorn wird da im Intellektuellen auf den laut, den er als Ursache des Unglücks sieht: Den ungebildeten Arbeiter, der sich bisweilen sogar in merkwürdigem Masochismus noch in Arbeit stürzt, die unmenschlich und erbärmlich ist. Dass sowohl der Zorn als auch der Masochismus von Verhältnissen aufgenötigt sind, muss hinter einfacher Negation zurückstehen. Negative Kritik, die bereits formuliert, was konkret wie nicht zu sein habe, ist keine, sondern Utopie. Kritik würde offen halten, ob es im Kommunismus Arbeit und Tätigkeit gebe oder nicht. Der Intellektuelle meint, seinen Wert, das Denken, nicht angemessen verwerten zu können, dass ihn das Müllhinuntertragen hindert, ein Buch zu Ende zu lesen. Dabei bleibt dies aber in den Kategorien der Verwertbarkeit von Zeit verhaftet: Die Zeit des Menschen sei es nicht wert, sich mit stupiden Tätigkeiten abzugeben, auf einem Stand der Produktivkräfte sei es möglich, Zeit gewinnbringender zu verbringen. Idiosynkratische Arbeitsverachtung erschiene dann als Pendant zum Antiintellektualismus.

Dass dies vom Stand der Produktivkräfte relativ unabhängig ist, zeigen die Auflistungen von einstiger Durchschnittsarbeitszeit etwa bei einigen Indianern des Regenwaldes: ca. 5,5 Stunden ein Mann und 4,6 für eine Frau. Den Rest des Tages fläzen sie auf Hängematten umher, langweilen sich, trinken Maniokbier, lynchen einen Hexer und denken sich Geschichten aus. Bei der Annahme, dass diese restlichen Stunden von Maschinen übernommen würden, überlebt die Vorstellung, Kommunismus sei bereits genau dies Nichtstun, eine negative Projektion des Urzustandes, die noch nichts über einen Grad der Emanzipation von den eigenen Ängsten (auch Arbeit und Tätigkeit gegenüber) und Zwängen aussagt. Die bloße Zeit sei ausschlagsgebend für den Grad an Freiheit, wo es doch die Verhältnisse sind unter denen gearbeitet wird und unter denen die freie Zeit verbracht wird, die prinzipiell beides frei und lustvoll machen könnten. Die Abschaffung der Arbeit reiht sich ein in die Utopien von der Abschaffung des Tausches und der Vermittlung. Die Abschaffung der Paradoxie, dass eine Verbesserung der Produktionsmittel stets nur zu einer Verlängerung der Arbeitszeit und/oder Intensität führte bedeutet noch nicht notwendig die Abschaffung jeglicher Arbeit im physikalischen Sinne. Die Abschaffung des stupiden, kapitalistischen Zwangs, der Arbeit fordert, um mehr Arbeit zu produzieren, bedeutet nicht notwendig die Abschaffung jeglichen Zwangs oder Notwendigkeiten.

Die Utopie einer Abschaffung jeglicher Arbeit nähert sich zwei Polen des Lebens bedenklich an: Dem Tod und der infantilen Phase. Sie droht Regression zu sein, darin, dass sie bloß wunschhafte Formeln vorträgt, die noch lange nicht notwendig eines kritischen Bewusstseins bedürfen. Die parasitäre Existenz auf Kosten der Mutter wird als erstrebenswert betrachtet, die Befriedigung darüber, dass das Kind nicht zuletzt dank gestiegener Kräfte selbst fähig wird, unabhängig von den Eltern ins Leben zu treten, wird verleugnet angesichts der Tatsache, dass diese Robinsonade Schein ist und Abhängigkeit stärker als zuvor wirkt. Über notwendige Abhängigkeiten von Individuen wird geschwiegen, ebenso wie über die Grundvoraussetzung der Freiheit, dass sie die Freiheit aller sei. In der arbeitslosen Monade kann dies kaum aufgehen, sie ist die Robinsonade des utopischen Kommunismus.



29.9.06 13:23
 


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bisher 12 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(30.9.06 11:11)



nichtidentisches (30.9.06 14:46)



nichtidentisches (30.9.06 16:26)
Mal ernsthaft: Ne Kritik haste nicht anzubieten? Ach so, die alte Schule: "Die Waffe der Kritik kann die Kritik der Waffe nicht ersetzen", jetzt verstehe ich, was du sagen wolltest...


Bademeister / Website (5.10.06 02:23)
lieber nichtidentischer,

dieses traktat hat mich neben einigem kopfschütteln und mehrerer zigaretten auch eine ungefähre vorstellung dessen gekostet, was du dir vom kommunismus erwartest. würde ich mich dem deinem text immanenten stil angleichen, müßte ich raten: arbeitsdienst von 6 bis 18 uhr, essenfassen und rekreation von 18 bis 19 uhr, schlafen von 18 bis 5 uhr.

den virtuellen gewehrsalven schließe ich mich vorläufig mal an.


Nichtidentisches (5.10.06 17:25)
Hach, wie leicht isses denn, missverstanden zu werden...
Wo fordere ich denn Arbeitsdienst und wo artikuliere ich überhaupt irgendeine positive Aussicht auf den Kommunismus? Alles was ich tue ist eine verklärende Utopie zu kritisieren, die da lautet "Im Kommunismus wird es keine Arbeit geben." Woraus eine solche Utopie entspringt und was ihr folgt versuche ich zu klären. Von Arbeitsdienst und -zwang steht da kein Wort. Nullamente, Nada, Nolito! Projektion! Dass ihr Spatzenhirne aber immer nur ein entweder oder denken könnt und nie ein zwischen den Stühlen. Wo bleibt die dialektische Theorie? Extensive Reading ist ziemlich desaströs, wenns in die Theorie geht....
Adios, bis bald und stell doch das nächste Mal eine Frage. Und die Gewehrsalven, ach an deren revolutionären Klang hat sich die Geschichte längst gewöhnt, piffpaff und weg die Kritikersau...


Nichtidentisches (5.10.06 17:35)
Engels Satz vom Kommunismus, in dem der Mensch morgens Fischer, mittags Tischler und abends Bäcker sein darf, bewahrt zumindest etwas vom lustvollen Kneten in salzig-hefigem Teig, vom leisen Duft des in Lorbeer bratenden Welses in der zischenden Gusseisernen Pfanne, vom harzigen Duft des glatten Holzes, über das der Hobel schnurrt, auf. Wenngleich das Ganze eine erbärmliche Rücknahme erfolgreicher und innerhalb kaplitalistischer Vergesellschaftung auch als darüber hinaus sinnvoll erscheinenden Arbeitsteilung darstellt und einfache Warenproduktion vorgaukelt, wo diese nur das reaktionäre Potential von Wandervögeln und Handwerksburschen band. Gänzlich der Vorstellung beraubt, eine Tätigkeit wie Kochen oder das Bauen eines opulenten Bettes könnte ohne Zwang vollzogen irgendein lustvolles Potential entfalten, ist ebendiese Forderung nach "nie wieder Arbeit".


nichtidentisches (7.10.06 17:09)
Noch eins zur Klärung:

1. Ob es Arbeit im Kommunismus geben wird oder nicht wird von mir nicht gewählt oder irgendeine Präferenz getroffen.
2. Meine Kritik bezog sich auf die Unmöglichkeit einer solchen Aussage und speist sich hoffentlich korrekt aus negativer Dialektik.
3. Sollte geklärt werden, dass es nicht von der Dauer der Arbeit abhängt, ob ein Zustand frei ist oder nicht. Daher der Verweis auf die geringe Arbeitszeit der Indianer, die diesen Zustand noch nicht zum Kommunismus macht. Ob 6, 3 oder 0 Stunden ist kein Maß für Freiheit.
4. War also Intention einer idealistischen Utopie, also einem Dogma, entgegenzutreten, ohne deshalb mich auf eine Aussage festzulegen. Ich denke, ich wäre mir mit euch sicherlich einig darin, dass jeglicher Zwang zur Arbeit abgeschafft gehört.


nichtidentisches (7.10.06 17:09)
Die Arbeitszeiten, die von Gripsiltis unterstellt werden reichen zudem weit über Reproduktion hinaus und implizieren schon ein Arbeiten am Volkswohl. Allein über die zur Reproduktion notwendige Arbeit wäre zu verhandeln. Wenn es innerhalb einer rationalen und freien Gesellschaft gelänge, diese Maschinen zu überlassen, fein. Maschinen werden aber im allgemeinen überschätzt und ideologisiert, besonders von Menschen, die keine Ahnung von ihnen haben, zum Beispiel ich. Mehr als ein Werkzeug kann eine Maschine nicht sein und sollte sie auch nicht. Ein Werkzeug impliziert aber bereits an irgendeiner Stelle menschliche Arbeit. Wenn jemand dieses Dilemma auflösen kann, freue ich mich...
Für mich ist eines sicher: Im Kommunismus wird niemand mehr gezwungen, Hegel zu lesen... (kleiner Scherz...)


nichtidentisches (7.10.06 17:11)
Und für das gemeine "Spatzenhirn" entschuldige ich mich erst, wenn die Sympathie für die drive-by-shooter-smilies zurückgenommen wird!


locus amoenus (7.10.06 18:28)
Liebes Nichtidentisches (sic!),

1. Was ist an infantilem Wunschdenken so dramatisch (auch da kann man wieder den Onkel Teddie herbeizitieren....Leben ein stetiger Versuch, die Kindheit wieder einzufangen...)? Ist nicht vielmehr die in stalinscher Manier zur Schau gestellte Abwehr jeglicher lustvoller infantiler Projektionen eine Idiosynkrasie, eine eigene (unbewusste) Strategie, das Vergangene bloß nicht wieder akut werden zu lassen: und damit Verdrängung? Deine Kritik gerät zur antiindivualistischen, lustfeindlichen Paraphrase, wo sie doch vorgibt, einen Lustbegriff zu entwickeln!
2. Ist es nicht sogar notwendig, sich gerade aufgrund des zwanghaften Charakters dieser Totalität, welche tatsächlich für jedes Lustbereitende ein Surrogat (sic!) anzubieten hat, sich dem Utopischen, Nichtidentischen (sic!) assoziativ anzunähern?
3. Hoffe, dass wir auch im Kommunismus Brettspiele spielen dürfen (-: bis morgen........


locus amoenus (7.10.06 18:30)
sehe, dass es antiindividualistisch heißen muss......


nichtidentisches (8.10.06 13:51)
Hm, in den Derivaten des Narzissmus tauchen ebenfalls infantile Lüste und Wünsche auf. Solange sie nicht als solche reflektiert werden, sind sie verdächtig, zur Projektion zu führen. Daher keine Lustfeindlichkeit, es sei denn, es erfolgt ein besseres Gegenargument. Infantiles Wunschdenken neigt zu Allmachtsphantasien und Totalitäten. Mama da oder Gewalt durch schreien! Mama soll weg also Gewalt. Daher: Wo es war soll ich werden. Kann nie erfüllt werden, aber als Ziel beibehalten. Ist auch nicht Lustfeindlich, weil Lust auf Objekte bezogen Unlust bei diesen hervorrufen kann.Ebenso kann Lust und Unlust nebeneinander hergehen, siehe Ambivalenz und Albtraum. Als lustvoll erscheint mir zum Beispiel etwas, was primär gar nicht lustvoll war, zum Beispiel mag kein Kind wirklich Austern oder Sellerie. Lust beinhaltet Spannungsverhältnis aus Überwinden und Erfüllen.

Der zweite Punkt widerspricht sich m.E. in sich. Die assoziative Näherung ist doch ebenfalls von dieser Totalität "infiziert" und verdrängt daher die Reflexion auf Nichtidentisches.

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