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Zwiebeln mit Grass und Nobelpreis an antifaschistischer Sauce



Die Intellektuellen, Vorzeigeaposteln der postreligiösen Gesellschaft, röhren durch den Blätterwald: Einer der Ihren hat sich geoutet. Das gute Gewissen der Nation, Günter Grass, ist kein unbeflecktes Blatt mehr, er war, man höre und staune, bei der Waffen-SS. Dort sei er aufgrund einer jugendlichen Empfänglichkeit für Nazipropaganda gelandet, obwohl einige Kommentatoren sogleich wissen wollen, dass die SS in diesen Tagen keine Elitetruppe mehr gewesen sei und nicht mehr nur aus Freiwilligen bestand.

Grass kann es noch so deutlich sagen, dass er in die SS wollte, weil er die Nazis toll fand. Man will es nicht wahrhaben und unterstellt ihm und damit allen anderen Beteiligten, wohlwollend unter Zwang gehandelt zu haben.
Wie jeder anständige Soldat im Krieg hat Günter Grass keinen Schuss abgegeben und wie jeder anständige Bürger hadert er schwer damit.

Grass trägt mit diesem Bekenntnis keinesfalls zur Aufklärung bei, was von ihm ohnehin nicht zu erwarten wäre. Jugendlicher Überschwang sei es gewesen, der ihn getrieben habe, als wären nur Jugendliche Nazis gewesen und als wäre er heute von solchem "Überschwang" frei, den man korrekter als Antisemitismus fasst. Nicht geschossen habe er, obwohl er laut eigenen Aussagen für die Nazipropaganda empfänglich war, sich freiwillig zur Waffen-SS meldete, und somit sehr wohl ein Interesse daran haben musste, sich in dieser Mörderbande ordentlich zu bewähren. Sicherlich hat nicht Günter Grass, der Schriftsteller und Nobelpreisträger geschossen, aber sehr wahrscheinlich der kleine SS-Soldat Grass. Was gäbe es sonst so ein peinliches Getue, so ein schweres Gewissen. Allein wegen der schicken Uniform, die er tragen wollte?

Die Öffentlichkeit übt sich in antifaschistischer Pflichtempörung. Den Nobelpreis zurückgeben solle er, viel zu spät sei das Bekenntnis gekommen. Man weiß ohnehin, was man vom Nobelpreis für Literatur zu halten hat, seit ihn Günter Grass bekam, aber eine korrekte Vergangenheit zu überprüfen, um aufgrund dessen ein literarisches Werk bemessen zu wollen erinnert doch sehr an Sowjetideologie. Zudem, Arafat wurde der Friedensnobelpreis ja auch zuerkannt. Die Vergangenheit oder eine antisemitische Gesinnung kann es also kaum sein. Die aktuelle Empörung ist bigott, vor allem, wenn sie aus einer Partei kommt, die einen Altnazi zum Bundespräsidenten wählte und zahlreichen anderen Altnazis ein Pöstchen als Landesvater gönnte. Zentral ist die narzisstische Kränkung, man ist das Volksleiden Nazismus immer noch nicht los. Es kommt tatsächlich noch einer daher, der darüber reden muss, allerdings bleibt es eine Randglosse, die Haut einer fauligen Zwiebel eben nach dem Muster: "Ach übrigens, ich war in der Waffen-SS. Ach so? Meine Tante Gerda war ja letzten Sommer auch da, und es soll ganz entzückend gewesen sein."

Der Fall Grass ist darum so bizarr, weil er so banal ist. Ein ehemaliger Nazi bekommt ein schlechtes Gewissen kurz vor dem letzten Gang und erleichtert sein Gewissen, um besser schlafen zu können. Ein schmerzloser Vorgang mit berechenbaren Folgen. Die meisten haben sich ohnehin mit ihrer Vergangenheit versöhnt und halten es für nicht weiter wichtig, noch darauf herumzureiten. Das Besondere ist die Besonderheit, die daraus gemacht wurde. Ist es nötig zu erwähnen, dass einer Nazi war, wo doch alle Nazis waren? Grass war wie alle Durchschnittmenschen ein Nazi in einem nazistischen Deutschland. Es war zu erwarten und was Wunder auch bei seinen späteren Äußerungen. Das umgekehrte wäre erstaunlich gewesen. Es dürften noch Zehntausende an feigen Greisen herumrennen, die ihr schlechtes Gewissen mit ins Grab nehmen, anstatt die anzuklagen, die noch stolz auf das Verbrechen sind.
Auffällig ist, dass niemand eine so "bedeutende" Persönlichkeit je
fragte, was er denn genau im Krieg gemacht habe. Mit Gejammer aus dem Kriegsgefangenenlager hat Grass schließlich nicht hinter dem Berg gehalten.

Vorzuwerfen wäre Grass vor allem eines: Dass der Bruch nicht radikal war, sondern aus Eigeninteresse nie ganz und immer noch nicht vollzogen wurde. Seine Larmoyanz bleibt blankes Selbstmitleid. Vor allem der Grass heute ist Opfer des Grass damals, oder einem anthropologischen jugendlichem Überschwangs, an dem er bis dato schwer litt. Vor allem um seinen guten Ruf fürchtet er, um seine Integrität, dass ausgerechnet er so etwas tun haben können. Wo er doch sonst über allem steht. Was er zum deutschen Verbrechen beigetragen hat, und sei es auch nur als notorischer Mitmacher, der er immer noch ist, kümmert ihn wenig. Es war nicht der eigene Makel, sondern die Qualität der Propaganda.

Wäre er tatsächlich einmal in Erschrecken vor der eigenen Ekelhaftigkeit erstarrt, er hätte sich unvermittelt auf die Suche nach den Ursachen begeben und schonungslose Aufklärung betrieben. Sehr wenige ehemalige Nazideutsche Soldaten, Intellektuelle oder Büttel haben diesen Schritt getan und sich in den Dienst der Aufklärung gestellt.

Grass hatte vor allem mit der Gruppe 47 das Interesse, knalldeutsche Literatur wiederauferstehen zu lassen und so sich selbst zum Profiteur des Krieges und der ermordeten literarischen jüdischen Konkurrenten um einen Nobelpreis gemausert. Er mag dies nicht bewusst angestrebt haben. Er hätte aber, wenn er sich ernsthaft mit seiner Vergangenheit auseinandergesetzt hätte, spätestens dann darauf reflektieren müssen, und zumindest den Ermordeten Tribut zollen, die wenn sie noch lebten, ebenfalls an seiner Stelle hätten stehen können.
Aber dann hätte er vermutlich nur einen Bruchteil dessen geerntet, was ihm an Ruhm und Ehre von einer gutgläubig glotzenden deutschen Community zuteil wurde. Die liebt weder Adorno, der ihnen verbietet Gedichte zu schreiben, noch Celan, der es trotzdem schafft, und es aber oh Wunder keines ist, das man seiner Tante zum Geburtstag schenken mag.
Die ganze Debatte zeugt nur von der bassen Ignoranz, mit der das Thema 60 Jahre später noch behandelt wird. Aufklärung hat offensichtlich seitdem nichts an Boden gewonnen. Und man hofft, dass noch viel Grass über die Sache wachsen möge.

Zitate:
"Als Flüchtlingskind - ich bin mittlerweile fast achtzig und nenne mich immer noch Flüchtlingskind - hatte ich nichts."

"Das hat mich bedrückt. Mein Schweigen über all die Jahre zählt zu den Gründen, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Das mußte raus, endlich. ..."

"Was die Jugend betrifft: Viele, viele waren begeistert dabei. Und dieser Begeisterung und ihren Ursachen wollte ich nachgehen, schon beim Schreiben der „Blechtrommel“ und auch jetzt wieder, ein halbes Jahrhundert später, bei meinem neuen Buch. ..."

Tut er aber nicht. Hat er nie getan. Wo klärt Grass über Ursache des Nazismus auf? In der Blechtrommel? Wo es vor allem um betuliches Durchmogeln geht?

Interview in der faz mit Grass

Ein Fleißigerer Beitrag wurde von "Lizas Welt" gebloggt.
17.8.06 23:42
 


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bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


/ Website (18.8.06 23:23)
Sie röhren durch den Blätterwald?
Das muß ich mir bildlich vorstellen..


Dav / Website (20.8.06 00:38)
Sind sie denn nicht zu einer anständigen Diskussion fähig oder macht ihnen Zensieren Spass?


nichtidentischer (20.8.06 01:14)
Erstens: Hier wird geduzt. Du Antisemit. Und Zweitens: Mit Antisemiten diskutiere ich nicht, schon gar nicht, wenn sie sich ausschließlich wichtig machen wollen und das dann noch für einen Diskussionsbeitrag halten. Nazi.
Geh arbeiten.


Dav / Website (20.8.06 01:28)
Lächerlich, gleich Antisemit und Nazi schreien, du bist so lächerlich, geh weinen.


nichtidentischer (20.8.06 14:38)
Dein Beitrag wurde gelöscht, weil in ihm der Vernichtungskrieg als Verteidigung des Vaterlandes verharmlost und verherrlicht wurde, weil er keinerlei Aussage über das Thema machte, sondern ausschließlich deinen psychischen Zustand beschrieb, und somit auch dir allein überlassen sein muss. Jeder, der auch nur ein Fetzchen Ahnung vom Problem des Antisemitismus hat, weiß, dass es sich in keinster Weise lohnt, mit Antisemiten wie dir zu diskutieren. Weder sind sie zu Reflexion fähig, noch hat ihre Argumentation einen anderen Zweck, außer der, das eigene Bedürfnis nach Gewalt und Antisemitismus zu rechtfertigen. Daher die freundliche Bitte, dich mit deinem selbstgebrauten Käse von der Kommentarfunktion in Zukunft fernzuhalten. Richte erstmal auf deinem Blog eine ein, und du wirst sicher Freude an Diskussionen mit Leuten wie dir haben.
Tschüss!


nichtidentischer (20.8.06 14:40)
Wenn du dir die übrigen Kommentare ansehen würdest, wüsstest du, dass die Toleranzgrenze für Beiträge auf diesem Blog sehr viel höher ist als üblich. Außer offen antisemtischen Äußerungen lasse ich alles stehen. Und damit du es schwarz auf weiß hast: Deine Äußerungen sind antisemitisch, auch wenn du das natürlich nicht wahrhaben willst. Wie Adorno/Horkheimer schon sagten: "Aber es gibt keine Antisemiten mehr."

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